In Waben trainieren

Nach dem überaus schönen Samstag mit viel Bewegung und Entspannung bin ich locker in den Sonntag gestartet…

…früh aufgestanden, Frühstück auf dem Balkon, lesen und Entspannung bis zur Mittagszeit…. Dann ab in die Sportklamotten und auf ins Fitness-Studio.

Das 1. Mal seit Monaten wollte ich wieder an 2 Kursen teilnehmen. Ich hab vorher im Internet gelesen was bei den Kursen beachtet werden muss….da stand nicht allzu viel, außer das man eine gute Strategie gefunden hat, wie Kursteilnehmer relativ gefahrlos an den Kursen teilnehmen können…so wegen Abstand usw.

Während ich also vor dem Kursraum gewartet habe, bis der vorherige Kurs beendet ist, hab ich noch nach weiteren Informationen gesucht, wie man sich vor, während und nach dem Kurs verhalten soll….da stand zwar alles Mögliche, aber keine weiteren Infos zum Thema Abstand / Hygiene.

Also hab ich mir abgeschaut, was andere machen….und wurde trotzdem mehrfach gemaßregelt, wie man sich nun richtig verhalten soll…AHA- wäre ja nett gewesen, wenn das irgendwo auch schriftlich gestanden hätte…so fühlte ich mich wie ein ungehorsames Schulkind…

Nun gut, nun weiß ich das ich EIGENTLICH draussen warten soll, bis der Kursraum ganz leer ist…was der aber nicht wurde, weil einige für den nächsten Kurs noch drinnen blieben…

Auf dem Boden waren Waben-förmige Flächen abgeteilt, dazwischen Laufwege….also echt prima gelöst…auf ging der 1. Kurs für mich: 30Minuten Core-Training ( Training der Körpermitte zur Verbesserung der Körperstabilität) SUPER – hat viel Spaß gemacht und war anstrengend…

Nach dem ersten Kurs blieb ich dann im Kursraum, weil ich ja ebenfalls am nächsten Kurs teilnehmen wollte…und wieder kam das Maßregeln: also EIGENTLICH müsste ich meine Wabe jetzt desinfizieren und die Wabe freigeben, den Raum verlassen und mich hinten anstellen, damit die, die vor dem Raum stehen, als 1. die Chance bekommen an einem Kurs teilzunehmen….nur das es mehr Plätze als wartende Teilnehmer gab.

Witzigerweise sagte die Trainerin es aber nur zur mir….während alle anderen die dasselbe machten wie ich, keine Ansage bekamen.

Nicht falsch verstehen, ich finde die Regeln ja gut und auch richtig: Aber warum finde ich das nicht auch auf der Home-Page oder als Info vor dem Kursraum….und vor allem warum ging das nur an mich?

Na ich will mal hoffen, das die anderen Teilnehmer diese Infos schon an früheren Trainingstagen bekommen haben…aber so fühle ich mich ständig vorgeführt…das geht mir auch in den Geschäften so, nein nicht diese Seite…die andere Seite müssen Sie nehmen….Ja ABER die Pfeile auf dem Boden sagen etwas anderes….usw…..

ich hab ja den leisen Verdacht, das es viele gerade zu geniessen, endlich auch mal Ansagen zu machen….hahaha… und mir fällt es wahrscheinlich etwas schwerer solche Ansagen stumm zu befolgen…ich bin ja etwas ähmm störrisch wenn ich mich bevormundet fühle) Hier war ich zwar einsichtig, hab aber auf die anderen hingewiesen…

Na egal, auch der 2. Kurs: Balancing (eine Kombination aus Yoga, Pilates und Thai-Chi) war klasse und hat mir viel Spaß gemacht…übrigens war das auch anstrengend…hahaha

Und natürlich hab ich am Ende der Stunde brav und ordentlich meine Matte und die gesamte Wabe desinfiziert …. ich bin ja froh, das die Kurse jetzt mit maximal 31 Personen + Trainerin wieder stattfinden dürfen….

Sooo danach fühlte ich mich zwar zuerst erfrischt und nach der Dusche auch richtig wohl…aber danach setzte doch die körperliche Ermattung ein und bisher konnte ich mich noch nicht zu irgendwelchen Aktivitäten aufraffen….hab nur wieder frische Brötchen gebacken und ein Rinderhüftsteak gebraten: Mein Mittagessen am Nachmittag.

Hab endlich mal wieder meinen Blutdruck gemessen….also sooo kann der gerne öfter sein: 128/91 ….WOW (also mit täglicher Tablette – und die Dosis wurde im letzten Jahr mal eben verdoppelt, weil ich den Blutdruck einfach nicht in den Griff bekommen habe… okay – also so passt es jetzt )

…und noch mehr Bewegung

…und noch mehr Bewegung

Nach meiner ausgiebigen Walking-Runde am Morgen, hab ich mich am Nachmittag für einen leichten Spaziergang durch die Innenstadt von Hamburg entschieden…

Ich musste noch einmal kurz im Büro vorbei schauen…also wenn ich eh schon mal in der Stadt bin, kann ich ja mal ins Zentrum fahren und dort laufen…..ich bin damit heute auf insgesamt knappe 15km gekommen….jaaa – und das fühlt sich richtig gut an.

So wach, entspannt und voller Energie war ich seit Wochen nicht mehr…ich stelle mehr und mehr fest, ich bin absolut kein Sommer-Typ mehr…eher der Frühlings-/Herbst-Typ…..bei den aktuell herrschenden Temperaturen mit 18-20 Grad fühle ich mich wohl…wenn es wärmer wird, werde ich träge.

Beim Karstadt -Sport ist der endgültige Ausverkauf in vollem Gang und so hab ich nach neuen Gewichts-Manschetten geschaut….meine sind inzwischen bestimmt 20 Jahre alt und lösen sich gerade auf. Ich nutze diese Manschetten sehr oft an den Fußgelenken wenn ich Hausarbeit mache und viel dabei laufe….dann trainiere ich gleichzeitig auch meine Beinmuskulatur. Gut definierte Beine zu haben, war mir schon immer wichtig…leider waren die Manschetten im Laden aber schon vergriffen.

Dafür bin ich an einem Step-Board vorbeigekommen…hmmm – jaaa der Preis war mehr als verlockend….bin in den letzten Monaten immer wieder drum-herum geschlichen….aber 70 EUR dafür ausgeben? Jetzt hab ich es getan….

Der Tag war unspektakulär, dafür klasse….und jetzt sitze ich an meinem Lieblingsplatz zuhause und lasse den Tag gemütlich ausklingen, während die Dorade auf einem Bett aus Kartoffeln und Lauch im Ofen schmort….hmmm das duftet schon lecker.

Alte-NEUE Chefs

Geschichte wiederholt sich doch. und es ist schon erschreckend zu sehen, das Chefs so gar nichts dazu lernen wollen.

Mein früherer Chef, der daran beteiligt war das ich 2009 haarscharf an einem Burnout vorbeigeschrammt bin, der dann für ein paar Jahre im Ausland eine Dependance geleitet hat, zurück kam und von Posten zu Posten gereicht wurde, ist seit September letzten Jahres (seit meine Chefin sich hat versetzen lassen und ich den Konzern ganz verlassen habe) jetzt wieder auf seinem alten Posten….ich bin froh, das ich ihn nicht wieder als Chef hatte…aber meine Mädels haben jetzt ja auch noch eine neue Teamleiterin und darüber eben sitzt mein ehemaliger Chef jetzt wieder.

….gestern hatte ich ein sehr langes Telefonat mit der Kollegin, die nach meinem Weggang als Einzige in der Lage war unsere Abteilung am Laufen zu halten, die den neuen Teamleiter versucht hat zu unterstützen, die dann kommissarisch für ein paar Monate die Leitung übernommen hat, als man meinen Nachfolger entlassen hat…und die jetzt der neuen Teamleiterin hilft sich einzuarbeiten.

Sie steht heute seelisch da, wo ich 2009 stand und die Chefs machen die gleichen Fehler. Die Kollegin ist verheiratet und hat noch kleine Kinder….um die Abteilung am Laufen zu halten hat sie vorübergehend auf Vollzeit aufgestockt und man hatte ihr versprochen ihren Einsatz entsprechend zu honorieren…Also anfallende Überstunden zu bezahlen und es sollte noch einen Bonus geben.

Doch jetzt ist die neue Teamleiterin da und auf einmal ist vom Bonus keine Rede mehr….angeblich wegen Corona….Aber das kann es nicht sein, wenn auf der anderen Seite die Ergebnisse immer noch überdurchschnittlich sind (vielleicht sollte man einem Buchhalter, der ja die Ergebnisse des Unternehmens zusammenstellt NICHT mit so einem Argument kommen)..

Auf jeden Fall ist es unfair und fördert nicht gerade die Zufriedenheit der Mitarbeiter und zusätzlich möchten die neuen Chefs jetzt auch noch ihren Vertrag ändern….auf 5 Tage die Woche, anstatt 4 Tage….aber es war immer klar, das wenn sie wieder reduziert, sie wieder auf den bisherigen Vertrag zurück geht…Zum Glück ist das auch so schriftlich fixiert….

Es ist erschreckend das der aussergewöhnliche Einsatz der Kollegin im Nachhinein nicht richtig gewürdigt wird und es passiert das, was ich auch kenne: Körper und Seele streiken und der Arzt hat ihr eine tiefe seelische Erschöpfung diagnostiziert…sie geht trotzdem arbeiten…. ich hab ihr geraten nicht den gleichen Fehler zu machen, den ich damals gemacht habe….

Sie will ab sofort aber keine Überstunden machen (haha- guter Plan, wird aber bei Menschen wie wir es sind, nicht dauerhaft funktionieren), und wenn sich bis Ende des Jahres der Ton und der Umgang der neuen Teamleiterin zu ihren Mitarbeitern nicht verändert, wird sie sich nach einem neuen Job umschauen.

Die neue Teamleiterin ist Anfang 30….und der alte Chef heizt ihr bestimmt gut ein…Er (Controller) fand das wir (Buchhalter) schon immer viel zu genau und „umständlich“ gearbeitet haben….und schon fängt sie an, alles in Frage zu stellen…sogar die Arbeit der Wirtschaftsprüfer…..hahahaha (neeeeeeiiin wir sind nicht Wirecard).

Na klar muss sie sich als „Die NEUE“ ihre Sporen verdienen, aber um Dinge beurteilen zu können, sollte sie erst einmal lernen, wie alles zusammenhängt und sich nicht mittendrin eine Sache heraussuchen und sofort ändern. Zumal sie sich als Teamleiterin „nicht im Tagesgeschäft sieht“ und wohl auch noch keine Erfahrungen in Personalführung mitbringt… LOL … na dann viel Spaß – dann fehlen mindestens noch 1-2 Personen in der Abteilung….So werden die verbliebenen Kolleginnen sehr schnell verheizt…leider sieht der alte/neue Chef das nicht….genau wie damals als er die Überbelastung nicht gesehen hat und mir später vorwarf: Warum haben sie nichts gesagt? ….hatte ich – mehrfach….trotzdem hat er es nicht ernst genommen….

Ich kann nur sagen, mehr als 10 Jahre lief mit mir die Buchhaltung reibungslos und wirklich ALLE waren zufrieden mit uns: Geschäftsleitung, kfm. Leitung, Andere Abteilungen, Konzernleitung, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater….

Ohh was bin ich froh, das ich nicht mehr dort arbeite….die Diskussionen mit dem Alten/Neuen Chef kann ich mir gut vorstellen…und das brauche ich wirklich nicht mehr. Wenn ich darüber nachdenke merke ich, wie diese alten Geschichten wieder hervorkommen…und das stresst mich sogar noch heute, obwohl ich 600km entfernt, und entspannt auf meinem Balkon sitze..

Ich gehe inzwischen wieder gerne arbeiten…und der Job macht mir Spaß und die Kollegen sind klasse. Und von Hessen nach Schleswig-Holstein zu wechseln war genau richtig… Körperlich und seelisch bin ich inzwischen wieder richtig gut dabei….

am Morgen im Moor

Nach einer erfolgreichen und langen Arbeitswoche hab ich den Start ins Wochenende mit einer Walkingrunde im Tävsmoor eingeläutet.

Am frühen Morgen im Moor zu sein ist schon toll….ich war fast allein und die Stille war unglaublich schön. Da inzwischen wieder regelmässig Flugzeuge am Himmel auftauchen, ist diese extreme Ruhe, die ich während der 1. Zeit der Corona-Krise auch zuhause geniessen konnte, leider vorbei.

Und außerdem kann man am Morgen bei Sonnenschein solche schönen Bilder machen….und Brombeeren naschen, die jetzt nach und nach reif werden…..

Mit meinem Kaffeebecher saß ich dann auch für ein paar Minuten am Moorsee ….

und mit mehr als 7km war es eine schöne und entspannte Runde.

Durchhalten…

Nach dem Urlaub komme ich wieder ins Büro und die Kollegen freuen sich, das ich wieder da bin… na das tut meiner Seele gerade mal so richtig gut.

…und mit zunehmend schlechten Wetter geht es mir auch immer besser….ja ich bin froh, das es mal wieder regnet und mit den Tageshöchstwerten von 16-18 Grad kann ich endlich mal wieder auf- und durchatmen….

So lassen sich auch die Hitzewallungen wieder besser aushalten….ich feiere gerade mit denen 10jähriges….seufz….Wie lange muss ich noch? Na nach den Allgemeinen Infos zur Menopause könnten die Beschwerden bis zum 65. Lebensjahre anhalten…..

WHAT? …..also echt? neeeeee bitte nicht….was wären ja noch einmal bis zu 13 weitere Jahre…. Wer hat sich denn diesen Blödsinn ausgedacht…..Das ist unfair…. Ich verlange Gleichberechtigung (hahaha).

Na gut …hilft ja alles nichts….aber unfair finde ich das schon ….grummel….

Erinnerungen geplündert

Heute habe ich mit einem Thema begonnen, das mich schon eine Weile beschäftigt. Ich hab ja bereits angefangen meinen Hausstand zu verschlanken…so alle 3-4 Monate durchforste ich meine Wohnung erneut nach Dingen, die ich nicht mehr unbedingt aufbewahren möchte…und interessanterweise steigt jedes Mal meine Bereitschaft mich noch weiter von Überflüssigem zu trennen.

Einen großen Bogen hab ich bisher um meine Erinnerungskisten gemacht – bis heute….Als ich eine der Plastikboxen aufmachte kam mir gleich ein muffiger Geruch entgegen…

Obenauf lagen 2 größere Kuscheltiere, die ich als kleines Kind von meinen Urgroßeltern bekommen habe…eine Teddybär, der sogar noch brummen konnte und ein Kuschel-Äffchen….direkt darunter lagen einige der Handarbeitsstücke aus meiner Schulzeit….darunter ein paar Aufsatzhefte…mein Poesie-Album, mein 1. Tagebuch…. Bilder die wir im Kunstunterricht nach verschiedenen Methoden gemalt hatten, Briefe von Brieffreunden, Verwandten…auch die einzigen Briefe meiner Mutter, Bilderalben….kleine Spielzeug-Autos und und und…..jede Menge Modeschmuck-Broschen für die Blazer die ich in den ersten 20 Jahren meines Bürojobs getragen habe (da ich durch eine Allergie keinen Schmuck auf der Haut tragen konnte, hatte ich für jeden Blazer eine Brosche…und ich hatte viele Blazer)

Ich bin heute 52 Jahre alt, hab keine Kinder denen ich das mal zeigen könnte…die Kuscheltiere hab ich sofort in eine Mülltüte getan und auch die Ergebnisse aus dem Handarbeitsunterricht. Um mich an die Kuscheltiere zu erinnern brauche ich diese muffigen Teile nicht….ich hab diese vielgeliebten und geknuddelten Stofftiere auf vielen Bildern die mein Vater damals zu Weihnachten immer gemacht hat.

Und so hab ich es heute tatsächlich geschafft meine Erinnerungskisten zu plündern…ein kleines Plastiktier, das mich seit meinen Baby-Zeiten begleitet hat, bewahre ich auf….ebenso alle Briefe, Tagebücher, Bilderalben, Schulhefte usw…und 2 der schönsten Broschen….und noch ein paar Kleinigkeiten…aber immerhin ein großer Teil ist jetzt weg….und es fühlt sich nicht verkehrt an.

Selbst meine Schwester hat mit vielen meiner Erinnerungsstücke nichts zu tun…und sie könnte damit auch keine Geschichten verbinden….es sind meine Erinnerungen – meine Geschichten und ich habe das Meiste davon in meinen Tagebüchern verewigt und sehr viele davon sind mir auch noch so bewusst.

Was ich allerdings absolut vergessen hatte fand ich in 2 alten Schulheften…ich habe tatsächlich aus der Bravo damals ALLES über „Die Profis“ gesammelt….hahhaha eine britische Serie mit Lewis Collins und Martin Shaw….ich hab alles ausgeschnitten und in die Schulhefte geklebt.. Ich hab es gerade mal gegoogelt. Die Serie gab es von 1974 – 1983 ….ich hatte den Bravo-Starschnitt der Beiden sogar an meiner Kinderzimmer-Tür….

Die neueste Erinnerungskiste ist allerdings erst 6 Jahre alt…und um die habe ich einen großen Bogen gemacht….nein, da gehe ich nicht dran…da ist alles drin was mit dem Turnier-Tanzen zu tun hat….die bleibt genauso, wie sie jetzt ist: verschlossen….Nur nicht die Büchse der Pandora öffnen….

Das sind die Turnierkleider drin, Schuhe, Kratzer, Urkunden, Trainingsschuhe, Trainingsröcke, mein Startbuch, Turnier-Ergebnisstreifen, Startaufstellungen. Das ist alles noch zu nah….zu frisch…da steckt im wahrsten Sinne noch mein Herz drin….

Wechselhaft: Wetter und Stimmung

Der Tag gestern war wechselhaft.

Gut gelaunt gestartet bin ich bei leichtem Regen erst einmal in den Ort: Waren gefahren…habe dort in einer Bäckerei gefrühstückt. Nach dem Thema mit 3-Gänge-Menü wollte ich das Frühstück im Hotel dann doch nicht dazu buchen.

Aus dem leichten Regen wurde am Vormittag dann so ein richtig lang anhaltender…aber die Luft war noch angenehm…also hab ich noch eine kleine Shoppingtour gemacht.

Der Regen blieb, die Luft wurde zunehmend wärmer und damit schwül…in Waren wurde es erstaunlich voll….und meine Laune sank ganz allmählich.

Nach dem vergeblichen Versuch zum Mittagessen am Hafen oder in de Innenstadt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen (die Kellner blickten nicht einmal auf, wenn sie einem mürrisch ihr NEIN entgegen brachten….nach so langen Wochen im Shutdown muss man das freundlich sein wahrscheinlich erst wieder lernen.), blieb es bei einem Fischbrötchen auf dem Wochenmarkt.

Aber Hallo der Backfisch kam heiß und frisch und sehr freundlich über die Ladentheke und war einfach lecker…..ich hab mir einen Unterstand gesucht um in Ruhe essen zu können.

Familien mit quengelnden Kindern (ich will nicht ins Museum, Ich hab keinen Hunger, ich will ein Eis)…und genervten Eltern (Vater mit dem Versuch zu beschwichtigen: Du brauchst Dir ja nichts anzuschauen, wir gehen nur durch. Mutter motzend zu den 4 Kindern: Es ist Mittag – JETZT wird etwas gegessen) machten es mir nicht leicht den Abstand einzuhalten. Und ältere Menschen die ihre Regenschirme wie Waffen einsetzen machten es mir auch nicht leicht, freundlich zu bleiben.

In einem Eiscafé am Hafen dann endlich ein Platz um sich nieder zu lassen und mit einem großen Erdbeerbecher war ich wieder mit der Welt versöhnt.

Doch der Gang durch die Innenstadt, selbst bei diesem Regen, war ein Spießrutenlaufen…In einem Geschäft war ich gerade in einer Umkleidekabine und eine Verkäuferin davor beschwerte sich bitterlich bei der anderen über die Kunden…das ging mehrere Minutenlang so, sie beschwerte sich lautstark wie wenig sich die Kunden erziehen lassen, das sie Sachen falsch zurück hängen usw…..

Ja ich kann ihren Ärger ja verstehen….würde mich auch nerven., das Wetter, die Kunden, das Leben….aber mir machte es dann überhaupt keinen Spaß mehr noch weiter in dem Laden zu stöbern…und das, was ich mir schon ausgesucht hatte, hab ich wieder zurück gelegt. Der Verkäuferin hab ich es auch gesagt, das ich es nicht gut finde, das sie sich so über die Kunden beschwert, denn ich bin ja auch Kunde und habe jetzt die Lust verloren hier überhaupt etwas zu kaufen. Sie hat mich etwas verdattert angeschaut, blieb aber stumm.

…und ich hatte jetzt wirklich keine Lust mehr auf diesen Ort, diese Menschenmassen. Selbst ohne Corona mag ich es nicht von so vielen Menschen umgeben zu sein….ich bin in den Naturschutzpark gefahren, habe mir mein Rad geschnappt und mich in den Wald verzogen….hahahaha

…..endlich Ruhe und Erholung…trotz des Dauerregens..jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Regel touristische Orte meide…

Wisst Ihr wie schön es klingt, wenn der Regen auf die Blätter im Wald fällt und auf den Moorsee…..ganz sanft….zaghaft und leise….

Am späten Nachmittag war der Regen vorbei, ich war vollkommen verschwitzt durch die Schwüle, den Regen und das Radfahren…im Hotel bin ich dann noch einmal unter die Dusche und danach bin ich in eine Art Schockstarre gefallen…

….in so ein schwarzes Loch. Ich wollte mich nicht mehr bewegen…konnte mich nicht aufraffen irgendetwas zu tun…ich dachte sogar darüber nach abzureisen…aber dafür hätte ich mich ja entscheiden müssen…mich bewegen müssen…ich hab einfach dagesessen und vor mich hingestarrt.

Ich muss zugeben, das kam nicht ganz unerwartet…schon seit letzter Woche merke ich zunehmend, das ich mal wieder in so eine Stille drifte. Ich hab versucht es abzufedern, zu umschiffen. Aber alles ist anstrengender geworden: das Bewegen, das Aufraffen…die Diskussionen (auch hier im Blog). Ich bin sehr schnell mental erschöpft…ich bewege mich in Summe weniger, das bekommt mir auch nicht so gut.

Also gestern Abend hab ich dann irgendwann angefangen mich doch wieder zu bewegen, langsam und unkoordiniert hab ich einige Klamotten zusammen gesucht und diese in die Reisetasche gepackt….was ich so nicht mehr brauche, habe die noch vorhandenen Reste meines Reiseproviants gegessen und mich langsam aber zunehmend aus meiner Starre gelöst. Okay – also ich bleibe noch bis Morgen…dann schaue ich mal weiter.

Heute Morgen ist diese innere Starre weg und das schwarze Loch ebenfalls…aber ich lechze weiter nach Ruhe…ich werde es heute also vermeiden in die größeren Orte zu fahren…. Also weiter geht es mit dem Urlaub

Auf Augenhöhe mit 1000jährigen Eichen

Schon gleich bei der Ankunft wurde ich von einer freundlichen Stechmücke empfangen…die war ca. 3 cm groß….und als sie sich dann sehr schmerzhaft bemerkbar gemacht hatte….hab ich sie nur noch mit dem Autoschlüssel von mir runter gekratzt…..so ohne Lesebrille konnte ich sie auch nicht näher begutachten.

Der freundliche Herr am Empfang bot mir an, NACH der Anmeldeprozedur mit doppeltem Eintragen meiner persönlichen Daten (einmal fürs Hotel , einmal als Corona-Nachweis) mir einen Eiswürfel für meinen Arm zu besorgen.

Mein Unterarm schwoll dann auch schön an…aber mit Hilfe eines Kühlakkus aus meiner Kühltasche konnte ich die Schwellung stoppen…aber weh tut es immer noch…aua…dabei ist es schon ein paar Stunden her.

Nach dieser kurzen unangenehmen Episode hab ich mich auf den Weg zum Ivenacker Baumwipfelpfad gemacht. Dieser liegt in einem Tierpark….aber es ist mehr ein Baumpark…Tiere gab es wirklich nur sehr wenige zu sehen….nicht mal die Wiesente….und DIE hätte ich gerne gesehen.

Aber alleine für den Baumwipfelpfad hat sich der Eintritt von 9 EUR gelohnt…Ich war erst am Nachmittag dort, und da waren die meisten Besucher schon wieder auf dem Weg zum Auto…so hatte ich den größten Teil des Parks fast für mich alleine….

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Der Aufstieg zu den Baumwipfeln war schön…die teilweise bis zu 1000jährigen Eichen sind wirklich imposant und so bin ich zwei entspannte Stunden durch einen wunderschönen alten Baumbestand gelaufen…dicht an dicht … so war die Hitze des Tages sehr gut auszuhalten und meine Seele konnte ich baumeln lassen.

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KLeine Anekdote am Rande:  Eine Frau hat sich auf diesem Weg verlaufen…..Wie man evtl. auf dem Bild oben sehen kann, ist der Pfad nicht sehr breit und  die Besucher wurden mit Text und Pfeilen auf als „Einbahnstraßen-System“ hingewiesen….der Weg führt langsam und mit einigen Schlenkern auf insgesamt 20 m Höhe. Es ist also nicht schwer ihm zu folgen und am Ende ist ein Turm mit einer Aussichtsplattform auf 30m Höhe und gleichzeitig mit einem Abstieg um die Besucher wieder zum Boden zu bringen.

Auf dem 1. Drittel kam mir eine Frau (Ohne Maske – bei Maskenpflicht) entgegen, als sie mich sah, zog sie schnell den Mund-Nase-Schutz über. Als ich sie auf das Einbahnstraßen-System aufmerksam machte, meinte sie, es würde da oben nicht weiter gehen…es gäbe keinen Abstieg…und ist dann weiter runter gelaufen…nur das Unten am Eingang zwar eine Drehtür ist, aber die ist so gebaut, das man zwar rein, nicht aber raus kann….

Später als ich am Ende der schönen Tour  von der Aussichtsplattform nach unten laufen wollte, traf ich die Frau wieder….jetzt hätte sie es doch noch gefunden hahaha- sehr schön…

Weekender ?

Ich hab meine Reisetasche aus dem Schrank geholt…jetzt wo ich alle Klamotten gebügelt und im Schrank hängen habe, kann ich ja wieder aus dem Vollen schöpfen.

Ach – ich hab erst letzte Woche gehört, es heißt jetzt nicht mehr Reisetasche, sondern „Weekender“…hahaha…. Ich packe also meine REISETASCHE…und nehme nicht einen der Koffer….

Ich stelle immer wieder fest, das ich überhaupt keine Lust habe einen Koffer zu nehmen, es entspricht irgendwie nicht mehr meinem Lebensgefühl…..na okay,  außerdem bin ich ja auch nur 4 Tage weg und das mit dem Auto.

Die Vorhersage für mein Ziel an der Mecklenburgischen Seenplatte liegt bei sonnig – bis bewölkt mit leichtem Regen und Temperaturen von 24-29 Grad…hahahha  Zusätzlich möchte ich Fahrrad fahren, wandern und hoffentlich auch paddeln…mit anderen Worten ich brauche sehr unterschiedliche Sachen…

Aber eigentlich ist es wiederum ganz einfach:  sportliche Kleidung von warm bis nass…. also kein Problem davon hab ich genug ☘🤸‍♀️…so langsam kommt die Vorfreude  und ich hab schon nach Kanälen gesucht  mit Bootsverleih… und und und ….Morgen geht es ganz früh los…. hibbel

60 ist nicht alt

Anfang der Woche hab ich, mit Blick auf den Kalender, realisiert das mein Ex-Mann seinen 60. Geburtstag hat.

Der nächste Gedanke war: man der ist ja schon echt alt.

Na klar weiß ich, das 60 NICHT alt bedeutet und auch gar nicht heißt ,das man nicht mehr im Leben steht.

Aber aus der Sicht einer 52-Jährigen ist 60 dann schon noch ein großer Sprung …und dann realisiere ich auch erst, wie alt ICH schon geworden bin…. Da ich mich wesentlich jünger fühle ist das immer so ein kurzer Moment des Aufmerkens..

Ich war 16 und er 24 als wir zusammen gekommen sind und für meinen Vater war dieser Mann: einfach zu alt für mich….hahahaha und dann auch noch ein Motorrad-Fahrer….

Na immerhin waren wir dann 18 Jahre zusammen….und nun wird dieser immer jungenhaft und oft kindlich wirkende Mann auf einmal 60.

Irgendwann nach der Scheidung hat er darum gebeten, das ich mich nicht mehr zu Geburtstagen usw. melde und ich habe mich daran gehalten, um ihm das Leben nicht  zu erschweren. Aber jetzt hab ich ihm doch eine SMS geschrieben um zu gratulieren (Whatsapp oder andere social Media nutzt er nicht )….

Er hat sich dann auch sehr schnell für die Glückwünsche bedankt und  geschrieben das er sich einen gemütlichen Tag  in seinem „Paradies“ macht…. das ist der  ehemalige Selbst-Versorger Hof  (in Westfalen sagt man auch „Kotten“) seiner Tante, den er wohl nach ihrem Tod geerbt hat.  Da gab es bis vor 20 Jahren nicht mal eine Wasserspülung für die Toilette und kein Badezimmer….geheizt wurde über den Alles-Fresser-Ofen in der Küche und die anderen Räumen hatten für die ganz kalten Winter eine Heizung die man manuell mit Öl füllen musste.

Und die Toilette mit Grube darunter war im Waschküchen-Anbau….  der ganze Kotton liegt sehr einsam in einer Senke, umgeben von Feldern und in der Nähe zum Groß-Bauern….wir waren früher fast jedes 2. Wochenende dort um beim Ernten zu helfen (ich) oder um Holz zu hacken (er)….

Aus seinen Nachrichten klingt sein Leben zufrieden und friedlich und das ist genau das, was ich mir für ihn gewünscht habe.