Herbstgang

Ein herrlicher Herbsttag hat uns geradezu auf einen Waldspaziergang eingeladen …

Nur eine Stunde vor der Dämmerung sind wir los gegangen und es war herrlich. Absolut klare Luft, trockenes sonniges Wetter, leicht kühl – aber nicht kalt. Der Waldboden bedeckt mit Blättern….die Farbenpracht  im Herbst…dazu der Geruch des Waldes….der Duft nach Erde, Pilzen und  Hölzern…..

Dazu funkelte noch ab und an die Sonne durch die Bäume und strahlte die farbigen Blätter an…in solchen Momenten kann ich die Dichter früherer Zeiten gut verstehen, die dieses Stimmung poetisch einfingen:

Der du die Wälder färbst,
Sonniger, milder Herbst,
Schöner als Rosenblüh’n
Dünkt mir dein sanftes Glüh’n.

 (Ferdinand von Saar)

Obwohl viele der klassischen Dichter dabei auch schnell in tiefe Schwermut abfielen…das finde ich für den Start des Herbstes noch ein wenig früh…Das kommt erst wenn das Wetter trüb und grau, windig und ungemütlich wird….das ist dann noch früh genug

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Vorurteile für die Identität

Gestern hab ich mal wieder interessante Ansichten zum Thema „Vorurteil“ gehört, die mich echt verblüfft haben.

Es ging um das Thema ob Deutschland einen Ruck nach Rechts macht und insbesondere um das Thema Vorurteile gegen Ausländer. Dabei  hat eine Dame sinngemäß folgendes gesagt:

Vorurteile von Menschen kann man nicht mit logischen Argumenten und Tatsachen ausräumen, denn wenn vorurteilsbehaftete Menschen das zuließen, müssten sie sich ja von ihren Vorurteilen verabschieden….Aber ohne Vorurteile bliebe vielen Menschen nichts an Identität übrig ….und DAS  macht ihnen Angst.

Also Vorurteile sind ein Ausdruck der Angst vor dem Unbekannten…denn wenn man etwas nicht kennt, dann macht es  Einem Angst. Dort wo man das Unbekannte kennenlernt, verliert man die Angst und hat zumindest die Möglichkeit das anderssein zu akzeptieren.

Auch ich bin in vielerlei Hinsicht mit Vorteilen behaftet, auch wenn ich eine liberale Grundeinstellung habe…und ich denke das wir alle Vorurteile haben und sei es nur  gegen dem Punk auf der Straße oder den Snob-Schlipsträger im Bankenviertel …

Mein Vorteil, ich kann viele Ansichten vom logischen Standpunkt aus teilen…und akzeptiere die Einstellung vieler unterschiedlicher Menschen…warum sie etwas tun oder wie sie etwas tun.

Aber auch ich möchte nicht in meinem täglichen Leben in meinem Sein Veränderungen hinnehmen…ich möchte nicht von Nachbarn in meiner Ruhe gestört werden (egal ob durch Volksmusik, Rock-Pop oder arabische Gesänge)….und ich möchte in meiner eigenen Sprache angesprochen werden und finde es inakzeptabel  wenn ich irgendwo anrufe oder in ein Geschäft gehe und werde mit schlechtem oder falschem Deutsch angesprochen (egal ob extremes Bayerisch, Sächsisch, radebrechendes spanisch-Deutsch  oder gewohnheitsmäßigem Türk-Deutsch).

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und war mit vielen Ausländern in einer Klasse. Die Türken, Portugiesen und Italiener und  Menschen aus noch ganz anderen Nationen waren alles Kinder aus der 2. Generation. Also die Eltern sind als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen, die Kinder waren noch klein oder sind sogar in Deutschland geboren….auf jeden Fall sind sie hier aufgewachsen und haben zuhause kein Deutsch gesprochen.

Wieso spricht  diese  2. Generation heute aber  besseres Deutsch, nämlich genauso richtig/falsch  und selbstverständlich wie ich auch, als die späteren Generationen?  Dieses Türk-Deutsch ist für mich eine Art selbstgemachtes Erkennungszeichen, eine Art  Identitätsmerkmal….aber das ist ein anderes Thema….aber die Frage beschäftigt mich.

Geheimzutat: Leidenschaft

Jedes Jahr im Herbst gibt es einen Tag, an dem koche ich Rotkohl…nicht nur einen Topf…sondern die ganze Menge die wir bis Ostern benötigen…lach.

Eine meiner positiven Erinnerungen an meine Kindheit ist der Rotkohl meines Vaters…mit sehr grob geschnittenem Rotkohl und  noch mehr Schweineschmalz…und all den Gewürzen die man für ein klassisches Rotkohl benötigt.

Mein Vater hat immer so getan als ob er den Rotkohl auf ganz besondere Art kocht…lach…und bis heute empfinde ich ihn als den weltbesten…Doch mittlerweile weiß ich, dass es da KEINE Geheimzutat gibt…sein Geheimnis war einfach die Leidenschaft mit der er ans Kochen gegangen ist.

Und genau diese Leidenschaft für Wintergemüse hab ich von ihm übernommen…und so hab ich gestern also ca. 6kg Rotkohl verarbeitet und mit 2 großen Topfen meine Küche in eine Großküche verwandelt…herausgekommen sind 5,3kg fertiges Rotkohl verteilt auf 14 Portionen….SOOO und jetzt kann  der kulinarische Winter beginnen

(okay, okay…Großküche ist etwas übertrieben…aber bei einem 2-Personenhaushalt sind das schon Mengen die normalwerweise hier nicht so anzutreffen sind – GRINS).

Kollege mit Rentenaussicht

Ich war heute Mittag mal wieder mit meinem Kollegen zum Essen raus….er geht Ende des Jahres in Rente.

Er ist 63 Jahre alt, seine beiden Kinder haben zu Ende studiert und arbeiten als Wirtschaftsprüfer…seine Frau arbeitet halbtags….und er ein abbezahltes Eigenheim mit Solaranlage auf dem Dach und  gehört zu denen die sich auch im Alter keine finanziellen Sorgen machen müssen.

Sein Leben ist zwar nicht immer so gelaufen wie man es sich wünschen würde…Viel weiß ich nicht darüber…nur das es einen Grund hat, das er absolut keinen Alkohol trinkt, er deswegen auch mal eine Zeitlang von seiner Frau getrennt gewesen war …und es nagt an ihm, das ihm in den letzten Jahren die berufliche Anerkennung verwehrt wurde.

Ich hab ihm schon vor ein paar Jahren geraten das Berufliche einfach lockerer zu sehen….immer mit Blick auf die Rente und seine sichere finanzielle Absicherung, was juckt es da das er nie Teamleiter wurde ….aber ich kann schon verstehen das es an ihm nagt, nie eine Sprosse hochgeklettert zu sein…trotz all seinem Wissen und seines Engagements.

Heute hab ich mich kurz erwischt, wie ich ihn  ein kleinwenig beneidet habe, das er schon  jetzt (mit 63 …ich muss mindestens noch 19 Jahre …bis 67  arbeiten) gehen kann…Fit und jung genug um die Zeit mit der Familie noch lange geniessen zu können

Etwas nur für MICH

Heute hab ich früher Feierabend gemacht…um einfach mal etwas für MICH zu tun.

In den letzten Wochen ging es immer um den Job (Quartalsabschluss, Interne Revision,  interne Umstellungen), es ging um meinen Schatz (Beendigung seines Vertrags, Ende der Fernbeziehung, Auflösung des Appartements, Arbeitslosigkeit)…aber es ging nie wirklich um mich.

Mir tun so einige Muskeln weh und ich weiß nicht warum, ich schlafe schlecht , mein Magen/Darm spielt momentan total verrückt, ich habe wieder öfter Kopfschmerzen  und ich bin stark verspannt…

Also hab ich heute etwas früher Feierabend gemacht und bin in ein Einkaufszentrum gefahren…es ist eines welches ich irgendwie mag,  auch wenn es nicht das Tollste in der Stadt ist, es ist vom Publikum eher normal (nicht Schicki-Micki)…und  es ist komplett überdacht, ein gutes Argument bei 10Grad Außentemperatur. Vor 10 Jahren war ich jeden Donnerstag dort zum Training.

… zuerst war ich also etwas shoppen und hab eine unfassbar tolle Longblazer-Jacke gefunden  in einem dunklen dezenten Grün….die ist echt mega stark…. Später dann hab ich mich  hingesetzt und Sushi gegessen und da 1 Stunde nur die Leute beobachtet…dabei bin ich ganz ruhig geworden….dann bin ich noch etwas hin und her geschlendert. Abends hatte ich einen Termin zur Thai-Massage…bei denen bin ich schon seit einigen Jahren….aber nicht mehr seitdem ich fort gezogen bin….

Ohhh man das tat ja soo weh und soo gut…und nach fast einer Stunde wurde es dann auch langsam besser…hab mir gleich mal für den nächsten Montag einen weiteren Termin geholt.

Zum guten Abschluss hab ich mir dann noch bei meinem LieblingsHähnchen-Grill ein ½ Hähnchen gekauft…und dazu noch von der Eisdiele um die Ecke einen letzten Eisgenuss für dieses Jahr.

Und nun liege ich auf der Couch…und hole mir jetzt noch mein Moor-Wärmekissen aus der Mikrowelle….seufz….DAS ist so ganz ein Nachmittag/Abend  nach meinem Geschmack.

Ein fast perfekter Tag

 

Heute ist der perfekte Tag für einen Herbstspaziergang….Es ist kalt, die Sonne scheint, es ist fast windstill und die Luft ist einfach klar…

…wir waren bei uns im Ort im großen Park spazieren und haben dann noch etwas länger auf einer Parkbank gesessen. Die Bäume zeigen ihr schönstes buntes Kleid, das Laub fängst schon an zu rascheln….herrrrrlich!!!!!!!!

Und danach einen herrlichen Kaffee zuhause auf der Couch….und wisst ihr was das Beste daran ist? Wir müssen heute nicht hetzen (wegen Wäsche bügeln, Koffer packen und zur Bahn hetzen)….das ist schon ein anderes Lebensgefühl….auch an einem Sonntagnachmittag/Abend endlich wieder Zeit miteinander zu verbringen…

Nachher werden wir noch leckere Thai-Ente essen gehen.

Das ist doch ein perfekter Tag….naja…also eigentlich…nur mir tun an einigen Stellen die Knochen weh….ich muss mich wieder mehr bewegen….diese Woche hab ich eher statisch und in angespannter Haltung verbracht und das rächst sich mal wieder….jajaja…auch ich werde älter …

Politisches Engagement

Mein Schatz sagt immer: es wird zu wenig gegen die Zustände getan und früher wurde mehr demonstriert. Da hat er vermutlich Recht…ABER

…und das ist dann immer meine Argumentation:  Dann geh DU doch auf die Straße …warum sich immer nur aufregen das Andere es nicht machen….

Ich bin noch nie ein Fan davon gewesen auf eine Demonstration zu gehen…und war es auch nie. Habe aber immer einen heiden-Respekt für die Menschen, die für ihre Meinungen und Überzeugungen tatsächlich den Hintern hochkriegen und öffentlich, friedlich für oder gegen etwas protestieren, wo ihrer Meinung nach etwas anders laufen sollte.

Die friedliche Demonstration als legales Mittel der Demokratie finde ich super… aber vehement nur motzen das andere etwas tun sollen, ist keine sinnvolle Entscheidung.

Ich hab für mich entschieden, das mein Mittel in der Demokratie eher die Analyse des Zustandes ist und ich den Volksvertretern mein Stimme gebe wenn eine Wahl ansteht. Ansonsten halte ich mich als Einzelperson im Hintergrund und akzeptiere was entschieden wird. Das klingt sehr passiv und ist es auch…aber ich wollte noch nie die Welt verändern und ich bin auch kein Dauernörgler an Politikern oder politischen Entscheidungen.

Meinem Schatz habe ich vorgeschlagen sich dann doch einer politischen Partei anzuschließen um zuerst einmal in der Lokalpolitik mitreden zu können und bei Entscheidungsprozessen im Kleinen mitzumischen.