Vom Biegen und Brechen

Es ist schon schwer genug, einfach nur ich zu sein.

Das ist eine Textzeile aus einem Lied von Udo Lindenberg. Wann sind wir einfach nur WIR selbst? Also in welchem  Lebensabschnitt / Alter?  In welcher Situation?

Heute, im Alter von 48 Jahren bin ich ICH selbst, mehr als in jedem anderen Alter….weil ich es zu lasse und weil ich es sein darf.

Unser ganzes Leben  prägt uns. Wir werden geformt…Durch Erziehung und Erfahrung. Wir werden gebogen, solange bis wir in die Norm passen….und je „Anders“ wir sind, umso mehr werden wir gebogen…immer am Rande des Brechens.

Wir lernen das zu tun, was Andere von uns wünschen das wir tun, weil wir dann gelobt und geliebt werden. Das Belohnungsprinzip. Dazu gehören und geliebt werden.

Doch nur weil wir das tun, angepasst sind und nicht aufbegehren, heißt es nicht, was wir WIR selbst sind….Wann also startet die Metamorphose?

Bei mir startete es mit Anfang 30….aber erst jetzt mit 48 Jahren kann ich sagen, die Umwandlung ist nahezu abgeschlossen. Ich bin heute so sehr ich selbst, wie ich es gerade sein kann. Natürlich bin ich immer noch ein Teil der Gesellschaft und bin angepasst, z.B. im Job…aber im Privaten kann ich mehr und mehr mein eigentliches ICH ausleben…und das ist schon ganz schön schwer…

Es bedeutet nämlich auch, sich gegen Erwartungen zu stemmen und Normen zu umgehen. Als Reaktion auf nicht erfüllte Erwartungen bekommt man es oft mit Unverständnis und Ablehnung zu tun, manchmal auch mit aggressivem Verhalten… weil diejenige Person ein solches Verhalten nicht erwartet hat. Seltener  ist es einfach eine Form der positiven Verblüffung…eigentlich schade.

Ich habe die Chance einfach ich selbst zu sein, weil ich einfach so geliebt werde, so….wie ich bin. Mit all meinen Macken, Ansichten und Bedürfnissen und auch damit, dass ich auch nein sage, wenn ich etwas nicht möchte.

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