Wie eine Krake…alles gleichzeitig

Beruflich war es in dieser Woche mal wieder turbulent….das ist leider Normal bei uns, weil jetzt das „Alte“ Jahr, das für jede Gesellschaft einzeln, in mehreren Stufen, zum Abschluss gebracht werden muss, auf das Neue“ Jahr trifft, d.h. neue Jahresrechnungen müssen berechnet und angelegt, neue Steuerbescheide als wiederkehrende Zahlungen eingepflegt werden. für die Vorausrechnungen müssen die Daten des Vorjahres zusammengestellt und verschickt werden und dann kommt ja noch das Tagesgeschäft hinzu….und möglichst alles sollte gleichzeitig passieren…was natürlich nicht geht.

Dazu habe ich bei 26 Jahresabschlüssen, bereits 17 davon fertig vorbereitet, die Datennachweise zusammengestellt, alles aus der Zentrale freigeben lassen und an die Wirtschaftsprüfer geschickt und jetzt, während ich die nächsten vorbereite, kommen die ersten Rückmeldungen mit den aller letzten Buchungen von den Wirtschaftsprüfern, die ich noch umsetzten muss, um dann in unserem System die endgültigen Zahlen zu haben…und das dann wieder freigeben zu lassen und an die Prüfer zurück zu schicken. Nächste Woche sind dann die Umsatzsteuer-Voranmeldungen Dez.2025 und die Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen für das Jahr 2026 fällig. Teile davon habe ich ja schon, weil ich das für die Jahresabschlüsse brauche. Warten müssen dafür andere Dinge, wie die monatlichen internen Cash-Statements, die schon seit ein paar Tagen fertig sein sollten (keine Zeit)….usw. usw.

Dabei kämpfen wir immer noch mit der neuen Software, die immer wieder Probleme macht und nicht so läuft, wie sie sollte.

Ich fühle mich wie eine Krake, versuche alles bestmöglich zu priorisieren und doch kommen immer wieder Anrufe und Mails dazwischen, die noch eiliger sind….und doch fühle ich mich in dem ganzen Trubel doch immer noch wohl damit. Das ist der Wahnsinn meines Berufs.

Es wird wohl auch ein paar Änderungen für mich geben:

Ein paar meiner kleinen Gesellschaften sollen wohl geschlossen werden. Prima, die machen nur Arbeit zu den Quartals-/Jahresabschlüssen…sind aber eigentlich ohne Nutzen für den Konzern…hahaha ich hatte schon mal nachgefragt ob man die nicht aus den quartärlichen Abschlüssen rauslassen kann….nein, das wollte man nicht…nun gut.

Ich habe nichts dagegen, wenn diese nun endgültig aufgelöst werden. Ich denke 3 werden kurzfristig aufgelöst, bei 3 weiteren müssen wir noch warten. Dann wird eine Verwaltungsgesellschaft im Laufe des Jahres sowieso aufgelöst, sowie ein alter Windpark wahrscheinlich gegen Ende des Jahres, der in diesem Jahr „zurück gebaut“ wird. Für den neuen Windpark wurde eine neue Gesellschaft gegründet (die ich nicht betreue). Die alte Gesellschaft wird dann also nicht mehr benötigt….allerdings müssen erst alle Verträge und Verpflichtungen umgeschichtet werden…das macht erst einmal noch viel Arbeit.

Das würde bedeuten das ich von den 26 Gesellschaften bis Ende 2026 insgesamt 8 Gesellschaften weniger haben könnte. DAS würde mir gut gefallen hahahaha….dann wäre meine Arbeitsbelastung endlich auf Normal-Niveau.

Allerdings befürchte ich, das dann mein Chef auf die Idee kommt, das ich ein paar seiner Gesellschaften übernehmen soll oder das die Zentrale uns noch ein paar andere Gesellschaften übergeben möchte. Na mal sehen….

Wo geht es zu den Eisbergen?

Eisberge in Deutschland klingt erst einmal absurd. Aber bereits seit letzten Freitag kam es in den Nachrichten, das bei Geesthacht (unterhalb von Hamburg, an der Elbe) tatsächlich Eisberge auf der Elbe treiben und sich zu einem Besuchermagnet entwickelt haben.

Nun ist Geesthacht tatsächlich nur 60km von meinem Zuhause entfernt…aber wenn man den direkten Weg nehmen möchte, fährt Mitten durch Hamburg hindurch (das kostet viel Zeit) oder man fährt großräumig um Hamburg herum (das kostest dann viele Extra-Km und viel Zeit). Zusammen mit der Aussicht dort auf viele Menschen zu treffen, war es dann doch nicht mein erklärtes Ausflugsziel. Aber es reizte mich schon.

Gut das ich Frühaufsteher bin. Für Sonntagmorgen hatte ich mir den Wecker auf 5 Uhr gestellt und um 6 Uhr bin ich losgefahren. Bei -5 Grad und heftigem/eisigem Wind…aber die Straßen waren frei.

An einem Sonntag kurz nach 6 Uhr morgens mitten durch Hamburg zu fahren (um zur A25 zu kommen), hatte schon fast etwas Surreales. Kaum Verkehr und viele Grüne Ampeln. Also soooo flüssig bin ich noch nie hierdurch gefahren. hahahhaa…Und nach ca. 1 Stunde war ich in Geesthacht. Habe mein Auto mitten in einem Industriegebiet abgestellt und bin dann auf vereisten Gehwegen bis zur Schleuse gelaufen.

Die Schleuse wird aufgrund der Wetterbedingungen gerade nicht genutzt….bei den vielen Eisschollen .

Okay das sind Eisschollen….aber keine Berge. Wo sind also die Eisberge?

Ich bin über die Schleuse bis auf die Elbinsel gelaufen und bin dort auf der verschneiten Insel gute 1,5 Stunden durch den vereisten Schnee gelaufen…das war sooo schön ruhig und so entspannend. Hier lief es sich auch prima.

Als ich wieder auf der Brücke ankam kam mir eine junge Frau entgegen und fragte mich: „Wo geht es denn zu den Eisbergen?“ Ich musste ehrlich antworten: ich weiß es nicht, aber ich vermute, die sind auf der anderen Seite der Brücke …also in ihre Laufrichtung, während ich mich davon entfernte.

Ich bin derweil wieder in Richtung meines Autos gelaufen und als ich dort ankam, hatte ich knappe 9,5km hinter mir und war völlig durchgefroren….der eisige Wind machte aus den -5 Grad gefühlte -10 Grad. Gut das ich heißen Kaffee und ein paar Butterbrote dabei hatte. Danach ging es wieder.

Inzwischen waren auch tatsächlich schon viele Menschen in Richtung des Stauwehrs unterwegs…also bin ich mit dem Auto nochmals in die Richtung gefahren,….und komplett über die Brücke….und tatsächlich auf der Brücke konnte ich sie bereits sehen. Auf der anderen Seite der Brücke war ein kleiner Parkplatz und ich sah, das es noch genau 1 freien Platz gab…okay – das verstand ich dann als Einladung mir die Eisberge doch noch aus der Nähe anzuschauen.

Auto abgestellt und wieder auf die Brücke…..Mütze tief ins Gesicht, Kapuze drüber und festgezurrt, um dem Wind zu trotzen

Diese Eisberge sind entstanden weil die Eisbrecher, die auf der Elbe eingesetzt werden, das Eis aufbrechen und zur Seite schieben. Dadurch türmen sie sich auf.

Inzwischen gibt es solche „Berge“ nicht nur in Geesthacht, sondern an vielen Stellen, vor allem an den Küsten.

Ich blieb nur ca 1/2 Stunde dort und dann hatte ich auch genug und bin wieder nach Hause gefahren….gelohnt hat sich der Ausflug all….und es war noch nicht einmal Mittag. Zuhause ging es dann erst einmal unter die heiße Dusche und anschließend mit einem heißen Tee auf die Couch.

Endlich mal gute Nachrichten

…und das gleich zweimal.

In dem Tauziehen um die Festanstellung meines Schwagers aus der Maßnahme der Rentenversicherung heraus, gab es Unstimmigkeiten zwischen dem potentiellen Arbeitgeber und dem Träger der Maßnahme. Nachdem sich dann der Betreuer meines Schwager bei der Rentenversicherung direkt eingeschaltet hatte, ging es auf einmal voran.

Ergebnis: Mein Schwager hat jetzt den Job endgültig und wird ab März anfangen dort zu arbeiten. HURRA. Ohhhhh man, nach so langer Zeit und quasi auf den letzten Drücker, hat er jetzt einen neuen Job. Das Praktikum dort hat ihm gefallen. Das ist ein kleiner familiärer Produktionsbetrieb und er hatte schon während des Praktikum an verschiedenen Stationen in der Produktion gearbeitet.

So eine Arbeit ist ungewohnt für ihn und das lange stehen fiel ihm auch erst schwer und sein Rücken schmerzte gewaltig…aber schon ein paar Tage später, war das mit den Schmerzen wieder vorbei. Für ihn ist es wichtig gebraucht zu werden und eine sinnvolle Arbeit zu erledigen Und das am Ende des Tages gesehen und gewürdigt wird, was er geschafft hat, das tut ihm gut.

…..und es gibt noch eine gute Nachricht.

Meine Schwester hat nun endlich eine Teil-Erwerbsminderung zugesprochen gekommen. 2x wurde der Antrag abgelehnt und mit Hilfe des Sozialverbandes und ihrer Ärzte hat es nun endlich geklappt. Nun hat sie es schriftlich, das sie weniger als 6 Stunden, aber mehr als 3 Stunden arbeiten kann. Und das sie deshalb Anspruch auf eine Teil-Erwerbsminderungsrente hat.

Ich weiß zwar nicht genau, wie die das nun berechnen, da meine Schwester ja inzwischen schon ihre Arbeitszeit eigenständig verringert hatte, aber für sie ist es wichtig das sie überhaupt etwas bekommt. Viel wird es wahrscheinlich nicht sein. Sie möchte jetzt auf jeden Fall ihre Stundenzahl von 5 auf 4 Stunden täglich reduzieren. Mal sehen, wie es da weiter geht.

Egal wie die Einzelheiten dann zukünftig aussehen, erst einmal sind das gute Nachrichten….und die anstehenden 60.Geburtstage der Beiden, in diesem Jahr, können kommen.