Reihenhaus-Alptraum

Mein ganz persönlicher Alptraum läuft da gerade im Fernsehen. Eine moderne Reihenhaussiedlung mit kleinen Grundstücken. Die Nachbarn sind immer zur Stelle und bekommen  immer ALLEs mit.

Na klar ist das eine überspitzte Komödie…aber in leicht abgeschwächter Form gibt es das in vielen Vororten….ein Grund mehr nicht in ein Reihenhaus zu ziehen….wenn dann nur ein alleinstehendes Haus mit rundherum viel Garten…am Besten nicht einsehbar.

Ich hab sogar  tolle Mietwohnungen abgelehnt, weil es Wohnungen „mit Familienanschluss“ waren…also solche 2-Familienhäuser, wo der Mieter quasi durch den Flur der Vermieter gehen musste. Also wenn der Eingangsbereich im Haus nicht von der Wohnung getrennt war…ein Grauen für mich.

Ich liebe es eher etwas anonymer. Na klar weiß ich gerne, wer meine Nachbarn sind und ich grüße immer und jeden im Treppenhaus und auch ein kurzes Schwätzchen ist manchmal okay….

Aber ich MUSS jederzeit  die Möglichkeit haben einfach nur zu grüßen und weiter gehen zu können… OHNE das ich gezwungen bin ein Gespräch zu führen und OHNE das jeder die Einzelheiten meines Lebens mit bekommt.

Nicht das ich etwas zu verbergen hätte, aber ich fühle mich so wohler.

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Kollegen im Dilemma

Ist es schlimm, wenn ich mich heimlich über eine Situation amüsiere,  in der sich gerade ein Anderer unwohl  fühlt?

Ich hab gar nichts getan und  bin auch komplett unschuldig an der Situation.

Heute in der Mittagspause hab ich beschlossen kurzerhand und alleine in ein Bistro zu gehen…dieses ist in unmittelbarer Nähe zum Büro und natürlich gehen dort auch Kollegen essen.  Ich bin dort öfter mal mit meinem Kollegen der kurz vor der Rente steht…und ich weiß, das er auch fast jeden Dienstag dort mit einer externen Kollegin essen geht.

Heute war es komplett leer dort und ich hab mich an einen Tisch gesetzt und sofort kam die Bedienung und fragte freundlich: ach heute allein?  Jaaa!  Mir hat es schon früher überhaupt nichts ausgemacht mich alleine in ein Restaurant zu setzen…aber hier war ich noch nie alleine. Wahrscheinlich weil mir einem dort zu viele Kollegen begegnen. Direkt gegenüber ist der Sushi-Laden…da bin ich sehr oft.

Ich hab also bestellt und mein Essen auch schon fast zur Hälfte vertilgt….hab mich entspannt und gut gelaunt gefühlt…da geht die Tür auf und besagter Kollege mit besagter Kollegin kommen herein… Achja…heute ist ja Dienstag… wir haben uns kurz und freundlich begrüßt und ich hab dann den Kopf wieder zu meinem Salat gesenkt und normal und ruhig weiter gegessen.

Und jetzt standen die Beiden da und wussten nicht, was sie tun sollten…WO setzen sie sich nur hin…ich sass ja an einem 2-Personentisch…also hat sich die Frage ob sie sich dazu setzen erübrigt…also setzen sie sich an den Nebentisch und schließen mich in ihre Unterhaltung mit ein? Oder doch lieber ans andere Ende des Bistros…aber dann sieht es so aus als ob sie mich meiden würden.

Ich gebe zu…ich hab mich still etwas über dieses Dilemma  amüsiert….nach einer kleinen Weile haben sie dann eine salomonische Entscheidung getroffen…sie haben sich  dann an den übernächsten Tisch gesetzt.

Mir wäre es sogar lieber gewesen, wenn sie sich weiter weg gesetzt hätten…da es sehr leer war, konnte ich  nun ihrer Unterhaltung folgen, ob ich nun wollte oder nicht…es ging  einfach nicht weg zu hören und da taten mir die Beiden schon wieder leid….das Gespräch war schon etwas  angespannt und  kam überhaupt nicht leicht daher….

Na ich hab die Situation dann zügig aufgelöst, meine Mittagspause war eh schon fast rum und  das Essen gegessen…Lach…

Ich sehe so etwas ganz pragmatisch: ich bin alleine dahin gegangen und erhebe keinen Anspruch das sich die Kollegen zu mir setzen…und das gilt auch anders herum….die Beiden sind zusammen gekommen und wollten sich unterhalten, warum sollten  sie sich dann zu mir setzen. Ich bin da weder pikiert noch beleidigt.

Memo an mich selbst: lieber doch wieder Dienstags zum Sushi…..

AUUUU-to

Und dann ist es auch noch passiert….nach dem Seminar hat mein Auto derart komische schnarrende Geräusche von sich gegeben, das mir Angst und Bange wurde.

Also bin ich anstatt nach Hause, lieber zur Werkstatt gefahren. In dem festen Glauben das mein Auto damit seine letzte Fahrt angetreten hat, bin ich dann mit der S-Bahn nach Hause gefahren…

Nun die Werkstatt sagt 2 Dinge:

  1. Die Steuerkette muss getauscht werden
  2. Der Wagen hat kein Öl mehr.

Das mit der Steuerkette sagt die Originalwerkstatt schon seit 30.000 km und genau seit dieser Zeit sagt die freie Werkstatt: Blödsinn.

Und wenn das Motoröl  fast nicht mehr da ist, sollte dann nicht die Ölwarnleuchte anspringen?

Nun …ich verstehe von diesen Dingen so ziemlich gar nichts…aber mit jetzt 1,5 Litern Motoröl klingt mein Motor wieder relativ normal.

Aber WAS mache ich jetzt…lasse ich den Wagen jetzt einfach so, wie er ist und kaufe mir, wie geplant ,im nächsten Jahr ein Anderes? Oder investiere ich  jetzt sofort noch einmal 750 EUR  um mir dann im nächsten Jahr  ein anderes Auto zu kaufen….oder verkaufe ich den Wagen so schnell wie möglich, ohne Reparatur und kaufe mir sofort ein anderes Auto?

Der Knackpunkt ist,  wie sicher oder unsicher fühle ich mich jetzt mit dem Wissen, das es wohl doch so langsam mit der Steuerkette zu Ende geht? Der Wagen ist jetzt 10 Jahre alt und im nächsten Sommer soll er auf jeden Fall ausgemustert werden.

Nachtrag:  jetzt ist schon eine Woche vergangen und ich habe immer noch keine Entscheidung getroffen.

Nicht mein Tag

Letzten Dienstag war ich mal wieder auf einem Seminar….mit meinem Lieblingsthema… knurr….Umsatzsteuer.

Ich mag es nicht, meine Zeit zu verschwenden…und ich gehe lieber arbeiten, als mich mit irgendeinem BlaBla zu befassen. Ich finde auch die meisten Meetings sind überflüssig…viele Worte, wenig Inhalt, noch weniger Vorbereitung …nur BlaBla und am Ende des Tages ist man sich einig, dass man noch nicht fertig ist und noch mehr Zeit braucht. Es gibt diesen schönen Spruch „wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis“…ich weiß allerdings nicht, von wem der Spruch stammt, finde ihn aber seeehr treffend.

Es gibt übrigens auch Firmen, da lesen die Mitarbeiter ihren Wert daran ab, zu wie vielen Meetings sie hetzen…das sind dann die Gleichen, die sich für unglaublich wichtig halten und schon deshalb immer zu spät sind.

Ich persönlich empfinde so etwas  als Unverschämtheit und noch schlimmer als persönlichen Affront, weil  sich der Zuspätkommer  selber als viel wichtiger einstuft, als sein wartendes Gegenüber….das ist respektlos und findet man ganz häufig eher auf der mittleren Ebene…  dort wo sich viele für sehr wichtig halten.

Die wirklich wichtigen Leute wissen wie kostbar die Zeit ist und lassen einen nur selten warten und schon gar nicht ohne Grund…die haben es nicht nötig, sich dadurch als wichtig zu deklarieren…sie SIND es einfach…

Nun gut…also dieses Seminar war  Zeitverschwendung…und meine Firma hat dafür auch noch gut Geld bezahlt…Schade um Beides: Geld und Zeit.

Der Seminarleiter blieb in den Basics stecken….und kam nicht voran….es waren aber auch nur wenige Teilnehmer mit weiterführenden Kenntnissen da und natürlich richten sich solche Seminare immer an die mit den meisten Fragen, das ist ja auchrichtig so.…und die gab es eben schon bei den Grundvariationen….tja, Pech für mich…

Dabei hat es der Seminarleiter auch an einigen Stellen unnötig kompliziert gemacht und zu wenig Strukturen aufgezeigt…was generell bei der UST zu Verwirrung führen kann…ich hab am Mittag erst einmal geistig ganz abgeschaltet….aber das machte mich dann nur müde…und so hab ich mich nach dem Mittag wieder  zusammen gerissen mit dem Mantra: Auch dieser Tag wird irgendwann vorbei sein.

 

Fahrradfahrer und Jogger

Heute ist Pfingstmontag und ich habe beschlossen für 2-3 Stunden ins Büro zu fahren.  Ich musste eh früh aufstehen um meinen Schatz per Telefon zu wecken…

Bei  6 Grad und leicht bedecktem Himmel bin ich auf die tolle Idee gekommen nun endlich mal mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Theoretisch sind das nur 5-6 km Strecke…Da mein Wohnort jedoch im Taunus liegt und mein Arbeitsplatz an den „Südhängen des Taunus“  liegen so einige Höhenmeter dazwischen. Und das nicht linear, sondern es geht ständig rauf und runter….und nur selten  gerade.

Die Fahrt hin hat echt Spaß gemacht…zuerst raus aus dem Ort, dann durch ein paar Waldstücke, durch Felder und dann wieder Waldstücke und zum Schluss durch den Kurpark…ab ins Büro. Ich bin extra ein paar Schleifen gefahren, so wurden aus 5 ganz schnell 10km.

Kalt war mir nun wirklich nicht….Thermohose, Handschuhe, Schal und Softshelljacke….UND  die BEWEGUNG….ich verabschiede mich langsam von der Vorstellung jemals wieder Geschwindigkeiten von 17-24KmH zu erreichen, bei  teilweisen Steigungen bei denen auch mein Auto in die Knie gehen würde.

Ich liebe es im Wald zu sein, enge Wege, ein Bachlauf hier, ein kleiner Teich da, dazu die unzähligen Geräusche der Vögel und das Rauschen des Waldes und …. …. …… JOGGER?

Nein, die liebe ich nicht ganz so. Nicht um 8.30 Uhr morgens im Wald, nicht wenn sie in solchen Scharen auftauchen, das ich mich schon umschaue ob die Wettkampf-Nummern tragen… Nein…mal allein, mal zu zweit oder dritt, dann eine Gruppe von 8 Läufern,  dann wieder 3, mal mit Hund, mal ohne…..und niemand sieht die Notwendigkeit aus der 2-3er Reihe nebeneinander evtl. mal hintereinander zu laufen, damit ich auch noch vorbei passe…dabei halte ich mich auf den schmalen Wegen schon ganz rechts, nehme auch in Kauf von Ästen gestreift zu werden und trotzdem weichen die nicht mal etwas aus. Arrogante Bande J Fahrradfahren ist hier ebenso gestattet, wie laufen… Grummel.

Ich baue mir eine Oase

Wir haben an diesem Samstag zur Abwechslung mal KEINEN Baumarkt heimgesucht, dafür ein Gartencenter… lach

Jaaa so ein großer Balkon braucht ja auch eine Ausstattung.

Mittlerweile bin ich ja Besitzer von Relaxsesseln mit Hocker, einem Vogelhäuschen, Beistelltischen, ich habe einen Kugelgrill  zum Geburtstag geschenkt bekommen UND – ganz wichtig – nun habe ich auch einen Gardena-Gartenschlauch-Wagen…MIT Spritze. Jawohl….

dazu hab ich einen Hortensien-Strauch  gekauft  und eine bepflanzte Schale  mit Lila und weißen Blüten und eine Wasserschale für die Vögel….

Und nun haben wir in einem  Gartencenter winterharten Bambus gekauft….ca. 1,30m hoch….der Erste um als Sichtschutz zu dienen…und dazu gab es noch ein Weidenkätzchen-Baum…und ich hätte noch sooo viel mehr kaufen können. Aber mal  ehrlich, da wird man ja echt Geld los und mein Verstand hat sich schnell wieder eingeschaltet…

Mein Schatz hat mir dann noch eine kleine Schaufel von Gardena  geschenkt.  Ich fühle mich jetzt wie ein kleiner König auf dem Spielplatz…und sobald jetzt der Wind und Regen endlich etwas nach lässt, also jetzt nach den Eisheiligen, kann ich auch alles schön aufstellen…

Das wird eine schöne Oase

Shakespeare rettet mich

In dieser Woche bin ich leider nicht so entspannt, wie  ich es gerne wäre…was hauptsächlich mit meinem Job zusammen hängt…

Ich bin so langsam echt urlaubsreif.  Es passiert grad zu viel auf einmal an unschönen Dingen und es fällt mir nicht so leicht, das abzuschütteln.

Dabei fiel mir wieder ein Ritual ein, welches ich in Zeiten höchster seelischer Not angefangen habe. Damals hab ich mich gerade von meinem heutigen Ex-Mann getrennt, einen neuen Job mit viel Verantwortung übernommen und hab auch noch meinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Bundesland verlegt.

Ich war einsam und seelisch  kurz vor dem Durchdrehen….zu viel Veränderung gleichzeitig. Mit so etwas kann ich nicht gut umgehen….

Na auf jeden Fall brauchte ich damals etwas um meine Gedanken zu fokussieren und gleichzeitig etwas, was mich von den Sorgen und Ängsten ablenke….also hab ich angefangen ein paar Teile aus Shakespeares Hamlet auswendig zu lernen. Ich liebe Shakespeare und ich liebe Hamlet.

Es war unglaublich schwierig mich auf diese Sprache zu konzentrieren. Es  hat Wochen und Monate gedauert ganze  3 Passagen daraus zu lernen….Das ist jetzt 14 Jahre her.

Genau daran hab ich mich erinnert als ich dann kurz vor dem Burnout war….diese seelische Krise hat mich fast dazu gebracht mich selber in eine Klinik zu begeben, aber ich hab gerade noch so die Kurve gekriegt und wieder hab ich mit Hamlet  und den 3 Passagen beschäftigt und dazu auch noch die Ballade von Schiller: „Die Bürgschaft“ … Das ist jetzt gute 7  Jahre her.

Und schon seit ein paar Tagen fängt mein Hirn wieder an die Erinnerung an das einmal auswendig gelernte auszugraben und abzurufen….manches fiel mir sofort wieder ein, bei der 3. Passage und bei „Der Bürgschaft“ sind es doch  viele Lücken….die sich auftun…aber die 1.und 2. Gelernte Passage funktioniert fast fehlerfrei….und es kommt immer mehr wieder zum Vorschein. Die Erinnerung ist schon merkwürdig. Jetzt hab ich mal wieder mein Reclam-Büchlein aufgeschlagen und nach gelesen und auf einmal sind auch die vergessenen  Sätze wieder so vertraut.

Mir hilft das Rezitieren Sorgen und Nöte für eine Weile zu vergessen und mich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren….ohne  dem  Gefühl der  seelischen Überforderung nach zu geben.