Mein „weltbester“ Käsekuchen

Käsekuchen ist Kult und es gibt bestimmt hunderte verschiedene Käsekuchen-Rezepte und bestimmt schmecken die Meisten davon auch richtig lecker. Es gibt komplizierte Rezepte, raffinierte Rezepte, außergewöhnliche Rezepte, lange Rezepte mit vielen Zutaten, Rezepte mit sehr vielen besonderen Tricks und Kniffen, damit der Kuchen saftig, locker und lecker wird…aber ich mag es beim Backen in erster Linie: einfach.

Also gibt es bei mir auch nur ein ganz einfaches und vor allem unkompliziertes Rezept für einen fluffigen Käsekuchen…mit einem Hauch Mürbeteig als Boden:

Und da ich lange keinen Käsekuchen mehr gebacken habe, schmeckt er für mich wie der „weltbeste“-Käsekuchen überhaupt hahahah. Er ist während der Abkühlphase nur minimal zusammengerutscht, sehr fluffig und ziemelich lecker.

Bei Käsekuchen halte ich mich (eigentlich) auch an die Mengenangaben und trotzdem ist das Rezept schon wieder leicht modifiziert (in diesem Falle zumindest: Zucker-reduziert).

Für den Mürbteigboden:

125g Dinkelmehl, 75g Butter aus dem Kühlschrank, 2EL Zucker und eine Prise Salz zu einem Teig verarbeiten. mindestens 30 Minuten im Kühlchrank ruhen lasenn. Dünn ausrollen und in eine mit Backpapier ausgelegte Springform zurecht drücken.

Für die Käsemasse:

5 Eier trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Eigelbe mit 90g Zucker, 60g weicher Butter schaumig rühren, dazu Zitronensaft und Zitronenschalen-Abrieb einer Zitrone und 2x Zitronen-Aroma dazu geben, mit 500g Magerquark und 3EL Mehl verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist…wenn der Teig zu flüssig ist, noch etwas Mehl hinzugeben. Vorsichtig das Eiweiß unterheben und auf den Mürbteigboden geben.

Bei 170Grad 1 Stunde im Ofen backen. Anschließend etwas auskühlen lassen, damit sich die Masse setzen kann…mir schmeckt er am Besten, wenn er noch lauwarm ist…..

Warum habe ich „eigentlich“ geschrieben…hmm eigentlich statt im Original 1kg Quark, aber ich hatte nur noch 500g Gramm hahaha und das 1TL Backpulver in die Käsemasse gehörte, habe ich erst später gelesen.. Aber es ging auch ohne.

Der Kuchen ist fluffig und cremig zugleich..was will ich also mehr.

Neuigkeiten aus Flensburg

Ich bin also letzte Woche Freitagmittag nach Flensburg gefahren. Mit einem schönen Blumenstrauß habe ich meiner Schwester zum „3.Geburtstag“ seit den Herz-OPs, gratuliert. Es war so bitterlich kalt, was vor allem an dem Ostwind lag, der durch die Stadt fegte….aber na klar haben wir das gemacht, was wir immer machen:

Wir sind in die Innenstadt gefahren, sind durch die Straßen gebummelt (ohne in Geschäfte zu gehen) und haben in einem kleinen Fischbrötchen-Laden (mehr gibt es dort tatsächlich nicht – dafür aber in „sehr lecker“) ein Fischbrötchen gegessen…anschließend ging es weiter die Fußgängerzone bis zum Ende, dann runter zur Förde und sind dann das neu aufgebaute Teilstück an der Förde entlang gelaufen.

Nach der starken Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023, mussten und werden immer noch Teile der Kaianlagen und des Hafens wieder hergestellt und dieses zuletzt fertig gestellte Teilstück, kannte ich noch gar nicht. Nein, es war nicht gerade der beste Tag um bei starkem Ostwind an der Kai-Linie entlang zu schlendern…wir mussten gegen den Wind ankämpfen…aber die Eisschollen auf der Förde hab ich vorher auch noch sooo nicht gesehen…zumindest nicht als Erwachsene.

Am Rand war das Eis noch kompakt und weiss…aber der Rest bestand aus fast durchsichtigem Eis und es bewegte sich permanent…man muss also schon ganz genau hinschauen, um zu sehen, das es sich um Eis handelt…

Man haben wir gefroren und am Anfang hatte ich bei dem eisigen Wind auch nicht sonderlich Lust dort entlang zu laufen….aber dann war es doch toll…irgendwann wurde uns endlich wärmer. Mütze auf, Kapuze drüber und festgezurrt, mit Thermohose, Winterjacke und dicken Handschuhen sind wir dort entlang gestapft und konnten es dann auch geniessen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück zur Wohnung von Schwester+Schwager…haben uns dort aufgewärmt und sind anschließend zu Dritt in ein italienisches Restaurant gefahren, welches ich im Internet gefunden hatte. Das „Ristorante I Leonie“ kannten die Beiden auch noch nicht…das gibt es so auch erst seit ca. 9 Monaten, wurde uns dort erzählt.

Und wir haben alle Drei genau das gegessen, was mich im Internet so beeindruckt hatte: Pizza und die war mega. Ich liebe es, wenn der Teig am Rand wulstig und knusprig ist, während der Boden gaaanz dünn ist…und genau das gab es hier. Meine war vegetarisch mit Artischocken, Pilzen und Zwiebeln:

Wir hatten einen schönen Abend und eventuell gibt es auch bald gute Neuigkeiten für meinen Schwager….es keimt die Hoffnung auf, das er bald eine neue Arbeitsstelle haben könnte…bisher gibt es nur eine mündliche Zusage….also noch ist nichts schriftlich fixiert. Er hat über die Maßnahme der Rentenversicherung, in der er sich seit fast 1 Jahr befindet, im Dezember ein Praktikum bei dem potentiellen Arbeitgeber gemacht.

Momentan liegt der Ball jedoch beim Träger der Maßnahme, der mit dem Arbeitgeber verhandelt, wann und wie es jetzt mit meinem Schwager weiter geht.

Meiner Schwester und mir geht das gehörig auf die Nerven: Vertrag her und fertig…was gibt es da noch zu verhandeln: Schwager+ Arbeitgeber waren sich doch einig….grrrr.

Wie immer geht es um Geld und der Träger möchte diesen Arbeitgeber nicht als Praktikums-Platzgeber für Andere verlieren….unfassbar…die sollen meinem Schwager doch dabei helfen, eine neue Festanstellung zu bekommen. Ich befürchte mal wieder das Schlimmste und hoffe gleichzeitig, das ich mich irre.

OP gelungen – aber die Seele kommt nicht klar

Heute vor 3 Jahren hatte meine Schwester die 2. Herz-OP. Die erste war nur 6 Tage zuvor, bei der sie 4 Bypässe bekommen hat. Nachdem sie die Intensiv-Station nach der ersten OP verlassen hatte, ging es ihr 2 Tage gut und dann verschlechterte sich ihr Allgemein-Zustand innerhalb eines Tages so rapide, das die Stations-Ärztin Alarm geschlagen und auf eine weitere bildgebende Untersuchung gedrängt hatte.

Zum Glück! Denn nur kurze Zeit später lag sie wieder im OP…es hatte sich Flüssigkeit im Herzbeutel gesammelt, so das das Herz keinen Platz mehr hatte, ordentlich zu schlagen. Der Körper wurde also nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Das war bei ihr schon lebensbedrohlich. Bei der OP wurde der Brustbein-Schnitt noch einmal geöffnet und zusätzlich eine Bülau-Drainage gelegt, damit sich keine weitere Flüssigkeit mehr ansammeln konnte.

Leider führte die Bülau-Drainage dazu, das sie seitdem Schmerzen hat, dort wo die Drainage gelegt wurde. An der Stelle verlaufen Nervenbahnen und eine Verletzung dieser Nervenbahnen ist wohl nicht so selten bei diesem Eingriff. Aber es ist besser bei ihr geworden. Sie kann damit gut leben meint sie selbst, auch wenn es etwas unangenehm ist.

Auf jeden Fall sind wir in unserer 3er Kern-Familie froh und dankbar, das die Stationsärztin so schnell und beharlich reagiert hat. Deshalb feiern wir in jedem Jahr diesen Tag als eine Art 2. Geburtstag.

Bis auf die Sache mit der Drainage, geht es ihr körperlich richtig gut. Die Narben am Brustbein und am linken Arm (ihr wurde ja eine Arterie am linken Arm entfernt, um diese für die Bypässe zu nutzen) sind ganz zart und fallen nicht wirklich auf. Sie hat wieder Kraft und Ausdauer und arbeitet ja auch wieder.

Und obwohl körperlich alles wieder okay ist, ein paar Einschränkungen hat sie seitdem.

Diese Einschränkungen sind allerdings psychisch. Sie ist seitdem nicht mehr seelisch belastbar. Ist schnell überfordert, kann sich schlecht konzentrieren, wirkt fahrig und bekommt immer noch schnell Panikattacken, auch wenn diese inzwischen schon nicht mehr sooft auftauchen.

Anders als ich, liebt sie eigentlich Menschenmassen und Trubel…aber seit den OPs mag sie auch keine Menschenmengen, keinen Trubel mehr, braucht auch mehr Ruhe und zieht sich lieber in ihre gewohnte Umgebung zurück. Unsere Bedürfnisse gleichen sich also langsam an. Jeder neuen, ungewohnten Situation begegnet sie nicht mehr mit Neugierde, sondern mit Überforderung und anstatt ihr mit Gelassenheit zu begegnen, kommt es zu Über-Reaktionen mit vielen Tränen und Panik.

Sie schafft es einfach nicht mehr Situationen richtig einzuordnen, alles ist immer mega-schlimm und höchstmöglich dramatisch. Während der Reha hatte sie psychologische Betreuung, die hat ihr geholfen. Und oft hilft ihr auch meine ruhige sachliche Art, immer wieder Situation besser einzuordnen. Aber wenn sie anruft ist sie erst einmal nur panisch.

Da kann man mal sehen, wie sehr Körper und Seele zusammen hängen. Die Chirurgen können zwar körperlich vieles wieder herstellen, so das der Körper wieder funktioniert – aber die Seele kommt damit nicht immer klar.

kleine Auszeit vom Alltag

Freitagmorgen im Homeoffice hatte ich mir relativ spontan einen Termin zur Thaimassage geholt. Ich musste ja nur bis 11 Uhr arbeiten. Allerdings hatte sich meine Schulung verschoben, weil eine der Teilnehmerinnen um eine leichte Verschiebung gebeten hatte…na gut…also musste ich noch 1/2-Stunde dranhängen, denn ich wollte den Inhalt der Schulung auf keinen Fall komprimieren. Alle neuen Kollegen sollen ja die gleichen Informationen erhalten.

Den Weg zur Massage konnte ich zu fuß gehen und dann gab es eine wunderbar entspannende Stunde. Anschließend bin ich noch nebenan ins Cafè gegangen, das war auch richtig nett.

Später war ich noch Einkaufen und noch später bin ich einfach durch die Gegend geschlendert.

Es war gefühlt eine kleine Auszeit vom Alltag, die ich sehr genossen habe. Das muss ich unbedingt öfter machen.

Ich merke auch, das ich die Ablenkung über Hörbuch oder Dokumentationen im Fernsehen aktuell gar nicht brauche…es reicht mir einfach die Ruhe zu geniessen. Meine Gedanken kommen zur Ruhe

die Problem-Pause-Taste

die Problem-Pause-Taste

Diese Woche war für mich sehr ruhig und entspannt. Ich versuche mich auf meine eigenen Aufgaben zu konzentrieren….die beiden Tage im Büro waren auch gut…hatte nette Unterhaltungen und einigermaßen frühe Feierabende.

Ich habe mich viel um mich selbst gekümmert….und in meinem Inneren bin ich erstaunlich entspannt…und seit ein paar Tagen bin ich so unbeschwert wie schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr…das ist mal ein gutes Gefühl.

Nein, es hat sich nicht alles plötzlich zum Positiven gewendet…aber aktuell konnte ich mehr Probleme lösen, als das Neue hinzugekommen sind hahaha. Ich schlafe besser, kann besser abschalten und lasse auch die Probleme der Kolleginnen, nicht mehr so nah an mich heran. Ohhh, dieser Zustand könnte gerne noch eine Weile anhalten.

Und seitdem falle ich nach Feierabend auch nicht mehr ausgelaugt auf meine Couch um sofort einzuschlafen. Ich bin wieder wacher und fröhlicher…so als ob ich gerade mal eine Problem-Pause-Taste gedrückt hätte.

Ich weiß es sind noch Probleme da, aber die müssen jetzt erst einmal warten. Jetzt geht es nur um Mich und meinen inneren Frieden und so konnte ich auch meinen freien Nachmittag am Freitag richtig geniessen.

Fahrt ins Büro – trotz Schnee

Die vielen Schneetage habe ich hier, knapp oberhalb von Hamburg, gut überstanden. Was auch daran liegt, das ich in dieser Woche geplant hatte komplett im Homeoffice zu bleiben.

Da meine Quartalsabschlüsse jedoch so gut funktioniert haben (nicht reibungslos und manchmal war es auch echt frustrierend), hatte ich bereits Mittwoch 16 von 17 Gesellschaften fertig hochladen können. Deshalb bin ich am Donnerstag relativ spontan nach Hamburg ins Büro gefahren. Donnerstag war ja für uns Deadline und den letzten Abschluss konnte ich auch entspannt vom Büro aus erledigen.

Ich bin Donnerstag extra früh losgefahren und so lag zwar wieder einmal Schnee auf den Straßen, doch es war wenig Verkehr. Die Fahrt war also kein Problem.

Das war in diesem Jahr tatsächlich der 1.Arbeitstag, den ich im Büro war. Es waren nur sehr wenige Kollegen anwesend…auf unserer Etage waren nur mein Chef und Ich da und später dann noch kurzfristig 2 Kollegen aus einer anderen Abteilung. Auch die anderen Etagen waren mager besetzt.

Auf auf der Dachterrasse lag mit mehr als 30cm der Schnee so hoch, das der erhöhte Ausstieg von unserer Etage aus, mit Schnee überzogen war. Noch ein paar Zentimeter und beim öffnen der Tür fällt der Schnee direkt in unser Büro.

Als ich den Übergang zum vorderen Haus über die Terrasse wagte (anstatt den offiziellen Weg durch die Tiefgarage zu nehmen), bin ich auch prompt im Schnee eingesunken…aber nicht so viel, wie befürchtet…denn durch mein eigenes Gewicht bei jedem Schritt, habe ich den Schnee ja sofort „verdichtet“..aber na klar waren meine Hosenbeine nass.

Es war ein ziemlich relaxter Tag…die letzte Firma fertig zu bekommen, war kein Thema mehr und ich hab mich viel unterhalten…das tat mir gut. Sooo, damit sind die Quartalsabschlüsse fertig und jetzt kann ich mich für alle Gesellschaften, um die Jahresabschlüsse zu kümmern.

Die Quartalsabschlüsse sind eine interne „Notwendigkeit“ für den Konzernabschluss. Hier gilt der „fast close“ und die Deadline war der 08. Januar. 17 meiner 26 Gesellschaften mussten also bis zu dem Datum fertig werden. Nun starten also für alle Gesellschaften die Jahresabschlüsse. Das heißt, das wir teilweise die gebuchten Werte für den Quartalsabschluss wieder auflösen und die endgültigen Daten einbuchen müssen, sobald uns diese gegen Ende Januar vorliegen.

Aber natürlich gibt es bei einigen Gesellschaften auch keine Änderungen mehr, das heißt hier könnte ich jetzt schon direkt die Daten für die Wirtschaftsprüfer extrahieren, aufbereiten und verschicken. Andererseits muss ich mich aber auch um das laufende Geschäft kümmern. Denn auch im Januar gibt es weiterhin viel zu tun.

Aber nicht heute…nein…heute will ich es einmal genießen, das ich es trotz einiger Schwierigkeiten geschafft habe, ohne vorher zu Verzweifeln, die Abschlüsse fertig zu bekommen.

Außerdem wusste ich ja , das ich am Freitag jetzt mit meinen „zwangsweisen“ 1/2-Tages-Ausgleichen anfangen musste…es gab nämlich gegen Ende des Jahres noch einen kleinen Eklat.

Einfaches Gericht: scharfe Tacos

Manchmal fallen leckere Rezepte bei mir aus dem Fokus….so erging es mir mit den selbstgemachten Tacos. Die habe ich schon sehr lange nicht mehr gemacht. Warum eigentlich? Keine Ahnung

Gestern habe ich beim Blick in den Kühlschrank 3 Paprikaschoten erblickt. Zusammen mit Porree, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Stangensellerie) und wollte daraus eine Gemüsepfanne machen. Ich habe alles sehr klein geschnippelt und dann mit einer sehr scharfen roten Currypaste, Pfeffer und Kreuzkümmel abgeschmeckt und mit Tomatenmark angedickt. Auf Salz hab ich komplett verzichtet.

Von der Currypaste hatte ich eindeutig zu viel genommen…es war seehr scharf….und da kam mir die Idee: zum Neutralisieren der Schärfe mache ich daraus mit Käse überbackene Tacos.

Mit Mehl, etwas Olivenöl und Wasser (ganz ohne Gewürze ) habe ich einen ganz leicht klebrigen Teig zusammengerührt, geknetet und ruhen lassen. Später habe ich daraus kleine Kugeln geformt und jede Kugel dünn ausgerollt. Ohne Fett in einer beschichteten Pfanne habe ich die kleinen Fladen ganz kurz gebacken (nicht zu lange, sonst kann man die Fladen nicht mehr zu Taco-Schalen biegen).

Es gibt bestimmt viele Methoden, wie das gut klappt…ich biege den noch heißen Fladen mit der Hand über eine Teigrolle. Die Teigrolle liegt auf 2 Gefrierdosen mit einem Handtuch abgedeckt, damit der Fladen in der Mitte frei hängt:

So bleiben die Taco-Fladen in ihrer Form und lassen sich anschließend leicht füllen:

Hmmmm die waren soooo lecker….durch das Ungewürzte Fladenbrot und den Käse, stimmte das Verhältnis mit dem sehr scharfen Gemüse. Es war genau richtig. 30 Minuten bei 180 Grad Umluft:

und das tolle, die schmecken sogar kalt….

Silvester – und Arbeitssorgen

Meine Tage sind momentan sehr voll….Hauptsächlich mit meiner Arbeit und seit meiner Venedig-Reise komme ich psychisch schnell aus dem Gleichgewicht…bin oft am Limit bei sozialen Interaktionen…bin ungeduldiger und unausgeglichener.

Um das zu kompensieren, brauche ich noch mehr Ruhe und Rückzug, als ohnehin schon….aber dann geht es mir auch schnell wieder gut….mein Zuhause als Trutzburg und Rückzugsort ist für mich ganz wichtig…und die Tage im Homeoffice geniesse ich sehr.

Das Gefühl auf der Arbeit extrem in eine neue Struktur hineingepresst zu werden, die vorne und hinten nicht passt, nimmt mir oft die Luft zum Atmen. An manchen Tagen bleibe ich ausgelaugt und atemlos zurück und fühle, wie eine diffuse Form von Unwohlsein mich erfasst. Es gibt in der Zentrale keine klaren Ansprechpartner mehr, keine festen Zuordnungen, alles ist im Fluss und niemand weiß mehr, für was der Andere eigentlich zuständig ist. ALLE mühselig aufgebaute Strukturen in der Zentrale, wurden über den Haufen geworfen und eine komplett neue Art „die Arbeit zu denken“ hat begonnen.

Und obwohl ich im Prinzip noch für meine Firmen verantwortlich bin (im Gegensatz zu den Kollegen in dK), sind die Schnittstellen zu den Kollegen gekappt…denn die bisherigen Kollegen sind nicht mehr zuständig…also hänge auch ich in der Luft…vor allem wenn die Systeme nicht so arbeiten wie sie sollen. Meine bisherigen guten Kontakte und die oft tolle Kommunikation zu meinen direkten dänischen Kollegen , hat sich komplett auf 0 reduziert.

Natürlich gibt es neue Schnittstellen, neue Kontakte…aber immer nur für einen ganz bestimmten kleinen Teilbereich…und die Führung haben jetzt die Konzern-Controller…die beschränken den Kontakt aber nur auf das Nötigste.

Es gibt nur noch eine Handvoll Kollegen in der Zentrale, die sich mal die Zeit nehmen, ein paar persönliche Worte mit mir zu wechseln…wir hasten nur noch durch die Anforderungen…der Druck steigt bei Allen.

Meine liebste Kollegin aus DK hatte sich noch von mir verabschiedet, sie wechselt ins Konzern-Controlling und ist damit komplett „raus“ aus aus der Betreuung von Windparks und anderen Gesellschaften….wir hatten über die Jahre einige Firmen zusammen betreut und sie war erst vor 3/4 Jahr aus dem Mutterschutz zurück gekommen

Über diese ganzen organisatorischen Umstrukturierungen in diesem Jahr und die Auswirkungen auf meine Arbeit musste ich jetzt länger nachdenken. Ja – ich hatte mich ja bereits im letzten Jahr dazu entschieden, zu bleiben…und das werde ich auch jetzt.

Aber bei uns Deutschen steigen die Sorgen, wo das noch hinführen soll. Es gibt bereits jetzt schon gravierende Probleme in der Außenwirkung, die in DK leider niemand sehen will. Bestimmte Themen sind jetzt sogar schon bis zum deutschen GF eskaliert und auch unsere Wirtschaftsprüfer betrachten die Änderungen mit steigender Besorgnis.

Als ein Mensch mit hohem Verantwortungsbewusstsein für das, was ich tue, muss ich mich immer öfter zwingen, Dinge einfach laufen zu lassen…nein, das ist nicht meine Verantwortung…da kümmern sich andere drum. Die IT antwortet nicht….dann ist es nicht mein Problem, wenn ich keine Rechnungen schreiben kann…die IT muss erst noch einen neuen Debitor anlegen, wir dürfen ja nichts mehr selber machen…..puhhhh DAS ist echter Stress für mich und entspricht so gar nicht meiner Art zu Arbeiten.

Aber jetzt ist erst einmal Silvester und ich höre schöne ruhige Musik, trinke ein Glas alkoholfreien Sekt,. Es gab eine tolle selbstgemachte Lasagne zum Abendessen und einen gekauften Berliner mit Pflaumenmus. Die Wohnung strahlt sauber und gemütlich… Es ist alles getan für dieses Jahr….

Ich wünsche Euch Allen einen guten Rutsch ins das Jahr 2026…auf das es ein gutes neues Jahr wird….🍀

Kurzes Hallo

Hallo Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr hattet schöne Weihnachten.

Durch ein kleines „Pieep“ von Bea und der Frage ob es mir gut geht, hab ich erst gemerkt, wie lange ich schon nicht mehr auf meinem Blog war.

Es ist eigentlich nichts weiter passiert, ausser das ich völlig unverhofft in ein Kommunikations-Loch gefallen bin.

Es gab in der letzten Zeit einfach zu viel  Kommunikation in meinem Leben und zu viel Stress…da hab ich mich etwas zu sehr zurück gezogen. Es gab auch vieles über das ich nachenken musste.

Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage offline gehen…aber daraus sind jetzt schon ein paar Wochen geworden.

DANKE Bea, für den kleinen Anstupser.

Mir geht es gut, ich hatte auch eine schöne Zeit vor und über Weihnachten, dazu viel Arbeit im Job….und die stillen Tage zihaise habe ich echt genossen.

Ich werde in den nächsten Tagen noch mal ein wenig nachlesen, was bei Euch so los war und wünsche Euch noch einen schönen Sonntagabend.

Ein kleiner Blick auf das normale Leben in Venedig

An meinem letzten Morgen in Venedig, bin ich sehr früh aufgestanden, um noch einmal in Ruhe die Stadt zu geniessen… aber dieses Mal waren zu dieser frühen Stunde, noch vor Sonnenaufgang, schon sehr viele Touristen unterwegs. Mist…

Mein Weg führte mich daher am Canale entlang, aber weg von den Sehenswürdigkeiten, in Richtung des Sonnenaufgangs…es war kalt und windig nach der regnerischen Nacht, aber das machte mir nicht so viel aus…ich war mit Schal, Mütze und wärmender Jacke ausgestattet. Es waren windige 9 Grad und für Hamburg waren ja nur 4-5 Grad angesagt – so hatte ich mich gekleidet.

Ich lief also immer weiter bis ich zu einem öffentlichen Park kam…wie sehr mir das Grün und die Bäume doch in den letzten Tagen gefehlt hatten, merkte ich erst jetzt….die meisten Häuer in San Marco sind direkt aneinander gebaut…es gibt keine Lücken, fast kein Grün…..ganz wenig Bäume…ein paar Hinterhöfe mit etwas grün…aber insgesamt nur sehr wenig. Hinter dem Park waren dann noch ein paar 4stöckige Wohngebäude…hier wohnten scheinbar die Venezianer selbst.

Ich hatte aber gehört, das die Meisten auf den vorgelagerten Inseln leben, weil es dort günstiger ist. Bei meinem Spaziergang konnte ich auch sehen, wie die Wasserbusse anlegten und Heerscharen an Menschen, oft mit Logos von Hotels und anderen Unternehmen auf der Kleidung, mit gesenktem Kopf und zielstrebig in den verschiedenen kleinen Gängen verschwanden….auf dem Weg zur Arbeit.

Irgendwie merkte man: das hier, das ist eher das wahre Leben, weg von der Glitzerwelt der teuren Geschäfte und den Attraktionen der alterwürdigen Gebäude, Kanäle und Gondeln. Hier sieht man die Menschen die von Hand ihre Waren von kleinen Booten auf Handkarren umladen, die diese Handkarren mühsam die ganzen Stufen der vielen Brücken rauf und auch wieder runter wuchten und es gibt viele Brücken in Venedig und keine anderen Wege.

Alles war auf diese Insel kommt, muss mittels kleiner Boote und Handkarren verteilt werden. Es gibt keine Alternativen. Alles ist mühselige Handarbeit. Jede Rolle Klopapier, jedes Pfund Mehl, jedes Stück Schokolade, jede Flasche Wasser…alles muss vom Festland per Schiff gebracht werden und dann auf kleiner Boote oder Handkarren für die Weiterverteilung auf die Hotels und Geschäfte umgeladen werden.

Es gibt keine Kehrmaschinen oder Müllwagen, keine Elektrowagen…die Müllsäcke aus den Häusern, müssen eingesammelt und zum Müllboot gebracht werden. Die Handwerker die mit dem Wasserbus zu einem Termin fahren, schleppen ihre Ausrüstung in kleinen Handkarren (ähnliche Größe wie Kinderwagen) mit und schultern dabei auch noch ihre klappbaren Leitern….weil es keine andere Möglichkeit gibt.

Gesehen habe ich das schon öfter in den letzten Tagen, aber selber Wind, Regen und Kälte zu spüren und dabei zu sehen wie die Menschen bereits vor Sonnenaufgang daran arbeiten, Venedig schön und am Laufen zu halten, hat es mir noch einmal bewusst gemacht, wie privilegiert ich bin, hierher zu reisen, um mir diese so schöne Stadt anzuschauen.

Die Menschen machen das Beste daraus: Hier wird das Gemüse direkt vom Schiff aus verkauft….das erspart das mühselige Ausladen.

und das Boot unten fand ich auch bemerkenswert….Aber es sind immer 2 Personen notwendig…einer der auf dem Boot bleibt und die Waren anreicht und einer der die Waren auf den obligatorischen Handwagen läd und zu den Kunden bringt, denn auch hier gilt: „Tiefgekühlt – direkt bis ins Haus“.

Die Menschen vor Ort haben es sich nicht ausgesucht, das Ihre Stadt ein Weltkulturerbe (wenn auch der Titel seit 2021 bedroht ist) ist oder das die Stadt nicht nur vom Wasser, sondern auch von Touristen überflutet wird. Aber es ist Arbeit, die bezahlt wird und wie überall sieht man auch hier viele Nationalitäten, die diese oftmals schweren Arbeiten verrichten. Ruhig und stoisch und ohne aufzufallen.

Ich mag es auf solche Normalitäten zu achten…auf das, was hinter dem Glitzer und schönen Schein liegt…ich beobachte gerne.