Und noch mehr schlechte Nachrichten

Natürlich muss man ab einem gewissen Alter mit Krankheiten im engeren Umfeld rechnen und auch das der Tod einen Strich durch Lebensplanungen machen kann. Trotzdem kommen solche Nachrichten unvermittelt und dann ist die Drohung da, das fest geglaubte Lebens-Sicherheiten auf einmal wegbrechen könnten. Wie zum Beispiel das eine liebgewonnene Freundin auch in den nächsten Jahren noch da sein wird.

Heute Vormittag kam ganz unerwartet eine Nachricht von meinem Schwager, das die beste Freundin meiner Schwester seit Freitag notfallmässig im Krankenhause liegt: mit einem geplatztem Aneurysma im Kopf (Das Wort musste ich erst einmal googlen, um es schreiben zu können – auch wenn ich es schon öfter gehört habe). Sie wurde direkt 2x operiert und liegt auf der Intensivstation – ist aber inzwischen außer Lebensgefahr.

Mein Schwager wusste nicht wirklich, wie er es meiner Schwester schonend beibringen sollte…und auch ich hatte sofort Angst, das es sie aus ihrem gerade mühsam erreichten seelischen Gleichgewicht kegeln könnte. Außerdem war meine Schwester seit gestern Abend nicht mehr online und mein Schwager machte sich Sorgen. Beide sind seit Weihnachten mit einem grippalen Infekt leicht angeschlagen.

Ich hab sofort gesagt, er soll es Ihr per WhatsApp sagen, das die Freundin im Krankenhaus liegt und ich würde gleich losfahren und in ca. 1 Stunde bei ihr in der Reha sein…ich würde ihr dann den Rest erzählen. Hatte meinen ungeplanten Besuch bei ihr, ebenfalls per WhatsApp, angekündigt und mich auf den Weg gemacht.

Als ich vor ihrer Zimmertür stand, hatte sie aber noch keine unserer Nachrichten gelesen, entsprechend war sie über meinen Besuch überrascht. Aber es war gut das ich hingefahren bin, so konnte ich sie in den Arm nehmen und sie entsprechend positiv bestärken, das ihre Freundin lebt und außerdem außer Lebensgefahr ist…sie kann damit weiterleben, evtl. mit ein paar Einschränkungen, aber sie lebt….die Freundin ist schon über 60 Jahre und hat auch so einige Krankheiten in den letzten Jahren überstanden.

Und ich konnte ihr dann auch vom Tod meinem Ex-Freund erzählen, denn hatte sie ja auch noch kennen gelernt, als unser Vater starb.

Von der Reha-Klinik sind wir dann in ein Cafè gefahren und haben viel geredet, dann noch ein kleiner entspannter Spaziergang und nach ca. 3 Stunden hab ich mich wieder auf den Weg zurück gemacht. Meine Schwester ist seelisch stabil und kann jetzt mit den Neuigkeiten umgehen – vor allem nachdem sie mit dem Mann ihrer Freundin telefoniert hatte.

Ich finde so langsam reicht es jetzt mit den negativen Nachrichten, von Tod und Krankheit.

Wie heißt es so schön:

„Das Leben ist das was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu machen.“ John Lennon

Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Gestern am späten Abend hat mich dann noch eine traurige Nachricht erreicht.

Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich über WhatsApp angerufen. Er wäre gerade in Amerika bei seiner Schwester, deshalb der Anruf über WhatsApp.

Er hätte auch erst gerade die traurige Mitteilung erhalten, das mein Ex-Freund vor Weihnachten verstorben ist.

Wuuum – das hat gesessen.

Nun habe ich ehrlicherweise seit dem letzten Ausbruch von schwarzem Hautkrebs mit Metastasen in den Organen und im Gehirn vor ca. 4 Jahren ständig damit gerechnet, das er das nicht lange überleben wird. Aber dann kam neben OP, Chemo, Bestrahlung und was weiß ich, eine teure und langwierige Stammzellen-Therapie und die hatte wohl gut bei ihm angeschlagen. Aber selbst mit dieser Therapie war seine Lebenserwartung auf nur wenige Jahre geschrumpft.

Es ging ihm aber zunehmend besser und da ich nichts weiter gehört hatte, ging ich davon aus, das es ihm gut geht….und so war es wohl auch, wie mir der Freund versicherte.

Am 16.Dezember haben die Beiden am späten Nachmittag noch miteinander telefoniert, weil der gute Freund Geburtstag hatte…und ca. 1 Stunde später ist mein Ex-Freund dann plötzlich gestorben – aber nicht am Krebs, sondern an einem Herzinfarkt.

Das hat mich dann richtig geschockt.

Es tut mir so leid für meinen Ex-Freund….ich hätte ihm ein langes und erfülltes Leben gewünscht…weiß aber natürlich auch, das er mit dem Leben immer haderte…sich benachteiligt fühlte, weil er nicht zu den Schönen und Reichen gehörte…er wollte immer „da Oben“ mithalten, dieser „Banker-Schnösel“ wie ich ihn immer genannt habe. Er war nie mich sich und seinem Leben im Reinen. Lügen war für ihn eine ständige Option sich besser darzustellen…etwas was unsere Beziehung von Anfang an belastet hat…ich hasse Lügen und er hat mich in vielem belogen.

Ich habe versucht ihm vorzuleben, wie schön das Leben sein kann, wie zufrieden wir mit dem sein können, was wir haben…wie gut wir davon leben können….er hat es nicht verstanden oder verstehen wollen.

Ich bin froh, das er jetzt einen sehr schnellen Tod hatte…er hat wohl nicht mehr viel davon mitbekommen…das ist ein Trost…und ich hoffe er hat jetzt den Frieden, nach dem er immer gesucht hat.

Stille konnte er nie aushalten, dabei war sein Lieblingslied: Enjoy the silence (Depeche Mode)

Herzens-Angelegenheiten

In der Woche vor Weihnachten hatte ich meinen regelmässigen Check-up beim Kardiologen…und nachdem ich ja so schön fast 9kg im letzten 1/2 Jahr abgenommen habe, dachte ich ehrlich das ich evtl. sogar meine Tabletten reduzieren könnte.

Das alles fühlt sich körperlich so gut an, das muss doch auch einen Effekt auf Blutdruck/ Ruhepuls/ Cholesterin usw. haben, das muss doch die Arteriosklerose in Schach halten. Dachte ich zumindest.

Trotz all dem, ist mein Cholesterin immer noch über dem angestrebten Zielwert von 55…eigentlich sollte ich sogar noch niedriger kommen…leider liege ich wieder bei 78…. ooooochnöö. Wie schon öfter erwähnt, wäre das ein total super Cholesterin-Werte für einen gesunden Menschen…nicht jedoch für mich, wo es ja das Ziel ist, mich vor einer OP am Herzen zu bewahren.

Die Risiken für eine OP haben sich aber inzwischen bei mir verdoppelt, denn es gibt eine weitere Diagnose, die zwar jetzt noch nicht dramatisch ist…sich aber verschlechtert hat und die langfristig eben auch zu einer OP führen kann/wird.

Eine meiner 4 Herzklappen ist mittelgradig undicht…sie schließt nicht mehr richtig. Während das Herz schön kraftvoll pumpt und der Arzt damit zufrieden ist, ist eine Herzklappe defekt.

Sie hat sich in einem 1/2 Jahr von „leichtgradig“ auf „mittelgradig“ verschlechtert….Operiert wird ab „hochgradig“. Woher kommt das also? Stress ist auf jeden Fall eine Möglichkeit….und als ich dem Arzt von meinem Stress der letzten Monate erzählte, meinte er auch sofort: na – da haben Sie Ihre Erklärung.

Nun ist es einfach, alles auf den Stress zu schieben…denn zum Teil liegt es auch am Blutdruck. Der hohe Blutdruck drückt eben auch mit höherem Druck auf die Herzklappen…und das führt langfristig zu einer beschleunigten Abnutzung. Den hohen Blutdruck habe ich geerbt…da kann ich eben nur mit Medikamenten dagegen halten. Aber natürlich begünstigt Stress einen noch höheren Blutdruck und ein höher belastetes Herz. Aber solange ich noch keine Atmennot, geschwollene Beine o.Ä. habe, besteht noch kein Handlungsbedarf…Noch kann mein Herz die defekte Herzklappe ausgleichen.

Stress zu reduzieren, ist jetzt aber tatsächlich das oberste Gebot. Und wenn es gar nicht anders geht solle ich mal über eine Reduzierung der Stundenzahl nachdenken, um längere Regenerationszeiten zu haben.

Na klasse….die Diagnose hat mich erst einmal so 2-3 Tage umgehauen.

Jetzt mache ich viel online-Meditation und Entspannungsübungen über meine Firmen-Fitness-App und nach einem Gespräch mit der dänischen Finanzchefin, zu der ich jetzt vorläufig gehöre, hab ich tatsächlich keine Unterstützung von ihr bekommen. Sie hat zwar gefragt, wie sie mich entlasten kann – hat aber alle meine Vorschläge, um mir das Leben zu erleichtern, abgelehnt. Das wäre ein paar kleinere und einfache Stellschrauben gewesen – aber mit einem freundlichen Lächeln hat sie es dann doch abgelehnt.

Hilfe habe ich aber zuvor schon, von einer anderen Seite bekommen. Ich gehöre ja noch zu 50% zu einer anderen Abteilung …und dort hatte ich die Teamleitung gebeten, die gerade fertig in Produktion gegangene Gesellschaft an die Kollegen in der Zentrale abgeben zu dürfen und sie hat zugestimmt das ich Ende Januar, wenn wir sowieso wieder für eine Woche in der Zentrale sind, die Übergabe machen kann.

Ein paar Tage später hat sie mich gebeten 2 relativ kleine Firmen zu übernehmen, die deutsche Investoren haben und darf dafür 2 meiner großen Firmen abgeben. Nach reiflicher Überlegung und nachdem ich mir die beiden Firmen angeschaut habe, habe ich zugestimmt…auch diesen Wechsel machen wir Ende Januar.

Soooo und damit habe ich jetzt erst einmal ganz gute Aussichten mit der Situation umgehen zu können. Beruflich halte ich mich aus allem raus, was nichts direkt mit meiner Arbeit und meinen Firmen zu tun hat und ich stehe auch nur noch bedingt (also für einen sehr kleinen Personenkreis) als seelisches Auffangbecken zur Verfügung – weil ich meine Kraft gerade selber brauche.

Und weil wir jetzt mit großen Schritten bereits auf den 1. großen Abschluß-Termin zusteuern, bin ich ab sofort auch hauptsächlich im Homeoffice anzutreffen. Der 08.01. ist der Termin für den letzten Quartalsabschluss 2024 (teilweise nur mit geschätzten Werten), das ist der „Vor-Abschluss“ – nur für Konzernzwecke…und damit ist es aus dänischer Sicht, der wichtigste Abschluss.

D.h. die reinen Konzerngesellschaften dürfen sich nach dem 08.01. möglichst nicht mehr ändern. Für die Windparks gibt es erst danach den richtigen Jahresabschluss, wenn wir Mitte Januar die endgültigen Zahlen der Direktvermarkter und Netzbetreiber kommen. Warum der Konzernabschluss nicht noch 1-2 Wochen warten kann, bis wir auch dort die richtigen Werte bekommen bleibt mir ein Rätsel.

Aber letztlich ist es mir egal – es ist wie es ist…und ich versuche mich bestmöglich durch diese Zeit zu bringen….

Ach ja – Weihnachten

Ach ja – Weihnachten

Da war doch noch was…

In den letzten Wochen hatte ich immer noch mit dem Zuviel an Kommunikation zu kämpfen. Ich fühlte mich müde und erschöpft…vor allem da ich mich auch an den Wochenenden nicht zurück ziehen konnte.

War mit meiner Schwester zum Weihnachtsmarkt-Hopping in Hamburg….davon gibt es ja jede Menge und eine Woche später hab ich mich mit meinem guten Freund (meinem ehemaligen Tanzpartner) aus Hessen getroffen…wir waren ebenfalls stundenlang auf einem der größeren Weihnachtsmärkte in Hamburg unterwegs. Zusammen mit einer Freundin von ihm, war es zwar ein schöner Abend…aber die Freundin ist schon sehr speziell..z.B. legt sie viel Wert aufs gendern und ich hatte dazu meine Meinung freiheraus gesagt, nämlich, das ich das überhaupt nicht notwendig finde…damit hab ich sie wohl etwas brüskiert.

Naja egal – die Hauptperson war für mich sowieso mein guter Freund und es war wie immer wunderbar mit ihm zu reden und zu lachen.

Sooo und jetzt ist schon wieder die Woche halb herum und da ist es nun schon Heiligabend.

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes, geruhsames und vor allem gesundes Weihnachtsfest.

Da ich morgen das Weihnachtsessen für Schwester und Schwager ausrichte, verbringe ich heute Heiligabend gaaaanz still und gemütlich für mich… Die Vorbereitungen haben mich doch den ganzen Tag beschäftigt, aber jetzt – jetzt wird es gemütlich und schön still bei mir .#

Lüneburg – schon vor Weihnachten

Seitdem ich hier im Norden der Republik wohne, fahre ich jedes Jahr an Heiligabend nach Lüneburg, um meinen Weihnachtsfrieden zu finden. Das ist inzwischen mein eigenes Ritual.

Aber ich war noch nie in der Adventszeit dort. Meine Schwester ist nicht allzu weit von Lüneburg in der Reha und wird dort auch bis nach Neujahr dort bleiben. Für meinen Schwager ist die Fahrerei von Flensburg aus zu weit und so haben wir einen Mädelstag gemacht.

Ausgerechnet letztes Wochenende war auf den Straßen echt ne Menge los…zumal der Elbtunnel ja auch mal wieder gesperrt war. Ich bin also an einem Samstagvormittag quer durch Hamburg gefahren, um dann über die A1 zu fahren….das war keine gute Idee. Ich habe Ewigkeiten gebraucht…war ja auch klar, das es auch noch kurz vor dem Reha-Ort, eine weitere Umleitung gab. Meinen Zeitpuffer von fast 1,5 Stunden hab ich komplett verbraucht, habe also mehr als 2,5 Stunden für die eigentlich nur 65km gebraucht. Ich war leicht genervt.

Die Rehaklinik ist echt ein Glücksfall…tolles Haus, tolle Umgebung mitten in der Lüneburger Heide….sogar das Essen schmeckt ihr und in ihrem Zimmer hat es sich meine Schwester schön gemütlich gemacht.

Dann ging es auch schon mit dem Auto weiter nach Lüneburg…zugegebenermaßen hat mich die Parkplatzsuche Samstagmittag in der Innenstadt voll genervt. Vorallem als wir an dem Parkhaus endlich ankamen, war kurz vorher das Schild von „noch Plätze frei“ auf „besetzt“ umgesprungen grrrrrrr….aber dann haben wir im Parkhaus am Bahnhof noch viele freie Plätze vorgefunden.

Nach einem kurzen Spaziergang waren wir auch schon in der Innenstadt und auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus, gab es auch gleich den 1. Glühwein des Tages…für uns Beide mit Alkohol – wir hatten beschlossen heute mal nicht auf die Gesundheit Rücksicht zu nehmen…und gleich im Anschluß gab es dann endlich den erhofften Grünkohl mit Kartoffeln, Kassler und Wurst und der war sooo lecker…gar nicht so salzig, wie man es sooft bekommt.

Zuhause mache ich den Grünkohl ja inzwischen vegetarisch und bin voll zufrieden damit. Aber bei kaltem Regenwetter, auf einem Weihnachtsmarkt muss es eben der klassische Grünkohl sein.

So gestärkt haben wir uns den Rest des Tages durch die Stadt treiben lassen…waren etwas shoppen, haben die verschiedenen Weihnachtsmärkte besucht, haben uns die Stadt angeschaut und den Tag – trotz Kälte und Nässe – genossen.

Für den Abend ging es dann noch in ein thailändisches Restaurant….wir hatten zwar nicht reserviert und es war sehr voll…aber wir bekamen doch einen Tisch…ja klar reicht uns eine Stunde. Die Atmosphäre war sehr schön dort und das Essen richtig gut.

Anschließend gab es noch einen letzten Spaziergang durch die Stadt und zurück ging es zum Parkhaus am Bahnhof.

Dieses Bild an einer Garaganauffahrt fand ich so lebendig und lustig, ich musste es fotografieren.

Dann ging es die knappen 55km zurück zum Reha-Ort, meine Schwester wieder abliefern. Es hat dann noch mal knapp 1,5 Stunden gedauert bis ich auch wieder zuhause ankam. Es war schon spät und ich bin dann auch schnell ins Bett gefallen.

Kehrtwende

Irgendetwas ist mit mir in der zurück liegenden Woche passiert und ich kann nicht einmal sagen, was genau es ist, das mich zu einer sofortigen Kehrtwende veranlasst hat.

Noch bevor ich die Jobzusage erhalten hatte, habe ich beschlossen mit sofortiger Wirkung alle weiteren Bewerbungsgespräche und die Jobsuche insgesamt, einzustellen. Die Jobzusage kam dann am Donnerstag – aber da war meine Entscheidung schon gefallen – ich habe abgesagt.

Warum war ich auf einmal nicht mehr bereit den Job zu wechseln, wo ich doch ein paar Wochen soviel Energie in das Thema gesteckt hatte und so gehofft hatte, das es mit dem Job klappt. Ganz ehrlich: Ich weiß es auch nicht. – Aber ich danke Euch allen, die mir die Daumen gedrückt haben 🍀.

Auf einmal löste der Gedanke, wieder einmal in einer Firma neu anzufangen, eine gewisse Angst in mir aus…geht das gut? kann ich das überhaupt? Ich bin ja nicht ganz einfach wegen meiner Klaustrophobie, meinem sehr feinen Gehör und der Abneigung gegen Essgeräusche und Geräusche die Menschen so machen (Misophonie) und meiner Introvertiertheit mit dem Bedürfnis nach Ruh und meinen leichten sozialen Einschränkungen. Können die damit umgehen? Kann ich es?

In meiner Firma kennen mich die Kollegen, wissen um meine Besonderheiten und akzeptieren mich so, wie ich nun einmal bin: Eine lustige nette Kollegin, die aber oftmals anders reagiert, als der Großteil der Menschen und die sich gerne zurück zieht.

Es geht bei dem Wechsel also gar nicht um den Job selbst, sondern um das Drumherum. Mich aus meiner Komfortzone zu bewegen, fällt mir zunehmend schwerer, was auch daher kommt, das ich schon viele Freiheiten in unserer Firma habe, vor allem auch wegen unserer lockeren Homeoffice-Regeln und dem doch recht kurzen Anfahrtsweg in die Firma und den vielen netten Kollegen Vorort.

Irgendwie ist bei uns auch gerade eine gewisse Ruhe in das Thema Datenmigration und Umstellung gekommen…wir haben jetzt endlich – auf Druck von unserer Seite – einen Fahrplan erhalten, wann und wo wir personelle Unterstützung aus der Zentrale bekommen werden, um den Start der neuen Software nicht alleine durchführen zu müssen…und das fühlt sich auf einmal nach einem geordneten Plan an.

Sogar der Controller ist wieder ruhiger und ansprechbarer, nachdem es bei uns im Dreier Team an einem Tag eskaliert ist, weil Katrin und ich sehr gereizt auf ihn reagiert hatten. Das hat einiges in Gang gebracht.

Ich habe im Laufe der Jahre öfter meinen Job und meinen Wohnort gewechselt…aber jetzt auf einmal finde ich nicht den Mut, es noch einmal zu tut. Das ist eine fast bittere Erkenntnis für mich.

Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, das ich im Grunde zufrieden mit meiner allgemeinen Situation bin. Denn selbst in den stressigen Zeiten der letzten Wochen, hab ich keinerlei Symptome die ich früher bei mega-Stress immer hatte: ich hab habe weder eine stressbedingte Neurodermitis bekommen, noch einen Haustauballergie-Anfall der sich bei mir auf die Haut um die Augen bemerkbar macht und auch kein Anzeichen eines zurückkehrenden Reizdarms. Also körperlich läuft es doch ..nur die Schlafstörungen und manchmal das starke Herzpochen sind noch da…aber es wird auch schon besser. Montag hab ich meinen Termin beim Kardiologen…mal sehen was der so sagt.

Mit der Entscheidung zu bleiben, geht es mir gerade gut…aber ich weiß nicht, ob ich es noch bereuen werde, den Job doch nicht angenommen zu haben. Aber es geht immer um das hier und jetzt und für den Moment ist es einfach die richtige Entscheidung.

Jetzt muss ich mich nur noch mit den Veränderungen in meinem Job arrangieren…mal sehen ob das klappt

Jetzt heißt es: Daumen drücken

Ich hatte in dieser Woche weitere 4 Bewerbungsgespräche online. Eines davon war richtig klasse und die Firma würde mit ihren Anforderungen so richtig gut zu mir passen….also so richtig richtig gut.

Das Gespräch mit dem schwedischen Finance Manager (in English) war klasse und ich hab ihm am Ende des 1/2 Kennlern-Gesprächs auch gesagt, das ich es mir sehr gut vorstellen könnte, für die Firma zu arbeiten.

Da er gerade in Hamburg ist, wollte er dann kurzfristig mit dem deutschen GF und der deutschen Finanz-Managerin einen Vorort-Termin arrangieren und das hat dann auch, nach einigem Hin-und-her mit dem Termin, auch geklappt.

Ich bin also zu der Firma hingefahren und wir hatten dann zu viert ein Gespräch, wo wir uns intensiv, aber locker und lustig, mit meinem Lebenslauf beschäftigt haben und was momentan in der Firma so abläuft und demnächst laufen soll usw. Also viele Infos haben wir ausgetauscht und das in einer angenehmen Atmosphäre. Ich konnte mir das gesamte Büro und die Sitzplatz-Situation für den Buchhalter anschauen…jaaa passt.

Am Ende habe ich noch einmal bekräftigt, das ich sehr gerne für die Firma arbeiten wollen würde. Da ich aber nicht die einzige Bewerberin bin, gibt es noch weitere Gespräche…aber bis Mitte nächster Woche soll ich wohl eine Rückmeldung erhalten. Der Recuriter, über den ich hier gegangen bin, wird sich auch noch einmal bei der Firma melden, um das Feedback von deren Seite zu erhalten.

Soooo – jetzt heißt es Abwarten und Daumen drücken..

Nach den gesamten Gesprächen in der letzten und dieser Woche und auch was ich den Stellenbeschreibungen der Recruiter lese, sind die meisten Firmen in schwierigen Phasen: Entweder sie haben schon angefangen mit der Digitalisierung und stecken mitten in Systemumstellungen oder die Systemumstellungen stehen jetzt an oder sie denken zumindest darüber nach bald damit anzufangen. Überall ist zu lesen: wir haben vieles vor oder auch: große Herausforderungen warten auf den neuen Stelleninhaber oder auch beliebt: Neue Strukturen müssen geschaffen werden – Sie können sich aktiv einbringen in der Projektplanung und -Ausführung….damit die Prozesse optimiert werden.

Mit anderen Worten, die meisten haben in den letzten Jahren nichts oder nur wenig gemacht, um die Buchhaltungen rechtzeitig ins 21.Jahrhundert zu katapultieren.

Ab 2025 gibt es ein neues Gesetz (mit teils längeren Übergangsfristen) für die Rechnungsstellung im B2B-Bereich (also von Firma an Firma) und die Firmen fangen jetzt erst an, sich damit auseinander zu setzen. Ich bin ehrlich erschüttert.

Eigentlich suche ich einen Job als Bilanzbuchhalter – aber die Firmen suchen eher einen Projektmanager für die Buchhaltung der beides macht: Projekt-Betreuung für die Umstellung der Software und Buchhaltung. Das ist frustrierend und ganz ehrlich – dann kann ich auch da bleiben, wo ich gerade bin….hier kenne ich zumindest die internen Prozesse und die alte Software.

Naja – es hat keiner gesagt, das so eine Jobsuche einfach ist….ich muss halt ganz genau hinhören und viel selektieren. Man darf sich einfach nicht von den vielen Angeboten täuschen lassen…irgendwo gibt es auch das Passende für mich. – Vielleicht klappt es ja mit der Firma von der ich oben berichtet habe.

Ich wünsche Euch einen schönen Samstag 🥀😉

Ich hole nachher meine Schwester aus der REHA ab und wir fahren nach Lüneburg auf den Weihnachtsmarkt…da freue ich mich drauf…

wenig freie Zeit

Durch die vielen Termine hatte ich nicht soviel Freizeit, wie ich eigentlich geplant.

Aber Freitagmorgen war ich Schwimmen. Das war wunderbar….für eine gewisse Weile waren wir nur zu Dritt in dem großen Becken…herrlich die Ruhe. Die Sonne strahlte in das Hallenbad und ich zog gemütlich meine Bahnen für insgesamt 1,6km.

Samstagmittag war ich mit Schwester+Schwager verabredet und zwar im Weihnachtsdorf Wanderup (bei Tarp) . Ein ganzes Dorf macht mit beim Weihnachtsmarkt…überall Lichter und Stände mit Handarbeiten, viel zu Essen und zu Trinken. Viele private Häuser und Gärten waren wunderschön geschmückt und boten selbstgemachte Marmeladen oder Selbstgebasteltes zum Verkauf an.

Wir hatten einen lustigen und schönen Nachmittag. Nächste Woche Dienstag fährt meine Schwester dann zur Reha.

Auf der Suche – alles online

Ich bin erschöpft von der Woche….dabei hatte ich sogar 2 Tage Urlaub und das Wochenende, um mich zu erholen. Wobei ich ja sagen muss, es lag nicht alleine an meinem Job…sondern an der Maschinerie, die ich ans Laufen gebracht habe.

In dieser Woche hatte ich bereits Erstgespräche per Telefon mit einigen Recruitern, später dann Vorbesprechungen…dann auch schon bei 2 Firmen Bewerbungsgespräche und die Nachbesprechungen wieder mit den Recuitern….alles über Teams.

Das ist schon krass, wie schnell heute alles mit Teams oder anderen Programmen gehen kann. Der komplette Bewerbungsprozess wird dadurch beschleunigt. Dafür musste ich mir aber auch die APP auf meinen privaten Laptop installieren und auch ein kostenloses Konto anlegen. Ich war ja etwas skeptisch, aber jawohl das hat alles ganz gut geklappt und mein Wlan hat auch einwandfrei funktioniert.

Auf jedes Bewerbungsgespräch muss man sich immer wieder neu vorbereiten. Sich mit der Firma beschäftigen. Also zumindest in meinem Job ist so etwas wichtig. Eine der ersten Fragen ist immer: Was wissen Sie über uns…da ist es hilfreich sich mit der Webseite und dem HR-Auszug beschäftigt zu haben, wenn möglich ein paar Zahlen über Umsatz, Mitarbeiterzahl und Ebitda parat zu haben und evtl. auch schon mal Gedanken über die buchhalterischen Besonderheiten in der jeweiligen Branche zu machen. Und ja, auch die Kleidung ist wichtig…und das man über die Kamera nicht aussieht wie eine Leiche (ist mir vorher noch nie aufgefallen, wieviel Gesichtsfarbe so eine Kamera schluckt…also hab ich etwas mehr Makeup aufgelegt, als ich es normalerweise tun würde, und sah immer noch fast ungeschminkt aus).

Und megawichtig ist auch, das man super pünktlich in das Meeting eintritt und das die Technik funktioniert…ich habe vor jedem Gespräch mein Headset 2x kontrolliert.

Alles zusammen ist zwar nervig und kostet viel Zeit, ist aber notwendig und gehört einfach dazu.

Meine beiden Vorstellungsgespräche fanden in einer netten Gesprächsatmosphäre statt, waren lang, teils lustig und informativ…und trotz aller Lockerheit geht es für beide Seiten darum, sich zu präsentieren und abzuschätzen, ob es mit dem Gegenüber passen könnte.

Der vom ersten Gespräch wollte die mich gerne sofort für das 2. Gespräch einladen. Der Personaler mit dem ich das Gespräch führte, war brutal offen, welchen Herausforderungen sich diese Firma seit fast 2 Jahren mit ihrer Systemumstellung stellen muss.

Und das ist genau die gleiche Software, auf die meine jetzige Firma auch gerade umstellt. Und nach 2 Jahren läuft die Software bei denen immer noch nicht so, wie sie sollte….immer noch müssen mehr als 30% der Arbeiten manuell nachgearbeitet werden. Auch die wurden in zu kurzer Zeit einfach von Ihrer Zentrale einfach umgestellt und auch diese Firma ist eine DÄNISCHE Konzernmutter.

Bei den vielen Gemeinsamkeiten mit meinem jetzigen Job (obwohl es eine ganz andere Branche ist) hat es mich eher abgeschreckt…das klingt für mich zu sehr nach „vom Regen in die Traufe“….der Job hätte mich schon gereizt…aber da waren auch noch ein paar andere Kriterien, die nicht ganz nach meinem Geschmack waren…obwohl das Gehalt sogar über meinem jetzigen gelegen hätte. Ich hab mir Bedenkzeit bis Montag erbeten.

Das zweite Gespräch war zwar nicht ganz so locker und lustig, aber es war ein sehr langes und auch sehr nettes Bewerbungsgespräch. Das waren fast 1,5 Stunden. Diese Firma hatte ein paar Bedenken wegen meiner Gehaltsvorstellungen (die ich ja schon um ein paar Tausend EUR reduziert hatte) und meinem Wunsch nach 2 Homeoffice-Tagen und ich habe zusätzlich noch Bedenken wegen deren fehlender Digitalisierung .

Zusammen gefasst hieße das: hier würde ich viel weniger verdienen als bisher, hätte einen wesentlich längeren Arbeitsweg und dann auch nur die Möglichkeit an Tag remote zu arbeiten. Dafür dann eine Firma, die noch nicht einmal mit der Digitalisierung angefangen hat, die also in den nächsten 1-2 Jahren nur mit Systemumstellungen beschäftigt sein wird und was soll ich dann auch mit einem Tag Homeoffice anfangen, wenn die nicht einmal ihre Rechnungen scannen, keine Cloud-Ablage haben oder ein Datenmanagement-System…geschweige denn ein Rechnungs-Workflow.

Es ist zwar nicht gerade vorteilhaft im Dezember nach einem neuen Job zu suchen, weil ich mich auf meine Jahresabschlüsse vorbereiten muss…aber Stellenangebote gibt es Unzählige…ich muss nur noch das richtige für mich finden, das soweit ganz gut passt.