Endlich – Regen !!!

Schon den ganzen Tag warte ich darauf, das es endlich regnet…und jetzt ist es soweit – es regnet tatsächlich und ein Gewitter zieht über Quickborn hinweg..

Die Blitze zucken weit über den Himmel hinweg…das Donnern ist dagegen moderat, noch ist das Gewitter weiter weg…und als ich nach Schuhen und Jacke griff, hörte es auch fast schon auf mit dem Regen…

…. aber auch nur fast…und so bin ich langsam nur ein paar Hundert Meter gegangen, hab mich auf eine Bank gesetzt und mich vom Regen durchnässen lassen…es geht kaum Wind….und auch die Temperaturen sinken nur ganz langsam.

Ich sitze bereits wieder auf dem dunklen Balkon, habe ein paar Kerzen angezündet und lausche wie der Regen lauter wird…mir fallen gleich die Augen zu….bin müde.

Ich war heute Mittag in Hamburg…hatte einen Termin zur Blutspende und war danach noch frische Lebensmittel einkaufen….zusammen mit der Schwüle des Tages und meinem verstauchten Knöchel war das auch genug für heute…mir wurde etwas schwummerig als ich mit den Einkäufen die Wohnungstür erreicht hatte…den Rest des Tages hab ich auf der Couch verbracht – Drinnen.

So langsam wird es Zeit das die „Hundstage“ enden…die gehen laut Wetterkalender noch bis zum 24.08.

Ich hab gerade mal genug vom Sommer….und sollte der Regen jetzt einen Wetterwechsel einläuten – also ich hätte nichts dagegen..

Kleiner Unfall – Legitimation zum Nichtstun

Direkt nach der Wattführung am Samstag sollte es wieder nach Hause gehen…dazu hatte ich bereits am Morgen aus dem Ferienzimmer ausgecheckt und meine Reisetasche und den anderen Kram bereits ins Auto geladen.

Am Ende der Führung lief ich also direkt unterhalb des Strandes, mit dem Füßen im Wasser, an der Strandlinie entlang…das Auto stand noch etwas mehr als 1km entfernt…und das, was vor kurzem noch der Wattboden ohne Wasser war, war jetzt ein paar cm mit Wasser bedeckt.

Der Untergrund war hier aufgewühlt, so das ich nicht wirklich sehen konnte, wohin ich trat….aber ich ging langsam und bedächtig, liess die letzten Stunden noch ein wenig in mir nachklingen…

…doch mit dem nächsten Schritt geriet ich mit dem rechten Fuß in ein Loch, knickte mit dem Knochel um und fiel unmittelbar mit beiden Knieen in das seichte Wasser….wobei mein linkes Knie allerdings in zahlreiche scharfkantige Überreste einiger Muscheln fiel…aber das hab ich erst gar nicht gemerkt.

Was ich gemerkt habe, war der Schmerz in und um meinen Knöchel herum…erst nach einer kleinen Weile konnte ich mich wieder aufrichten….tief durchatmen….den Fuß konnte ich erst nicht einmal aufsetzen…aber dann ging es doch…wenn auch nur ganz vorsichtig mit den Zehen….trotzdem schmerzte es nicht zu knapp.

Ich humpelte ca. 100m bis zu einer Steinmauer und liess mich schwerfällig nieder…erst dann sah ich auf der anderen Seite das Blut, das aus vielen kleinen, ganz oberflächlichen Schnitten tropfte….also erst einmal die Wunde mit Wasser aus meiner Trinkflasche reinigen und mit dem Inhalt meines Notfallpacks die größeren Schnitte verpflastern…ist nicht schlimm. Dann hab ich mich um den Knöchel gekümmert….säubern, Eisspray drauf und eine elastische Binde anlegen….inzwischen kann ich mich ja ganz gut selber verarzten.

Auch dieses Mal hatte ich Glück…es ist nichts gebrochen. Dafür wohl eine Bänderdehnung /-zerrung /-verstauchung.

Ich bin dann langsam bis zum Auto gehumpelt und hab mich auf den Heimweg gemacht. Die Fahrt war ganz okay, auch wenn es schmerzte…was mir aber doch Sorgen bereite…später auf der Fähre wollte ich aussteigen und konnte den Fuß überhaupt nicht auf dem Boden absetzen.

… Himmel wie komme ich nachher von der Tiefgarage nur in die Wohnung? Das sind ja ca. 50m und einige Treppen. Aber das dauerte ja noch….das klappt schon – irgendwie.

Dieses Zähne-zusammen-beißen und weitermachen hab ich tatsächlich immer noch von den Turnieren früher….einfach den Schmerz ignorieren und weiter geht es …. zumindest bis die Runde zu Ende ist.

Zuhause angekommen, hab ich meine knöchelhohen Wanderstiefel angezogen….DAS war kein Spass und dauerte….aber als ich dann endlich drin war, bot es dem Knöchel genügend Halt, um die nötigsten Sachen aus der Reisetasche in den Rucksack zu packen und gaaaaaanz langsam ins Haus zu humpeln.

Jetzt weiß ich, das es keine soo gute Idee war, die alten Krücken im Keller zu lagern, denn genau die wären jetzt für 1-2 Tage genau das Richtige..also Zähne-zusammen-beißen und ab in den Keller.

Mit Ruhe, Sportlersalbe und den Krücken hab ich dann bis Montag gar nichts weiter gemacht…wie denn auch. Aber Montagmorgen war der Knöchel schon dabei wieder abzuschwellen und schillerte in interessanten dunklen Farben…den Fuß konnte ich inzwischen schon wieder ganz auf dem Boden absetzen und auch die Beweglichkeit des Knöchels nimmt seitdem wieder zu.

Fazit: kein Arzt-Besuch notwendig…Der macht auch nichts anderes als mir zu empfehlen den Fuß still zu halten und hoch zu lagern und gut zu kühlen…also genau das, was ich ohnehin schon mache…Wäre es draußen nicht so heiß, hätte ich vom Dauerkühlen wohl schon eine Erkältung bekommen hahaha.

Da ich ja bereits in ein paar Tagen zum Wellness-Wochenende mit meiner Schwester aufbreche, muss ich mich jetzt gut und zügig auskurieren…

Also hab ich nach den teilweise 25.000-30.000 Schritten pro Tag während meines bisherigen Urlaubs jetzt eine Bewegungsrate von ca. 1.000 Schritten pro Tag. Quasi von 100% auf fast 0%…

Seit Gestern laufe ich wieder ohne die Krücken, mache leichte Übungen für den Knöchel…hab inzwischen auch meine restlichen Sachen aus dem Auto geholt, Wäsche gewaschen und Essen gekocht…Ansonsten sitze ich auf dem Balkon oder im Wohnzimmer und ruhe mich aus.

Diese Zwangs-Bewegungspause tut mir sogar gut…weil ich dadurch nichts machen MUSS, weil ich ja nicht KANN oder sollte…ich habe also die Legitimation zum Nichtstun.

Aufregende Begegnung mit der Flut

Samstag, letzter Tag meines Kurzurlaubs in Cuxhaven.

Am Vormittag sollte es noch die Wattführung „Mit der Flut an den Strand“ geben….diese Tour sollte 2,5 Stunden dauern….letztlich waren es gute 3 Stunden…waren aber der absolute Hammer.

Auch dieser staatlich geprüfte Wattführer hat den ca. 30 Teilnehmern jedes Lebewesen im Wattboden erlärt…man merkte er hatte so richtig Freude daran uns wirklich alles über das Watt zu erläutern…und bei ihm habe ich dann auch sehr viel über das Wandern im Watt, an den Prielen und Verhalten bei Einsetzen der Flut gelernt.

Denn genau das, war ja eigentlich auch das Thema dieser Führung. Wir sind erst gegen Ende der Ebbe losgelaufen….also der Flut entgegen….und während sich die Gruppe noch die Einzelheiten der Wattbewohner erläutern liess, hab ich zwar zugehört, war aber in Bewegung und hab die Flut schon von weitem sehen können…wie sie langsam herankam.

Dabei nimmt man sie erst kaum wahr…denn der feuchte Wattboden unterscheidet sich in der Ferne kaum vom Wasser…und diese schießt ja nicht mit hoher Geschwindigkeit heran, sondern kommt langsam. Im Durchschnitt mit 1km/Stunde ….kann aber auch bis zu 3km/Stunde schnell werden.

Der Wattführer war noch lange nicht mit seinen Erläuterungen über die Tiere fertig und sprach auch schon schneller…da bin ich dem Wasser entgegen gegangen.

Es war jetzt nicht gefährlich, aber für mich unglaublich aufregend…der Schaum auf dem Bild zeigt, wo das Wasser dahinter beginnt…alles davor ist noch Wattboden…..mit jedem Schritt in Richtung des Wassers…kam es mir weiter entgegen…und dann stand ich drin…überrascht über die Wärme des Wassers und wie sanft es sich anfühlte.

Das klingt vielleicht komisch…aber ich fühlte mich überwältigt….unglaublich,das ich mitten auf dem Boden eines Meeres stehe und die Flut meine Füße umspielt.

Laut dem Wattführer kam das Wasser schneller, als er es erwartet hätte…ich fragte ob der Vollmond der letzten Nacht einen besonderen Einfluß auf die Fließgeschwindigkeit haben könnte…und ja – das kann sein.

Wir blieben in der Flut stehen und er erläuterte noch ein wenig, bevor wir anfingen mit der Flut langsam in Richtung Strand zu gehen…und wir waren nicht die Einzigen, auch wenn es auf meinen Bildern öfter mal so aussieht.

Wir blieben in der Flut stehen, weil er uns zeigen wollte ,das es bei Flut nicht nur eine Fließrichtung gibt…denn von der Seite der Elbmündung her, kam die Flut seitlich zum Strand auf uns zu…und dieses Wasser hatte eine stärkere Strömung, als die, mit der wir von der Seeseite her zum Strand liefen. Und das Wasser war auch kälter.

Angst haben, musste man aber nicht…wir waren ja mit maximal 1,5km Entfernung vom Strand, weit weg von den Prielen…und selbst wenn die Flut den Strand erreicht, bleibt es hier bei einer Wassertiefe von max. 0,8m-1,00m.

Aber diese Naturgewalt des Wassers – also das hat mich echt beeindruckt. Das Laufen im wadenhohen Wasser war schon bei dieser niedrigen Höhe anstrengender, als vermutet.

….und während wir schon wiede am Strand ankamen, erzählte und erzählte der Wattführer immer weiter noch mehr über die Tiere im Watt….und ich entfernte mich langsam und leise….vollkommen zufrieden mit dem gerade Erlebten….

….ich spazierte ganz langsam, kurz unterhalb des Strands entlang, wo noch minuten voher Kinder im Boden gebuddelt hatten….nun war alles mit Wasser überspült und lief bis ich abrupt zu Fall gebracht wurde.

Vom Auswandern und sich eingesperrt fühlen…

Bremerhaven und das Auswanderer-Museum waren dann leider das absolute Kontrastprogramm zum schönen entspannten Morgen im Wattenmeer….um nicht zu sagen…das war für diesen Tag keine so gute Idee.

Die Fahrt nach Bremerhaven war noch ganz entspannt…aber durch Bremerhaven hindurch, bis zum Hafen, war schon stressig. Es war gegen Mittag, strahlend blauer Himmel, pralle Sonne mit mehr als 30 Grad, kaum ein Lüftchen wehte, viele Autos und noch mehr Menschen.

Ich hatte mir im Vorfeld wenig Gedanken darüber gemacht, das es an einem Freitagmittag voll sein könnte…war es aber…und kaum war ich im Museum (mit angenehmer Kühlung der Räume) kam ich mir tatsächlich vor, wir einer dieser bedauernswerten Menschen, die nur mit einem 3.Klasse Ticket versuchen der einzwängenden Obrigkeit ihrer Zeit zu entkommen, aber erst einmal die Hürde der Überfahrt überwinden müssen.

Ich fühlte mich schon beim Eintritt gegängelt (obwohl es im Foyer noch gar nicht voll war) ….gehen sie hier hin…nein dort hin, den Rucksack müssen sie abgeben…hier …ach ne gehen sie damit zu den Schließfächern auf der anderen Seite…dann kommen sie zurück.

Mit kurzen klaren Sätzen wurde ich durch die Halle getrieben……mein Widerstand stieg sprunghaft als dann die nächsten Kommandos kamen…mit dem Ticket gehen sie jetzt dort hin, bleiben da stehen und warten…. Ja aber, ich will mich doch keiner Führung anschließen – Sie müssen dort warten, bis sich die Türen öffnen – dann gibt es dahinter eine kurze Einweisung… Ja aber, ich will doch nur durch die Ausstellung gehen…. Nein – Sie müssen hier warten.

Da hatte ich schon echt genug und wäre auch beinahe wieder gegangen…aber die 18,50 EUR hatte ich nun einmal bezahlt….und ich wollte ja auch hinein.

Na klar machte das keiner aus Bösartigkeit um mich zu ärgern…die müssen die Menschenmassen eben vorschriftsmässig durch den Eingang schleusen…machen das zig-hundertmal am Tag und sie machten es ja auch noch einigermaßen freundlich…aber bei mir kam es nur noch als Kommandos an…und ich mag mich nicht rumkommandieren lassen, schon gar nicht im Urlaub…da schalte ich ziemlich schnell auf stur.

Aber gut…ziemlich verärgert hab ich also meinen Rucksack verstaut, mich genau auf den cm genau da aufgestellt und habe gewartet, bis eine Traube von Menschen zusammenkam…habe die Eingangsprozedur mit einigen Erläuterungen hinter der 1.Tür grummelig über mich ergehen lassen und dann endlich ging die nächste Tür auf und es konnte los gehen…. Hätte losgehen können…

Denn dort stand immer noch ein Pulk Menschen, aus der Gruppe vor uns…und alle Multimedia-Stationen, mit denen man mit seiner am Eingang zugewiesenen Auswander-Identität allgemeine und spezielle Infos über Kopfhörer anhören konnte, waren noch besetzt.

Soo jetzt war der erste düstere Raum also voll mit wirklich toll gestaltenten menschlichen Puppen und Gepäck und jede Menge echter Menschen aus mindstestens 2 Gruppen….und traff ungebremst auf meine steigende schlechte Laune und die Befürchtung, das ich nicht mehr weit von einem klaustrophobischen Anfall entfernt bin.

Ich hab die ersten Räume, daher fluchtartig übersprungen….was schade ist…denn so konnte ich mich zurerst gar nicht darüber informieren, was für eine Auswanderer-Biographie man mir beim Einlass als Identität gegeben hatte….zum Glück haben sich die Meschenmassen dann im Laufe der Ausstellung etwas besser verlaufen…es kamen wohl über Mittag nicht mehr so viele Menschen hinzu.

Ich hab ein paar Schleifen gedreht, so das ich mittendrin, wieder zum Anfang zurück gehen konnte. Das Museum ist schon echt toll….ein Erlebnismuseum, bei dem man DABEI ist…und es nicht nur platt sieht und hört.

Über diese Multimedia-Stationen gab es sehr viele Informationen über die unterschiedlichen Gegebenheiten für Auswanderer ….mit toll gestalteten Kulissen, man konnte sich auch immer wieder mit dazu hinsetzen, und daß dann mit den lebensechten Puppen gemeinsam dort….während man den Erläuterungen über die Kopfhörer lauschen konnte.

Es wurde nicht nur die Auswanderung aus Deutschland, sondern auch die Einwanderung in Amerika und was es für die Menschen für Hürden gab, beleuchet und gegen Ende gab es dann auch Informationen, was aus den Einwandern in Amerika später geworden ist…hier drängte sich dann wieder alles zusammen und staute sich auf engtem Raum….und nach einigen Irrungen durch nur spärlich beschilderte Türen hab ich es endlich geschafft in das Foyer zurück zu finden….jetzt nur noch schnell meinen Rucksack holen und raus hier….

….nein, ich hatte jetzt leider überhaupt keine Lust mehr, mich noch weiter in Bremerhaven aufzuhalten – ab ins Auto und zurück ging es nach Cuxhaven.

Weite und himmlische Ruhe

Weite  und himmlische Ruhe

Meistens wenn ich von schönen Ausflügen berichte, geht es um Stille, friedliche Atmosphäre, um Freiheit und um Weite. Sei es im Wald, am Wasser oder an Feldern entlang.

Nach einer erholsamen Nacht ging es heute (Freitag und damit meineme 2.Urlaubstg) am frühen Morgen alleine ins Wattenmeer. Mein Kaffeebecher war gefüllt, der Rucksack gepackt und als Fühstücks-Ersatz für unterwegs gab es eine Packung Butterkekse.

Butterkekse hatten wir früher schon in der Familie immer mit, wenn wir unterwegs waren ….die sind nahrhaft, süß und haben trotzdem keine Schokolade…also perfekt für heiße Tage mit Kindern (und auch ohne grins).

Direkt am Strand von Duhnen angekommen, hab ich das Auto im Schatten kostenfrei abstellen können, und bin die ca 300m bis zum Strand gelaufen….Es war 6:43 Uhr als ich mit den bloßen Füßen den Wattboden betrat…und es war nur eine Dreiergruppe die seitlich vor mir ebenfalls zu einer Wanderung ins Watt aufbrachen.

Mein Zweiter Blick galt dann den Pricken…also den Holzbüscheln imWattboden, die den sicheren Weg markierten….ich blieb ein Stück davon entfernt, habe aber Beides (also den Weg und die Dreier-Gruppe schräg vor mir ) immer wieder ins Auge gefasst.

Und dann bin ich einfach immer geradeaus gelaufen….und es war geradezu himmlisch…

so eine Ruhe …so ein friedlicher Morgen…keine Geräusche, diese unglaubliche Weite, das schöne schon 23Grad warme Wetter…der blaue Himmel, die noch leichte Kühle des feuchten Bodens und die kleinen Pfützen durch die ich gelaufen bin….alles an dieser Wanderung war einfach überwältigend.

Um die Weite einzufangen, hab ich meinen Kaffeebecher auf den Boden gestellt…immer weiter bin ich gelaufen.

Oftmals bin ich den kleinen Wasserläufen gefolgt und ich wusste inzwischen, das diese kleinen Wasserrinnen von den Prielen gefüllt werden. Priele sind die Wasseradern, die das Watt durchziehen und die auch bei Ebbe meistens Wasser führen.

Abolut gefährlich wird ein Priel für Wanderer bei aufkommender Flut. Denn die Priele füllen sich als erstes mit Wasser. Ein ungeübter Wanderer erkennt eventuell nicht einmal, das er bereits einen Priel durchschritten hat und er vom Rückweg zum Strand abgeschnitten ist, weil er bereits vom Wasser in den Prielen eingeschlossen wurd….und für normale Menschen ist die Strömung innerhalb eines volllaufenden Priels viel zu stark, um diesen zu durchschwimmen.

Es gibt noch weitere Gefahren, deshalb ist es wichtig für Alleingänger wie mich und Ungeübte sowieso sich an die Pricken (ungefährlihe Wattwege) zu halten.

Meine Wanderung führte mich knapp 3,5 km geradeaus bis an ein gößeres Priel heran….das Wasser ist glasklar und ging mir bis knapp an die Kniee.

Und obwohl das Niedrigwasser noch nicht erreicht war, hab ich es vermieden weiter durch das Priel zu gehen…ich habe an dieser Stelle kehrt gemacht und bin wieder in Richtung Strand gelaufen.

So eine wunderbar Tour, so himmlisch friedlich und beeindruckend ….ja das war ein schöner Morgen und als ich nach insgeamt knappen 7,4 km wieder am Stand ankam, füllte sich dieser gerade mit den Sonnenhungrigen. Also genau die richtige Zeit für mich wieder zu gehen.

An einem der überall stehenden Häuschen u.a. mit Toiletten und Fußwasch-Becken…hab ich Schlamm und Sand abgespült, die Füße ordentlich getrocknet und bin wieder in meiner Schuhe geschlüpft. Auch für meine Füße ist das Laufen auf dem Wattboden phantastisch.

Nun ging es zu einem deftigen Frühstück in die Stadt….genau dorthin, wo ich einen Tag zuvor Mittags war…. man kann gemütlich draußen im Schatten sitzen, das Essen ist gut und die Bedienungen sind nett.

Gegen Mittag hab ich dann den Weg nach Bremerhaven angetreten…das sind knappe 43km mit dem Auto….heute wollte ich, als weiteres Highlight, noch ins Auswanderermuseum.

Wo bitte geht`s zur Pizza?

Nach dem langen ,heißen ersten Urlaubstag, hatte ich so richtig Hunger…und ich hatte solche Lust auf eine schöne knusprige italienische Pizza…schon den ganzen Tag verspürte ich den Wunsch danach…das kommt selten genug vor…aber im Urlaub, draussen sitzen, ein Glas Wein dazu….das wäre jetzt richtig toll…also in meiner Vorstellung wollte ich in einem gemütlichen Restaurant zu Abend essen.

In Duhnen, oberhalb der Innenstadt, direkt am Wattenmeer, mit seinen vielen touristischen Restaurants und Cafes ,hab ich mich gar nicht erst umgeschaut…dort war es um 20 Uhr abends einfach nur laut und überfüllt…roch aber schon verlockend.

Ich bin direkt weiter in Richtung Innenstadt gefahren, hab irgendwo angehalten und über das Handy nach einem italienischen Restaurant gesucht….bei dem 1. bei dem ich anrief ,ging keiner ans Telefon, beim 2. kam eine Band-Ansage mit dem Hinweis das sie sich im Urlaub befänden und beim 3. Restaurant ging zwar jemand ans Telefon, aber nein eine Pizza können sie mir nicht machen. ….JA aber – sie haben doch noch fast 1 Stunde geöffnet, warum denn nicht? Ja geöffnet ist – aber sie haben keinen Pizzateig mehr. Okay – das ist ein wirklich gutes Argument.

Inzwischen wurde ich schon leicht knurrig…ich hab HUNGER und es gibt hier keine Pizza mehr in der Nähe….grrrrrr.

Also hab ich kurzerhand entschieden….das nächste geöffnete Restaurant, an dem ich vorbei komme, wird gestürmt….ich bin in Richtung Fußgängerzone gefahren und da war ein „Burgerme“-Laden …na gut, dann gibt es eben einen Burger….der war dann auch schnell fertig (ein Vorteil bei System-Gastronomie) und noch schneller verspeist….ja schmeckte auf jeden Fall gut….auch wenn ich spätestens jetzt eine Dusche benötigte…..die BBQ-Sauce verteilte sich gleichmässig über beide Hände und tropfte bedrohlich in Richtung Shirt und Hose. Die hatten es etwas zu gut gemeint mit der Sauce.

okay das war jetzt nicht das gemütliche Abendessen draußen mit einem Glas Wein, aber am Ende zählt ja nur: ich hatte etwas im Magen, war satt und damit zufrieden.

Nach nur kurzer Reinigung Vorort, ging es dann auch unmittelbar zum Ferienzimmer und ohne große Umwege auch direkt unter die Dusche.

Wie herrlich all die Sonnencreme, die Hitze und den Schweiß (und die restliche Burger-Sauce) vom Körper abspülen zu können….wie herrlich erfrischend eine Dusche nach so einem heißen Tag doch ist…. Geschlafen hab ich danach super ….

Das erste Mal im Watt

Das erste Mal im Watt

Die Wattführungen richten sich natürlich nach den Gezeiten….in der Regel starten die Führungen ungefähr 2-3 Stunden vor Erreichen des Niedrigwassers. Ebbe und Flut finden 4x am Tag statt und dauern je zwischen 6-7 Stunden…je nach Windstärke und MondPhase.

Doch von all diesen Infos hab ich aber erst später – während der Wattführungen – erfahren. Als ich ankam wusste ich nur, an diesem Donnerstag ging es um 17.30 uhr los. Die Parkplatzsuche gestaltete sich bei diesem tollen Wetter und den dadurch ins Watt strömenden Menschenmassen, als ziemlich schwierig….Aber bereits am nächsten Tag wusste ich, wo ich am Besten kostenfrei und sogar im Schatten parken konnte…für den ersten Abend kostete es mich dafür 8 EUR Parkgebühren….aber okay – hinterher ist man immer schlauer.

So war ich aber immerhin pünktlich am Treffpunkt und es war eine große Gruppe von ca. 50 Personen inclusive vieler Kinder….die staatlich geprüfte Wattführerin war sehr nett und mitteilsam…so das wir viel über die tierischen Bewohner des Watts gelernt haben, dabei aber nicht einmal die Hälfte der vorher angekündigten 4 km weit gelaufen sind….es ging immer nur ein paar Meter vorwärts….dann blieben wieder stehen und es gab die nächste tierische Exkursion.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer bei Cuxhaven ist riesig und man kann kilometerweit ohne Probleme laufen….also könnte….ich blieb natürlich auch stehen, wenn alle stehen blieben…. aber langes Stehen mag ich nicht und kann ich nicht so gut, ich blieb also meistens in leichter Bewegung, wähend ich aus dem Hintergrund den ausführlichen Erläuterungen der Wattführerin lauschte.

So hatte ich es mir allerdings nicht vorgestellt…aber okay …gelernt hab ich eine Menge über den Artenreichtum im Boden des Meeres. Die für mich spannenderen Infos, worauf man im Watt achten muss, wo und wie man gefahrlos laufen kann…wie weit die Fahrrinne entfernt ist, wo die Priele anfangen usw. das hab ich zum Teil erst bei der 2. Wattführung am Samstag mit bekommen….denn da gab es die wesentlich spannendere Führung „mit der Flut zum Strand“ …und die Tour war wirklich aufregend und aufschlußreich zugleich.

Aber jetzt hab ich erst einmal nur die Grundlagen über das Watt mitbekommen….es ist schon beeindruckend wenn man hört, das sich das Wasserr hier bei Cuxhaven bis zu 25km zurückzieht ( es gibt andere Teile des Watt wo es 40km sind)….und man kann hier gefahrlos 3,5 km geradewegs in Richtung Wasser laufen, bevor man überhaupt zur ersten Priele kommt….

und die Schiffe, die man in weiter Ferne trotz Ebbe vorbei fahren sieht,sehen kann, sind mindestens 10km entfernt….und die Insel Neuwerk ist ca.13km entfernt, kann also auf keinen Fall auf dem direkten Weg durch das Watt angesteuert werden…dafür gibt es ausgewiesene Wege die bei Ebbe durch die sogenannten Pricken (Priggen) gekennzeichnet werden. Das sind Baumzweige die gebündelt in regelmässigen Abständen im Wattboden stecken und zeigen, wo man gefahrlos durch das Watt laufen kann…am Ende solcher Wege gibt es auch Rettungsbaken.

Ich bin fasziniert vom Wasser und als Kind hab ich mich nicht um Ebbe / Flut gekümmert…aber hier und jetzt, war ich begeistert. Jaaaaa auch die Tiere im Watt sind interessant, aber sorry, aber ich finde die Kraft des Wassers und die Kraft von Erde und Mond wesentlich spannender….und Laufen auf dem Meeresboden…barfuß ….einfach klasse….

…nach Abschluss der 2stündigen Tour bin ich noch dort geblieben und bin noch etwas weiter gelaufen…und für den nächsten frühen Morgen hab ich gleich mal den Gezeiten-Kalender geprüft….ja um 6.30 Uhr passt es prima um mit einer richtigen Wanderung durch das Watt zu starten…

Urlaubs-Start – Sommerurlaub

Wer in den Urlaub fährt, hat ja meistens eine Vorstellung davon, was er erleben möchte. Es wird geplant, voraus gedacht und geträumt…eine gewisse Erwartungshaltung macht sich breit….und je mehr man plant, umso weniger Spielräume bleibt für Unvorhergesehenes.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“

Matthias Claudius (1740-1815) 

So hab ich in den letzten Jahren für die Urlaube, fast nie etwas wirklich geplant….bzw. nur eine extrem grobe Grundplanun gemacht. Das führt manchmal dazu, das es dann Vorort aufgrund fehlender Feinplanung etwas holprig wird, bietet andererseits auch unerwartet tolle und spannende Erlebnisse.

Was ich im Voraus für meinen 3-Tage Urlaub in Cuxhaven wirklich geplant und damit auch gebucht hatte, war die Unterkunft in einem Ferienzimmer und zwei Wattwanderungen. Alles Andere wird sich finden.

In der Nacht vor der Fahrt nach Cuxhaven, hab ich kaum schlafen können, denn auf einmal kamen die schlechten Erinnerungen an das Ferienzimmer in Hessen zurück, in dem ich die letzten 14Tage gelebt habe, bevor ich nach Schleswig-Holstein gezogen bin….und mit der Erinnerung an diese wirklich merkwürdige Unterbringung, kamen eben auch einige andere Erinnerungen zurück.

Aber ich wollte mir den Urlaub nicht schon vor der Fahrt mit schlechten Erinnerungen aus der Vergangenheit vermiesen…immerhin hab ich mit diesem Ferienzimmer die Möglichkeit mit einer hoffentlich positiven Erfahrung, die Negative aus 2019 zu überlagern. Bange machen gilt nicht.

Bereits einen Abend zuvor hab ich das Fahrrad ins Auto geladen und die Tasche mit den Schuhen. Morgens kamen dann noch die Reisetasche, Proviantkorb und Wanderrucksack hinzu.

Erster Anlaufpunkt war in 50km die Fähre in Glückstadt…rüber nach Wischhafen….durch die nicht so erholsame Nacht, bin ich erst viel später losgefahren, als ursprünglich anvisiert…aber immerhin ist Urlaub und es gab keinen Zeitdruck….Die Fähre fährt ja alle 30 Minuten.

Um 9:15 Uhr war ich aber bereits auf der Fähre….und das komplett ohne Wartezeit.

Aktuell wird für alle Fahrzeuge ein Treibstoffkosten-Aufschlag von 1,00 EUR zusätzlich erhoben, was bedeutete das ich jetzt insgesamt für mein Auto (7,00) und mich (2,50) insgesamt 10,50 EUR bezahlen musste. Dafür hab ich ber immerhin 120km Umweg eingespart, was bei meinem Auto und den aktuellen Spritpreisen auch ca. 13,50 EUR kosten würde.

Ich mag diese Fahrt auf der Fähre, das ist schon gleich zu Anfang ein Highlight und signalisiert DAS hier, das ist etwas Besonderes – Urlaub.

Nach der Fähre waren es dann auch nur noch knappe 43km bis nach Cuxhaven. Die Fahrt lief recht entschleunigt, da ich in einem Pulk von Autos hinter einem LKW herfuhr und auch keine Veranlassung sah mich irgendwie zu hetzen.

Das Ferienzimmer konnte ich erst am Mittag beziehen, so fuhr ich direkt in die Innenstadt, stellte das Auto ab und die Stadt zu Fuß erkundet.

Der Himmel war wolkenlos, die Sonne gnadenlos …ein Prachtwetter…für viele Jedenfalls…für mich war das Thermometer jetzt überhalb meiner persönlichen Wohlfühlgrenze……ohhha und es soll ja noch heißer werden. Gegen Mittag hab ich mich in einem etwas Abseits gelegen Restaurant mit schattigem Außenbereich niedergelassen und ein ziemlich leckeres Club-Sandwich genossen…bis es Zeit wurde zu meiner Unterkunft zu fahren.

Das Ferienzimmer war dann auch ganz gut….es gab sogar Geschirr, Waserkocher und Kaffeemaschine…und diverse Mülleimer, die man auch benutzen durfte….hahaha….es gab Kühlschrank und Mikrowelle und einen Gemeinschaftsraum, im Bad wurde sogar ein Fön zur Verfügung gestellt …und in den Zimmern gab es sogar Tische und Stühle….jawohl….und auch einen Fernseher. Klingt lustig, aber all das gab es NICHT in dem Ferienzimmer in dem ich vor 3 Jahren 14 Tage gewohnt hatte…..dort gab es nur ein Bett, ein Stuhl und eine Kommode ohne Einlegeböden….

(hier der alte Beitrag aus September 2019 – : Zuhause auf Zeit- 2.Teil )

Nun, mit der Gewissheit in dieser Unterkunft zwei Nächte verbringen zu können, bin ich dann zum Schloss Ritzebüttel gefahren….das klingt jetzt gewaltig…ist aber eher ein unspektakuläres Gebäude…

…dafür mit einem schönen Schlossgarten mit vielen Bäumen und einem Scloßrestaurant mit Außenbereich an der Seite, wo dann auch endlich mal wieder etwas Wind spürbar war.

Das Thermometer war inzwischen bei 32 Grad angekommen und ich hatte das Gefühl gegrillt zu werden….aber im schattigen Aussenbereich mit einem kühlen Getränk hatte ich zumindest das Gefühl, wieder besser atmen zu können…..

Endlich Urlaub

….und na klar hab ich dann doch noch alles geschafft was ich fertig haben musste und wollte, um jetzt 14 Tage sorgenfrei in den Urlaub fahren zu können….Habe alles aufgearbeitet und auch vorgearbeitet, so das mein Kollege jetzt nicht viel machen muss. Das war dann doch noch einmal nervenaufreibend, weil es an JEDEM Tag Probleme bei den unterschieldichen Bankportalen gab, mal bei dem – mal bei einem Anderen – …und wenn diese Probleme gelöst waren, gab es Probleme mit der VPN-Verbindung im Homeoffice..na egal – weil: URLAUB.

Montagabend hab ich noch länger mit dem Rentner aus Hessen telefoniert, Dienstag hab ich mittels eines Großeinkaufs mal wieder meinen Vorratsschrank aufgefüllt

….und gestern Morgen ging mein Auto zur 30.000km Inspektion.

Die Werkstatt liegt ganz in der Nähe meines Arbeitgebers und so konnte ich das Auto morgens hinbringen und am Nachmittag wieder abholen….die sind dort locker und lustig und machen gute Arbeit. Mein Wagen hatte auch keinerlei Probleme, einzig die Zündkerzen mussten jetzt schon gewechselt werden. Für die Markenwerkstatt, mitten im Hamburg fand ich die knappen 400 EUR jetzt zwar nicht sondern günstig, aber doch angemessen. Zum TÜV muss ich zum Glück erst im nächsten Jahr.

Sooooo – und vollgetankt hab ich auch noch – jetzt ist sogar mein Wagen bereit für den Urlaub ..und ich bin es auch.

Gestern Abend hab ich schon mal mein Fahrrad ins Auto verfrachtet, die Reisetasche und der Wanderrucksack (dieses Mal MIT Notfall-Pack, denn immerhin geht es auch auf zwei Wattwanderungen) sind gepackt….jetzt kommen noch Kaffee, Wasser und Obst in den Korb und sobald ich meinen Kaffee auf dem Balkon ausgetrunken habe, geht es los,

Erster Haltepunkt wird die Fähre von Glückstadt nach Wischhafen sein und dann geht es weiter nach Cuxhaven.