Spontan – Husumer Krabbentage

Letzten Sonntagvormittag saß ich ganz kuschelig zuhause vor meinem Laptop und wollte schon meinen Urlaub etwas vorbereiten, als ein Anruf von meiner Schwester kam. Sofort war ich alarmiert: was ist passiert?

Nichts war passiert. Die Beiden (Schwester+Schwager) hatten sich nur kurzfristig dazu entschieden nach Husum auf die „Husumer Krabbentage“ zu fahren und fragten ob ich mitkommen wollte… Sie würden so ca. 1 Stunde für die Fahrt brauchen.

Nach nur kurzem Überlegen hab ich zugesagt, ich benötige aber mindestens 1,5 Stunden Fahrzeit und wir haben uns dann für 12.30 verabredet. Treffpunkt: Wie immer…am Wasserturm.

Mir war jedoch sofort klar, da werden wir um diese Uhrzeit keinen Parkplatz mehr bekommen…aber okay, darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich da bin. Die Fahrt war ganz okay, aber die Straßen waren in Husum selbst, schlimmer verstopft, als gedacht.

Meine Schwester wollte mich noch auf einen anderen Parkplatz umleiten, aber ich kam irgendwie nicht vom Fleck…teilweise ging gar nichts mehr und so fuhr ich direkt ins Parkhaus des THEO-Shopping-Center, dort wurden im Parkhaus noch freie Plätze angezeigt.

So eine Parkplatzsuche stresst mich immer, vor allem wenn wir einen festen Treffpunkt und eine feste Uhrzeit ausgemacht haben. Schwester+Schwager kamen ja von der anderen Seite her in die Stadt und mussten jetzt ein Stück der schönen Wege alleine laufen, die wir sonst immer zusammen gehen….die waren nicht begeistert…ich aber war froh überhaupt einen Parkplatz gefunden zu haben (habe später auch „nur“ 6 EUR bezahlt…das waren mir meine Nerven wert).

Der Himmel zeigte sich wolkenlos mit strahlendem Sonnenschein, aber der Wind machte es lausig kalt.

Es war jetzt Mittagszeit und wir hatten Hunger. Aber so spontan einen Platz im Restaurant zu finden, wo es drumherum so voll ist und die Leute auch draussen sitzen, bei der Kälte…das wird bestimmt nicht klappen.

Aber, oh Wunder, bei dem Italiener am Hafen, bei dem wir schon öfter waren, waren die Plätze draussen zwar alle belegt, aber drinnen waren noch Tische frei….klasse. Okay wir saßen ganz in der Nähe der Tür, die permanent offen stand, aber trotzdem war es wärmer, als draussen zu sitzen.

Und es gab Muscheln…hmmm lecker…mein Schwager hatte sich für Pizza entschieden und war enttäuscht, wir Mädels hatten beide Muscheln in Tomatensauce und waren sehr zufrieden. Der Tomatensud war nur etwas zu ölig…aber nur ganz leicht.

Anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert, haben bei den vielen Ständen gestöbert, manchmal auch etwas gekauft…es war auch gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag und überall war es voll – aber meistens war es nicht zu schlimm. Ein Krabbenbrötchen gab es natürlich auch. Das Brötchen war frisch aufgebacken und noch leicht warm, die Krabbenmenge war ganz ordentlich und mit 7,50 EUR im Rahmen des Erwartbaren. Krabben sind nun mal teuer geworden.

Bei dem großen Einzelhändler der Stadt, mit mehreren Geschäften, kamen wir in einem der Geschäfte an einer Popup Weinbar/Sektbar vorbei und ich las das Schild: 1 Glas Prosecco 2,50 EUR… das ist mal ein Wort.

Heute war mal wieder eine Ausnahme vom Alltag, also habe ich uns je ein Glas spendiert…meine Schwester hatte vom gleichen Stand noch Sanddorn-Trüffel mit Kornblumenhülle beigesteuert und so standen wir in dem Geschäft mit Prosecco und den herrlichen Trüffelpralinen und waren uns einig: sooo lässt es sich leben. Ach ja und warm wurde uns von dem Alkohol auch noch…hahaha.

Anschließend sind wir weiter geschlendert und am späten Nachmittag waren wir noch in dem kleinen niedlichen Cafè, das etwas abseits liegt (hier waren wir auch schon öfter), die haben seeehr leckeren Kuchen und wir haben sogar noch einen gemütlichen Platz bekommen.

Und dann sind wir so langsam zurück in Richtung Shopping-Center geschlendert, haben uns verabschiedet und uns auf die Rückreise gemacht.

Dieser spontane Ausflug hat mir (trotz Fahrerei und Parkplatzsuche) Spaß gemacht und wir haben uns verabredet, was wir in 14 Tagen mal wieder eine Mädel-Shopping-Tour machen…evtl. fahren wir nach Kiel…

Ich muss mich nur noch um die Logistik kümmern, denn an dem Tag hole ich auch unterwegs die Weihnachtsgans ab, die dann unmittelbar nach Flensburg in den Tiefkühler muss….Wenn ich aber die Gans nach Flensburg bringe, kann ich meine Schwester gleich einpacken und mit nach Kiel nehmen, muss sie dann aber auch wieder dort hinbringen…es wäre also eine doppelte Fahrerei für mich…na mal sehen…wie ich das Problem löse.

Die Weihnachtsgans (für unser Familienessen) und eine Flugente (nur für mich) hatte ich schon vor Wochen bestellt…die Preise auf dem Spargel-und Entenhof (auf dem es auch Gänse gibt) im Hasenmoor, sind zum Vorjahr stabil geblieben. Eine 4,8-5,0 KG Gans wird knapp 95,00 EUR kosten (18,85 EUR per KG). Das ist es mir wert. Die Gänse waren bisher immer super und auch die Flugenten.

Ich werden meine Flugente nächste Woche schon, vor dem Feiertag, abholen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Die Tiere werden tagsüber draußen gehalten und kommen nachts in den Stall. Da ich ja nicht mehr sooft Fleisch esse, ist mir Qualität im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden und dann bin ich auch bereit, mehr dafür zu bezahlen.

….

Noch eine Randnotitz aus Husum: an einem Stand wo Lederhandschuhe mit hohen Rabatten angeboten wurden, hat der Standbetreiber erzählt, das es sich für ihn nicht mehr lohnt, so einen Stand hier oder auf den kommenden Weihnachtsmärkten zu betreiben. Die Standgebühren würden immer höher, was auch an den Sicherheitskonzepten liegt, die die Standbetreiber mit bezahlen müssen.

Bei einem Verkaufsstand mit 3×3 Metern müsste er auf einem Weihnachtsmarkt in HH inzwischen 6.000 EUR bezahlen: und das Geld müsste ja erst einmal verdient werden. Ob die Werte stimmen, kann ich natürlich nicht prüfen, aber ich hatte vorher noch nie darüber nachgedacht, wie hoch solche Standgebühren sein können.

Der Händler war freundlich und nett und er hat es bedauert, das er solche Märkte zukünftig nicht mehr bedient…er meinte auch, die Menschen würden immer weniger Geld für solche kleinen Sachen wie Handschuhe, Socken und Portemonnaies aus geben. Und es bringt ja nichts, wenn er am Ende noch draufzahlen muss…er muss ja seine Familie ernähren. Das kann ich gut verstehen und ich habe ihm alles Gute gewünscht.

Ein Gedanke zu “Spontan – Husumer Krabbentage

  1. Parkplatzsuche nervt mich auch absolut. Die verdirbt mir immer den Spaß am Autofahren.

    Aber schön, das sich der Tag danach noch so gut entwickelt hat.

    Den Händler kann ich gut verstehen. Wenn ich davon ausgehe, das er Tage auf dem Weihnachtsmarkt steht, müßte er am Tag € 200 verdienen, nur um die Standgebühren wieder raus zu holen.Und die Leute kaufen solche Sachen inzwischen doch lieber im Internet.

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