Jaaa – in diesem Jahr war ich mal wieder echt spät dran. Die Abgabefrist für die Steuererklärung rückt ja immer näher und ich hatte noch nicht einmal angefangen.
Obwohl, so ganz stimmt das nicht, bereits im Februar hatte ich die neueste Version meines Steuerprogramms runtergeladen. Ich habe seit ein paar Jahren ein Abo, das kostet nur 15,99 pro Jahr für die Steuersoftware. Also habe ich mich gestern Morgen endlich mal daran gemacht.
Inzwischen vertraue ich dem Programm. Alle Daten aus dem Vorjahr können übernommen werden, die Bescheinigungen vom Finanzamt werden runtergeladen und gleich in die richtigen Zeilen eingetragen, ein „Lotse“ hilft einem durch die einzelnen Programmpunkte.
Es fehlten nur noch solche Angaben wie z.B. die Steuerbescheinigung der Banken, die Angaben zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, sowie Homeoffice-Tage und Spenden und so ein Kram. Ich habe ja nicht viel, was ich beachten muss, besitze kein Wohneigentum, habe weder einen Mann, noch Kinder, pflege Niemanden und die finanzielle Unterstützung von Schwester und Schwager ist auch nicht steuerlich anzusetzen.
Nach 1,5 Stunden war ich mit allem fertig. Das Programm errechnete eine kleine Rückerstattung mit der ich zufrieden bin. Über das Streuerprogramm und mein Elster-Zertifikat wurde die Steuererklärung auch gleich an die Steuerbehörde übermittelt. Erledigt !
Und weil ich gerade dabei war, hab ich nun auch endlich mal über die Krankenkassen-App meine Rechnung über Zahnreinigung eingereicht.
Das Wetter hat sich inzwischen beruhigt und so konnte ich nach den heftigen Winden, der letzten Tage, meinen Balkon mal wieder sauber machen…All die heruntergefallenden Blätter und kleinen Sauereien der Vögel beseitigen…Geländer abwischen und die Blumen begutachten, verdorrte Triebe und verblühte Blüten abschneiden. Jetzt sieht es wieder ordentlich aus.
Vor meiner Fahrt nach Hessen habe ich mir noch 2 Töpfe mit Minze gekauft. Jetzt hab es mal wieder frischen Minz-Tee….hmmm lecker.
Es war mein letzter Urlaubstag gestern und nun fühle ich mich auch richtig erholt. Meine Strategie mit der Fahrt ganz zu Beginn und einer ganzen Woche dann zuhause, war genau richtig. Die „Stillen Tage“ nach der Fahrt, waren ja vorhersehbar und ich habe sie auch zugelassen.
Habe mich die ersten Tage nach der Fahrt, komplett zuhause eingeigelt, wenig gemacht, viel geschlafen, viel gelesen….keine Nachrichten gehört, nicht kommuniziert. Ich habe mich aus meinem Alltag ausgeklinkt. Habe mich von manchen Geschichten einfach davon tragen lassen und den Rest der Welt einfach mal ausgesperrt.
Und nach ein paar Tagen hat sich das Ganze dann wieder normalisiert…ich höre wieder Nachrichten, kümmere mich um die Wohnung und um alles andere, was so zum Leben dazu gehört. Meine Energien kommen zurück…und immer noch habe ich das ganze Wochenende für mich.
Seit Mittwoch bin ich also wieder aktiver….habe einige Elektrogeräte im Sozialkaufhaus abgegeben. Die Geräte funktionieren noch einwandfrei, ich habe alle noch einmal extra sauer gemacht…soll ja ordentlich sein.
Dann bin ich noch in Volkspark Hamburg gefahren…bin dort 1,5 Stunden gelaufen, auch durch den Dahlienpark …aber viele Dahelien blühen noch gar nicht. Trotzdem gab es schon wunderschöne Blüten.
Donnerstag bin ich zum ersten Mal ins Arriba-Bad nach Norderstedt gefahren. Über meine Firmen-Fitness-App kann ich tatsächlich von Mo-Do jeweils 2 Stunden schwimmen, ohne extra bezahlen zu müssen. Mir hat es da gut gefallen. Es ist für mich eindeutig schneller zu erreichen, als die Badebucht in Wedel. Meine gekaufte Wertkarte dafür enthält eh nur noch 2 Eintritte…dann müsste ich mir eine Neue besorgen, das kann ich mir dann sparen.
Das Arriba-Bad bietet zeitlich mehr Schwimmmöglichkeiten (wochentags ab 6.30 Uhr bis mindestens 22 Uhr) und hat im 25m-Becken für die Schwimmer die Bahnen in verschiedene Bereiche unterteilt, wo man jeweils auf der einen Seite hoch- und auf der anderen Seite die Bahn runterschwimmt…quasi ein „Rund-schwimmen“…ich habe mir zeitweilig die Bahn mit 2-3 Personen geteilt und wir sind uns nicht in die Quere gekommen. Allerdings sollte man schauen, das man sich in einem Bereich aufhält, wo die Schwimmer alle eine ähnliche Geschwindigkeit haben, sonst klappt das nicht ganz so reibungslos.
Mir gefällt an dem Bad auch einiges andere: Es gibt neben dem 25m-Becken drinnen, noch ein 50m Becken draußen. Ein Extra-Becken mit Springturm und ein Extra-Becken in einem geschlossenen Raum für die Aqua-Fitness schränkt die Schwimmer im 25m-Becken nicht ein. Kinderbecken gibt es natürlich auch. Die Duschen sind besser unterteilt, alles ist etwas moderner und auch der Einlass mit der Firmenfitness-App war reibungslos.
Und anstatt 1,5 Stunden habe ich hier 2 Stunden Zeit – also eigentlich – denn wann habe ich mich ausgestempelt? Genau nach 1Stunde und 28 Minuten hahahaha ….ich bin gut auf die 1,5 Stunden der Badebucht gedrillt. Und ich brauche nur noch 16-18 Minuten Fahrzeit, anstatt mehr als 30 Minuten….das sind alles gute Argumente für das Arriba-Bad. Mal sehen wie es abends so sein wird…die haben tatsächlich bis 22 Uhr geöffnet…von Freitag bis Sonntag sogar bis 23 Uhr – an den Tagen müsste ich aber normalen Eintritt bezahlen.
Für meinen letzten Tag in Hessen hatte ich eigentlich noch einiges vorgehabt…aber daraus ist dann doch nichts geworden…und auf die eigentlich geplanten Zwischenstopps habe ich dann auch verzichtet. Im Radio wurde vor langen Staus in den Norden gewarnt und ich wusste ja auch, das am Abend mal wieder die A7 komplett gesperrt werden sollte….neee danke…dann fahre ich doch lieber direkt nach Hause.
Im Stau habe ich dann trotzdem noch mehrfach gestanden, bis ich dann endlich wieder zuhause war. Meinen einzigen echten Pausen-Stopp habe ich in Kassel gemacht. Einmal das Auto vollgetankt und im „Cafè del Sol“ zu Mittag gegessen und schon ging es weiter….von Stau zu Stau…aber irgendwie hat es mich nicht gestresst….war zwar nervig, aber eben nicht zu ändern und ich war dann auch froh, als ich gegen Abend endlich wieder zuhause war.
Gemacht habe ich dann die nächsten Tage nicht viel…ich brauchte ein paar Tage um mich von der Fahrt und der vielen Kommunikation zu erholen…ich war also stumm und komplett lustlos mit irgendjemandem in Kontakt zu treten. Gut, das ich noch eine ganze Woche Urlaub hatte.
Dieser Zustand hielt ein paar Tage an, ich blieb erst einmal einfach zuhause….und das war ja auch nicht so schwer, denn urplötzlich hatten wir hier in Quickborn Herbstwetter. Erst regnete fast ununterbrochen, war dabei aber schwülwarm. – sehr unangehem.
Dann wurde es mit dem einsetzenden Starkregen, Mitte der Woche, schlagartig kühl und stürmisch. Manchmal musste ich rausschauen um zu sehen ob das starke Rauschen vom Regen, dem Wind in den Bäumen oder von Beidem kam. Das war echt krass….die Bäume vor meinem Wohnzimmer-Fenstern bogen sich im Sturm, während es heftigst regnete. Wir haben hier eine Windschneise.
Als ich Mittwoch von einem Ausflug in den Volkspark Hamburg zurück gefahren bin, war auf der Landstraße alles über 35kmH ein hohes Risiko…das Wasser stand hoch auf den Straßen…zuhause bin ich sofort in den Keller gestürmt um nachzuschauen, ob der Regen sich wieder einen Weg in unsere Keller gebahnt hatte…zum Glück: nein.
In die Keller war kein Wasser eingedrungen, nur die Tiefgarage kann man aktuell nicht trockenen Fußes über die Einfahrt betreten oder verlassen. Dort staut sich das Wasser einige cm hoch und läuft nicht ab….mit dem Auto kann man noch durchfahren und auch in der Tiefgarage selbst ist es trocken. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite noch eine Treppe in die Tiefgarage.
Notfalls wäre es auch über die Kellerzugänge der Hauseingänge möglich, die Garage trockenen Fußes direkt zu betreten…aber das sind unzählige Türen und ständig einige Stufen rauf und einige Stufen wieder runter, gefühlt um 100 Ecken herum, kleine Nischen mit Türen, die in andere Gänge führen, immer wieder einige Stufen hoch und dann um das nächste Eck wieder runter… einige Türen führen nur zu Kellerabteilen, andere in die nächsten Gänge…manche Türen muss man mit dem Schlüssel öffnen, andere gehen so auf – das reinste Labyrinth hahaha….da habe ich mich am Anfang mehr als einmal verlaufen…die Türen sind nicht beschriftet und die Abzweig-Möglichkeiten vielfältig. Alle Häuser sind über die Keller miteinander verbunden. Seitdem gehe ich lieber ein paar Schritte im Regen vom Garagenaufgang zur Haustür, als mich durch das Kellerlabyrinth zu manövrieren. Das geht eindeutig schneller.
Seit 5 Tagen warte ich auch darauf, das meine Wäsche im Trocken-Keller auch mal trocken wird…aber die Luftfeuchtigkeit ist viel zu hoch….alles ist klamm….okay, habe sie mit in die Wohnung genommen.
Ich bin ein Freund von Kühle und auch Regen muss sein…aber so langsam könnte es, auch für meinen Geschmack, mal wieder ein paar Tage trocken bleiben und etwas Sonne wäre jetzt auch nicht verkehrt.
Ich habe erstaunlich gut im Hotel geschlafen. Die Klimaanlage brauchte ich zum Glück nicht, es war nicht so warm (als ich das Hotelzimmer gebucht habe, waren für diesen Zeitraum 34 Grad vorausgesagt worden)- so konnte ich sogar bei geöffnetem Fenster schlafen.
Ich habe lange geschlafen, hab im Bett dann noch gelesen und einen Kaffee getrunken….hab mich im Bad kurz fertig gemacht und bin dann zur Massage gegangen.
Eine entspannende Stunde später bin ich noch etwas durch die Stadt geschlendert und als es schon fast Mittag war, hab ich in einem Shopping-Center relativ spontan eine Currywurst bei „Best Worscht in Town“ gegessen. Einer Imbiss-Kette aus Frankfurt, die sich mehr und mehr im Frankfurter Umland ausbreitet.
Das hier ist eine „Snackers Combo“ und eine Scheibe Sauerteigbrot gibt es immer dazu…das Brot ist soo lecker. Lustigerweise wird das Brot bei der Bäckerei Huck gebacken…und ist nur 4 Straßen von meiner ehemaligen Wohnung in Frankfurt-Rödelheim entfernt. Diese Bäckerei hatte zu meiner Zeit, kein klassisches Geschäft, sondern im Hinterhof der Backstube einen integrierten Laden. Von der Straße aus, sah man nur eine Tür in einem Garagentor und an der Hauswand ist ein Messingschild in Form einer Brezel. Inzwischen gibt es wohl auch einige Cafès und Filialen an unterschiedlichen Orten in der Stadt und der Region, das hab ich im Internet gelesen.
Eigentlich esse ich ja so etwas nur noch ganz selten, aber das hier musste einfach sein. Diese Wurst und auch die Currysoße sind echt lecker…jeder kann dabei selber entscheiden, wie scharf die Soße sein soll…und ob klassische Brat- oder Rindswurst. Rindswurst ist auch eine typische Frankfurter Spezialität. Aber bei Currywurst mag ich dann doch lieber die Bratwurst.
In einem Blumenladen hatte ich dann noch einen wunderschönen Blumenstrauß mit Roten Callas und weißen Rosen binden lassen. Zusammen mit viel Grün und Ähren vom Feld sah der einfach toll aus.
Dann ging es zurück ins Hotel: Duschen und schick machen und schon wurde es Zeit für die Fahrt zum Rentner und seiner Frau. Wir waren für 14 Uhr verabredet.
Ich habe die Beiden vor einem Jahr das letzte Mal gesehen, und mit dem Rentner telefoniere ich im Moment ca. alle 2 Wochen für jeweils 1-1,5 Stunden. Sind also im ständigen Austausch und so fühlte sich auch dieses Treffen nicht fremd oder komisch an. Es war einfach klasse.
Kaum sind wir Drei zusammen wird es lustig und unterhaltsam. Ich konnte nun auch in Echt deren neue Küche begutachten. Wir Frauen haben lange über Küchenschränke und Herde gefachsimpelt…es gab fluffigen, leckeren Käsekuchen ohne Boden (und ich hab das Rezept bekommen)…am frühen Abend sind wir in ein Restaurant gefahren, oben auf einer Anhöhe mit tollem Ausblick.
Als mein „Wildkräutersalat mit Ziegenkäse und Birne“ jedoch drohte vom Teller geweht zu werden, sind wir dann doch lieber rein gegangen.
Später sind wir zurück zu den Beiden gefahren…und es wurde immer später und wir hatten immer noch Gesprächsstoff. Da die Beiden aber am nächsten Tag in Richtung Hannover zu einer Hochzeit ihrer Nichte aufbrechen wollten, hab ich mich dann um so gegen 21 Uhr verabschiedet.
Ich bin dann noch in den Staatspark „Wilhelmsbad“ gefahren und bin dort in der Dämmerung des Abends noch durch den Park gelaufen. Das Wetter hatte soch inzwischen beruhigt…es gab weder Wind, noch Regen…das war daher ein stimmungsvoller Abendspaziergang an einem lauen Abend.
Die ehemalige Kollegin war als erstes am Treffpunkt und es war toll sie wieder zu treffen. Über das Blumengesteck hat sie sich sehr gefreut.
Müde sah sie aus…und es geht ihr auch nicht so gut…die Arbeit zermürbt sie…und sie denkt über Konsequenzen nach…aktuell muss die allgemeine Stimmung wohl besonders schlimm sein. Die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern nimmt beständig zu.
Obwohl es der Firma finanziell super gut geht, wird überall gespart, die Ziele für die Boni wurden so hoch gehängt und Teile davon willkürlich ausgesetzt, das merken alle Mitarbeiter der Tochtergesellschaften. Die Ungleichbehandlung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften ist wohl sehr offensichtlich….das hat natürlich keiner gerne. Außerdem gönnt keiner dem Anderen auch nur den Geringsten Vorteil…etwas über das ich lachen muss, denn es geht um Firmenwagen und deren Ausstattung und wer nun was für ein Auto bekommt. Echt jetzt?
Das war dann auch später an diesem Abend mehr als einmal Thema zwischen meinen beiden ehemaligen Kollegen. Es scheint einen echten Kampf in der Firma zu geben und von der Geschäftsführung wird kein Machtwort gesprochen…die beiden Kollegen stecken also in einer Zwickmühle. Nur mal kurz zur Erinnerung: Die Firme zahlt echt gut und es gibt seit vielen Jahren eine Regelung zu dem Thema.
Und obwohl Beide jünger sind als ich, rechnen sie auch schon, wann sie in Rente gehen können…die Firma hat ein Programm mit Langzeitarbeitskonten, in das Boni und sonstige Zusatzleistungen „eingezahlt“ werden können…darüber wollen Beide noch ein paar Jahre früher aus dem Berufsleben ausscheiden….aber je weniger Boni gezahlt werden, umso weniger können sie dort ansparen. Dabei würden Beide gerne lieber heute, als Morgen dort weg.
Je mehr ich von den Beiden über die Firma gehört habe, umso erleichterter bin ich, das ich nicht mehr dabei bin. Puhhhh – gut das ich den Absprung rechtzeitig geschafft habe.
Den Kollegen hatte ich, wie schon vorher mal erwähnt, seit meinem Weggang vor 6 Jahren, nicht mehr gesehen und ich habe mich riesig gefreut, als er kam….er sieht noch genauso aus, wie früher…nur die Haare sind inzwischen grau…und auch er war der Meinung, er hätte mich jederzeit überall erkannt…ich hätte mich auch gar nicht verändert.
Wir hatten einen lustigen und schönen Abend…und natürlich gab es auch andere Themen, als nur die Firma und die allgemein schlechte Stimmung dort. Wir waren alle Drei der Meinung es fühlte sich so an, als ob wir uns vor ein paar Wochen das letzte Mal getroffen hätten…gar nicht fremd oder irgendwie komisch. Ich habe den Abend genossen.
Es war schon fast 23 Uhr als ich vorschlug den Abend zu beenden, denn die Beiden mussten am nächsten Tag nach Siegen fahren…Meetings, Meetings, Meetings – der neue Volkssport im mittleren Management. Und ich musste ja auch noch zurück nach Hanau.
Ich hatte es schon bei meinem Weggang damals geahnt, das sich vieles ändern wird. Der damalige GF ist in Rente gegangen, meine Chefin hat einen Monat nach mir die Firma gewechselt, inzwischen ist der Firmeninhaber nur noch im Aufsichtsrat, die Geschäftsführung liegt jetzt bei Externen und die Hauptfirma ist inzwischen eine „SE+Co.KGaA“. Ein Global Player wollte man werden – Glückwunsch – das habt ihr geschafft.
Leider erinnert nichts mehr an die schöne Zeit als „Mittelständler mit Ambitionen“. Heute werden (obwohl es ein deutsches Unternehmen ist) alle Meetings auf Englisch abgehalten…etwas mit dem die langjährigen Kollegen nun so ihre Probleme haben – es war halt nie gefordert Englisch können zu müssen.Heute gar nichts mehr ohne.
Ich hab mich früher gefreut, wenn ich mal Kontakt in Englisch zu den anderen Ländern hatte. Im Normalfall war das echt die Ausnahme. Ja so ändern sich die Zeiten.
Meine Fahrt nach Hessen startete also um 7 Uhr morgens…früh genug, um noch keinen Stau vor dem Elbtunnel zu haben….und kaum war ich ein paar Minuten auf der A7, staute es sich schon bei Schnelsen…nanu…das ist eher ungewöhnlich an dieser Stelle…die Strecke fahre ich ja sonst auch zur Arbeit und eigentlich ist hier morgens nie etwas. Ach so – es war ein Auffahrunfall, der den Verkehrsfluss stoppte.
Der Stau löste sich dann auch relativ schnell wieder auf…und den „Rest“ der 520 km konnte ich fast reibungslos fahren. Es war zwar voll auf den Straßen…aber der Verkehr floss. Ich wollte eh nicht rasen und blieb bei einer Reisegeschwindigkeit von 120-140 kmH.
Entgegen meinen sonstigen Angewohnheiten beim Autofahren, machte ich alle 2 Stunden eine kurze Pause, um meinem Rücken zu recken und strecken. Seit ein paar Tagen habe ich wieder Schmerzen auf Höhe des Steißbeins…nicht zu doll, aber immer wenn ich zu lange sitze oder auch liege. Ich bin da leider, wie die meisten Menschen, sobald der Schmerz wieder weg ist, lasse ich die Übungen schnell wieder schleifen hahaha und dann kommt der Schmerz eben auch wieder und sagt Hallo. Ich muss mich an dieser Stelle echt mehr disziplinieren…seufz.
Meine Zeitplanung für diesen Tag sah so aus: Um 18.30 Uhr war ich In Bad Soden im Taunus (50km hinter Hanau) verabredet. Mittags wollte ich in Bad Soden-Salmünster (40 km vor Hanau) Halt machen und am Nachmittag noch eine Runde durch Hanau schlendern, bevor ich dann ab 15 Uhr ins Hotelzimmer konnte um mich auszuruhen und frisch zu machen.
Hanau und Umgebung kenne ich nur ganz flüchtig….mit meiner Tanzclique waren wir hier mal auf einer Geburtstagsfeier, Fulda kenne ich auch nur von Tanzturnieren und von Bad Soden-Salmünster kenne ich nur die Therme…da hatte ich vor vielen Jahren mal ein Date.
Bad Soden-Salmünster zur Mittagszeit war jetzt eher eine Enttäuschung…die kleine Altstadt war ganz niedlich, aber es gab keine Möglichkeit sich irgendwo zum Mittagessen niederzulassen – außer beim Bäcker – der war dafür proppevoll. Ich bin etwas herumgelaufen, das Wetter war unbeständig und schwül und ich wurde echt hungrig…Noch überlegte ich, ob ich in den Supermarkt gehe und mir dort etwas zum Essen besorge, da sah ich den kleinen Dönerladen…Na gut – dann gibt es einen vegetarischen Döner…und der war sogar lecker.
Als der große Regen kam, bin ich dann doch schon weiter nach Hanau gefahren, bis direkt ins City-Parkhaus und dann durch die Innenstadt geschlendert. Die Stadt glänzt jetzt nicht mit vielen historischen Bauten oder mit einem besonderen heimeligen Charme, dazu wird überall gebaut.
Aber der Fußgängerzonenbereich ist sehr groß, es gibt tatsächlich viele gemütliche Cafès, etwas was ich in Quickborn und Umgebung sehr vermisse. Es gibt auch viel Geschäfte und ich schlenderte gemütlich umher….allerdings hatte das Wetter beschlossen sehr unbeständig zu sein…es war zwar warm, regnete aber immer wieder ganz unvermittelt alle paar Minuten.
Für die dünne Regenjacke, die ich dabei hatte, war es einfach zu warm, nass werden wollte ich aber auch nicht…also habe ich mir tatsächlich den ersten Regenschirm seit vielen Jahren gekauft. Im Norden Deutschlands macht ein Regenschirm meistens überhaupt keinen Sinn, denn dort ist es fast immer auch windig, wenn es regnet. Deshalb besitze ich gar keinen Regenschirm mehr…dafür aber unzählige Regenjacken: gefüttert, ungefüttert, teilgefüttert, lang, kurz, für den Wald, für die Stadt hahaha.
Kaum saß ich in einem überdachten Außenbereich eines nettes Cafès, prasselte es gerade mal wieder so richtig vom Himmel…wie sagt man so schön: Es regnete Bindfäden. Der Kaffee war lecker, ich komplett entspannt, textete gerade mit dem Rentner, der wissen wollte, ob ich gut angekommen bin und fühlte mich auf einmal so richtig im Urlaub.
Dieses Gefühl von haaaaaach – herrlich ich kann einfach hier sitzen und das Leben an mir vorbei ziehen lassen. Ich muss mich nicht hetzen, muss nichts erledigen, keine aktuellen Sorgen…ich kann einfach hier sitzen und dem Regen beim regnen zuschauen.
Als die Sonne dann später wieder kam, bin ich weiter geschlendert. Der Regen kam in unregelmässigen Abständen immer wieder…zum Glück hatte ich ja den Regenschirm. Ich fand noch einen Thai-Massage-Salon (der hatte sehr gute Bewertungen im Internet) und hab mir gleich für den nächsten Morgen einen Termin geben lassen und in einem Blumenladen hatte ich ein kleines Rosengesteck drapiert in einer Schachtel gefunden…ein kleines Dankeschön für die ehemalige Kollegin, die so flexibel wegen unserer Verabredung war.
Irgendwann später ging es dann zum Hotel. Das hatte ich ja (entgegen meiner sonstigen Art) einzig danach ausgesucht ob die auch eine Klimaanlage in den Zimmern haben und das es nicht weit weg ist, vom Wohnort des Rentners. Es lag an einem groß ausgebauten Verkehrskreisel…aber ich bekam ein ruhiges Zimmer im 5 Stock und mit Blick auf den Innenhof und es war richtig ruhig…hab sogar bei offenem Fenster schlafen können.
Das Zimmer war echt schön…modern, alles relativ neu und super-sauber. Es gab eine kleine „Kaffee-Station“ mit einem Wassserkocher (ganz ohne Kalk-Ablagerungen) und einigen Tees und Päckchen mit löslichem Kaffee. Prima.
Habe mich dann für 1/2 Stunde aufs Bett gelegt und Nachrichten geschaut…erst einmal ausruhen…später ging es unter die Dusche, hab mich schick gemacht und dann ging es auch schon bald weiter in Richtung Bad-Soden (am Taunus).
Auf dem Weg über die A66 kam ich direkt an Frankfurt vorbei und die Skyline ist immer wieder toll…auch wenn ich die Sicht von dieser Seite eher selten sehe…normalerweise komme ich aus der anderen Richtung direkt über die A7. Das ist dann der ganz große Auftritt für Frankfurt – für mich der schönste Blick auf die Stadt.
Auch in Bad Soden habe ich ich bewusst auf einen Erinnerungs-Spaziergang verzichtet. In diesem Ort habe ich ja viele Jahre gearbeitet. War mittags oft im Kurpark spazieren oder im Sushi-Restaurant in der kleinen Passage essen. Die Firma besuchen wollte ich ja eh nicht…und selbst wenn, dann hätte ich dafür nach Eschborn fahren müssen…denn die Kollegen mussten im letzten Jahr umziehen.
Die Muttergesellschaft braucht inzwischen das gesamte Gebäude selbst…die Tochtergesellschaften wurden ausgelagert. Das war von Anfang an klar, als wir damals dort einzogen, das das Gebäude schnell zu klein werden wird….und da es direkt am Bahnhof keine Chance auf Erweiterung gibt, mussten andere Lösungen her.
Noch einmal kurz zum Thema Hanau. Warum sollte man da hinfahren? Muss man nicht…es ist echt keine besonders touristische Stadt…hat aber trotzdem schöne Ecken. Es ist der Geburtsort der Gebrüder Grimm, hat ein paar wunderschöne alte Gebäude, wie z.B. das Deutsche Goldschmiedehaus, in dem sich heute ein Museum für Gold-und Silberschmiedekunst befindet.
Es gibt den Staatspark Wilhelmsbad mit wunderschönen kleinen Bauten, dem historischen Karussell und einem Spielzeugmuseum:
und der Park ist weitläufig und bietet verschlungene kleine Wege zum flanieren.
Das Schloss Philippsruhe ist auch nicht weit entfernt und liegt direkt am Main um nur ein paar Stationen zu nennen.
Bereits vor meinem Urlaub war es etwas kompliziert, bei nur 3 Tagen und 2 Abenden meine Verabredungen zu koordinieren und ich war am Sonntag schon kurz davor, den Urlaub zu stornieren…eine bei mir recht typische Reaktion. Aber eigentlich freute ich mich ja darauf.
Letztlich war es aber ganz einfach. Anstatt mich mit meinen beiden ehemaligen Kollegen einzeln zu treffen, habe ich Beide gefragt, ob es okay ist, wenn wir uns zu Dritt treffen. Die eine Kollegin hab ich das letzte Mal vor 4 Jahren getroffen, den anderen Kollegen, habe ich seit 6 Jahren nicht mehr getroffen. Mit Beiden bin ich im losen Kontakt geblieben. Ab und an telefonieren wir und tauschen ein paar Nachrichten aus.
Mit meinem ehemaligen Team-Mitgliedern treffe ich mich nicht…das Thema ist bei mir durch. Der Kontakt ist von Seiten meines Teams im Laufe der Jahre immer weiter reduziert worden…und dann habe ich für mich beschlossen, das tut mir jetzt nicht mehr gut – wenn nur noch ein paar Bildchen verschickt werden so ganz ohne Anrede oder sonstigem Inhalt. Wenn kein Interesse an einem weiteren Kontakt besteht, dann ist das in Ordnung – dann müssen wir das auch nicht aufrecht halten.
Für meinen ersten Abend in Hessen hatte ich mich also mit den beiden ehemaligen Kollegen verabredet. Das italienische Restaurant in Bad Soden am Taunus, gibt es sogar noch…auch wenn die Inhaber gewechselt haben. Ich hatte vorsichtshalber einen Tisch reserviert.
Um kurz nach 7 Uhr hatte ich dann endlich meine Reisetasche zu Ende gepackt, die Wohnung aufgeräumt und war abfahrtbereit. Das Auto war bereits vollgetankt und nun konnte die 520km lange Reise beginnen. Es ist ein weiter weg für ein paar Treffen mit ehemaligen Kollegen und ein paar Freunden. Dieses Mal wollte ich gar nicht an meine „alten“ Wirkungsstätten. Wollte weder meine alten Wohnorte, noch sonstige liebgewonnene Orte aufsuchen. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, direkt nach Frankfurt zu fahren…oder nach Schnöselhausen, wo ich die letzten Jahre gewohnt hatte.
Das Hotelzimmer hatte ich mir in Hanau gesucht….das ist nicht so weit weg vom Zuhause des Rentners und seiner Frau, mit denen ich eine Verabredung für den nächsten Tag hatte. Inzwischen sind die Beiden meine besten Freunde und mir sehr wichtig. Genauso, wie mein ehemaliger Tanzpartner …der aber leider zu dem Zeitpunkt in Urlaub fährt, wenn ich nach Hessen komme…sehr schade… evtl. würde es aber doch noch klappen, für ein kurzes Hallo – mal sehen.
Das kommt davon, wenn man einen Urlaub erst sehr spät plant und sich nicht längerfristig vorher abstimmt…hahaha. Aber das ist dann eben so – das kalkuliere ich mit ein. Gerade mein ehemaliger Tanzpartner ist oft und gerne auf Reisen…im Gegensatz zu mir.
Letzten Dienstag, der Tag meines letzten Arbeitstags vor dem Urlaub und damit mein letzter gemeinsamer Arbeitstag mit dem Controller, bin ich ins Büro gefahren, anstatt wie üblich, im Homeoffice zu bleiben.
So ein letzter Tag vor dem Urlaub ist bei mir immer trubelig und das war auch dieses Mal nicht anders. Wieso sind in der Zentrale wieder einmal ALLE Entscheidungsträger und Unterschriftsberechtigten GLEICHZEITIG in Urlaub? Es war also ein kleiner Kampf eine sehr wichtige und sehr hohe Rechnung für eine neue Investition unterschrieben und im nächsten Schritt diese auch bezahlt zu bekommen (die Zahlung musste von einem Bankkonto erfolgen, auf das ich keinen direkten Zugriff habe, sonst wäre es ja einfach). Der Kollege aus der Projektentwicklung hat sich um eine unkomplizierte Rechnungsfreigabe per Mail, ich habe mich um die Zahlungsfreigabe gekümmert (denn auch hier waren die normalerweise zuständigen Personen bereits im Sommerurlaub). Zusammen haben wir es dann doch noch hin bekommen…puhhh. Wie in jedem Sommer scheinen 90% der Mitarbeiter in der Firmenzentrale im Kollektiv-Urlaub zu sein.
Nun gut, durch all diese kleinen und größeren Probleme, blieb mir kaum Zeit mit dem Controller zu quatschen…aber dann hab ich mir dann doch ein wenig Zeit dafür genommen.
Am Morgen hatte ich bereits seinen Arbeitsplatz leicht geschmückt, eine große Topfpflanze mit Naschpaprika und meine persönliche Abschiedskarte auf seinem Schreibtisch drapiert. Er war sichtlich gerührt und hat sich sehr gefreut. Es war nur mein Abschied an ihn, denn sein eigentlich letzter Arbeitstag sollte ja erst am Freitag sein.
Am Abend sind wir dann zu Viert in eine spanische Tapas-Bar in der Nähe gegangen. Der Controller hatte uns eingeladen. In der Tapas-Bar gab es genau DAS: Tapas…und zwar ausschließlich Tapas. Da war schon der Bestellprozess lustig und etwas trubelig, bis Kollegin Katrin die Führung übernommen hat.
Es war ein lustiger und unterhaltsamer Abend. Der Controller und ich haben noch mal ein paar Anekdoten aus der Corona-Zeit erzählt und über „die guten alten Zeiten“ sinniert und auch über den Zeitpunkt, seitdem sich so Vieles verändert hat und seine Unzufriedenheit immer größer wurde. Der Teamleiter und Katrin sind ja noch nicht so lange da.
Vom Essen waren wir alle ein bisschen enttäuscht….es war reichlich – ja, aber teilweise war die Qualität wirklich nicht gut…und die meisten Tapas waren in Olivenöl ertränkt, ohne das es dem Geschmack geholfen hätte. zum Beispiel die „Hackbällchen in Tomatensoße“ von der Karte, kamen als Hackbällchen in Öl mit ein paar Tomatenstückchen. Am Besten schmeckten mir die Datteln im Speckmantel….hmmmmm lecker.
Und auch die Lokation war jetzt nicht optimal…der größte Teil des Restaurants bestand aus Glaswänden und Glasdach und es war proppevoll. Die Geräuschkulisse war derartig laut, das wir uns teilweise anbrüllen mussten…meine Stimme versagte zwischenzeitlich.
Wir blieben trotzdem von 18 Uhr bis weit nach 22 Uhr…dann wurde es Zeit für uns. Die Kollegen mussten am nächsten Tag wieder arbeiten und ich wollte früh am Morgen schon in Richtung Hessen fahren….
Jaaa ein paar Tränchen flossen bei mir dann doch…ich hab den Controller umarmt und ihm und seiner Frau noch einmal alles Gute gewünscht. Wir sind quasi jetzt schon zum Grünkohl-Essen auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hahaha…mal sehen ob das dann auch klappt.
Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mich gut in den Controller hineindenken…bei mir sind es jetzt knappe 6 Jahre her, seitdem ich mich in Hessen von meinen langjährigen Kollegen verabschiedet habe, um in den Norden Deutschlands zu ziehen.
Es ist schwer sich nach 13 Jahren von einer Firma zu trennen. Man kennt alle Kollegen, kennt sein Aufgabengebiet in- und auswendig, kennt alle Abläufe (ob sie einem nun gefallen oder nicht). Beim Abschied bekommt man noch einmal gespiegelt, wie einen die Kollegen schätzen und ist überrascht von all den positiven Meldungen (hahahaha wie ehrlich die alle gemeint sind, sei mal dahin gestellt). Unwillkürlich fragt man sich: war die Entscheidung jetzt richtig?
Für mich gesprochen, nach diesen 6 Jahren: Es war die beste Entscheidung meines Lebens (auch wenn nicht alles glatt lief) und genau das wünsche ich dem Controller auch. Das er in den nächsten Jahren rückblickend sagen kann: ja – das war eine gute Entscheidung.
Für uns, die wir zurück bleiben und uns weiterhin durch das Chaos der nicht enden wollenden Umstrukturierungen kämpfen, kann es auch besser werden. Dann, wenn wir endlich einen einen Ersatz für den Controller gefunden haben.
Leider geht die Suche langsamer als gedacht…was zum Teil wieder einmal hausgemacht ist, denn der Teamleiter kämpft aktuell mit der HR-Managerin über die Deutungshoheit, wer was zu entscheiden hat….unfassbar…inzwischen musste auch schon unser GF eingreifen, um unseren Teamleiter zu stärken. Die HR-Managerin ist der Meinung wir haben doch keinen Zeitdruck. Sag mal – geht`s noch? Der Controller ist Ende der Woche weg und Kollegin Katrin auch bald für mehrere Wochen im Sommerurlaub.
Naja – ich will mich nicht aufregen – ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung…aber letztlich bleibt dann ein Teil der Arbeit auch bei mir hängen.
Aber wenn auch das überwunden ist, DANN kann es bei uns im Team endlich wieder aufwärts gehen…dann kann Ruhe einkehren und wir ziehen dann hoffentlich bald wieder alle an einem Strang.
Mein privates Leben blieb dabei in den letzten Tagen echt auf der Strecke….Arbeiten, essen, ausruhen, Walken, schlafen gehen….und wieder von vorne. Viel Zeit für Anderes blieb da nicht …aber natürlich hab ich mich, trotz all der Arbeit, mit den unterschiedlichsten Kollegen ausgetauscht…vor allem mit Kollegin Katrin und auch mit dem Teamleiter und dem Controller.
Der Controller hat schon bald seinen letzten Arbeitstag und wir sind schon in den Vorbereitungen für seinen Abschied, so mit Karte und Geld einsammeln für ein Geschenk Gar nicht so einfach bei mehreren Standorten verteilt auf ganz Deutschland, gut das es Paypal gibt.
Ich habe tatsächlich nur noch 2 Arbeitstage mit ihm. Ab nächste Woche Mittwoch bin ich im Sommerurlaub ( für 1 1/2 Wochen) und verpasse damit seinen tatsächlichen letzten Arbeitstag.
Aber das ist okay für ihn…nächsten Dienstag hat uns der Controller zum Abendessen in ein Restaurant eingeladen…also unser kleines Team. Da bekommt er von mir auch noch ein eigenes kleines Abschiedsgeschenk…immerhin haben wir 5 1/2 Jahr zusammen gearbeitet, er war bei meinem Bewerbungsgespräch mit dabei und wir haben auch lange zusammen im gleichen Büro gesessen. Und er war ja nicht immer so, wo er sich in den letzten Monaten gegeben hat.
Meinen Urlaub kann ich aber auch nicht mehr verschieben, ich bin schon für ein paar Tage verplant und habe auch schon das Hotelzimmer gebucht. Ich fahre nach Frankfurt (also eher Großraum Frankfurt), in die „alte Heimat“. Das ist in den 6 Jahren, tatsächlich erst das 3. Mal, das ich Freunde und ehemalige Kollegen besuche.
Ich weiß auch noch nicht, ob das so eine gute Idee ist. Denn eigentlich bin ich echt urlaubsreif und könnte ein paar Tage Ruhe und Entspannung vertragen….aber wenn ich in Urlaub fahre, dann immer zu Anfang…damit ich hinterher genügend stumme Zeit zum erholen habe. Frankfurt im Sommer kann aber auch sehr unangenehm heiß sein….na für Bedenken ist es jetzt eh zu spät…
Mit dem Ende des Monats Juni ging es dann in die heiße Phase unserer Quartalsabschlüsse…ich fühlte mich gut vorbereitet und habe jede Gesellschaft mit der nötigen Sorgfalt überprüft, immer wieder noch auftauchende Konten-Verirrungen und -Verwirrungen aufgespürt und ausgemerzt.
Es finden sich immer noch Fehler durch die Systemumstellung, mal ist es die Software die nicht richtig reagiert, weil falsch justiert, mal hatte der Mensch vor dem Computer (also ich) Tomaten vor den Augen oder andere Vorstellungen davon, was das Programm eigentlich machen sollte. Bisher ist es mir jedoch gelungen, in jeder dieser Gesellschaften, die Ordnung wieder herzustellen.
Bis Freitag den 04.07. hatte ich alle die Gesellschaften fertig, die am folgenden Montag fertig gemeldet werden mussten,…für die restlichen 6, die die sowieso mehr Arbeit bedeuten, hatte ich damit noch eine ganze Woche Zeit. 5 volle Arbeitstage.
…dann hab ich beim Abhaken in unserem Abgabeterminkalender gesehen, das das mit den 5 Tagen Verlängerung gar nicht mehr gilt. ALLE – und ich meine wirklich ALLE (egal in welchem Land und egal welche Art von Gesellschaft) müssen am 07.07. fertig sein. 5 Tage einfach weggelassen…fortgezaubert.
Das war Freitagmorgen am 04.07. als mir klar wurde: jetzt stecke ich aber richtig in Schwierigkeiten. Eine leichte Form der Panik schoss durch meinen Körper. WARUM hat mir das eigentlich keiner gesagt? Es gab keine Infos auf den üblichen Wegen…das heißt die Anweisung haben die dänischen Kollegen mündlich bekommen…aber ich wurde mal wieder vergessen.
Und wenn ich mir jetzt im nachhinein die Liste der Kollegen anschaue, die nicht rechtzeitig abgegeben haben, vermute ich einmal, das außer den dänischen Kollegen keiner wirklich informiert wurde.
Sooo jetzt aber mal tief durchatmen…Es ist Freitag: da schaffe ich auf jeden Fall 1-2 Gesellschaften…eine ist ja fast fertig. Für Samstag und Sonntag plane ich jeweils 1 pro Tag…das sind die beiden Neuen…da brauche ich in jedem Fall viel länger…und dann bleiben immer noch 2 für den Montag.
Theoretisch könnte es also klappen, wenn alles gut läuft und ich das Wochenende durch arbeite. Leider lief es nicht so gut, wie gehofft…und alles dauerte wesentlich länger, als gedacht…aber ich wollte auch keine halben Sachen machen…das spart zwar in dem Moment etwas Zeit, kostet aber später mehr Zeit, es dann doch alles wieder aufzurollen. Nein, ich gebe nur ordentlich und korrekt erstellte Abschlüsse ab.
Also Augen-zu und durch….Der Freitag im Büro war lang…die systemseitigen Fehler zu finden und zu bereinigen hat echt Nerven gekostet und dann noch meine eigenen Fehler dazu…am Wochenende hab ich an beiden Tagen zusammen 19 Stunden gearbeitet. Jawohl 4 von 6 Gesellschaften konnte ich somit fertig melden.
Der Montag (Abgabeschluss) war jedoch eine einzige Katastrophe und ich habe zwar die 5. Firma fertig bekommen, die 6. jedoch nicht mehr…ich war zu nervös, auch weil ich ständig gestört wurde…ich war müde und gereizt und irgendwann einfach so fertig, das ich mich um 17 Uhr abgemeldet habe. Basts.
Trotzdem war ich stolz auf mich: insgesamt habe ich von den 17 Gesellschaften (von insgesamt 26) die in den Quartalsabschluss fallen, 16 rechtzeitig abgegeben und die letzte, kommt dann eben einen Tag später.
Am nächsten Morgen kam schon per Mail die Mahnung welche Gesellschaften alle noch fehlen würden…bei mir eben nur diese Eine. Es hat dann tatsächlich noch 1/2 Tag gedauert…auch da musste die IT noch etwas „fixen“…also eine BUG bereinigen.
Ich habe mich Montag bei der dänischen Teamleitung erkundigt, warum ich davon nichts davon wusste…sie ist nicht darauf eingegangen, nur das man auf Konzernebene dieses Mal „ausprobieren“ wollte, ob wir das schaffen können….tja, das wird dann wohl ab jetzt der Standard. Dafür entfallen aber auch ein paar der „kleinlichen“ Überprüfungen und ein paar Arbeiten durften wir uns auch ganz sparen…jeder erstellt seine Abschlüsse eigenverantwortlich…es gibt keine Kontrolle mehr durch die 2.Controller oder die Teamleitungen. Dafür gibt es zusätzliche Regeln, was in jeder Einzel-Gesellschaft für den Konzernabschluss „umgegliedert“ werden muss, damit es den Dänischen Vorschriften entspricht.
Hätte ich das vorher mit dem vorgezogenen Abgabetermin gewusst, hätte ich mich ganz anders vorbereitet…nun gut…jetzt weiß ich es ja. Das passiert mir nicht noch einmal. Und jeder kommende Quartalsabschluss dauert ab jetzt auch nicht mehr so lange in der Vorbereitung….jetzt wo einmal alles überprüft und umgestellt ist..
Trotzdem wird es bei jedem Abschluss einen sehr straffen Zeitplan geben…und ich weiß, wir proben das jetzt mit den super-schnellen Quartalsabschlüssen, weil wir das bald monatlich machen sollen. Das ist dann die ultimative Steigerung…das Endziel.
Aber jetzt ist das Thema erst einmal erledigt…und ich wundere mich manchmal schon, wie routiniert ich an vielen Stellen schon mit dem neuen Programm umgehen kann. Na das ging ja jetzt doch recht schnell. Ich kann meinen Kollegen auch schon Hilfestellungen geben, wie man was macht.