Ein Urlaubstag in Hamburg

Meinen freien Tag am Montag hab ich mal wieder für einen Ausflug nach Hamburg genutzt.

Ja klar, ich arbeite in Hamburg und bin so ca. 2x in der Woche dort…aber ich nutze die Zeit nach Feierabend nur selten, um mal in die Innenstadt zu fahren, an die Binnenalster oder die Landungsbrücken. Das hab ich am Anfang öfter gemacht…in den letzten Monaten aber überhaupt nicht mehr. das liegt auch am Stress.

Früher bin ich noch gerne durch die Geschäfte gestreift, hab mich durch die Straßen treiben lassen…heute schrecke ich vor den Menschen eher zurück…mir wird es schnell zu voll. Heute gehe ich viel lieber in den Wald, ins Moor oder laufe auerßhalb der Ortschaften entlang und durch die Felder.

Aber im Urlaub soll man ja Dinge machen, die man sonst nicht macht…und ich hatte tatsächlich auch mal wieder an Planten und Blomen gedacht…ja warum nicht. Und um das Urlaubsfeeling komplett zu machen, hab ich tatsächlich die Bahn genutzt und nicht das Auto.

Aber als ich dann erst einmal noch fast 20 Minuten auf den Schienenersatzverkehr warten musste, hab ich es schon fast bereut (hätte ja vorher mal auf den Plan schauen können…hab ich aber nicht…manchmal verfluche ich meinen Unwillen vorher zu planen).

Es ging also erst mit dem Bus bis nach Burgwedel, dann in die S-Bahn, noch einmal umsteigen in eine andere S-Bahn und damit bis zum Jungernstieg.

Herrlich war es entlang der Binnenalster zu laufen und ein wenig entlang der schönen Häuser in Richtung Rathaus. es war nicht wirklich kalt, aber mit Sprühregen eher durchwachsen…typisches Hamburg Wetter…und damit genau richtig für mich

Später ging es dann noch in das schöne italienische Restaurant, das etwas abseits der Colonnaden liegt, in dem ich in den letzten Jahren ab und an mal gegessen habe….und auch dieses Mal war es leckeres Essen in einem schönen Ambiente. Für mich gab es frische Pasta mit Lachs und dazu ein Glas Grauburgunder.

Der Wein hat mich fast überrollt…es ist ja schon sehr lange her, das ich Wein getrunken habe und der volle Geschmack des Weins war einfach unerwartet, nein also das kann keine alkoholfreie Variante bieten…sehr intensiv und so lebendig im Mund. Ich bin kein Weinkenner…ich kann nur beschreiben, wie es sich anfühlt/ schmeckt. Jetzt weiß ich wieder, warum ich früher gerne Wein getrunken habe…naja der Arzt hat es mir ja nicht ganz verboten – eher angeraten, auf Alkohol zu verzichten, was ich die letzten fast 2 Jahre auch ziemlich konsequent durchgezogen habe.

Nach dem schönen Essen, ging es dann erst einmal zum öffentlichen Park „Planten und Blomen“…hier war ich viele Jahre schon nicht mehr und der Park ist richtig schön geworden, mit vielen Nischen und Sitzgelegenheiten, kleinen Brücken und schönen Wegen….nur die Gewächshäuser sind geschlossen…die werden längerfristig aufwändig renoviert.

Anschließend wollte ich dann noch noch ein wenig durch die Geschäfte und Passagen der Innenstadt laufen, habe aber schnell gemerkt, das mich das Gewusel in der Stadt an dem Tag eher abschreckt, bin lieber mit der S-Bahn (auch voll) noch zu den Landungsbrücken gefahren und an den Quais entlang gelaufen.

Irgendwann hatte ich vom trüben feuchten Wetter dann auch genug, also wieder rein in die S-Bahn (noch voller als davor, weil jetzt eben Feierabend-Verkehr)…und dann ging es denn ganzen Weg zurück, erst mit der S-Bahn, dann umsteigen in andere S-Bahn, dann ab in den Bus.

Ich bin sehr zufrieden mit diesem einzelnen Urlaubstag….ich war draußen an der frischen Luft, hab mal wieder so einige km zurück gelegt, war am Wasser und im Park, gut Essen und hab mich dabei entspannt.

Schlafen lernen – neue Routinen schaffen

Die letzten Tage habe ich es tatsächlich geschafft, wieder etwas ruhiger zu werden…mein Dauer-Ruhepuls ist schon wieder etwas runter gegangen – dazu habe ich auch, direkt nach dem Aufstehen oder vor dem Einschlafen, ein paar Mal Meditations-Übungen gemacht….es hilft mir tatsächlich mich auf Atmung und Klang der ruhigen Musik zu fokussieren…und damit meine Gedanken einzufangen.

Und die letzten 4 Tage habe ich es sogar hinbekommen immerhin so lange zu schlafen, das die Wolfsstunde an mir vorbeigegangen ist, ohne das ich mittendrin aufgewacht bin.

Dafür bin ich aber jeden Morgen bereits um 4.30 Uhr wach und mein Schlaf besteht zum größten Teil nur noch aus „Leichtschlaf-“ und „REM-Schlaf“-Phasen…mir fehlt der erholsame Tiefschlaf. Aber ich bin schon froh, das ich überhaupt nachts schlafe – ohne wach zu Grübeln oder mir Sorgen zu machen.

Ich fange also wieder einmal an, das Schlafen neu zu lernen. Das musste ich vor ein paar Jahren schon einmal und es hat dann auch jahrelang gut geklappt…bis mich der berufliche Stress auch hier eingeholt hat. Also gibt es bei mir jetzt wieder andere Schlaf-Routinen, versuche es mit neuen Gedankenspielen. Einzuschlafen war nie das Problem – es geht bei mir immer ums Durchschlafen.

Eigentlich wollte ich heute meinen Urlaubstag mit Schwimmengehen im Arriba-Bad (Norderstedt) starten…aber die Nase läuft und der Hals kratzt ganz leicht…also hab ich den Plan flugs umgestellt. Ich gehe lieber nicht schwimmen, dafür mache ich einen Tagesausflug nach Hamburg – MIT dem Schienenersatz-Verkehr und der S-Bahn.

In der Küche

Samstag hab ich den größten Teil des Tages in der Küche verbracht….bis auf die Zeit am Nachmittag, bei der ich bei herrlichem Sonnenschein eine schöne ruhige Walkingrunde gedreht habe…und eine große noch dazu…am Ende waren es 6,4 Km außerhalb von Quickborn.

Vorher hatte ich so um die 2,5-3,0kg Gemüse geputzt, geschält und in kleine Stücke geschnitten. Möhren, Knollensellerie, Porree, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch…alles per Hand. Das hatte auch etwas Meditatives und um mir die Zeit dabei zu vertreiben, hatte ich dazu eine Dokumentation über den Amerikanischen Wahlkampf „auf den Ohren“.

Nicht falsch verstehen, das ist keine Beschwerde das ich so viel Gemüse habe schnibblen müssen…sondern eher das Gegenteil. Ich mag es sehr gerne…vor allem wenn die großen Messer scharf geschliffen sind…Für mich ist das die Basis für gutes Essen. Selber Hand anlegen und die Dinge vorbereiten, die man benötigt.

Bei mir sollte es aber keine Suppe geben, sondern endlich mal wieder einen großen Topf Gemüsebrühe. Meine letzten Vorräte habe ich schon vor einer Weile aus dem Gefrierfach in der Küche genommen. Und jetzt, wo endlich die Trocknungsgeräte aus dem Keller verschwunden sind, möchte ich meinen neuen, halbhohen Gefrierschrank in Betrieb nehmen. Der wartet schon seit einiger Zeit auf seinen Einsatz und steht auf insgesamt 3 Paletten…das sollte für eine evtl. nochmalige Überflutung des Kellers ausreichen. Außerdem steht er nun nahe an der Steckdose. Ich habe gelernt. Allerdings lohnt sich die Inbetriebnahme nur, wenn es auch etwas gibt, was ich da rein packen kann.

Diese eigentliche Gemüsebrühe wird nach dem Kochen püriert und anschließend auf kleine Gefrierbehälter von 80-250ml aufgeteilt. Ich benutzte die Brühe für fast alle meine Gerichte, denn ich verzichte hier schon seit ein paar Jahren auf die Industrie-Varianten, egal ob als Pulver, Granulat oder Würfel.

Aber ich koche immer auch noch die 2. Variante: eine klare Gemüsebrühe, und zwar aus den Gemüseschalen und -abschnitten…diese wird am Ende des Kochvorgangs durch ein Sieb passiert und ebenfalls eingefroren.

Lustigerweise hab ich tatsächlich ALLE meine kleinen Gefrierdosen dafür verbraucht und alles passte in die eine Schublade des Gefrierschranks. Perfekt.

Da ich aber tags zuvor in einem Gemüse-Kaufrausch war, hatte ich unter anderem auch noch einen Blumenkohl…doch den wollte ich nicht für die Brühe.

Für das Abendessen habe ich einen Blumenkohl-Kartoffelauflauf mit Bechamelsoße und Käsekruste in den Backofen geschoben, während gleichzeitig in der Heißluftfriteuse eine ganze Hähnchenbrust mit Haut brutzelte.

Und weil ich auch noch einen Stapel Äpfel hatte, gab es noch eine Apfeltarte mit Mandelboden….der Boden war aber jetzt bereits das 2.mal nicht so gelungen und so hab ich die Tarte eher als Apfel-Mandelmus aus der Backform kratzen müssen. Okay – ich muss mir wohl doch noch einmal ein Rezept aus dem Netz ziehen…meine intuitive rezeptlose Backweise hat mich hier im Stich gelassen. Aber die Äpfel mit ein bisschen Teig zusammen, waren doch ganz lecker. Den Rest des Teiges hab ich dann..ähmm entsorgt und lieber auch kein Bild gemacht.

Den Rest des Tages (also nach der Walkingrunde) hab ich dann damit zugebracht meine Küche auf Vordermann zu bringen….endlich mal wieder alle Geräte zur Seite zu schieben und auch da zu putzen, wo man sonst nicht so leicht hinkommt…und auch die Schränke…aber selbst das fand ich ganz angenehm.

Meine Haferkekse habe ich dann erst Sonntagvormittag gebacken…wie immer nach dem gleichen Prinzip und in der Variation: Haferflocken und Mandeln…das ist meine Lieblingsvariante und es schmeckt schon ein wenig nach Winter…was ganz bestimmt am Zimt liegt…ich liebe Zimt.

Die Rezeptmenge habe ich, wie immer, verdoppelt, so das ich insgesamt 4 Bleche auf Vorrat gebacken habe. Sie sind wieder schön dünn und knusprig geworden. Damit habe ich jetzt auch wieder etwas zum Naschen. Mir kommt es dabei nicht auf die Schönheit der Kekse an. Sie sind grob und schräg – ich mag das

Schönes Herbstgefühl

Mein Körper hat mal wieder eine Weile gebraucht, um von „Sommer“ auf „Winter“ umzustellen….das hab ich eigentlich in jedem Jahr…sprich, am Anfang des Herbst ist mir immer unglaublich kalt…aber mein innerer Wärmeschalter hat sich jetzt endlich wieder eingepegelt.

Dabei hatte ich schon befürchtet, das ich durch die Gewichtsabnahme, dauerhaft eine Frostbeule sein könnte. Zum Glück nicht…und so empfinde ich es wieder als sehr angenehm, das es draußen kühl bis kalt ist…und ich es in der Wohnung, auch ohne Heizung, immer noch schön warm habe bei durchschnittlich 19-20 Grad.

Heute Morgen bin ich bei einer Außentemperatur von +1 Grad ins Himmelmoor gefahren. Meine Walkingrunde startete im Trüben und Nebel versperrte die Sicht in die Ferne.

Der Boden war ganz leicht gefroren, aber dann klarte sich der Himmel doch sehr schnell auf, die Sonne kam heraus und der Himmel war wolkenlos. Die Luft war herrlich klar und es war sehr still, bis auf die Gänse, die sich immer wieder über meinem Kopf sammelten und sich anschließend in der hintersten Ecke der Moorseen niederliessen:

Mit einem kleinen Schlenker durch ein Waldstück war ich dann am Ende länger unterwegs, als sonst hier.

Nach einer etwas größeren Runde als üblich, bin ich zufrieden und herrlich entspannt, wieder am Auto angekommen.

Es gibt auch etwas zu Feiern

Letzte Woche Samstag war ich mal wieder in Flensburg bei Schwester+Schwager. Es gab etwas zu Feiern.

Die Beiden sind ja finanziell nicht so auf Rosen gebettet, sie ist aktuell immer noch krank geschrieben (und kann jetzt Anfang Dezember in Reha gehen) und er ist immer noch arbeitslos (wartet immer noch auf die Entscheidung der RV zur Umschulung).

In diesem Jahr ist der Vater meines Schwagers verstorben und entgegen aller Vermutungen, haben er und seine Geschwister doch noch etwas geerbt…jetzt keine Reichtümer…also kein Haus oder so etwas. Aufgeteilt auf alle Geschwister, hatte mein Schwager doch soviel bekommen, das sie damit einen ihrer schon sehr lange laufenden Rest-Bankkredite zu 2/3 abbezahlen konnten.

Das hatten sie mir freudig mitgeteilt, als ich gerade auf Dienstreise in DK war.

Und ich habe Ihnen sofort dann das Angebot gemacht, das letzte Drittel für den Kredit dazuzugeben…als Schenkung. Dann wären sie diese Schulden endlich los und hätten wieder monatlich ein Batzen mehr Geld zur Verfügung und ich würde dann, im nächsten Jahr, meine monatliche Unterstützung einstellen.

Da bei diesem Kredit eine vorzeitige Ablösung jederzeit möglich war, haben sie so auch noch die Zinsen für die nächsten Jahre gespart, das hieß die Ablösesumme sank so noch einmal ganz gut.

Die Freude über das Erbe und mein Angebot war riesig und dann dämmerte es den Beiden, das sie somit bald komplett schuldenfrei sein werden. Nach über 20 Jahren, die sie sich für ihre Eigentumswohnung geknechtet haben…immer wieder in finanziellen Nöten steckten, vor allem auch durch unbedachte Ausgaben in, für sie, wirtschaftlich schwierigen Zeiten… wird das Ganze damit bis Ende des Jahres erledigt sein.

So fuhr ich Mittags also wieder einmal die 140km gen Norden. Ich durfte mir im Vorfeld aussuchen, welcher Kuchen auf den Tisch kommt (Zwetschgenkuchen hmmm lecker) …..wir hatten einen lustig entspannten Nachmittag, bevor es gegen Abend in Richtung Restaurant ging….wir haben uns zu fuß auf den Weg gemacht, erst einmal eine große Runde laufen runter zur Förde und am Strand entlang bis zum Restaurant

In dem kleinen Restaurant waren wir bisher nur einmal, es gibt leckeres Essen zu vernünftigen Preisen.

Dafür war die Speisekarte erfreulich klein (meistens ein Zeichen dafür, das noch selber gekocht wird und nicht alles Convenience-Food ist) Ich hatte mich für Scholle Büsumer Art (mit Speck) entschieden….und es gab ein paar Venusmuscheln dazu.

Angestoßen hatten wir zuhause schon mit alkoholfreiem Sekt und im Restaurant noch einmal, jeder mit einem leckerem Cocktail…meiner war ein alkoholfreier „Martini Wildberry“…super lecker.

Wir haben uns lange im Restaurant aufgehalten und den Abend genossen, bevor wir uns später auf den Fußmarsch zurück machten…es war spät als ich mich auf den Rückweg nach Hause gemacht habe. zum Glück war in dieser Nacht ja die Zeitumstellung, so hatte ich eine extra-Stunde zum Schlafen.

Feiertag im Norden und Selbstfürsorge bei mir

Im Norden unserer Republik ist heute ein Feiertag: Reformationstag und ich bin dankbar für die heutige Auszeit. Morgen müssen wir dafür wieder Arbeiten, wenn in anderen Bundesländern „Allerheiligen“ gefeiert wird. Viele nehmen sich bei uns Freitag einen Tag Urlaub, um mit diesem Brückentag ein langes Wochenende zu bekommen.

Ich werde Morgen zwar arbeiten, bleibe aber im Homeoffice. Dafür hab ich mir Montag einen Tag Urlaub genommen und bekomme auf diese Art eben auch ein etwas längeres Wochenende.

Der Stresspegel in unserer Abteilung nimmt gerade rapide zu…und das färbt auch immer mehr auf mich ab, werde ich doch mit Themen konfrontiert, die eigentlich nicht meine sind. Aber sobald der Controller und der Schweigsame mir davon erzählen, werde ich noch nervöser…es tut mir auch nicht gut, das ich neuerdings bei all ihren Themen per Mail auch immer in cc gesetzt werde.

ich habe schon versucht es den Beiden abzugewöhnen…aber es funktioniert nicht…also versuche ich solche Mails zu ignorieren…klappt nur nicht so richtig bei mir.

Ja der Schweigsame ist tatsächlich seit Montag wieder im Büro und „arbeitet“. Ich hatte ihn während eines 2er Teams-Meeting auf seine unentschuldigte Abwesenheit angesprochen….angeblich wäre alles ein Missverständnis zwischen dem Controller um ihm. Der hat mir das auch später so gesagt. Na gut – wenn ihr meint…ich finde es trotzdem mehr als seltsam.

Seitdem ich ihn auf sein Kommunikationsverhalten angesprochen hatte, spricht er tatsächlich etwas mehr mit mir. Er hat mich sogar einen Tag per Chat-Nachricht darüber informiert, das er gerade Probleme mit dem Schienenersatzverkehr hat und etwas späterins Büro kommt…und fragt mich mittlerweile sogar in ganzen Sätzen, ob ich ihm kurz helfen kann oder ob wir mal etwas testen können. Ich bin erstaunt, bleibe aber skeptisch.

Mein Entgegenkommen auf die Kommunikations-Offensive seinerseits, ist, das ich ihm helfe, wenn er fragt, ihn aber ansonsten nicht weiter anspreche. Ich muss aber gestehen, das ich weiterhin der Meinung bin, das er nicht die richtige Person für diesen Job ist.

Er ist bestimmt ein guter und zuverlässiger Buchhalter, wenn er klar definierte und gut strukturierte Firmen mit standardisierten Abläufen betreut. Aber für diese chaotische Übernahme von neuen Firmen, die noch im Aufbau sind, wo externe Kooperationspartner mit an Bord sind, die in alles involviert werden wollen, wo nichts Standard ist, wo die Fehler aus der Anfangszeit erst noch behoben werden müssen, wo die neue Software noch nicht immer gut funktioniert und das in einem Unternehmensumfeld, welches er noch gar nicht kennt…er sich also vieles selber erarbeiten muss….das ist nichts für ihn. Das tut weder ihm, noch unserer Firma gut.

Dafür ist er zu defensiv und fragt nicht an den richtigen Stellen (Zentrale in DK) obwohl es ihm von dort immer wieder angeboten wurde, sich bei Fragen zu melden. Er hat tatsächlich nicht ein einziges Mal den Kontakt zu der Kollegin gesucht, die ihm das (sogar in unserem Beisein) mehrfach angeboten hat.

Als ich in der Firma anfing und sofort einen ganzen Schwung bestehender Firmen übernommen habe und dazu noch einen Stapel gerade dazu gekaufter Firmen implementieren sollte, hatte der Controller auch keine Zeit mir alles einzeln zu erklären…also hab ich eine rudimentäre Einweisung bekommen und dann stand ich da…hab mir alles mit Hilfe von Logik und vielen Fragen an die unterschiedlichsten Stellen selber erarbeitet…hab alle Kollegen (auch den Controller) mit Fragen gelöchert, wo es notwendig war und hab mir die Strukturen, wie ich mit so vielen Firmen gleichzeitig umgehen kann, ohne etwas aus zu den Augen zu verlieren, selber geschaffen. Musste mir ja sogar die Logik (oder auch Unlogik) unserer Buchhaltungssoftware immer wieder durch Fragen erklären lassen. Mal vom Controller, mal von den dänischen Kollegen.

Na klar sind mir im Laufe der ersten Jahre einige Fehler unterlaufen, weil ich Dinge fehlinterpretiert und erst mit der Zeit verstanden habe, wie das Geschäftsmodell bis in die letzte Ecke funktioniert. Hab dann Stunde und Stunde meine eigenen Fehler ausgemerzt, mich tierisch darüber geärgert…und bin dadurch in der Lage heute meine Firmen vollumfänglich zu betreuen, auch wen sich etwas ändert, weil ich es komplett überblicke.

Beim Schweigsamen scheitert es aber nicht nur an der Kommunikation, sondern er behält auch nur wenig von dem, was ihm erklärt wird. Er macht dadurch immer wieder die gleichen Fehler…weil er sich auch nichts aufschreibt. Der Lerneffekt bleibt daher klein und überschaubar…aber so kommen wir nur extrem langsam voran…während der Berg vor ihm immer größer wird. Nächste Woche kommt der GF zurück…bin mal gespannt, ob es dann zu einer Entscheidung kommt.

Der Controller hat mir mitgeteilt, das er Kontakt zu einem Personalvermittler aufgenommen hat…nicht um einen neuen Buchhalter zu finden…sondern um für sich selbst einen anderen Job zu suchen. Ja super – noch eine Sorge mehr, die meinen Schlaf stört und meinen Blutdruck in die Höhe treibt.

Innerhalb der letzten Wochen ist meine Ruhepuls um 10 Schläge die Minute hochgegangen…mein Herz pocht so unangenehm, das es mir fast weh tut und meine Schlafqualität nimmt immer weiter ab.

Deshalb bin ich froh über den freien Tag heute….hab mir heute Vormittag eine Meditationsstunde verordnet…letztlich waren es nur 50 Minuten die ich mit leisen und ruhigen Klängen, auf meinem Kissen am Boden sitzend, meine Aufmerksamkeit nur auf Atmung, Herzschlag und den sanften Tönen der Musik fokussiert habe.

Da ich das länger nicht gemacht habe, hat es eine Weile gedauert, aber so konnte ich zumindest nach einiger Zeit meinen Herzschlag wieder beruhigen.

Jetzt schreibe ich einfach mal wieder darauf los und merke, das ich das Thema mal wieder verselbständigt hat…was mir immer gut tut, wenn ich aufschreibe, was mich gerade umtreibt. Dann verliert es seine Bedrohlichkeit und ich fühle mich besser – im wahrsten Sinne des Wortes: entlastet.

Manchmal merke ich aber erst beim Schreiben, was mich wirklich umtreibt, wenn es aus meinen Fingern fließt und die Worte ihren Weg auf die Tastatur finden.

Wie sagt Trude immer so schön: mein Blog – meine Regeln 😉 Ich schreibe einfach das auf, was mir gerade im Kopf herumgeistert.

Ich habe dabei immer noch die Kopfhörer auf und sanfte Klänge begleiten mich beim Schreiben…Der Fernseher bleibt heute aus, ebenso die Nachrichten Apps…Das Wetter draussen ist windig und trübe bei 11 Grad, später werde ich noch eine Walkingrunde machen und evtl. gehe ich später noch Schwimmen…denn Bewegung und Sport ist, neben dem Schreiben, das was mir immer gut tut.

Ich wünche Euch einen schönen Feiertag (für alle Norddeutschen) oder zumindest einen schönen Donnerstag (für alle die heute keinen Feiertag haben) .

Kollege -abgetaucht?

Diese berufliche Woche war irgendwie merkwürdig. Der Schweigsame hatte wohl relativ spontan (per Telefon) einen Tag Urlaub genommen….es aber weder in seinen Kalender eingetragen, keinen automatische Rückmeldung in den Mails eingetragen und auch nicht den Urlaubstag offiziell über unser HR-System genehmigen lassen. Aber na gut…sind je die meisten in Urlaub.

Für einen spontanen Tag geht so ein Verhalten…da sind bei uns alle entspannt. Ich war Mo + Di wie immer im Homeoffice und mir war es erst einmal egal.

Aber er kam auch nicht am Dienstag…und auch nicht am Mittwoch…und auch nicht am Donnerstag. Der Controller hat versucht ihn über sein Firmenhandy anzurufen…nichts…keiner wusste wo er ist, bei Keinem hat er sich gemeldet.

Und so sah ich mich gezwungen, einige Mails die an ihn (und mich in cc) gingen zu bearbeiten, damit nicht noch mehr schief läuft. Der Controller tat es ebenso…wir haben also stillschweigend Verantwortung für Firmen übernommen, die uns normerweise nichts angehen.

Irgendwann hört ich am Donnerstag, wieder einmal das irgendwo in der Nähe ein Handy läutet…aber es waren nicht meine und auch nicht nebenan…ich ging dem Geräusch nach. Tatsächlich kam das Klingeln aus der Schreibtisch-Schublade des Schweigsamen. Ich öffnete die Schublade und dort lag sein Laptop und auch sein Firmenhandy (fein säuberlich in der Orignalverpackung).

Hab dem Controller geschrieben, das er sich weitere Anrufe sparen kann, das Handy liegt im Büro….er hat dann unsere Vorgesetzten darüber informiert, das es nunmehr sehr merkwürdig ist, das der Kollege sich seit TAGEN nicht gemeldet hat, nicht zur Arbeit erschienen ist.

Später am Nachmittag erhielt ich einen Anruf aus DK von dem Teamleiter (mit dem ich letzte Woche das Gespräch hatte) ob ich eine Möglichkeit habe an die Nummer des Notfallkontakts des Schweigsamen zu kommen. Leider waren bei uns ALLE die das können in den Herbstferien. Aber über die Zentrale HR-Abteilung hat er es dann doch geschafft und ihm eine Nachricht auf sein Privathandy geschickt, er möge sich umgehend melden.

Später am Abend erhielt ich noch die Nachricht, er hat sich gemeldet und kommt Montag wieder zur Arbeit…er hätte familiäre Angelegenheiten zu klären.

Ich habe ihm in dezenten Worten gesagt, was ich von dieser Art der NICHT-Kommunikation halte und er stimmt mit mir überein, das so ein Verhalten überhaupt nicht geht…er wird sich mit der Finanzchefin besprechen. Das wäre bei normal strukturierten Firmen ein Grund zur Abmahnung…bei uns wird über vieles hinweg gesehen und im nachhinein akzeptiert.

Freitag habe ich dann mit dem Controller darüber gesprochen und wir sind uns einig, das so ein Verhalten keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bietet und noch ist der Schweigsame in der Probezeit.

Ich hatte angeboten, das ich meinen Aufgaben-Schwerpunkt auf die Gesellschaften in Bau verlegen könnte (also das was der Schweigsame gerade lernen soll), wenn man mir gleichzeitig meine operativen Gesellschaften abnimmt. Das würde gleich mehrere Probleme auf einmal lösen u.a. auch meine Zerrissenheit zu welcher Abteilung ich eigentlich gehöre…und ich würde dann zukünftig ohne „2.Controller“ arbeiten können, hätte also mehr zeitliche Flexibilität bei den Abschlüssen…..er wird es in der kommenden Woche mit dem GF besprechen.

Diese Gedanken die operativen Windparks an die dänischen Controller abzugeben, hatte ich in der letzten Zeit schon öfter…die Zentrale hate eine große Controlling-Abteilung dafür, da kommt es auf meine „paar“ Gesellschaften mehr oder weniger nicht an…ich hätte dann nur noch Konzern-Gesellschaften und wäre damit nur noch für 2 unterschiedliche Arten von Firmen zuständig, wo es oft darauf ankommt, mit Deutschen Vertragspartnern buchhalterische Belange zu klären.

Wir wissen aber auch, das der GF von dem Schweigsamen bei dem Bewerbungsgespräch begeistert war….ich befürchte daher, das das Gespräch mit dem Controller nicht den gewünschten Effekt haben wird….seufz…bei uns sind immer alle viel zu „lieb“….Aber „Personal zu führen“ heißt nicht, das man alles durch gehen lassen darf. Ich setze da meine Hoffnung eher auf die Teamleitung in Dänemark.

Es bleibt also weiterhin nervig, weil man immer nicht weiß, um was kümmert sich der Schweigsame und was lässt er liegen, weil er nicht weiß, was er machen solle…wann kommt er…also so richtig engagiert ist er nicht und er lernt nur sehr langsam.

Im Wohldorfer Wald

Nach der Rückkehr von der Dienstreise Donnerstagabend, war ich Freitag im Homeoffice…wie zu erwarten, ging es mir danach nicht so gut…und ich brauchte das Wochenende um mich davon zu erholen…um es mal klar zu sagen, so richtig gut ging es mir erst wieder gegen Ende dieser Woche…also 1 Woche nach der Rückkehr….was aber auch zum Teil an einigen beruflichen Ereignissen, in dieser Woche lag.

Aber den Sonntag hab ich mich dann wenigstens aufgerafft und bin für einen Ausflug in den Wohldorfer Wald gefahren…das Naturschutzgebiet liegt in Hamburg und ich war bereits kurz vor 8 Uhr Morgens dort.

Es war noch kühl, die Sonne war gerade aufgegangen und es lag noch ein leichter Nebelschleier über den Feldern und Wiesen….bevor dann später noch richtig die Sonne raus kam.

Für gute 2 Stunden bin ich anschließend in absolut friedlicher Stille durch den Wald gewandert. Wunderschön war das. Die Vögel zwitscherten und die Blätter raschelten schon unter meinen Füßen…ich liebe den Herbst und hier war ich tatsächlich schon eine Weile nicht mehr.

Lustig dieser kleine Pilz, der auf einem Stück Baumrinde wächst..

Wieder zuhause hab ich tatsächlich nichts anderes gemacht, als mich zu entspannen…

So eine nette Begegnung

Am letzten Morgen der Dienstreise war ich dann schon beim Aufstehen irgendwie in einer Art innerem Kampfmodus…Kampf mit mir selbst, immer noch mit den Kollegen so enge zusammen sein zu müssen und Kampf um mich, trotz der räumlichen Nähe, innerlich etwas abzugrenzen.

Also hab ich mich der Frühstückszeit verweigert (esse ja durch mein 16:8 Intervallfasten normwalerweise nichts vor 11 Uhr) und war stattdessen kurz vor Sonnenaufgang noch einmal unten am Fjord.

Die kühle Morgenluft einatmen und noch einmal die Stille geniessen, bevor wir aus dem Hotel auschecken, zur Firma fahren und noch 1/2 Tag Schulung erhalten.

Und manchmal gibt es so wunderbare kleine Begegnungen…und genau so eine, hatte ich an dem Morgen.

Ich lief am Fjord entlang, der Weg lag noch leicht im Dunklen, da stand ein älterer zerbrechlich wirkender Mann, so Ende 60, Anfang 70 würde ich schätze. Da er so unsicher schaute, wurde ich langsamer und mit einigem Abstand lächelte ich ihn an und wünschte ihm ein „Godmorgen“ .

Sofort entspannten sich seine Gesichtszüge, er lächelte kam auf mich zu und entgegnete mir etwas in einem Schwall dänischer Sätze, die ich nicht verstand. Also wechselte ich ins Englische, das ich nur wenig Dänisch kann und er meinte er würde kaum Englisch sprechen.

Er fragte mich woher ich komme und als ich „Tyskland“ sagte, meinte er in einem Kauderwelsch aus Dänisch/Englisch , seine Frau wäre mit ihm in Deutschland gewesen…dabei strahlte er über das ganze Gesicht.

Auf seine weiteren Fragen meinte ich, ich arbeite für ein dänisches Unternehmen in der Nähe und das ich hier schon ein paar Mal zu Besuch war…und ich den Fjord liebe…und das ich mich jetzt leider auch verabschieden muss, weil ich zurück zum Hotel muss.

Er streckte mir seine Hand entgegen sagte mir seinen Vornamen und wünsche mir einen schönen Tag….ich nahm seine Hand und musste lachen, mein Vorname ist die weibliche Form, seines Vornamens …das hat ihn so gefreut, das er mich spontan ganz kurz in den Arm nahm…und ich liess es zu.

Noch ein kurz Wink und ein freundliches Lächeln und wir gingen beider unseres Weges.

Ich bin nicht naiv und immer auf der Hut, wenn ich irgendwo Menschen im Nirgendwo begegne, aber der alte Mann wirkte so unbekümmert und freundlich…und irgendwie hatte er etwas fast Kindliches an sich, so etwas hatte ich schon mal bei einem Menschen mit beginnender Demenz erlebt.

Die gesamte Situation hatte überhaupt nichts Bedrohliches an sich….und ich hab mich über diese kleine Begegnung so gefreut, das auch ich mich noch entspannt in den Frühstücksraum zu der Kollegin gesetzt habe um eine Tasse Kaffee zu trinken.

Burger mit Brauner Soße

Für den 3. Abend auf der Dienstreise hatte ich im örtlichen Brauhaus einen Tisch für 4 Personen reserviert…und das war auch gut so, es war recht voll. Die kleine Brauerei ist in einem alten Gebäude mit einem tollen Innenhof, der im Sommer sicher viele Gäste zum Verweilen einlädt.

Drinnen war es klein und gemütlich und die Speisekarte war eindeutig nichts für Menschen die sich fleischlos/fleischarm oder gar gesund ernähren wollen….also hab ich es auch gar nicht erst versucht und mir einen Burger mit Pommes bestellt

und was dann kam, war DAS hier:

Die Pommes kamen dann noch in einer extra Schüssel.

Das Alles war mega lecker…vor allem die Granatapfelkerne in der brauen Soße…also die Kombi fand ich sehr ungewöhnlich, aber LECKER. Die „braune Soße“ ist so ein dänischer Klassiker, die gibt es sehr oft und meistens zu Frikadellen oder eben zu Burgern.

Die Braune Soße wird gemacht aus einem Bratenansatz (also das heiße Fett nach dem Anbraten von Fleisch), das mit Mehl abgebunden und mit Gemüsebrühe, Kochwasser der Kartoffeln und Sahne zu einer dicken Soße verarbeitet wird und dann mit Senf, Tomatenmark, Ketchup, Salz, Pfeffer und Zucker abgeschmeckt wird. Optional kommt noch die „Englische Soße“ mit dazu, bei uns bekannt als „Worcestershiresauce „

Also den Burger hab ich so knapp bis zur Hälfte aufgegessen…danach war ich pappsatt.

Ich hatte mir dazu ein Alkoholfreies Bier bestellt…das war auch süffig und passte zum Burger.