Arzt-Desaster

Ich hatte vor 2 Wochen eine ganze Woche Zwangspause mit heftigen Rückenschmerzen oberhalb vom Steißbein, konnte nicht wirklich sitzen, mich kaum Bewegen.

Bei meinem bisherigen Arzt in Pinneberg hab ich in der Praxis vor dem Arzt gestanden und er hat aus 3m Entfernung seine „Diagnose“ gestellt und mich mit Krankschreibung und der Empfehlung Schmerzmittel zu nehmen und ansonsten RUHE zu halten, wieder nach Hause geschickt.

Seine Meinung: Weniger ist mehr: nein Wärme ist Blödsinn, bloss keinen Sport, nein auch nicht Dehnen…ahaha- im Endeffekt konnte ich mich anschließend 2 Tage fast gar nicht mehr bewegen, weil sich die Muskulatur noch mehr verkrampft hatte…na danke auch. Ich hatte dann selbständig angefangen mich ganz vorsichtig zu dehnen und ohne meine Moorkompressen hätte ich den Schmerz nicht wirklich aushalten können….bis ich dann diesen Donnerstag beim neuen Arzt hier in Quickborn vorstellig werden konnte.

Endlich hatte ich es geschafft den Hausarzt zu wechseln. Seit Corona war hier im Ort überall Aufnahmestopp. Aber jetzt ging es. Nun sind die Schmerzen seit ein paar Tagen fast weg. Der neue Arzt ist super.

Ein Allgemein-Mediziner und auch Kardiologe (!!) der zuhört, erklärt und mich sogar untersucht hat…jawohl. Und vor allem meine Herzgeschichten haben ihn auch interessiert. Nach seiner Untersuchung meinte er: Die Wirbelsäule ist in Ordnung, die Bandscheiben sind okay…es ist eine Verkrampfung der Muskulatur: nichts schlimmes – nur schmerzhaft. Bewegen, Dehnen, stärkere Schmerzmittel die er mir verschrieben hat (anstelle des Rezeptfreien Medikaments das mir der bisherige Hausarzt empfohlen hat) und gerne Wärme drauflegen, um die Muskulatur zu entkrampfen.

Kaum war ich nach der Untersuchung im Auto, musste ich mal wieder eine Runde heulen…vor Erleichterung endlich einen vernünftigen Hausarzt zu haben…nach 5 Jahren mit dem Bisherigen der mich ja immer nur ausgelacht hat und alles was ich sagte in Zweifel zog…achja und der nie auch nur einen Hauch von Interesse an meinen kardiologischen Befunden gezeigt hatte….dem war ich eigentlich nur lästig.

Software-Logik und das Wochenende

Die Software mit der man arbeitet, ist immer nur so gut, wie der Mensch der davor sitzt.

Obwohl – das gilt heute ja oft nicht mehr. Denn in den meisten Programme werden Regeln/Prüfroutinen einbaut, die verhindern, das man bei ganz bestimmten (Falsch-) Eingabe-Konstellationen mit den falschen Daten weiter arbeitet…das nennt man i.d.R.: benutzerfreundlich.

Buchhaltungsprogramme haben i.d.R. dutzende Regeln verankert..denn unsere Arbeit unterliegt extrem vielen Regeln und man kann sonst sehr schnell viel falsch machen. Und wenn solche Programme alle gängigen Regelungen abbilden können, dann kann so eine Software auch zertifiziert werden…d.h. der Hersteller der Software lässt sich von einem unabhängigen Zertifizierer bestätigen, das seine Software z.B. alle deutschen Rechnungslegungsvorschriften berücksichtigt – es gilt als Qualitätsmerkmal.

Ich musste heute feststellen, was immer unser Buchhaltungsprogramm (ein amerikanisches Produkt) auch sonst noch kann, es hat keinerlei Prüfroutinen, um den Nutzer vor etwaigen Fehlern zu warnen oder gar zu schützen. Ich habe am heutigen Sonntag sage und schreibe 2,5 Stunden damit zugebracht, herauszufinden, wie ich damit meinen Quartalsabschluss vorbereiten und überprüfen kann…und bin dabei auf einige Merkwürdigkeiten gestoßen.

Hier ein Beispiel: Eine der Regeln in Deutschland laut:

  • Umsatzsteuer kann nur auf Aufwands- und Erlöskonten berechnet bzw. gezogen werden, Ausnahmen sind noch Anlagekonten und evtl. direkte Buchungen über Bestandskonten je nachdem, nach welchem Prinzip in die Vorräte gebucht wird.

Ich hatte also einen Beleg erzeugt: Verbindlichkeiten (Soll) an Aufwandskonto mit Vorsteuer (Haben) um eine Buchung zurück zu drehen und habe mich anschließend bei der Abstimmung gewundert, warum die Verbindlichkeiten und das Aufwandskonto falsche Zahlen aufwiesen, bis ich es kapiert habe.

Die allgemein gültige Regel für Buchungen lautet: wir buchen Soll an Haben. Mit einem modernen System kann man diese Regeln auch anders herum eingeben, also Haben an Soll, muss dann aber das Vorzeichen entsprechend anpassen…aber ich liebe nun mal diese ganz klassische Buchungsweise…mein altes Programm aus 2009 hatte dafür sogar extra Spalten um die Umsatzsteuer auf den Habenseiten zu berechnen.

Nicht jedoch das Neue Programm. Das hat mal ganz locker von der Buchung aus dem Verbindlichkeitenkonto 19% Vorsteuer rausgerechnet und mir dafür auf dem Aufwandskonto den Bruttobetrag gebucht…also genau verkehrt herum.

Mit anderen Worten die Regel lautet hier nicht mehr: Soll an Haben sondern :

Buche unbedingt das Konto von dem Umsatzsteuer/Vorsteuer gezogen wird, auf der Sollseite und passe dann lieber das Vorzeichen entsprechend an, sonst hast du falsche Werte auf den Konten.

Warum gibt da hierfür keine Sperre im System…ich kenne KEINEN Vorgang bei dem aus einer Verbindlichkeit die Vorsteuer abgezogen wird…wie gesagt, das geht nur bei Aufwandskonten. Seufz. Nun gut, inzwischen habe ich auch gelernt, wie man Buchungen storniert…grummel…aber schön ist das alles nicht.

Lustigerweise gibt es auch Niemanden, der uns die Buchungslogik unseres Systems erklären kann…also: „Learning by doing“ durch „Trial and Error“.

Zum Glück habe ich mir eine kleine Firma zum „Üben“ genommen…und als ich dann noch die neue Software für den Upload in den Konzernabschluss testen wollte, habe ich gemerkt, die Daten aktualisieren sich nicht so regelmässig….hahahah – von wegen jede 1/2 Stunde – am Wochenende passiert da gar nichts – dann eben nicht.

Dann mache ich jetzt Mittag und laufe noch eine Walkingrunde…jetzt wo ich mich wieder bewegen kann…

Besuch im Büro

Mittwochmorgen um 6.45 Uhr …ich war zu dem Zeitpunkt bereits seit fast 30 Minuten im Büro, bekam ich über unseren internen Chat eine Nachricht von unserer Finanzchefin aus der Zentrale (meine Interims-Chefin), ob ich bereits im Büro bin…. Ja prima – sie frühstückt gerade im Hotel und wäre dann in ein paar Minuten da.

Ja super – also ich war extra früh gekommen, damit ich noch in Ruhe einiges fertig bekomme, bevor sie bei uns ankommt. Das war ihr ersten Besuch bei uns am Standort Hamburg. Ich hab ihr also unsere Büros gezeigt, immerhin bekommen wir ja bald einen eigenen Teamleiter für Hamburg und es ging um die Frage WO der denn wohl platziert werden könnte. Langsam wird es ja voll auf allen Etagen.

Einen Chef der ständig in Online-Meetings ist und dauernd telefoniert : also das geht so gar nicht für mich…obwohl ja bei mir ein Platz frei ist. Ich hatte schon beim letzten Besuch in der Zentrale gesagt, das ich so nicht arbeiten könne…und die Chefin hat es sich gemerkt und gefragt: mit wem ich denn zusammen sitzen möchte, wenn ich die Wahl hätte: eindeutig Katrin.

Na schauen wir mal, wie es letztendlich gelöst wird.

Aus dem ruhigen Arbeiten wurde erst einmal nichts bei mir. Wir haben uns fast eine Stunde lang unterhalten: über die aktuelle Situation im Büro (ohne GF) und im Team (ohne Teamleiter – den wir ja noch nie hatten), über die Sitzplatz-Situation auf unserer Etage und die extrem schlechte Akustik und den Hall in unseren Büros, über die Migration auf das neue System und die Probleme damit, über meine geänderten Firmen und über meine Gesundheit. Es war ein sachliches und gutes Gespräch…sie hört zumindest zu. Lösungen hat sie aktuell keine.

Das mit der schlechten Akustik hatte ich schon immer bemängelt, aber es hat kaum Jemanden interessiert…nun endlich ist da mal eine Führungskraft, die es ebenso bemerkt und bemängelt wie ich…und später hab ich erfahren, es sollen nun bald wenigstens für alle Räume noch Schallschutz-Segel an den Decken angebracht werden…das ist immer ja schon mal etwas. Nur wenige Büros sind damit bisher ausgestattet worden.

Später hat sich die Chefin dann noch mit den anderen Beiden aus unserem Team unterhalten und Mittags hatte sie uns auswärts zum Essen eingeladen. Dabei haben wir auch erfahren, das es so langsam in die Endrunde bei den Bewerbungen um den Teamleiter-Posten geht. Bin mal gespannt wen wir da bekommen werden.

Da bei uns ja alles auf English läuft und die Finanzchefin auch kein Deutsch spricht, war schon mal klar…was immer der zukünftige Teamleiter kann oder nicht kann…Englisch wird er in jedem Fall können…denn sie war bei jedem Bewerbungsgespräch federführend dabei.

Für Karin und der Controller haben auch einen Erfolg gehabt: sie bekommen eine Aushilfe über die Zeitarbeit, die bei der Umstellung und Aufarbeitung der Reisekosten hilft. Der Teil der Umstellung war ein kompletter Reinfall. Gereist wird gerade in der Projektentwicklung ja sehr viel, dementprechend stapeln sich die Abrechnungen…und das Externe Reisekostensystem ist extrem kompliziert und saumässig an die neue Software angeschlossen. Ab jetzt muss noch viiiel mehr manuell nachgearbeitet werden….hahaha sage noch einer unser Beruf würde demnächst von der KI übernommen…keine Chance – nicht bei solchen miserablen Softwarelösungen.

Wenn sich gute Tage schlecht anfühlen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Man sollte doch eigentlich meinen, das nach mehr als 2 Monaten mit dem neuen System, so etwas wie Normalität in meine Arbeitstage kommen – also ansatzweise kann man es erahnen, wie diese Normalität aussehen könnte, wenn denn mal alles laufen würde – Das tut es aber leider noch nicht.

Aber wir machen Fortschritte….kleine Schritte zwar – aber immerhin. An manchen Tagen brauche ich nicht mal die IT oder unser Change-Team….Meistens dann, wenn ich die Probleme mal für EINEN Tag einfach ignoriere hahaha.

Ich schaffe es immer wieder mich an den kleinen Fortschritten zu erfreuen…habe aber auch noch andere Baustellen im Tagesgeschäft, die gerade größer werden…da sind z.B. die beiden neuen Firmen, die ich übernommen habe und so langsam merke ich, warum es den dänischen Kollegen so wichtig war, das diese von Deutschland aus betreut werden.

Na danke liebe Kollegen, jetzt darf ich mich mit einigen Landeigentümern auseinandersetzen, die seit 2 Jahren darauf warten, das sie ordentliche Abrechnungen und entsprechende Nachweise erhalten. Das darf ich jetzt natürlich rückwirkend erledigen. Die Kollegen hatten sich hinter der Sprachbarriere verschanzt, haben die Gelder ausbezahlt und sich ansonsten quasi tot gestellt.

Mit einem der Landeigentümer hatte ich gestern ein erstes Telefonat und ich habe ihn gebeten noch ein wenig Geduld zu haben, denn in die Aufschlüsselungen der alten Jahre muss ich mich erst einmal selber reinfuchsen…aber dafür fehlt mir jetzt einfach die Zeit.

Ich habe es aber hinbekommen die Abrechnungen für das letzte Jahr fertig zu stellen, so das ich wenigstens schon mal die offenen Beträge auszahlen kann – die Abrechnungen sind raus (das Formular war so unmöglich dargestellt, das musste ich komplett neu aufbauen. Die Nachweise werde ich später nachliefern. So wie ich die Daten überflogen habe, wird es schwierig werden…hoffentlich stimmen wenigstens die errechneten Zahlen, auf die muss ich mich nun erst einmal verlassen.

Und so sind meine Tage mal gut und mal schlecht…mal geht es aufwärts, dann wieder rapide abwärts…die reinste Achterbahn.

Und dann gibt es eben diese Tage, die doch eigentlich gut waren, sich aber so gar nicht danach anfühlen, weil ich am Ende des Tages zwar einige Aufgaben/Probleme lösen und abarbeiten konnte, dafür aber mehr Neue hinzugekommen sind….

Aber auch diese Aufgaben werde ich lösen…eine nach der Anderen…und irgendwann kommen auch wieder besser Zeiten…