Noch mal eben so schnell….

….vor dem Jahres-Wechsel, hab ich tatsächlich ein neues Laptop gekauft…bei dem kleinen Händler mit Reparatur-Service Vorort. Nun hab ich zur Abwechslung mal wieder einen von DELL. Der hat knappe 420 EUR gekostet und hat einen 17″ Monitor. Bei der Größe gibt es immerhin auch den Nummernblock neben der Tastatur. Durch meine Arbeit bin ich es gewohnt, Zahlen immer über den Nummernblock einzugeben, das war mir also wichtig.

Der Händler hat mir auch einen Wechselservice angeboten, d.h. den neuen Laptop startklar zu machen und meine Daten zu übernehmen. Ich habe das Laptop also Donnerstagnachmittag abgeholt und danach doch noch eine Weile gebraucht, bis Drucker, Scanner, WLAN und die Online-Zugänge alle wieder eingerichtet waren. Bin dabei auch gleich mal wieder zum Browser von Firefox gewechselt. Den hatte ich früher schon mal und war sehr zufrieden, aber dann klappte etwas mit meinem E-Mail-Account nicht und ich war doch wieder beim Internet Explorer und dann bei Chrome gelandet.

Ich weiß nicht warum, aber jeder Umzug meiner Telekom-Mail-Adresse auf einen neuen PC, führt IMMER zu Problemen. Auch dieses Mal – und ich hab das Problem bisher nicht gelöst…Na zum Glück kann ich meine Mails über den Telekom-Login abrufen usw. und natürlich über das Mobiltelefon…um den Rest kümmere ich mich später.

….und dann ist da tatsächlich gestern noch mein Steuerbescheid für 2021 angekommen…das Finanzamt hat tatsächlich alles genau so akzeptiert…super – da freue ich mich auf das Geld.

…. und sogar meine Nebenkosten-Abrechnung für 2021 für die neue Wohnung ist angekommen…das waren ja nur ein paar Monate und mit dem kleinen Guthaben bin ich ja einverstanden. Nur das Schreiben enthält weder eine Aufschlüsselung der Positionen, noch Anlagen…da werde ich noch einmal nachhaken.

…Freitag den 30.12. war ich dann noch mit dem Controller zusammen im Büro….und wir haben tatsächlich noch viel geschafft und uns wieder entspannt unterhalten (alles wieder normal)…und waren für alle adhoc-Aktionen, die da evtl. noch kommen können, gewappnet…irgendwann dachten wir: okay – das war es dann …da kommt nichts mehr…aber dann kam kurz vor Feierabend doch noch etwas….und ein leichtes Drama begann, weil doch noch Geld überwiesen werden sollte, das unbedingt noch in 2022 ankommen muss, aber der Vertreter des Projektverantwortlichen wusste von nichts, kein Chef da, keine Freigaben für die Rechnung und als DAS dann endlich geklärt war und der Controller die Zahlung fertig hatte, kam die Erkenntnis…das reicht nicht. Wir brauchen eine Eilzahlung, also noch einmal eine neue Zahlung generieren.. Ich jedoch kam auf einmal nicht mehr in das Bankprogramm, um die Zahlung freizugeben.

Nichts zu machen, die App war immer noch der Meinung ich sei bereits eingeloggt…und zeigte nichts Neues an…Computer runterfahren, neu starten – Mobiltelefon auch neu starten…und das mehrmals …. nichts – der Computer schickt die Daten aufs Handy, das Handy lasst mich nicht rein, weil es immer noch glaubt ich bin bereits da.

Es gibt zum Glück noch eine „alte“ Plattform über die wir diese Zahlung generieren können…also macht der Controller die Zahlung neu, nachdem ich ihn durch das Programm gelotst hatte (normalerweise nutzt er den Zugang nur noch selten)…und hier läuft es mit der Freigabe dann auch reiblungslos….Puh erledigt.

Der Controller machte Feierabend und ich musste dann für das andere Programm doch noch die Hotline bemühen….und nach einiger Zeit wurde die App aufgrund mehrerer Fehlversuche gesperrt, die nette Dame an der Hotline konnte mich wieder entsperren und auf einmal ging alles wieder….jetzt noch schnell die nun überflüssigen 2 Zahlungen löschen. FERTIG – jetzt hab ich auch endlich ein paar Tage Urlaub und nächsten Mittwoch geht es dann weiter .

….und heute kam dann tatsächlich noch die Tastatur für das Handy an….hey klasse…also der Tipp war richtig gut: die Tatstatur funktioniert über Bluetooth und läuft einwandfrei…

Laptop wiederbeleben?

Mein Laptop streikt…die Tastatur will einfach nicht mehr…ausser der „Enter“-Taste und dem „backspace“ will gar nichts mehr gehen.

Das Problem hatte ich schon einmal vor einem Jahr …aber der Reparatur-Service konnte keinen Fehler feststellen, hat alles wieder zusammengebaut und seitdem hat die Tastatur wieder fast reibungslos funktioniert. Nun mag sie aber nicht mehr.

Ich hab mein schon etwas altes Schätzchen gerade zu einem örtlichen IT-Repartur-Service gebracht und warte auf sein Urteil.

Irgendwie erwarte ich das er sagst: nichts zu machen..das Ding ist zu alt…aber mal sehen. So zwischen den Jahren adhoc ein neues Laptop zu kaufen und neu einzurichten, war jetzt nicht eingeplant.

Andererseits gibt es dafür selten die richtigen Momente.

Jetzt bin ich doch froh, dass die modernen Smartphones fast vollständige PCs sind. So kann ich weiter dänisch lernen, bloggen und meine Bankgeschäfte machen..auch wenn das mit der kleinen Tastatur und dem kleinem Bildschirm etwas anstrengend ist…ansonsten wäre ich aner jetzt ziemlich nervös.

Hab schon mal im Internet nach einem neuen Laptop geschaut..was ich so brauchen würde und welche Preise die dafür aufrufen….

…noch hoffe ich das mein Altes noch einmal wiederbelebt werden kann und dann noch 1/2 Jahr oder so hält…dann hätte ich genügend Ruhe und Zeit mich ordentlich umzuschauen.

jaja… immer diese Technik..man merkt erst, wie sehr man sie braucht, wenn sie nicht mehr funktioniert 😊

Die Ruhe vor dem Kahlschlag und die Wärme nach dem Regen

Sie kommen näher – ich hab sie schon gesehen – also nicht die Baumfäller selber – aber das Ergebnis ihrer Arbeit – noch ca. 1.5 km und sie sind auch hier bei mir.

Seit dem 1. Dezember warte ich ja quasi täglich darauf, das die Bäume hinter dem Haus und damit vor meinem Balkon, gefällt werden. Die Privatbahn hatte es angekündigt…und papiergläubig wie ich nun einmal bin, war ich der Meinung die stehen am 01.12. im Garten mit ihren lauten Kettensägen und nach 2 Tagen ist der Spuk vorbei und ich habe freie Sicht auf Alles, was ich gar nicht sehen will. Aber so war es nicht.

Inzwischen muss ich über meine Naivität lachen. Die Privatbahn hat diese Zettel an Alle Anwohner entlang der Strecke verteilt…und die fangen natürlich an einem Ende an und arbeiten sich dann langsam entlang der Strecke voran. Ich habe auf freiem Feld gesehen wo Bäume und Büsche bereits fort sind und auch die tiefen Furchen drumherum, wo Trecker mit Anhänger oder LKW mit Ladefläche die Bäume aufgenommen und abtransportiert haben.

Und da es auf dieser Seite nahe am Rande der Stadt wo ich wohne, keine direkte Zuwegung zu den Bahngleisen gibt, um die Bäume abtransportieren zu können…werden die wahrscheinlich erst gefällt, wenn die Bahnstrecke ab dem 16.01.23 stillgelegt wird….dann können die Bäume über die Bahnschienen hinweg, auf der anderen Seite, zu der dort parallel verlaufenden kleinen Straße gebracht und abtransportiert werden.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich auch logisch. Richtig erschlossen hat es sich mir aber erst gestern, als ich im strömenden Regen ,noch vor Sonnenuntergang, meine große Walkingrunde lief und auf den Kahlschlag traf.

Im Moment bedeutet jede Walkingrunde einmal komplett durchnässt zu sein oder sagen wir mal lieber so: ich teste gerade die Wind- und Regentauglichkeit meiner Winter- und Regenjacken. Die Windstille zu Heiligabend, wo der Regen ausschließlich von oben kam, ist inzwischen zu einer Art November-Schmuddelwetter geworden…es gibt heftige Windböen und jede Menge Regen ich werde also von allen Seiten naß….was ich vor allem daran merke, das meine Jeans schwer und nass an mir zerren. Warum hab ich eigentlich nicht die Thermohosen angezogen? Ach jetzt weiß ich es wieder: ich fand es zu warm dafür. Na meine eiskalten nassen Beine waren da hinterher ganz anderer Meinung.

Aber was gibt es Schöneres als nach so einer Tour unter die heiße Dusche zu gehen und anschließend in Kuschelklamotten und mit einem heißen Glühpunsch auf der Couch zu sitzen und dazu die Reste von Ente, Rotkohl und Klößen zu verputzen. Als Nachtisch gab es noch selbstgemachtes Popcorn und einen kleinen Schoko-Weihnachtsmann, den ich geschenkt bekommen habe.

Und ich sitze da und mache mir Gedanken über all die Veränderungen die noch kommen werden….hinterm Haus ohne Bäume, meine Schwester mit Bypass-Operation voraus und anschließender REHA danach, meinem Schwager ohne Job und mit der laufenden Kündigungsschutzklage, meiner liebsten Kollegin deren Mann erneut einen sehr schweren Bandscheiben-Vorfall kurz vor Weihnachten hatte und mit der ich zukünftig nur noch wenig gemeinsam Zusammenarbeiten kann, meine eigene Arbeit die sich auch gerade gravierend verändern soll. Ich denke über ein paar Menschen aus meiner Vergangenheit nach und über deren Zukunft. Ich denke nach über die Welt die mehr und mehr aus den Fugen gerät und ich es nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die einfach nicht friedlich nebeneinander leben wollen…über die steigenden Preise, über die fragile Energie-Versorgung, über die Pandemie und deren Folgen…in meinem Kopf ist selten Ruhe…

…aber trotz all der schweren, beunruhigenden und mitfühlenden Gedanken, fühle ich mich damit gerade nicht überfordert, wie so oft in letzter Zeit, sondern ich merke, das ich mich dem Leben körperlich und mental wieder richtig stellen kann.

Bisher konnte ich mich immer auf meine eigene Leistungsfähigkeit verlassen, aber das Jahr 2022 hat mir ein paar Mal ganz ordentlich Grenzen aufgezeigt …und nun endlich, fühle ich mich wieder leistungsstark. Das ist eine gute Basis dem kommenden Ende dieses Jahres zu begegnen.

Wie schön öfter am Ende eines Beitrags bin ich überrascht darüber, was für eine gedankliche Schleife ich da gedreht habe…manchmal ist es mir gar nicht so bewusst, was mich eigentlich sonst noch so bewegt….aber dann fließen meine Gedanken locker in meine Fingen und finden ihren Weg auf den Bildschirm.

Weihnachts-Magie selber erschaffen

Weihnachts-Magie selber erschaffen

Jeder hat ja seine eigenen Vorstellungen von einem gelungenen Weihnachtsfest. Jeder hat eigene Rituale, die sich nach Familientraditionen, regionaler oder religiöser Zugehörigkeit und ja nach Land unterscheiden.

Das ist nun mein 4. Weihnachtsfest in Schleswig-Holstein und damit die Freiheit meine eigenen Rituale zu festigen…weitab von Familienzwängen und Erwartungshaltungen in einer Beziehung. Okay – da ich nicht auf einer einsamen Insel lebe, fahre ich normalerweise am 1. Weihnachtsfeiertag zu Schwester+Schwager und wir hatten die letzten Jahre auch echt schöne Weihnachten. Dieser Besuch fällt nun durch deren aktuelle Corona-Infektion aus.

Aber der Rest von Weihnachten gehört mir und auch Silvester. Das hab ich von Anfang an klar kommuniziert, ich brauche und will meine eigene stille Zeit haben und ich nehme sie mir auch.

Und das führt mich zu meinen eigenen neuen Ritualen zu Weihnachten.

Am Vormittag des 24.12. hab ich tatsächlich meinen Balkon sauber gemacht…durch das Füttern der Vögel entsteht schon einiges an Dreck und das war tatsächlich der einzige Bereich, den ich am Vortag nicht sauber gemacht hatte…So – auch erledigt.

Gegen Mittag hatte ich, für den Abend, eine Ente in den Backofen geschoben und Rotkohl aufgetaut. Gleichzeitig mit viel frischem Gemüse und einer Rinderbeinscheibe eine Suppe gekocht. Für das Mittagessen noch frische Schnitzel geklopft, paniert und gebraten…und anschließend die Küche wieder sauber gemacht.

Mit regenfester Kleidung und einem Thermobecher voll Kaffee hab ich mich am Nachmittag ins Auto gesetzt…Mein erklärtes Lieblings-Ziel an Heiligabend ist die Stadt Lüneburg. Sie ist nur etwas mehr als 80km entfernt und hat eine für fast mich magische Weihnachtsstimmung.

Die Autobahn war voll, aber der Verkehr staute sich nicht..aber ich war überrascht wie viele Menschen unterwegs waren auch in Lüneburg selber war viel Verkehr auf den Straßen, obwohl es schon anfing dunkel zu werden. Ihr solltet doch jetzt mal langsam hinter all den beleuteten Fenstern zur Ruhe kommen…Es wird Zeit anzukommen.

Wie die Jahre zuvor, hab ich an derselben Stelle einen Parkplatz gefunden, bin bei untergehender (aber verdeckt-diesiger) Sonne über den Wall und durch die Gräfte gelaufen…

….um dann nur minutenspäter in der Dunkelheit des beginnenden Abends gemütlich durch die erleuchtete Stadt zu schlendern….langsam, ruhig atmend und bedächtig auf die immer wieder faszinierende Beleuchtung zuschauen.

Und pünktlich mit der Dunkelheit, setzte dann auch der Regen ein…wie auch schon die Jahre zuvor…da es aber nicht kalt und auch überhaupt nicht windig war, hat mich die Nässe nicht abgeschreckt.

Ich laufe quer durch die Stadt, in diesem Jahr sind es tatsächlich weniger Lichter…aber das macht nichts…wie im Vorjahr hab ich am Marktplatz einen heißen Glüh-Punsch (ohne Alkohol) getrunken, bin kreuz und quer durch Gassen und Straßen gelaufen

Die Stadt, die Lichter und ja auch der Regen strahlen zusammen ein so gemütliche und auf merkwürdige Weiese magische Weihnachtsstimmung aus, das ich unmittelbar ruhig werde und diese mich auf eine sehr stille Art gefangen nimmt. Meine besondere Form des Weihnachtsfriedens direkt in mir.

Nach knappen 2 Stunden fühlt sich mein Herz leicht und die durchnässte Winterjacke sehr schwer an…ich mache mich auf den Rückweg und freue mich auf mein Abendessen, einem gut gekühlten Glas Cremant (mit Alkohol) und einen entspannten Heiligen Abend.

Vorbereitungen

Aufgrund der unglücklichen Konstellation der Weihnachtsfeiertage und meinem immer noch beträchtlichen Restbestand an Urlaubstagen, hatte ich bereits am 23. Dezember frei und brauche auch nur noch die beiden letzten Tage in diesem Jahr zu arbeiten. Insgesamt sind es mit Wochenende und Feiertage ganze 6 freie Tage. und die ersten beiden Arbeitstage im Januar hab ich auch noch frei.

Immer noch kommen mir diese freien Tage über Weihnachten und Neujahr ungehörig vor. Wie geht das denn? Einfach frei machen? – aber ja, es geht tatsächlich und so langsam, nach 4 Weihnachten ohne, erkenne ich die Absurdität meiner früheren Arbeitsweise im Stressjob.

Das ist genau das, was ich jetzt brauche…Einfach freie Zeit. Und da die familiäre Weihnachtsfeier krankheitsbedingt ausgefallen ist, habe ich diese Tage ganz für MICH. Keine Verpflichtungen, keine Termine….einfach Zeit.

Den 23. Dezember habe ich genutzt zum Putzen, Wäschewaschen, Leergut wegbringen. Ich habe das Bett frisch bezogen und dem Staub in jeder Ecke der Wohnung den Garaus gemacht.

Dabei hatte ich die drahtlosen Kopfhörer in den Ohren, um das Hörbuch „Die Cum-Ex-Files: Der Raubzug der Banker, Anwälte und Superreichen…“ weiterzuhören. Das ist spannend wie ein Krimi, naja – also spannend für Menschen, die Bücher von Investigativ-Journalisten überhaupt gerne hören. Ich bin ein Fan dieser Art von Büchern.

Während ich also meinen Geist auf das Buch lenkte, erstrahlte meine Wohnung so langsam wieder in einem leichten Glanz von Sauberkeit und Ordnung. Meine innere Unruhe verflog dabei recht zügig, als ich mal wieder alles, was nicht unbedingt herumstehen oder liegen muss, forträumte. Meine in diesem Jahr sehr reduzierte Weihnachtsdekoration kommt somit noch besser zur Geltung. Wie schon öfter beschrieben, brauche ich diese Art der Ordnung, um mich innerlich wieder ausgleichen zu können.

Am Abend zuvor hatte ich ein langes Telefonat mit meinem ehemaligen Tanzpartner…sein Schwiegervater war vor kurzem Verstorben und die Geschwister seines Mannes sind seit dem Tod der Mutter komplett zerstritten und der Tod des Vaters macht es jetzt auch nicht einfacher….puhhh. Und dazu noch die Info, das unsere ehemalige Trainerin mit einer defekten Herzklappe über Weihnachten ins Krankenhaus muss…irgendwas funktioniert wohl mit der OP nicht….auch das bringt mich etwas aus der Bahn.

Nach diesen Nachrichten drängte sich mein Tinnitus noch einmal unangenehm in den Vordergrund….seitdem hat er sich verzogen….na hoffentlich bleibt das jetzt eine Weile so…ich hab aber verstanden: das Ohr bleibt meine Schwachstelle. Zeitgleich mit meinem unaufgeregtem Putz-Fitness-Tag, sinken endlich auch wieder Blutdruck und Ruhepuls in meinen normalen Bereich ..ich hab schon letzte Woche angefangen die Dosis der Blutdrucktablette langsam auf Normalmaß zu reduzieren. Jetzt passt alles wieder zusammen. Ich fühle mich körperlich fit und gesund und das Gefühl von emotionalem Stress ist auch größtenteils verschwunden…aber noch nicht gefestigt.

Die letzten Einkäufe habe ich noch erledigt, hab den Inhalt meiner Vorratskammer neu sortiert und am Abend kam noch das Bügeleisen zum Einsatz, um den Berg Wäsche schrankfein zu machen. Alles ganz locker und ohne Zeitdruck. Am Ende des Tages war ich sehr zufrieden mit mir und dem Tag, auch wenn ich an dem Tag dann keine Walkingrunde mehr gedreht habe. Bewegt hatte ich mich aber echt genug.

Weihnachtsmärkte und Glühwein

Ich war in den letzten Wochen doch auch mehrmals auf Weihnachtsmärkten…einmal hab ich mich mit der ehemaligen Kollegin Kim in Hamburg getroffen…wir waren auf den Weihnachtsmärkten am Jungfernstieg und Rathaus unterwegs bei leckerem Grünkohl und Glühwein.

Dann hab ich auch den Weihnachtsmarkt bei mir im Ort besucht, den gab es nur 2 Tage lang…war für mich jetzt auch nicht so der Hit…bei dem Versuch einen Apfelpunsch zu bekommen wurde mir gesagt: Geht gerade nicht – es gibt keine Becher mehr…okay – dafür hab ich mir eine frische Waffel an einem anderem Stand gegönnt…die Schüler dort waren lustig und nett…sie sammeln schon mal für den Abi-Ball im kommenden Jahr.

Den Weihnachtsmarkt in Bad Bramstedt hab ich auch besucht…der war schon größer und bot auch einiges an Budenzauber…leider gab es eine Live-Band und der Sänger war übermotiviert und nur mäßig talentiert…dafür laut, was meinen Ohren nicht so gut tat….der Winzer-Glühwein war jedoch lecker, wenn auch das Pfand mit 5 EUR für den hässlichen Becher etwas überdimensioniert…hahahah in Hamburg nahmen die nur 3 EUR und das hätte sich die Mitnahme echt gelohnt, die schönen schmalen hohen satinierten dicken Gläser waren echt top.

Mein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Ottensen war eher eine traurige Angelegenheit: der Grünkohl war etwas zu salzig, der Glühwein zu süß….und dazu regnete es auch noch…da hab ich mich dann doch lieber ins Mercado verzogen…war aber überhaupt nicht in Kauflaune für Weihnachten.

Ich entziehe mich mehr und mehr dem Weihnachts-Konsum. Ich hab alles, was ich brauche: Weihnachtsdeko hab ich so viel, das ich jedes Jahr anders schmücken kann…nur einen Weihnachtswichtel hab ich neu dazu gekauft….

Einen Tag später war ich schon wieder dort…dieses Mal aber zum Blutspende-Termin…und da gab es weder vorher noch nachher Glühwein…überhaupt probiere ich inzwischen, wo möglich, auch alkoholfreie Varianten…meinem Blutdruck zu liebe.

Beim Familia gab es einen Bio „Glühapfel-Punsch“ alkoholfrei …also der ist sogar schmackhafter, als der Winzerglühwein, den ich sonst gerne trinke.

Und auch bei der Verabschiedung des Kollegen gab es alkoholfreien Sekt…etwas, was ich bisher als nicht trinkbar weit von mir gewiesen habe….vor ein paar Jahren, hab ich mal so einen Sekt probiert und war entsetzt über den Geschmack…aber weil es den nun mal gab, hab ich ihn wenigstens probiert…und war erstaunt…der schmeckte sogar sehr gut.

Ich bin ein Genussmensch…ich esse und trinke nichts, nur weil es gesund, fair oder ökologisch sinnvoll ist…ich richte mich nur danach, ob mir etwas schmeckt oder eben nicht.

Die Weihnachtsgans bleibt im Gefrierschrank

Nach fast 3 Jahren mit Corona, hat dieses Virus jetzt meine Weihnachtspläne durchkreuzt . Da sind Schwester und Schwager gut durch die Pandemie-Jahre gekommen, um jetzt doch noch vom Virus erwischt zu werden.Die Beiden sind seit fast 2 Wochen Corona-Positiv. Sie hat starke Symptome einer Virus-Grippe mit hohem Fieber, Husten und Schlappheit. Ihm geht es etwas besser – allerdings hat er seinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren.

Wir waren uns einig: Die übliche Familien-Weihnachtsfeier in Flensburg fällt in diesem Jahr aus. Beide fühlen sich zu schlecht und ich möchte nicht noch einmal krank werden…fühle mich gerade mal wieder gesund und fit. Die Weihnachtsgans bleibt daher im Gefrierschrank..solange bis sich Beide wieder wohler fühlen…in der Regel kommen Geschmacks- und Geruchssinn nach 3 Wochen wieder, nur selten dauert es Monate.

Nun bekommt mein Schwager ständig etwas zu Essen und zu Trinken, was den Geschmackssinn reizen soll…Dinge die er sonst nicht freiwillig zu sich nehmen würde, Ingwer-Tee, Ätherische Öle, Zimt und Nelken…Bin mal gespannt ob es hilft.

Meine Schwester muss sich jetzt zügig erholen, denn sie hat nun endlich auch den Termin für die Bypass-Operation für Mitte Januar bekommen…jetzt heißt es Daumen drücken, das sie sich körperlich schnell erholt.

Für Heiligabend hatte ich eine Ente aus dem Gefrierschrank geholt…das lohnt sich jetzt, da die Weihnachtsgans jetzt zu einer Neujahrsgans werden wird…und ich alle Tage zuhause bleibe.

So hab ich die Weihnachtsfeiertage jetzt für mich und freue mich auf ruhige und entspannte Tage mit viel Ruhe und Zeit

Die Ente ist im Backofen super geworden…Sie stammt von einem Entenhof aus der Nähe und war nicht fett oder fettig…so hatte ich schon befürchtet das sie etwas trocken werden könnte…aber nein, das Fleisch ist sehr lecker:

und aus dem Bratenfond hab ich nur wenig Fett abschöpfen müssen, um eine leckere Soße zu erhalten. Zusammen mit meinem selbstgemachten Rotkohl und Kartoffelnklößen war es ein wahres Festessen:

Für die nächsten Tage brauche ich also nicht mehr kochen…es ist noch genügend Essen da.

Wie vergesslich kann man sein

(ACHTUNG: nur langweiliges Arbeits-Zeugs 😊):

Nach der Fahrt in die Firmenzentrale hatte ich mich für die nächsten Tage ins Homeoffice verzogen….musste ja immerhin auch 3 Arbeitstage nachholen und überhaupt wurde es hektisch…viele Kollegen gehen jetzt in Weihnachtsurlaub…da musste ich vorher unbedingt noch so einiges fertig bekommen, brauchte noch Unterschriften und einige Zahlungen mussten dringend und sofort raus…ich scheiterte jedoch an der emotionalen Überforderung meines direkten Kollegen.

…und manchmal wundere ich mich, warum ein so unorganisierter Mensch, in der Buchhaltung arbeitet. Unser Berufszweig lebt von Organisation und Struktur….und ich sage ja gar nicht, dass seine Struktur der meinen Gleichen sollte…also von mir aus kann seine physische Unordnung vorherrschen, aber er sollte Unwichtiges von Dringendem unterscheiden können und das Wichtigste sollte er sich irgendwo notieren.

Wenn ich also Zahlungen zur Freigabe fertig habe, dann sollte er es doch schaffen diese innerhalb eines Tages auch tatsächlich freizugeben…ich gebe seine Zahlungen ja auch innerhalb von ein paar Minuten frei…und er kommt oft mehrmals am Tag mit diversen Zahlungen für EINE Gesellschaft. Ich sammle meine Zahlungen für verschiedene Gesellschaften und verschiedene Banken und mache i.d.R. nur an einem Tag in der Woche ALLE Überweisungen….wir haben da sogar mal eine „Regel“ aufgestellt..aber sei-es-drum.

Meine Zahlungen wurden nicht freigegeben, auch am nächsten Tag nicht und ich schreibe eine Mail um auf die Dringlichkeit hinzuweisen. Antwort krieg ich keine – und auch keine Freigaben.

Ich rufe an und der Controller ist gereizt und sagt er hat keine Zeit dafür – JA okay – aber WARUM meldet er sich dann nicht…dann hätte ich in der Zentrale um Freigabe gebeten. Ja also evtl. könnte er es später machen – aber das wüsste er nicht…aber die eine Bank – die würde er gerne machen – die anderen nicht….HALLO – jetzt mal Klartext: JA oder NEIN….da sind dringende Zahlungen dabei. Ich muss mich doch darauf verlassen können.

Letztlich stellt sich heraus, der Controller hat einen neuen PC bekommen und alle seine voreingestellten Websides mit den vorausgefüllten Usernamen und Passwörtern sind weg – und er kann sich nicht erinnern.

Also anstatt beim Helpdesk um die Rückspeicherung zu bitten, richtet er sich jetzt seine Daten mühselig von Hand selber ein..nur das er sich NIE irgendwelche Zugangsdaten irgendwo gesichert hat….also durchsucht er schon seit Tagen seinen PC nach alten Zugangsdaten.

… … … … … … Ich bin sprachlos!

Ich habe Zugangsdaten für ungefähr 30-35 Programme, Apps, Websides, Bankzugänge, VPN,Sharepoints usw. na klar kann man nich alle auswendig wissen, da jedes Programm seine eigenen Regeln für User-Name und Password-Vergabe hat. Aber es ist doch klar, jeder sollte sich seine Daten irgendwie und irgendwo „merken“ ….und damit meine ich nicht das Passwort, dass man unter die Tastatur klebt oder ähnlich lustige Dinge.

Überhaupt scheint es gerade für ihn schwierig zu sein, sich überhaupt irgendetwas zu merken. Seit 2 Monaten erzählen eine Kollegin und ich ihm ständig, wo er bestimmte Verträge findet. Alles ist ordnungsgemäß an 2 unterschiedlichen Stellen abgelegt: Sie hat ihm eine Mail geschrieben, ich hab es ihm auch noch einmal gesagt, ihm geschrieben und immer wieder auf unseren Sharepoint verwiesen…da wo man üblicherweise (auch er) Verträge abzulegen hat….ich hab es ihm im Chat geschrieben und doch hab ich in dieser Woche eine Mail bekommen mit der Frage: wo er den Vertrag findet.

Ich versuche mich nicht aufzuregen (was nicht gelingt) und schicke ihm einen Screenshot mit dem Pfad und hänge den Vertrag als PDF an die Mail… OHNE Text – sonst werde ich unhöflich.

Auch hat er komplett vergessen, das ich Anfang des Jahres noch 2 Tage Urlaub habe, weil er vergisst, das wir uns ja eigentlich abstimmen, wer wann in Urlaub geht (er hat Urlaub beantragt ohne sich abzustimmen) und auch noch vergisst, das es eine Excel-Datei gibt, in die er schauen kann, da tragen wir uns ein – alle – außer ihm…aber er schreibt unserem Chef ich wäre ja da….Ähmm NEIN – bin ich nicht…ich hab bereits genehmigten Urlaub…ich hab den Urlaub mit Allen abgestimmt, auch mit ihm und im Chat kann er es nachlesen und unser Chef hat sein okay per Mail auch an ihn geschickt…aber er hat es nicht mehr im Gedächtnis.

Er fragt mich nach 2 Banken, die über das gleiche Portal laufen, ich nenne sie ihm und ratet mal…bereits Minuten später hat er es vergessen….und ich werde langsam ärgerlich und sage es auch….nenne sie ihm erneut und wieder nach mehreren Minuten fragt er wieder weil er sich nicht sicher ist..sag mal – das ist doch nicht normal.

Ansonsten bleibe ich in dieser Woche relativ stumm in seine Richtung…mag mich nicht weiter mit ihm unterhalten.

Für den Mittwoch hatte ich mich spontan entschieden ab Mittags in Büro zu fahren…ein Kollege aus einer anderen Abteilung wird uns Ende des Jahres verlassen und wir wollten mittags alle Zusammen Essen gehen….und auch Donnerstag war ich ab Mittags im Büro, die Controlling-Abteilung hatte einen Termin bei einer Fotografin.

Ich war also 2x 1/2-Tag in Büro und hatte eigentlich keine Lust auf die Enge in unserem Dreier-Büro, schon gar nicht durch die Unruhe die der Controller verbreitet…er murmelt ständig vor sich hin….ich hab die Kopfhörer aufgezogen und versucht mich zu konzentrieren, bin aber immer wieder auch direkt angesprochen worden…NEIN – ich will mich nicht unterhalten – ich will arbeiten – ich hab nur noch wenige Tage bis zum Jahresende und muss auch mal fertig werden.

Er vergisst alle Absprachen, wer wann im Büro und im Homeoffice ist…schmeißt ständig seine eigenen Entscheidungen über den Haufen…ich kann mich auf nichts mehr verlassen.

Wenn ich selber entspannt bin, kann ich mit seiner Vergesslichkeit und Unzuverlässigkeit meistens ganz gut umgehen, aber aktuell ist es eher schwierig für mich…Er ist zwar ein netter Kerl – aber beruflich geht mir diese Art gehörig auf die Nerven und ich habe jetzt eine Entscheidung getroffen.

Ich habe mir für das Homeoffice über die Firma, einen mobilen Handscanner besorgt…der wurde am Donnerstag geliefert und damit ist meine Ausstattung im Homeoffice komplett…so werde ich jetzt tatsächlich ziemlich autark sein…ab 2023 versuche ich noch öfter von Zuhause aus zu arbeiten und werde mich auch weniger nett geben, alles im Vorfeld abzustimmen – nutzt ja eh nichts, wenn er es gleich wieder vergisst und sein eigenes Ding durchzieht (übrigens nutzt da auch keine schriftliche Version – er würde es ja nicht mal nachlesen)…

Fahrt in den winterlichen Norden – abenteuerlich

Die Temperaturen in Dänemark waren ähnlich kalt, wie in Deutschland…aber -15Grad waren dann doch mehr, als die Winter in den letzten Jahren. Auch die dänischen Kollegen waren über diesen Kälteeinbruch verwundert. Direkt hinter der Landesgrenze war auf einemal nur noch die rechte Spur der Autobahn geräumt…auf der linken Spur lag Eis und Schnee, so waren wir teilweise nur noch mit 60 Kmh unterwegs….ich bin dann zwar ein paar Mal auch links gefahren….aber das war nur auf kurzen Abschnitten gefahrlos möglich.

Dafür sahen wir viele liegengebliebene Autos am Rand, aber auch ein paar Autos nach Unfällen auf der linken Spur….Wir haben also beschlossen, lieber langsam und sicher ans Ziel zu kommen. Dabei war die Atmosphäre mit dem vielen Schnee auf den Bäumen, Nebel, Sonne und dann wieder heftigem Schneefall schon malerisch…aber eben auch gefährlich.

Kollegen erzählten am nächsten Tag, es hätte am Morgen einen Groß-Unfall in der Nähe gegeben, mit vielen Autos, LKW und 2 Toten…puhhhh .

Wir kamen dann, mit einer Pause in Flensburg, nach knappen 5 1/2 Stunden in der Zentrale an….Während meine beiden Kollegen zu einem fest geplanten kleinen Meeting gingen, hab ich auf gut Glück meine Gesprächspartner direkt an ihren Arbeitsplätzen besucht und tolle Gespräche gehabt, bevor ich mich im Controlling-Department an einem freien Tisch niederlassen und noch etwas arbeiten konnte.

Nach Sonnenuntergang ging es ins nahe Hotel….das ist quasi mitten im Wald und nur wenige Hundert Meter vom Fjord entfernt. Wir hatten uns für 19 Uhr im Hotelrestaurant mit einem anderen deutschen Kollegen verabredet, der schon seit ein paar Tagen hier weilt…und so haben wir, bei gutem Wein und gutem Essen, einen schönen Ausklang des Tages gehabt.

Mir war das allerdings noch nicht Ausklang genug, so bin ich später in Wanderstiefel, dick eingekuschelt und mit Taschenlampe durch den verschneiten Wald runter zum Fjord gelaufen und dann entlang der Wasserlinie….mit knirschendem Schnee unter den Schuhen, die Umgebung durch den Schnee erhellt (Die Taschenlampe brauchte ich schon nach ein paar Minuten nicht mehr) der Fjord lag dunkel und ruhig, bis auf ein paar Wasservögel die noch laut riefen…es war sooo himmlisch, so friedlich…ein richtiger Weihnachtsmoment.

Ich bin langsam und vorsichtig gelaufen und war mit 3.4 km durch den Schnee und die Dunkelheit sehr zufrieden mit dem Tag….hab mich gut erholt gefühlt und bin dann auch später schnell eingeschlafen.

Nach dem großen Meeting am nächsten Tag, das fand im selben Holtel statt, bin ich in der freien Zeit nach Ende des Meetings und vor der Abendveranstaltung, noch einmal bei Tageslicht runter zum Fjord gewandert:

Und wieder diese schöne stimmungsvolle Ruhe…und der Blick über das teilweise zugefrorende Wasser…..mit dem beginnenden Sonnenuntergang über der Ortschaft….leider hatte ich nicht so viel Zeit und musste schon bald wieder umkehren:

Ich hab den Kollegen schon mal gesagt, also falls die Hamburger mich irgendwann nicht mehr haben wollen, komme ich direkt in die Zentrale – also bei dieser Natur drumherum. Bisher war jede Jahreszeit hier echt toll…..hahahha – na gut – ich würde aber nur kommen, wenn ich die Sprache bis dahin auch wirklich sprechen kann hahaha.

Anekdote am Rande: Wir hatten auf dem Hinweg die leere Scheibenwaschanlage mit einem Fertig-Gemisch: Reinigung+Frostschutz aufgefüllt und dann auch genutzt.Trotzdem konnten wir auf der Rückfahrt die Scheiben damit nicht sauber halten…Das Zeug war eingefroren, obwohl es bis -20 Grad funktionieren sollte. Leider stand einen Großteil der Fahrt die Sonne so tief und schien direkt auf die immer dreckiger werdende Frontscheibe, das mein Kollege am Steuer nichts mehr sehen konnte…wir mussten anhalten…Der Neue und ich sind also mehrmals ausgestiegen haben das restliche Mittel direkt auf die Windschutzscheibe gegeben und mit Lappen die Scheibe gesäubert, sonst hätten wir gar nicht weiter fahren können. Erst kurz vor der Grenze zu Deutschland lag die Temperatur bei -1 Grad…und die Scheibenwaschanlage funktionierte wieder.

Zum Glück haben mich die Kollegen direkt vor meiner eigenen Haustür eingesammelt und auch wieder abgesetzt, brauchte ich nicht noch die 25km bis nach Hamburg rein fahren und konnte so Freitagnachmittag noch etwas produktiv arbeiten.

Willkommen in der modernen Arbeitswelt

Kommunikation und Organisation ist nicht die Stärke unserer Muttergesellschaft im Hohen Norden Dänemarks…so kam die Einladung für die Controller zu einem Präsenzmeeting in der Zentrale auch eher kurzfristig und die Tagesordnung enthielt gleich 3-4 zeitliche Fehler, wie mein Chef dann auch in seiner Einführung zugeben musste.

Aber von Vorne….vor wenigen Wochen wurden die Einladungen zu dem Meeting versendet und wir deutschen Controller haben gleich beschlossen: die Anfahrt findet schon am Mittwoch statt, Donnerstag den ganzen Tag dann das Meeting und die Rückfahrt Freitag direkt nach dem Frühstück…also 2 Übernachtungen im Hotel. So wollten wir den Mittwoch noch nutzen, um mit den Kollegen Vorort einige Themen zu klären, wenn wir dann schon mal da sind…und das war auch eine sehr gute Entscheidung.

Immerhin sind es 400km Anfahrt, da muss man einfach die Zeit effektiv nutzen. Die Controller aus den anderen Ländern hatten zum Teil wesentlich weitere Strecken zurückzulegen…die polnischen Kollegen z.B. waren mehr als 13 Stunden unterwegs und sind tatsächlich noch Donnerstag, direkt nach dem Meeting wieder zurückgefahren. So konnten sie dann auch nicht an dem gemeinsamen Abendessen teilnehmen, welches auch Teil des Meeting-Tages sein sollte. Wir Deutschen, wollten uns so einen Stress nicht antun.

Noch nie waren alle Controller auf einem gemeinsamen Meeting….aber es ging darum, wie wir unsere Abschlüsse organisieren, damit wir zukünftig öfter und sogenannte „Fast close“-Abschlüsse erstellen können.

DA ist das wichtigste Konzern-Attribut in der Verwaltung: Fast Close. Und jetzt – in diesem Moment – weiß wirklich jeder, wir sind in der Welt der Konzerne und Groß-Unternehmen angekommen. Die Abkehr vom mittelständischen Unternehmen, mit entspannter „hygge“-Mentalität, hin zu dem Druck und Stress eines Konzerns, dass „gelistet“ wird und seine Reporting-Pflichten zeitlich nah erfüllen muss. Das Ganze natürlich nicht, mit den bisherigen Bestandsunternehmen allein, sondern in einem extrem schnell wachsenden Segment…also immer mehr Firmen, die in immer kürzerer Zeit fertig gestellt sein müssen und das auch öfter als bisher. Willkommen im Finanzbereich des 21.Jahrhunderts.

Das Meeting war für uns alle ein mittelschwerer Schock und was nützt es da, das eine der Big-Four Wirtschaftsprüfungs-gesellschaften das Meeting und die Arbeitsgruppen moderierte und begleitete… Die sprechen eine ganz andere Sprache und damit meine ich nicht das Englisch – das sprechen wir ja alle mehr oder weniger – ich meine die Inhalte.

Das klang alles so hochtrabend, glatt und sauber. In dieser Welt gibt es keine externen Verzögerungen, keine unzuverlässigen Lieferanten, kein Warten auf Daten…da läuft alles so reibungslos, wie ein scharfes Messer, durch weiche Butter. Für diese Berater ist die „Datenbasis“, eine Fußnote, auf die sie ihr ganzes Reporting aufbauen können. Auswertung ist wichtig – die Datenbasis, na ja die muss halt da sein. WIR aber sind die, die die Daten überhaupt erst einmal beschaffen müssen, und da fangen die Probleme an…denn diese kommen oft erst erst wesentlich später. Egal – dann macht doch mal eben eine Schätzung…fertig und weiter gehts…Easy, clean and fast – dont stay behind – get ready to start – get work done!

War ich nicht genau aus diesem Grund in meinem alten Stress-Job ausgestiegen, weil mir dieses schnell, schnell und noch schneller, einfach zu viel wurde? Ich bin echt gespannt, was davon jetzt wie umgesetzt werden wird…das Ziel soll sein: ALLE Gesellschaften sollen innerhalb von 10 Tagen fertig sein. Ich habe aktuell 26 Abschlüsse zu machen.

Witzigerweise hatte ich ein paar Tage vor dem Meeting in DK, die ARTE-Dokumentation „Arbeit ohne Sinn“ gesehen….die kann ich jedem Büromenschen nur empfehlen….60% aller Umstrukturierungsmaßnahmen führen nicht zu höherer Produktivität, ist z.B. eine Aussage und die Sprache der Unternehmensberater sind oft nur Worthülsen, die kaum jemand versteht, aber es klingt wichtig und alle Führungsebenen übernehmen diese Art zu reden. Zurück bleiben frustrierte Mitarbeiter.

Was mich an diesem Tag aber wirklich ärgerte, war der Unternehmensberater, der da vor uns stand, in einem großen Raum, mit 30-40 Menschen gefüllt, ohne Mikrofon und er sprach schnell, sehr schnell und nuschelte, verschluckte Silben und Wörter und raste durch seinen Vortrag, drehte sich beim Reden auch immer wieder zur Präsentation, also weg von den Zuhörenden…die Power-Point-Präsentation, die uns gleichzeitig vorne angezeigt wurde, war so klein, das keiner etwas lesen konnte…das war also auch keine Hilfe.

Schon nach seiner ersten kurzen Einleitung, bin ich in der entstehenden Pause, nach vorne gegangen und habe ihn gebeten doch etwas langsamer zu reden, wir kommen alle von überall her und müssen ja erst einmal die Worte richtig hören, bevor wir sie verstehen konnten….aber schon beim nächsten Block war ab dem 2.Satz wieder alles rasend schnell genuschelt….und auch jede weitere Bitte von anderen Kollegen doch etwas langsamer oder deutlicher zu sprechen, blieb nur von kurzer Dauer – maximal einen Satz lang.

Aber trotzdem verstanden wir alle genug, um zu wissen, die „lustigen“ Zeiten sind vorbei…wir sollten unsere „Pain-Points“ benennen, die uns beim Arbeiten am Meisten hindern, effektiv zu sein….und in allen 5 Arbeitsgruppen, in denen wir das Ausarbeiten sollten, kam ähnliches heraus: fehlende oder mangelhafte Kommunikation und als Zweites: zu viele Firmen die gleichzeitig fertig sein müssen….also zu wenig Personal für all das was da noch kommen soll.

Was mich am Meisten gefreut hat in diesem Tagen, das ich einige Dinge mit Kollegen durch direkte Gespräche klären konnte. Es ergaben sich zufällige kleine Begegnungen und prompt kommt eine Erklärung und eine Lösung von ganz unerwarteter Seite.

Allein für diese unkomplizierten Gespräche, Erklärungen und Gedankenaustausche mit den dänischen Kollegen hat sich die Reise schon gelohnt und all das, was da Neu kommen soll, versuche ich erst einmal zur Seite zu schieben. Jetzt löse ich das eine Problem, helfe bei anderen mit, dann folgen die Jahresabschlüsse und dann schauen wir mal, wie es weiter geht.

Nur nicht hetzten lassen…eines nach dem Anderen. Kein Job der Welt ist es wert, sich kaputt zu machen…ich hab die Kommunikation mit vielen bisherigen und auch neuen Kollegen in diesen Tagen sehr genossen…wir haben viel geredet und gelacht und es kam trotz der Ankündigungen, eine Art neues „Wir“-Gefühl auf.