tolles Treffen

Nach einer weiteren guten Nacht in dem Hotel, hab ich alle meine Sachen gepackt und wieder im Auto verstaut….Heute ging es zum Frühstück zum Rentner+seiner Frau….die wohnen ca. 40km außerhalb von Frankfurt in einem kleinen Ort.

Die Beiden waren ja erst vor 2 Monaten bei mir, auf dem Rückweg vom Urlaub an der Küste…und jetzt sehen wir uns schon wieder. Das sind im Laufe der letzten Jahre richtig gute Freunde geworden und ich freute mich auf das Treffen. Wir telefonieren ja sehr regelmäßig miteinander und trotzdem gibt es immer etwas zu erzählen.

Mit den Beiden ist es so herrlich unaufgeregt, so entspannt und lustig…wir haben viel gelacht. Der Vormittag verging wie im Fluge. Gegen 14 Uhr hab ich mich dann auf den Heimweg gemacht…und dieses Mal lief die Fahrt unkompliziert und ohne Umwege, so das ich nach 5,5 Stunden wieder in meiner norddeutschen Kleinstadt ankam. Endlich wieder zuhause.

Damit hätte mein 3 Tage-Auswärts-Urlaub eigentlich enden können…den Rest der Zeit wäre ich gerne allein zuhause geblieben…das wäre definitiv besser für mich gewesen.

Leider hatte ich mich dazu hinreißen lassen, mich mit meiner Schwester zu verabreden…immerhin hat sie 3 Wochen Urlaub, einen Mann der z.Z. in der Reha ist und sie hat auch keine Mittel und auch keine innere Ruhe, jetzt alleine irgendwohin in den Urlaub zu fahren. Sie ist auch noch nie alleine in den Urlaub gefahren. Also hatte ich angeboten, ich komme sie für 1-2 Tage besuchen, und würden dann zusammen mal wieder Radfahren und auch mal wieder nach Rømø zum Schwimmen fahren.

Ruppigkeit als Konzept?

Nach dem schönen Tag mit dem Rad in Frankfurt, bin ich mit der S-Bahn zurück zum Hotel, habe mich für den Abend frisch gemacht und bin mit dem Auto zurück in die Stadt…doch es wurde nichts aus dem typisch Frankfurter Essen…was teilweise an den geschlossenen Restaurants lag (immerhin war Montag, da haben einige ihren Ruhetag), aber überwiegend an dem vorhandenen Personal.

Zuerst hab ich die Frankfurter Apfelwein-Botschaft angesteuert…da sitzt man bei schönem Wetter in einem schönen weitläufigen Apfelbaum-Garten, das Essen ist rustikal deftig und es gibt Äppelwoi und Mispelchen.

Beim Reinkommen in den Garten waren viele Tische leer…ich nahm Kontakt zu einem der herumstehenden Kellner auf und zeigte auf einen etwas abseits gelegenen 2er Tisch und meinte ich würde mich gerne dort hin setzen…aber das wollte er nicht (stand aber auch kein Reserviert Schild auf dem Tisch) und meinte patzig….ich solle mich neben ein Pärchen setzen, das sich sehr laut unterhielt und das mit offenem Mund aß….da wollte ich eher NICHT sitzen…aber der Kellner lies mir keine Wahl, jaaaa immerhin würde gleich eine große Gruppe kommen (für die waren aber am anderen Ende des Gartens bereits mehrere Tische eingedeckt…also weit weg von dem 2er Tisch)…und dann lies mich der Kellner warten, und warten, und warten…er stand da mit Anderen herum, kam aber nicht an meinen Tisch…weder auf Handzeichen, noch auf Augenkontakt hat er reagiert. Nach fast 15 Minuten bin ich dann aufgestanden und wieder gegangen.

Ich weiß ja, das in Frankfurter Apfelwein-Gaststätten die Unfreundlichkeit der Kellner Teil des Konzepts sind…diese Ruppigkeit wird geradezu kultiviert. Aber mir geht das auf die Nerven und wenn ich noch hier wohnen würde, hätte ich wahrscheinlich auch etwas gesagt…aber jetzt hat mich dieses Verhalten einfach geärgert. Hätte er mich zügig bedient…hätte er mehr Zeit für die später kommende große Gruppe. Aber er wollte mich scheinbar nicht als Kunden.

Also bin ich wieder in mein Auto gestiegen und in einen anderen Stadtteil gefahren….nach Ginnheim…auf der Fahrt machte ich mal wieder Bekanntschaft mit verstopften Straßen und ruppigen Autofahrern und es dauerte eine Weile bis ich da war, wo ich hin wollte…in Ginnheim gibt es das Restaurant „zum Adler“ und der hat einen wunderschön versteckt gelegenen Restaurant-Garten…und tolles Essen vom Balkan.

Auch hier das gleiche Bild…es war nicht voll…viele Tische waren leer, ich hab Kontakt zu einem der herumstehenden Kellner aufgenommen und der meinte, ich könne mir einen Platz aussuchen…ja prima…also hab ich – wie es meiner Natur entspricht – einen etwas abseits am Rand gelegenen Tisch genommen und hab darauf gewartet, das nun einer der vielen Kellner, die ständig ihre Blicke über die Tische gleiten liessen, mal zu mir käme. Aber es kam Niemand.

Stattdessen beobachtete ich, wie ein gerade angekommener Alleinsitzender Herr (seine Begleitung war gerade mal kurz weggegangen) von einem der älteren Kellner aufgefordert wurde, diesen mittigen Tisch freizugeben und sich an einen der freien Tische am Rand des Gartens zu setzen…er würde alleine einen großen Tisch blockieren. Dabei waren überall 4er Tische…auch der Tisch an dem ich saß.

Etwas aufgebracht setzte er sich an den Tisch hinter mir…und auch seine Begleitung war irritiert. Die Beiden hatten auch noch nichts bestellt. Aber es kam Niemand …. ich fragte also den Chef, der gerade mal ganz wichtig vorbeilief, ob ich denn bestellen könnte…Antwort: Kollege kommt gleich.

Wie gesagt, die „Kollegen“ standen mindestens zu Viert und beäugten aus der Ferne alle Tische…gingen hin, begrüßten die Leute, nahmen Bestellungen auf, brachten Essen…nur zur mir und dem Tisch hinter mir, kam niemand…Dann kam endlich ein junger Mann, brachte schon mal das Besteck…und war wieder verschwunden….und als er dann das nächste Mal kam, ging er an mir vorbei und schaute mir dabei ins Gesicht und ging zum Tisch hinter mir um deren Bestellung aufzunehmen.

Ich sagte nichts….schäumte aber innerlich….früher hätte ich etwas Unfreundliches gesagt, so aber bin ich stillschweigend aufgestanden und habe den Restaurant-Garten verlassen…ich war hungrig und wurde langsam echt wütend….mich mehr als 15 Minuten warten zu lassen und dann auch noch kalt lächelnd in der Reihenfolge zu übergehen….na danke. In solchen Sachen bin ich echt kleinlich…ich war eher dort und nur weil ich alleine da sitze, bin ich doch nicht unsichtbar.

Lust auf einen weiteren Restaurant-Besuch hatte ich nun auch nicht mehr….aber hungrig war ich trotzdem… aber jetzt noch weiter durch Frankfurt zu fahren…neeee lieber nicht…also hab ich das gemacht, was ich früher auch gerne gemacht habe…ich hab bei „Best Worscht“ angehalten für Currywurst, Pommes …und was soll ich sagen…die hat mir früher auch besser geschmeckt…aber immerhin ich hatte etwas im Magen und wurde wieder ruhiger.

Zusammen mit einer etwas merkwürdigen Begegnung in der S-Bahn am Nachmittag war ich für den Tag echt bedient. Ich bin in die S-Bahn nach Eschborn in den Wagon gestiegen, wo man die Fahrräder mit nehmen darf…2 standen schon dort, ich hab mich als 3. dahin gestellt (4 Räder sind erlaubt) schon kam eine offensichtliche Büro-Dame, Typ „Chef-Sekretärin“ und wollte unvermittelt in einem etwas ruppigen Ton wissen, bis wohin ich fahren wolle. Bitte? Jaaa sie müsse ja evtl. eher aussteigen und dann müssten wir die Plätze der Räder tauschen. Sie wurde nervös beim Sprechen…ich nannte ihr irgendeine Ortschaft (die gar nichts mit dem Weg der S-Bahn zu tun hatte) und schon kam das : ich muss früher raus..

Ich nahm also mein Rad da weg, stellte mich zusammen mit dem Rad auf die andere Seite…sie zerrte ihr Rad weg und schaute mich auffordernd an und kommandierte ich sollte mein Rad da jetzt hinstellen…ich meinte zu ihr, sie solle mich doch einfach in Ruhe lassen. Ich blieb wo ich war…denn ich hatte gar nicht vorgehabt, mein Rad alleine da stehen zu lassen…das machen die Wenigsten. Sie stieg dann an der nächsten Haltestelle auch tatsächlich aus.

Liegt es an der Hitze, liegt es an der Stadt…mein Ruhepuls stieg seit dem späten Nachmittag immer höher und irgendwie war mir in dem Moment klar…das hier ist mein letzter Besuch in Frankfurt…die Zeit ist für mich einfach vorbei. Ich brauche weder die Hektik der Stadt und solche unfreundlichen Begegnungen…ich bin in diesen Dingen dünnhäutig geworden und will einfach nur meine Ruhe…wie am Morgen beim Frühstück.

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Es ist jetzt Mitte meiner 2. Urlaubswoche….und nächste Woche geht es wieder ans Arbeiten. In der ersten Woche war ich ja erst für 3 Tage in Hessen (Frankfurt und Umgebung), dann wieder einen Tag Zuhause, dann für 3 Tage In Flensburg und Dänemark mit meiner Schwester) und ich bin seit Samstagnachmittag erst wieder zuhause.

Das waren insgesamt mit allen Ausflügen usw. 1.640 km die ich im Auto unterwegs war. Die ersten Tage waren sehr heiß, dann in Flensburg und Dänemark war es sehr windig. Ich bin in Hessen viel mit dem Rad gefahren (ebenerdig), dann viel Rad mit meiner Schwester (man sollte nicht glauben wie viele Steigungen es in Flensburg gibt – meine Schwester hat zum Glück ein E-Bike – ich nicht) und stundenlang in Rømø /DK am Stand entlang gelaufen.

In Frankfurt den Stress Montagabend, das extrem tolle Treffen am Dienstag mit dem Rentner+seiner Frau bei ihnen zuhause, in der Nähe von Hanau. Dazu die anschließende tagelange ununterbrochene Kommunikation mit meiner Schwester. Es gibt einfach keine Redepausen, wenn ich bei ihr bin – also gar keine.

Dazu immer und immer wieder die alten Geschichten, mit denen sie nicht abschließen kann, da kommt soviel Bitterkeit mit hoch, und sie behauptet zwar, es verarbeitet zu haben…aber man merkt sehr schnell…das sind nur Worte und die stimmen nicht.

Diese alten Geschichten haben zum Glück nichts mit mir zu tun…unsere Themen sind geklärt.

Ich hab schon so oft versucht ihr Wege aus diesen Gedanken-Spiralen aufzuzeigen, aber ich kann ihr dabei nicht helfen, solange sie nicht einsieht, das sie sich selbst damit blockiert und sie es selber „angehen“ muss, um endlich wirklich inneren Frieden zu finden.

Ich finde die Unterhaltungen darüber jedoch von mal zu mal belastender….weil sie die Verantwortung immer auf „die Anderen“ schiebt. Das sie aber heute, nach 30-40 Jahren, auch selber die Verantwortung für ihren jetzigen Umgang mit den Themen übernehmen kann, will sie nicht wahrhaben. Ja es braucht Zeit und Mut und man muss ehrlich zu sich selbst sein…das kann nicht jeder.

Womit man mal wieder sieht: jeder muss seine eigenen Wege finden mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und seelischen Verletzungen umzugehen.

Seitdem ich wieder zuhause bin, fühle ich mich nicht erholt, sondern erschlagen….wahrscheinlich auch, weil ich die Dosierung einer Tablette auf Anraten des Arztes verdoppelt habe, und die Wirkung ich erst jetzt erst bemerkbar macht….und schon als ich mit den Tabletten im März begann, hab ich Wochen gebraucht, bis ich mich nicht mehr so müde gefühlt habe.

Also seit Samstagnachmittag bin ich körperlich erschöpft, müde, mir tun Knochen und Muskeln weh, ich bin seelisch ausgelaugt, ich hab mich total in meine Wohnung zurück gezogen…dazu hat das Wetter umgeschlagen und es ist bei 18-23 Grad zwar warm, aber ständig bedeckt, extrem windig…vorgestern gab es ein heftig langanhaltendes Gewitter und die Sonne mag auch nicht mehr scheinen….ich schlafe sehr viel und lange und so richtig motiviert viel in meiner letzten Urlaubswoche zu machen, bin ich auch nicht.

Ehrliches Fazit: Es war einfach zu viel.

Meine anfängliche Euphorie endlich mal wieder raus zu kommen und den Urlaub zu genießen, hat tatsächlich verdrängt, das die Tage mit meiner Schwester anschließend für meine Erholung auch nicht so toll sein werden. Dabei waren auch die Tage mit und bei ihr schön…aber eben auch anstrengend.

Es ist, wie es ist…ich brauche einfach viel Ruhe für mich selbst…und selbst wenn ich meine eigenen Bedürfnisse missachte, wie in diesem Fall, holt es mich am Ende wieder ein.

Seit Samstagmittag bin ich wieder Zuhause und erst seit gestern Abend (Dienstag) fühle ich mich wieder lebendig. Die Tage dazwischen hab ich mich nur etwas um meine Wohnung und die Wäsche gekümmert…ansonsten hab ich auf der Couch gelegen und gelesen, etwas gekocht, auf dem Balkon etwas aufgeräumt und stundenlang den Vögeln zugeschaut und eben sehr viel geschlafen.

Gestern Abend war ich dann endlich mal wieder zu meiner normalen Walkingrunde am Abend unterwegs..sehr schön…jetzt bin ich also wieder da…

Urlaubstag in Frankfurt

Urlaubstag in Frankfurt

Die Nacht im Hotel war erstaunlich gut. Am nächsten Morgen hab ich mein Rad aus dem Auto geholt, nur um festzustellen, das die Kette abgesprungen ist…nanu…das ist mir so auch noch nicht passiert.

Aber egal…nach nicht mal 2 Minuten war auch das behoben und ich erst einmal dreckig. Das kommt davon, wenn man sein Rad nicht zwischendurch auch mal sauber macht. Rüge an mich selbst: DRINGEND Rad putzen.

Dann aber ging es los. Von Eschborn ging es auf meinen alten Schleichwegen nach Frankfurt-Rödelheim und von dort nach Bockenheim. Die meisten Wege hab ich auch tatsächlich auf Anhieb gefunden… nur einmal hatte ich einen Weg verpasst und war in die verkehrte Richtung gefahren….hab es aber dann schnell gemerkt und auch sofort in entgegengesetzter Richtung den kleinen Fußgängertunnel wieder gefunden…der konnte ja auch nicht verloren gegangen sein.

Es war noch früh am Morgen und leicht kühl, so das die Fahrt mit knappen 16km mir sehr viel Spaß gemacht hat….und dann war ich auch schon an der Bockenheimer Warte, bei meinem Lieblingsbistro/-Café.

Normalerweise sind die Tische draußen auch vormittags immer gut belegt…immerhin ist es unweit der Uni…aber an diesem Montag war es leer….also richtig leer. Mir sollte es Recht sein…und auch die freundliche Bedienung freute sich über etwas Ruhe am Morgen und einem Gast, der endlich mal Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken.

ohhh ja, ich hatte Zeit und und war knappe 2 Stunden dort….dabei blieb mein Frühstück eher unspektakulär….aber es war genau das, worauf ich jetzt Lust hatte und sehhr frisch und lecker.

Nach dem Frühstück blieb ich einfach sitzen, trank noch einen Kaffee und beobachtete die Menschen die vorbei hasteten. Das ist genau das Problem in dieser Stadt:

Die Uhren laufen einfach schneller…die Menschen fahren schneller, laufen schneller, bei Rot über die Ampel zu gehen ist hier überall relativ normal, weil sich niemand Zeit nimmt auf Grün zu warten. (Nur die Radfahrer sind hier nicht so kamikaze-mäßig unterwegs wie in Hamburg…was mir dort schon mehr als einmal einen Schock versetzt hat hahaha)

Und diese äußere Hektik der Stadt übertrug dann auch sehr schnell noch am gleichen Tag auf mich….jetzt weiß ich wieder genau, warum ich hier weg bin. Aber noch war alles in mir entspannt und ich freute mich auf den Tag.

Später bin ich dann mit dem Rad weiter in Richtung Innenstadt gefahren…an der Alten Oper vorbei

und durch die „Fressgass“ zur Hauptwache…dort hab ich das Rad abgestellt, hab die Zeil (die Einkaufs-/Fußgängerzone) erst einmal links liegen gelassen und bin zum „Römer“ gelaufen, runter bis zum Main, dann durch die erst vor ein paar Jahren fertiggestellte Nachbildung der „Altstadt“ mit netten kleinen Häusern, Plätzen und Höfen.

Das sieht auch alles super aus…fühlt sich für mich aber trotzdem eher fremd an…ist mehr ein Touristen-Ort zum Flanieren…weniger ein Ort um dort zu Leben.

So hab ich mich dann auch relativ zügig weiter zur Kleinmarkthalle begeben. Das ist quasi wie ein überdachter Wochenmarkt, nur das dieser an jedem Wochentag statt findet. Oben gibt es eine Weinbar und kleine Geschäfte, im Souterrain befinden sich die Fischhändler…und alles andere, was man zum täglichen Leben benötigt, bekommt man im Erdgeschoss….ich mag diese Markthalle in dem alten und schmucklosen Gebäude….hier spielt das Leben, treffen sich die Menschen bunt gemischt aus allen Gesellschaftsschichten.

Der Himmel strahlte mit wolkenlosen Blau und die Temperatur steuerte schon wieder unbeirrbar auf die 30 Grad zu…ich lies mich daher auf der Zeil in einem Cafè mit riesigen Sonnenschirmen nieder und genoss meine Auszeit…

Urlaubsfahrt – zurück in vergangene Zeiten

Meine Erste Urlaubswoche ist nun vorbei…und damit auch der Teil, wo ich ständig unterwegs bin. Den zweiten Teil meines Urlaubs verbringe ich ab jetzt in Ruhe zuhause…das brauche ich auch.

Sonntag vor einer Woche bin ich die 520km nach Frankfurt gefahren…die Autobahnen waren voll und Baustellen gab es oft und die waren auch noch oft sehr lang…aber es ging immer noch irgendwie weiter…wenn auch zeitweilig eher langsam.

Aber nach meinem einzigen kurzen Stopp auf einem Autohof (also neben der Autobahn) gab es auf einmal keine Möglichkeit mehr zurück auf die Autobahn zu kommen…die ausgeschilderte Umleitung führte ins Nichts….also zurück zum Autohof und von dort aus erneut der Umleitungsbeschilderung folgen…ich war nicht die Einzige, die gleich mehrfach wieder am Autohof ankam und durch die Gegend irrte.

Ich hatte dann irgendwann die Nase voll und hab mir meinen weiteren Weg über Land gesucht…..das war so sehr Pampa, das es auch keine Bundesstraße in der Nähe gab, sondern nur kleine Landstraßen durch kleinste Orte…aber immerhin war dann irgendwann „Marburg“ ausgeschildert….und lustigerweise, waren alle Versuche wieder die Autobahn zu erreichen unmöglich, weil jedes Hinweis-Schild auf die Autobahn durchgestrichen war….d.h. die Auffahrten waren nicht befahrbar, weil dort gebaut wurde. Ich hatte mir tatsächlich den blödesten Ort für eine Pause gesucht. Aber egal…ich war mit Essen und Getränken versorgt und wollte mich nicht lange aufregen.

In der Umgebung von Marburg kannte ich mich immerhin wieder etwas aus und so kam ich dann wieder auf Straßen, die mir nicht unbekannt waren und dann war ich auch wieder auf der Autobahn….und da waren sie wieder, die immer noch sehr vertrauten Orte, Münzenberg am Gambacher Kreuz, Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg, Rosbach v.d.H (In zwei der Orte hab ich auch mal gewohnt, in einem der Anderen gearbeitet)…und dann der Blick auf die Skyline von Frankfurt.

Bei Bad Homburg v.d.H. hab ich die Autobahn verlassen und bin in Richtung Taunus gefahren, nach Kronberg (von mir immer gerne „Schnöselhausen“ genannt)….wollte mal sehen, ob dieser komische Konzertsaal am Bahnhof inzwischen fertig ist und ob er wirklich so scheußlich aussieht, wie schon damals auf den Plänen erkennbar….ohhhja – also dieses futuristische Teil passt so gar nicht da hin, riesig ist es und durch das lang-runtergezogene Dach sieht es merkwürdig aus…gut das ich in diesem Ort nicht mehr wohne.

Mehr wollte ich von Kronberg auch schon gar nicht sehen…den Bereich, wo wahrscheinlich heute noch mein Ex wohnt, hab ich großzügig ausgelassen. Ich wollte nie in diesen Ort ziehen…aber mein Ex-Freund war so ein „Schnösel“, der unbedingt hier leben wollte. Das war der Kompromiss damals…okay ich ziehe von Frankfurt-Rödelheim nach Kronberg…aber ich bleibe in einer eigenen Wohnung…und so kam es dann, das wir im gleichen Haus wohnten, aber in getrennten Wohnungen.

Von Kronberg aus bin ich dann meinen ehemaligen Weg zur Arbeit nach Bad Soden a.T. gefahren…hab das Auto in der Nähe des Kurparks abgestellt und bin etwas durch die Gegend gelaufen…. Die Sonne war immer noch gnadenlos bei annähernd 30 Grad….hab mich in ein kleines Restaurant gesetzt und zu Abend gegessen….hier ist noch alle wie immer….auch das Essen ist richtig klasse.

Und dann ging es nach Eschborn zum Hotel. Ich hatte mich für „das niu Belt“ entschieden…Ein City-Hotel, jung und modern mit kleinen Zimmern, funktional und sauber und bei aktuellen Tagestemperaturen von mehr als 30Grad war auch die Klimaanlage im Zimmer ein Entscheidungskriterium….und es ist nicht so teuer.

Eschborn liegt nur ca. 4 km vor der Stadtgrenze zu Frankfurt und kann man fast als Trabantenstadt bezeichnen….es gibt zwar einen alten Ortskern, aber hier sitzen inzwischen viele namenhafte Unternehmen in riesigen Bürotürmen z.B. Die Deutsche Börse, Deutsche Bank, Commerzbank, E&Y, Vodafone, Evonik usw. und die Anbindung mit der S-Bahn und den Autobahnen ist ist richtig gut.

Am Abend bin ich dann noch mit dem Auto die knappen 4 km bis nach FFM-Rödelheim gefahren. Hier hab ich knappe 10 Jahre gewohnt…dem Stadtteil fühle ich mich tatsächlich noch emotional verbunden….alles ist wie immer…schön hier durch die Straßen zu laufen, durch den Park, durch die wuselige Einkaufsstraße…an der Nidda entlang…und an dem Haus, wo ich so lange gewohnt hatte. Ich bin nicht wehmütig…aber es ist erstaunlich vertraut.

Firmenausflug oder lieber Arbeiten?

Seit ein paar Tagen hab ich jetzt endlich auch den Termin für das PET-CT….direkt nach Ende meines Urlaubs…na gut – dann ist es jetzt so und ich kann für den Urlaub jetzt planen.

Die Arbeitswoche war etwas skurril. Die beiden Homeoffice-Tage waren okay…Mittwoch im Büro konnte ich mich aber gar nicht konzentrieren….da sich aus allen deutschen Standorten die Kollegen in Hamburg trafen, um von dort aus gemeinsam per Bus in die Firmenzentrale zu fahren. Alle 2 Jahre findet dort ein geselliges Treffen mit ALLEN Kollegen aus allen Ländern statt. Und da wir immer weiter wachsen, wird der Aufwand auch immer größer…Deshalb dieses mal der Bus für einen Teil der Deutschen Kollegen. Einige sind mit den Firmenwagen auch selber gefahren. Es war am Standort Hamburg also ein großes Hallo und eine unglaubliche Unruhe bis endlich der Bus am Mittag los fuhr.

Ich war die Einzige noch verbliebene Person, die für den Rest der Woche im Hamburger Büro anwesend war und arbeitete…Es kam auch KEIN Anruf, KEINE internen Mails….es schien also NIEMAND am Arbeitsplatz zu sein, außer einem IT-Kollegen in der Zentrale und mir im Hamburger Büro…aber für die anderen Länder kann ich das nur schwer beurteilen hahaha.

Ich zumindest hatte 2,5 Tage absolute Ruhe und konnte mich damit optimal auf meinen Urlaub vorbereiten….Alle Meldepflichten hab ich rechtzeitig erledigt…für das bevorstehende Quartalsende hab ich soviel wie möglich vor gearbeitet….Zahlungen initiiert und vordatiert, Listen aktualisiert und Berechnungen gecheckt ..und Mails mit Vor-Infos für das Quartalsende versendet, o das meine brandenburgische liebe Kollegin schon ihren Part erledigen kann. Denn wenn ich zurück komme, wird es sonst zeitlich zu eng.

Nein ich bin überhaupt nicht neidisch auf die Kollegen die mit zur Firmenfeier gefahren sind, es war ja meine freie Entscheidung nicht mit zu fahren.

So konnte ich Dingen entgehen, die mir ohnehin keinen Spaß machen würden: Lauthalses Singen nach Notenblättern im Bus (Fahrtdauer ca. 5 Stunden) / Treffen mit ca. 500 Kollegen aus allen Ländern im Norden Dänemarks / Übernachten in Zimmern zwischen 2 und 6 Personen / jede Menge initiierte Spiele in Gruppen bis zu 10 Personen pro Team / Smalltalk ohne Ende / eine lange Disconacht im Zelt mit sooo vielen Menschen….nein – da fiel es mir nicht schwer mich für die Arbeit zu entscheiden….hahahaha

Und so konnte ich Freitag am frühen Nachmittag Feierabend machen, während Andere am späten Nachmittag schauen mussten, wie sie dann von Hamburg aus in Richtung Osten weiter kamen, da die Züge zwischen Hamburg und Berlin nicht mehr fuhren…die Brandenburger z.B. haben sich dann einen Mietwagen genommen und waren erst sehr spät am Abend wieder zuhause. Wie die Kollegin mitteilte, waren es schöne aber auch sehr anstrengende Tage….das glaub ich gerne.

Ich fahre erst Ende Oktober wieder in die Firmenzentrale…dann aber Alleine oder wieder mit dem Controller…das wird für mich bestimmt lustiger.

Endlich Zeit und kleiner Blick in die Vergangenheit

Seid Wochen schon freue ich mich auf diesen Tag, hab ihn tatsächlich herbei gesehnt…ab heute hab ich für 14 Tage Sommerurlaub.

Nicht das ich etwas Besonderes geplant hätte. Also warum hab ich mich sooo darauf gefreut? Weil ich jetzt Zeit habe…die ich auch einfach vertrödeln kann…wenn ich es denn möchte…ich brauche vor Niemandem, auch vor mir selber nicht, zu rechtfertigen, WIE ich meinen Urlaub verbringe.

Ich kann und darf mir einfach Zeit lassen, soviel und solange ich möchte…und wenn es sein muss, auch die kompletten 14 Tage…okay, das ist eher unwahrscheinlich bei mir und na klar werde ich immer wieder von Kollegen gefragt, was ich im Urlaub machen werde…das ist dann doch irgendwie blöd…weil ich gar nicht viel erzählen kann…denn, ich habe ja nicht wirklich etwas geplant…ein paar Absichtserklärungen kann ich dann zum Besten geben

Aber Pläne, fixierte Reiserouten, Tickets für Flug oder Bahn, oder gar reservierte Hotelzimmer? Fehlanzeige. Natürlich denke ich öfter darüber nach….aber so richtig auf ein Ziel wollte ich mich dann doch noch nicht einlassen.

Zumal ich auf der einen Seite ja noch auf den Termin für das PET-CT warte und andererseits mein Schwager aktuell mit neuer Hüfte im Krankenhaus liegt (und dazu auch noch arbeitslos)…während meine Schwester ihren 3wöchigen Urlaub jetzt allein zuhause verbringt.

Aber in dieser Woche kristallisierte sich dann ein Plan heraus…ich werde mich diesen Sonntag ins Auto setzten und in meine alte Heimat fahren…nach Frankfurt. Ich habe dort und in der Umgebung fast 20 Jahre gelebt…werde mich für 2 Nächte in einem kleinen Hotel außerhalb der Stadt einquartieren.

Nach dem letzten Telefonat mit dem Rentner aus Hessen, hatte ich mal wieder so richtig Lust auf alten Pfaden zu wandeln…mein Fahrrad kommt natürlich mit…. So kann ich – wie früher – Morgens nach Bockenheim radeln und in meinem früheren Lieblings-Cafè /-Bistro frühstücken, In Rödelheim durch die Straßen Laufen, wo ich knappe 10 Jahre gewohnt habe… irgendwann dann über die Zeil flanieren und eine kleine Wanderung im Taunus machen….all die schönen Strecken und Wege, die ich früher so gerne hatte.

Das sind alles Dinge, die ich schon lange vorher gemacht hatte, bevor ich mit meinem letzten Ex-Freund zusammen kam…diese Zeit „vorher“ war eine intensive und sehr schöne Zeit, an die ich mich gerne zurück erinnere…ich war Single und hab gemacht, wozu ich Lust hatte….genau, wie jetzt wieder….nur heute mache ich es im hohen Norden der Republik, aber ruhiger – dafür genau so intensiv und vor allem richtig zufrieden.

In der kommenden Woche jährt sich mein Weggang aus Hessen tatsächlich zum 4.Mal – es ist ein interessanter Zufall, das ich ausgerechnet jetzt wieder dorthin fahre. Bisher war ich nur einmal vor ca. 2 Jahren dort.

WOW – 4 Jahre sind inzwischen schon wieder vergangen. Wie anders mein Leben heute ist….beruflich bin ich seitdem nicht mehr so angespannt, wie die 20 Jahre zuvor….ich mache meinen Job gerne und ich mache ihn gut….ansonsten hab ich viel Freizeit und viele Freiheiten.

Ja klar lebe ich heute sehr viel ruhiger und zurück gezogener…aber dafür ist meine Zufriedenheit auch um ein Vielfaches höher. Jaaaa das mit der Gesundheit ist jetzt nicht mehr ganz soooo gut…aber hey – wir werden eben alle älter und so ein paar Krankheiten gehören eben auch dazu….noch kann ich damit ganz gut leben (zumindest bis zum Ergebnis des PET-CTs….dann schaue ich mal weiter)

Wie bei einem so spontan initiierten Urlaub zu erwarten, treffe ich mich jetzt nicht mit vielen Leuten. „VIELE“ hab ich ja eh nicht. Ich hab nur 2 von 4 mir wichtigen Personen überhaupt über mein Kommen informiert.

Was wahrscheinlich irritierend klingt: ich besuche die Stadt und Umgebung, um der Stadt und der alten Erinnerungen willen…und na klar würde ich in diesem Zusammenhang auch gerne die Beiden gerne treffen (also unabhängig voneinander)….leider klappt es mit meinem ehemaligen Tanzpartner und gutem Freund nicht….er befindet sich ab heute selber im Familienurlaub….so wird es wohl nur zu einem Treffen mit dem Rentner und seiner Frau kommen, das ist ja inzwischen eine ganz besonders enge Freundschaft ….jaaaaa ich könnte noch die anderen Beiden auf meiner Liste informieren…aber das möchte ich eigentlich gerade nicht.

Wenn ich dann wieder nach Hause komme, werde ich anschließend noch für 1-3 Tage zu meiner Schwester fahren. Mein Schwager wird dann schon in der Reha sein… und damit sie auch noch etwas richtigen Urlaub bekommt, wollen mal wieder nach Rømø (Dänemark) fahren….an den schönen weiten und langen Strand….mal sehen ob das Wetter dann überhaupt noch mitspielt….etwas Wasser, etwas Wellness, gutes Essen…mal sehen, was sich so ergibt. Und in der 2. Woche meines Urlaubs treffen wir uns dann zu Dritt für einen Tag bei meinem Schwager in der Reha……

Besorgt…aber nicht ängstlich

Nach dem Arztgespräch blieb ich erst einmal leicht verwirrt zurück…den Inhalt der Worte hatte ich gehört und verstanden…und nach dem Erschrecken über die Möglichkeit ernsthafter Konsequenzen für mein Leben, blieb alles erst einmal bei meinem Verstand hängen….es ist nur ein Verdacht…keine endgültige Diagnose…Aufregen bringt nichts…und selbst wenn es so wäre…bei 8mm besteht keine unmittelbare Lebensgefahr…das ist kein sofortiges Todesurteil.

Ich hab meine Schwester angerufen und ihr das erzählt, was der Arzt gesagt hatte…als sie anfing zu weinen hab ich sie sofort wieder beruhigt mit den Argumenten das es nur ein Verdacht ist…..Mist…warum hab ich es ihr gleich erzählt…sie hat doch echt genug um die Ohren.

und auch während ich meine Abendrunde drehte und es immer wieder halblaut aussprach, blieb ich immer noch auf dieser Ebene…aber indem ich es vor mir selber aussprach, verlor es etwas von seiner Unwirklichkeit…ich fiel danach wie ein Stein ins Bett und bin sofort eingeschlafen.

Aber kaum war ich am nächsten Tag im Büro überkam mich ein inneres Zittern und auf irgendetwas konzentrieren konnte ich mich auch nicht. Jetzt war es vom Kopf weiter runter gerutscht….bis in den Magen…und als ich es meinen beiden engsten Kollegen nacheinander erzählte, merkte ich selber wie tränen klüdderig sich meine Stimme anhörte und ich kämpfte es nieder.

Seitdem geht es mir wieder besser….dieses merkwürdige Gefühl mich von der Situation überfordert zu fühlen, ist seitdem wieder komplett verschwunden.

Ja, ich bin besorgt…aber ich bin nicht ängstlich oder panisch….ja, ich mache mir Gedanken was wäre wenn- aber ich weiß es ist momentan nur ein Gedankenspiel. Ja, ich will Klarheit – aber ich kann es nicht beschleunigen. Es ist eben, wie es ist…nicht schön…aber ich kann es gerade nicht ändern.

Davon lasse ich mir mein Leben aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht vermiesen….ich lebe jetzt weiter so, wie bisher…bis ich Klarheit habe…und DANN …dann schaue ich weiter…dann ist immer noch Zeit für Angst und evtl. auch für Panik.

Das Gespräch beim Kardiologen am Freitag war sehr positiv…er ist sehr zufrieden, wie mein Körper auf die Tabletten reagiert und was er im MRT gesehen hat…wenn das so stabil bleibt, kommt mein Herz noch eine ganze Weile ohne OP aus…nur bei einer Tablette wird die Dosis für ein paar Wochen verdoppelt, um zu schauen, ob damit meine Atemnot in bestimmten Situationen, abnimmt.

Als ich ihm von der dem Lungen-Befund erzählte, war er überrascht…und meinte, wenn ihn das beträfe bliebe er vermutlich nicht so ruhig….andererseits würde das eher langsame Wachstum von 1mm in knappen 6 Monaten in seinen Augen eher gegen einen bösartigen Tumor sprechen. Er hat sich viel Zeit für unser Gespräch genommen und möchte, das ich ihn über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halte…das Gespräch tat gut…ja so ein Arzt ist echt unbezahlbar…

Schlag auf Schlag….und ein leichter in die Magengrube

Montag ging es mit meinem Schwager los….der 2.Arzttermin wegen seiner Hüfte …..die OP findet bereits nächste Woche statt…..wow – also das ging ja mal super schnell. In der kommenden Woche bekommt er auf der rechten Seite eine neue Hüfte….und er freut sich darauf, das dann endlich die Schmerzen aufhören…seine linke Hüfte wurde schon vor ca. 15 Jahren getauscht…die funktioniert auch nicht mehr einwandfrei, macht aber nicht solche Probleme, wie jetzt die rechte Seite. Dabei ist er mit jetzt 57 Jahren ja noch echt „jung“ für solche OPs.

Dienstagvormittag war ich dann dran…auf nach Norderstedt in die Klinik zum Herz-MRT. Hier war ich ja auch bereits im März schon zur Herz-Katheter-Untersuchung. So war mir der Weg zur Klinik und auch die Klinik selbst, nicht mehr fremd. Ich hatte mich auch rechtzeitig schlau gemacht, wie ich mit der AKN, bzw. dem Schienenersatz-Verkehr dorthin komme…Denn seit dem letzten Wochenende fährt die AKN bei mir im Ort ja wieder…allerdings nur bis Burgwedel…ab da dann der Schienenersatz-Verkehr…das hat alles gut geklappt und ich war, wie immer, viel zu früh dort….bin dann noch eine Weile durch die Gegend gelaufen…und hab mir etwas Sorgen gemacht.

So eine MRT-Röhre verträgt sich nicht so wirklich, mit meiner Klaustrophobie…der Arzt hatte das zwar auf die Überweisung mit geschrieben….aber trotzdem war ich nervös. Ich musste lange warten, weil mein Termin ja dazwischen geschoben worden war…so sah ich die Patienten der Klinik wie sie in ihren Betten hingeschoben wurden, und wieder weggebracht wurden und der Nächste wurde hingeschoben und später wieder weggeschoben…wie auf einem Rangierbahnhof war es ein ständiges Kommen und gehen und ich saß da…und wartete.

Dann endlich war ich dran. Die waren alle super nett und als ich auf mein Problem aufmerksam machte, schaute mich der Arzt zwar zweifelnd an (ich wirkte eben noch ruhig auf ihn, bzw. „lustig“ aber das ist bei mir ein Zeichen von hoher Nervosität, wenn ich anfange zu kalauern)…bekam dann aber ein „leichtes“ Beruhigungsmittel…und schon ging es los.

Alle waren ruhig und unaufgeregt…ich bekam Kopfhörer mit Musik auf die Ohren, weil das MRT ja sehr laut ist, einen Zugang für die Mittelchen die mir währenddessen noch verabreicht wurden, die Anweisung mich auf keinen Fall zu bewegen und den Anweisungen die gleich per Kopfhörer kommen werden, Folge zu leisten, ich bekam einen Notfallknopf in die Hand gedrückt und eine schwere dicke Platte auf den Oberkörper gelegt und schon fuhr ich in die MRT-Röhre hinein….natürlich hatte ich die Augen schon vorher geschlossen….es war zwar hell in der Röhre, aber auch echt eng… Aber durch das Beruhigungsmittel blieb ich einigermaßen ruhig und den Rest musste ich halt aushalten….und ja es ging auf diese Art besser, als erwartet. Dann wurde ein Mittel gespritzt, das mein Herz unter Stress setzen sollte…das verursacht plötzliche Hitze, Herzrasen und Atemnot. Der Arzt hatte mir erklärt, das diese Symptome nach ca. 2 Minuten vorbei wären und ich trotzdem die Atem-Anweisungen befolgen muss… Also – das war kein sehr schönes Gefühl.

Irgendwann war es vorbei….und ich erlöst…anschließend war mir schwindelig und ich fühlte mich wie betäubt…jetzt erst merkte ich auch die körperlichen Auswirkungen der Mittelchen (incl. Beruhigungsmittel)…und ich brauchte eine Weile, um wieder klar im Kopf zu werden….den Weg zurück nach Hause per SEV und Bahn ging dann wieder unproblematisch…aber ich fühlte mich ausgelaugt und müde…und jetzt erst begann das Nerven flattern und bin dann den Rest des Tages auf der Couch geblieben und habe geschlafen. Der Arzt im Krankenhaus meinte noch, er hätte jetzt nichts gesehen, was zum akuten Handeln zwingen würde…und mein Kardiologe würde sich mit mir in Verbindung setzen…aber bei dem hab ich ja eh am Freitag einen Termin.

Als um 20.30 Uhr allerdings der Lungenfacharzt anrief, war ich dann sofort alarmiert. Er hätte jetzt den Befund vom Lungen-CT gelesen und sich das alles angeschaut…und ob ich den Befund schon kennen würde…. JA – ich hatte ihn am Montagabend noch online abgerufen und da standen ein paar unschöne Dinge drin…aber ich als Laie weiß das natürlich nicht einzuordnen…und hatte es erst einmal ignoriert.

Nun erklärte mir der Arzt auf ruhige und sehr freundliche Weise (ich hab echt Glück mit meinen Ärzten, das sie alle so nett und zuvorkommend sind)….das der Zufallsbefund beim Herz-CT auf dem Lungenlappen, tatsächlich ein 8mm großes „Ding“ ist, das da nicht hingehört und das ein „Bronchial-Karzinom“ nicht ausgeschlossen werden könne. Das wäre dann ein bösartiger Tumor, auch bekannt als Lungenkrebs.

WUMS – das hatte erst einmal gesessen.

Aktuell ist es nur ein Verdacht und der muss jetzt ausgeräumt werden…ob ich jemals geraucht hätte. NEIN….hab ich nicht…aber ich bin mein ganzes Leben von starken Rauchern umgeben gewesen…mein Vater, mein Ex-Mann, mein Ex-Freund…..immer wurde zuhause geraucht. Erst seit ich wieder allein lebe, tue ich das in rauchfreier Umgebung.

Also – noch es ist es nur ein Verdacht…aber ich muss jetzt zügig zu einem sogenannten PET-CT.

Der Arzt hat mir erklärt, das es eine moderne und schnelle Methode ist, um herauszufinden, ob das kleine Ding auf meinem Lungenlappen bösartiger Krebs ist oder nicht. Laienhaft ausgedrückt: Ich bekomme ein Mittel gespritzt, dann werden Positronen auf meine Lungen geschossen und wenn das 8mm-Teil aufleuchtet ist es wahrscheinlich Krebs, leuchtet es nicht, ist es kein Krebs. Um diese nicht ganz billige Diagnostik von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, müssen das aber 2 Ärzte befürworten…was in meinem Fall der Radiologe vom Lungen-CT und der Lungenfacharzt getan haben.

Die PET/CT kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT) in einem Gerät. Sie ist das derzeit modernste bildgebende Diagnoseverfahren in der Onkologie zur frühzeitigen Entdeckung und Ortung bösartiger Tumorerkrankungen.

Eine sichere Diagnostik ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von Tumorerkrankungen. Ein eindeutiger Befund bringt Sicherheit bei der Planung der weiteren Behandlungsschritte.

Die PET/CT ermöglicht die Erstellung eines präzisen Bildes, in dem Körperstruktur und -funktion vereint dargestellt werden. So kann die exakte Position, Größe, Aktivität und Ausbreitung einer Tumorerkrankung im gesamten Körper bestimmt werden. Um die Krebszellen im Körper „sichtbar“ machen zu können, wird vor der Untersuchung eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz als sogenannte „Tracer“ verabreicht.

https://www.petct-zentrum-hamburg.de/

Jetzt brauche ich also einen Termin in einem PET-CT-Zentrum, und zum Glück gibt es eines in Hamburg. Mittwochvormittag hatte ich mich also um einen Termin bemüht….aber bevor ich den Termin bekomme, muss ich erst einmal die Überweisung vom Lungenarzt übermitteln. Okay – das schaffe ich heute nicht mehr…immerhin ist Mittwoch…da haben die Ärzte am Nachmittag i.d.R. geschlossen.

Donnerstag nach Feierabend also wieder nach Norderstedt zum Lungenarzt die Überweisung abholen und dann zusammen mit dem Befund vom Lungen-CT an das Zentrum per Mail schicken. Jetzt will der Arzt in dem Zentrum sich das alles noch einmal anschauen (es geht noch einmal um die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse…die haben sonst Angst auf den Kosten sitzen zu bleiben) und seitdem warte ich auf eine Rückmeldung mit dem Terminvorschlag. Eine Antwort bekam ich in dieser Woche aber dann nicht mehr…ich warte also jetzt auf einen Termin…immer mit dem unschönen Gedanken im Hinterkopf es könnte sich doch um Krebs handeln. Das ist kein schöner Gedanke.

Entspannt in Lübeck

Entspannt in Lübeck

Letztes Wochenende hatte ich Besuch von Schwester+Schwager…das war wirklich schön und entspannt.

Als sie Mittags bei mir ankamen, gab es als kleine Stärkung Brot+Brötchen mit jeder Menge Fisch zur Auswahl…ich hatte den Fischladen hier im Ort versucht zu „plündern“ hahaha …. die haben soooo viel Leckeres.

Anschließend sind wir nach Lübeck gefahren…das sind von hier knappe 70km, meistens über Landstraßen. Vorher hatte ich schon im Internet nach einem Parkplatz Ausschau gehalten, der zwischen der Altstadt und der Freiluftbühne liegt….und tatsächlich haben wir nach kurzem Suchen tatsächlich einen freien Parkplatz gefunden, auf dem wir den Rest des Tages stehen konnten….6,00 EUR bis 18 Uhr an einem Samstag in Lübeck finde ich tatsächlich angemessen.

Es war voll in Lübeck….viele Touristen schlenderten durch die Stadt und wir steuerten natürlich auf das Niederegger-Arkaden-Cafè zu und fanden sogar sofort einen freien Platz draußen. Das Wetter war mit knapp über 20 Grad und Sonne echt super angenehm. Erst einmal gab es für uns einen leckeren Marzipan-Kaffee mit Sahnehaube und dann noch Eis…hmmmmmm lecker

Anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert und am Abend hatten wiederum Glück, das wir im vietnamesischen Restaurant einen Platz, auch ohne Reservierung, bekommen haben. Es ist ein kleines Restaurant und wir waren hier schon ein paar Mal essen. Für mich gab es eine Bowl mit Entenfleisch und viiiel frischem Salat und Gemüse.

Später sind wir dann zur Freilichtbühne geschlendert und hatten einen lustigen Abend mit „Sherlock Holmes Rache“…Tolle Schauspieler, tolles Stück….es war spannend und lustig und überhaupt einfach klasse. Wir saßen in der 2. Reihe und hatten den vollen Überblick auf die Bühne und die Schauspieler. Also mit 22,00 EUR pro Karte (egal auf welchem Platz) ist das definitiv angemessen. Die Vorstellung begann um 20.30 Uhr und dauerte mit Pause bis 23 Uhr.

Nach der Vorstellung sind wir entspannt zum Auto zurück geschlendert und nach Hause gefahren. Wir fanden alle Drei, das es ein gelungener Tag war….zufrieden und hundemüde fiel ich dann so gegen 1 Uhr ins Bett (bzw. die Couch im Wohnzimmer….Da Schwester+Schwager ja,wie immer, mein Schlafzimmer für die Übernachtung bekommen haben).

Nach einem etwas späteren Frühstück, als sonst üblich, sind wir Sonntagvormittag noch in die Holmer Sandberge gefahren…die Heide blüht aktuell und das Schauspiel muss man sich einfach ansehen…und wenn man schon nicht in die Lüneburger Heide fahren kann…dann nimmt man eben die Holmer Sandberge… hier ist eine Heidelandschaft auf relativ kleinem Raum…dafür aber nahe bei…und der Morgentau lag noch über dem Gelände…so das die meisterhaft geknüpften Spinnennetze noch sichtbar waren:

So ein schön entspanntes Wochenende tat richtig gut und dann ging es in der folgenden Woche aber auch Schlag auf Schlag….