Auf der Fähre

Auf der Fähre

Nach einem leckeren Pannfisch (nur die Senfsoße schmeckte etwas mehlig)  und einem Spaziergang durch Glückstadt, bin ich dann zum Hafen gelaufen und von dort über den Deich…so kann man sich wenigstens nicht so einfach verlaufen…einfach immer den Deich entlang….bis zum Fähranläger.

Bis zu dem Moment als die Fähre vor mir ablegte, hatte ich überhaupt nicht vor, heute mit zu fahren…ich war ja zufuß unterwegs…was sollte ich also auf der anderen Seite? Aber irgendwie hatte ich dann doch einfach Lust darauf..

…gelesen hatte ich nur, das alle 30 Minuten eine Fähre ablegt und das bis in den späten Abend…aber WOHIN  es eigentlich gehen sollte, hab ich gar nicht wahr genommen…erst etwas später hab ich gelesen: Das Ziel ist Wischhafen…Okay – kenn ich nicht…

Als dieNachste dann festmachte, bin ich dann einfach mit gefahren…es war schon nach 16  Uhr und es war klar die Sonne wird bald unter gehen…auf der Fähre war es frisch…aber bei klarem Himmel wunderschön….Die Fahrt sollte 30 Minuten dauern und ich beschloss sofort mit der gleichen Fähre auch wieder zurück zu fahren.

So hab ich in diesem Jahr immerhin noch eine kleine Fahrt auf der Elbe gehabt…lach und das für 2 EUR….als ich für die Rückfahrt noch einmal bezahlen wollte …wurde ich einfach durch gewunken…nicht nötig, da ich die Fähre ja nicht verlassen hatte. Okay – DANKE.

Dafür hab ich die gesparten 2 EUR in einen weiteren Becher Kaffee investiert…der war heiß und lecker und ich konnte mich etwas aufwärmen…Schon vor dem Ablegen in Wischhafen färbte sich der Himmel so langsam in ein leuchtendes Rot….

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und mit dem Ablegen wurde dieses rot stärker und stärker…und überall  flogen Vogelschwärme an den Ufern…und einmal waren hunderte von Vögeln auch direkt über uns….das war beeindruckend. Mit der Ankunft am Fähranläger Glücksstadt war es dann auch schon vorbei und alles war dunkel…so bin ich also in fast kompletter Dunkelheit über den Deich zurück bis zu meinem Auto.

Was ich von diesem Tag mitnehme:

  1. das nächste Mal nehme ich das Auto mit zur Fähre, dann kann ich auf der anderen Seite der Elbe noch ganz andere Ziele erreichen
  2. Ab sofort hab ich meine kleine  Taschenlampe immer mit dabei, auch wenn ich im Hellen starte
  3. Ab sofort werde ich auch mein Thermokissen wieder mit nehmen, nicht nur bei Fahrrad-Ausflügen….auf der Fähre war es eh schon sehr kalt und durch das Setzen auf eine metallische Bank wurde es dann auch von unten kalt (ich bin etwas anfällig für Blasenentzündungen)

Es war ein herrlicher Tag, wunderschön vom Wetter….und mit mehr als 8km war es auch sportlich ein weiter guter Tag… Ich bin selber überrascht wie gut ich hier laufen kann…immer wenn es sich hauptsächlich um unbefestigte Wege handelt, hält mein Fuß gut durch…

Restaurant oder Landgasthof

Restaurant oder Landgasthof

Mit dem auswärts Essen war es dann nicht so reibungslos wie gedacht.

Zur Vorbereitung hab ich nach einem Landgasthof gesucht und auch einen in der Nähe von Elmshorn gefunden der mir gefiel..

Dort angekommen war die junge Bedienung jedoch komplett überfordert …nein Essen wäre nicht möglich…warum? Kein Koch da…wann ist es möglich? Ich soll mich anmelden…WANN kann man bei ihnen essen? Donnerstag. Ja aber heute ist Donnerstag. Kein Koch da..ich soll vorher anrufen. Noch einmal die frage WANN kann man bei ihnen Essen oder bieten sie kein Essen mehr an? Ähm Brunch ist gerade vorbei…. irgendwann kam ihr dann die Idee in einem ganzen Satz zu sagen: das das Restaurant nur noch donnerstags ab 17 Uhr ein ala Carte Geschäft betreibt .

Sooo jetzt war ich etwas schlauer als vorher , aber immer noch ziemlich hungrig. Da ich in der Nähe von Kollmar war bin ich dorthin gefahren…alle Parkplätze belegt….grrrrrrr…

also weiter nach Glückstadt… und jetzt sitze ich in einen netten kleinen Restaurant in der Mitte des Ortes und warte auf die bestellte Fischpfanne….

oh ich bin sooo hungrig.

Wie im Sanatorium

das waren die Worte meiner Vermieterin als ich mir die Wohnung hier angeschaut habe.

…und Heute Vormittag hab ich GENAU dieses Gefühl hier.

Kennt Ihr diese Bilder aus dem Fernsehen, wenn im Winter  in den Bergen Menschen gezeigt werden, die bei Schnee draußen vor einer Berghütte in der Sonne auf einem Liegestuhl sitzen, Sonnenbrille auf, mit einer Decke zugedeckt und einem Sekt oder Heißgetränk in der Hand….GENAU so fühle ich mich gerade.

Nur, das ich NICHT in den Bergen bin sondern in der Norddeutschen Provinz auf dem Balkon meiner Wohnung. Die Sonne scheint bei fast wolkenlosen Himmel und obwohl es heute Morgen -2 Grad waren, sind es in der Sonne fast 18 Grad …es ist komplett windstill…und es ist komplett STILL

Also willkommen in meinem  Sanatorium Domicilum. Gefrühstückt hab ich schon…und zum Mittagessen werde ich heute meine Erholungsstätte verlassen…zum Kochen habe ich nämlich keine Lust…

Es ist ja ein Feiertag heute: Reformationstag. Dieser Feiertag wurde in 8 Bundesländern im Norden und Osten der Republik als jetzt fest geschrieben, um das Ungleichgewicht der Feiertage in Deutschland etwas anzugleichen.

Eigentlich hatte ich im Vorfeld geplant heute nach Lübeck zu fahren…das mache ich aber erst etwas später. Der 2. Plan war meine Schwester zu besuchen…aber Schwester und Schwager sind Beide mit einem grippalen Infekt beschäftigt…und da möchte ich mich lieber nicht anstecken….bin ja noch in der Probezeit.

Es ist richtig klasse Feiertage auch tatsächlich als Feiertage zu begehen…also zu feiern…innerlich zumindest. Ich feiere die Tage, indem ich mir bewusst werde: ich brauche tatsächlich NICHT zu arbeiten…weder offiziell, noch inoffiziell. Die christliche Bedeutung dieses Feiertags ist mir natürlich bewusst…spielt in meinen Überlegungen aber keine Rolle….ich bin trotzdem dankbar für den freien Tag.

Bisher habe ich die offiziellen Feiertage sehr oft dazu genutzt liegen gebliebenes im Job doch noch zu erledigen um die Zeitpläne einzuhalten…das brauche ich jetzt nicht mehr.

Heute ist der 1. Monat im neuen Job vorbei…und durch die  Arbeitszeiterfassung habe ich auch tatsächlich ein paar Stunden mehr gearbeitet, als ich eigentlich müsste. Durch die Einarbeitung muss ich ja vieles aufschreiben und bin in vielen Dingen noch etwas langsam in den Ausführungen. Aber das sind so wenige Stunden die ich in einem Monat gemacht habe, wie sonst in 3-4 Tagen…. und ich darf ja pro Monat 1 Gleittag nehmen…klasse damit kann ich im November bereits einen Tag frei nehmen.

So langsam wird mir bewusst, das ich in diesem Jahr tatsächlich zum ersten Mal seit ca. 20 Jahren auch tatsächlich freie Feiertage über Weihnachten haben werde…nicht das ich in Urlaub fahren könnte oder so …das nicht…und weniger arbeiten ist auch nicht möglich, aber immerhin gehören die Weihnachtsfeiertage MIR ….hahahaha sehr schön.

Soooo jetzt werde ich mich mal aus meinem Liegestuhl bewegen…und los laufen. Die letzten Abende war ich jeweils zwischen 4-7km walken/wandern/spazieren..aber heute merke ich die Belastung der letzten Tage in den Füßen und den Knien…was evtl. aber auch daran liegen könnte, das es gestern insgesamt mehr als 12km Strecke am gesamten Tag gewesen sind. 4km davon waren tagsüber auf dem Gelände meiner Firma…ich hatte mit ein paar anderen Kollegen eine ausgedehnte Betriebsbesichtigung und ausgerechnet an dem Tag hab ich Schuhe mit Absätzen angehabt…es waren nur ca. 4cm Absätze…da ich aber eigentlich  nur noch flache Schuhe trage,  taten mir nach den 2,5 Stunden Besichtigung nicht nur die Füße weh…sondern auch meine Kniee…trotzdem bin ich dann gestern Abend noch walken gewesen.

 

 

Abenteuer – Friseur-Suche

Wenn man, wie ich, komplett in einer anderen Stadt neu startet, muss man sich ja alles auch „neu“ suchen…und das hört beim Arzt und der Autowerkstatt noch lange nicht auf….ich brauchte dringend einen Friseur.

Wie schon bei der Arztsuche, waren meine Kollegen keine große Hilfe: “ es empfindet jeder anders was ein guter Friseur ist“…OKAY – das stimmt.

Da ich mich inzwischen schon als eine Mischung aus Bobtail und Wischmop gefühlt habe, wäre mir fast jeder Laden recht gewesen…Hauptsache diese Über-Fülle an Haaren wird wieder gebändigt. Seit ich in dieser norddeutschen Provinzstadt lebe, hab ich es nicht geschafft mir die Haare schneiden zu lassen…stattdessen hab ich ein paar Mal selber zur Schere gegriffen, um überhaupt noch aus den Augen schauen zu können.

Es ist ja nicht so, das ich keine Gelegenheit gehabt hätte…aber irgendwie war ich immer mit anderen Dingen beschäftigt…nun wurde es wirklich Zeit…dringend…

Gestern hab ich auf einen Erkundungsgang durch meinen Arbeitsort ein Friseur-Geschäft gefunden, welches ich sehr ansprechend fand…also bin ich heute nach Feierabend hin gefahren und muss sagen: super gepflegter Laden, nette Damen und normale Preise…

… und jetzt hab ich wieder einen vernünftigen Haarschnitt …. und eine neue Friseurin.

Sooo…als nächstes brauche ich noch einen guten Sushi-Laden und dann noch einen gepflegten Laden für Thai-Massagen….

Wohnfühl-Sonntag

Natürlich bin ich NICHT faul auf dem Balkon geblieben…irgendwann war es meinen Fingern zu kalt und der Hunger nach einer guten Mahlzeit wurde einfach zu groß.

Seitdem ich hier im Norden bin, hab ich einen größeren Appetit. Ich bin schneller hungrig…das liegt zum einen an der guten Luft, aber zum anderen Teil auch an dem mehr an Bewegung.

Zurück zu meinem Hunger…Aus den Kartoffeln hab ich Bratkartoffeln mit Speck gemacht, den Rosenkohl hab ich gekocht und mit Butter und Muskat verfeinert und im Kühlschrank hatte ich noch ein paar Schnitzel, die ich paniert und dann gebraten habe. (Die gefrorene Ente habe ich im Gefrierschrank für einen anderen Tag aufbewahrt).

Und was tut man nach einem leckeren Essen? Richtig – spazieren gehen…also in meinem Falle walken…Spazieren gehen im Sportmodus. Da ich heute mal im Hellen unterwegs war, hab ich ein paar echt schöne abseitsgelegene Wege gefunden….und so auch einen neuen Rundweg entdeckt…die gesamte Strecke innerhalb des Rundwegs liegt damit bei knappen 6km. Schade das ein Teil des Weges durch den Wald überhaupt keine Lichtquelle hat…und somit für meine abendlichen Spaziergänge nicht in Frage kommt. Aber je länger ich hier die Wege erkunde, umso mehr Ausweichrouten finde ich.

Jetzt fühle ich mich wohl…entspannt und freue mich auf einen gemütlichen Abend auf der Couch.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag Abend.

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Faul in der Sonne

Ich sitze heute seit ca. 9:30 Uhr (Winterzeit) auf meinem Balkon, es geht zwar etwas Wind aber die Sonne scheint…und scheint…passend zu meinem Beitrag https://wirbelwind68.com/2019/10/26/letztes-aufbaeumen .

Und ich habe so gar keine Lust in der Wohnung etwas zu machen…ich mag gerade NICHT aufräumen, NICHT putzen, NICHT kochen (obwohl ich so leckere Sachen gekauft habe)…ich mag gerade einfach NICHT drinnen sein.

Ich sitze draußen und möchte einfach weiter hier sitzen bleiben….eigentlich wollte ich heute in Richtung Celle fahren…aber ich habe nicht einmal Lust heute wieder Auto zu fahren.

Ich habe zwischendurch ca. 1 Stunde mit einem meiner Mädels telefoniert (dafür bin ich aber rein gegangen)….und jetzt hab ich nur schnell ein Brot gemacht und bin sofort wieder in die Sonne geflüchtet…mit Jacke, Schal und Decke ist es auf dem Balkon gut auszuhalten….laut meinem Thermometer sind es in der Sonne ca. 20 Grad….aber durch den Wind fühlt es sich nicht ganz so warm an….

Ich hab mich in den letzten Minuten dazu entschlossen, diese Faulheit heute einfach zuzulassen…und wenn es mich nachher doch noch nach draußen treibt, dann ist es okay.

Ich kann hier einfach sitzen, die Ruhe hier aufsaugen, meine innere Ruhe fühlen und mit inzwischen einigem Abstand über das Chaos in meiner alten Firma nachdenken OHNE das es mich aus der Ruhe bringt…Ich fühle mich auch nicht mehr schuldig oder verantwortlich…denn das Chaos hab nicht ich verursacht, sondern der neue Teamleiter. Das das Team es jetzt ausbaden muss und viele Strukturen innerhalb von nur 1 Monat verloren gegangen sind, tut mir zwar für alle wirklich leid und ich kann es mitfühlen das sich alle irgendwie allein gelassen fühlen…aber sie fühlen sich durch ihren neuen Teamleiter alleine gelassen…ohne Führung. Das kann ich inzwischen sehr gut unterscheiden.

Der Frust innerhalb des Teams nimmt zu…aber sie finden Wege es sich gegenseitig leichter zu machen…die weiblichen Mitglieder des Teams funktionieren trotz allem sehr gut zusammen und als der neue Teamleiter schon wieder 2 Tage krank war, hat eine im Team einfach die Fäden in die Hand genommen, so das es weiter geht…klasse – Respekt …. damit hätte keiner von uns gerechnet….LOL und ich hab sie damals gegen den Widerstand vom HR und der kaufmännischen Leitung behalten, hab immer gesagt: das wird – sie wird sich entwickeln….und obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, ich hab mich evtl. doch geirrt…nein hab ich nicht – Glück gehabt!

Kürbisse im Hofladen

Kürbisse im Hofladen

Nach kurzweiligen 4 Stunden mit meinem Besuch aus Hessen, hab ich mich dann auf den Weg zurück gemacht und bin eben nicht über die Autobahn gefahren…sondern erst mal eine Weile über eine Bundesstrasse.

Und dann kam im Hasenmoor ein Hinweisschild für einen Hofladen…eine großes Hinweisschild…Kürbisse, Enten, Kartoffeln und mehr… als nächstes kam als Hinweis eine große Einzäunung auf der Wiese mit vielen Enten…und dann kam eine Hofeinfahrt…MIT einem Parkeinweiser mit Warnweste…lol…

Erst später hab ich verstanden, dass der Parkeinweiser dafür da ist die Sicherheit der Besucher des Hofladens zu gewährleisten…denn das Ein-und Ausparken von der Bundesstrasse auf den Hof und vor allem vom Hof wieder auf die Bundesstrasse war echt gefährlich…die Autos rasen an der Stelle ja mit bis zu 100kmh am Hof vorbei….

Sooo als erstes hab ich nur Kürbisse gesehen…lol…keine Wunder bei der Pyramide..

aber es gab auch einen Wagen mit geräuchertem Fisch…da hab ich erst einmal eine frisch geräucherte Lachsforelle (aus dem Fischteich an dem ich 3km vorher vorbei gefahren bin) gekauft…dann einen kleinen Sack Kartoffeln, Rosenkohl am Stiel LOL…und eine tiefgefrorene kleine Flugente. Diese war zugegebenermaßen nicht so günstig wie im Supemarkt, dafür stammt sie jedoch nicht aus Polen oder Ungarn, sondern vom Enten-und Spargelparadies im Hasenmoor…und wenn ich es recht überschaue sind 9,95 EUR pro KG nicht zu teuer für freilaufende Enten die tagsüber immer draussen sind…

Die Leute dort waren lustig und nett und einer der Verkäufer hat mir sogar die Sachen bis zum Auto getragen…ohhh wie nett…und der Parkeinweiser hat mich gleich gestoppt als ich rückwärts aus parken wollte…seine Aussage: …“gestorben wird erst später..bitte vorwärts ausparken“ dafür war vor jedem Parkplatz extra eine Sicherheitszone…und dann erst habe ich realisiert wie gefährlich es hätte werden können mit dem rückwärts auf die Bundesstrasse fahren…ich hätte viel zu viel Zeit gebraucht, um dann Geschwindigkeit aufzunehmen….und es kamen ja immer wieder Autos vorbei….

Treffen in Neumünster – und Zuhause Drama

Gestern also hab ich mich mit meinem ehemaligen Kollegen aus Hessen und seiner Frau verabredet. Beide machen gerade Urlaub an der Schlei. Wir haben uns auf halber Strecke zwischen deren Urlaubsort und meinem Wohnort getroffen und das war in: Neumünster.. am alten Rathaus.

Das Rathaus ist wirklich ein Hingucker….und entgegen dem, was ich vorher über Neumünster gelesen habe, finde ich das kleine Städtchen nicht langweilig, sondern gemütlich.

Eigentlich wollten wir erst mal eine Weile spazieren gehen um die Ggend zu erkunden, aber mehr als eine kleine Runde durch die Innenstadt ist es dann nicht geworden. Immerhin ist der Kollege mit 66 Jahren bereits in Rente…und es ging bei ihm an dem Tag nicht so gut mit dem Laufen…die Hüfte bereitet Probleme. Sie ist erst knapp über 60 Jahre und arbeitet noch…Beide sind sonst eigentlich fit und unternehmungslustig.

Wir sind dann am Marktplatz in ein nettes Bistro/Cafe/Restaurant gegangen…da war es so richtig kuschelig und schön…

Und schon nach kurzer Zeit war klar, den Beiden brennt etwas auf der Seele…so richtig in Urlaubsstimmung waren sie nicht mehr…mein Kollege hat auch erzählt, das er wieder Panik-Attacken und innere Unruhe hat…etwas, was er seit dem er in Ruhestand ist eigentlich nicht mehr hatte. Im Job waren das jahrelang seine Begleiter…deshalb ist er auch so früh wie irgend möglich in Rente gegangen… Er hatte zum Glück einen dieser Altverträge die eine extrem gute Altersabsicherung möglich machten….so konnte er dem Stress entfliehen.

Ich hab die Beiden ja kurz vor meinem Weggang aus Hessen in ihrem Reihenhäuschen am Rande eines Dorfes besucht…sehr beschaulich und schön mit Blick auf viele Felder…

und genau dort, direkt vor deren Nase wird nun ein riesiges Neubaugebiet mit vielen Hunderten von Häusern, Supermarkt, Kindergärten usw. gebaut…also auf die nächsten 10 Jahre wird es dort jede Menge Baulärm geben und der Blick in die Natur wird fort sein und genau an dem Morgen bekamen die Beiden den beschlossenen Lageplan wo und wie und wie groß das alles werden wird…das war verstörend für Beide.

In das Häuschen haben die Beiden viel Herzblut und Geld gesteckt…deren Zwillinge sind dort groß geworden…und nun fühlen sie sich nicht mehr wohl dort mit dem Gedanken an die Zukunft…und überlegen sich gerade wie es weitergeht:

  • verkaufen und woanders neu ein Haus kaufen
  • verkaufen und woanders neu eine Wohnung/Haus mieten
  • oder doch erst mal nur das Haus vermieten und woanders mieten
  • wohin ziehen wenn man gar nicht umziehen möchte

Beide haben immer darauf hin gearbeitet , in dem Haus bis zum Schluss wohnen zu bleiben …und jetzt, wo auch sie im nächsten Jahr in Früh-Rente gehen wird, sollte dieses Haus ihr kleines Ruhe-Paradies sein…tja – und jetzt wird auf einmal alles anders…die gesamte Planung fürs Alter wird sich nun ändern. Beide haben noch 1- 1,5 Jahre Zeit bevor es dort richtig los geht….aber nun müssen sie sich damit auseinander setzen – obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen

Nachdem wir uns sehr ausführlich über das Thema unterhalten hatten, kam auch etwas Ruhe in die Beiden und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag.

Da kann man mal sehen: die einen sind froh das sie bald neue Wohnungen/ Häuser haben werden, die anderen sind mit den gleichen Wohnungen unglücklich… Es gilt mal wieder das Sprichwort: „Des einen Freud – des anderen Leid“ (sorry weiß nicht von wem das stammt).

letztes Aufbäumen

letztes Aufbäumen

Es ist der 26.10.2019 und das bisher viel zu warme Herbstwetter scheint sich noch ein letztes Mal gegen den Winter aufbäumen zu wollen…es sind um 9.30 Uhr Morgens 14 Grad und es sollen tatsächlich bis zu 18 Grad werden.

Ja – natürlich sitze ich bereits auf meinem Balkon mit Laptop und Kaffee….aber man merkt das es nur noch ein letztes sträuben ist, weil die 14 Grad fühlen sich kälter an…der Wind hat merklich zu genommen.

Gestern Abend hab ich mein Ritual, eine ausgedehnte Walking-Runde zu machen, noch weiter ausgedehnt und bin schöne Wege gelaufen…und dabei merkt man das wir bereits Ende Oktober haben…die Blätter werden immer bunter und an vielen Stellen läuft man bereits wie auf einem Polster über herabgefallene Blätter. Herbst – Indian Summer. Aber alles scheint etwas zögerlicher….so als ob sich die Bäume nicht sicher sind: sollen wir jetzt? oder noch warten? die Farben sind nicht so leuchtend, es fehlt diese Überschwänglichkeit, diese scheinbare Verschwendung an den schönsten Rot- und Gelbtönen….dieses JETZT ist der Höhepunkt eines Baumjahres….und dann kommt eben der Winter.

Als ich letztes Wochenende im Hochmoor war hab ich versucht diese farbliche Stimmung im Bild einzufangen, aber den Farben fehlt die Intensität. Und ich befürchte mit dem nun aufkommenden Wind werden die Blätter nun sehr schnell den Bäumen entrissen, noch bevor diese ihre intensive Pracht entfalten können.

Dafür waren die Pilze ein echte Hingucker….egal ob essbar oder nicht …diese hier unten hab ich gegessen….klassisch zubereitet mit Speck und Zwiebeln gebraten

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Lustiger Doktor

Auf der Suche nach einem neuen Hausarzt hatte ich heute einen Termin bei einem Allgemein-Mediziner.

Nein ich bin nicht krank – ich habe einfach nur zu hohen Blutdruck und brauche für die Tabletten ein Rezept. MEHR nicht.

Der relativ junge Arzt (also unter 40Jahre)  fragte mich also, warum ich da bin und hat dann (da ich ja neu bei ihm bin) so einige Dinge gefragt, die ich auch klar und knapp freundlich beantwortet habe…und nach jeder meiner Antworten hat er  belustigt aufgelacht. Nach dem 4. Mal hab ich dann gefragt, was er denn an meinen Antworten so lustig findet, da hat er nur komisch geschaut, ist aber nicht darauf eingegangen. Ab jetzt war nach jeder weiteren Antwort meinerseits, seine Aussage ich sei doch gar nicht krank…

Nein – das hab ich ja auch gar nicht behauptet…ich beantworte doch einfach nur seine Fragen. Was kann ich dafür das ihm meine Antworten nicht gefallen, ich möchte doch nur ein Rezept für ein Medikament welches ich seit Jahren nehme… Nach diesen Aussagen hat er dann zum 1. Mal Bezug auf  mein Anliegen genommen und sogar meinen Blutdruck gemessen…und oh wunder…der Wert war ihm zu hoch…. SAG ich doch…

Da erst hatte ich das Gefühl ernst genommen zu werden, seine Fragen waren dann nicht mehr so lapidar und abweisend, sondern  professioneller (ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein).

Ich meinte dann, das ich anhand seiner Art mit mir zu reden, entnehme das ihn die mitgebrachten Befunde meines vorherigen Arztes nicht interessieren..und wirklich …mehr abweisend fragte er dann was ich da hätte…. und es hat ihn wirklich nicht interessiert….und nur widerwillig einen Blick darauf geworfen… dann hat er die Blutdruckwerte aus den Vorjahren gesehen und …

..letztlich hat er mir dann sogar eine andere Medikation verordnet…seufz, na ob wir „Freunde“ werden, bleibt abzuwarten. Ein Hoch auf die freie Artzwahl in Deutschland.