Dienstreise -3.Teil – kleines Kartendilemma

Nachdem ich dann endlich Feierabend hatte, bin ich vom Firmengelände in den Ort gefahren, runter zum Fjord…war da noch ein wenig laufen und dann wollte ich in dem gemütlichen Restaurant am Hafen essen.

Es war ziemlich leer für einen Donnerstagabend, einen Platz zu bekommen war also auch ohne Reservierung kein Problem….ich hatte mich für das Gericht „Stjernekud“ entschieden…das heisst auf Deutsch Sternschnuppe und bestand aus verschiedenen Fischfilets, geräuchertem Lachs und Eismeergarnelen auf einem kräftigen Bauernbrot…..hmmmm richtig lecker:

Super entspannt hätte mein Beitrag jetzt hier enden können….das Dilemma kam aber beim Bezahlen. Ich war hier schon ein paar Mal essen und die Dänen bezahlen fast ausschließlich mit Karte…also zückte ich, immer noch ganz entspannt, meine Firmenkreditkarte (wir bekommen dafür keine Verpflegungs-mehraufwands-Pauschalen) die freundliche Bedienung hielt mir das Gerät hin, ich tippte meine Pin und es kam die Meldung „abgelehnt“.

Nanu ? Nach einem weiteren vergeblichen Versuch, nahm ich meine private Kreditkarte, ich tippte die Nummer ein und „abgelehnt“…hmmm sehr merkwürdig, fand auch die Bedienung, die meinte also das Gerät würde ihr auch keinen Hinweis anzeigen, warum meine Karten abgelehnt wurden…ich hab ja noch meine normale Bankkarte…also ein weitere Versuch – aber mit dem gleichen Ergebnis.

Gut das keine Schlange hinter mir stand und wartete…sonst wäre ich richtig nervös geworden. Nein Paypal haben sie nicht und Bargeld in EURO hatte ich auch nicht genügend dabei.

So war ich nur ratlos….okay – gibt es hier in der Nähe einen Bankomaten? Sie erklärte mir das es zwei Banken in der Nähe gäbe…also lies ich ihr meinen Führerschein da und machte mich auf zu einem weiteren Spaziergang im Nieselregen.

Und das war dann richtig lustig…Ich nahm also meine private Kreditkarte und es wurde mir angezeigt, das ich Beträge zwischen 100 DKK und 1000 DKK abheben könne…ich tippte also 300 DKK ein und dann kam die Meldung, man könne mir nur 100 DKK auszahlen. AHA- okay ??? na gut – besser als nichts…also hab ich 100 dänische Kronen abgehoben…meine PIN wurde hierbei anstandslos akzeptiert….so hab ich den Vorgang insgesamt 3x gemacht. Das hat dann auch geklappt, aber verstanden hab ich es nicht.

100 Dänische Kronen sind ca. 13,40 EUR – also kein besonders hoher Betrag …aber das war mir jetzt erst einmal egal…Hauptsache ich konnte meine Rechnung im Restaurant endlich bezahlen. Ich hab der Bedienung dann noch ein Trinkgeld in bar gegeben und meinen Führerschein wieder bekommen. Okay, die Quittung muss ich dann manuell einreichen, um den Betrag erstattet zu bekommen. Also letztlich ist alles gut.

Aber zwischenzeitlich suchte mein Kopf schon nach einer Lösung, wenn die Bank jetzt meine Karten auch nicht akzeptiert hätte…okay – dann hätte ich meine beiden Deutschen Kollegen angerufen und gefragt, ob sie mir aus der blöden Situation helfen können…das hätte Beide bestimmt gemacht…ich war trotzdem froh, das es auch anders ging.

Auf der Rückfahrt am nächsten Tag hab ich die Karten auch wieder normal benutzen können…ich nehme daher doch an, es lag an dem Gerät im Restaurant.

Dienstreise – 2.Teil – reden reden reden

Das Resümee über diese Dienstreise ist dieses Mal nicht eindeutig positiv.

Bei der Ankunft war es trotzdem, wie immer – ein großes Hallo…mit vielen Kollegen, hab ich ein paar Worte gewechselt…aber schon da merkte ich, die Unbeschwertheit war nicht mehr so unbeschwert und die gezeigte Sorglosigkeit fühlte sich etwas angestrengt an….so wie ich es bereits aus vielen Mails und Telefonaten entnehmen konnte: eine allgemein steigende Anspannung ist deutlich zu spüren und die Unzufriedenheit, auch (oder gerade) in kleinen Dingen wird größer.

Hygge (gemütlich, entspannt) ist hier nur noch wenig, wenn selbst das Anstellen in der Kantine, mehr als 10 Minuten dauert und nicht mal mehr Alle geemeinsam Platz dort finden, weil es einfach immer mehr Mitarbeiter werden und auch die neue Erweiterung des Gebäudes, nach der gerade erst fertig gewordenen zweiten Erweiterung, noch nicht fertig ist und wenn deshalb die Schreibtische immer enger zusammen gestellt werden und so jetzt schon 2 Arbeitsplätze auf der offenen Treppenhaus-Empore eingerichtet werden mussten. Auch hier in der Zentrale weiß nicht mehr jeder wer nun eigentlich wer ist…ich fragte nach „meinem“ contruction manager …da kannten die Controller nicht einmal den etwas ungewöhnlichen Vornamen des jungen Mannes. Antwort: und Du bist sicher, der sitzt HIER? hahahaha – jaaaaaa ganz sicher…

Da einige Kollegen in Urlaub waren, fand ich jedoch schnell einen freien Platz zum Arbeiten bei den Kollegen….und dann ging es den ganzen Tag Schlag-auf-Schlag… wie vorher gehofft, hatte ich die Möglichkeit mit einigen Kollegen sehr spontan Gespräche zu führen um Themen zu klären…das war sehr positiv. Reden, reden, reden…erst am Nachmittag fand ich dann mal Zeit für ein paar stille Arbeiten…dann als die Meisten schon Feierabend machten.

Aber ausgerechnet mein Chef erschien am Vormittag nicht zum fixierten Meeting…also ging ich auf die Suche und zusammen mit der Kollegen vom Empfang fanden wir ihn dann in einem Sorgengespräch…etwas mit der System-Umstellung funktionierte wohl nicht so, wie gehofft. Mein Chef war erstaunt mich zu sehen, hatte er doch gedacht, ich wäre auch krank (wie der Controller) ….die letzten Mails hatte er wohl gar nicht richtig gelesen.

Dann nahm er sich widerstrebend aber doch die Zeit und ich hab wieder einmal eine Menge erfahren und vor allem verstand er mein wichtigstes Problem mit den internen Weiterbelastungen und dem neuen Vertrag (den er nur vom hören-sagen her kannte). Wir haben uns auf eine Vorgehensweise geeinigt, solange, bis er es mit dem CFO klären kann, weil sich Vertrag und seine Anweisungen widersprachen…dann schauen wir weiter. Ich hoffe für den Controller und mich nun, das wir jetzt eine endgültige Lösung finden werden.

Ein weiteres Problem auf das ich ihn aufmerksam machte, fand er nicht „materiell“ genug …..da war ich sprachlos, immerhin reden wir hier von einigen hunderttausenden EURO (nicht DKK), die falsch zugeordnet waren….also, das als nicht materiell genug zu betrachten, um es in der Zentrale korrigieren zu lassen, fand ich schon sehr speziell…wo ich sonst jede 2,75 EUR am Umsatz korrigieren muss. Als ich es später meiner Kollegin in Brandenburg erzählte, war sie noch schockierter, als ich es war.

Aber gut … ich hab ihn als meinen Chef informiert, das ich die Kollegen aus der Konzernbuchhaltung schriftlich um Klärung gebeten habe….was die daraus machen, ist mir dann eben jetzt egal. Ich hab es erwähnt und wenn es niemand korrigieren möchte – ist das nicht mehr mein Problem.

Am Ende hatte er sich dann doch noch Zeit genommen, um mich zu fragen, wie es mir (gesundheitlich) geht und wie ich mit den Veränderungen in unseren Abläufen klar komme…Alles prima soweit – noch komme ich gut zurecht.

Leider hab ich nur wenig über unser neues ERP-System erfahren, der entsprechende Kollege war im Krisenmodus und hatte dann doch überhaupt keine Zeit für mich, obwohl er vorher gesagt hatte, ich kann jederzeit kommen…aber na klar – seine Arbeit hat jetzt absoluten Vorrang. Aber auch einige andere Gesprächspartner waren dann doch nicht, wie gehofft, im Büro. Das kläre ich dann eben zu einem späteren Zeitpunkt.

Trotzdem war ich froh über den teilweise sehr erfolgreichen Tag und noch mehr freute ich mich, als dieser dann auch endlich vorbei war. Hurra – geschafft und jetzt ist Feierabend.

Dienstreise – 1.Teil – Ankunft

Die Fahrt ab Mittwochnachmittag war, nach einem normalen Arbeitstag im Büro, richtig gut….ich bin trotz des Dauerregens, gut durchgekommen, hatte einen echt tollen Mietwagen mit dem das Fahren viel Spaß machte und hatte für die Fahrt eines der älteren Hörbücher in meiner „Online-Mediathek“ angeschaltet ( „Größer als das Amt“ von James Comey, dem von Trump 2017 gefeuerten Ex-FBI Chef). So war die Fahrt kurzweilig.

Kurzer Zwischenstopp in Flensburg zum Tanken, an der Grenze gab es keine Kontrolle und ich kam tatsächlich bereits um kurz nach 20 Uhr, nach knappen 400km, am Zielort an. Auf dem Parkplatz des Hotels war es schwierig einen freien Platz zu finden…achja- da war ja was – unsere Firma hatte für ein mehrtägig stattfindendes „On-Boarding für neue Mitarbeiter“, an diesem Abend ein Bankett arrangiert …zwei meiner Deutschen Kollegen waren als „Referenten“ auch mit dabei.

Beim Einchecken fragte mich der Rezeptionisto, b ich noch dazu wolle oder ob ich im Restaurant essen möchte….ohh neee – danke schön, zum Einen ist das ein ganz anderer Kollegenkreis und.ich lasse das Abendessen heute mal lieber ausfallen…war mittags mit den Kollegen doch noch zum Pizza-Essen rausgegangen und war irgendwie noch gar nicht wieder hungrig. Eigentlich schade, das Hotelessen ist dort echte klasse.

Aber na klar hab ich, vor meinem kleinen Spaziergang runter zum Fjord, noch einen Abstecher zu den Kollegen gemacht…hab kurz Hallo gesagt und mich dann nach kurzer Zeit verabschiedet. Der Spaziergang zum Fjord war dieses Mal nur kurz…es regnete immer noch heftig und der Wind nahm immer mehr zu, alles war matschig und da auch kein Mond schien, war es stockfinster….meine kleine Taschenlampe half da auch nur wenig.

Ich bin daher früh ins Bett gefallen…und der nächste Tag, würde ja wieder aufregend werden.