fliegende Tage und sprühende Lebendigkeit

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs!)

Aktuell brauche ich volle Aufmerksamkeit im Job…und einen flexiblen Geist. Ein Glück für mich, das ich meine Müdigkeit und Abgeschlagenheit hinter mir gelassen habe.

Die Tage scheinen nur so dahin zu fliegen…mich haben neue Herausforderungen gefunden hahaha – nicht anders herum…mit anderen Worten: bei Zwei Dingen wurde ich aus der Zentrale gebeten mitzuhelfen und eine weitere meiner „kleinen“ Firmen wurde umbenannt und vor allem umqualifiziert.

Und genau das führte schließlich zum Chaos, da wir auf einmal 2x denselben Namen für 2 verschiedene Projekte hatten….und das Durcheinander wuchs, weil verschiede Kollegen, aus verschiedenen Abteilungen in verschiedenen Ländern auf einmal nicht mehr wussten, was nun was ist., wer wo was einträgt und vor allem wer es ändern darf und kann….ich übrigens auch nicht…aber mit den Kollegen aus Rechtsabteilung, Vertragsmanagement, Projektplanung und Controlling haben wir es heute geklärt und gerade gebogen…und doch bleibt es für angrenzende Abteilungen immer noch ungenau….aber so langsam kommt alles wieder ins Lot.

Ich bin daher in „regem Austausch“ mit vielen unterschiedlichen Kollegen…seufz – das geht zu Lasten meiner sonstigen Arbeit, die ja auch noch gemacht werden möchte…aber es macht mir auch Spaß…nicht das Chaos – aber die Klärung am Ende.

In der letzten Woche war ich gebeten worden als Übersetzer in einem Teams-Meeting teilzunehmen…bei einem Projekt, das wir von einem externen deutschen Unternehmen übernehmen wollen, sollte in einem Online-Meeting geklärt werden, wer, was , wann, wie an Daten benötigt und wer uns diese Daten zur Verfügung stellt….und allerlei Verwaltungs- und auch technische Fragen sollten geklärt werden.

Die dänischen Kollegen hatten sich ein rein deutschsprachiges Meeting nicht alleine zugetraut, die externe Firma war sich nicht sicher ob sie in einem rein englischsprachigen Meeting alles verstehen würden…Einfache Sätze wurden jeweils in der Fremdsprache geführt…komplexere Sätze und Sachverhalte hab ich dann jeweils übersetzt…ich hatte mich zum Glück gut vorbereitet und die meisten fachlichen Begriffe auf Deutsch und Englisch parat gehabt.

Aber während eines Meetings auf jedes Wort zu achten und bei Bedarf dann schnell zu übersetzen, hab ich so auch noch nie gemacht….das war schon eine Herausforderung…und einmal hatte ich die Aufmerksamkeit auch verloren und prompt wusste ich nicht, was da gerade gesagt worden war, hatte mir währenddessen eine Notiz gemacht zum vorherigen Thema…da musste ich um Wiederholung bitten. Aber letztlich lief es gut, alle waren zufrieden mit dem Meeting und ich….ich war richtig stolz auf mich.

Was ich im Augenblick am meisten fühle ich eine wiedererwachte Lebendigkeit…trotzdem hoffe ich das ich auch mal wieder ein paar normale ruhige Tage haben werde…in der kommenden Woche fahre ich ja mal wieder für ein paar Tage mit dem Controller in die Zentrale….das wird auch wieder aufregend .

Laugen-Brezeln

Bevor ich mit meiner Aufräumaktion startete, hatte ich noch schnell einen Hefeteig für Laugen-Brezel geknetet…die hatte ich ewig nicht gemacht und jetzt mal wieder richtig Lust darauf….

Der Teig hatte danach ausreichend Zeit zum Ruhen und dann hab ich mich ans Brezel-Formen gemacht….hmmm ist eigentlich gar nicht so schwer….aber dann doch irgendwie nicht ganz so leicht…aber bei den Meisten kann man die Form gut erkennen.

Die Lauge hab ich dann mit 50g Natron auf 1 Liter aufgekocht….da ich ja ansonsten alles ohne festes Rezept mache…ist die eine oder andere Brezel zu lange oder zu kurz in der Lauge gewesen…zumindest optisch sind sie jetzt nicht ganz perfekt…aber Geschmack und Konsistenz sind super.

Natürlich hab ich die Ersten noch warm aus dem Ofen, nur mit etwas Butter, sofort gegessen…und die Restlichen, nach dem Auskühlen, sofort eingefroren.

Heute Morgen gab es dann auch gleich Eine davon zum Frühstück…nur ein paar Minuten in der Heißluftfritteuse auf Stufe „reheat“ und fertig ist meine selbstgemachte Aufback-Brezel.

Wo sind die Staubsaugerbeutel…?

Die Ordnung in meinen Schränken funktioniert ganz gut…eigentlich!

Alles hat seinen Platz und ich halte mich auch daran…eigentlich!

Denn immerhin brauche ich diese Ordnung in der Wohnung, um mich richtig wohlzufühlen.

In der letzten Zeit kam es jedoch öfter mal vor, das ich WUSSTE es ist noch etwas da und trotzdem hab ich es nicht gefunden. Als alleiniges Haushaltsmitglied kann es ja nur an mir liegen…also entweder ich hab ein sehr schlechtes Gefühl für das, was noch da sein sollte oder wieviel ich verbraucht habe oder aber, ich hab etwas woanders hin geräumt und kann mich nicht mehr daran erinnern.

Es wurde also echt mal wieder Zeit für eine kleine private Inventur….also alle Lebensmittel, Putzmittel und Drogerieartikel raus aus den Schränken….gleich mal die Schränke mit auswischen und dann erst einmal einen neuen Überblick verschaffen.

Ich habe mir dafür echt Zeit gelassen…hatte eine sehr gut gemachte neue 3teilige Dokumentation über Tschernobyl auf die Ohren gezogen und dann ging es los mit dem Sortieren: Gleiches zu Gleichem, was bei mir in Vorratsdosen lagert neu Befüllen und Beschriften, und dann neu in die Schränke einsortieren.

Und tatsächlich hab ich die „vermissten“ Staubsaugerbeutel wiedergefunden, genauso wie die „verschwundenen“ Pfefferkörner für die Mühle….na also mein Gedächtnis funktioniert doch – wie heißt es so schön: Haus verliert nichts.

Erfreut konnte ich feststellen, das ich zum Glück nichts Überlagertes in den Schränken hatte, bis auf je ein Packung Tortenguss und Gelatine. Aber ich backe in den letzten Jahren auch echt wenig wo ich das hätte gebrauchen können. Dafür hatte ich aber tatsächlich 2x das gleiche Gewürz neu gekauft….okay…das hatte ich tatsächlich vergessen…

Das Problem war bei mir nur die Menge an Vorräten, die ich in der Küche und im Vorratsschrank im Flur aufbewahrte…normalerweise bringe ich die langfristigen Vorräte nach dem Einkaufen direkt in den Keller…aber dazu war ich in den letzten Monaten oft zu faul. Hab zwar Vorräte aus dem Keller hoch geholt…aber die Neuen nicht runter gebracht….gestern hab ich Regal dort wieder gefüllt….auch hier mit schnellem Blick gesehen, das alles noch langfristig haltbar ist. Passt!

Ich mag die Gewissheit, das ich mich auch einige Zeit versorgen kann, ohne einkaufen zu müssen…außerdem kann ich so Angebote nutzen für Lebensmittel, die ich quasi täglich brauche wie z.B. Kaffee und Dosentomaten einer guten Marke….und weil ich immer einen Grundstock davon im Vorrat habe, brauche ich auch keine Hamsterkäufe zu machen…es reicht einfach, immer wieder etwas davon nachzukaufen.

Herbst-Freude

Herbst-Freude

Die Lage nach der Sturmflut in Flensburg fängt an sich ganz langsam zu entspannen. Ich hab gelesen das der Höchststand letzte Nacht bei 2,27m über NN lag…höher als jemals zuvor.

Schwester+Schwager wohnen zum Glück nicht in Hafennähe oder der Innenstadt, sondern in Mürwik….das ist ein höher gelegener Stadtteil…aber meine Schwester hat an diesem Wochenende Dienst und als Krankenschwester im Mobilen Pflegedienst muss sie durch die gesamte Stadt zu den Patienten fahren…wir haben gestern viel kommuniziert und sie hat versprochen vorsichtig zu sein.

Mein Schwager bleibt auf jeden Fall in den nächsten Tagen zu Hause…mit seiner noch recht frischen Hüft-OP muss er sehr vorsichtig sein, darf nicht ausrutschen / fallen.

Hier bei mir, im norddeutschen Binnenland, oberhalb von Hamburg, ist dagegen alles ruhig…ja es regnet immer noch viel und die letzten Tage war es recht stürmisch…aber alles im „normalen“ Rahmen des Herbstes. Immerhin steigt die Temperatur heute mal wieder auf 9 Grad…und ich hab es mir wieder zuhause kuschelig gemacht.

Die Winter-Teesorten stehen wieder vorne, die ersten Kerzen stehen auf den Tischen, dazu die Wolldecken für die Couch…und auch besonders wichtig: meine Strickjacken und die warmen Kuschelsocken hab ich wieder hervor geholt.

Als bekennender Fan des Herbstes hab ich eine ganze Kollektion an Regenjacken in unterschiedlichsten Ausführungen – gefüttert und ungefüttert, dazu warme Sweatjacken zum darunterziehen, Wollmützen und Regenhüte. Bereit steht auch wieder die Abtropfmatten für nasse Schuhe. Ich laufe ja viel auf unbefestigten Wegen…und die Schuhe sind am Ende meistens ziemlich durchnässt….Leider kann in meinen Gummistiefeln immer noch nicht lange laufen…eigentlich schade…aber so ist es nun einmal.

Ich liebe Kälte und ja – auch Nässe macht mir nicht ganz so viel aus…außer es regnet tagelang ununterbrochen…das nervt mich dann auch irgendwann. Wind ist die einzige Komponente die mir überhaupt nicht gefällt. Aber na ja – der gehört nun einmal dazu.

Meinen Kleiderschrank hab ich letztes Wochenende bereits auf Herbstbetrieb umgestellt und die Wohnung ordentlich gewienert. Für dieses Wochenende hab ich mir vorgenommen meine Vorratsschränke neu zu sortieren und auch die Küchenschränke aufzuräumen….ich finde das ist eine perfekte Aufgabe für das ungemütliche Wetter.

Auf meinem Balkon blüht gerade das 2.Mal die Clematis…aber bald muss ich den Balkon winterfest machen:

….und später geht es dann noch raus….durch Zufall hab ich gesehen, das in dieser Woche ein neues Restaurant im Ort eröffnet hat…ich werde einfach mal hinlaufen…dann kann ich meine Abendrunde gleich mal mit einem Restaurant-Besuch verknüpfen…ich bin gespannt..

Alle Zeichen stehen wieder auf: Normalität

Alle Zeichen stehen wieder auf: Normalität

und zwar so sehr…das ich mich quasi täglich verwundert frage…wo kommt das jetzt auf einmal her…warum geht es mir schlagartig wieder RICHTIG gut…als ob es die anstrengenden und sorgenvollen 9 Monate,mit den vielen Krankheiten von Schwester, Schwager und mir, in diesem Jahr, gar nicht gegeben hätte?

Der Rentner aus Hessen hat mich, mit einem Hinweis auf eine Infosendung im WDR, in die richtige Richtung gebracht. Ja nach den vielen Infekten Ende letzten Jahres und dann noch der Corona-Infektion Anfang des Jahres war ich immer müde und kaputt, war schnell schlapp und irgendwie ging es nur sehr langsam aufwärts…dann kam der Befund mit der Ateriosklerose und nahtlos dann das kleine Ding auf meiner Lunge.

Mit den ganzen Tabletten und einer angepassten Lebensweise, um die Arterienverkalkung im Schach zu halten, klappt es seitdem prima…und mit der Gewissheit, das das Ding auf meiner Lunge kein Krebs ist, ist auch der Lungenarzt zufrieden…jetzt sagt er: okay es ist da und sollte regelmäßig überprüft werden…solange es nicht wächst, ist alles okay…das kann sogar schon seit langer Zeit da sein, nur das es früher eben nicht entdeckt wurde…war ja nur ein Zufallsbefund beim Herz-CT.

Und seitdem geht es mir prima…der seit Monaten unsichtbare Schleier von Müdigkeit und Schlappheit, der immer über mir lag, ist fort…so und jetzt noch einmal zu der Infosendung über die Psyche, die auf den Körper Einfluss nimmt…wenn alle körperlichen Ursachen ausgeschlossen wurden, kann es durchaus die Psyche gewesen sein…psychosomatische Beschwerden.

Das heißt nicht, das ich mir die Symptome eingebildet habe, sondern nur, das mir die Psyche einen Streich gespielt hat. Die Sorgen vor und nach der 4fach Bypass-OP meiner Schwester, ihre berufliche Zukunft, dann die Arbeitslosigkeit meines Schwagers, seine Hüft-OP, deren finanzielle Sorgen, dann hab ich auch noch mit gemacht mit den Krankheiten….und nun sind alle Sorgen endlich wieder fort: meiner Schwester geht es körperlich super und sie arbeitet wieder voll, mein Schwager hat die Hüft-OP gut überstanden, ist noch in der Genesung, aber es geht im gut…bei mir ist auch soweit wieder alles gut und beruflich läuft es auch wieder bei mir ruhiger und in geordneten Bahnen….und immer noch bin ich verwundert, WIE gut es mir auf einmal wieder geht.

Alle Zeichen stehen bei mir auf Normalität…ich finde meine Gelassenheit wieder, und vor allem auch die Unbeschwertheit…erfreue mich wieder an meinen Walkingrunden, hab Lust auf Unternehmungen, bin wieder viel draußen – auch bei Regen und abends wenn es kalt ist…ich finde es herrlich wie letzten Sonntagmorgen am Hamburger Elbufer entlang zu laufen…auch wenn ich anschließend komplett durchnässt bin und durchgefroren…aber es ist einfach schön…das Leben, so wie es ist.

Ich hab mich noch gar nicht bedankt für Eure Unterstützung und Anteilnahme…. DANKE schön…das hat gut getan 🍀💐

Einmal kurz den Atem angehalten- und das Leben geht weiter

Die Tage bis zum PET-CT waren lang…und gefühlt noch viel länger, war danach das Warten auf das Ergebnis. Krebs ja oder nein.

Das PET-CT selber war super okay….genau wie bei einem normalen CT…nur das dieses leicht radioaktive Mittelchen, das einem gespritzt wird, eine gute Stunde braucht, um sich im Körper zu verteilen…und ich sollte viieeel Wasser trinken…der Rest war, wie bei jedem anderen CT auch. Hahaha – Da bin ich ja im Laufe der Monate schon ziemlich routiniert geworden.

Die letzten Tage vor dieser Untersuchung fiel es mir schon schwerer gelassen zu bleiben…bzw. es kostete einiges an Kraft, die aufsteigende Angst weg zu drücken….und meine Hoffnung, das ich noch am Tag dieser Untersuchung das Ergebnis bekomme, hat man mir gleich genommen…NEIN – das wird ein paar Tage dauern.

Danach fühlte ich mich erst einmal entspannt…die Untersuchung war ja vorbei…und ich wunderte mich über meine neue Gelassenheit…immerhin hatte ich noch kein Ergebnis.

Aber der Körper kann nicht dauerhaft in Alarmstimmung bleiben…irgendwann wird auch das zu einem Teil der täglichen Routine…auch wenn ich mir immer noch täglich weiter Sorgen machte.

Dann endlich waren die Bilder online abrufbar…aber kein Befund…also mit den Aufnahmen konnte ich nichts anfangen…bin ja kein Arzt…Freitagabend endlich hab ich es erneut probiert….Aussage der Online-Plattform: es liegt ein Befund vor, der ist aber noch nicht freigegeben und wird erst am kommenden Montag freigeschaltet… Grrrrrrrr – also jetzt auch noch das ganze Wochenende weiter warten…. dieses Wochenende war tatsächlich das Schwierigste….immerhin ist es jetzt schon fast genau1 Monat her, seit der Lungenarzt mir die Überweisung zum PET-CT gegeben hat…seit fast einem Monat beschäftige ich mich mit dem Thema….und jetzt will ich einfach nur noch das Ergebnis wissen.

Gestern also – ich war im Homeoffice – hab ich mich am Vormittag noch einmal eingeloggt und den Befund gelesen. Da stand sehr viel…sehr sehr viel….aber vor jeder Aussage stand entweder ein „kein“, „nicht“ oder „unauffällig“ = Alles ist gut…was immer das Ding auf meiner Lunge auch sein mag…es ist kein Krebs.

Noch während des Lesens liefen mir die Tränen vor Erleichterung und das blieb auch minutenlang so…der Kopf hat es sofort begriffen…der Rest des Körpers hat noch eine Weile gebraucht….und dann fühlte sich mein Körper auf einmal auch wieder leicht an….erst jetzt hab ich gemerkt…wie stark angespannt ich war.

Meine kleine Welt blieb für ein paar Minuten einfach stehen und der einzige Gedanke war: hurra – ich darf weiterleben….im Nachhinein hört sich das pathetisch an…aber genau diesen einen Satz, hab ich wieder und wieder gedacht.

Erst nach gefühlten 10-15 Minuten hab ich schnell die wichtigsten Menschen in meinem Leben über das Ergebnis informiert…und dann…dann musste ich auch schon weiter arbeiten…die nächsten Quartalsabschlüsse warten schon auch mich….und schon geht das Leben weiter…

Aber seitdem spüre ich zwischendurch immer wieder ein Gefühl von unendlicher Erleichterung…und auch Dankbarkeit das ich schon das zweite Mal in diesem Jahr, so knapp dem Krankenhaus entwischt bin.

Heute ist der 3.Oktober und mein Lungen-Arzt hat sich noch nicht gemeldet, der hat in dieser Woche Urlaub. Bin mal gespannt, wie es jetzt weiter geht. Denn da ist ja immer noch etwas, was da nicht hin gehört.

Ich werde wohl in den nächsten 1-2 Wochen wenig bis gar nichts hier im Blog schreiben….im Moment fehlt mir dazu einfach die Ruhe und Geduld….

Und bei den wenigen Blogs denen ich noch folge, werde ich weiter „leise“ mitlesen, mich aber wahrscheinlich eher weniger mit einem Kommentar zu Wort melden…bitte nicht böse sein….ich komme wieder – aber jetzt brauche ich ein paar Tage, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, das ich mich nicht melde 💐🍀🥂 …ich muss mich jetzt erst einmal wieder innerlich etwas sortieren.

tolles Treffen

Nach einer weiteren guten Nacht in dem Hotel, hab ich alle meine Sachen gepackt und wieder im Auto verstaut….Heute ging es zum Frühstück zum Rentner+seiner Frau….die wohnen ca. 40km außerhalb von Frankfurt in einem kleinen Ort.

Die Beiden waren ja erst vor 2 Monaten bei mir, auf dem Rückweg vom Urlaub an der Küste…und jetzt sehen wir uns schon wieder. Das sind im Laufe der letzten Jahre richtig gute Freunde geworden und ich freute mich auf das Treffen. Wir telefonieren ja sehr regelmäßig miteinander und trotzdem gibt es immer etwas zu erzählen.

Mit den Beiden ist es so herrlich unaufgeregt, so entspannt und lustig…wir haben viel gelacht. Der Vormittag verging wie im Fluge. Gegen 14 Uhr hab ich mich dann auf den Heimweg gemacht…und dieses Mal lief die Fahrt unkompliziert und ohne Umwege, so das ich nach 5,5 Stunden wieder in meiner norddeutschen Kleinstadt ankam. Endlich wieder zuhause.

Damit hätte mein 3 Tage-Auswärts-Urlaub eigentlich enden können…den Rest der Zeit wäre ich gerne allein zuhause geblieben…das wäre definitiv besser für mich gewesen.

Leider hatte ich mich dazu hinreißen lassen, mich mit meiner Schwester zu verabreden…immerhin hat sie 3 Wochen Urlaub, einen Mann der z.Z. in der Reha ist und sie hat auch keine Mittel und auch keine innere Ruhe, jetzt alleine irgendwohin in den Urlaub zu fahren. Sie ist auch noch nie alleine in den Urlaub gefahren. Also hatte ich angeboten, ich komme sie für 1-2 Tage besuchen, und würden dann zusammen mal wieder Radfahren und auch mal wieder nach Rømø zum Schwimmen fahren.

Ruppigkeit als Konzept?

Nach dem schönen Tag mit dem Rad in Frankfurt, bin ich mit der S-Bahn zurück zum Hotel, habe mich für den Abend frisch gemacht und bin mit dem Auto zurück in die Stadt…doch es wurde nichts aus dem typisch Frankfurter Essen…was teilweise an den geschlossenen Restaurants lag (immerhin war Montag, da haben einige ihren Ruhetag), aber überwiegend an dem vorhandenen Personal.

Zuerst hab ich die Frankfurter Apfelwein-Botschaft angesteuert…da sitzt man bei schönem Wetter in einem schönen weitläufigen Apfelbaum-Garten, das Essen ist rustikal deftig und es gibt Äppelwoi und Mispelchen.

Beim Reinkommen in den Garten waren viele Tische leer…ich nahm Kontakt zu einem der herumstehenden Kellner auf und zeigte auf einen etwas abseits gelegenen 2er Tisch und meinte ich würde mich gerne dort hin setzen…aber das wollte er nicht (stand aber auch kein Reserviert Schild auf dem Tisch) und meinte patzig….ich solle mich neben ein Pärchen setzen, das sich sehr laut unterhielt und das mit offenem Mund aß….da wollte ich eher NICHT sitzen…aber der Kellner lies mir keine Wahl, jaaaa immerhin würde gleich eine große Gruppe kommen (für die waren aber am anderen Ende des Gartens bereits mehrere Tische eingedeckt…also weit weg von dem 2er Tisch)…und dann lies mich der Kellner warten, und warten, und warten…er stand da mit Anderen herum, kam aber nicht an meinen Tisch…weder auf Handzeichen, noch auf Augenkontakt hat er reagiert. Nach fast 15 Minuten bin ich dann aufgestanden und wieder gegangen.

Ich weiß ja, das in Frankfurter Apfelwein-Gaststätten die Unfreundlichkeit der Kellner Teil des Konzepts sind…diese Ruppigkeit wird geradezu kultiviert. Aber mir geht das auf die Nerven und wenn ich noch hier wohnen würde, hätte ich wahrscheinlich auch etwas gesagt…aber jetzt hat mich dieses Verhalten einfach geärgert. Hätte er mich zügig bedient…hätte er mehr Zeit für die später kommende große Gruppe. Aber er wollte mich scheinbar nicht als Kunden.

Also bin ich wieder in mein Auto gestiegen und in einen anderen Stadtteil gefahren….nach Ginnheim…auf der Fahrt machte ich mal wieder Bekanntschaft mit verstopften Straßen und ruppigen Autofahrern und es dauerte eine Weile bis ich da war, wo ich hin wollte…in Ginnheim gibt es das Restaurant „zum Adler“ und der hat einen wunderschön versteckt gelegenen Restaurant-Garten…und tolles Essen vom Balkan.

Auch hier das gleiche Bild…es war nicht voll…viele Tische waren leer, ich hab Kontakt zu einem der herumstehenden Kellner aufgenommen und der meinte, ich könne mir einen Platz aussuchen…ja prima…also hab ich – wie es meiner Natur entspricht – einen etwas abseits am Rand gelegenen Tisch genommen und hab darauf gewartet, das nun einer der vielen Kellner, die ständig ihre Blicke über die Tische gleiten liessen, mal zu mir käme. Aber es kam Niemand.

Stattdessen beobachtete ich, wie ein gerade angekommener Alleinsitzender Herr (seine Begleitung war gerade mal kurz weggegangen) von einem der älteren Kellner aufgefordert wurde, diesen mittigen Tisch freizugeben und sich an einen der freien Tische am Rand des Gartens zu setzen…er würde alleine einen großen Tisch blockieren. Dabei waren überall 4er Tische…auch der Tisch an dem ich saß.

Etwas aufgebracht setzte er sich an den Tisch hinter mir…und auch seine Begleitung war irritiert. Die Beiden hatten auch noch nichts bestellt. Aber es kam Niemand …. ich fragte also den Chef, der gerade mal ganz wichtig vorbeilief, ob ich denn bestellen könnte…Antwort: Kollege kommt gleich.

Wie gesagt, die „Kollegen“ standen mindestens zu Viert und beäugten aus der Ferne alle Tische…gingen hin, begrüßten die Leute, nahmen Bestellungen auf, brachten Essen…nur zur mir und dem Tisch hinter mir, kam niemand…Dann kam endlich ein junger Mann, brachte schon mal das Besteck…und war wieder verschwunden….und als er dann das nächste Mal kam, ging er an mir vorbei und schaute mir dabei ins Gesicht und ging zum Tisch hinter mir um deren Bestellung aufzunehmen.

Ich sagte nichts….schäumte aber innerlich….früher hätte ich etwas Unfreundliches gesagt, so aber bin ich stillschweigend aufgestanden und habe den Restaurant-Garten verlassen…ich war hungrig und wurde langsam echt wütend….mich mehr als 15 Minuten warten zu lassen und dann auch noch kalt lächelnd in der Reihenfolge zu übergehen….na danke. In solchen Sachen bin ich echt kleinlich…ich war eher dort und nur weil ich alleine da sitze, bin ich doch nicht unsichtbar.

Lust auf einen weiteren Restaurant-Besuch hatte ich nun auch nicht mehr….aber hungrig war ich trotzdem… aber jetzt noch weiter durch Frankfurt zu fahren…neeee lieber nicht…also hab ich das gemacht, was ich früher auch gerne gemacht habe…ich hab bei „Best Worscht“ angehalten für Currywurst, Pommes …und was soll ich sagen…die hat mir früher auch besser geschmeckt…aber immerhin ich hatte etwas im Magen und wurde wieder ruhiger.

Zusammen mit einer etwas merkwürdigen Begegnung in der S-Bahn am Nachmittag war ich für den Tag echt bedient. Ich bin in die S-Bahn nach Eschborn in den Wagon gestiegen, wo man die Fahrräder mit nehmen darf…2 standen schon dort, ich hab mich als 3. dahin gestellt (4 Räder sind erlaubt) schon kam eine offensichtliche Büro-Dame, Typ „Chef-Sekretärin“ und wollte unvermittelt in einem etwas ruppigen Ton wissen, bis wohin ich fahren wolle. Bitte? Jaaa sie müsse ja evtl. eher aussteigen und dann müssten wir die Plätze der Räder tauschen. Sie wurde nervös beim Sprechen…ich nannte ihr irgendeine Ortschaft (die gar nichts mit dem Weg der S-Bahn zu tun hatte) und schon kam das : ich muss früher raus..

Ich nahm also mein Rad da weg, stellte mich zusammen mit dem Rad auf die andere Seite…sie zerrte ihr Rad weg und schaute mich auffordernd an und kommandierte ich sollte mein Rad da jetzt hinstellen…ich meinte zu ihr, sie solle mich doch einfach in Ruhe lassen. Ich blieb wo ich war…denn ich hatte gar nicht vorgehabt, mein Rad alleine da stehen zu lassen…das machen die Wenigsten. Sie stieg dann an der nächsten Haltestelle auch tatsächlich aus.

Liegt es an der Hitze, liegt es an der Stadt…mein Ruhepuls stieg seit dem späten Nachmittag immer höher und irgendwie war mir in dem Moment klar…das hier ist mein letzter Besuch in Frankfurt…die Zeit ist für mich einfach vorbei. Ich brauche weder die Hektik der Stadt und solche unfreundlichen Begegnungen…ich bin in diesen Dingen dünnhäutig geworden und will einfach nur meine Ruhe…wie am Morgen beim Frühstück.

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Es ist jetzt Mitte meiner 2. Urlaubswoche….und nächste Woche geht es wieder ans Arbeiten. In der ersten Woche war ich ja erst für 3 Tage in Hessen (Frankfurt und Umgebung), dann wieder einen Tag Zuhause, dann für 3 Tage In Flensburg und Dänemark mit meiner Schwester) und ich bin seit Samstagnachmittag erst wieder zuhause.

Das waren insgesamt mit allen Ausflügen usw. 1.640 km die ich im Auto unterwegs war. Die ersten Tage waren sehr heiß, dann in Flensburg und Dänemark war es sehr windig. Ich bin in Hessen viel mit dem Rad gefahren (ebenerdig), dann viel Rad mit meiner Schwester (man sollte nicht glauben wie viele Steigungen es in Flensburg gibt – meine Schwester hat zum Glück ein E-Bike – ich nicht) und stundenlang in Rømø /DK am Stand entlang gelaufen.

In Frankfurt den Stress Montagabend, das extrem tolle Treffen am Dienstag mit dem Rentner+seiner Frau bei ihnen zuhause, in der Nähe von Hanau. Dazu die anschließende tagelange ununterbrochene Kommunikation mit meiner Schwester. Es gibt einfach keine Redepausen, wenn ich bei ihr bin – also gar keine.

Dazu immer und immer wieder die alten Geschichten, mit denen sie nicht abschließen kann, da kommt soviel Bitterkeit mit hoch, und sie behauptet zwar, es verarbeitet zu haben…aber man merkt sehr schnell…das sind nur Worte und die stimmen nicht.

Diese alten Geschichten haben zum Glück nichts mit mir zu tun…unsere Themen sind geklärt.

Ich hab schon so oft versucht ihr Wege aus diesen Gedanken-Spiralen aufzuzeigen, aber ich kann ihr dabei nicht helfen, solange sie nicht einsieht, das sie sich selbst damit blockiert und sie es selber „angehen“ muss, um endlich wirklich inneren Frieden zu finden.

Ich finde die Unterhaltungen darüber jedoch von mal zu mal belastender….weil sie die Verantwortung immer auf „die Anderen“ schiebt. Das sie aber heute, nach 30-40 Jahren, auch selber die Verantwortung für ihren jetzigen Umgang mit den Themen übernehmen kann, will sie nicht wahrhaben. Ja es braucht Zeit und Mut und man muss ehrlich zu sich selbst sein…das kann nicht jeder.

Womit man mal wieder sieht: jeder muss seine eigenen Wege finden mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und seelischen Verletzungen umzugehen.

Seitdem ich wieder zuhause bin, fühle ich mich nicht erholt, sondern erschlagen….wahrscheinlich auch, weil ich die Dosierung einer Tablette auf Anraten des Arztes verdoppelt habe, und die Wirkung ich erst jetzt erst bemerkbar macht….und schon als ich mit den Tabletten im März begann, hab ich Wochen gebraucht, bis ich mich nicht mehr so müde gefühlt habe.

Also seit Samstagnachmittag bin ich körperlich erschöpft, müde, mir tun Knochen und Muskeln weh, ich bin seelisch ausgelaugt, ich hab mich total in meine Wohnung zurück gezogen…dazu hat das Wetter umgeschlagen und es ist bei 18-23 Grad zwar warm, aber ständig bedeckt, extrem windig…vorgestern gab es ein heftig langanhaltendes Gewitter und die Sonne mag auch nicht mehr scheinen….ich schlafe sehr viel und lange und so richtig motiviert viel in meiner letzten Urlaubswoche zu machen, bin ich auch nicht.

Ehrliches Fazit: Es war einfach zu viel.

Meine anfängliche Euphorie endlich mal wieder raus zu kommen und den Urlaub zu genießen, hat tatsächlich verdrängt, das die Tage mit meiner Schwester anschließend für meine Erholung auch nicht so toll sein werden. Dabei waren auch die Tage mit und bei ihr schön…aber eben auch anstrengend.

Es ist, wie es ist…ich brauche einfach viel Ruhe für mich selbst…und selbst wenn ich meine eigenen Bedürfnisse missachte, wie in diesem Fall, holt es mich am Ende wieder ein.

Seit Samstagmittag bin ich wieder Zuhause und erst seit gestern Abend (Dienstag) fühle ich mich wieder lebendig. Die Tage dazwischen hab ich mich nur etwas um meine Wohnung und die Wäsche gekümmert…ansonsten hab ich auf der Couch gelegen und gelesen, etwas gekocht, auf dem Balkon etwas aufgeräumt und stundenlang den Vögeln zugeschaut und eben sehr viel geschlafen.

Gestern Abend war ich dann endlich mal wieder zu meiner normalen Walkingrunde am Abend unterwegs..sehr schön…jetzt bin ich also wieder da…

Urlaubstag in Frankfurt

Urlaubstag in Frankfurt

Die Nacht im Hotel war erstaunlich gut. Am nächsten Morgen hab ich mein Rad aus dem Auto geholt, nur um festzustellen, das die Kette abgesprungen ist…nanu…das ist mir so auch noch nicht passiert.

Aber egal…nach nicht mal 2 Minuten war auch das behoben und ich erst einmal dreckig. Das kommt davon, wenn man sein Rad nicht zwischendurch auch mal sauber macht. Rüge an mich selbst: DRINGEND Rad putzen.

Dann aber ging es los. Von Eschborn ging es auf meinen alten Schleichwegen nach Frankfurt-Rödelheim und von dort nach Bockenheim. Die meisten Wege hab ich auch tatsächlich auf Anhieb gefunden… nur einmal hatte ich einen Weg verpasst und war in die verkehrte Richtung gefahren….hab es aber dann schnell gemerkt und auch sofort in entgegengesetzter Richtung den kleinen Fußgängertunnel wieder gefunden…der konnte ja auch nicht verloren gegangen sein.

Es war noch früh am Morgen und leicht kühl, so das die Fahrt mit knappen 16km mir sehr viel Spaß gemacht hat….und dann war ich auch schon an der Bockenheimer Warte, bei meinem Lieblingsbistro/-Café.

Normalerweise sind die Tische draußen auch vormittags immer gut belegt…immerhin ist es unweit der Uni…aber an diesem Montag war es leer….also richtig leer. Mir sollte es Recht sein…und auch die freundliche Bedienung freute sich über etwas Ruhe am Morgen und einem Gast, der endlich mal Zeit hatte in Ruhe zu Frühstücken.

ohhh ja, ich hatte Zeit und und war knappe 2 Stunden dort….dabei blieb mein Frühstück eher unspektakulär….aber es war genau das, worauf ich jetzt Lust hatte und sehhr frisch und lecker.

Nach dem Frühstück blieb ich einfach sitzen, trank noch einen Kaffee und beobachtete die Menschen die vorbei hasteten. Das ist genau das Problem in dieser Stadt:

Die Uhren laufen einfach schneller…die Menschen fahren schneller, laufen schneller, bei Rot über die Ampel zu gehen ist hier überall relativ normal, weil sich niemand Zeit nimmt auf Grün zu warten. (Nur die Radfahrer sind hier nicht so kamikaze-mäßig unterwegs wie in Hamburg…was mir dort schon mehr als einmal einen Schock versetzt hat hahaha)

Und diese äußere Hektik der Stadt übertrug dann auch sehr schnell noch am gleichen Tag auf mich….jetzt weiß ich wieder genau, warum ich hier weg bin. Aber noch war alles in mir entspannt und ich freute mich auf den Tag.

Später bin ich dann mit dem Rad weiter in Richtung Innenstadt gefahren…an der Alten Oper vorbei

und durch die „Fressgass“ zur Hauptwache…dort hab ich das Rad abgestellt, hab die Zeil (die Einkaufs-/Fußgängerzone) erst einmal links liegen gelassen und bin zum „Römer“ gelaufen, runter bis zum Main, dann durch die erst vor ein paar Jahren fertiggestellte Nachbildung der „Altstadt“ mit netten kleinen Häusern, Plätzen und Höfen.

Das sieht auch alles super aus…fühlt sich für mich aber trotzdem eher fremd an…ist mehr ein Touristen-Ort zum Flanieren…weniger ein Ort um dort zu Leben.

So hab ich mich dann auch relativ zügig weiter zur Kleinmarkthalle begeben. Das ist quasi wie ein überdachter Wochenmarkt, nur das dieser an jedem Wochentag statt findet. Oben gibt es eine Weinbar und kleine Geschäfte, im Souterrain befinden sich die Fischhändler…und alles andere, was man zum täglichen Leben benötigt, bekommt man im Erdgeschoss….ich mag diese Markthalle in dem alten und schmucklosen Gebäude….hier spielt das Leben, treffen sich die Menschen bunt gemischt aus allen Gesellschaftsschichten.

Der Himmel strahlte mit wolkenlosen Blau und die Temperatur steuerte schon wieder unbeirrbar auf die 30 Grad zu…ich lies mich daher auf der Zeil in einem Cafè mit riesigen Sonnenschirmen nieder und genoss meine Auszeit…