Der Tod hat gleich zweimal zugeschlagen

Mein Vater ist Ostersonntag gestorben 1.4. früh morgens….also eigentlich in der Nacht.

Seit der OP haben wir mit Ärzten, Pflegern und Sozialstation gesprochen, immer im ständigen Wechsel…reihum… und Donnerstagabend ist er auf die Palliativ-Station des Krankenhauses verlegt worden….Er hat alles verweigert: Nahrung, Trinken, Medikamente, er wollte keinen Zugang gelegt bekommen…kein Antibiotikum gegen die Sepsis….nichts wollte er mehr…anfangs nicht einmal Schmerzmittel. Die Ärzte wussten sich keinen Rat mehr  – auf der Station konnte er nicht bleiben, denn dort wollte man ja heilen, durfte aber nicht.

Also ist er auf die Palliativstation verlegt worden. Karfreitag sind meine Schwester und mein Schwager aus dem hohen Norden nach NRW gekommen…mein Schatz und ich aus dem Taunus….und haben unseren Vater im Krankenhaus besucht. Ich war ja bereits am Mittwoch bei ihm…aber da war er überhaupt nicht ansprechbar.

Und er war noch mehr zusammengefallen, sogar das Streicheln der Hand war ihm unangenehm…aber er hat uns erkannt….hat mich mit meinem Kosenamen aus Kindheitstagen angesprochen…auch unsere Männer hat er mit den richtigen Namen angesprochen…aber mehr als 1 Minute konnte er nicht wach bleiben….immer wieder ist er eingeschlafen….

Das letzte und klärende Gespräch mit dem Arzt hat uns dann vor Augen geführt wie es um ihn stehen könnte! Auch der Arzt würde ihm gerne helfen, aber durch die Patientenverfügung sind ihm die Hände gebunden und würde er trotzdem Antibiotika geben, so würde sich der Arzt strafbar machen…und er meinte auch: unser Vater könnte leben – wenn er nur wollte und die notwendige Behandlung zulassen würde. Aber bei manchen Patienten würde der Körper auch ohne Medikamente die Blutvergiftung überstehen.

Ich weiß nicht warum, aber ich war davon überzeugt das unser Vater, dieser zähe Hund – der sooo viel in seinem Leben überlebt hat, auch das hier schaffen würde….Wir sind bis Samstagnachmittag in der Stadt geblieben, haben bei ihm zuhause gewaschen, geputzt, Papiere gesucht und zusammen getragen….und waren noch ein paar Mal im Krankenhaus…Dann sind wir wieder nach Hause gefahren….aber der Abend war noch nicht ganz vorüber das kam die Nachricht aus dem Krankenhaus: 39 Grad Fieber – aber nichts Lebensbedrohendes…

Ich war total durch den Wind  und mein Schatz und ich sind dann ca .1 ½ Stunden an der frischen Luft gewesen und haben geredet…vorher noch mit meiner Schwester abgestimmt…ich fahre erst morgen früh….wir müssen ja auch mal schlafen – und ich würde dann Ostersonntag wieder hin fahren und bleiben und ihn begleiten bis zum Schluß…so mein Plan….

Nun gut – kurz nach 3 Uhr nachts kam der Anruf meiner Schwester, das unser Vater tot ist… zu spät – jetzt brauch ich mich auch nicht mehr zu beeilen….so hab ich für mich entschieden ich bleibe Ostersonntag hier…weil wir bei meiner Quasi-Schwiegermutter eingeladen waren…und ihr Mann liegt ja zuhause auch im Sterben…gegen Abend hieß es ….das dauert jetzt nicht mehr lange….aber irgendwann musste ich nach Hause…ich  hatte für den nächsten Tag 11 Uhr bereits den Termin mit dem Bestatter….in NRW…..und wollte dann insgesamt 3 Tage bleiben für die  Formalitäten usw….

Nun der Mann meiner Quasischwiegermutter hat noch einen Tag durch gehalten und ist Ostermontag gegen Mittag gestorben….mein Schatz war bei seiner Mutter als sie auf den Arzt und später auf den Bestatter gewartet haben, während ich allein in der Wohnung meines Vaters war um etwas Ordnung in sein Chaos zu bringen….das allein sein tat gut

„Frohe Oster“ werde ich so schnell nicht mehr sagen können ohne an Ostern 2018 zu denken.

Das ist jetzt erst einmal die reine Geschichte, die Fakten…das Verarbeiten, hinterfragen und reflektieren kommt erst später…JETZT muss ich funktionieren….und das tue ich – ich funktioniere – kläre / mache / tue – räume aus / bringe weg / die Maschinerie der Nachlassverwaltung ist angelaufen…das Verarbeiten und trauern – das kommt später  –  jetzt muss ich handeln….

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Zuviel Leben in zu kurzer Zeit und der Tod ist präsent

Die letzten Wochen waren nicht leicht.

Manchmal scheint das Leben zu stagnieren und dann passiert so viel auf einmal, das es auch für ein paar Jahre reichen würde…Mir ist es im Moment einfach zu viel…und ich wünsche mir wieder etwas mehr Routine und Banalität zurück.

Ich habe mich mit dem besten Freund meines Schatzes überworfen…auf die Nerven ist der mir schon eine Weile gegangen, aber vor ein paar Wochen ist das echt eskaliert, weil ich ihm mal sehr deutlich und klar gesagt habe was mir auf der Seele brannte…mein armer  Schatz stand dazwischen, aber ich hab ihm gesagt, er soll sich ja da raus halten, sich auf keine „Seite“ schlagen, also auch nicht auf meine…ich kann meine Disputs immer noch alleine austragen.

Der Mann meiner Quasi-Schwiegermutter ist sehr schwer an Krebs erkrankt und wird jetzt in den nächsten Tagen zum Sterben nach Hause geschickt. Er leidet sehr stark unter Schmerzen und meine Quasi-Schwiegermutter benötigt jetzt mehr Hilfe und seelischen Beistand. Mein Freund und ich reden jetzt ständig über Patientenverfügungen, Vollmachten, Testament nach Berliner Model, Erbrangfolge, Witwenrente und über das Sterben und den Tod.

Während der Autosuche hatten mein Schatz und ich auch noch einen Autounfall mit seinem alten Auto…es ist niemand von uns zu Schaden gekommen, aber das Auto ist jetzt ein wirtschaftlicher Totalschaden und mit dem neu gelernten Wort „irreführendes Blinken“ hat mein Schatz auch noch Teilschuld….nun gut – also muss das neue Auto jetzt sehr schnell angeschafft werden, schneller als geplant, damit auch teurer und vor der geplanten Zeit. Damit entfällt eine Teilfinanzierung über eine Bank, da mein Schatz ja erst Anfang des Monats den Job gewechselt hat….Seufz….aber auch dafür haben wir eine Regelung getroffen. Aber es bleibt eine Menge Papierkram mit den Versicherungen, Gutachter und mit dem Autohaus ….Das alte Auto steht jetzt leider noch in Garage – das neue Auto muss zwischenzeitlich eben draußen stehen….

Mein Stresslevel ist damit schon ziemlich hochgekocht, da kommen noch die Zahnarzttermine:  mein Schatz benötigt ein Implantat und noch so einiges anderes…und die Zahnärztin hat bei mir fest gestellt, das meine gesamt Kaumuskulatur sehr stark verkrampft ist und ich durch zu viel Druck meine Zähne zermalme…Ein Zeichen von Stress oder zu starken Muskeln im Kiefer.  Wenn ich mir jetzt noch meine leider wieder akuten Magen-Darm-Beschwerden eingestehe (über die ich nie rede, die aber seit Jahren immer wieder auftauchen) dann muss ich leider sagen: es ist der Stress…

…dann hat es uns Beide auch noch mit einem 2. Grippe-Schub erwischt…und trotzdem sind wir arbeiten gegangen.  Meine Schwester hat unseren Vater in der letzten Woche mehrfach nicht erreicht und die Krankenhäuser in seinen Wohnort abtelefoniert und tatsächlich – er war im Krankenhaus und hat nicht einmal Bescheid gegeben und auch nicht, als er entlassen wurde.  Polypen wurden entfernt.

und in dieser Woche hab ich eigentlich Urlaub, da erreicht mich die Nachricht das mein Vater mit einem  Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde….Komplett dehydriert, in körperlich sehr schlechtem Zustand, er hat wohl mindestens einen Tag gelegen ohne das es jemand mit bekommen hat. Er war nicht ansprechbar, hat eine beginnende Lungenentzündung  und die Ärztin sprach von einem Magengeschwür Ich bin also hingefahren (270km) Mein Vater war überhaupt nicht ansprechbar und hat sich vor Schmerzen gewunden. Erst im Laufe der Untersuchungen ergab sich eine so stark entzündete Gallenblase das die Ärztin von einer Blutvergiftung sprach…

Meinem Vater wurde also sehr kurzfristig die Gallenblase heraus operiert…Er brauchte mehrere Bluttransfusionen und bisher geht es im noch nicht viel besser…so richtig ansprechbar ist er immer noch nicht.  

Da mein Vater nicht ansprechbar war, konnte er sich bei der Einlieferung nicht richtig anmelden, auch nicht der OP zustimmen…und auf einmal muss ICH entscheiden….Meine Schwester und ich sind laut der Patientenverfügung berechtigt für ihn zu entscheiden, wenn er es nicht mehr kann….und auf einmal musste ich schnell Entscheidungen treffen – was ich auch tat…hab mich aber per Telefon mit meiner Schwester abgestimmt… Puh – das ist schon ein immenser Druck den ich da gespürt habe, die Verfügung so zu interpretieren das es dem Willen meines Vaters auch tatsächlich entspricht .

Ich hab im Krankenhaus auch mit der Sozialstation gesprochen – die sind dort total nett und helfen uns nun: die stellen jetzt bei der Krankenkasse den Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad….und helfen uns bei der Entscheidung  ob ein ambulanter Pflegedienst, eine Kurzzeitpflege oder eine Pflegeheim für unseren Vater vernünftig wäre. Alleine Leben wird so nicht mehr funktionieren – ich hab in seiner Wohnung mal den Kühlschrank auf gemacht….und mich in der Wohnung umgeschaut….hmmm wofür bezahle ich eigentlich die Putzfrau, nur fürs Fensterputzen?

Ich bin durch all das sehr schnell gereizt, fühle mich schnell angegriffen und  gehe leicht in die Luft…da auch im Job aktuell vieles passiert und eigentlich meine volle Aufmerksamkeit erforderlich ist…ich bin gerade sehr dünnhäutig ..

 

Wanderung bei Sonnenschein im Schnee

Wanderung bei Sonnenschein im Schnee

Da wohne ich im Taunus…Der Feldberg wird von der Sonne angestrahlt und es ist eisig kalt….ich konnte nicht widerstehen und bin heute unterhalb des Feldbergs durch den Taunus gewandert bei strahlend blauem Himmel und -2 Grad mit viel eisigem Wind…alles war mit einer gefrorenen Schneeschicht bedeckt…und ich hab schon zu Anfang die Wanderwege verlassen und bin einfach querfeldein gelaufen…über Stock und Stein…immer den Berg hinauf…(die Wanderwege schlängeln sich dagegen in Serpentinen hinauf…sind aber auch seeehr glatt)…mit jedem Schritt bin ich in die gefrorene Schneeschicht eingesunken…lach…das war schon echt anstrengend…aber auch sehr entspannend…

Natürlich kam es, wie es kommen musste, irgendwann wusste ich nicht mehr wo genau ich mich eigentlich befinde…es gibt nur 2 Orientierungspunkte: OBEN = Feldberg / UNTEN = Taunus…wo genau sich der Parkplatz befindet: KEINE Ahnung…

Das war aber auch egal…ich bin immer wieder an und über kleine Bachläufe gelaufen und die Kälte hat dort wunderschöne Eisgebilde hervor gebracht. Das Bild hab ich dort auch gemacht….letztlich war ich nur knapp 10km von meinem Zuhause entfernt und fühlte mich wie in einem Hochgebirge…

Richtig abenteuerlich wurde es dann, als ich doch wieder zu meinem Auto wollte und ich manchmal mehr die Hänge runter gerutscht – als gelaufen bin, keine Wanderwege mehr fand, die Weg-Markierungen aufhörten…es war keine Menschenseele in der Nähe und von der Straße hörte ich auch GAR NICHTS mehr….und zu guter Letzt hab ich soviel mit dem Handy fotografiert, das der Akku bei weniger als 4% Ladung abschaltete…aber GPS-Ortung hab ich eh noch nie benötigt – das ging bisher mein ganzes Leben auch ohne.

Wie gesagt: mir war klar ich muss bergab….aber ob weiter links oder Rechts…KEINE Ahnung….also einfach drauf los gelaufen…..Warm angezogen war ich… eine Flasche mit Wasser und einen leichten Snack hatte ich ebenfalls dabei und ein paar Euro für den Fall aller Fälle….

Ich bin also immer weiter laufen und irgendwann kam ich wieder an die Straße ….mit etwas Logik war mir dann klar, ich war unterhalb des Parkplatzes….und damit viel zu weit nach links abgekommen….bin dann den Rest wieder bergauf an der Straße entlang ..und nach knapp 1km war ich dann wieder am Auto.

Eine herrliche Wanderung war das insgesamt…und damit auch eine weitere Sporteinheit in dieser Woche…

Möbelwahl – gar nicht so leicht

Möbelhäuser können ja so anstrengend sein…lach….lange Wege, viel zu sehen…und viel zu entscheiden.

Wir sind in eines dieser großen Möbelhäuser gefahren, die elendig viel anbieten….und die Auswahl an Sitzmöbeln war….enorm. Nun gut, da ich relativ klare Vorstellungen davon habe, WAS ich möchte und WIEVIEL ich maximal ausgeben mag, schränkte das die Auswahl schon etwas ein….aber es gab trotzdem noch genug.

Interessanteweise sind wir an einem  Sofa-Programm hängen geblieben, wo man mittels Baukastensystem alles selber zusammenstellen konnte…. Kaltschaum oder Federkern, Sitzhöhe, Sitztiefe, Rücklehnen, Kopfstützen, Chaiselongue, Langteil, 2er, 2 1/2/, 3er, 4er…. mit Bettkasten oder Ohne, mit Auszug oder Ohne, mit ….mit ….. mit….

Puhhh…zum Glück war da ein doch netter und auch kompetent wirkender Verkäufer, der uns schnell die wichtigsten Infos und Teile präsentiert hat, dann sind wir noch  bestimmt 30 Minuten alleine durch die Ausstellung gelaufen und haben über alles diskutiert….letztlich sind wir doch zu der Couch wieder zurück gekehrt (die aus dem Baukastensystem) die uns dabei am Besten gefallen hat und vom Grundpreis eben nicht zu teuer war:

Dann also mal zusammengefasst das Ergebnis:  Eine Couch in U-Form…3,06m breit, ein Chaiselongue-Teil an dem einen Schenkel, ein 2er Mittig und ein 2 1/2er auf dem anderen Schenkel, mit Federkern in einem Ecru-farbenem Stoff …..Grundpreis ohne Schnick-Schnack und mit Kopfstütze: 2.900 EUR….mit einer Rabattaktion (was auch sonst – solche Möbelhäuser haben ja immer irgend eine „neue“ Rabatt-Aktion“ lagen wir bei 2.300 EUR….

Hmmm – da muss ich noch eine Nacht drüber schlafen und was fragt der Verkäufer? Was für eine Zahl dort stehen müsste, das ich KEINE Nacht mehr drüber schlafen muss…. Interessant – so etwas bin ich noch nie gefragt worden: ich lach und sage 1.800 EUR  – nee mal im Ernst also 2.000 EUR.

Der  Verkäufer war jovial und in Redestimmung – und meinte HEUTE könnte er mit seinem Chef sprechen – der wäre in einer entsprechenden Laune…wahrscheinlich sagt er das allen Kunden um ein Gefühl der Exklusivität zu erzeugen– trotzdem fand ich es nett und als er wieder kam lag der Preis bei 1.970 EUR…. 

Bei dem Preis hab ich dann unterschrieben….Auch wenn wir uns ziemlich sicher sind keine reellen 1.000 EUR Rabatt erhalten zu haben, sind die 1.970 EUR für diese Couch ein reeller Preis – und darauf kommt es an. Die Lieferung und Montage sind ebenfalls enthalten und kurz vor meinem Geburtstag soll geliefert werden….FREU.

Meine alte Couch ist inzwischen ca. 12 Jahre alt….war mal hellbeige (heute ist es eher ein schäbiges Dunkelbeige vom vielen sauber machen), die Sitzfläche ist an einigen Stellen durch gesessen und die Rücklehne besteht aus Kissen, die ich schon seit einigen Jahren mittels zusätzlicher Kissen stütze…mit anderen Worten – es wird jetzt dringend Zeit für einen Couch-Wechsel….

 

Der Käfer gewinnt

….die Probefahrt gestern im Beetle (seeeehr schick in Metallic-grau mit Längsstreifen über Motorhaube-Dach-Kofferaum) war echt klasse. Dazu in „Sandstorm-Yellow“ (wirkt wie ein dreckiges ocker-orange – sieht klasse aus) die Felgen und Teile der Armaturenfront. Hätte auch  nicht gedacht, das ein großer Mann soviel Platz für Beine und Kopf darin findet…und ich als Beifahrer hab mich auf Wohl gefühlt…die Sitze sind sehr komfortabel und halten mich auch bei etwas ruppigeren Kurvenbewegungen im Sitz.

Die 150PS (ich dachte es wären 170 – schade) sind absolut notwendig um das sehr schwere Gefährt doch noch spritzig erscheinen zu lassen, 170PS wären echt besser gewesen…aber das Auto liegt gut auf der Straße, fährt super…

Wir standen auf einem Parkplatz und mein Schatz meint ich solle ein paar Fotos mit ihm und dem Auto machen. Na klar…mach ich …und da kam sie wieder – diese komische Frage:

….Und? Steht mir das Auto?  – ich könnte mich kugeln vor lachen – es klingt als ob eine Frau gerade ein neues Kleid anprobiert. Aber das Auto „steht ihm“ tatsächlich….lol….dieser Beetle wirkt nicht, wie ein Frauenauto, sondern wirkt schon sportlich-kraftvoll…also ein Männer-Auto.

Es gibt eigentlich nur 2 Argumente gegen das Auto: es fehlt das sehnlichst gewünschte Sonnendach und der Preis ist doch sehr hoch….Das Auto ist aber auch gerade mal 1 Jahr alt und hat nur 7.000KM auf dem Tacho….und besitzt eine ganze Menge Schnick-Schnack an Serien-und Sonderausstattung….und der Wagen ist qualitativ hochwertig gebaut – also kein Plastikauto.

Mir wäre der Preis für ein Auto definitiv zu hoch – aber das muss sich mein Schatz überlegen….da werde ich ihm nicht reinreden….Mein Auto war mit 14TEUR als Tageszulassung ein echtes Schnäppchen – ist aber auch in Verarbeitung und Ausstattung nicht so hochwertig wie dieser VW.

Aktuell sieht es so aus – als ob der Käfer gewinnt….aber wer kann das schon so genau sagen…

Probefahrt und der Kampf im Tierreich

Heute nutzen wir den Tag um eine Probefahrt zu machen und später streifen wir noch durch ein Möbelhaus um für mich eine neue Couch zu suchen.
Der Mann an meiner Seite fährt BMW….seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten…immer BMW, einen 3er, einen 5er, aktuell einen 1er…
Und ratet mal was er gerne wieder hätte…..GENAU … einen BMW.
Aber der Schnösel in ihm möchte eigentlich kein Auto mehr fahren, was inzwischen von sehr vielen Menschen gefahren wird, die nicht so aussehen wie typische BMW-Fahrer. Dabei ist in seinen Augen der typische BMW-Fahrer inzwischen nicht mehr das, was er mal war, sondern zwischen 20-35, sieht aus wie ein Tagelöhner mit Hang zur Goldkette und spricht rudimentäres Deutsch…
Also was möchte der Schnösel dann lieber fahren? Etwas teures, nicht alltägliches, was nicht jeder hat und was man nicht zu oft auf der Straße sieht. Nein, NEIN dieses „Viech“ aus dem Tierreich ist viel zu teuer, viel zu snobi und als normaler Angehöriger der deutschen Mittelschicht wirkt das einfach überkandidelt. Wie immer kann ich bei Männern den Hang zu Autos als Statussymbol nicht nachvollziehen – vor allem wenn man sich mit einem Jaguar über seinen eigentlichen Status hinaus präsentieren möchte.
Aber jetzt hatte er auf einmal einen Vorschlag – den finde ich gut… und er ist inzwischen Feuer und Flamme für einen dieser „NEUEN“ Beetle mit 170PS.
Und genau mit so einem Käfer der neueren Art werden wir heute eine Probefahrt machen….also ER…ich werde nur daneben sitzen…lach…

Freiheit die ich meine

In der letzten Zeit denke ich ab und an mal wieder daran, mir erneut ein Ehrenamt zu suchen….

Nanu – warum das denn? Hab ich nicht genug zu tun mit meinem Job, 3x in der Woche Sport, Haushalt und Freund? Lechze ich nicht ständig danach, Zeit zu haben,  abzuschalten und einfach zu faulenzen…nichts hören, keine Verantwortung…einfach nur das tun, wozu ich Lust habe.

Jaaaaaa – doch schon….andererseits fällt mir des Öfteren auf, das ich im Privaten nicht mehr so ausgelastet bin…ich trainiere ja nur für die eigene Fitness – nicht mehr für Turniere, ich brauche meinen Schatz nicht mehr bei den Bewerbungen zu unterstützen oder ihn zu unliebsamen Dingen zu drängen – er hat ja seinen Job jetzt,  ich mache ja auch keine Vereinsarbeit mehr, die mich zeitlich bindet und ich finde es aktuell nicht sehr erfüllend meine Freizeit ausschließlich mit  kochen, waschen, bügeln zu verbringen.

Das Wetter läd auch nicht dazu ein,  sich ständig draußen aufzuhalten, auf dem Balkon zu sitzen oder sich stundenlang  in Feld und Wald zu bewegen.

Ohhh Schreck …ich bin nicht ausgelastet…oder sagen wir lieber ich habe aktuell NICHTS was mich genügend von meinem Alltag ablenken kann…

Eigentlich vermisse ich die Freiheit, einfach Dinge zu tun…dabei habe ich alle Freiheiten der Welt alle möglichen Dinge tun zu können….aber ich mache es nicht… Ich stecke ohne wirkliche Not in einem Dilemma…WAS fange ich mit meiner Freizeit an…

So etwas wie Langeweile kenn ich eigentlich nicht…hab ich auch nicht, ich hab nur keine Lust die Dinge zu tun, die ich sonst tue…mir fehlt Abwechslung….aber eigentlich will ich die auch nicht….ja WAS möchte ich eigentlich….?

Noch vor 1-2 Wochen hätte ich gesagt: ich brauche meine Ruhe und möchte ausspannen….jetzt hab ich Urlaub und möchte meinem Hamsterrad entfliehen…also doch ein Ehrenamt, eine Weiterbildung oder einfach eine neue Sprache lernen?

Ist das die Veränderung und Freiheit von der ich eben gesprochen habe?  Eher nicht. Es gibt eigentlich nur 2 Situationen in denen ich mich wirklich frei fühle:

Wenn ich bei 25 Grad und Sonnenschein auf meinem Rad sitze und über Feld- und  Waldwege einfach ohne Ziel und Zeitdruck fahre…einfach drauf los…mal hier abbiegen- mal da einen Weg erkunden….anhalten schauen, weiter fahren… DAS ist meine Form der Freiheit. Da fühle ich mich lebendig – kraftvoll – eins mit mir – das lässt mich strahlen .

Und manchmal überkommt mich auch dieses Gefühl wenn ich im Auto sitze und auf die Autobahn fahre und einfach drauf losfahren könnte….einfach immer weiter fahren, ohne anzuhalten – ohne nach zu denken…das sind ganz kleine Momente sich frei zu fühlen…

Manchmal fühlt es sich so an, als müsste ich mein Leben noch einmal radikal verändern…damit ich mich nicht mehr so fremd bestimmt fühle…aber das geht nicht – ich bin ja nicht mehr alleine….Wäre ich jetzt ohne Partner, ich glaube ich würde noch einmal einen Neu-Anfang starten…So wie ich es schon 3x in meinem Leben gemacht habe…. Ich habe schon ein paar sehr unterschiedliche Leben geführt….

… und ich glaube ich schrecke davor zurück, das mein jetziges Leben (was ich ja eigentlich sehr liebe und auch schön finde) das ist, was mir bis zur Rente genauso erhalten bleibt…..Ja ich glaube fast, es erschreckt mich… Jahreslang war mein Motto „Nichts ist so beständig, wie die Veränderung“ und ich hab mich nach Halt und Beständigkeit gesehnt….Jetzt wo ich keine Sorgen mehr habe, erscheint mir die Zukunft zu beständig und vorher bestimmt.

Ich glaube es ist einfach an der Zeit das der Winter vorüber geht und ich wieder mehr nach draußen kann…