Kappeln im März

Als ich schon nicht mehr ganz so schlimm aussah, habe ich mich an einen Tag mit meiner Schwester getroffen….ich musste ja noch ein paar „alte“ Urlaubstage nehmen, bevor sie am 31.03. verfallen würden..letztlich habe ich im März 4 Urlaubstage genommen…für die restlichen 3 Tage hat mein Chef es mit Hilfe des deutschen GF durchgeboxt, das ich diese restlichen Tage mit in den April nehmen darf. Anders hätte es mit der Arbeit überhaupt nicht geklappt.

Treffpunkt war Kappeln…da waren wir schon ca. 1-2 Jahre Jahr nicht mehr…es wurde also wieder einmal Zeit.

Wir hatten uns schon um 10 Uhr vormittags getroffen und meine Schwester hatte mich zum Frühstück in ein Hotel direkt am Hafen eingeladen….das war richtig schön dort und das angebotene Frühstücksbuffet war reichhaltig und lecker.

Später sind wir bei dem schönen Wetter erst durch die Stadt gelaufen, waren ein wenig shoppen, später sind wir an der Küste entlang geschlendert…es war kühl und windig…aber durch die Sonne war es dann doch angenehm.

Es war übrigens soo windig das in der Innenstadt Deko-Keramik von den Außen-Tischen flogen und draußen drapierte Waren vor den Geschäften davon wehten. Es klirrte und krachte an dem Vormittag des öfteren.

Auf den Bildern sieht dagegen alles ruhig und entspannt aus.

Gegen Abend sind wir noch in der „Alten Räucherei“ gewesen. Das ist ein gemütliches kleines Fischrestaurant am Hafen. Wie immer waren wir uns schnell einig: Für uns gab es Ostsee-Butt.

„Butt“ ist dabei eine Sammelbezeichnung für „Plattfische“ es kann also eine Scholle, ein Steinbutt oder eine Flunder sein…wir wissen es nicht…und es war uns auch egal – denn es war sehr sehr lecker.

Nach dem Abendessen haben wir uns dann auch zügig verabschiedet…wir wollten bei nach Hause und auf die Couch.

Mein Schwager war übrigens nicht dabei, weil er arbeiten musste. Ihm gefällt seine neue Arbeit bisher ganz gut…ich hoffe das bleibt so….es wäre den Beiden zu wünschen

Aus dem Vollen schöpfen

Während dieser ganzen Phase mit dem Abszess und der Allergie auf das Antibiotikum, konnte ich zwar so arbeiten, wie ich wollte…was mir mein Chef aber nicht abnehmen konnte, war meine Arbeit…und immer noch musste ich die letzten Jahresabschlüsse abarbeiten, während ich gleichzeitig die Tagesarbeit erledigen und die kommenden Quartalsabschlüsse vorbereiten musste.

Aber irgendwann waren alle meine 26 deutschen Jahresabschlüsse erstellt, geprüft, nachgebucht und zurück gemeldet. Alle zusätzlichen Nachbuchungen und irrwitzigen Buchungsanweisungen für Anpassungen (nur für den dänischen Konzernabschluss – also auf einer anderen Buchungs-Ebene) waren dann irgendwann ebenfalls erledigt und sogar das Problem der fehlenden/falschen Saldenvorträge aus den letzten 1,5 Jahren gelöst und wir konnten die Überträge alle noch einmal laufen lassen. Das kostete zwar wieder viel Zeit…war aber notwendig. Es war der 16. März und ich konnte endlich den letzten Haken in meiner Liste setzen.

Und genau am Dienstag den 17.März war mein Körper der Meinung er dürfe jetzt ruhig mal nicht mehr wollen. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, müde und zerschlagen…ich war im Homeoffice…habe mich aber nach ca. 2. Stunden krank gemeldet und habe den kompletten Tag auf der Couch gelegen und geschlafen. Am nächsten Tag, war der Spuk auch schon wieder vorbei.

Während dieser ganzen Wochen, seit Anfang März, hatte ich überhaupt keine Lust zu kochen….und jetzt schlug die Stunde meiner beiden (halbhohen) Gefrierschränke….tag für tag konnte ich aus dem Vollen meiner selbst gekochten und gebackenen Gerichte portionsweise schöpfen: diverse Suppen, diverse Eintöpfe, Pizza, Lasagne, Gemüsecurrys unterschiedlichster Art, Gemüse-Quiche, Blumenkohl-Frikadellen, Pilz-Kroketten, gefüllte Tacos, Auberginen-Taler, Diverse Soßen und Gemüseportionen die man schnell mit Nudeln und Reis in eine Mahlzeit verwandeln konnte…..alles Dinge die ich gerne esse und oft koche…und immer friere ich dabei etwas davon ein, auch stückweise Kuchen, Waffeln, Fladenbrot und Brot.

Inzwischen habe ich wieder Lust zu kochen….es geht mir also gut…und ich kann meine Vorräte wieder auffüllen….aber jetzt weiß ich wieder, warum ich soviel eingefroren habe – genau für solche Zeiten.

Augenblick mal….hier stimmt etwas nicht

Mein Urlaub Anfang März in Binz auf Rügen, war einfach klasse…allerdings hat mich der Abszess am Auge länger und anders beschäftigt, als mir lieb war.

Denn nach der Kontrolle bei der Hausärztin schien sich so langsam alles in die richtige Richtung zu entwickeln, der Abszess hatte sich fast vollständig zurück entwickelt, doch bereits einen Tag später begann sich die Haut um meine Augen herum, zu entzündigen…so richtig dolle. Ein paar Tage war ich geschockt…wo kommt das denn jetzt her. Auf Anraten der Hausärztin sollte ich noch mindestens 14 Tage lang weiter das Antibiotikum nehmen.

Aber so langsam kam die Erinnerung hoch wann sich die Haut um meine Augen so extrem angefühlt (und ausgesehen) hat. …ja klar – während meiner schlimmsten Stresskrise in Hessen, als ich eine schwere Hausstaubmilben-Allergie entwickelt hatte…das ist schon Jahre her – aber das Gefühl war exakt dasselbe.

Hausstaub konnte es eigentlich nicht sein…okay ich putze seit Jahren nicht mehr so exzessiv, seit ich hier oben im Norden wohne…und hatte auch nur zwei mal einen Anflug dieser Probleme…also ich putze schon Allergiker-freundlich…aber moderat.

Nun gut…wie auch immer, ich nahm weiterhin das Antibiotikum UND ergänzend dazu aus eigener Veranlassung Anti-Histamintabletten und habe meine Wohnung einmal radikal geputzt (nur für alle Fälle).

Aber es keimte ein Verdacht in mir auf…evtl. ragiere ich ja allergisch auf das Antibiotikum. Jeden Morgen (abends nahm ich die Augensalbe / morgens die Tablette – beide mit dem Antibiotikum) waren meine Augen wie verklebt und die Haut brannte noch schlimmer, alles juckte und tat weh, …die dünne Haut um die Augen war wie Pergament…keine Creme, keine Salbe brachte Linderung…dazu eine Wasseransammlung unterhalb des linken Auges, die bis in die Wange rutsche…und ich sah so schrecklich aus, das sich die Kollegen schon Sorgen machten.

Ein Kollege war perplex und erschrocken, er fragte mich, ob ich mich geprügelt hätte. Ähmm neiiiin…ich wurde nicht verprügelt (meine Chefin damals meinte auch zu mir „ich sähe nach häuslicher Gewalt aus“.

Zum Glück hatte ich noch einen Checkup-Termin bei meinem Hausarzt und ich erzählte ihm von meinem Verdacht und jaaa er meinte auch.das könnte es sein…ich solle das Antibiotikum weglassen und mit dem Antihistamin weitermachen und tatsächlich…endlich ging es mir besser…aber es hat noch fast 2 Wochen gedauert, bis ich wieder normal aussah…heute sieht man davon gar nichts mehr…evtl. habe ich ein paar Fältchen mehr um die Augen….aber zum Glück ist das in meinem Alter ja normal.

Hausarzt und die Hausärztin für Notfälle (beide in derselben Praxis) fragten mich jedes Mal ob ich eine Krankschreibung brauchen würde…neeee brauche ich nicht…natürlich konnte ich arbeiten und tat es auch. Im nachhinein muss ich aber sagen, ich konnte mich nicht immer gut konzentrieren, weil die Haut schon stark juckte und schmerzte…aber da habe ich zum Glück die Unterstützung meines Chef….ich konnte immer ins HO gehen und konnte Feierabend machen, wann ich wollte.

Bei meinem Checkup habe ich dann auch noch eine Tetanus-Impfung bekommen, mein Impfstatus war abgelaufen….das hatte zur Folge das ich ein paar Tage unglaublich gefroren habe….also Sachen gibt es hahaha.

….so jetzt wisst Ihr auch, warum ich mich so lange nicht auf WordPress habe sehen lassen…mir ging es nicht so gut.

Zufuss unterwegs : Binz immer am Strand entlang

Es war Freitag und ich bin am Strand entlang gewandert…und gewandert…und gewandert….Über Stunden, erst immer entlang der Wasserlinie…bis ich nach fast 6km am „Prora Kai“ angekommen bin. Hier konnte ich dann den ersten Blick auf den „Koloss von Prora“ werfen…den 4,5 km zusammenhängenden langen Gebäudekomplex aus der NS-Zeit…hier sollten damals Ferienunterkünfte für 20.000 Menschen entstehen…diese wurden jedoch nie fertigestellt oder in Betrieb genommen

Inzwischen wurden diese Gebäude fast komplett überholt, teilweise erweitert und in Hotels, Jugendherbergen und Ferienappartements umgewandelt. Dabei ist jeder Block 500m lang. Balkone wurden teilweise angebaut. Es gibt ein paar Restaurants und Cafès auf der anderen Seite.

Zum Anschauen ganz interessant…aber für mich wäre das nichts…viel zu groß ….

Dann führte mich mein Weg fort vom vom Strand in Richtung Baumwipfelpfad, der war noch mal ca 2,2 km entfernt.

Dann den Baumwipfelpfad hoch auf ca. 40 Meter. Ich war erst irritiert, da es erst im sanftem Anstieg immer im Kreis ging…dann war es eine Weile ebenerdig…bis es dann wieder im Kreis noch weiter hoch ging. Der Blick von ganz oben war super…allerdings konnte man die Menschen von überall auf den Ebenen reden hören…denn es hallte…hmmm nicht so ganz nach meinem Geschmack:

Das Erlebnis insgesamt im Baumwipfelpfad war ganz okay und insgesamt 1.250m lang. Lustig waren ein paar der Stationen, bei dem man sein Gleichgewichtssinn tainieren konnte.

Ich muss aber gestehen: der Schönste den ich bisher besucht habe, ist und bleibt bis auf Weiteres der „Ivenacker Baumkronenpfad“ in Mecklenburg-Vorpommern, den ich im Sommer 2020 besucht habe ( Auf Augenhöhe mit 1000jährigen Eichen)

Anschließend bin ich durch ein Waldstück zurück in Richtung Prora…ich wollte dort in einem der Cafes etwas Essen….es waren also (mit dem Umweg durch den Wald) noch einmal so ca. 3 km …dafür bekam ich aber sehr leckere polnischen Pierogi gefüllt mit Fleisch und Gemüse, mit flüssiger Butter und geschmelzten Zwiebeln…hmmmm richtig gut.

Pierogi sind gefüllte Teigtaschen, ähnlich wie „Maultaschen“ oder „Ravioli“…es gibt sie in herzhaft oder auch süß und in vielen verschiedenen Varianten.

Eigentlich hatte ich vorgehabt anschlißend mit dem Bus zurück nach Binz zu fahren (die Fahrt zwischen Binz und Prora ist in der Kurtaxe enthalten)…aber ich konnte kaum genug vom Sandstrand, dem weiten Blick und dem sanften Geräusch der Wellen bekommen…also bin ich noch einmal ca. 5km am Strand entlang gelaufen.

Freitag früher Nachmittag Anfang März und der Strand war ziemlich leer….hier komme ich bestimmt noch einmal hin:

Ich lag damit schon bei knappen gelaufenen 18km…und das ging auch nur, weil der größte Teil der Strecke durch den weichen Sand ging…aber mir taten schon die Füße so richtig weg…und zwar Beide. Die nächsten 2-3 Stunden habe ich mich dann erst einmal im Hotelzimmer erholt…habe mich ausgeruht und etwas geschlafen.

Gut das ich am Abend direkt ins Restaurant neben dem Hotel wollte….das Restaurant „Kogge“ war sehr gemütlich…aber das Essen war jetzt nicht so der Hit…das Fleisch war etwas zäh, die Bratkartoffeln schwammen im Saft des Fleisches und im Fett…waren also so überhaupt nicht knusprig.

Lustigerweise hatte ich nach dem Essen dann doch noch den Drang auf einem Abendspaziergang gespürt…seufz..und so kamen dann noch einmal knappe 2,8km zu meiner Tagesbilanz hinzu…JETZT war ich aber echt bedient…mir taten danach nicht nur die Füße weh, sondern auch ein paar andere Knochen und Muskeln im Körper..

Der nächste Tag war mein Abreisetag

Auszeit am Wasser

Ich habe schon nach einem Tag wieder meine innere Ruhe…

Der Tag gestern war aber auch richtig toll….am Abend war ich in Restaurant „Bootshaus“ – einem Fischrestaurant….das Ambiente war toll.

Ich hatte einen schönen Platz in einer Ecke (dadurch störte es mich gar nicht, das fast alle Tische besetzt waren)…es war aber auch gar nicht laut.

Der Fischteller mit Dreierlei Fisch war reichlich und lecker…dazu gab es ein Glas Sekt auf Kosten des Hauses (zur Saisoneröffnung…das Restaurant hatte erst seit einem Tag wieder geöffnet).

Auf dem Hinweg bin ich noch in den Sonnenuntergang gelaufen :

Der Rückweg lag dann schon komplett im Dunkeln….

zurück in Richtung der beleuchteten Seebrücke.

Geschlafen habe ich dann ganz okay und heute morgen habe ich die Stille im Hotel genossen. Ich hatte tatsächlich ein sehr ruhiges Zimmer…so ruhig, das ich nicht einmal meine Ohrstöpsel benutzt habe…allein das hat schon sehr zu meiner Erholung beigetragen.

Und auch meine entzündeten Stellen an den Augen und das umliegende Gewebe schwellen langsam wieder etwas ab….ich fühle mich schon nicht mehr wie Quasimodo.

Und nach einem sehr angenehmen Frühstück (ebenfalls in rrseh ruhiger Atmosphäre trotz einiger Gäste an den Nebentischen)….mache ich mich jetzt gleich auf den Marsch zum „Koloss von Prora“ und dem Baumwipfelpfad… erst  einmal wieder schön am Strand entlang…

…und dann mal sehen, was ich heute sonst noch so machen werde…ich wünsche Euch einen schönen Freitag ….

da wächst etwas…

Meine Seele hat eine kleine Auszeit aber auch dringend nötig …

Erst hat mich die Abholzung vor meinem Wohnzimmer in eine Art Schockzustand versetzt….und während dieser Phase habe ich Bakterien in mein rechtes Auge bekommen.

Während ich noch dachte, da wächst ein Eiterpickel direkt am unteren Rand meines Auges, meonte die Ärztin, es sei ein Abszess.

Was auch immer, meine eigenen Versuche damit umzugehen haben  dazu geführt, das ich mit zeitlichlichem Versatz, die Bakterien vom rechten Auge, auf das Linke übertragen habe.

Als es dann am Montag auch im linken Auge anfing unangenehm zu pieksen und weh zu tun, habe ich mich Dienstagmorgen dazu durch gerungen, meinen Hausarzt anzurufen.

Der Mitarbeiterin des Arztes habe ich von meinen Sorgen wegen meiner Augen erzählt und sie meinte freundlich und ruhig: dann kommen sie jetzt einfach vorbei. Ich war wieder einmal sprachlos, wie nett tatsächlich alle Mitarbeitenden in dieser Arztpraxis sind…echte klasse.

Sooo  jetzt habe ich ein Antibiotikum in Form von Tropfen und Salbe und den Hinweis: Sollte sich das nicht innerhalb der nächsten 10Tage auflösen, dann muss es rausgeschnitten werden….auwehhh.

Inzwischen merke ich die Wirkung des Antibiotikums: es wird gaaaanz langsam etwas besser…aber es tut immer noch in und um beide Augen herum weh…aber es wächst immerhin nicht weiter…die empfindliche Haut unter den Augen, war auch bis zum äußersten angespannt.

Heute Morgen nun, ist sie an einer ganz kleinen Stelle aufgegangen und etwas Eiter ist abgeflossen…sofort ließ der Druck auf die Haut nach.

Also doch ein Eiterpickel…keine Ahnung…ich bin nur froh, das es mir nicht mehr ganz so schlecht geht…heute Nachmittag fühlte ich, wie meine Kräfte zurück gekommen sind…der Urlaub tut mir tatsächlich schon nach kurzer Zeit, sehr gut.

Relativ spontaner Urlaub

Aufgrund der sehr deutlichen Ansage unserer HR-Abteilung , habe ich mich jetzt endlich mal um meinen Rest-Urlaub aus 2025 kümmern müssen.

Zumindest um Teile davon….also habe ich Heute und Morgen frei und als ich Anfang der Woche, noch im Bett liegend, etwas über Rügen gelesen habe…habe ich spontan nach einem Hotel in Binz auf Rügen gesucht – und gefunden.

3 Tage,  2 Übernachtungen – passt prima. Von Quickborn aus sind es ca. 335km zu fahren.

Heute Morgen musste ich noch schnell etwas für die Firma erledigen (in das spezielle System „durfen“ wir gestern nicht – aber die Zahlungen hatte ich bereits avisiert…also mussten die noch vor meinem  Kurzurlaub raus).

Aber dann ging es auf die Autobahn…ich bin mit gemächlichen 130km über weite Teile der Strecke sehr gelassen durchgekommen und bin um ca. 13.00 in Binz angekommen.

Das Hotelzimmer (2.Reihe zur Strandprommenade) war erst ab 15 Uhr bezugsfertig. Habe mein Auto abgestellt und bin direkt zum Strand geschlendert.

Das Wetter war heute einfach umwerfend…strahlend blauer Himmel, dazu mit 12 Grad leicht frisch, aber ohne starkem Wind….ich bin direkt bis ans Wasser gelaufen und dann immer an der Wasserkante entlang gelaufen….das beständige Rauschen der Wellen   löste unmittelbar eine innere Ruhe in mir aus.

So mitten in der Woche und das im März: die wenigen Menschen verteilten sich am Strand…

….bin ich froh, das ich gefahren bin…

ALLES abgeholzt – Schutzlos

….jetzt ist es tatsächlich passiert! Ich habe ja schon vor 2,5 Jahren darüber geschrieben, das die schützenden Bäume und Büsche hinter den Häusern der Wohnanlage gefällt oder zumindest zurück geschnitten werden sollen, damit der Umbau von Privatbahn zur „S-Bahn“ weiter gehen kann, dazu wird die Strecke elektrifiziert und dafür müssen Bäume und Sträucher an der Bahnstrecke weichen.

Dann passierte lange Zeit gar nichts und ich hatte insgeheim schon die Hoffnung, das es nicht so schlimm werden wird.

Seit Freitag wurde jetzt abgeholzt – rigoros – radikal.

So radikal das ich tieftraurig bin. Ich krieg mich kaum ein. Sie haben wirklich ALLES bis kurz unterhalb meines Balkons im 1. OG abgeholt…ich habe jetzt KEINEN Sichtschutz mehr…alles liegt frei: das Parkhaus, die hohen Häuser auf der anderen Seite….die kleinen Straßen….ich kann von meinem Wohnzimmerfenster direkt bis in die Fenster des Jobcenter auf dem Rathausplatz sehen….das ist gruselig.

Diese Linie ist genau die Windschneise von der ich schon mal geschrieben habe….bei Westwind (wie gestern Abend) wirbelt der Wind nun ungebremst bis auf meinen Balkon (und gestern wurde auch schon mein zusammen gerolltes Sonnendach aus der hintersten Ecke des Balkon umgeweht).

Es gibt also keinen Sichtschutz mehr, keinen Windschutz, keinen Sonnenschutz, keinen Lärmschutz, keine Privatsphäre mehr. Im Sommer wird es damit in der Wohnung heißer werden, im Winter kälter, auf jeden Fall auch nasser und windiger.

Ja es gibt noch ein paar Bäume auf der anderen Seite der Bahnstrecke, bei den hohen Häusern…aber die stehen so weit weg, das sie mir keinen Schutz bieten.

Und genau das ist es, was mich so unsagbar traurig macht…ich fühle mich auf einmal schutzlos ausgeliefert. Mein Kokon der Abgeschiedenheit, die Ruhe und Idylle sind fort.

Sonne – da ist sie wieder

Sonntagmittag konnte ich dem Sonnenschein nicht widerstehen….ENDLICH mal wieder Sonne…gefühlt waren es 2-3 Wochen ganz ohne: nur bedeckter Himmel, viel Schnee und manchmal Regen. Die Sonne täuschte aber auch tatsächlich etwas Wärme vor….hahaha es war weiterhin lausig kalt…aber immerhin hellten die Sonnenstrahlen meine Laune auf.

Ich bin nach Brunsbüttel gefahren, zum Nordostseekanal. Das Auto habe ich in der Stadt abgestellt und bin zu den Schleusen gelaufen, dann daran entlang….es war ein ruhiger Nachmittag, was ganz klar am eisigen Wind lag. Nur wenige Menschen waren unterwegs.

Aber es war sooo schön mal wieder in die Weite schauen zu können, das Gesicht in die Sonne zu halten und ganz tief die eisige Luft einzuatmen. In diesem Winter hat mich bisher kein grippaler Infekt oder Schlimmeres getroffen….ich nehme an, das liegt auch an meinen Walkingrunden bei Eis und Schnee und schlechtem Wetter.

Im großen Bogen, bin ich dann auch am Schöpfwerk vorbei gelaufen….Es ging dabei nicht um Geschwindigkeit, sondern um das bewusste Geniessen der kalten Luft und der Sonnenstrahlen…

Nach guten 8,5 km bin ich dann wieder zum Auto, hatte noch kurz zuvor in einem kleinen italienischen Eiscafe Halt gemacht.

Der Aufenthalt dort war eher skurril, als entspannend. Die ältere Bedienung stand am Tresen wie eine Statue und musste erst vom Mann hinter dem Tresen aufgefordert werden, sich zu mir zu wenden, anschließend stand sie wieder minutenlang bewegungslos als Statue. Ich wartete darauf, das sie einfach umkippt…tat sie natürlich nicht hihi.

Die andere junge Bedienung schmisss die abgetrockneten Besteckteile einzeln mit Wucht in die Behälter…und das minutenlang,…auf einem Stuhl mitten im Raum stapelten sich die Jacken der Bedienungen und auf Tisch lagen deren andere Utensilien.

Der Gastraum war klein und all das zusammen störte mein Wohlgefühl….aber naja ich musste mal dringend auf die Toilette und habe dann noch einen Kaffee dort getrunken.

Wieder zuhause angekommen, habe ich mir einen gemütlichen Abend gemacht….incl. Wäscheberge zusammenfalten und in die Schränke räumen.

kurzer Besuch

Nachdem ich die Arbeitsmail an dem Samstag abgeschickt hatte, habe ich mich um meinen Haushalt gekümmert…Schwester+Schwager wollten auf dem Rückweg aus ihrem Kurzurlaub einen Stopp bei mir einlegen. Immerhin war Valentinstag.

Ich habe die Wohnung sauber gemacht, eine frische Lasagne vorbereitet und in den Ofen geschoben

und noch einen Kuchen gebacken. Wieder den Käsekuchen hahaha… der war ja sooo lecker.

Irgendwann stellte sich dann heraus, meine Schwester hatte keine Lust auf Lasagne…kein Problem – dann friere ich diese eben portionsweise ein und habe stattdessen einen Tisch im Vietnamesischen Restaurant hier im Ort reserviert. Vom Kuchen haben die Beiden später gerne etwas mit nachhause genommen. Ich glaube die vegetarische Lasagne ist meiner Schwester immer noch suspekt…das stört mich aber nicht weiter. Ich esse sie sehr gerne.

Wir sind also zu Fuß zum Restaurant und später auch zurück gelaufen und haben uns intensiv unterhalten.

Das war ein schöner und entspannter Nachmittag…auch wenn ich innerlich immer noch wegen der Mail angespannt war…aber der Besuch hat abgelenkt. Sie haben mir einen niedlichen Blumenstrauß mitgebracht…der war soooo schön und ist auch jetzt noch schön anzusehen – und das nach einer Woche.

Gegen Abend sind die Beiden dann weiter nach Hause gefahren… und ich konnte etwas Schlaf nachholen…