Ein Tag in Flensburg

So herrlich entspannt bin ich dann letzten Sonntag zu Schwester+Schwager gefahren…also ab ins Auto und die 140km bis Flensburg…Die Autobahn war gut voll…vor allem mit Campingwagen…ich nenne es die „2.Welle“ nach Pfingsten.

Über Pfingsten sind die Familien mit schulpflichtigen Kinder unterwegs…eine Woche später kommen die, die keine Kinder haben oder schon in Rente sind…es ist lustig zu beobachten…große Autos besetzt mit 2 Personen und sehr oft mit Fahrrädern hintendrauf…oder eben die Campingwagen oft auch mit 2 Fahrrädern. Alles strömt nach Norden an die Küsten.

Aber immerhin floss der Verkehr und ich bin gegen Mittag am Ziel gewesen. Wir waren verabredet um den Geburtstag meiner Schwester zu feiern…Mittags ging es in die Buddha Lounge in der Alten Post.

Also dort isst definitiv das Auge mit…Die Location unter dem Glasdach des ehemaligen Innenhofes ist echt klasse…und die Gerichte sind optisch ein Hit und geschmacklich hat es uns auch überzeugt:

Mein Schwager hatte bei seinen „Flying Noodels“ zuerst das Problem, das er nicht wusste wie er diese einigermaßen unfallfrei in die Soße bekommen sollte 😉… und mir hat die rohe Jakobsmuschel nicht geschmeckt, sie war geschmacksneutral…da wäre es schön gewesen, sie wäre kurz geflämmt worden….aber ansonsten alles frisch und sehr lecker.

Wir waren ja nur wenige Schritte vom Hafen entfernt und dort ging es dann später auf das Schiff Alexandra. „Sie ist der einzige noch seegehende Salondampfer Deutschlands“ und wird tatsächlich noch mit Kohle angetrieben….man kann an Bord während der Fahrt in den Maschinenraum und sich dort umschauen…ist natürlich sehr eng…aber lustig ist es allemal.

Die Eintrittskarten für die 1,5 Stundenfahrt hatte ich vorbestellt und wir waren früh da, damit wir auch draußen an Deck einen Sitzplatz bekamen.

und die Fahrt war bei dem Wetter schön….ruhig und entspannt ging es durch die Flensburger Förde

…wir haben Kaffee auf dem Schiff getrunken und später, wieder an Land, noch ein Dänisches Softeis verputzt…später bei den Beiden Zuhause hab es noch einen frischen Erdbeerkuchen….auf das Abendessen haben wir dann lieber verzichtet.

Alles war schön und entspannt…meinem Schwager gefällt sein neuer Job und meine Schwester darf Ende Juni endlich mit der Wiedereingliederung starten…es geht ihr gut…sie baut Muskeln und Kraft auf und wird jetzt langsam ungeduldig…na so 1/2 Jahr krank sein ist aber auch ätzend.

Sie ist wieder so lebendig, das ich ihre OP oft schon wieder vergesse und dann für einem Moment erschrecke, wenn die Narben am Arm oder dem Dekolleté hervorblitzen. Aber es ist schön das sie ihre Lebensfreude und Zuversicht wieder gefunden hat…Alles wird gut.

Die Rückfahrt verlief ohne Probleme und ich konnte wunderbar schlafen.

Das Wunderbare am Normalen..

…ist, das es eben so herrlich normal ist – unaufgeregt – so herrlich entspannt.

Die letzten beiden Arbeitstage in dieser Woche waren genau so…und ich dazu eben auch. Die perfekte Mischung: ich gelassen und entspannt und die Arbeit normal und ruhig…ein perfektes Zusammenspiel.

Schöne Begegnungen und Unterhaltungen im Büro, langfristige Dinge, die sich endlich haben klären lassen, anderes was zumindest in Bewegung gekommen ist…meine Sorgen wegen des Fast Close sind einem strukturiertem sehr straffen Ablaufplan gewichen…

Und auch nach Feierabend ging es entspannt und herrlich normal weiter….Einkaufen, hab mir für den Sommer 2 neue Blusenshirts und eine Hose gekauft, meine Lebensmittel-Vorräte aufgefüllt, gekocht .. War gegen Abend walken auf meiner Lieblingsstrecke

und hab jetzt öfter abends auf dem Balkon gesessen….wenn es drumherum ruhig wurde….herrlich. Hab recht viel telefoniert und mich per Whatsapp ausgetauscht. Samstag dann einen großen Teil des Tages in der Wohnung herumgewuselt, für den Balkon noch Verschiedenes in Schalen ausgesäät.

So lebe ich gerne: unaufgeregt…vielleicht für andere langweilig…für mich ist es das Ziel. Ganz im Hier und jetzt, ohne den Zwang etwas machen zu müssen. und weil ich gerade kein Lust auf weitere Dänisch Lektionen hatte, hab ich in dieser Woche auch nur wenig wiederholt…Okay: ich nehme mir „Ferien“ für diese Woche.

Mein Körper dankt mir diese Ruhe und Entspannung mit einem gleichmäßigen und kräftigem Herzschlag, mit einem (für mich) normalen Blutdruck und einem wunderbaren Ruhepuls…Ich bin wach in Kopf und Körper….keine übermäßige Müdigkeit, keine Schmerzen …außer naja wo wohl – im Fuß…aber auch das ist ja normal.

Ein Leben in herrlicher unaufgeregter Normalität. Nach all der Aufregungen der letzten Monate, ist das wunderbar. Nun merke ich wieder, wie sehr ich das schätze und auch brauche.