Ich muss Reisen

Ich muss also Morgen mal wieder Reisen…beruflich…und hab es mir sogar selber eingebrockt.

Im Mai eines jeden Jahres finden bei uns die Personalgespräche statt und als ich meinen Chef daran erinnerte mit mir einen Termin zu vereinbaren, hab ich vorgeschlagen, das wir das in diesem Jahr doch nicht mit Teams machen müssen, sondern ich dafür in die Zentrale kommen könnte.

Immerhin liegt mein letzter Besuch schon 7 Monate zurück…und außerdem brauche ich noch ein Meeting mit dem Kollegen, der mich noch weiter in die Feinheiten unseres Rechnungsprogramm einweisen kann, damit ich als Key-User dann auch das Customizing selber pflegen kann.

Mein Chef fand die Idee ausgezeichnet und so hab ich die Termine fixiert….dann hab ich mich mit dem Controller abgestimmt, ob er auch mit nach Dänemark kommen will…evtl. hat er ja auch etwas zu klären…ich würde aber auch alleine fahren….aber es würde ich ja wieder anbieten, unsere Termine zu koordinieren…dann rechnen sich die 400km mit einem Mietwagen wenigstens. Ja, nein, ja, nein…letztlich hat er sich entschieden, er fährt mit.

Den Termin für die Herdreparatur hab ich ja verlegt, so kann ich freier planen. Ich werde Morgen also bis gegen Mittag im Homeoffice arbeiten, anschließend ins Büro nach Hamburg fahren…..und am Nachmittag bekommen wir den Mietwagen und fahren dann nach Dänemark, wo wir am Abend ankommen werden. Die Hotelzimmer sind reserviert…das Hotel gehört familiär zur gleichen Firma und die Zimmer sind toll…ich hab bisher immer gut schlafen können.

Der gesamte Dienstag ist inzwischen voll mit Terminen verplant (wenn, dann muss es sich auch lohnen mal wieder Vorort zu sein) und am späten Nachmittag fahren wir dann wieder nach Hause. Eine 2. Übernachtung wäre zwar möglich…aber zum Glück sind wir uns da einig, lieber wieder nach Hause fahren zu wollen. Wir wechseln uns beim Fahren ab, da ist das kein Problem.

Gut, das ich mich inzwischen soweit erholen konnte, das die Fahrt überhaupt machbar ist…Husten muss ich nur noch ab und an, meine Herzfrequenz normalisiert sich weiter und ich bin nicht mehr so schlapp…aber immer noch kurzatmig.

Eigentlich freue ich mich mal wieder auf die Kollegen in der Firmenzentrale und auch auf meinen Chef…aber ich reise eben nicht so gerne.

Was ist normal?

Sonntagmorgen auf dem Balkon…heute ist es wieder windstill und da reichen die 13 Grad, um sich mit Kaffee, Jacke und Decke nach Draußen zu setzen…Füße auf dem Hocker und Laptop auf den Knien, aus dem Kaffeebecher neben mir, dampft der heiße Morgenkaffee.

Da das Haus in dem ich wohne, nicht mitten im Nirgendwo steht, sind auch jetzt schon Menschen in den Häusern drumherum, auf ihren Balkonen, vor den Häusern….telefonieren bei geöffnetem Fenster, unterhalten sich,….jetzt nicht laut oder durchdringend…alles im normalem Rahmen….angemessen für einen Sonntagmorgen um 9.18 Uhr….

…und doch fällt es mir gerade schwer, das hinzunehmen…hatte ich mich doch sofort nach dem Aufstehen flugs hierhin gesetzt, um noch für ein paar Minuten, 1/2 Stunde wenigstens, die Stille des Morgens für mich zu haben.

Da ist es mal wieder… dieses Extreme bei mir. Flugzeuge die über das Haus fliegen oder die S-Bahn, die alle 20 Minuten vorbei fährt, stören mich nicht….aber Menschen die weit entfernt sind und normal laut sprechen, Wecker die leise irgendwo klingeln, Musik die von irgendwoher leise rüberschallt, triggern mich so, das ich es nicht schaffe, es zu ignorieren.

Ich verstehe ja, das laute Musik, lautes Reden und Party (wie in der letzten Nacht aus dem Nebenhaus) mich stören….aber an einem Samstagabend hab ich dafür Verständnis…setze die Kopfhörer auf, mache die Balkontür zu und gut ist.

Aber normale Lebens-Geräusche sollten mich doch nicht so triggern, das ich schon wieder nach den Kopfhörern greife.

Das hier ist normales Leben, mit normalen Geräuschen…nichts davon ist unnormal…nur ich – ich fühle mich mit dieser Überempfindlichkeit auf Geräusche mal wieder wie ein Exot – wie ein Fehlexemplar.

…noch während ich das hier schreibe, ist alles um mich herum wieder ruhig geworden und ich lausche wieder auf das Vogelgezwitscher und schaue einem Eichhörnchen beim Klettern zu….jetzt ist meine Welt wieder in Ordnung…und ich bin wieder entspannt.

Seit ich hier wohne, hab ich mich bereits an viele Lebensgeräusche gewöhnt….und meistens schaffe ich es auch, mich nicht davon triggern zu lassen….und falls doch, dann setze ich eben die Kopfhörer auf und höre ruhige Musik oder „Weisses Rauschen“.

Meine Nachbarn unter mir haben z.B. wieder einmal vergessen über das Wochenende ihren elektrischen Wecker auszustellen und sind weggefahren…..also tutet es jetzt ZWEI Stunden von 5:30 – 7:30 Uhr ununterbrochen….und ich höre es in jedem Raum.

Durch die Party nebenan bin ich letzte Nacht erst spät zum Schlafen gekommen und wurde dann um 5.30 vom Wecker der Nachbarn wach….hab die APP für „Weißes Rauschen“ angeschaltet, die kleinen Kopfhörer in die Ohren gestopft und konnte dann noch etwas weiter schlafen. In der kommenden Woche werde ich das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Der Wecker ist scheinbar neu, denn bisher hab ich das Geräusch noch nie von unten gehört. Das ist zwar störend, weil ich davon wach werde, aber es triggert mich nicht so stark, wie ich es vermutet hätte.

Ich muss aber immer wieder bewusst Geräusche zulassen, akzeptieren und annehmen….und es geht schon bei vielen Geräuschen besser….manche kann ich inzwischen sogar gut ignorieren…aber manches Mal, wie heute, fällt es mir sehr schwer.

Ich hatte ja gehofft, das durch den Hörsturz vor ein paar Wochen ein paar der ganz hohen Töne gar nicht mehr bei bei mir ankommen….hahaha mein Ohr hat sich aber (zum Glück natürlich) vollständig davon erholt.

Triggern bedeutet, das auf einen bestimmten Reiz (Geräusch, Wort, Verhalten) eine heftige emotionale Reaktion ausgelöst wird. Bei mir sind es Geräusche und das nennt man dann auch Misophonie…eine neurologische Störung. Die negativen emotionalen Reaktionen, die viele Geräusche bei mir auslösen, kann ich dabei nicht wirklich kontrollieren…ich kann nur versuchen mich der Situation zu entziehen oder mich abzulenken.

Erfahrungen mit Service-Hotline

Das mit den Hotlines entwickelt sich bei mir gerade zu einem ständigen Ärgernis…denn auch beruflich ist es mir in den letzten Tagen zwei mal passiert, das, wenn ich dann endlich die Warteschleifen überstanden habe….das durchaus mehr als 30 Minuten gedauert hat und ich dann endlich einen Menschen am Telefon hatte, diese nicht in der Lage waren, kompetent zu antworten.

Fazit – bereits bei 2 Telefonaten wurde einfach aufgelegt…und das obwohl ich ruhig und sachlich einfach nur eine Sachfrage klären wollte. So etwas empört mich ungemein.

Für eine dänische Kollegen versuche ich seit Wochen einen deutschen Billig-Telefonanbieter dazu zu bringen, eine Umschreibung des Vertrags vorzunehmen. Eine unserer dänischen Firmen hat eine Deutsche Firma übernommen und fusioniert….Der Deutsche Billiganbieter, dem schon im Internet ein extrem schlechter Service attestiert wurde, sah sich nicht in der Lage eine in Englisch verfasste Mail zu beantworten. Mahnen können Sie dafür umso schneller…allderings an eine nicht mehr existierende Adresse.

Ich hab also die Kommunikation in Deutsch übernommen, aber dieser Telefonanbieter sieht sich nicht in der Lage:

  • einen Vertag auf eine europäische Gesellschaft umzuschreiben (okay – dann nicht )
  • eine Lastschrift von einem europäischen Bankkonto zuzulassen (sie wollen nicht)
  • die Rechnung an eine europäische E-Mail-Adresse zu schicken (das ist doch jetzt echt lächerlich)

Auf meine Frage, was sie mir als Lösung anbieten: Kündigen!! und als ich dann notgedrungen meine eigene Firmenadresse als c/o Adresse angeben wollte, damit die Rechnung wenigstens bei uns ankommt und wir diese bezahlen können, wusste der Mitarbeiter bei dieser Telefon-Gesellschaft nicht, was eine c/o-Adresse ist…und als ich nachfragte ob er das nicht einfach als Anschrift eintragen könne, hat er aufgelegt.

Im Endeffekt hab ich ein paar Wochen per E-Mail versucht jetzt endlich eine Rechnung zu erhalten, wenn auch auf die falsche (alte) Firma ausgestellt…aber immerhin eine Rechnung….Nach meiner letzten scharf formulierten E-Mail, kam jetzt endlich eine Kopie der Rechnung per Briefpost. Meiner Kollegin hab ich geraten schnellstmöglich den Vertrag zu kündigen..

2. Im zweiten Fall ging es um die Hotline einer dänischen Bank, die gerade ihr Anmeldeverfahren auf das neue Mit-ID-Verfahren umstellt.

Nach langem hin-und her mit meinen Kollegen aus der Zentrale, bekam ich jetzt endlich, aber viel zu spät, die Möglichkeit mich für das neue Verfahren anzumelden….leider hab ich aufgrund einer automatischen Ausfüllfunktion nicht rechtzeitig gemerkt, das im Formular meine Festnetz-Nummer steht, anstatt die Mobilnummer….erst nachdem ich das Online-Formular abgeschickt hatte, fiel es mir auf….grrrrrrr – man das hätte ich früher merken können. Meine sofortige E-Mail an die Hotline der Bank blieb unbeantwortet…dafür bekam ich ein paar Tage später die notwendige SMS auf mein Festnetz….was aber nicht funktionierte….hahaha…die Vorlesefunktion scheiterte scheinbar am Dänischen Text.

Also hab ich 3 Tage lang versucht jemanden bei der Hotline ans Telefon zu bekommen…als es dann endlich, nach einer Warteschleifevon mehr als 30 Minututen klappte und ich vorsichtig und langsam in Englisch mein Problem beschrieb, antwortete die Dame sie spricht nur wenig Englisch und als ich noch etwas sagte, legte sie einfach auf….wie vom Donner gerührt und mit einem bösartigen Spruch auf den Lippen stand ich perplex da. Das gibt es doch nicht….sie hätte mich ja weiterleiten können und immerhin war das eine Telefonnummer, extra für englisch-sprachige Kunden.

Ich schrieb also eine Kollegin in der Zentrale an und bat um sprachliche Unterstützung….die kam dann in Form eine E-Mail von der Bank, ich solle noch einmal anrufen, dann würden sie meine Tel.Nummer ändern.

hmmm….na hoffentlich klappt das ….und ja dieses Mal hatte ich einen jungen Mann in der Leitung der mich nicht nur verstand, sondern auch mein Problem noch während des Telefonats erledigte…am Ende war mein neuer Zugang für DIESE Bank einsatzfähig.

Meine in den letzten Jahren wieder abgenommene Abneigung zu Telefonieren, bekommt durch solche Aktionen wieder Auftrieb….zum Glück gibt es immer wieder auch freundliche und nette Telefonate mit Service-Mitarbeitern…das rückt meine Welt dann wieder Gerade.

Hallo Emmer

Nachdem ich schon so viel von dem Ur-Getreide Emmer gehörte hatte, hab ich vor einiger Zeit mal eine Packung Emmer-Mehl mit genommen und im Schrank stehen lassen. Jetzt wurde es mal Zeit daraus auch etwas zu backen.

Emmer ist ein Ur-Weizen, soll aber bekömmlicher sein, als unsere modernen Weizen-Mehle. Ich hab weißes 1300er Emmer-Mehl genommen und es sieht nur unwesentlich dunkler aus, als 405er oder 550er Weizenmehl.

Ich hab einen normalen Hefeteig für Brötchen angesetzt, allerdings mit einem Schuss Olivenöl.

Beim Kneten des Teiges und auch später bei der Verarbeitung ist mir aufgefallen, wie gefällig sich der Teig verhält…die Klebeeigenschaften sind super….was mich allerdings irritiert, steht doch auf der Webseite von Öko-Test, das Emmer nur wenig Gluten enthält und sich deshalb in Reinform nicht so gut verarbeiten lässt. Vielleicht bezieht sich das aber nur auf das reine Vollkornmehl.

Mein Teig jedenfalls ließ sich super kneten, war nicht klebrig, dafür schön elastisch…also hab ich mich entschieden aus einem Teil eine Pizza zu backen:

Und aus dem Rest hab ich am nächsten Tag noch kleine Brötchen gebacken:

Die Pizza und Brötchen waren super lecker….der Unterschied zum normalen Mehl ist nur fein, der Geschmack ist etwas kräftiger, allerdings ohne dabei negativ mit einem Eigengeschmack hervorzustechen, wie z.B. bei Buchweizenmehl. Bekömmlicher war es auf alle Fälle…ich zumindest hatte keinerlei Probleme mit Magen und Darm.

Emmer ist ein sehr gesundes Getreide mit vielen Mineralstoffen und einem hohen Eiweißgehalt. Durch den hohen Proteinanteil ist das Urgetreide deutlich gesünder als helles Weizenmehl. Außerdem enthält Emmer viel ZinkEisen, Magnesium und Vitamin E. Die Carotinoide im Emmer stärken die Sehkraft.

Ökotest / Essen-Trinken

Ich hab für 1KG Emmer-Mehl vor ca. 1,5 Monaten 2,49 EUR bezahlt…das ist, im Gegensatz zum normalen 405er Weizenmehl mit durchschnittlich 0,50-0,70 EUR im Supermarkt, natürlich wesentlich teurer….und wie die Preise jetzt liegen weiß ich nicht…aber für bekömmliche selbstgebackene Brötchen und Pizza gebe ich zumindest, gerne mal mehr aus.

Büroverbot und Essen Zuhause

Das vorsorgliche Büroverbot, das der GF für diese Woche für mich ausgesprochen hatte, kam mir ganz gelegen, so konnte ich die gesamte Woche im Homeoffice nutzen, um in Ruhe meinen Arbeitsrückstand aufzuholen und mich gleichzeitig weiter zu erholen.

Ich bin beruflich inzwischen so autark, das ich 95% meiner Arbeit von Zuhause erledigen kann und im Büro ist wenigstens eine Person, die mir die restlichen per Briefpost eingehenden Daten einscannen kann. Die Verbannung, obwohl ich ja offiziell kein Corona, sondern einen Grippalen-Infekt hatte, war daher eher ein Segen für mich.

Hab immer lange geschlafen und saß dann erst ab 7.30 Uhr am Schreibtisch. Hab meine Mittagspause auf 1 Stunde verlängert…Augen zu – relaxen und durchatmen. Die Nachmittage nach Feierabend saß ich dann auf dem Balkon in der Sonne und bei Regen ebenfalls, dann aber mit Decke und heißem Tee. Abends gab es die kleinen Spaziergänge.

Einzig zum Einkaufen bin ich unter Menschen gegangen und ein paar leckere Dinge hab ich gekocht, z.B Spaghetti mit Knoblauch, Tomaten und Parmesan und dazu ein gebratenes Lammloin – das gab es dann auch gleich 2 Tage:

Gestern dann gab es gebratenen grünen Spargel und Pellkartoffeln mit Schweinefilet….Der Spargel war insgsamt jedoch sehr holzig..so da ich letztlich nur wenig mehr als die Spargelspitzen essen konnte…hmmm das war kein guter Kauf.

Anfang der Woche gab es dann noch eine besondere Pizza…. zum erstenmal hab ich mit Emmer gearbeitet.

Kundendienst-Bürokratie

Hatte ich bisher immer geglaubt, das Bürokratie ein vorherrschendes System des Staates ist, Bürgern das Leben oft schwieriger zu machen, als nötig, weil sie aufgrund von Gesetzen und Verordnungen dazu gezwungen sind, sich langsam und kompliziert zu verhalten..

Nun erlebe ich aber zum wiederholten Male, das große Firmen, die NICHT-staatlich sind, das mit der Bürokratie oft noch doller treiben.

Als Beispiel bietet sich bei mir, aus gegebenem Anlass, wieder einmal der Bauknecht-Kundendienst an, bei dem auch die Marken Indesit und Whirlpool vertreten sind…und bei meinem Indesit-Herd hatte ich in der alten Wohnung genau den gleichen komplizierten Service.

Ich habe nach langem Hin-und her vor 2 Monaten, endlich einen Reparatur-Termin meines Induktions-Kochfeldes für den Bauknecht-Herd für kommenden Montag bekommen und auch brav in meinen privaten Kalender eingetragen, nur um in dieser Woche festzustellen, das ich kommenden Montag und Dienstag auf Dienstreise sein werde.

Hab also zum Telefonhörer gegriffen….bei guter Planung sollte eine Firma 1-2 Tage im Voraus einen Arbeitsplan vorliegen haben, der aussagen sollte wann der Besuch des Monteurs nun stattfindet: also MORGENS oder Nachmittags.

Bis ich jedoch meine Frage stellen konnte, hat es gedauert…nein es war kein Automat, ich hatte sogar ziemlich schnell einen Menschen am Hörer, der sich jedoch wie ein Automat verhielt.

Hotleine: Nennen Die die ersten 3Buchstaben Ihres Nachnamens

Ich: Ich kann Ihnen auch die Auftragsnummer nennen

Hotline: NEIN – nennen Sie die ersten 3 Buchstaben Ihres Nachnamens

Ich antworte und danach fragt die Damen ALLE Einzelheiten nacheinander ab….ALLES – bis auf die Auftragsnummer, denn sie hat den Auftrag bereits vor sich am Bildschirm:

Vornamen, Nachnamen, Adresse, Telefon-Nummer (hören Sie ich will doch nur eine Auskunft zum Reparatur-Termin), E-Mail-Adresse, Welches Gerät, wie das Ersatzteil heißt und welche Nummer das Ersatzteil hat, ob ich eine Zusatzversicherung habe (BITTE, ich hab doch bloß eine Frage)….

Aussage der Dame von der Hotline: Sie ist verpflichtet vorher alle Daten abzufragen.

Nach gefühlten Minuten dann endlich die Frage: um was geht es jetzt….ich möchte nur wissen ob der Monteur Vormittags oder Nachmittags kommen wird.

Antwort der Hotline: Der Termin geht von 8-17 Uhr – eine Eingrenzung ist nicht möglich.

Nach einer kurzen Äußerung meinerseits, das so eine Art doch echt veraltet ist und das man dabei auch nicht wirklich von Service reden kann, gebe ich frustriert auf und möchte den Termin verlegen.

Und dann der Knaller. Also wenn es Montag nicht bei mir geht, dann wäre Dienstag noch ein Termin frei. Tut mir leid Montag und Dienstag bin ich auf Dienstreise…ab Mittwoch ging es wieder.

Nächster dann freier Termin wäre der 20. JUNI….also noch einmal einen weiteren Monat warten. ich sage entnervt zu…ist jetzt ja auch schon egal.

Den Termin hab ich jetzt in Firmen- und Privatkalander vermerkt und ich wäre schon längst losgezogen und hätte das gesamte Induktionskochfeld komplett neu gekauft, wenn es das denn noch geben würde.

Meine Schwester hat ihres in der letzten Woche ebenfalls zerstört, die haben sich innerhalb von 2 Tagen ein neues gekauft, das am 3. Tag eingebaut wurde. Erledigt. Bei ihr war es jedoch so schlimm, das sie es gar nicht mehr benutzen konnte, während ich noch mit 2 Herdplatten arbeiten kann.

Abend-Spaziergänge

Abend-Spaziergänge

Meine Spaziergänge in dieser Woche waren jedes Mal nicht länger als 30-40 Minuten, bin immer noch kurzatmig, habe Husten und mache schnell schlapp. Also noch keine Walking-Runden – kein Sport.

Aber die Sonnenuntergänge der letzten 2 Tage versöhnen mich dann wieder mit der für mich ungewohnten Situation, auch nach 2 Wochen immer noch nicht wieder richtig fit zu sein.

Vor 2 Tagen war ich im Himmelmoor fast vor meiner „Haustür“…die Anfahrt dauerte ja nur ca. 4 Minuten….es war bereits nach 20 Uhr….die Luft war klar und es ging nur ein leichter Wind…es war geradezu himmlisch hier ganz ruhig und langsam entlang zu gehen:

Gestern Abend bin ich direkt vor meiner Haustür gestartet, da war es schon kurz nach 21 Uhr…und der Blick über die Felder und dem direkten Sonnenuntergang war super schön:

Nach so schönen Spaziergängen konnte ich danach prima Schlafen und die Arbeitstage im Homeoffice tragen auch dazu bei, das es mir besser geht…..trotz Husten usw.

Das ist ein guter Start in das Wochenende.

Lila im Regen

Lila im Regen

Man sieht ihn nicht…aber man hört ihn…den Regen, der sanft auf die Blätter fällt.

Ich sitze jetzt, am Abend, auf dem Balkon und lausche den Vögeln und dem Regen…ein so friedliches Geräusch….vor allem weil es die restlichen Bäume vor meinem Balkon jetzt tatsächlich geschafft haben ein dichtes Blätterkleid zu bilden, so das der Balkon doch jetzt zum Teil gemütlich abgeschirmt von der S-Bahn und den dahinterliegenden Häusern ist.

Der NDR meinte heute, es hätte in Hamburg seit 1 Monat nicht geregnet, das passt auch auf meinen kleinen Wohnort hier.

Jetzt ENDLICH: Regen! Eine Erholung für die Atemwege und das nicht nur wegen der Allergene, die mal für einen kurzen Moment nicht mehr durch die Luft schweben, sondern auch für Rachen und Nase, die schon stark unter dem trockenen Wetter gelitten haben. Hatte sogar schon Angefangen in den Räumen ein wenig Wasser zu Zerstäuben, um die Luftfeuchtigkeit etwas zu puschen.

Als der Regen vorhin anfing, hab ich mir meine Regenjacke geschnappt und bin zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen….und auf einmal leuchtete es mir entgegen – ein so intensives Lila….das sieht einfach toll aus (also wenn sich die App jetzt nicht vertan hat nennt sich diese Pflanze: „Einjähriges Silberblatt“)

Ich mache seit Anfang der Woche schon wieder Spaziergänge…aber ganz langsam und in Ruhe…nicht im Sportmodus…aber immerhin so, das ich auf diese Weise ca. 30 Minuten unterwegs bin. Ich arbeite auch wieder…bin aber noch nicht wieder komplett hergestellt…aber das „Schlimmste dieser Grippe hab ich jetzt wohl hinter mir.

Sommeridylle

Perfektes Muttertags-Wetter….strahlend blauer Himmel und kein Wind.

Meinen Spaziergang zum Wahllokal hab ich vom frühen Morgen auf den Mittag verlegt….jetzt geht es wieder besser – OHNE Kopfschmerzen.

Sich in so einer kleinen Stadt, in der Nähe von Hamburg, niederzulassen war goldrichtig, das zeigt so ein herrlicher Mittag…friedliche Sommeridylle !!

Auf dem Weg zum Wahllokal hielt neben mir ein kleines Auto, der Fahrer fragte mich nach dem Weg zum Wahllokal – als ich fragte zu welchem er denn müsse, meinte er, er hätte seine Wahlbenachrichtigung verloren aber mit dem Personalausweis sollte es auch ohne möglich sein oder. Ja klar – der Personalausweis sollte reichen und wenn er in der Nähe wohnt, dann wäre das hier wahrscheinlich das richtige Wahllokal.

Dann kam die Frage: da erst erst vor kurzem hierhin gezogen sei frage er sich nun was man denn so wählen „solle“. Er war höflich und nett und hatte einen leichten Akzent.

Ich war etwas belustigt, DAS hat mich nun noch nie jemand gefragt…na das hängt ganz von Ihren Vorlieben ab, von Ihrer politischen Haltung, Ihrer persönlichen wirtschaftlichen Lage….er hätte sich zuvor nicht damit beschäftigt, auf jeden Fall etwas mit sozialer Gerechtigkeit…aber wählen solle man gehen oder ? JA klar – wer nicht wählt – wählt auf jeden Fall das Falsche. Weil man als Wahlverweigerer eben auch eine Wahl trifft, nämlich den extremen Rechten oder Linken die Möglichkeit verschafft, einen größeren %ualen Anteil am Wahlergebnis zu erhalten und damit auch mehr Einfluss auf die Politik im Land…und wenn man das nicht möchte, sollte man doch lieber wählen gehen… Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Er hat sich für meine Antworten bedankt, wir haben uns gegenseitig einen schönen Sonntag gewünscht und dann hat er sein Auto Richtung Parkplatz gesteuert. Interessante Begegnung.

Mit dem Eis in der Hand bin ich später langsam durch den kleinen Park geschlendert und mich auf einer Bank niedergelassen.

Gerne hätte ich heute endlich mal mein Fahrrad für eine kleine Tour genutzt. Aber noch ist es zu früh: ich bin schlapp, kurzatmig und meine Muskeln zittern schon bei den Treppenstufen.

Also blieb es bei dem kleinen Spaziergang und jetzt auf dem Balkon ist es gemütlich und zu meiner Freude kommt seit ein paar Tagen ein Rotkehlchen zu meiner Futterstation….ohhhh wie schön .

ß

Vom Leben und Wählen

Nach einer weiteren nicht ganz so dollen Nacht (zuerst kamen die Kopfschmerzen, dann hat mein Magen die Tabletten nicht vertragen)…hab ich den Vormittag in aller Ruhe verbracht.

Jetzt mache ich mich gleich fertig für einen Spaziergang zum Wahllokal…in Schleswig-Holstein wird heute ein neuer Landtag gewählt. Nach nunmehr schon wieder 2,5 Jahren die ich hier lebe (als Kind hab ich die ersten Lebensjahre hier verbracht, bevor wir nach NRW gezogen sind) fühle ich mich dem Bundesland sehr verbunden, bin hier zuhause – vor allem seit dem 2.Umzug.

Aber ich denke auch an die fast 20 Jahre in Hessen, während ich die anderen fast 26 Jahre mit Groß-werden und Ehe in NRW inzwischen komplett abgehakt habe. Wenn ich etwas aus der Zeit in Hessen vermisse hat es meistens etwas mit dem Tanzsportverein, meiner Tanz-Clique und vor allem immer noch etwas mit dem typischen Essen im Rhein-Main-Gebiet zu tun.

Bei mir gehörten gutes Essen und gute Getränke untrennbar als Wohlfühlfaktor dazu…die netten kleinen Apfelwein-Lokalitäten, meistens mit gemütlichem Außenbereich im Grünen unter alten Bäumen, diese kleinen Oasen in der Stadt oder in den Dörfern rundherum.

Die grün-ummantelten Stätten der Gemütlichkeit, mit einfachen kleinen Gerichten und deftigen Speisen bei Appelwoi und Mispelchen….gerne in netter Gesellschaft nach dem oft anstrengenden Training..an langen Holztischen, auf einfachen Holzbänken sitzend – gesellig, gemütlich…und doch ungezwungen….lustige Zeiten waren das.

Aber selbst wenn ich dort geblieben wäre, wäre es nicht so wie früher….denn, den Verein gibt es nicht mehr, die Clique hat sich auch schon am Anfang meiner fast 8ährigen Beziehung langsam aufgelöst…aber die Erinnerung an diese Zeit bleibt.

In Schleswig-Holstein und Hamburg liebe ich auch die so typischen Norddeutschen Gerichte: Vom Matjes-Brötchen, Labskaus und Grünkohl, über gebratene Scholle, Nordseekrabben, Birnen-Bohn-Speck-Eintopf und Hamburger Pannfisch. Ich liebe die ungezwungene Art der Kommunikation, liebe das Wasser von Elbe, Este und Alster und vor allem diese kleinen Naturschutzgebiete und Moore…hier kann ich durchatmen (also – bald wieder …wenn diese Grippe endlich vorbei ist) . Ich lebe entspannt und liebe mein unabhängiges und selbst-bestimmtes Leben.

Also gehe ich jetzt zur Wahl, um meinen Bürger-Pflichten nach zukommen. Denn das Recht auf Wahl, das Generationen zuvor für uns Bürger erkämpft haben, empfinde ich auch als Pflicht, dieses Recht auch wahrzunehmen.

Denn wir lernen alle schon seit ein paar Jahren wieder, das die Demokratie in unserem Land kein Selbstläufer (mehr) ist und schnell in Gefahr geraten kann, wenn man nicht aktiv etwas dafür tut.

In unserer mittelbaren Demokratie können wir nur bei Wahlen Einfluss auf die Zusammensetzung der Parlamente und damit auch auf die Politik nehmen….also sollte jeder zur Wahl-berechtigte Bürger zur Wahl gehen….ja ich weiß, das viele glauben es ging nie um sie selbst in der Politik….kann es auch nicht – bei 84 Millionen Menschen kann der Einzelne nicht der Maßstab der Politik sein.

Demokratie funktioniert nur über das Mehrheitsprinzip: Wo sich also Einzelne durch die Wahl für eine Partei entscheiden, können eben Mehrheiten entstehen. Die Stimme eines Jeden Einzelnen ist – zumindest in unserem Wahlrecht – daher wichtig um politische Mehrheiten zu finden.

Die politischen Kompromisse sind immer nur ein kleiner gemeinsamer Nenner vom Willen vieler Einzelner, die sich zusammengeschlossen haben. Es kann also nie gelingen alle Meinungen und Forderungen jedes Bürgers zu berücksichtigen….und trotzdem ist der Einzelne wichtig für diesen Entscheidungs-Prozess.