Nachbarn und Befindlichkeiten – Meinungsfreiheit

Mit dem Nachbars-Ehepaar aus dem 1.Teil hatte ich mich vor ein paar Wochen auch über die Abholzung vor unseren Balkonen unterhalten. Wir wohnen im gleichen Hauseingang, auf der gleichen Ebene….aber während ich all der Idylle, Ruhe und Abgeschiedenheit nachtrauere, freut sich die Nachbarin darüber.

Denn jetzt endlich wäre es in deren Wohnung nicht mehr so dunkel….endlich würde die Sonne früher in die Wohnung kommen und es wäre wärmer. Und sie hätte nicht gedacht, das Jemand das anders sehen könnte. Nun war es an mir erstaunt zu sein.

Natürlich habe unsere beiden Meinungen ihre Daseinsberechtigung….Jeder hat andere Bedürfnisse. Während ich schon seitdem ich hier wohne versuche zu verhindern, das zu viel Sonne (und damit Wärme) in die Wohnung kommt, wollten die Beiden gerne viel mehr Sonne. Die fehlende Idylle, das mehr an Lautstärke und Wind sind für die Beiden nicht so wichtig…sie wollen es hell und sonnig.

Ich bin aber skeptisch ob den Beiden wirklich bewusst ist, wie heiß es ohne die schützenden Bäume im Sommer tatsächlich werden wird…ich merke es jetzt schon…vor ein paar Tagen hatte ich schon in der Sonne 31 Grad auf dem Balkon….und im Wohnzimmer waren es damit schon 23 Grad…Seitdem ziehe ich bereits ab Mittags meine Thermovorhänge auf der gesamten 6m-Fensterfront zu und wenn ich ins Büro fahre, bleiben die Vorhänge den ganzen Tag geschlossen.

In Ländern in denen es traditional viel heißer ist, als bei uns, werden Häuser nicht mit so großen Fensterflächen gebaut…die Wände sind dicker, die Fenster kleiner, stattdessen gibt es öfter mal geschlossene Innenhöfe.

Wann haben wir eigentlich angefangen lichtdurchflutete Wohnungen und Häuser als Ideal zu betrachten. Im Internet steht, das es erst im 20.Jahrhundert begonnen hat. Sollten wir aber nicht langsam wieder umdenken….in Zeiten in denen es an vielen Orten im Winter oft viel kälter wird und die Sommer bei uns auch immer heißer werden, sollten wir da nicht eher darauf achten, das die hohen Temperaturen unseren Organismus nicht zu sehr belasten ?

Okay es ist nicht jeder so empfindlich wie ich, was Wärme angeht…aber während Städte darüber nachdenken, mehr Bäume auf großen Plätzen zu pflanzen, um die Bürger besser vor der Hitze zu schützen, wurden bei uns viele schützende Bäume einfach abgeholzt….jaaa ich weiß: es ist für den S-Bahn-Ausbau…aber trotzdem bezweifele ich die rein technische Notwendigkeit dabei so radikal vorzugehen.

Was ich aber aus der Unterhaltung mit den Nachbarn gelernt habe: es gibt immer mehr als eine Meinung…und jede hat ihre Berechtigung…egal ob mir die Meinung des anderen gefällt – oder nicht.

Nachbarn und Befindlichkeiten

Vor einiger Zeit habe ich schon bemerkt, das unsere Trockenkeller nicht mehr geputzt werden, so langsam wurde es echt dreckig. Darüber hatte ich mich mit einer Nachbarin (Eigentümerin) unterhalten…jaa es gäbe da eine neue Putzkraft und es gäbe ein paar Querelen zwischen anderen Eigentümern und dem Hausmeister, da es in den verschiedenen Hauseinheiten unterschiedliche Putzkräfte gibt …sie hat mir die ganze Story erzählt…habe es aber nicht ganz verstanden…es war sehr verworren…ich glaube sie wusste auch nur ein Teil.

Als ich mich dann an einem anderen Tag mit einem anderen Nachbars-Ehepaar (Eigentümer) unterhalten habe, kam das Thema noch einmal zur Sprache. Ich weiß, das dieser Nachbar auf den Hausmeister (soweit ich weiß: Mieter) leicht aggressiv reagiert. Als ich fragte, ob er als Eigentümer nicht mal mit dem Hausmeister darüber sprechen könnte kam ein promptes: Nein – auf keinen Fall.

Okay – dann mache ich (Mieterin) das eben….inzwischen komme ich mit dem Hausmeister gut zu recht….er grüßt freundlich, manchmal lächelt er sogar und seit einiger Zeit richtet er sogar manchmal das Wort an mich hahahaa.

Ich habe ihn also angerufen und gefragt, ob er der Putzkraft nicht einmal sagen könne, das die Trockenkeller unbedingt von Staub und Spinnweben befreit werden müssen. Sofort kam ein: ohhhh nein… er hätte sich da schon einmal mit in die Nesseln gesetzt, ich solle mich an die externe Hausverwaltung wenden…er würde sich zum Thema Putzkraft nicht mehr äußern.

Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet…aber okay…an einem Freitagmittag habe ich also der externen Hausverwaltungsfirma mein Anliegen auf den Anrufbeantworter gesprochen und um einen Rückruf gebeten.

Einen Rückruf habe ich zwar nie erhalten, aber ein paar Tage später waren unsere Trockenkeller SAUBER.

Alle diese Nachbarn und auch der Hausmeister sind weit über das Rentenalter hinaus, also jenseits der 65 …aber die benehmen sich wie Kinder, die um ein Förmchen die Vorherrschaft im Sandkasten streiten…unfassbar.

leicht und unbeschwert…

….was für ein schönes Gefühl.. Wochenende und ich habe früh Feierband, alles war ruhig und entspannt und das fühlte sich so richtig gut an.

Ich wollte noch nicht nach Hause, wusste aber auch noch nicht so Recht was ich mit dem Nachmittag anfangen sollte. Als Erstes habe ich mein Auto in die Waschstraße in der Nähe gefahren….einmal Reinigung von Innen und Außen bitte.

Dabei ist mir aufgefallen, das im Kofferraum immer noch 2 Säcke lagen, die eigentlich zum Altkleidercontainer sollten…darin befanden sich aussortierte Bettdecken, Bettwäsche und Decken….uuuuupssss, das hatte ich ganz vergessen.

Okay dann fahre ich von Hamburg aus eben über die Landstraße nach Pinneberg…dort ist noch ein „ordentlicher“ Container für Altkleider u.a. Es war ja mein alter „Arbeitsweg – die Strecke bin ich schon sehr lange nicht mehr gefahren…..und als ich in die Nähe des Volksparks kam, habe ich spontan entschieden…ich mache bei dem schönen Wetter (mal sonnig, mal wolkig, teilweise windig und das bei 11 Grad) erst einmal einen Spaziergang durch den Volkspark.

…also ab in die entsprechende Seitenstraße, Auto abstellen und schon war ich im Park.

Alles fühlte sich so unbeschwert an, ich war super gelaunt…keine Gedanken mehr an die Firma, nur noch der Park, die Luft, die Sonne….herrlich sich so leicht zu fühlen

Zuerst an den Wiesen entlang, dann durch den Wald, später in Richtung Schulgarten….es war so herrlich…endlich mal Sonne (aber eben noch ohne gleich zu warm zu sein)…..und der Blick in das beginnende Grün überall…

und ganz in der Nähe dieses Pavillion da gab es einen Cafe-Kiosk….habe mir einen Latte Macchiato gegönnt und mich damit auf einem, auf der Wiese stehenden Holzstuhl niedergelassen …himmlisch diese Ruhe hier…davon stehen hier eine locker verteilt herum.

Nach fast 2 Stunden im weitläufigen Volkspark bin ich weiter in Richtung Pinneberg gefahren und habe noch Halt im Schenefelder -Einkaufzentrum gemacht….bin ein wenig durch die Geschäfte gelaufen…hab mir ein paar Sneaker gekauft (die haben sogar ein ausgeprägtes Fußbett…das ist sehr selte und sie passten auch sofort – und mit dem Sonderpreis konnte ich mich schnell anfreunden.

Später in Pinneberg landeten die Säcke, dann endlich auch im Altkleider-Container und irgendwann gegen 19 Uhr war ich auch wieder zuhause…super zufrieden mit mir und meinem Tag und überhaupt mit der ganzen Woche. <jaaaa so schön kann der Frühling sein…wenn man keine Sorgen hat, mal keine Wehwehchen, keinen Druck verspürt.

Ich wünsche Euch Allen einen schönen Samstag

Endlich Wochenende

(Achtung !! -nur langweiliges Arbeitszeugs)

Bis einschließlich Donnerstag war ich im Homeoffice und konnte einen Abschluss nach dem anderen fertig stellen…jaaa es lief nicht alles problemlos, aber ich konnte für jedes Problem unkompliziert eine Lösung finden.

Nur meine „Sorgen-Firma“, die die ich schon im Feb. 2025 abgegeben hatte, hatte mich am Donnerstag mal wieder auf verschiedene Weisen eingeholt…zum Glück kann ich mich auf mein gutes Gedächtnis verlassen und hatte so sehr schnell die Antworten parat. Und weil bei dieser Gesellschaft von Anfang an, alles kompliziert lief und der Verantwortungs-Übergang von HH nach DK durch die Umstrukturierung in eine Art „Leere“ lief, hat sich seitdem nie wieder jemand richtig um diese Gesellschaft gekümmert….also kommen immer noch alle zu mir….

….und so bekam ich einen Anruf von ganz weit oben aus DK…und die Frage die mir diese Person stellte, konnte ich auch schnell beantworten und auf die vertraglichen Besonderheiten hinweisen….und auf die nachträglichen Änderungen, die wir für das Jahr 2024 noch Anfang diesen Jahres machen mussten….Er hat alles sofort verstanden und war beruhigt.

Dann kam der Anruf von der Teamleiterin: wo in unserem neuen System sie diese Daten finden kann, von denen ich dem „Kollegen“ vorher erzählt habe. Jaaa liebe Teamleiterin, diese Daten findest Du genau da, wo ich sie Dir schon Anfang Januar zur Verfügung gestellt habe….also da, wo ich auch bei der letzten Session zu der Gesellschaft schon darauf hingewiesen habe, das diese Daten immer noch von ihr zu überprüfen sind..sie sind also noch immer nicht gebucht, weil vorher erst noch das Anlagevermögen von einem DK-Kollegen geändert werden muss…das war vor ein paar Wochen so dringend war, das ich ja alles stehen und liegen lassen sollte….hahahahaaaa ….darum hat sich immer noch Niemand gekümmert. Die Daten sind vorerfasst und warten auf die Endkontrolle durch die Teamleiterin.

Ihre Antwort: Okay – jetzt ergibt alles einen Sinn. Ehrlich? – na dann bin ich ja „beruhigt“ hahahaaaaaa….neee nicht wirklich…aber lustigerweise stresst es mich nicht mehr. Die machen das schon…irgendwann….ist doch egal das im April 2026, die Bilanzen aus 2025 und dem 1.Quartal 2026 noch immer nicht die Eröffnungsbilanz-Werte für 2024 im neuen System enthalten. Was letztlich bedeutet auch die Bilanz 2026 kann noch gar nicht die richtigen Werte haben…..Aber wenn die das so gelassen sehen, warum sollte gerade ich mich aufregen.

Freitag war ich im Büro..die Mädels hatten Beide einen freien Tag und mein Chef war auch mit den Abschüssen beschäftigt…es war also sehr ruhig für mich.

Während ich noch darauf wartete die endgültigen Daten hochladen zu können (zwischen Buchung und Report-Erstellung müssen wird manchmal bis zu 1,5 Stunden warten…..unfassbar, das die Daten nicht sofort und direkt in den Report fließen), habe ich auch noch rechtzeitig alle Umsatzsteuern über das Elster-Portal gemeldet….sooooooo….irgendwann war dann wirklich alles für diesen Tag erledigt und ich bereit für das Wochenende…und ich hatte richtig Lust nocch etwas in Hamburg zu unternehmen…

Sehr zufrieden mit mir und meiner Arbeitswoche habe ich meine Sachen gepackt und bin gegangen.

Der Balkon – jetzt ohne Schutz

Heute sitze ich zum ersten Mal, seit dem Kahlschlag vor meinem Wohnzimmerfenster, tatsächlich wieder auf meinem Balkon.

Noch habe ich mich fast gar nicht um die überwinterten Pflanzen gekümmert….ein paar haben den langen kalten Winter scheinbar nicht überlebt…doch den Meisten geht es schon wieder gut…und bei ein paar Anderen sehe ich, das sich, neben den abgestorbenen Teilen, ein paar neue feine Spitzen aus der Erde recken. Ohh wie schön…da freue ich mich.

Da es bei uns letzte Nacht noch frostig war und auch in den nächsten Tagen evtl. noch Bodenfrost geben soll, warte ich mit den weiteren Arbeiten auch noch etwas. Außerdem wird in der kommenden Woche auch noch unsere Wohneinheit für ein paar Wochen eingerüstet um Löcher im Dach und in der Regenrinne zu reparieren…da werde ich meine Pflanzkästen sowieso abnehmen müssen. Meiner Hausrats-Versicherung muss ich auch noch Bescheid geben…damit ich abgesichert bin, falls während dieser Zeit eingebrochen wird.

Also sitze ich jetzt erst einmal hier, habe mein Sonnendach aufgespannt, eine Jacke an und dazu eine Tasse heißen Tee neben mir. So hinter dem Sonnendach abgeschirmt, ist es immer noch schön…

Trotzdem: es ist sonnig, aber immer noch kalt und windig und Beides merke ich neuerdings sehr stark hier in meiner eigentlich geschützten Ecke. Gestern schien die Sonne ungebremst auf den Balkon und in der Sonne waren es schon (laut Thermometer) 31 Grad….hurra 😪das kann ja im Sommer so richtig „heiter“ werden….seufz.

Der Wind ist seit dem Kahlschlag permanent auf meinem Balkon und wirbelt die ganze Zeit meinen 3-geteilten Fliegen-/Insekten-Vorhang hin und her. das hatte ich bisher nur bei sehr starkem Sturm. Ja ich akzeptiere, das es so ist…aber ich kann mich immer noch nicht mit den Auswirkungen anfreunden…das geht nur ganz langsam.

Vom Vergeben und Erinnern

…soooo was ist denn sonst noch in den letzten Wochen passiert: nun diesen Mittwoch, 01.04. hat es mich, nach Feierabend, schon wieder an die Elbe gezogen…

In der Nacht auf den 01.04. vor 8 Jahren ist mein Vater verstorben. Ich habe mit meinem Vater nach seinem Tod „meinen Frieden“ gemacht, was viel mit meiner Kindheit/Jugend zu tun hatte. Die Themen waren vielschichtig und beinhalteten auch so manches Familien-Drama über die langjährige Untreue unserer Mutter und über seine Vaterschaft bei uns Mädels, die zumindest sehr zweifelhaft in meinem Falle ist.

Bei uns gab es auch nie diese enge herzliche Familienverbundenheit, selbst dann nicht, nachdem unsere Mutter das Weite gesucht hat. Unser Vater war mit uns Kindern bis zu seinem Tode immer in einer Art „Wettkampf-Modus“….er wollte immer alles besser können, besser, schneller, höher, weiter, und vor allem er wusste immer alles besser (in seinen Augen) und mit der Wahrheit hatte er auch so seine eigene Wahrnehmung und naja es fühlte sich nie leicht an…und nie wirklich beschützt oder behütet.

In den letzten 20Jahren, vor seinem Tod, wohnte meine Schwester schon in Schleswig-Holstein und ich in Hessen, während unser Vater weiter in NRW lebte. Er hat sich zwar oft beschwert, das wir uns so wenig meldeten, aber wenn wir uns gemeldet haben, wollte er die Gespräche oft schnell wieder beenden. Gegenseitige Anteilnahme am Leben des Anderes kam so nie wirklich zustande und war von meiner Seite auch irgendwann nicht mehr gewollt…zu groß die Belastungen aus der Kindheit und Zurückweisungen und immer diese Lügen.

In diesem Jahr wollte ich mal wieder seines Todes gedenken und habe ein paar kleine Rosen gekauft, bin mit dem Auto ans Elbufer in der Nähe von „Övelgönne“ gefahren. Dort am Elbstrand bin ich entlang geschlendert, habe mich bei dem schönen Wetter erst auf einer Bank und später auf einem Baumstumpf nieder gelassen, mit großem Schwung die Blümchen in die Elbe geworfen (ging nicht anders, sonst wären sie sofort mit den Wellen wieder an Land gespült worden) und habe kurze Zwiesprache mit meinem Vater gehalten.

Er hat in Emden eine Seebestattung bekommen. Deshalb zieht es mich ans Wasser und hier eben an die Elbe, wenn es um die Erinnerung geht. Immerhin ist er in Hamburg aufgewachsen, hat hier unsere Mutter kennen gelernt. Ich wurde (viel später natürlich) hier geboren.

In mir herrscht bei dem Thema „Vater“ inzwischen Frieden und Stille. Für mich ist alles geklärt und es stresst mich nicht mehr. Aus dem Grunde konnte ich nach der kurzen Zwiesprache mit ihm, auch einfach nur die herrliche Sonne, die Stille am Elbufer um diese Uhrzeit und das Rauschen der Wellen genießen…

Ja – das hat alles viele Jahre gedauert, um an diesen Punkt zu gelangen…aber es war es wert. Und wie fängt man so etwas an? Ich habe meinem Vater verziehen. Ich bin überhaupt kein gläubiger Mensch, glaube nicht an Gott…bezeichne mich inzwischen als überzeugten Atheisten.

Verzeihen hat jedoch weder etwas mit Vergessen, noch mit Religiösität zu tun und man muss dazu auch gar nicht mit der Person in Kontakt treten. Es hat nur mit meinen eigenen inneren Verletzungen zu tun, mit dem Bewusstsein das ich meinen Frieden machen möchte, ohne zu Vergessen. Es ist ein Akt der Selbstfürsorge um Verletzungen aus der Vergangenheit zu überwinden und unbelasteter in die Zukunft zu schauen…ohne mit Groll zurück zu blicken und sich davon gefangen nehmen zu lassen.

Dazu sagt Wikipedia:

Durch Vergebung verzichtet eine Person „auf den Schuldvorwurf und auf ihren Anspruch der Wiedergutmachung des erlittenen Unrechts, ohne die erlittene Verletzung zu relativieren oder zu entschuldigen. Vergebung ist ein vorwiegend innerseelischer Prozess, der unabhängig von Einsicht und Reue des Täters vollzogen werden kann“.[4] Durch Vergebung befreit sich die verletzte Person aus der Opferrolle. Sie ist nicht mehr nachtragend. Die Tat kann nicht ungeschehen gemacht werden; aber die verletzte Person kann besser mit den Folgen leben. Wer vergibt, handelt ähnlich einem Gläubiger, der einem zahlungsunfähigen Schuldner die Schuld erlässt. Vergeben wird nicht die Tat, sondern vergeben wird dem Täter.[2]

https://de.wikipedia.org/wiki/Vergebung_(Psychologie)

Das ist natürlich ein extrem vielschichtiges Thema und ich spreche hier nur für mich…jeder hat da seine eigene Sichtweise und ich bin auch kein Psychologe, sondern berichte nur über meine eigenen Erfahrungen und Verhaltensweisen…die müssen nicht für alle Menschen passen.

und schon wieder: Freiwillige Mehrarbeit…

…ich lerne nur sehr langsam dazu….grummel

In dieser Woche nun sind viele Kollegen schon im Osterurlaub und ich konnte mich relativ normal um meine Arbeit kümmern…doch dann kam ein Anruf von den Wirtschaftsprüfern…es ging um die Firmen, die mein Chef betreut – nicht um meine.

Ich hatte meinen Chef schon vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, wie wir die Daten aufbereiten und zu den Prüfern schicken….er hat es jedoch nicht ernst genommen und seine eigene Methodik entwickelt…Nun kam die Bitte an mich auf unsere langjährige Vorgehensweise und auf die fehlenden Dateien hinzuweisen.

Vor allem unsere Haupt-Excel Liste hatte er überhaupt nicht ausgefüllt…mein Chef war leicht angefressen, als ich ihm von dem Telefonat berichtete – er sieht es gar nicht ein, warum das, was er geschickt hat, nicht ausreicht. Ich habe versucht es ihm zu erläutern.

Ich habe ihm dann vorgeschlagen das ich ihm noch einmal zeige, welche Daten wir wie aufbereiten und wie die Dateien benannt werden sollen und wo wir diese speichern – damit auch alle darauf Zugriff haben. Dazu gibt es übrigens schriftliche Anweisungen aus der Zentrale…die ich ihm auch zur Verfügung gestellt hatte. Und wenn ich es ihm gezeigt habe, kann er ja gerne noch einmal mit den Prüfern über die Notwendigkeit diskutieren. Immerhin ist er mein Chef – ich kann ihm die Dinge zeigen….ob er das dann so macht, ist dann seine Sache.

Also habe ich es ihm gezeigt, habe meine Abhakliste für seine Gesellschaften angepast und zur Verfügung gestellt…habe insgesamt 3 seiner Gesellschaften fast vollständig fertig gestellt, bis auf diese Haupt-Excel-Datei und die UST (ich komme nicht an seine Elster-Dateien)….und habe ihm alles übergeben….und als ich gesehen habe wie unwohl er sich damit fühlte, habe ich noch für seine weiteren Gesellschaften bereits viele der Daten vorbereitet…aber auch ohne die Excel-Datei und die UST. Das hat mich für alle 8 Gesellschaft insgesamt einen 3/4 Arbeitstag gekostet….den Rest muss er nun echt selber machen.

Jaaa das war so gar nicht geplant, aber wenn ich schon dabei bin….seufz…der Anruf kam ja auch von meinem Lieblings-Prüfer und den wollte ich auch nicht hängen lassen…immerhin warten die schon seit geraumer Zeit auf die Daten meines Chefs. Immer mein blödes Verantwortungsgefühl…

Aber zeitlich passte es bei mir noch rein…da meine Tage doch einigermaßen geordnet verliefen…passiert ja auch nicht so oft…und immerhin hat der Chef mir auch schon wegen der Urlaubstage und Überstunden zur Seite gestanden….da kann ich ja für ihn auch mal etwas machen.

Die Kolleginnen haben das natürlich mitbekommen und fanden es nicht so gut….und ich stimme ihnen ja auch zu – aber die Daten für die Jahresabschlüsse müssen jetzt dringend an die Prüfer gehen….da ist schon wieder Druck auf dem Kessel…auch wenn der Chef sich vorher schon viel zu viel Zeit damit gelassen hat und immer abwiegelte, ach das wird doch alles nicht so schlimm sein….seine Daten sind schon lange überfällig.

Das der Chef dann trotzdem Mittwoch und Donnerstag oft zum quatschen unterwegs war und auch früh Feierabend gemacht hat, hat mich dann wieder einmal kuriert. Er hat noch nicht eine Gesellschaft an die Prüfer geschickt…trotz meiner Vorarbeit -für die er sich sehr bedankt hat.

Ich kann immerhin sagen: an mir liegt es nicht: ich habe es ihm gezeigt und darüber hinaus vieles dann selber und ohne das ich darum gebeten, wurde für ihn fast fertig gestellt. Was er jetzt daraus macht – ist seine Sache. Ich habe geholfen – mehr als ich hätte tun müssen.

Ab jetzt kümmere ich mich wieder um meine Arbeit…und zwar nur um Meine…

Theater (2)

Und letzten Sonntag war es dann soweit und ich bin ins Altonaer Theater gefahren.

Wir 3 Mädels im Büro hatten uns schon vor einer Weile über die Stücke aus der Reihe „Achtsam Morden“ unterhalten…Kollegin Katrin war bereits in dem 1. und 2. Teil im Theater, Kollegin Cordula hatte die Bücher gelesen und wollte sich jetzt das 3.BühnenStück anschauen.

ICH kannte noch gar nichts…ich fand die Erzählungen der Kolleginnen so nett, da habe ich mir gleich einmal für 2 Stücke je ein Ticket besorgt. Allerdings in der verkehrten Reihenfolge. Mir wurde geraten unbedingt vorher eines der Bücher zu lesen, da hier sehr viele Charaktere auftauchen und von nur 4 Schauspielern auf der Bühne dargestellt werden und der schnelle Wechsel zwischen den Charakteren schon eine Herausforderung sei.

Nun schaue ich mir als Erstes den 3. Teil der Bühnenstücke „Achtsam morden durch bewusste Ernährung“ an, das bei der Buchreihe aber der 5. Teil ist…wie soll man da also noch den Überblick behalten…hahahah.

Also habe ich mir ein paar Tage vor der Aufführung doch noch schnell das Hörbuch für den 1.Teil der Buchreihe besorgt….Gelesen von Mathias Matschke….also DAS Hörbuch war echt der Hammer….nicht nur die Handlung war grandios, sondern es wurde auch unglaublich gut gelesen…die langsame leicht ironische Sprechweise passte unglaublich gut.

Ich hatte also eine sehr klare Vorstellung von dem seriösen, distinguierten Anwalt im Maßanzug, der durch seine Frau genötigt wird ein Achtsamkeitstraining zu absolvieren und dabei lernt, besser auf sich und seine Bedürfnisse zu achten und dadurch beruflich unfreiwillig zum Mörder wird und jede seiner Handlungen unter dem Achtsamkeitsaspekt analysiert und abwägt und immer zu dem Schluß kommt, es muss noch weiter gemordet werden, um das nächste drängendste Problem zu lösen. Das Ganze ist so indirekt urkomisch….für mich ein tolles Buch.

Aber erst einmal musste ich zum Theater kommen. Mein Auto habe ich wieder einmal beim Büro in der Tiefgarage abgestellt und bin mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Altona gefahren. Ich hätte auch laufen können…aber 1. das Theater-Ticket beinhaltete auch das S-Bahn-Ticket und 2. hatte ich Schuhe an, auf denen ich nicht ganz so lange laufen konnte…dafür aber zum meinem Outfit passten haahaha.

Vom Bahnhof Altona war es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Theater. Im Theater selber fand ich es nicht so schön wie die Woche zuvor im Winterhuder Fährhaus….es wirkte gedrungener, enger…die Leuten standen überall herum, es verlief sich nicht so gut und wirkte auf mich sehr schnell überfüllt.

Aber ich hatte einen sehr guten Platz: 8.Reihe / ganz Außen….richtig gut.

War das eine so gute Idee das 1. Buch vorher zu lesen?

Einmal: ja – ich wusste jetzt wenigstens worum es geht und wer die Haupt-Charaktere sind.

Einmal: nein – ich hatte jetzt ein so genaue Vorstellung vom Hauptcharakter (dem Anwalt), das ich mega enttäuscht war. Brillierte der 1. Teil des Buches eben durch den indirekten Humor, war auf der Bühne nur noch Klamauk zu sehen.

Und genau so einen Klamauk hatte ich nicht erwartet und auch die Story war sehr dünn und hatte rein gar nichts von der Raffinesse des 1. Buches. Okay beim 5. Buch lässt wahrscheinlich in jeder Buchreihe die Story zu wünschen übrig. Jetzt bin ich doppelt neugierig auf das Bühnen-Stück zum 1.Buch…das sehe ich mir in 2 Wochen an. Die Karte habe ich ja schon zuhause liegen.

Wenn ich mich aber entscheiden möchte, in welches Theater ich gerne öfter gehen würde, dann würde ich mich für das Winterhuder Fährhaus entscheiden, auch wenn das Altonaer Theater öfter auch „Klassiker“ spielt.

Für die Klassiker werde ich es dann aber doch lieber mit dem „Deutschen Schauspielhaus“ oder dem „English Theatre of Hamburg“ probieren…da habe ich doch größeres Vertrauen in die Aufführungen, auch wenn ich noch gar nicht da war.

Aber eines ist klar geworden, ich habe wieder Lust ins Theater zu gehen…auch wenn es für mich jedes Mal eine kleine Überwindung ist.

Theater (1)

Sonntagnachmittag ging es also mit dem Auto in Richtung Winterhude….habe das Auto an der großen Allee, weiter weg vom Theater abgestellt, um noch in aller Ruhe an der Alster entlang zu schlendern, ehe es Zeit für das Theater wurde. Es war aber auch ein wunderschöner Sonntag…das genaue Gegenteil vom Tag zuvor.

Zuhause hatte ich schon den obligatorischen inneren Kampf mit meinem „Flucht-Reflex“ ausgefochten und gewonnen. Die Karte ist gekauft und ich freute mich auch auf das (mir unbekannte) Stück. 2 der 4 Schauspieler kannte ich aus dem Fernsehen. Ich weiß wo das Theater ist und wo ich parken kann….immerhin bin ich da schön öfter an der Alster entlang geschlendert..außerdem hatte ich im Theater einen Platz eher am Rande.

Es gab also keinen Grund für einen Rückzug. Aber so ist es bei mir immer öfter…ich muss mich zwingen unter ´Menschen zu gehen. Im Theater kommt man sich ja auch relativ nahe.

Und ich muss sagen, das Winterhuder Fährhaus hat mir sehr gefallen…das Gebäude, das ganze Ambiente, die Vorräume waren großzügig, die Atmosphäre war, trotz der vielen Menschen, gediegen gedämpft ….jaaa das passte alles für mich. Auch mein Platz war okay.

Das Stück war echt schräg konstruiert, aber gut gespielt und ich habe viel gelacht…auch wenn die andauernden neuen Wendungen gegen Ende des Stücks eher unsinniger Klamauk waren….aber bei einer Komödie kann ich auch nicht auf eine logische Handlung hoffen. Das Stück gilt als Boulevard-Komödie – also eine eher leichte Unterhaltung und genau das tat sie – sie hat mich gut unterhalten.

Da mir das Theater an sich und das Ambiente dort gut gefallen hat, überlege ich nun, mir evtl. einmal ein Abo zu besorgen, das Theater bietet dafür verschiedene Variationen an….im aktuellen Programm habe ich auch schon mehrere Stücke entdeckt.

Aber mal sehen wie am darauf folgenden Sonntag, das Altonaer Theater auf mich wirkt…dann entscheide ich mich.

kleiner Spaziergang durch Hamburg

Sehr spontan war ich vor 2 Wochen samstags in Hamburg und bin vom Büro aus zufuß über Ottensen, am Bahnhof Altona vorbei bis zum „Altonaer Balkon“ gebummelt…am Hohen Elbufer entlang und dann runter an die Elbe.

Es war jetzt kein besonders tolles Ausflugswetter, es war trübe und immer noch kühl – aber ich hatte mich seit meinem Urlaub nur wenig bewegt…d.h. meine normalerweise fast täglichen Walkingrunden hatte ich eingestellt…es ging mir ja nicht so dolle und außerdem war ich ständig müde und froh, wenn ich mich nach Feierabend auf die Couch kuscheln konnte…ich habe sehr viel geschlafen und mich wenig bewegt. Das bekommt mir nicht so gut und fördert eher trübsinnige Gedanken bei mir.

Ich musste im Büro nur kurz etwas abholen, was ich dort vergessen hatte. Also habe ich mich gezwungen, mich an dem Vormittag wieder zu bewegen…und das war auch gut so. Auf dem Rückweg bin ich an einem einfachen Fischimbiss eingekehrt….gute Hausmannskost zu vernünftigen Preisen….und geschmeckt hat das auch noch: gebratenes Kabeljau-Filet mit Kartoffelsalat….hmmm lecker.

Und auf dem Weg zurück zum Auto bin ich an einem Plakat vorbeigekommen, auf dem ein aktuelles Theater-Stück im „Winterhuder Fährhaus“ angepriesen wurde: „Kleine Verbrechen unter Liebenden“ …eine Komödie.

Ja das könnte mir gefallen…aber ich hatte ja schon eine Theaterkarte für das darauffolgende Wochenende und dann kommt Ostern und dann ist Quartalsabschluss und dann würde das Stück auch schon wieder vorbei sein. Wann also hätte ich Zeit dafür…na warum nicht am nächsten Tag: Sonntag am frühen Abend.

Wieder zuhause habe ich sofort online geschaut…tatsächlich gab es noch vereinzelte Karten für Sonntag, den 22.03. Ja prima – ich brauchte ja nur eine Einzelne. 4. Reihe – rechts außen – das klang doch prima. Also habe ich mir die Karte sofort online gekauft und ausgedruckt….herrlich wie unkompliziert, das in unseren modernen Zeit geht hahaha.

Okay – das war eine Ansage an mich selbst – geh raus und tue etwas für Dich. Nun geht es also an 2 Sonntagen hintereinander in 2 verschiedene Theater. Puh – mal sehen, wie es mir damit geht.