Kleine Zimtschnecken am Morgen

Kurz nach dem Aufstehen heute Morgen…es ist ja Sonntag, wollte ich mich mit dem Kaffee ganz entspannt ins Wohnzimmer setzen und erst einmal gar nichts tun.

Das hat definitiv nicht geklappt, bereits im Flur – mit dem Kaffeebecher in der Hand – habe ich kehrt gemacht…ach ich könnte ja mal eben den Hefeteig ansetzen…dann hab ich am späten Vormittag schon meine kleinen Zimtschnecken fertig.

Im Internet ist mir ein Rezept für „Zimtschnecken vom Blech“ zugelaufen (also wurde mir angezeigt). Das Rezept war sehr einfach – und ich hab es dann noch einmal etwas abgewandelt, weil ich diese Zimtschnecken eben nicht groß und nicht so hyper fluffig wollte…sondern eher Kleinere und das ist mir tatsächlich gelungen, auf dem Bild täuscht die Größe etwas..ich habe auch nur die Hälfte des Teigs genommen:

Das Besondere an meinen Zimtschnecken ist, das die Füllung eben nicht zu gleichen Teilen aus Butter, und Zucker, sowie Zimt besteht, sondern aus viel weniger Butter, dafür mehr Dattelsirup und viel Zimt und sie sind super lecker geworden..

Beim Aufstreichen der Füllung war ich jedoch nicht so exakt und so haben einige Schneckchen weniger Füllung und bei anderen ist die Menge einfach perfekt. Und auch für das Schneiden der gefüllten Teigrolle hatte ich nicht das optimale Messer genommen…so habe ich eher den Teig gedrückt, als geschnitten…die Form der einzelnen Schnecken ist daher nicht wirklich rund – aber dafür sind sie hausgemacht.

Und während die Schneckchen noch im Backofen waren, habe ich aus 2 übrig gebliebenen Bananen mal wieder ein Bananenbrot gebacken…das ist jetzt noch im Backofen.

Ich habe es jetzt bis ins Wohnzimmer geschafft und freue mich bei einem weiteren Kaffee und lauwarmen Zimtschneckchen auf einen entspannten Sonntag.

Auf Dienstreise – es hat sich etwas verändert

Unsere Woche in der Firmenzentrale war dieses Mal sehr merkwürdig. Im Laufe der Jahre war ich ja schon öfter dort. Meistens zusammen mit dem Controller, dann einmal zu Viert (noch mit dem Schweigsamen), die letzten Male wieder zu Dritt (der Controller, Katrin und ich).

So auch dieses Mal. Montagmittag ging es los…ich hatte wieder einmal das Glück das ich von Zuhause abgeholt wurde. Das Fahren hat dieses Mal Kollegin Katrin übernommen. (in der Woche zuvor war ich ein paar Tage ausgefallen wegen eines grippalen Infekts und hatte mich nur langsam erholt, war deshalb die ganze Woche nicht im Büro und hab es sehr genossen mal hinten im Auto zu sitzen und nichts machen zu müssen).

Am Abend waren wir dann noch zu Dritt zusammen im Hotel-Restaurant. Aber der Controller fühlte sich schon seit dem Wochenende nicht ganz wohl (er war am Wochenende in der Elbphilharmonie – ich hab also nichts mit seiner Erkältung zu tun…wir haben uns mehr als 1 Woche nicht gesehen) und für den Rest unseres Aufenthalts haben wir ihn dann nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Er hat sich nämlich am nächsten Morgen krank gemeldet und blieb bis zu unserer Rückfahrt Freitagmorgen in seinem Hotelzimmer. Er wollte auch nicht mit uns Essen und unsere Angebote ihm etwas aus der Apotheke zu besorgen, hat er unbeantwortet gelassen. Stattdessen hat er unsere Finanzchefin gebeten ihm etwas zu besorgen (das fanden wir alle sehr merkwürdig, also das er uns nicht gefragt hat…immerhin wohnen wir im gleichen Hotel – aber gut – seine Entscheidung). Muss ich erwähnen das auch die Chefin mehr als irritiert war?

Katrin und ich haben uns also an den folgenden 3 Tagen abends auf den Weg in die Stadt gemacht, um ein Restaurant fürs Abendessen zu finden…unsere sonst üblichen Ziele waren wegen Renovierungen und Geschäftsaufgabe nicht verfügbar…also haben wir Neue Wege beschritten und wurden nicht enttäuscht.

Alle 3 besuchten Restaurants waren gemütlich und hatten tolles Essen…es waren schöne Restaurantbesuche und mir ging es auch gut damit, mit der Kollegin die Abende zu teilen. Tagsüber saßen wir auf verschiedenen Stockwerken (jeder bei einer anderen Gruppe von Controllern – unseren Jobs entsprechend). Mittags haben wir uns nur kurz beim gemeinsamen Mittagessen gesehen und bei einem Meeting mit der Finanzchefin.

Nach Feierabend hab ich ihr dann gerne den Firmenwagen überlassen und bin jeden Abend von der Firma zum Hotel gelaufen…so hatte ich genügend inneren Abstand und die Ruhe die ich brauchte, um dann mit der Kollegen angenehme Abende verbringen zu können, ohne das es mir zu viel wurde.

Also das Fazit dieser Woche in Dänemark: Dem Controller hat es überhaupt nichts gebracht…er war ja krank. Die Kollegin Katrin hatte viele Meetings und übernimmt mehr und mehr die deutsche Hauptfirma, um die sich der Controller bei der Datenmigration so gar nicht kümmern möchte. Sie findet das überhaupt nicht schön…übernimmt aber stillschweigend viel Verantwortung und kümmert sich um das, was getan werden muss (und hat damit meinen vollen Respekt).

Das Meiste was ich in dieser Woche gelernt habe, wäre auch über Teams gegangen. Und auch wenn mich die Kollegen nicht wirklich unterstützen konnten, weil sie vieles selber noch gar nicht wissen…so bin ich doch jetzt mehr Teil des Teams…hatte viele nette Unterhaltungen…werde auch in so kleine allgemeine Lästereien mit einbezogen oder auch mal um meine Meinung bei bestimmten Sachverhalten gefragt.

Trotzdem war diese Dienstreise wichtig für mich: habe ja 3 Firmen an 2 Kollegen abgegeben und 2 Firmen von Anderen übernommen…allein das hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Na klar gibt es überall Besonderheiten und über die muss man ja informieren und vor allem auch: wer macht jetzt noch was.

Sogar das Teammeeting wurde extra auf Englisch abgehalten, damit ich teilnehmen konnte ….es ist für viele inzwischen fast normal, das ich da bin – und kann dort trotzdem ganz in Ruhe arbeiten. Inzwischen kenne ich auch viele Kollegen aus anderen Abteilungen und die Kollegin vom Empfang freut sich jedes Mal riesig wenn ich komme und empfängt mich immer mit einer herzlichen Umarmung.

Demnächst wird diese Teil-Abteilung wohl auch in eines der neuen Gebäudeteile umziehen, ich hab schon mal vorsorglich darum gebeten, doch den „Ersatz-Arbeitsplatz“ an den ich jetzt und schon die Male zuvor platziert wurde, genau so mit zu übernehmen…also mit der „alten“ Ausstattung…denn die ist auf meinen Laptop-Typ abgestimmt…und das ist eben noch die alte Version.

Während die Kollegen inzwischen bereits mit einer neuen Generation von Laptops und Dockingstation arbeiten. Die Teamleiterin hat versprochen daran zu denken oder ich solle mir doch ebenfalls eine neue Ausstattung geben lassen. Ja gerne – aber nicht gerade jetzt…noch mehr Veränderungen vertrage ich gerade nicht. Sie musste lachen, als sie mein erschrockenes Gesicht dabei sah, als ich das sagte.

Etwas hat sich also verändert bei diesem Besuch: ich fühle mich als Teil dieses Controlling Team, Katrin hat sich aus dem Schatten des Controllers befreit und lernt wie wichtig sie bereits für die Firma ist und der Controller fällt mit seinem merkwürdigen Kommunikationsverhalten auch beim Change-Team und unser aktuellen Vorgesetzen auf. Es wurde bereits in unserem Beisein angemerkt, das er nicht wirklich bei der Migration mitarbeitet, nicht nach Lösungen sucht und desinteressiert erscheint.

Ich glaube das haben wir alle Drei so nicht erwartet, wie sich die Woche entwickelt hat. Ich bin gespannt, wie es mit uns weiter geht…vor allem wann wir tatsächlich einen deutschen Teamleiter bekommen und was sich dann ändern wird.

Es bleibt alles chaotisch und fast unmerklich entwickelt es sich für mich zu einem spannenden Feldversuch in Sachen sozialer Interaktion innerhalb einer Gruppe, die sich nicht aus dem Weg gehen kann. Die Rollen innerhalb der Gruppe verschieben sich und damit auch das Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder zueinander und zu Dritten.

Die Neue Anonymität

Hallo Ihr Lieben…da bin ich auch mal wieder. Die Tage und Wochen verfliegen und meine Arbeitstage sind lang und vollgestopft mit Problemen und dem ständigen Versuch wieder so etwas wie Normalität hinein zu bekommen. Leider vergeblich.

In Sachen Daten-Migration auf das neue System hinken wir ca. 2 Wochen hinterher…während ich gleichzeitig versuche meine Jahresabschlüsse fertig zu bekommen, den Arbeitsalltag im neuen System zu entdecken und ich gleichzeitig 3 Gesellschaften versuche endgültig abzugeben und gleichzeitig 2 neue Gesellschaften zu „lernen“. Es ist gar nicht so leicht in so einem Umbruchsprozess ein paar Gesellschaften loszulassen…weil ja noch so vieles ungeklärt ist. Für die Übergabe letzte Woche hatte ich alles so gut wie möglich vorbereitet…leider funktioniert aber vieles im neuen System noch nicht und da noch keine Vorjahreswerte drin sind, kann die Kollegin vieles noch gar nicht sehen…also mache ich es dann doch noch.

Es ist chaotisch und ich versuche mich vom Eiligsten zum Dringendsten durchzuwühlen. Dabei habe ich die ganze Zeit ein diffus ungutes Gefühl, welches ich bisher nicht benennen konnte.

Heute nun WEIß ich endlich, was es ist, was mich an dem neuen Programm so richtig abschreckt.

Es ist unglaublich, aber das Programm ist dafür geschaffen, das ein Buchhalter nur noch anonymisiert arbeitet und sich nichts auf Anhieb abstimmen lässt. Das ist ein Umstand, den ein Vollblut-Buchhalter nur schwer akzeptieren kann, denn es ist das Wesen der Buchhaltung, das man eigentlich ständig damit beschäftigt ist, Daten abzustimmen…und sich selbst immer wieder zu kontrollieren…immerhin geht es um große Zahlen und damit um viel Geld.

Aber dieses Programm wurde tatsächlich so aufgebaut, das die Buchalter maximal im Unklaren bleiben:

-Zahlläufe werden erstellt, ohne die Gesamtsumme der Überweisungen zu sehen

-Kontoauszüge werden verbucht, ohne den Banksaldo zu erkennen

-Sachkontenbuchungen werden erstellt, ohne das man auf den entsprechenden Konten die Umsatzsteuer oder das Gegenkonto erkennen kann. Und man erkennt auch an den Belegnummer kaum noch, über welches Modul (Banken / Sachkonten / Debitoren- oder Kreditorenbuchhaltung ) die Buchung erfolgt ist. Wer jetzt keine guten Buchungstexte schreibt ist verloren.

-Man kann nicht einmal mehr anhand der Debitoren- oder Kreditoren-Nummern erkennen, was nun was ist…weil beide Arten mit derselben Zahl beginnen und auch die gleiche Länge haben. Bisher hatten Kreditorennummer am Anfang eine 7 und Debitoren eine 1….nun sieht alles gleich aus.

Ich habe heute angefangen meine beiden „neuen“ Firmen, die schon länger auf diesem System laufen, zu überblicken….offene Posten und Zahlläufe, Kontoauszüge usw.. Das hat ewig gedauert, sich da durch zu wühlen, weil eben nichts mehr offensichtlich ist.

Ja klar…man findet dann das Meiste irgendwie irgendwo…aber nicht mehr so schnell und unkompliziert, wie in all den anderen Systemen, mit denen ich vorher gearbeitet habe. Das ist irritierend und verunsichert mich zugleich…weil selbst so Kleinigkeiten, wie ein Sachkonto aus dem BuchhaltungsSystem ins Excel zu ziehen und es von dort aus aufzuschlüsseln, nun viele viele Mausklicks bedeutet…alles ist so umständlich. Es gibt auch keine Shortcuts und nach jedem Report suche ich noch Ewigkeiten.

Das System kann dafür 1000 Dinge, die man als Buchhalter nur selten braucht, aber so grundlegende Dinge wie eine Offene Postenliste Kreditoren ist dafür gut versteckt….ich hab sicher fast 20 Minuten gesucht, bis ich sie durch Zufall gefunden habe…jetzt habe ich es mir markiert und finde sie quasi blind…aber das alles ist trotzdem maximal umständlich.

Nach diesem Arbeitstag kann ich mir das nur so erklären: das Programm wurde geschaffen für maximales Aufgabensplitting, so das möglichst kein einzelner Mitarbeiter mehr einen Überblick über die gesamte Buchhaltung erhält.

Für wenn das toll sein soll, verstehe ich zwar überhaupt nicht…aber es erklärt, warum ich bei manchen Lieferanten anrufe und sie mir auf meine Fragen antworten: Sorry, aber das sehen wir hier nicht. Ich hab immer gedacht, die sind zu blöde mir z.B. zu sagen, über welches Bankkonto sie die Abbuchung initiiert haben…Nun- jetzt habe ich selber das Problem, nichts mehr erkennen zu können.

Aber es beruhigt mich, das ich es jetzt benennen kann…und ja klar, ich werde im Laufe der Zeit noch viel dazu lernen und vielleicht wird es noch besser werden, aber so richtig schön ist das nicht.

Wir waren ja in der letzten Woche in der Firmenzentrale im Hohen Norden Dänemarks, damit mir die Contoller-Kollegen helfen können, wenn ich fragen zum Handling habe. Irritierend war jedoch, das diese auf meine Fragen oft nur mit Unverständnis reagiert haben.

Häää – was willst Du machen? – eine manuelle Zahlung über das interne Bankenmodul. So etwas gibt es? Neee – nie gehört. Unsere Kollegin aus dem Change Team hatte es mir ein paar Tage zuvor gezeigt, ich hab aber irgendwie einen Schritt beim Aufschreiben vergessen und wusste nicht mehr, wie ich dahin komme…später hab ich es durch Zufall selber gefunden.

Wie kommt es, das die Kollegen, die schon viele Monate damit arbeiten, das nicht wissen und auch einige andere meiner Fragen liefen ins Leere…ich habe dann aufgegeben die Controller-Kollegen zu fragen und mich lieber direkt an das Change-Team gewendet.

Viele Programmteile funktionieren noch nicht, Vorjahreswerte haben wir noch nicht, das interne Bankmodul funktioniert noch nicht mit allen Banken…jede 3.Buchung, auch im Rechnungsprogramm läuft auf einen Fehler, weil etwas nicht eingerichtet oder falsch eingerichtet wurde…ein Haken vergessen wurde, die Firma für „solche Buchungen“ gar nicht vorgesehen ist (willkommen in der Realität wo nicht alles nur schwarz oder weiß ist, sondern viel Grauschattierungen aufweist) oder oder oder.

Oder auch nur das die neuen Sachkonten so entstellte Bezeichnungen haben, das ich maximal verunsichert bin, soll DAS jetzt das richtige Konto ein. Aus dem einfachen Konto „Zinserträge Bank“ wurde jetzt „Interest income project financing“…ja darauf muss man erst einmal kommen.

Immerhin finde ich mich im Bankenmodul schon einigermaßen zu recht…und auch manuelle Umbuchungen gehen mir schon fast flüssig von der Hand…für alles was darüber hinaus geht, hatte ich noch keine Zeit, da ich ja die meiste Zeit immer noch im Altsystem die Jahresabschlüsse für 2024 erzeuge und die Umsatzsteuervoranmeldungen usw. machen muss, die Daten für die Wirtschaftsprüfer zusammen stelle und die Jahresübersichten für Landeigentümer, Servicepartner und einige externer Betriebsführungs-Gesellschaften erstellen muss.

Es ist ja nicht so, als ob ich mich sonst zu dieser Jahreszeit entspannt zurück lehnen könnte…nun ist alles gleichzeitig und ich versuche weiterhin mich immer auf eine Aufgabe zu konzentrieren und alles Andere auszublenden, ansonsten würde ich durchdrehen.

Und tatsächlich geht es mir mental besser, als gedacht….meistens schaffe ich es einigermaßen ruhig zu bleiben und mich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren…die Arbeitstage sind lang aber ich bin guten Mutes…denn zumindest meine Jahresabschlüsse 2024 laufen bisher ganz gut..

Ich habe zwar immer noch einen ganzen Stapel Firmen vor mir, aber das sind dann die, die ich komplett allein bearbeite – das ist etwas einfacher.

Die kompliziertesten Firmen sind schon bei den Dänischen 2.Controllern, also meinen Teil hab ich erledigt…jetzt kommt noch der dänische Teil (für die dänischen Investoren). Und anschließend geht alles an die Wirtschaftsprüfer.

Die Abende gehören mir, meistens laufe ich noch meine Walking-Runde….nur heute nicht – heute sitze ich auf der Couch und schreibe mal wieder hier in WordPress.

Habt einen schönen Abend .

Spagat zwischen den Welten

Hallo und guten Morgen…die letzten 14Tage habe ich gar nichts geschrieben und nur wenig gelesen. Mir blieb einfach keine Kraft und Zeit und es fehlte mir die Ruhe dazu.

Das dänische Migrations-Team kam am 14.01. bei uns in Hamburg an. Die 3 Kollegen sollten uns bei der Übernahme der Daten vom alten Buchhaltungssystem auf das Neue unterstützen. Wir drei Buchhalter saßen also im Kick-Off-meeting voller Tatendrang und das erste was der Kollege sagte war: also wenn Ihr Fragen habt, dann fragt…..und das sagte er gleich mehrmals. und dann sagte er gar nichts mehr.

Fragen?? Moment einmal – soweit sind wir doch noch gar nicht. Denn wir wissen ja NICHTS. Ich habe also interveniert: IHR müsst UNS doch sagen, wie weit Ihr mit dem Konten-Mapping sein, was Ihr schon wie vorbereitet habt, was schon läuft und dann müsst Ihr uns sagen, was WIR jetzt machen sollen. Wo können wir schon Daten verifizieren, was können wir tun. Bitte fangt nicht mittendrin an, sondern redet mit uns.

Naja dann kam so ganz langsam raus…jaaa die Vorbereitungen für die Datenübernahme sind noch gar nicht alle geschaffen…vieles ist noch nicht fertig….soll aber heute, morgen oder demnächst laufen. Kleiner Spoiler: 14 Tage später läuft vieles immer noch nicht. Und ich rede nicht vom Arbeiten im neuen System, sondern nur von der Datenübernahme.

Es war genau so, wie ich es befürchtet hatte…letztlich haben wir zwar schon bei einigen Gesellschaften Bankdaten im System, bei den meisten jedoch nicht. Bei einigen gibt es schon Offene Postendaten für Debitoren und Kreditoren, bei einigen jedoch nicht. Bilanzwerte gibt es auch noch nicht, vom Anlagevermögen ganz zu schweigen und ach ja das Sachkonten-Mapping gibt es ….na ratet mal: Genau auch noch nicht in „fertig“.

Die Power-App läuft auch noch nicht (der Hersteller musste nach mehr als einem Jahr noch einmal ganz von Vorne anfangen zu programmieren, weil das Ergebnis inakzeptabel war…na gute Nacht) – dafür gibt es neue Excellisten, die man ausfüllen muss, wenn man einen neuen Lieferanten anlegen muss, um dann mehrere Tage zu warten, bis diese von einem ITler angelegt werden…und wenn ich einen neuen Kunden habe, muss ich das Change-Team anschreiben….Welches ich aber ab sofort (also nach den 14 Tagen) nicht mehr direkt anschreiben darf, sondern über das reguläre Ticket-Modul – mal sehen wie lange ich dann warten muss).

Unser Startschuss war also kein „Schuss“ eher ein kleines Plöpp, aber die dänische Kollegin, die schon die Controller in DK durch die Umstellung begleitet hat, ist wirklich Gold wert.

Sie war auch die Einzige, die tatsächlich die 2 Wochen bei uns blieb und die dann alles gemanagt hat…sie wusste immer was zu tun ist, wen wir fragen konnten und die mit ihrer ruhigen und freundlichen Art immer Lösungen gefunden hat…aber auch sie konnte keine Wunder vollbringen…immerhin hat auch sie nur einen Kopf und 2 Hände und musste ihre Aufmerksamkeit auch auf die polnischen Kollegen, die ja zeitgleich migriert werden, richten. Aber für uns war sie hauptsächlich da und das war auch notwendig und gut ist, sie spricht gutes Deutsch…was vor allem für Kollegin Katrin eine große Hilfe war.

Sie und Katrin haben sich durch hunderte G+V-Sachkonten gequält und das Konten-Mapping übernommen…diesen Schritt hatte die dänische Kollegin bereits Mitte letzten Jahres angefangen und dann aber aus den Augen verloren…das war natürlich nicht schön für uns…aber ich kann es ja sogar verstehen. Auch in der Zentrale gab es sehr viele Probleme und dort sitzen eben ca. 30 Controller…nicht 3, wie bei uns. Da lagen die Prioritäten ganz klar woanders.

Sooo ich kann jetzt zumindest im neuen System Kontoauszüge bearbeiten…wenn sie denn schon automatisch eingespielt werden. Wo das noch nicht funktioniert muss ich diese eben manuell buchen…okay das klappt. Ich kann schon Zahlungen machen, also dort, wo es mit den Banken funktioniert. Wenn es nicht geht, dann machen wir es eben wie bisher – direkt in den Online-Banking-Portalen.

Lieferantenrechnungen laufen jetzt auch schon ganz okay…auch wenn noch nicht alle Konten funktionieren. Hier ist für mich die größte Veränderung, das ich nicht mehr selber vorkontiere, sondern das ein Team in DK macht….und ja es funktioniert bei Standard-Rechnungen ….aber ansonsten kommen das lustige Dinge bei raus – auch das wie befürchtet.

Aber gut…ich arrangiere mich mit allem….vor allem, da ich ja nach den erfolgreich abgegebenen Quartalsabschlüssen, jetzt an den endgültigen Jahresabschlüssen 2024 arbeite…natürlich noch im alten System.

Nur, das man uns ja gleichzeitig auch unser bisheriges Archivierungs-System genommen hat, wo wir vieles automatisieren konnten…und wir jetzt ein komplett neues System lernen müssen – wo noch gar nichts automatisiert werden kann – und das wir uns „mal eben selber anhand von Tutorials beibringen sollten“…noch so nebenbei.

Da hab ich in einem Meeting mit allen Mitarbeitern aber meine Stimme erhoben und darum gebeten doch eine Online-Schulung zu bekommen, mir fehlt einfach die Zeit mich stundenlang durch Tutorials zu wühlen, nur um eine Datei wieder zu finden…und ich war nicht die Einzige die das so sieht und prompt bekamen wir sogar 2 Schulungen innerhalb der letzten 14 Tage. Na hoppla – geht doch.

Einmal wie man Dateien wieder findet (es ist chaotisch) und einmal wie wir selber Daten speichern können (man vergibt dabei keine Dateinamen mehr…sondern es wird nur über „Keywords“ geregelt, die man nicht einmal frei wählen kann…was es doch sehr einschränkt und mehr als unübersichtlich ist).

Natürlich ist das alles zusammen, viel zu viel und in der regulären Arbeitszeit nicht zu schaffen…aber ich versuche weiterhin ruhig zu bleiben – und es klappt sogar ganz gut damit…aber natürlich spüre ich den Druck schon und schlafe wieder schlechter….aber irgendwie geht es mir doch besser, als gedacht…weil ich mich nicht mehr verrückt mache.

Ich ziehe mich auf der Arbeit in mein Büro zurück…bin nicht mehr für alle Gespräche und Motzereien von Kollegen offen, lasse ein Telefonanruf von Kollegen auch schon mal ins Leere laufen wenn es so gar nicht hinein passt (können wir ja eine Mail schreiben) und konzentriere mich sehr stark immer auf die nächste Aufgabe…und dann auf die Nächste.

Und wenn mir danach ist, weil ich mal eine Pause brauche oder ich merke das meine liebsten Kollegen redebedarf haben…dann nehme ich mir die Zeit dafür…weil auch mir das auch gut tut.

Es nutzt ja nichts hektisch zu werden weil viele unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig fertig sein sollen…das geht eben nicht. Ich habe wirklich dazu gelernt…aber ich bin froh, wenn ich in 1-2 Wochen endlich alle 27 Jahresabschlüsse auf den Weg gebracht habe….dann kann ich mich auch auf unsere neuen Programme konzentrieren.

Aktuell ist es ein ständiger Spagat zwischen der alten und neuen IT-Welt und zwischen Resignation und Hoffnung das alles doch noch gut wird.

Und Montag fahren wir jetzt für 1 Woche in die Zentrale…..na mal sehen ob uns das viel weiter hilft

Samstagmorgen – bei Sonnenaufgang

Schon kurz nach dem Aufstehen heute, hab ich meine komplette Planung für diesen Samstag, über den Haufen geworfen.

Ich war bereits um 6 Uhr fertig geduscht und angezogen, hatte die Küche sauber gemacht und wollte mich gerade mit dem ersten Kaffee des Morgens, an meinen privaten Laptop setzen, um hier einen Beitrag zu schreiben, als mir einfiel, das ich das noch weit geöffnete Fenster im Schlafzimmer besser schließen sollte…

Es waren -2 Grad draussen und die Luft im Zimmer war soo klar und frisch und beim Blick aus dem Fenster sah ich, wie sich so gaaaanz allmählich die Nacht verzog und einen schönen Sonnenaufgang versprach.

Das war der Moment, in dem ich beschloss, ich möchte nach Draußen um den schönen Morgen zu genießen. Flugs hab ich den Kaffee in einen Thermobecher umgefüllt und zur Seite gestellt, meine gefütterte Mütze tief über beide Ohren gezogen, Winterjacke, Schal und Wanderschuhe angezogen und keine 5 Minuten später, war ich schon vor der Tür.

Ich liebe diese klare, frische und sehr kalte Luft und der Morgen wollte einfach von mir aufgesogen werden…ich lief also dem Sonnenaufgang entgegen, atmete tief ein und aus und schon musste ich lächeln. Ja es geht mir gut.

Ich war fast 1 Std. 20 Min. unterwegs, hab meine Walkingstrecke modifiziert und bin dabei knappe 6km gelaufen. Ich habe jede Minute genossen.

Kaum war ich wieder zuhause,habe ich mich über den heißen Kaffee gefreut…aaaachhhh schööön.

Aber ich hatte keine Ruhe sitzen zu bleiben…ich hatte Lust zu kochen. Hatte gestern schon alles Mögliche eingekauft und mich nun ans Werk gemacht.

Zuerst habe ich aus scharf angebratenem Hühnerklein mit viel frischem Gemüse eine kräftige Hühnersuppe gekocht…und später dann noch eine Hühnchenbrust leicht mit köcheln lassen.

Paralell hatte ich einen Weißkohlkopf in schmale Streifen geschnitten und mit weiterem kleingeschnittenem Gemüse erst angebraten und dann zu einem vegetarischen Eintopf gekocht.

Beides ist echt lecker geworden und passt super in mein Wochenende. Seit einer Woche muss ich ständig niesen und mir läuft die Nase…ansonsten bin ich aber topfit…aber irgendwie schniefe ich ständig….also eine kräftige Hühnersuppe hilft da allemal.

Ich habe mir angewöhnt solche Suppen immer ohne Füll-Beilage zu kochen…so kann ich immer spontan entscheiden ob ich sie lieber pur oder mit Kartoffeln, Reis oder Nudeln essen möchte. Heute entscheide ich mich für den puren Genuss.

Das Hühnerlein hab ich aus der fast fertigen Suppe gefischt und vom Fleisch befreit…die gekochte Hühnerbrust hab ich ebenfalls von den Knochen befreit und das pure Fleisch kleingeschnitten und zurück in die Suppe getan. Das mit dem Hühnerklein + Hühnerbrust, anstelle eines kompletten Suppenhuhns hat den Vorteil, es geht insgesamt schneller mit dem Kochen.

Die Suppe gibt es heute und den Kohleintopf Morgen. Die Reste friere ich, wie immer, ein.

In dieser Woche hab ich kaum gekocht, weil ich einfach zu beschäftigt war, um frisch zu kochen, sondern habe mich stattdessen aus dem Gefrierschrank bedient.. Genau für solche Zwecke habe ich ihn ja mit selbst-gekochtem Essen gefüllt. Der neue Gefrierschrank ist kleiner, als der Vorherige und das ist gut so.

Nachdem ich durch den Überschwemmungsschaden den Inhalt des letzten Gefrierschranks fast komplett entsorgen musste, wollte ich mich mit einem etwas kleinerem Exemplar davor schützen, zu viel einzufrieren….und ja es funktioniert gut so.

Ich bin nun gezwungen öfter erst aus dem Gefrierschrank zu essen, bevor ich neu koche…das hilft mir, mich mit den Mengen besser zu arrangieren. Ich koche nämlich gerne große Töpfe voll gutem Essen.

sooo und jetzt erhole ich mich ein wenig, bevor ich später dann doch noch etwas arbeiten werde…Ab Montag startet bei uns das „angeordnete Chaos“…also unsere neue Software, dafür muss ich noch einiges vorbereiten, zu dem ich bisher nicht gekommen bin.

Auf Sicht fahren

Die Tage vom 30.Dezember bis Jetzt zum Ende der 1.Woche im Neuen Jahr, waren für mich zum Glück von Außen ziemlich ruhig…so das ich an allen Tagen (das meine ich übrigens wörtlich) ganz in Ruhe arbeiten konnte.

Ich arbeite aktuell vor allem daran, nicht in Hektik und Stress zu geraten…und es gelingt mir alles Wegzudrücken und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren…d.h. ich arbeite an den Abschlüssen für das 4.Quartal bzw. an den Jahresabschlüssen und habe schon einige fertig melden können.

Die erste große Deadline für die Abschüsse ist der 08.01. und bis Morgen sollte ich es endlich geschafft haben, meinen Rückstand in der Vorbereitung, aufgeholt zu haben, um dann mit den Umsatzschätzungen für Dezember und den daraus resultierenden Aufwandsrückstellungen auch die nächsten Gesellschaften fertig zu bekommen, das ich diese Firmen den 2. Controllern in DK übergeben kann.

Das Wegdrücken und Ignorieren von allen weiteren Problemen und Sorgen wegen der System-Umstellung und der fehlenden Vorbereitungszeit, gelingt mir gerade ziemlich gut. Das heißt ich fühle mich nicht gestresst oder gehetzt…aber es gibt dabei einen Haken: Das Ausblenden kostet mich eine Menge Kraft…was mir so gar nicht bewusst war.

Das führt dazu, das ich Abends früh müde werde, oft bereits um 20 Uhr auf der Couch einschlaf. Wenn ich dann wieder wach werde, tapse ich nur noch ins Bett – egal wie spät es ist …aber immerhin schlafe ich dann doch meistens durch. Wenn ich doch mal nachts wach werde, schaffe ich es schnell wieder einzuschlafen und komme nicht mehr ins Grübeln.

Ich arbeite ruhig und höchstmöglich gelassen eine Gesellschaft nach der anderen ab….versuche jede Art von Störung zu vermeiden…und vor allem vermeide ich das Vorausdenken.

Und verzichte damit auf eine meiner wichtigsten positiven Eigenschaften: Vorausdenken und Vorplanen. Das ist eine Eigenschaft, die mir sonst immer hilft alles im Blick zu behalten und mich vor unliebsamen Überraschungen zu wappnen….eigentlich hilft sie mir auch. mich vor plötzlich auftretendem Stress zu schützen (weil ich eben dadurch nichts vergesse, was dringend oder extrem wichtig ist).

Aber in der jetzigen Phase von kurzfristigen Deadlines für Jahresabschlüsse, Tagesarbeit und kompletter Systemumstellung, würde mich jede Form von Vorausplanung nur unnötig stressen. Weil alles was nach dem 13.01. passiert, für uns komplett ungewiss ist.

Der 13.01. ist der Tag, wo unser vorgelagertes Rechnungsprogramm vom alten Buchhaltungssystem abgekoppelt und an das neue System angeschlossen wird. Und einen Tag später kommen dann bereits die Kollegen aus DK, um uns bei der Umsetzung auf das Neue System zu unterstützen.

Dabei sind immer noch nicht alle Prozesse im neuen System abbildbar und wir fühlen uns alle 3 nicht fähig mit dem neuen System zu arbeiten. Gleichzeitig wird ja auch unser Daten-Managementsystem am 09.01. migriert und wir bekommen nicht einmal eine Online-Schulung, sondern sollen uns das selber mittels hauseigener Tutorials selber beibringen….hahahaha WANN soll ich das denn bitte auch noch machen.

Aus dem Grund habe ich ja beschlossen, ich lasse mich nicht mehr davon beherrschen…sondern ich arbeite „auf Sicht“. Eines nach dem Anderen…und konzentriere mich immer nur noch auf das, was gerade nötig ist, um die nächste Firma fertig zu bekommen.

Alles andere muss warten…und wenn ich nicht fertig werde, dann ist das eben so. Auch wenn es mir schwer fällt…

Versöhnliches Jahresende

Heute Morgen bin ich bereits kurz vor Sonnenaufgang zu einer stillen Walkingrunde aufgebrochen….ich wollte der Knallerei bei auffrischendem Wind am Nachmittag / Abend entgehen.

Der Wind hatte bereits am Morgen spürbar zugenommen…es war sehr ungemütlich und trotzdem war es ein schöner Morgen. Und auf meinem einstündigen Weg durch die Felder habe ich noch einmal das Jahr 2024 Revue passieren lassen.

Und ich verlasse, trotz all den Ereignissen in diesem Jahr, entspannt und versöhnt das Jahr 2024….ich bin mit mir und meinem Leben zufrieden und, durch den plötzlichen Tod meines Ex-Freundes, musste ich mal wieder erkennen, wie wichtig es ist, sich in seinem eigenen Leben wohl zu fühlen und mit sich im Reinen zu sein.

Das neue Jahr kann also kommen…ich bin vorbereitet und weiß natürlich ganz genau, das die nächsten 1-3 Monate sehr herausfordernd werden …aber im Moment schaffe ich es, mich von dem Gedanken nicht unterkriegen zu lassen und vor allem nicht jetzt schon damit zu hadern und daran zu verzweifeln.

Ich werde mich von Tag zu Tag durchhangeln….mich von Problem zu Problem durchbeißen…ich habe sie wieder – die Zuversicht, das Ich das schon irgendwie hinbekommen werde.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ganz viel Zuversicht, das das Leben schön ist und auch noch besser werden kann.

Und noch mehr schlechte Nachrichten

Natürlich muss man ab einem gewissen Alter mit Krankheiten im engeren Umfeld rechnen und auch das der Tod einen Strich durch Lebensplanungen machen kann. Trotzdem kommen solche Nachrichten unvermittelt und dann ist die Drohung da, das fest geglaubte Lebens-Sicherheiten auf einmal wegbrechen könnten. Wie zum Beispiel das eine liebgewonnene Freundin auch in den nächsten Jahren noch da sein wird.

Heute Vormittag kam ganz unerwartet eine Nachricht von meinem Schwager, das die beste Freundin meiner Schwester seit Freitag notfallmässig im Krankenhause liegt: mit einem geplatztem Aneurysma im Kopf (Das Wort musste ich erst einmal googlen, um es schreiben zu können – auch wenn ich es schon öfter gehört habe). Sie wurde direkt 2x operiert und liegt auf der Intensivstation – ist aber inzwischen außer Lebensgefahr.

Mein Schwager wusste nicht wirklich, wie er es meiner Schwester schonend beibringen sollte…und auch ich hatte sofort Angst, das es sie aus ihrem gerade mühsam erreichten seelischen Gleichgewicht kegeln könnte. Außerdem war meine Schwester seit gestern Abend nicht mehr online und mein Schwager machte sich Sorgen. Beide sind seit Weihnachten mit einem grippalen Infekt leicht angeschlagen.

Ich hab sofort gesagt, er soll es Ihr per WhatsApp sagen, das die Freundin im Krankenhaus liegt und ich würde gleich losfahren und in ca. 1 Stunde bei ihr in der Reha sein…ich würde ihr dann den Rest erzählen. Hatte meinen ungeplanten Besuch bei ihr, ebenfalls per WhatsApp, angekündigt und mich auf den Weg gemacht.

Als ich vor ihrer Zimmertür stand, hatte sie aber noch keine unserer Nachrichten gelesen, entsprechend war sie über meinen Besuch überrascht. Aber es war gut das ich hingefahren bin, so konnte ich sie in den Arm nehmen und sie entsprechend positiv bestärken, das ihre Freundin lebt und außerdem außer Lebensgefahr ist…sie kann damit weiterleben, evtl. mit ein paar Einschränkungen, aber sie lebt….die Freundin ist schon über 60 Jahre und hat auch so einige Krankheiten in den letzten Jahren überstanden.

Und ich konnte ihr dann auch vom Tod meinem Ex-Freund erzählen, denn hatte sie ja auch noch kennen gelernt, als unser Vater starb.

Von der Reha-Klinik sind wir dann in ein Cafè gefahren und haben viel geredet, dann noch ein kleiner entspannter Spaziergang und nach ca. 3 Stunden hab ich mich wieder auf den Weg zurück gemacht. Meine Schwester ist seelisch stabil und kann jetzt mit den Neuigkeiten umgehen – vor allem nachdem sie mit dem Mann ihrer Freundin telefoniert hatte.

Ich finde so langsam reicht es jetzt mit den negativen Nachrichten, von Tod und Krankheit.

Wie heißt es so schön:

„Das Leben ist das was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu machen.“ John Lennon

Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Gestern am späten Abend hat mich dann noch eine traurige Nachricht erreicht.

Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich über WhatsApp angerufen. Er wäre gerade in Amerika bei seiner Schwester, deshalb der Anruf über WhatsApp.

Er hätte auch erst gerade die traurige Mitteilung erhalten, das mein Ex-Freund vor Weihnachten verstorben ist.

Wuuum – das hat gesessen.

Nun habe ich ehrlicherweise seit dem letzten Ausbruch von schwarzem Hautkrebs mit Metastasen in den Organen und im Gehirn vor ca. 4 Jahren ständig damit gerechnet, das er das nicht lange überleben wird. Aber dann kam neben OP, Chemo, Bestrahlung und was weiß ich, eine teure und langwierige Stammzellen-Therapie und die hatte wohl gut bei ihm angeschlagen. Aber selbst mit dieser Therapie war seine Lebenserwartung auf nur wenige Jahre geschrumpft.

Es ging ihm aber zunehmend besser und da ich nichts weiter gehört hatte, ging ich davon aus, das es ihm gut geht….und so war es wohl auch, wie mir der Freund versicherte.

Am 16.Dezember haben die Beiden am späten Nachmittag noch miteinander telefoniert, weil der gute Freund Geburtstag hatte…und ca. 1 Stunde später ist mein Ex-Freund dann plötzlich gestorben – aber nicht am Krebs, sondern an einem Herzinfarkt.

Das hat mich dann richtig geschockt.

Es tut mir so leid für meinen Ex-Freund….ich hätte ihm ein langes und erfülltes Leben gewünscht…weiß aber natürlich auch, das er mit dem Leben immer haderte…sich benachteiligt fühlte, weil er nicht zu den Schönen und Reichen gehörte…er wollte immer „da Oben“ mithalten, dieser „Banker-Schnösel“ wie ich ihn immer genannt habe. Er war nie mich sich und seinem Leben im Reinen. Lügen war für ihn eine ständige Option sich besser darzustellen…etwas was unsere Beziehung von Anfang an belastet hat…ich hasse Lügen und er hat mich in vielem belogen.

Ich habe versucht ihm vorzuleben, wie schön das Leben sein kann, wie zufrieden wir mit dem sein können, was wir haben…wie gut wir davon leben können….er hat es nicht verstanden oder verstehen wollen.

Ich bin froh, das er jetzt einen sehr schnellen Tod hatte…er hat wohl nicht mehr viel davon mitbekommen…das ist ein Trost…und ich hoffe er hat jetzt den Frieden, nach dem er immer gesucht hat.

Stille konnte er nie aushalten, dabei war sein Lieblingslied: Enjoy the silence (Depeche Mode)

Herzens-Angelegenheiten

In der Woche vor Weihnachten hatte ich meinen regelmässigen Check-up beim Kardiologen…und nachdem ich ja so schön fast 9kg im letzten 1/2 Jahr abgenommen habe, dachte ich ehrlich das ich evtl. sogar meine Tabletten reduzieren könnte.

Das alles fühlt sich körperlich so gut an, das muss doch auch einen Effekt auf Blutdruck/ Ruhepuls/ Cholesterin usw. haben, das muss doch die Arteriosklerose in Schach halten. Dachte ich zumindest.

Trotz all dem, ist mein Cholesterin immer noch über dem angestrebten Zielwert von 55…eigentlich sollte ich sogar noch niedriger kommen…leider liege ich wieder bei 78…. ooooochnöö. Wie schon öfter erwähnt, wäre das ein total super Cholesterin-Werte für einen gesunden Menschen…nicht jedoch für mich, wo es ja das Ziel ist, mich vor einer OP am Herzen zu bewahren.

Die Risiken für eine OP haben sich aber inzwischen bei mir verdoppelt, denn es gibt eine weitere Diagnose, die zwar jetzt noch nicht dramatisch ist…sich aber verschlechtert hat und die langfristig eben auch zu einer OP führen kann/wird.

Eine meiner 4 Herzklappen ist mittelgradig undicht…sie schließt nicht mehr richtig. Während das Herz schön kraftvoll pumpt und der Arzt damit zufrieden ist, ist eine Herzklappe defekt.

Sie hat sich in einem 1/2 Jahr von „leichtgradig“ auf „mittelgradig“ verschlechtert….Operiert wird ab „hochgradig“. Woher kommt das also? Stress ist auf jeden Fall eine Möglichkeit….und als ich dem Arzt von meinem Stress der letzten Monate erzählte, meinte er auch sofort: na – da haben Sie Ihre Erklärung.

Nun ist es einfach, alles auf den Stress zu schieben…denn zum Teil liegt es auch am Blutdruck. Der hohe Blutdruck drückt eben auch mit höherem Druck auf die Herzklappen…und das führt langfristig zu einer beschleunigten Abnutzung. Den hohen Blutdruck habe ich geerbt…da kann ich eben nur mit Medikamenten dagegen halten. Aber natürlich begünstigt Stress einen noch höheren Blutdruck und ein höher belastetes Herz. Aber solange ich noch keine Atmennot, geschwollene Beine o.Ä. habe, besteht noch kein Handlungsbedarf…Noch kann mein Herz die defekte Herzklappe ausgleichen.

Stress zu reduzieren, ist jetzt aber tatsächlich das oberste Gebot. Und wenn es gar nicht anders geht solle ich mal über eine Reduzierung der Stundenzahl nachdenken, um längere Regenerationszeiten zu haben.

Na klasse….die Diagnose hat mich erst einmal so 2-3 Tage umgehauen.

Jetzt mache ich viel online-Meditation und Entspannungsübungen über meine Firmen-Fitness-App und nach einem Gespräch mit der dänischen Finanzchefin, zu der ich jetzt vorläufig gehöre, hab ich tatsächlich keine Unterstützung von ihr bekommen. Sie hat zwar gefragt, wie sie mich entlasten kann – hat aber alle meine Vorschläge, um mir das Leben zu erleichtern, abgelehnt. Das wäre ein paar kleinere und einfache Stellschrauben gewesen – aber mit einem freundlichen Lächeln hat sie es dann doch abgelehnt.

Hilfe habe ich aber zuvor schon, von einer anderen Seite bekommen. Ich gehöre ja noch zu 50% zu einer anderen Abteilung …und dort hatte ich die Teamleitung gebeten, die gerade fertig in Produktion gegangene Gesellschaft an die Kollegen in der Zentrale abgeben zu dürfen und sie hat zugestimmt das ich Ende Januar, wenn wir sowieso wieder für eine Woche in der Zentrale sind, die Übergabe machen kann.

Ein paar Tage später hat sie mich gebeten 2 relativ kleine Firmen zu übernehmen, die deutsche Investoren haben und darf dafür 2 meiner großen Firmen abgeben. Nach reiflicher Überlegung und nachdem ich mir die beiden Firmen angeschaut habe, habe ich zugestimmt…auch diesen Wechsel machen wir Ende Januar.

Soooo und damit habe ich jetzt erst einmal ganz gute Aussichten mit der Situation umgehen zu können. Beruflich halte ich mich aus allem raus, was nichts direkt mit meiner Arbeit und meinen Firmen zu tun hat und ich stehe auch nur noch bedingt (also für einen sehr kleinen Personenkreis) als seelisches Auffangbecken zur Verfügung – weil ich meine Kraft gerade selber brauche.

Und weil wir jetzt mit großen Schritten bereits auf den 1. großen Abschluß-Termin zusteuern, bin ich ab sofort auch hauptsächlich im Homeoffice anzutreffen. Der 08.01. ist der Termin für den letzten Quartalsabschluss 2024 (teilweise nur mit geschätzten Werten), das ist der „Vor-Abschluss“ – nur für Konzernzwecke…und damit ist es aus dänischer Sicht, der wichtigste Abschluss.

D.h. die reinen Konzerngesellschaften dürfen sich nach dem 08.01. möglichst nicht mehr ändern. Für die Windparks gibt es erst danach den richtigen Jahresabschluss, wenn wir Mitte Januar die endgültigen Zahlen der Direktvermarkter und Netzbetreiber kommen. Warum der Konzernabschluss nicht noch 1-2 Wochen warten kann, bis wir auch dort die richtigen Werte bekommen bleibt mir ein Rätsel.

Aber letztlich ist es mir egal – es ist wie es ist…und ich versuche mich bestmöglich durch diese Zeit zu bringen….