Wie eine Krake…alles gleichzeitig

Beruflich war es in dieser Woche mal wieder turbulent….das ist leider Normal bei uns, weil jetzt das „Alte“ Jahr, das für jede Gesellschaft einzeln, in mehreren Stufen, zum Abschluss gebracht werden muss, auf das Neue“ Jahr trifft, d.h. neue Jahresrechnungen müssen berechnet und angelegt, neue Steuerbescheide als wiederkehrende Zahlungen eingepflegt werden. für die Vorausrechnungen müssen die Daten des Vorjahres zusammengestellt und verschickt werden und dann kommt ja noch das Tagesgeschäft hinzu….und möglichst alles sollte gleichzeitig passieren…was natürlich nicht geht.

Dazu habe ich bei 26 Jahresabschlüssen, bereits 17 davon fertig vorbereitet, die Datennachweise zusammengestellt, alles aus der Zentrale freigeben lassen und an die Wirtschaftsprüfer geschickt und jetzt, während ich die nächsten vorbereite, kommen die ersten Rückmeldungen mit den aller letzten Buchungen von den Wirtschaftsprüfern, die ich noch umsetzten muss, um dann in unserem System die endgültigen Zahlen zu haben…und das dann wieder freigeben zu lassen und an die Prüfer zurück zu schicken. Nächste Woche sind dann die Umsatzsteuer-Voranmeldungen Dez.2025 und die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen für das Jahr 2026 fällig. Teile davon habe ich ja schon, weil ich das für die Jahresabschlüsse brauche. Warten müssen dafür andere Dinge, wie die monatlichen internen Cash-Statements, die schon seit ein paar Tagen fertig sein sollten (keine Zeit)….usw. usw.

Dabei kämpfen wir immer noch mit der neuen Software, die immer wieder Probleme macht und nicht so läuft, wie sie sollte.

Ich fühle mich wie eine Krake, versuche alles bestmöglich zu priorisieren und doch kommen immer wieder Anrufe und Mails dazwischen, die noch eiliger sind….und doch fühle ich mich in dem ganzen Trubel doch immer noch wohl damit. Das ist der Wahnsinn meines Berufs.

Es wird wohl auch ein paar Änderungen für mich geben:

Ein paar meiner kleinen Gesellschaften sollen wohl geschlossen werden. Prima, die machen nur Arbeit zu den Quartals-/Jahresabschlüssen…sind aber eigentlich ohne Nutzen für den Konzern…hahaha ich hatte schon mal nachgefragt ob man die nicht aus den quartärlichen Abschlüssen rauslassen kann….nein, das wollte man nicht…nun gut.

Ich habe nichts dagegen, wenn diese nun endgültig aufgelöst werden. Ich denke 3 werden kurzfristig aufgelöst, bei 3 weiteren müssen wir noch warten. Dann wird eine Verwaltungsgesellschaft im Laufe des Jahres sowieso aufgelöst, sowie ein alter Windpark wahrscheinlich gegen Ende des Jahres, der in diesem Jahr „zurück gebaut“ wird. Für den neuen Windpark wurde eine neue Gesellschaft gegründet (die ich nicht betreue). Die alte Gesellschaft wird dann also nicht mehr benötigt….allerdings müssen erst alle Verträge und Verpflichtungen umgeschichtet werden…das macht erst einmal noch viel Arbeit.

Das würde bedeuten das ich von den 26 Gesellschaften bis Ende 2026 insgesamt 8 Gesellschaften weniger haben könnte. DAS würde mir gut gefallen hahahaha….dann wäre meine Arbeitsbelastung endlich auf Normal-Niveau.

Allerdings befürchte ich, das dann mein Chef auf die Idee kommt, das ich ein paar seiner Gesellschaften übernehmen soll oder das die Zentrale uns noch ein paar andere Gesellschaften übergeben möchte. Na mal sehen….

Wo geht es zu den Eisbergen?

Eisberge in Deutschland klingt erst einmal absurd. Aber bereits seit letzten Freitag kam es in den Nachrichten, das bei Geesthacht (unterhalb von Hamburg, an der Elbe) tatsächlich Eisberge auf der Elbe treiben und sich zu einem Besuchermagnet entwickelt haben.

Nun ist Geesthacht tatsächlich nur 60km von meinem Zuhause entfernt…aber wenn man den direkten Weg nehmen möchte, fährt Mitten durch Hamburg hindurch (das kostet viel Zeit) oder man fährt großräumig um Hamburg herum (das kostest dann viele Extra-Km und viel Zeit). Zusammen mit der Aussicht dort auf viele Menschen zu treffen, war es dann doch nicht mein erklärtes Ausflugsziel. Aber es reizte mich schon.

Gut das ich Frühaufsteher bin. Für Sonntagmorgen hatte ich mir den Wecker auf 5 Uhr gestellt und um 6 Uhr bin ich losgefahren. Bei -5 Grad und heftigem/eisigem Wind…aber die Straßen waren frei.

An einem Sonntag kurz nach 6 Uhr morgens mitten durch Hamburg zu fahren (um zur A25 zu kommen), hatte schon fast etwas Surreales. Kaum Verkehr und viele Grüne Ampeln. Also soooo flüssig bin ich noch nie hierdurch gefahren. hahahhaa…Und nach ca. 1 Stunde war ich in Geesthacht. Habe mein Auto mitten in einem Industriegebiet abgestellt und bin dann auf vereisten Gehwegen bis zur Schleuse gelaufen.

Die Schleuse wird aufgrund der Wetterbedingungen gerade nicht genutzt….bei den vielen Eisschollen .

Okay das sind Eisschollen….aber keine Berge. Wo sind also die Eisberge?

Ich bin über die Schleuse bis auf die Elbinsel gelaufen und bin dort auf der verschneiten Insel gute 1,5 Stunden durch den vereisten Schnee gelaufen…das war sooo schön ruhig und so entspannend. Hier lief es sich auch prima.

Als ich wieder auf der Brücke ankam kam mir eine junge Frau entgegen und fragte mich: „Wo geht es denn zu den Eisbergen?“ Ich musste ehrlich antworten: ich weiß es nicht, aber ich vermute, die sind auf der anderen Seite der Brücke …also in ihre Laufrichtung, während ich mich davon entfernte.

Ich bin derweil wieder in Richtung meines Autos gelaufen und als ich dort ankam, hatte ich knappe 9,5km hinter mir und war völlig durchgefroren….der eisige Wind machte aus den -5 Grad gefühlte -10 Grad. Gut das ich heißen Kaffee und ein paar Butterbrote dabei hatte. Danach ging es wieder.

Inzwischen waren auch tatsächlich schon viele Menschen in Richtung des Stauwehrs unterwegs…also bin ich mit dem Auto nochmals in die Richtung gefahren,….und komplett über die Brücke….und tatsächlich auf der Brücke konnte ich sie bereits sehen. Auf der anderen Seite der Brücke war ein kleiner Parkplatz und ich sah, das es noch genau 1 freien Platz gab…okay – das verstand ich dann als Einladung mir die Eisberge doch noch aus der Nähe anzuschauen.

Auto abgestellt und wieder auf die Brücke…..Mütze tief ins Gesicht, Kapuze drüber und festgezurrt, um dem Wind zu trotzen

Diese Eisberge sind entstanden weil die Eisbrecher, die auf der Elbe eingesetzt werden, das Eis aufbrechen und zur Seite schieben. Dadurch türmen sie sich auf.

Inzwischen gibt es solche „Berge“ nicht nur in Geesthacht, sondern an vielen Stellen, vor allem an den Küsten.

Ich blieb nur ca 1/2 Stunde dort und dann hatte ich auch genug und bin wieder nach Hause gefahren….gelohnt hat sich der Ausflug all….und es war noch nicht einmal Mittag. Zuhause ging es dann erst einmal unter die heiße Dusche und anschließend mit einem heißen Tee auf die Couch.

Endlich mal gute Nachrichten

…und das gleich zweimal.

In dem Tauziehen um die Festanstellung meines Schwagers aus der Maßnahme der Rentenversicherung heraus, gab es Unstimmigkeiten zwischen dem potentiellen Arbeitgeber und dem Träger der Maßnahme. Nachdem sich dann der Betreuer meines Schwager bei der Rentenversicherung direkt eingeschaltet hatte, ging es auf einmal voran.

Ergebnis: Mein Schwager hat jetzt den Job endgültig und wird ab März anfangen dort zu arbeiten. HURRA. Ohhhhh man, nach so langer Zeit und quasi auf den letzten Drücker, hat er jetzt einen neuen Job. Das Praktikum dort hat ihm gefallen. Das ist ein kleiner familiärer Produktionsbetrieb und er hatte schon während des Praktikum an verschiedenen Stationen in der Produktion gearbeitet.

So eine Arbeit ist ungewohnt für ihn und das lange stehen fiel ihm auch erst schwer und sein Rücken schmerzte gewaltig…aber schon ein paar Tage später, war das mit den Schmerzen wieder vorbei. Für ihn ist es wichtig gebraucht zu werden und eine sinnvolle Arbeit zu erledigen Und das am Ende des Tages gesehen und gewürdigt wird, was er geschafft hat, das tut ihm gut.

…..und es gibt noch eine gute Nachricht.

Meine Schwester hat nun endlich eine Teil-Erwerbsminderung zugesprochen gekommen. 2x wurde der Antrag abgelehnt und mit Hilfe des Sozialverbandes und ihrer Ärzte hat es nun endlich geklappt. Nun hat sie es schriftlich, das sie weniger als 6 Stunden, aber mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Und das sie deshalb Anspruch auf eine Teil-Erwerbsminderungsrente hat.

Ich weiß zwar nicht genau, wie die das nun berechnen, da meine Schwester ja inzwischen schon ihre Arbeitszeit eigenständig verringert hatte, aber für sie ist es wichtig das sie überhaupt etwas bekommt. Viel wird es wahrscheinlich nicht sein. Sie möchte jetzt auf jeden Fall ihre Stundenzahl von 5 auf 4 Stunden täglich reduzieren. Mal sehen, wie es da weiter geht.

Egal wie die Einzelheiten dann zukünftig aussehen, erst einmal sind das gute Nachrichten….und die anstehenden 60.Geburtstage der Beiden, in diesem Jahr, können kommen.

Mein „weltbester“ Käsekuchen

Käsekuchen ist Kult und es gibt bestimmt hunderte verschiedene Käsekuchen-Rezepte und bestimmt schmecken die Meisten davon auch richtig lecker. Es gibt komplizierte Rezepte, raffinierte Rezepte, außergewöhnliche Rezepte, lange Rezepte mit vielen Zutaten, Rezepte mit sehr vielen besonderen Tricks und Kniffen, damit der Kuchen saftig, locker und lecker wird…aber ich mag es beim Backen in erster Linie: einfach.

Also gibt es bei mir auch nur ein ganz einfaches und vor allem unkompliziertes Rezept für einen fluffigen Käsekuchen…mit einem Hauch Mürbeteig als Boden:

Und da ich lange keinen Käsekuchen mehr gebacken habe, schmeckt er für mich wie der „weltbeste“-Käsekuchen überhaupt hahahah. Er ist während der Abkühlphase nur minimal zusammengerutscht, sehr fluffig und ziemelich lecker.

Bei Käsekuchen halte ich mich (eigentlich) auch an die Mengenangaben und trotzdem ist das Rezept schon wieder leicht modifiziert (in diesem Falle zumindest: Zucker-reduziert).

Für den Mürbteigboden:

125g Dinkelmehl, 75g Butter aus dem Kühlschrank, 2EL Zucker und eine Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. mindestens 30 Minuten im Kühlchrank ruhen lasenn. Dünn ausrollen und in eine mit Backpapier ausgelegte Springform zurecht drücken.

Für die Käsemasse:

5 Eier trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Eigelbe mit 90g Zucker, 60g weicher Butter schaumig rühren, dazu Zitronensaft und Zitronenschalen-Abrieb einer Zitrone und 2x Zitronen-Aroma dazu geben, mit 500g Magerquark und 3EL Mehl verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist…wenn der Teig zu flüssig ist, noch etwas Mehl hinzugeben. Vorsichtig das Eiweiß unterheben und auf den Mürbteigboden geben.

Bei 170Grad 1 Stunde im Ofen backen. Anschließend etwas auskühlen lassen, damit sich die Masse setzen kann…mir schmeckt er am Besten, wenn er noch lauwarm ist…..

Warum habe ich „eigentlich“ geschrieben…hmm eigentlich statt im Original 1kg Quark, aber ich hatte nur noch 500g Gramm hahaha und das 1TL Backpulver in die Käsemasse gehörte, habe ich erst später gelesen.. Aber es ging auch ohne.

Der Kuchen ist fluffig und cremig zugleich..was will ich also mehr.

Neuigkeiten aus Flensburg

Ich bin also letzte Woche Freitagmittag nach Flensburg gefahren. Mit einem schönen Blumenstrauß habe ich meiner Schwester zum „3.Geburtstag“ seit den Herz-OPs, gratuliert. Es war so bitterlich kalt, was vor allem an dem Ostwind lag, der durch die Stadt fegte….aber na klar haben wir das gemacht, was wir immer machen:

Wir sind in die Innenstadt gefahren, sind durch die Straßen gebummelt (ohne in Geschäfte zu gehen) und haben in einem kleinen Fischbrötchen-Laden (mehr gibt es dort tatsächlich nicht – dafür aber in „sehr lecker“) ein Fischbrötchen gegessen…anschließend ging es weiter die Fußgängerzone bis zum Ende, dann runter zur Förde und sind dann das neu aufgebaute Teilstück an der Förde entlang gelaufen.

Nach der starken Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023, mussten und werden immer noch Teile der Kaianlagen und des Hafens wieder hergestellt und dieses zuletzt fertig gestellte Teilstück, kannte ich noch gar nicht. Nein, es war nicht gerade der beste Tag um bei starkem Ostwind an der Kai-Linie entlang zu schlendern…wir mussten gegen den Wind ankämpfen…aber die Eisschollen auf der Förde hab ich vorher auch noch sooo nicht gesehen…zumindest nicht als Erwachsene.

Am Rand war das Eis noch kompakt und weiss…aber der Rest bestand aus fast durchsichtigem Eis und es bewegte sich permanent…man muss also schon ganz genau hinschauen, um zu sehen, das es sich um Eis handelt…

Man haben wir gefroren und am Anfang hatte ich bei dem eisigen Wind auch nicht sonderlich Lust dort entlang zu laufen….aber dann war es doch toll…irgendwann wurde uns endlich wärmer. Mütze auf, Kapuze drüber und festgezurrt, mit Thermohose, Winterjacke und dicken Handschuhen sind wir dort entlang gestapft und konnten es dann auch geniessen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück zur Wohnung von Schwester+Schwager…haben uns dort aufgewärmt und sind anschließend zu Dritt in ein italienisches Restaurant gefahren, welches ich im Internet gefunden hatte. Das „Ristorante I Leonie“ kannten die Beiden auch noch nicht…das gibt es so auch erst seit ca. 9 Monaten, wurde uns dort erzählt.

Und wir haben alle Drei genau das gegessen, was mich im Internet so beeindruckt hatte: Pizza und die war mega. Ich liebe es, wenn der Teig am Rand wulstig und knusprig ist, während der Boden gaaanz dünn ist…und genau das gab es hier. Meine war vegetarisch mit Artischocken, Pilzen und Zwiebeln:

Wir hatten einen schönen Abend und eventuell gibt es auch bald gute Neuigkeiten für meinen Schwager….es keimt die Hoffnung auf, das er bald eine neue Arbeitsstelle haben könnte…bisher gibt es nur eine mündliche Zusage….also noch ist nichts schriftlich fixiert. Er hat über die Maßnahme der Rentenversicherung, in der er sich seit fast 1 Jahr befindet, im Dezember ein Praktikum bei dem potentiellen Arbeitgeber gemacht.

Momentan liegt der Ball jedoch beim Träger der Maßnahme, der mit dem Arbeitgeber verhandelt, wann und wie es jetzt mit meinem Schwager weiter geht.

Meiner Schwester und mir geht das gehörig auf die Nerven: Vertrag her und fertig…was gibt es da noch zu verhandeln: Schwager+ Arbeitgeber waren sich doch einig….grrrr.

Wie immer geht es um Geld und der Träger möchte diesen Arbeitgeber nicht als Praktikums-Platzgeber für Andere verlieren….unfassbar…die sollen meinem Schwager doch dabei helfen, eine neue Festanstellung zu bekommen. Ich befürchte mal wieder das Schlimmste und hoffe gleichzeitig, das ich mich irre.

OP gelungen – aber die Seele kommt nicht klar

Heute vor 3 Jahren hatte meine Schwester die 2. Herz-OP. Die erste war nur 6 Tage zuvor, bei der sie 4 Bypässe bekommen hat. Nachdem sie die Intensiv-Station nach der ersten OP verlassen hatte, ging es ihr 2 Tage gut und dann verschlechterte sich ihr Allgemein-Zustand innerhalb eines Tages so rapide, das die Stations-Ärztin Alarm geschlagen und auf eine weitere bildgebende Untersuchung gedrängt hatte.

Zum Glück! Denn nur kurze Zeit später lag sie wieder im OP…es hatte sich Flüssigkeit im Herzbeutel gesammelt, so das das Herz keinen Platz mehr hatte, ordentlich zu schlagen. Der Körper wurde also nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Das war bei ihr schon lebensbedrohlich. Bei der OP wurde der Brustbein-Schnitt noch einmal geöffnet und zusätzlich eine Bülau-Drainage gelegt, damit sich keine weitere Flüssigkeit mehr ansammeln konnte.

Leider führte die Bülau-Drainage dazu, das sie seitdem Schmerzen hat, dort wo die Drainage gelegt wurde. An der Stelle verlaufen Nervenbahnen und eine Verletzung dieser Nervenbahnen ist wohl nicht so selten bei diesem Eingriff. Aber es ist besser bei ihr geworden. Sie kann damit gut leben meint sie selbst, auch wenn es etwas unangenehm ist.

Auf jeden Fall sind wir in unserer 3er Kern-Familie froh und dankbar, das die Stationsärztin so schnell und beharlich reagiert hat. Deshalb feiern wir in jedem Jahr diesen Tag als eine Art 2. Geburtstag.

Bis auf die Sache mit der Drainage, geht es ihr körperlich richtig gut. Die Narben am Brustbein und am linken Arm (ihr wurde ja eine Arterie am linken Arm entfernt, um diese für die Bypässe zu nutzen) sind ganz zart und fallen nicht wirklich auf. Sie hat wieder Kraft und Ausdauer und arbeitet ja auch wieder.

Und obwohl körperlich alles wieder okay ist, ein paar Einschränkungen hat sie seitdem.

Diese Einschränkungen sind allerdings psychisch. Sie ist seitdem nicht mehr seelisch belastbar. Ist schnell überfordert, kann sich schlecht konzentrieren, wirkt fahrig und bekommt immer noch schnell Panikattacken, auch wenn diese inzwischen schon nicht mehr sooft auftauchen.

Anders als ich, liebt sie eigentlich Menschenmassen und Trubel…aber seit den OPs mag sie auch keine Menschenmengen, keinen Trubel mehr, braucht auch mehr Ruhe und zieht sich lieber in ihre gewohnte Umgebung zurück. Unsere Bedürfnisse gleichen sich also langsam an. Jeder neuen, ungewohnten Situation begegnet sie nicht mehr mit Neugierde, sondern mit Überforderung und anstatt ihr mit Gelassenheit zu begegnen, kommt es zu Über-Reaktionen mit vielen Tränen und Panik.

Sie schafft es einfach nicht mehr Situationen richtig einzuordnen, alles ist immer mega-schlimm und höchstmöglich dramatisch. Während der Reha hatte sie psychologische Betreuung, die hat ihr geholfen. Und oft hilft ihr auch meine ruhige sachliche Art, immer wieder Situation besser einzuordnen. Aber wenn sie anruft ist sie erst einmal nur panisch.

Da kann man mal sehen, wie sehr Körper und Seele zusammen hängen. Die Chirurgen können zwar körperlich vieles wieder herstellen, so das der Körper wieder funktioniert – aber die Seele kommt damit nicht immer klar.

Kalter Kaffee im Mürbeteig?

Ich bin ja immer wieder neugierig auf Möglichkeiten Kuchen etwas gesünder zu backen, als die normalen Rezepte versprechen. Dabei versuche ich bewusst auf zu viel Fett und zu viel Industriezucker zu verzichten.

Und dabei bin ich auf einen Schokoladen-Kirschkuchen gestoßen, der zwar nicht diese Eigenschaften hat, aber der mich neugierig gemacht hat, durch eine besondere Zutat im Mürbeteig: kalter Kaffee.

Und schwuuups hab ich daraus meine eigene Kreation gemacht, so das der Kuchen trotzdem weniger von allem hat. Denn wer sagt eigentlich, das man sich immer an Rezepte halten muss.

Zumal ich die genauen Mengen im Fernsehen, von einer Amerikanerin die gerne viel Butter und Zucker benutzt, nicht mal komplett mitbekommen habe.

Das hier ist er nun also: mein Schoko-Kirschkuchen. Er ist gut gelungen und schmeckt…obwohl ich beim nächsten Mal eine Kleinigkeit anders machen würde.

Der Teig besteht nämlich nur aus ca. 400g Weizen-Vollkornmehl, ca. 80g ungesüßtem Kakao, ca. 80g Butter, ca. 60g Zucker, 1 Ei, etwas 1P. Backpulver und 150ml aufgebrühtem und abgekühltem ungesüßten Kaffee. Zügig zu einem Mürbeteig kneten und mindestens 1/2 Stunde ruhen lassen.

Inzwischen 2 Gläser Süßkirschen abtropfen lassen, in einem Topf geben und mit etwas Kirschsaft aufkochen lassen, mit ca. 1-2 Teelöffeln Mehl (oder Stärke) abbinden. Da die Kirschen und der Saft schon süß genug waren, habe ich nur noch etwas Zimt hinzu gegeben.

Anschließend den Teig bis auf 1cm Dicke ausrollen und in eine gefettete (oder mit Backpapier ausgelegte) Springform geben. Mehrfach in den Teig stechen und die abgekühlte Kirschmasse auf den Teig geben. Ich habe die überstehenden Ränder des Teigs bewusst leicht vom Rand gelöst und sie sanft über die Kirschmasse gedrückt…so entsteht ein etwas rustikalerer Look.

Nun bei 180 Grad Ober-Unterhitze, auf der untersten Stufe 50 Minuten backen.

Der Kuchen schmeckt echt gut….und doch ist mir der reine Vollkorngeschmack etwas zu dominant…Beim nächsten Mal nehme ich eine Mehlkombination aus 60/40 oder 50/50 : Vollkorn-Mehl/550er Mehl.

Der Teig ist nicht zu trocken (bei nur 80g Butter) und der Geschmack ist eine Kombination aus einem nur ganz leicht gesüßten Teig und den süßen Kirschen. Den Kaffee schmecke ich jetzt nicht bewusst heraus, was aber evtl. auch an dem Vollkornmehl liegt…insgesamt ist es eine gute Alternative um bewusst Zucker und Fett zu reduzieren.

Ich habe mal gelesen, das es überhaupt kein Problem ist bei jedem Kuchenrezept ca. 1/3 Zucker und Fett weg zu lassen, ohne das es sich im Ergebnis bemerkbar macht.

Den Kuchen werde ich auf jeden Fall wieder backen. Süßkirschen im Glas gehören bei mir in meine ständigen Reserve…d.h. ich habe im Keller immer ein paar Gläser davon stehen und kaufe nach, sobald ich ein paar Gläser verbraucht habe. Wer selber einkocht, hat natürlich noch mehr Kontrolle über das, was da drin ist…aber bei mir lohnt sich der Aufwand nicht.

Oder sagen wir mal so: ich bin jetzt kein Held im einkochen.

kleine Auszeit vom Alltag

Freitagmorgen im Homeoffice hatte ich mir relativ spontan einen Termin zur Thaimassage geholt. Ich musste ja nur bis 11 Uhr arbeiten. Allerdings hatte sich meine Schulung verschoben, weil eine der Teilnehmerinnen um eine leichte Verschiebung gebeten hatte…na gut…also musste ich noch 1/2-Stunde dranhängen, denn ich wollte den Inhalt der Schulung auf keinen Fall komprimieren. Alle neuen Kollegen sollen ja die gleichen Informationen erhalten.

Den Weg zur Massage konnte ich zu fuß gehen und dann gab es eine wunderbar entspannende Stunde. Anschließend bin ich noch nebenan ins Cafè gegangen, das war auch richtig nett.

Später war ich noch Einkaufen und noch später bin ich einfach durch die Gegend geschlendert.

Es war gefühlt eine kleine Auszeit vom Alltag, die ich sehr genossen habe. Das muss ich unbedingt öfter machen.

Ich merke auch, das ich die Ablenkung über Hörbuch oder Dokumentationen im Fernsehen aktuell gar nicht brauche…es reicht mir einfach die Ruhe zu geniessen. Meine Gedanken kommen zur Ruhe

die Problem-Pause-Taste

die Problem-Pause-Taste

Diese Woche war für mich sehr ruhig und entspannt. Ich versuche mich auf meine eigenen Aufgaben zu konzentrieren….die beiden Tage im Büro waren auch gut…hatte nette Unterhaltungen und einigermaßen frühe Feierabende.

Ich habe mich viel um mich selbst gekümmert….und in meinem Inneren bin ich erstaunlich entspannt…und seit ein paar Tagen bin ich so unbeschwert wie schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr…das ist mal ein gutes Gefühl.

Nein, es hat sich nicht alles plötzlich zum Positiven gewendet…aber aktuell konnte ich mehr Probleme lösen, als das Neue hinzugekommen sind hahaha. Ich schlafe besser, kann besser abschalten und lasse auch die Probleme der Kolleginnen, nicht mehr so nah an mich heran. Ohhh, dieser Zustand könnte gerne noch eine Weile anhalten.

Und seitdem falle ich nach Feierabend auch nicht mehr ausgelaugt auf meine Couch um sofort einzuschlafen. Ich bin wieder wacher und fröhlicher…so als ob ich gerade mal eine Problem-Pause-Taste gedrückt hätte.

Ich weiß es sind noch Probleme da, aber die müssen jetzt erst einmal warten. Jetzt geht es nur um Mich und meinen inneren Frieden und so konnte ich auch meinen freien Nachmittag am Freitag richtig geniessen.

Arbeiten ohne Wissen = Chaos

(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Während unseres „Fast close“ bis zum 08.01. habe ich gemerkt, das einer der jungen Konzen-Controller in einer meiner Firmen eine Rückstellung gebildet hat, die ich innerhalb des Jahres noch hätte akzeptieren können, die aber für einen Jahresabschluss nach HGB so nicht stehen bleiben konnte.

Ich habe ihn also angeschrieben, das ich seine Rückstellung gerne stornieren und dann korrekt neu einbuchen würde. Seine Antwort hat mich dann mehr als überrascht: Ja gerne – und ob ich nicht noch „mal eben“ die anderen (ca 20 Buchungen) für andere Landes-Gesellschaften, die ich nicht betreue, auch noch überprüfen könne…er kenne die Deutschen Regeln nicht. WHAT?

Es ist seine Aufgabe das für alle Gesellschaften zu machen, kennt aber die landesspezifischen Regelungen nicht? Wie kann er dann für Deutschland oder Schweden usw. solche Buchungen machen?

Freundlich, aber bestimmt habe ich sein Ansinnen abgelehnt: dazu habe ich keine Zeit, ich muss selber zusehen, das ich meine Abschlüsse rechtzeitig fertig bekomme. Gleichzeitig habe ich ihm ein paar deutsche generelle Regeln zu „Rückstellungen“ und „ausstehenden Rechnungen“ und dem Thema „Vorsteuerabzug am Jahresende“ aufgeschrieben und ihm geraten sich mit den Wirtschaftsprüfern in Verbindung zu setzen, um sich das Erklären zu lassen.

Unsere Wirtschaftsprüfer sitzen in Deutschland, sprechen aber neben Englisch auch Dänisch. Eine Antwort habe ich von dem Kollegen darauf hin, nicht mehr erhalten. Egal – das ist genau das „Über-Engagement“ was ich meine…das mache ich nicht mehr. Mein Chef fand es übrigens auch gut, das ich abgelehnt habe.

….

Mittwoch habe ich endlich den Jahresabschluss 2024 für die Firma erhalten, die ich ja eigentlich bereits im Februar 2025 abgegeben habe…Okay – ich hatte mich bereit erklärt, den Jahresabschluss noch im unserem Altsystem zu Ende zu bringen und die Buchungen in unser neues Buchhaltungssystem zu übertragen. Der Abschluss war schnell gemacht. Nur das Anlagevermögen brachte etwas mehr Aufwand, weil durch eine Änderung im Gesetz auf einmal höhere Abschreibungen für Neue Anlagen möglich waren und wir diese gerne nutzen. Ein Teil der Anlagen wird also nicht mehr linear, sondern geometrisch-degressiv abgeschrieben. Dazu mussten die Anlagen aber „anders“ aufgeteilt werden.

Aus guten Grund hatte ich bisher in unserem Neuen System dafür noch nichts angelegt. Nun musste ich aber feststellen, das Ende Dezember 3 verschiedene Konzern-Controller diese Anlagen schon im neuen System angelegt und für die Jahre 2024 und 2025 abgeschrieben haben. Natürlich war das nun alles FALSCH. Die Aufteilung der Investition auf die einzelnen Anlagegüter war falsch und die Berechnung der Abschreibung war ebenfalls falsch. Na super…warum haben die nicht mal bei mir nachgefragt oder mich wenigstens informiert? Aber gut…

Augenblicklich habe ich beschlossen: DAS sollen dann bitte schön auch die Dänischen Konzern-Controller selber korrigieren. Ich habe alle anderen notwendigen Buchungen fertig gemacht und anschließend eine Mail an die Teamleiterin in DK geschrieben: ich bin jetzt raus !! Hahahaha….mal sehen was ich jetzt für eine Antwort bekomme.

Ich stelle immer mehr fest: In der Zentrale werden immer mehr Aufgaben zentralisiert erledigt, ohne das die Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Denen fehlt schlichtweg das Wissen über die Buchhaltungsregeln in anderen Ländern, für die sie arbeiten.

Nicht umsonst habe ich vor vielen Jahren eine zusätzliche Fortbildung zum Bilanzbuchhalter gemacht. Deutschland ist eben etwas komplizierter und auch andere EU-Länder wie z.B. Italien und Polen haben ganz strenge Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen. Aber während die polnischen Kollegen weitestgehend unabhängig von der Zentrale arbeiten können, ist aus der Firmenhistorie heraus, Deutschland eng an die Zentrale gebunden…denn von dort aus werden die meisten Deutschen Gesellschaften betreut.