Sonne – da ist sie wieder

Sonntagmittag konnte ich dem Sonnenschein nicht widerstehen….ENDLICH mal wieder Sonne…gefühlt waren es 2-3 Wochen ganz ohne: nur bedeckter Himmel, viel Schnee und manchmal Regen. Die Sonne täuschte aber auch tatsächlich etwas Wärme vor….hahaha es war weiterhin lausig kalt…aber immerhin hellten die Sonnenstrahlen meine Laune auf.

Ich bin nach Brunsbüttel gefahren, zum Nordostseekanal. Das Auto habe ich in der Stadt abgestellt und bin zu den Schleusen gelaufen, dann daran entlang….es war ein ruhiger Nachmittag, was ganz klar am eisigen Wind lag. Nur wenige Menschen waren unterwegs.

Aber es war sooo schön mal wieder in die Weite schauen zu können, das Gesicht in die Sonne zu halten und ganz tief die eisige Luft einzuatmen. In diesem Winter hat mich bisher kein grippaler Infekt oder Schlimmeres getroffen….ich nehme an, das liegt auch an meinen Walkingrunden bei Eis und Schnee und schlechtem Wetter.

Im großen Bogen, bin ich dann auch am Schöpfwerk vorbei gelaufen….Es ging dabei nicht um Geschwindigkeit, sondern um das bewusste Geniessen der kalten Luft und der Sonnenstrahlen…

Nach guten 8,5 km bin ich dann wieder zum Auto, hatte noch kurz zuvor in einem kleinen italienischen Eiscafe Halt gemacht.

Der Aufenthalt dort war eher skurril, als entspannend. Die ältere Bedienung stand am Tresen wie eine Staue und musste erst vom Mann hinter dem Tresen aufgefordert werden, sich zu mir zu wenden, anschließend stand sie wieder minutenlang bewegungslos als Statue. Ich wartete darauf, das sie einfach umkippt…tat sie natürlich nicht hihi.

Die andere junge Bedienung schmisss das abgetrockneten Besteckteile einzeln mit Wucht in die Behälter…und das minutenlang,…auf einem Stuhl mitten im Raum stapelten sich die Jacken der Bedienungen und auf Tisch lagen deren andere Utensilien.

Der Gastraum war klein und all das zusammen störte mein Wohlgefühl….aber naja ich musste mal dringend auf die Toilette und habe dann noch einen Kaffee dort getrunken.

Wieder zuhause angekommen, habe ich mir einen gemütlichen Abend gemacht….incl. Wäscheberge zusammenfalten und in die Schränke räumen.

kurzer Besuch

Nachdem ich die Arbeitsmail an dem Samstag abgeschickt hatte, habe ich mich um meinen Haushalt gekümmert…Schwester+Schwager wollten auf dem Rückweg aus ihrem Kurzurlaub einen Stopp bei mir einlegen. Immerhin war Valentinstag.

Ich habe die Wohnung sauber gemacht, eine frische Lasagne vorbereitet und in den Ofen geschoben

und noch einen Kuchen gebacken. Wieder den Käsekuchen hahaha… der war ja sooo lecker.

Irgendwann stellte sich dann heraus, meine Schwester hatte keine Lust auf Lasagne…kein Problem – dann friere ich diese eben portionsweise ein und habe stattdessen einen Tisch im Vietnamesischen Restaurant hier im Ort reserviert. Vom Kuchen haben die Beiden später gerne etwas mit nachhause genommen. Ich glaube die vegetarische Lasagne ist meiner Schwester immer noch suspekt…das stört mich aber nicht weiter. Ich esse sie sehr gerne.

Wir sind also zu Fuß zum Restaurant und später auch zurück gelaufen und haben uns intensiv unterhalten.

Das war ein schöner und entspannter Nachmittag…auch wenn ich innerlich immer noch wegen der Mail angespannt war…aber der Besuch hat abgelenkt. Sie haben mir einen niedlichen Blumenstrauß mitgebracht…der war soooo schön und ist auch jetzt noch schön anzusehen – und das nach einer Woche.

Gegen Abend sind die Beiden dann weiter nach Hause gefahren… und ich konnte etwas Schlaf nachholen…

Der eine Moment…

(Achtung: nur langweiliges Arbeitszeugs !!!)

…und dann kommt in jedem Abschluss-Jahr der EINE Moment…die EINE Situation, die mich komplett verzweifeln lässt…es sind immer wieder ganz unterschiedliche Dinge, die den Moment auslösen…aber ich WEIß, dieser Moment kommt irgendwann während des jährlichen Jahresabschluss-Marathon.

Dieses Jahr fühlte es sich lange Zeit so an, als ob der Moment in diesem Jahr dann doch nicht kommen würde…ich war ja super gut vorbereitet und habe inzwischen vieles im neuen System gut im Griff, bin innerlich viel ruhiger und es läuft, trotz all dem Chaos drumherum, bei mir eigentlich noch erstaunlich gut.

Und in dem Moment, wo ich schon nicht mehr mit diesem EINEN Moment gerechnet hatte, da kam er dann ganz unvermittelt mit einer E-Mail….die eine Anfrage, die einfach zu viel war und die mich komplett aus der Bahn geworfen hat.

Während ich also dabei war, alle Gesellschaften, rechtzeitig nach Ablaufplan, in den unterschiedlichen Stadien der Jahresabschlüsse fertig zu stellen, alle Genehmigungen einzuholen und alle und jeden rechtzeitig mit Daten zu versorgen, kam von aller höchster Stelle eine E-Mail mit der Aufforderung Daten für eine Gesellschaft für das Jahr 2025 zu prüfen und zusammenzustellen, weil die Daten in unserem System „unlogisch“ wären.

Da sich Niemand in DK dafür zuständig fühlte, hatte man meinen Namen ins Spiel gebracht. Ich hatte diese Gesellschaft jedoch schon vor genau einem Jahr abgegeben und mich nur noch um den Jahresabschluss 2024 gekümmert. Dieser wurde erst Anfang 2026 fertig (wegen fehlender externer Daten). Also hatte ich Anfang Januar 2026 endlich den Jahresabschluss 2024 in unserem alten Deutschen System fertig gestellt, für die Migration in das neue Buchhaltungs-System vorbereitet und eine Mail an die Teamleiterin in DK geschrieben und dabei auf ein besonderes Problem im Anlagevermögen hingewiesen, welche andere Kollegen in DK verursacht hatten und das ich nicht lösen wollte und vor allem auch gar nicht konnte (meine Kenntnisse in diesem Modul der Software waren nur rudimentär)

Seitdem hatte ich nichts mehr von der Teamleiterin zu dem Thema gehört…meine Buchungen standen immer noch ungebucht im Ledger und es schien sich niemand zu kümmern und jetzt kam diese Mail an MICH adressiert und auch an den Deutschen GF weil hier MEINE sofortige Antwort erwartet wurde…es wurde ein Zeitdruck aufgebaut: ich hätte alles stehen und liegen zu lassen, um die Daten in 2025 zu erläutern….Auch wenn das „Mehrarbeit“ bedeutet. Die Daten würden dringend für ein „due diligence Projekt“ benötigt.

Aber wie kann ich Daten erläutern, die nicht stimmen, da die Vorträge aus 2024 noch gar nicht gebucht waren und warum sollte ausgerechnet ich das tun, ich war an den Buchungen in 2025 überhaupt nicht beteiligt und Unterlagen dazu hatte ich auch nicht.

Gelesen habe ich die Mail übrigens an meinem freien Nachmittag Freitag vor einer Woche…man hab ich mich geärgert, das ich 1. die Mail überhaupt gelesen hatte und 2. sich alle in DK einen schlanken Fuß machen….denn seit der Umstrukturierung in der Zentrale, im letzten Jahr, gibt es keinen speziellen Ansprechpartner mehr für einzelne Gesellschaften und das führt dazu, das sich keiner mehr verantwortlich fühlt.

Ich habe ja noch diese Verantwortlichkeit für die Gesellschaften, die ich betreue, aber diese eine, betreue ich seit 1 Jahr nicht mehr.

Soooo das war der Moment der mich komplett überforderte und ich haderte den ganzen Abend und vor allem die ganze Nacht und habe überlegt, was mache ich nun. Wenn ich die Arbeit annehme, dann stehe ich vor massiven Problemen. Probleme die ich aber nicht verursacht habe. Wenn ich die Arbeit ablehne, muss ich es gut begründen und das kann sehr schnell als „Schuldzuweisung“ fehl interpretiert werden…etwas was in der Zentrale nie gut ankommt. Und es kann auch schnell als Arbeitsverweigerung interpretiert werden….etwas, was durchaus meinen Job gefährden könnte.

Ich fühlte mich überfordert von der Situation. Wäre die Mail nicht von soweit „Oben“ in der Hierarchie – also ganz oben gekommen, wäre die Entscheidung einfacher gewesen.

Irgendwann in der Nacht habe ich beschlossen, ich lehne die Arbeit trotzdem ab und schreibe es so, wie ich es immer mache: ich erkläre sehr sachlich, sehr klar und im Grundton positiv, warum diese Arbeit von mir nicht erbracht werden kann. z.b. schreibe ich nicht, das die Teamleiterin seit 1 Monat die vorbereiteten Buchungen noch nicht erledigt hat. sondern das diese Aufgabe „bestimmt noch auf ihrer sehr langen To-do-Liste“ steht.

Und das es in der Zentrale bestimmt Kollegen gibt, die bereits viel mehr Erfahrungen dem einen Neben-Modul der Software haben, während ich noch am Anfang stehe und nicht weiß, wie ich über 2 Wirtschaftsjahre hinweg die Daten aus dem System zurück drehen kann, das also nicht in so kurzer Zeit erledigen kann).

Samstagmorgen habe ich mich dann an den Firmen-Laptop gesetzt und meine Antwort geschrieben. Habe zusätzlich zu dem hochkarätigen Verteiler, der ohnehin schon mit in cc war , noch die Teamleiterin in DK und meinen deutschen Teamleiter hinzugefügt.

Ich habe den komplizierten Sachverhalt 2024 erläutert, warum der Abschluss so spät fertig wurde, wann ich die Gesellschaft übergeben habe, wann ich Kontakt zur Teamleiterin in DK hatte und das ich bei ihr vor 1 Monat um Unterstützung gebeten hatte und das die Restrukturierung der Abteilung zum gleichen Zeitpunkt die Verantwortlichkeiten verschoben hat. Das ich gerne Rede und Antwort stehe, falls noch Daten aus 2024 erläutert werden müssen, nicht jedoch für 2025.

Diese Mail war lang und es hat lange gedauert sie zu schreiben. Da sie in English erfolgte, habe ich mehrfach gelesen, um mich zu vergewissern, das meine Worte und Redewendungen nicht im Sprachenwirrwarr : Deutsch – English – Dänisch falsch verstanden werden könnten.

So die Mail war also abgeschickt – mit dem Bewusstsein, das ich jetzt durchaus in Schwierigkeiten kommen könnte. Es wäre nicht das erste Mail das Mitarbeiter, die „Widerworte“ geben, aussortiert würden…etwas mulmig war mir schon.

……

Die erste Antwort kam Montagmorgen von der Teamleiterin DK, sie würde das Problem mit dem Nebenbuchaltungs-Modul an einen erfahrenen Kollegen geben….sonst kam von ihr NICHTS.

Die nächste Antwort kam von dem Verfasser der 1. Mail. Er hatte ganz expliziert die Teamleiterin DK angeschrieben und dabei ausdrücklich uns Deutsche ausgeschlossen…..das er sich freue das sie, die Teamleiterin, sich jetzt um das Thema kümmert. Dieser explizite Ausschluss in seiner Mail…ich habe es mehrfach gelesen und meine Kollegen sehen es genau so, bedeutet, das ich jetzt tatsächlich „raus“ bin, aus dem Thema. Die Verantwortung liegt jetzt da, wo sie auch hingehört .

Trotz der Erleichterung darüber, war ich noch 1-2 Tage nervös, echt unmotiviert und auch unkonzentriert….war übermüdet und fand das alles gar nicht lustig. Und soll ich Euch etwas sagen : auch Ende dieser Woche waren meine vorbereiteten Buchungen für die Übernahme nicht gebucht….und auch die Korrekturen in dem Nebenbuchhaltungs-Modul waren nicht sichtbar….soviel zu „es ist mega eilig“ und „höchste Priorität“.

Wie eine Krake…alles gleichzeitig

Beruflich war es in dieser Woche mal wieder turbulent….das ist leider Normal bei uns, weil jetzt das „Alte“ Jahr, das für jede Gesellschaft einzeln, in mehreren Stufen, zum Abschluss gebracht werden muss, auf das Neue“ Jahr trifft, d.h. neue Jahresrechnungen müssen berechnet und angelegt, neue Steuerbescheide als wiederkehrende Zahlungen eingepflegt werden. für die Vorausrechnungen müssen die Daten des Vorjahres zusammengestellt und verschickt werden und dann kommt ja noch das Tagesgeschäft hinzu….und möglichst alles sollte gleichzeitig passieren…was natürlich nicht geht.

Dazu habe ich bei 26 Jahresabschlüssen, bereits 17 davon fertig vorbereitet, die Datennachweise zusammengestellt, alles aus der Zentrale freigeben lassen und an die Wirtschaftsprüfer geschickt und jetzt, während ich die nächsten vorbereite, kommen die ersten Rückmeldungen mit den aller letzten Buchungen von den Wirtschaftsprüfern, die ich noch umsetzten muss, um dann in unserem System die endgültigen Zahlen zu haben…und das dann wieder freigeben zu lassen und an die Prüfer zurück zu schicken. Nächste Woche sind dann die Umsatzsteuer-Voranmeldungen Dez.2025 und die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen für das Jahr 2026 fällig. Teile davon habe ich ja schon, weil ich das für die Jahresabschlüsse brauche. Warten müssen dafür andere Dinge, wie die monatlichen internen Cash-Statements, die schon seit ein paar Tagen fertig sein sollten (keine Zeit)….usw. usw.

Dabei kämpfen wir immer noch mit der neuen Software, die immer wieder Probleme macht und nicht so läuft, wie sie sollte.

Ich fühle mich wie eine Krake, versuche alles bestmöglich zu priorisieren und doch kommen immer wieder Anrufe und Mails dazwischen, die noch eiliger sind….und doch fühle ich mich in dem ganzen Trubel doch immer noch wohl damit. Das ist der Wahnsinn meines Berufs.

Es wird wohl auch ein paar Änderungen für mich geben:

Ein paar meiner kleinen Gesellschaften sollen wohl geschlossen werden. Prima, die machen nur Arbeit zu den Quartals-/Jahresabschlüssen…sind aber eigentlich ohne Nutzen für den Konzern…hahaha ich hatte schon mal nachgefragt ob man die nicht aus den quartärlichen Abschlüssen rauslassen kann….nein, das wollte man nicht…nun gut.

Ich habe nichts dagegen, wenn diese nun endgültig aufgelöst werden. Ich denke 3 werden kurzfristig aufgelöst, bei 3 weiteren müssen wir noch warten. Dann wird eine Verwaltungsgesellschaft im Laufe des Jahres sowieso aufgelöst, sowie ein alter Windpark wahrscheinlich gegen Ende des Jahres, der in diesem Jahr „zurück gebaut“ wird. Für den neuen Windpark wurde eine neue Gesellschaft gegründet (die ich nicht betreue). Die alte Gesellschaft wird dann also nicht mehr benötigt….allerdings müssen erst alle Verträge und Verpflichtungen umgeschichtet werden…das macht erst einmal noch viel Arbeit.

Das würde bedeuten das ich von den 26 Gesellschaften bis Ende 2026 insgesamt 8 Gesellschaften weniger haben könnte. DAS würde mir gut gefallen hahahaha….dann wäre meine Arbeitsbelastung endlich auf Normal-Niveau.

Allerdings befürchte ich, das dann mein Chef auf die Idee kommt, das ich ein paar seiner Gesellschaften übernehmen soll oder das die Zentrale uns noch ein paar andere Gesellschaften übergeben möchte. Na mal sehen….

Wo geht es zu den Eisbergen?

Eisberge in Deutschland klingt erst einmal absurd. Aber bereits seit letzten Freitag kam es in den Nachrichten, das bei Geesthacht (unterhalb von Hamburg, an der Elbe) tatsächlich Eisberge auf der Elbe treiben und sich zu einem Besuchermagnet entwickelt haben.

Nun ist Geesthacht tatsächlich nur 60km von meinem Zuhause entfernt…aber wenn man den direkten Weg nehmen möchte, fährt Mitten durch Hamburg hindurch (das kostet viel Zeit) oder man fährt großräumig um Hamburg herum (das kostest dann viele Extra-Km und viel Zeit). Zusammen mit der Aussicht dort auf viele Menschen zu treffen, war es dann doch nicht mein erklärtes Ausflugsziel. Aber es reizte mich schon.

Gut das ich Frühaufsteher bin. Für Sonntagmorgen hatte ich mir den Wecker auf 5 Uhr gestellt und um 6 Uhr bin ich losgefahren. Bei -5 Grad und heftigem/eisigem Wind…aber die Straßen waren frei.

An einem Sonntag kurz nach 6 Uhr morgens mitten durch Hamburg zu fahren (um zur A25 zu kommen), hatte schon fast etwas Surreales. Kaum Verkehr und viele Grüne Ampeln. Also soooo flüssig bin ich noch nie hierdurch gefahren. hahahhaa…Und nach ca. 1 Stunde war ich in Geesthacht. Habe mein Auto mitten in einem Industriegebiet abgestellt und bin dann auf vereisten Gehwegen bis zur Schleuse gelaufen.

Die Schleuse wird aufgrund der Wetterbedingungen gerade nicht genutzt….bei den vielen Eisschollen .

Okay das sind Eisschollen….aber keine Berge. Wo sind also die Eisberge?

Ich bin über die Schleuse bis auf die Elbinsel gelaufen und bin dort auf der verschneiten Insel gute 1,5 Stunden durch den vereisten Schnee gelaufen…das war sooo schön ruhig und so entspannend. Hier lief es sich auch prima.

Als ich wieder auf der Brücke ankam kam mir eine junge Frau entgegen und fragte mich: „Wo geht es denn zu den Eisbergen?“ Ich musste ehrlich antworten: ich weiß es nicht, aber ich vermute, die sind auf der anderen Seite der Brücke …also in ihre Laufrichtung, während ich mich davon entfernte.

Ich bin derweil wieder in Richtung meines Autos gelaufen und als ich dort ankam, hatte ich knappe 9,5km hinter mir und war völlig durchgefroren….der eisige Wind machte aus den -5 Grad gefühlte -10 Grad. Gut das ich heißen Kaffee und ein paar Butterbrote dabei hatte. Danach ging es wieder.

Inzwischen waren auch tatsächlich schon viele Menschen in Richtung des Stauwehrs unterwegs…also bin ich mit dem Auto nochmals in die Richtung gefahren,….und komplett über die Brücke….und tatsächlich auf der Brücke konnte ich sie bereits sehen. Auf der anderen Seite der Brücke war ein kleiner Parkplatz und ich sah, das es noch genau 1 freien Platz gab…okay – das verstand ich dann als Einladung mir die Eisberge doch noch aus der Nähe anzuschauen.

Auto abgestellt und wieder auf die Brücke…..Mütze tief ins Gesicht, Kapuze drüber und festgezurrt, um dem Wind zu trotzen

Diese Eisberge sind entstanden weil die Eisbrecher, die auf der Elbe eingesetzt werden, das Eis aufbrechen und zur Seite schieben. Dadurch türmen sie sich auf.

Inzwischen gibt es solche „Berge“ nicht nur in Geesthacht, sondern an vielen Stellen, vor allem an den Küsten.

Ich blieb nur ca 1/2 Stunde dort und dann hatte ich auch genug und bin wieder nach Hause gefahren….gelohnt hat sich der Ausflug all….und es war noch nicht einmal Mittag. Zuhause ging es dann erst einmal unter die heiße Dusche und anschließend mit einem heißen Tee auf die Couch.

Endlich mal gute Nachrichten

…und das gleich zweimal.

In dem Tauziehen um die Festanstellung meines Schwagers aus der Maßnahme der Rentenversicherung heraus, gab es Unstimmigkeiten zwischen dem potentiellen Arbeitgeber und dem Träger der Maßnahme. Nachdem sich dann der Betreuer meines Schwager bei der Rentenversicherung direkt eingeschaltet hatte, ging es auf einmal voran.

Ergebnis: Mein Schwager hat jetzt den Job endgültig und wird ab März anfangen dort zu arbeiten. HURRA. Ohhhhh man, nach so langer Zeit und quasi auf den letzten Drücker, hat er jetzt einen neuen Job. Das Praktikum dort hat ihm gefallen. Das ist ein kleiner familiärer Produktionsbetrieb und er hatte schon während des Praktikum an verschiedenen Stationen in der Produktion gearbeitet.

So eine Arbeit ist ungewohnt für ihn und das lange stehen fiel ihm auch erst schwer und sein Rücken schmerzte gewaltig…aber schon ein paar Tage später, war das mit den Schmerzen wieder vorbei. Für ihn ist es wichtig gebraucht zu werden und eine sinnvolle Arbeit zu erledigen Und das am Ende des Tages gesehen und gewürdigt wird, was er geschafft hat, das tut ihm gut.

…..und es gibt noch eine gute Nachricht.

Meine Schwester hat nun endlich eine Teil-Erwerbsminderung zugesprochen gekommen. 2x wurde der Antrag abgelehnt und mit Hilfe des Sozialverbandes und ihrer Ärzte hat es nun endlich geklappt. Nun hat sie es schriftlich, das sie weniger als 6 Stunden, aber mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Und das sie deshalb Anspruch auf eine Teil-Erwerbsminderungsrente hat.

Ich weiß zwar nicht genau, wie die das nun berechnen, da meine Schwester ja inzwischen schon ihre Arbeitszeit eigenständig verringert hatte, aber für sie ist es wichtig das sie überhaupt etwas bekommt. Viel wird es wahrscheinlich nicht sein. Sie möchte jetzt auf jeden Fall ihre Stundenzahl von 5 auf 4 Stunden täglich reduzieren. Mal sehen, wie es da weiter geht.

Egal wie die Einzelheiten dann zukünftig aussehen, erst einmal sind das gute Nachrichten….und die anstehenden 60.Geburtstage der Beiden, in diesem Jahr, können kommen.

Mein „weltbester“ Käsekuchen

Käsekuchen ist Kult und es gibt bestimmt hunderte verschiedene Käsekuchen-Rezepte und bestimmt schmecken die Meisten davon auch richtig lecker. Es gibt komplizierte Rezepte, raffinierte Rezepte, außergewöhnliche Rezepte, lange Rezepte mit vielen Zutaten, Rezepte mit sehr vielen besonderen Tricks und Kniffen, damit der Kuchen saftig, locker und lecker wird…aber ich mag es beim Backen in erster Linie: einfach.

Also gibt es bei mir auch nur ein ganz einfaches und vor allem unkompliziertes Rezept für einen fluffigen Käsekuchen…mit einem Hauch Mürbeteig als Boden:

Und da ich lange keinen Käsekuchen mehr gebacken habe, schmeckt er für mich wie der „weltbeste“-Käsekuchen überhaupt hahahah. Er ist während der Abkühlphase nur minimal zusammengerutscht, sehr fluffig und ziemelich lecker.

Bei Käsekuchen halte ich mich (eigentlich) auch an die Mengenangaben und trotzdem ist das Rezept schon wieder leicht modifiziert (in diesem Falle zumindest: Zucker-reduziert).

Für den Mürbteigboden:

125g Dinkelmehl, 75g Butter aus dem Kühlschrank, 2EL Zucker und eine Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. mindestens 30 Minuten im Kühlchrank ruhen lasenn. Dünn ausrollen und in eine mit Backpapier ausgelegte Springform zurecht drücken.

Für die Käsemasse:

5 Eier trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Eigelbe mit 90g Zucker, 60g weicher Butter schaumig rühren, dazu Zitronensaft und Zitronenschalen-Abrieb einer Zitrone und 2x Zitronen-Aroma dazu geben, mit 500g Magerquark und 3EL Mehl verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist…wenn der Teig zu flüssig ist, noch etwas Mehl hinzugeben. Vorsichtig das Eiweiß unterheben und auf den Mürbteigboden geben.

Bei 170Grad 1 Stunde im Ofen backen. Anschließend etwas auskühlen lassen, damit sich die Masse setzen kann…mir schmeckt er am Besten, wenn er noch lauwarm ist…..

Warum habe ich „eigentlich“ geschrieben…hmm eigentlich statt im Original 1kg Quark, aber ich hatte nur noch 500g Gramm hahaha und das 1TL Backpulver in die Käsemasse gehörte, habe ich erst später gelesen.. Aber es ging auch ohne.

Der Kuchen ist fluffig und cremig zugleich..was will ich also mehr.

Neuigkeiten aus Flensburg

Ich bin also letzte Woche Freitagmittag nach Flensburg gefahren. Mit einem schönen Blumenstrauß habe ich meiner Schwester zum „3.Geburtstag“ seit den Herz-OPs, gratuliert. Es war so bitterlich kalt, was vor allem an dem Ostwind lag, der durch die Stadt fegte….aber na klar haben wir das gemacht, was wir immer machen:

Wir sind in die Innenstadt gefahren, sind durch die Straßen gebummelt (ohne in Geschäfte zu gehen) und haben in einem kleinen Fischbrötchen-Laden (mehr gibt es dort tatsächlich nicht – dafür aber in „sehr lecker“) ein Fischbrötchen gegessen…anschließend ging es weiter die Fußgängerzone bis zum Ende, dann runter zur Förde und sind dann das neu aufgebaute Teilstück an der Förde entlang gelaufen.

Nach der starken Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023, mussten und werden immer noch Teile der Kaianlagen und des Hafens wieder hergestellt und dieses zuletzt fertig gestellte Teilstück, kannte ich noch gar nicht. Nein, es war nicht gerade der beste Tag um bei starkem Ostwind an der Kai-Linie entlang zu schlendern…wir mussten gegen den Wind ankämpfen…aber die Eisschollen auf der Förde hab ich vorher auch noch sooo nicht gesehen…zumindest nicht als Erwachsene.

Am Rand war das Eis noch kompakt und weiss…aber der Rest bestand aus fast durchsichtigem Eis und es bewegte sich permanent…man muss also schon ganz genau hinschauen, um zu sehen, das es sich um Eis handelt…

Man haben wir gefroren und am Anfang hatte ich bei dem eisigen Wind auch nicht sonderlich Lust dort entlang zu laufen….aber dann war es doch toll…irgendwann wurde uns endlich wärmer. Mütze auf, Kapuze drüber und festgezurrt, mit Thermohose, Winterjacke und dicken Handschuhen sind wir dort entlang gestapft und konnten es dann auch geniessen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück zur Wohnung von Schwester+Schwager…haben uns dort aufgewärmt und sind anschließend zu Dritt in ein italienisches Restaurant gefahren, welches ich im Internet gefunden hatte. Das „Ristorante I Leonie“ kannten die Beiden auch noch nicht…das gibt es so auch erst seit ca. 9 Monaten, wurde uns dort erzählt.

Und wir haben alle Drei genau das gegessen, was mich im Internet so beeindruckt hatte: Pizza und die war mega. Ich liebe es, wenn der Teig am Rand wulstig und knusprig ist, während der Boden gaaanz dünn ist…und genau das gab es hier. Meine war vegetarisch mit Artischocken, Pilzen und Zwiebeln:

Wir hatten einen schönen Abend und eventuell gibt es auch bald gute Neuigkeiten für meinen Schwager….es keimt die Hoffnung auf, das er bald eine neue Arbeitsstelle haben könnte…bisher gibt es nur eine mündliche Zusage….also noch ist nichts schriftlich fixiert. Er hat über die Maßnahme der Rentenversicherung, in der er sich seit fast 1 Jahr befindet, im Dezember ein Praktikum bei dem potentiellen Arbeitgeber gemacht.

Momentan liegt der Ball jedoch beim Träger der Maßnahme, der mit dem Arbeitgeber verhandelt, wann und wie es jetzt mit meinem Schwager weiter geht.

Meiner Schwester und mir geht das gehörig auf die Nerven: Vertrag her und fertig…was gibt es da noch zu verhandeln: Schwager+ Arbeitgeber waren sich doch einig….grrrr.

Wie immer geht es um Geld und der Träger möchte diesen Arbeitgeber nicht als Praktikums-Platzgeber für Andere verlieren….unfassbar…die sollen meinem Schwager doch dabei helfen, eine neue Festanstellung zu bekommen. Ich befürchte mal wieder das Schlimmste und hoffe gleichzeitig, das ich mich irre.

OP gelungen – aber die Seele kommt nicht klar

Heute vor 3 Jahren hatte meine Schwester die 2. Herz-OP. Die erste war nur 6 Tage zuvor, bei der sie 4 Bypässe bekommen hat. Nachdem sie die Intensiv-Station nach der ersten OP verlassen hatte, ging es ihr 2 Tage gut und dann verschlechterte sich ihr Allgemein-Zustand innerhalb eines Tages so rapide, das die Stations-Ärztin Alarm geschlagen und auf eine weitere bildgebende Untersuchung gedrängt hatte.

Zum Glück! Denn nur kurze Zeit später lag sie wieder im OP…es hatte sich Flüssigkeit im Herzbeutel gesammelt, so das das Herz keinen Platz mehr hatte, ordentlich zu schlagen. Der Körper wurde also nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Das war bei ihr schon lebensbedrohlich. Bei der OP wurde der Brustbein-Schnitt noch einmal geöffnet und zusätzlich eine Bülau-Drainage gelegt, damit sich keine weitere Flüssigkeit mehr ansammeln konnte.

Leider führte die Bülau-Drainage dazu, das sie seitdem Schmerzen hat, dort wo die Drainage gelegt wurde. An der Stelle verlaufen Nervenbahnen und eine Verletzung dieser Nervenbahnen ist wohl nicht so selten bei diesem Eingriff. Aber es ist besser bei ihr geworden. Sie kann damit gut leben meint sie selbst, auch wenn es etwas unangenehm ist.

Auf jeden Fall sind wir in unserer 3er Kern-Familie froh und dankbar, das die Stationsärztin so schnell und beharlich reagiert hat. Deshalb feiern wir in jedem Jahr diesen Tag als eine Art 2. Geburtstag.

Bis auf die Sache mit der Drainage, geht es ihr körperlich richtig gut. Die Narben am Brustbein und am linken Arm (ihr wurde ja eine Arterie am linken Arm entfernt, um diese für die Bypässe zu nutzen) sind ganz zart und fallen nicht wirklich auf. Sie hat wieder Kraft und Ausdauer und arbeitet ja auch wieder.

Und obwohl körperlich alles wieder okay ist, ein paar Einschränkungen hat sie seitdem.

Diese Einschränkungen sind allerdings psychisch. Sie ist seitdem nicht mehr seelisch belastbar. Ist schnell überfordert, kann sich schlecht konzentrieren, wirkt fahrig und bekommt immer noch schnell Panikattacken, auch wenn diese inzwischen schon nicht mehr sooft auftauchen.

Anders als ich, liebt sie eigentlich Menschenmassen und Trubel…aber seit den OPs mag sie auch keine Menschenmengen, keinen Trubel mehr, braucht auch mehr Ruhe und zieht sich lieber in ihre gewohnte Umgebung zurück. Unsere Bedürfnisse gleichen sich also langsam an. Jeder neuen, ungewohnten Situation begegnet sie nicht mehr mit Neugierde, sondern mit Überforderung und anstatt ihr mit Gelassenheit zu begegnen, kommt es zu Über-Reaktionen mit vielen Tränen und Panik.

Sie schafft es einfach nicht mehr Situationen richtig einzuordnen, alles ist immer mega-schlimm und höchstmöglich dramatisch. Während der Reha hatte sie psychologische Betreuung, die hat ihr geholfen. Und oft hilft ihr auch meine ruhige sachliche Art, immer wieder Situation besser einzuordnen. Aber wenn sie anruft ist sie erst einmal nur panisch.

Da kann man mal sehen, wie sehr Körper und Seele zusammen hängen. Die Chirurgen können zwar körperlich vieles wieder herstellen, so das der Körper wieder funktioniert – aber die Seele kommt damit nicht immer klar.

Kalter Kaffee im Mürbeteig?

Ich bin ja immer wieder neugierig auf Möglichkeiten Kuchen etwas gesünder zu backen, als die normalen Rezepte versprechen. Dabei versuche ich bewusst auf zu viel Fett und zu viel Industriezucker zu verzichten.

Und dabei bin ich auf einen Schokoladen-Kirschkuchen gestoßen, der zwar nicht diese Eigenschaften hat, aber der mich neugierig gemacht hat, durch eine besondere Zutat im Mürbeteig: kalter Kaffee.

Und schwuuups hab ich daraus meine eigene Kreation gemacht, so das der Kuchen trotzdem weniger von allem hat. Denn wer sagt eigentlich, das man sich immer an Rezepte halten muss.

Zumal ich die genauen Mengen im Fernsehen, von einer Amerikanerin die gerne viel Butter und Zucker benutzt, nicht mal komplett mitbekommen habe.

Das hier ist er nun also: mein Schoko-Kirschkuchen. Er ist gut gelungen und schmeckt…obwohl ich beim nächsten Mal eine Kleinigkeit anders machen würde.

Der Teig besteht nämlich nur aus ca. 400g Weizen-Vollkornmehl, ca. 80g ungesüßtem Kakao, ca. 80g Butter, ca. 60g Zucker, 1 Ei, etwas 1P. Backpulver und 150ml aufgebrühtem und abgekühltem ungesüßten Kaffee. Zügig zu einem Mürbeteig kneten und mindestens 1/2 Stunde ruhen lassen.

Inzwischen 2 Gläser Süßkirschen abtropfen lassen, in einem Topf geben und mit etwas Kirschsaft aufkochen lassen, mit ca. 1-2 Teelöffeln Mehl (oder Stärke) abbinden. Da die Kirschen und der Saft schon süß genug waren, habe ich nur noch etwas Zimt hinzu gegeben.

Anschließend den Teig bis auf 1cm Dicke ausrollen und in eine gefettete (oder mit Backpapier ausgelegte) Springform geben. Mehrfach in den Teig stechen und die abgekühlte Kirschmasse auf den Teig geben. Ich habe die überstehenden Ränder des Teigs bewusst leicht vom Rand gelöst und sie sanft über die Kirschmasse gedrückt…so entsteht ein etwas rustikalerer Look.

Nun bei 180 Grad Ober-Unterhitze, auf der untersten Stufe 50 Minuten backen.

Der Kuchen schmeckt echt gut….und doch ist mir der reine Vollkorngeschmack etwas zu dominant…Beim nächsten Mal nehme ich eine Mehlkombination aus 60/40 oder 50/50 : Vollkorn-Mehl/550er Mehl.

Der Teig ist nicht zu trocken (bei nur 80g Butter) und der Geschmack ist eine Kombination aus einem nur ganz leicht gesüßten Teig und den süßen Kirschen. Den Kaffee schmecke ich jetzt nicht bewusst heraus, was aber evtl. auch an dem Vollkornmehl liegt…insgesamt ist es eine gute Alternative um bewusst Zucker und Fett zu reduzieren.

Ich habe mal gelesen, das es überhaupt kein Problem ist bei jedem Kuchenrezept ca. 1/3 Zucker und Fett weg zu lassen, ohne das es sich im Ergebnis bemerkbar macht.

Den Kuchen werde ich auf jeden Fall wieder backen. Süßkirschen im Glas gehören bei mir in meine ständigen Reserve…d.h. ich habe im Keller immer ein paar Gläser davon stehen und kaufe nach, sobald ich ein paar Gläser verbraucht habe. Wer selber einkocht, hat natürlich noch mehr Kontrolle über das, was da drin ist…aber bei mir lohnt sich der Aufwand nicht.

Oder sagen wir mal so: ich bin jetzt kein Held im einkochen.