Ich muss mal raus

Ich überlege schon ein paar Tage, was ich mit meinem Urlaub in der kommenden Woche anstellen werde.

Bleibe ich zuhause oder fahre ich weg? Ich war ja gerade erst „weg“, wenn auch beruflich und eigentlich schlafe ich lieber zuhause. Aber zuhause war ich ja jetzt doch lange genug und mit dem Gefühl, das ich mich nur noch in meiner eigenen Gesund-werde-Blase befinde, was mich runterzieht- weil jeden Tag irgendetwas anderes ist, steigt die Sehnsucht, doch mal für ein paar Tage rauszukommen….und ich hab ja immer noch vor so Richtung Emden / Leer / Wittmund zu fahren…und das ist für einen Tag einfach zu weit.

Seit Herbst letzten Jahres hab ich immer mal wieder nach Übernachtungsmöglichkeiten in der Gegend geschaut und da fiel die Entscheidung nicht schwer: es war mir schlichtweg zu teuer.

Nun aber sind die Preise für Einzelzimmer wieder auf einem Normalmaß, so zwischen 60-80EUR pro Nacht. Ich hatte mich sogar schon für ein Hotelzimmer entschieden für 1 Übernachtung….die Buchung dann aber abgebrochen.

Neeee – eigentlich will ich ja nicht. Freitagabend hab ich das Handy geschnappt und über die App 2 Übernachtungen in dem Hotel gebucht.

SO! Es wird mal Zeit für eine kleine Auszeit von Zuhause…ich muss einfach mal wieder raus – mich richtig Erholen – also geht es jetzt in Richtung Ems. Das Hotel ist auf dem halben Weg zwischen Wittmund und Emden.

Ich lasse mich einfach etwas treiben…hab ein paar Ideen, so ein paar Eckpunkte, was ich machen könnte….aber ich schaue einfach mal, worauf ich dann tatsächlich Lust habe.

Los geht es Sonntagmorgen und ich fahre nicht durch den Elbtunnel und dann über die A1 in Richtung Bremen, sondern ich werde die Fähre zwischen Glückstadt und Wischhafen nehmen und dann schaue ich mal ob, ob ich im weiteren Verlauf der Fahrt noch die Fähre von Bremerhaven nach Nordenham nehme und dann weiter über Varel mach Jever fahre..

Jetzt freue ich mich sogar auf meinen kleinen 3tägigen Urlaub…danach hab ich noch genügend Zeit mich zuhause zu entspannen.

Wieder unter Kollegen

Donnerstag und Freitag hab ich vom Büro aus gearbeitet….und hab viele Kollegen getroffen, die ich zum Teil seit vielen Wochen schon nicht mehr gesehen habe…denn nicht nur ich war länger nicht im Büro, sondern auch die Kollegen waren krank, im Homeoffice im Urlaub oder wieder vermehrt zu Außenterminen unterwegs.

Die ersten Stunden fühlte es sich sogar komisch an, wieder hier zu sein…konnte auch nicht konzentriert Arbeiten, weil es einfach doch eine Menge zu erzählen gab. An beiden Tagen sind wir in unterschiedlichen Kollegen-Konstellationen auswärts zum Mittagessen gewesen…das war schön und tat auch richtig gut.

Leider hab ich die Verabschiedung eines echt tollen Kollegen aus der Planungsabteilung verpasst…aber wir haben noch über Teams geschrieben. Er hatte es mir vor 3 Wochen persönlich gesagt, das er die Firma verlässt und an seinem letzten Tag schrieb er mir, das ihm erst jetzt bewusst wird, wie sehr wir ihm alle ans Herz gewachsen sind. Er hat ca. 1/2 Jahr vor mir angefangen, aber durch die Pandemie blieben ihm Erfolge in dem Bereich, den er betreut, versagt, alles zieht sich wie Kaugummi und das kann an den Nerven zehren… Ich kann verstehen, das es für ihn beruflich besser ist, die Firma zu wechseln…menschlich ist es sehr schade.

Er ist ein eher ruhiger Mensch mit unglaublichem Wissen….und mit seiner unaufgeregten Art, kam er morgens immer an meiner Bürotür vorbei, stoppte und wir haben einen kurzen Plausch gehalten…zumindest solange, bis er in die andere Büroetage ziehen musste. Zum Abschied schrieb er mir, das meine positive Art die Dinge zu betrachten, ihm so manches mal geholfen hat, sich wieder zu motivieren. Wow – das war mir gar nicht bewusst – freut mich aber sehr.

Die Kollegen-Gemeinschaft hat sich etwas aufgespalten, was vor allem an der Trennung durch die verschiedenen Etagen und auch die funktonale Trennung der Abteilungen normal ist….die Kollegen aus dem 4.OG gehen zusammen auf Messen und sitzen in den gleichen Projekten, machen die gleiche Arbeit…während die die Kollegen im 1.OG als Verwaltungs-Einheit gilt: Buchhaltung, Rechtsabteilung, Technischer Service, Geschäftsleitung und Vorplanung.

Zum Glück zieht es aber die Kollegen aus dem 4.OG bei schönem Wetter auf die Dachterrasse und die ist eben bei uns….hahaha so bleibt ein Stück Gemeinschaft erhalten.

Schwüle Wärme und Schwindel

Mittwoch war ich dann im Homeoffice…zum Glück…das Wetter war brutal….auch hier,oberhalb von Hamburg, waren es offizielle 28 Grad mit einer unglaublichen Schwüle, die im Laufe des Tages noch zunahm und erst am Abend mit einem kräftigen Regenschauer wieder abnahm.

Aber auch die 19Grad am Abend bei meinem Spaziergang waren nicht erfrischend, sondern drückend….die Feuchte des Regens und die gespeicherte Hitze des Tages, führte zu einem Waschküchen-Effekt.

Ich hab zum ersten Mal seit fast 3 Wochen, den Spaziergang-Modus verlassen und bin 4,5km im Walking-Modus gelaufen…kurz vor Ende der Tür wurde mir schlecht und schwindelig…und auch als ich mich etwas später aufs Bett legte, ließ der Schwindel nur langsam nach….seit der Grippe geht mein linkes Ohr (das mit dem Hörsturz vor ein paar Wochen) immer wieder zu…ich hab immer wieder etwas Druck auf dem Ohr…

So langsam nervt es mich, immer wieder davon zu berichten, das es mir immer noch nicht wieder richtig gut geht.

Personalgespräch

Nach so vielen Monaten mal wieder in der Firmenzentrale zu sein, war schon komisch….hier hat sich viel verändert….nicht nur, das der geplante Anbau jetzt schon fertig gebaut und bezogen ist….auf dem Parkplatz herrschte jedes Mal wenn wir da waren, gähnende Leere…jetzt waren fast alle Plätze belegt.

Die Mitarbeiter-Zahl steigt und steigt…die Kollegen aus dem Controlling-Department sitzen immer noch auf der gleichen Etage in einem Großraum-Büro. Zusätzliche kleine Büros wurden auf der großen Fläche einfach abgetrennt und anderen Abteilungen zugewiesen…so das die Controller jetzt auf kleinerem Raum mit mehr Kollegen sitzen müssen….aber immerhin ist der gesamte Raum optimal Schall-isoliert und jeder Arbeitsplatz ist auch mit kleinen Schallschutz-Wänden von den anderen getrennt.

Keinem gefällt die Situation….es wird zwar nicht laut gesagt, aber ist deutlich zu spüren und auf meine Fragen bekam ich dazu auch die ehrlichen Antworten. Das Konzern-Controlling ist auf einer anderen Etage, aber auch hier ist die Sitzplatz-Situation nicht besser geworden.

Und gleich fühle ich mich wieder in meinem 2er Büro in Hamburg wieder doppelt so wohl….hahaha. Man sind wir privilegiert.

Das erste Gespräch des Tages hatte ich mit der Leiterin der Teil-Abteilung zu der ich organisatorisch zur Hälfte gehöre…ich hatte um den Termin gebeten, weil wir 400km entfernt, einfach immer vergessen werden, wenn es um Informationen oder Änderungen im Arbeitsablauf geht. Es war also eher ein freundlicher Beschwerde-Termin meinerseits….Führung erwarte ich ja gar nicht von ihr, Informationen schon. Schlimm fand ich: sie gibt es selber zu uns regelrecht zu vergessen – das soll sich jetzt ändern.

Das für mich wichtigere Gespräch war das mit meinem Chef, zu dessen Abteilung ich mit meiner Arbeitskraft zur anderen Hälfte gehöre. Mit ihm hab ich ja doch öfter Teams-Meetings wenn es Themen zu klären gibt.

Unser Gespräch war für 1,5 Stunden angesetzt….letztlich waren es fast 2 Stunden. Mein Chef redet gerne und ich ja auch….und dadurch erfahre ich immer eine Menge was gerade so in der Pipeline ist…welche Änderungen anstehen, wohin die Abteilung steuert, wo die Probleme liegen.

Und dann kommt das obligatorische: wie war mein vergangenes Jahr…was waren die Hauptthemen, was war gut, was war schlecht, wie zufrieden bin ich, was werden die Themen des nächsten Jahres sein….wie immer nehme ich kein Blatt vor den Mund….hab meinen Teil des Protokolls schon vorher ausformuliert und resümiere sachlich wo ich stehe.

Der Chef mag direkte klare Worte und das Gespräch lief richtig gut…hab eine Top-Bewertung von ihm erhalten und auch eine angemessene Gehaltserhöhung ohne große Überraschungen. Ich bin also zufrieden mit dem Gespräch und dem Ergebnis…denn jetzt hab ich es im Protokoll schriftlich, das ich auch weiterhin mindestens 1-2 Tage in der Woche vom Homeoffice aus arbeiten darf…und mündlich, das es auch ruhig mehr sein können…ihm ist es egal….er sieht ja, das ich meinen Job richtig gut mache, mich gut organisieren kann und sogar freiwillig noch mehr Arbeit übernommen habe.

Und das bedeutet mir mehr, als nur mehr Geld zu verdienen…denn, wenn es mir nur darum gehen würde, wäre ich in Hessen bei meinem Stressjob geblieben, da lag mein Jahresgehalt ja noch wesentlich höher.

Aber jetzt hab ich zu einem guten Gehalt, eben noch ein gutes Leben dazu bekommen…und das möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Ich bereue es keinen Tag auch mit über 50 mich von Freund, Stress-Job und Bundesland getrennt zu haben.

Auch die restlichen Gespräche mit Kollegen waren erfolgreich und schön….und als wir am Nachmittag, alle unsere Meetings erledigt hatten haben wir uns auf den langen Heimweg gemacht, nicht ohne im Hafen noch ein original Dänisches Softeis in der Sonne zu genießen… dann ging es auf die Autobahn, wieder bin ich den größten Teil der Strecke gefahren…kleiner Zwischenstopp in Flensburg zum Tanken und Fahrerwechsel….und um 20.30 Uhr war ich dann wieder zuhause.

Postkarten-Moment

Postkarten-Moment

Unvermittelt bin ich zu einem dieser kleinen Postkarten-Momente gekommen…ein perfekter Moment, ein überwältigendes Gefühl von WOW .

Montagabend gegen 20 Uhr sind wir im Norden von DK am Hotel angekommen…und da das Hotel mitten im Nirgendwo, dafür aber nahe am Fjord liegt, haben wir im Hotelrestaurant gegessen. Das Essen dort ist hochwertig und richtig klasse. Ich nahm den Fisch mit frischem Gemüse und neuen Kartoffeln. Wie immer in „guten“ Restaurants war die Menge jetzt überschaubar, aber absolut ausreichend zum satt werden.

Der Controller ist nach dem Essen sofort auf sein Zimmer, ich wollte noch vor dem Hotel einen kleinen Spaziergang machen. Obwohl ich den größten Teil der Strecke gefahren bin, war ich noch munter…es war bereits 21.30 Uhr und so langsam ging auch die Sonne unter. Aber zum Fjord wollte ich nicht…denn dazu hätte ich einen relativ steilen Weg durch ein Waldstück gehen müssen…und sooo fit bin ich ja noch nicht. Also eigentlich…

…aber als ich durch die Bäume ein kräftiges Orangerot wahrnahm, konnte ich nicht widerstehen….hab den steilen direkten Weg gemieden und bin einen etwas sanfter-abfallenden Kiesweg gelaufen…ohhhje, zurück muss ich auch noch…aber das Abendrot-Orange hat mich weiter angezogen.

Nach wenigen Minuten war ich unten am Fjord….hier kann man direkt am Wasser entlang bis die Kleinstadt laufen, die ca. 4km entfernt ist….aber das wollte ich diese Mal gar nicht.

Ich wollte einfach nur zum Wasser und um besser sehen zu können, ging es auf den kleinen Holzsteg…und dann war er da, dieser perfekte kleine Moment von absoluter Stille, angenehm warm, ohne Wind und einem Ausblick der mich innerlich verstummen ließ – der Postkartenmoment:

Ich blieb ein paar Minuten nur und hab diese Atmosphäre des Augenblicks genossen….die Sonne ging dann jetzt doch recht schnell unter und ich hab mich auf den Rückweg gemacht.

Zum Glück ging der Kiesweg dann doch sanfter bergauf, weil ich die Abzweigung Richtung Hotel ignoriert und dem Weg weiter gefolgt bin. Am Ende des Weges musste ich dann noch ein Stück an der Straße zurück laufen, hab mir aber dadurch das steilste Stück gespart…Aber jetzt war ich trotzdem richtig KO und hab mich schnell schlafen gelegt.

Ich muss Reisen

Ich muss also Morgen mal wieder Reisen…beruflich…und hab es mir sogar selber eingebrockt.

Im Mai eines jeden Jahres finden bei uns die Personalgespräche statt und als ich meinen Chef daran erinnerte mit mir einen Termin zu vereinbaren, hab ich vorgeschlagen, das wir das in diesem Jahr doch nicht mit Teams machen müssen, sondern ich dafür in die Zentrale kommen könnte.

Immerhin liegt mein letzter Besuch schon 7 Monate zurück…und außerdem brauche ich noch ein Meeting mit dem Kollegen, der mich noch weiter in die Feinheiten unseres Rechnungsprogramm einweisen kann, damit ich als Key-User dann auch das Customizing selber pflegen kann.

Mein Chef fand die Idee ausgezeichnet und so hab ich die Termine fixiert….dann hab ich mich mit dem Controller abgestimmt, ob er auch mit nach Dänemark kommen will…evtl. hat er ja auch etwas zu klären…ich würde aber auch alleine fahren….aber es würde ich ja wieder anbieten, unsere Termine zu koordinieren…dann rechnen sich die 400km mit einem Mietwagen wenigstens. Ja, nein, ja, nein…letztlich hat er sich entschieden, er fährt mit.

Den Termin für die Herdreparatur hab ich ja verlegt, so kann ich freier planen. Ich werde Morgen also bis gegen Mittag im Homeoffice arbeiten, anschließend ins Büro nach Hamburg fahren…..und am Nachmittag bekommen wir den Mietwagen und fahren dann nach Dänemark, wo wir am Abend ankommen werden. Die Hotelzimmer sind reserviert…das Hotel gehört familiär zur gleichen Firma und die Zimmer sind toll…ich hab bisher immer gut schlafen können.

Der gesamte Dienstag ist inzwischen voll mit Terminen verplant (wenn, dann muss es sich auch lohnen mal wieder Vorort zu sein) und am späten Nachmittag fahren wir dann wieder nach Hause. Eine 2. Übernachtung wäre zwar möglich…aber zum Glück sind wir uns da einig, lieber wieder nach Hause fahren zu wollen. Wir wechseln uns beim Fahren ab, da ist das kein Problem.

Gut, das ich mich inzwischen soweit erholen konnte, das die Fahrt überhaupt machbar ist…Husten muss ich nur noch ab und an, meine Herzfrequenz normalisiert sich weiter und ich bin nicht mehr so schlapp…aber immer noch kurzatmig.

Eigentlich freue ich mich mal wieder auf die Kollegen in der Firmenzentrale und auch auf meinen Chef…aber ich reise eben nicht so gerne.

Was ist normal?

Sonntagmorgen auf dem Balkon…heute ist es wieder windstill und da reichen die 13 Grad, um sich mit Kaffee, Jacke und Decke nach Draußen zu setzen…Füße auf dem Hocker und Laptop auf den Knien, aus dem Kaffeebecher neben mir, dampft der heiße Morgenkaffee.

Da das Haus in dem ich wohne, nicht mitten im Nirgendwo steht, sind auch jetzt schon Menschen in den Häusern drumherum, auf ihren Balkonen, vor den Häusern….telefonieren bei geöffnetem Fenster, unterhalten sich,….jetzt nicht laut oder durchdringend…alles im normalem Rahmen….angemessen für einen Sonntagmorgen um 9.18 Uhr….

…und doch fällt es mir gerade schwer, das hinzunehmen…hatte ich mich doch sofort nach dem Aufstehen flugs hierhin gesetzt, um noch für ein paar Minuten, 1/2 Stunde wenigstens, die Stille des Morgens für mich zu haben.

Da ist es mal wieder… dieses Extreme bei mir. Flugzeuge die über das Haus fliegen oder die S-Bahn, die alle 20 Minuten vorbei fährt, stören mich nicht….aber Menschen die weit entfernt sind und normal laut sprechen, Wecker die leise irgendwo klingeln, Musik die von irgendwoher leise rüberschallt, triggern mich so, das ich es nicht schaffe, es zu ignorieren.

Ich verstehe ja, das laute Musik, lautes Reden und Party (wie in der letzten Nacht aus dem Nebenhaus) mich stören….aber an einem Samstagabend hab ich dafür Verständnis…setze die Kopfhörer auf, mache die Balkontür zu und gut ist.

Aber normale Lebens-Geräusche sollten mich doch nicht so triggern, das ich schon wieder nach den Kopfhörern greife.

Das hier ist normales Leben, mit normalen Geräuschen…nichts davon ist unnormal…nur ich – ich fühle mich mit dieser Überempfindlichkeit auf Geräusche mal wieder wie ein Exot – wie ein Fehlexemplar.

…noch während ich das hier schreibe, ist alles um mich herum wieder ruhig geworden und ich lausche wieder auf das Vogelgezwitscher und schaue einem Eichhörnchen beim Klettern zu….jetzt ist meine Welt wieder in Ordnung…und ich bin wieder entspannt.

Seit ich hier wohne, hab ich mich bereits an viele Lebensgeräusche gewöhnt….und meistens schaffe ich es auch, mich nicht davon triggern zu lassen….und falls doch, dann setze ich eben die Kopfhörer auf und höre ruhige Musik oder „Weisses Rauschen“.

Meine Nachbarn unter mir haben z.B. wieder einmal vergessen über das Wochenende ihren elektrischen Wecker auszustellen und sind weggefahren…..also tutet es jetzt ZWEI Stunden von 5:30 – 7:30 Uhr ununterbrochen….und ich höre es in jedem Raum.

Durch die Party nebenan bin ich letzte Nacht erst spät zum Schlafen gekommen und wurde dann um 5.30 vom Wecker der Nachbarn wach….hab die APP für „Weißes Rauschen“ angeschaltet, die kleinen Kopfhörer in die Ohren gestopft und konnte dann noch etwas weiter schlafen. In der kommenden Woche werde ich das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Der Wecker ist scheinbar neu, denn bisher hab ich das Geräusch noch nie von unten gehört. Das ist zwar störend, weil ich davon wach werde, aber es triggert mich nicht so stark, wie ich es vermutet hätte.

Ich muss aber immer wieder bewusst Geräusche zulassen, akzeptieren und annehmen….und es geht schon bei vielen Geräuschen besser….manche kann ich inzwischen sogar gut ignorieren…aber manches Mal, wie heute, fällt es mir sehr schwer.

Ich hatte ja gehofft, das durch den Hörsturz vor ein paar Wochen ein paar der ganz hohen Töne gar nicht mehr bei bei mir ankommen….hahaha mein Ohr hat sich aber (zum Glück natürlich) vollständig davon erholt.

Triggern bedeutet, das auf einen bestimmten Reiz (Geräusch, Wort, Verhalten) eine heftige emotionale Reaktion ausgelöst wird. Bei mir sind es Geräusche und das nennt man dann auch Misophonie…eine neurologische Störung. Die negativen emotionalen Reaktionen, die viele Geräusche bei mir auslösen, kann ich dabei nicht wirklich kontrollieren…ich kann nur versuchen mich der Situation zu entziehen oder mich abzulenken.

Erfahrungen mit Service-Hotline

Das mit den Hotlines entwickelt sich bei mir gerade zu einem ständigen Ärgernis…denn auch beruflich ist es mir in den letzten Tagen zwei mal passiert, das, wenn ich dann endlich die Warteschleifen überstanden habe….das durchaus mehr als 30 Minuten gedauert hat und ich dann endlich einen Menschen am Telefon hatte, diese nicht in der Lage waren, kompetent zu antworten.

Fazit – bereits bei 2 Telefonaten wurde einfach aufgelegt…und das obwohl ich ruhig und sachlich einfach nur eine Sachfrage klären wollte. So etwas empört mich ungemein.

Für eine dänische Kollegen versuche ich seit Wochen einen deutschen Billig-Telefonanbieter dazu zu bringen, eine Umschreibung des Vertrags vorzunehmen. Eine unserer dänischen Firmen hat eine Deutsche Firma übernommen und fusioniert….Der Deutsche Billiganbieter, dem schon im Internet ein extrem schlechter Service attestiert wurde, sah sich nicht in der Lage eine in Englisch verfasste Mail zu beantworten. Mahnen können Sie dafür umso schneller…allderings an eine nicht mehr existierende Adresse.

Ich hab also die Kommunikation in Deutsch übernommen, aber dieser Telefonanbieter sieht sich nicht in der Lage:

  • einen Vertag auf eine europäische Gesellschaft umzuschreiben (okay – dann nicht )
  • eine Lastschrift von einem europäischen Bankkonto zuzulassen (sie wollen nicht)
  • die Rechnung an eine europäische E-Mail-Adresse zu schicken (das ist doch jetzt echt lächerlich)

Auf meine Frage, was sie mir als Lösung anbieten: Kündigen!! und als ich dann notgedrungen meine eigene Firmenadresse als c/o Adresse angeben wollte, damit die Rechnung wenigstens bei uns ankommt und wir diese bezahlen können, wusste der Mitarbeiter bei dieser Telefon-Gesellschaft nicht, was eine c/o-Adresse ist…und als ich nachfragte ob er das nicht einfach als Anschrift eintragen könne, hat er aufgelegt.

Im Endeffekt hab ich ein paar Wochen per E-Mail versucht jetzt endlich eine Rechnung zu erhalten, wenn auch auf die falsche (alte) Firma ausgestellt…aber immerhin eine Rechnung….Nach meiner letzten scharf formulierten E-Mail, kam jetzt endlich eine Kopie der Rechnung per Briefpost. Meiner Kollegin hab ich geraten schnellstmöglich den Vertrag zu kündigen..

2. Im zweiten Fall ging es um die Hotline einer dänischen Bank, die gerade ihr Anmeldeverfahren auf das neue Mit-ID-Verfahren umstellt.

Nach langem hin-und her mit meinen Kollegen aus der Zentrale, bekam ich jetzt endlich, aber viel zu spät, die Möglichkeit mich für das neue Verfahren anzumelden….leider hab ich aufgrund einer automatischen Ausfüllfunktion nicht rechtzeitig gemerkt, das im Formular meine Festnetz-Nummer steht, anstatt die Mobilnummer….erst nachdem ich das Online-Formular abgeschickt hatte, fiel es mir auf….grrrrrrr – man das hätte ich früher merken können. Meine sofortige E-Mail an die Hotline der Bank blieb unbeantwortet…dafür bekam ich ein paar Tage später die notwendige SMS auf mein Festnetz….was aber nicht funktionierte….hahaha…die Vorlesefunktion scheiterte scheinbar am Dänischen Text.

Also hab ich 3 Tage lang versucht jemanden bei der Hotline ans Telefon zu bekommen…als es dann endlich, nach einer Warteschleifevon mehr als 30 Minututen klappte und ich vorsichtig und langsam in Englisch mein Problem beschrieb, antwortete die Dame sie spricht nur wenig Englisch und als ich noch etwas sagte, legte sie einfach auf….wie vom Donner gerührt und mit einem bösartigen Spruch auf den Lippen stand ich perplex da. Das gibt es doch nicht….sie hätte mich ja weiterleiten können und immerhin war das eine Telefonnummer, extra für englisch-sprachige Kunden.

Ich schrieb also eine Kollegin in der Zentrale an und bat um sprachliche Unterstützung….die kam dann in Form eine E-Mail von der Bank, ich solle noch einmal anrufen, dann würden sie meine Tel.Nummer ändern.

hmmm….na hoffentlich klappt das ….und ja dieses Mal hatte ich einen jungen Mann in der Leitung der mich nicht nur verstand, sondern auch mein Problem noch während des Telefonats erledigte…am Ende war mein neuer Zugang für DIESE Bank einsatzfähig.

Meine in den letzten Jahren wieder abgenommene Abneigung zu Telefonieren, bekommt durch solche Aktionen wieder Auftrieb….zum Glück gibt es immer wieder auch freundliche und nette Telefonate mit Service-Mitarbeitern…das rückt meine Welt dann wieder Gerade.

Hallo Emmer

Nachdem ich schon so viel von dem Ur-Getreide Emmer gehörte hatte, hab ich vor einiger Zeit mal eine Packung Emmer-Mehl mit genommen und im Schrank stehen lassen. Jetzt wurde es mal Zeit daraus auch etwas zu backen.

Emmer ist ein Ur-Weizen, soll aber bekömmlicher sein, als unsere modernen Weizen-Mehle. Ich hab weißes 1300er Emmer-Mehl genommen und es sieht nur unwesentlich dunkler aus, als 405er oder 550er Weizenmehl.

Ich hab einen normalen Hefeteig für Brötchen angesetzt, allerdings mit einem Schuss Olivenöl.

Beim Kneten des Teiges und auch später bei der Verarbeitung ist mir aufgefallen, wie gefällig sich der Teig verhält…die Klebeeigenschaften sind super….was mich allerdings irritiert, steht doch auf der Webseite von Öko-Test, das Emmer nur wenig Gluten enthält und sich deshalb in Reinform nicht so gut verarbeiten lässt. Vielleicht bezieht sich das aber nur auf das reine Vollkornmehl.

Mein Teig jedenfalls ließ sich super kneten, war nicht klebrig, dafür schön elastisch…also hab ich mich entschieden aus einem Teil eine Pizza zu backen:

Und aus dem Rest hab ich am nächsten Tag noch kleine Brötchen gebacken:

Die Pizza und Brötchen waren super lecker….der Unterschied zum normalen Mehl ist nur fein, der Geschmack ist etwas kräftiger, allerdings ohne dabei negativ mit einem Eigengeschmack hervorzustechen, wie z.B. bei Buchweizenmehl. Bekömmlicher war es auf alle Fälle…ich zumindest hatte keinerlei Probleme mit Magen und Darm.

Emmer ist ein sehr gesundes Getreide mit vielen Mineralstoffen und einem hohen Eiweißgehalt. Durch den hohen Proteinanteil ist das Urgetreide deutlich gesünder als helles Weizenmehl. Außerdem enthält Emmer viel ZinkEisen, Magnesium und Vitamin E. Die Carotinoide im Emmer stärken die Sehkraft.

Ökotest / Essen-Trinken

Ich hab für 1KG Emmer-Mehl vor ca. 1,5 Monaten 2,49 EUR bezahlt…das ist, im Gegensatz zum normalen 405er Weizenmehl mit durchschnittlich 0,50-0,70 EUR im Supermarkt, natürlich wesentlich teurer….und wie die Preise jetzt liegen weiß ich nicht…aber für bekömmliche selbstgebackene Brötchen und Pizza gebe ich zumindest, gerne mal mehr aus.

Büroverbot und Essen Zuhause

Das vorsorgliche Büroverbot, das der GF für diese Woche für mich ausgesprochen hatte, kam mir ganz gelegen, so konnte ich die gesamte Woche im Homeoffice nutzen, um in Ruhe meinen Arbeitsrückstand aufzuholen und mich gleichzeitig weiter zu erholen.

Ich bin beruflich inzwischen so autark, das ich 95% meiner Arbeit von Zuhause erledigen kann und im Büro ist wenigstens eine Person, die mir die restlichen per Briefpost eingehenden Daten einscannen kann. Die Verbannung, obwohl ich ja offiziell kein Corona, sondern einen Grippalen-Infekt hatte, war daher eher ein Segen für mich.

Hab immer lange geschlafen und saß dann erst ab 7.30 Uhr am Schreibtisch. Hab meine Mittagspause auf 1 Stunde verlängert…Augen zu – relaxen und durchatmen. Die Nachmittage nach Feierabend saß ich dann auf dem Balkon in der Sonne und bei Regen ebenfalls, dann aber mit Decke und heißem Tee. Abends gab es die kleinen Spaziergänge.

Einzig zum Einkaufen bin ich unter Menschen gegangen und ein paar leckere Dinge hab ich gekocht, z.B Spaghetti mit Knoblauch, Tomaten und Parmesan und dazu ein gebratenes Lammloin – das gab es dann auch gleich 2 Tage:

Gestern dann gab es gebratenen grünen Spargel und Pellkartoffeln mit Schweinefilet….Der Spargel war insgsamt jedoch sehr holzig..so da ich letztlich nur wenig mehr als die Spargelspitzen essen konnte…hmmm das war kein guter Kauf.

Anfang der Woche gab es dann noch eine besondere Pizza…. zum erstenmal hab ich mit Emmer gearbeitet.