In der Küche

Samstag hab ich den größten Teil des Tages in der Küche verbracht….bis auf die Zeit am Nachmittag, bei der ich bei herrlichem Sonnenschein eine schöne ruhige Walkingrunde gedreht habe…und eine große noch dazu…am Ende waren es 6,4 Km außerhalb von Quickborn.

Vorher hatte ich so um die 2,5-3,0kg Gemüse geputzt, geschält und in kleine Stücke geschnitten. Möhren, Knollensellerie, Porree, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch…alles per Hand. Das hatte auch etwas Meditatives und um mir die Zeit dabei zu vertreiben, hatte ich dazu eine Dokumentation über den Amerikanischen Wahlkampf „auf den Ohren“.

Nicht falsch verstehen, das ist keine Beschwerde das ich so viel Gemüse habe schnibblen müssen…sondern eher das Gegenteil. Ich mag es sehr gerne…vor allem wenn die großen Messer scharf geschliffen sind…Für mich ist das die Basis für gutes Essen. Selber Hand anlegen und die Dinge vorbereiten, die man benötigt.

Bei mir sollte es aber keine Suppe geben, sondern endlich mal wieder einen großen Topf Gemüsebrühe. Meine letzten Vorräte habe ich schon vor einer Weile aus dem Gefrierfach in der Küche genommen. Und jetzt, wo endlich die Trocknungsgeräte aus dem Keller verschwunden sind, möchte ich meinen neuen, halbhohen Gefrierschrank in Betrieb nehmen. Der wartet schon seit einiger Zeit auf seinen Einsatz und steht auf insgesamt 3 Paletten…das sollte für eine evtl. nochmalige Überflutung des Kellers ausreichen. Außerdem steht er nun nahe an der Steckdose. Ich habe gelernt. Allerdings lohnt sich die Inbetriebnahme nur, wenn es auch etwas gibt, was ich da rein packen kann.

Diese eigentliche Gemüsebrühe wird nach dem Kochen püriert und anschließend auf kleine Gefrierbehälter von 80-250ml aufgeteilt. Ich benutzte die Brühe für fast alle meine Gerichte, denn ich verzichte hier schon seit ein paar Jahren auf die Industrie-Varianten, egal ob als Pulver, Granulat oder Würfel.

Aber ich koche immer auch noch die 2. Variante: eine klare Gemüsebrühe, und zwar aus den Gemüseschalen und -abschnitten…diese wird am Ende des Kochvorgangs durch ein Sieb passiert und ebenfalls eingefroren.

Lustigerweise hab ich tatsächlich ALLE meine kleinen Gefrierdosen dafür verbraucht und alles passte in die eine Schublade des Gefrierschranks. Perfekt.

Da ich aber tags zuvor in einem Gemüse-Kaufrausch war, hatte ich unter anderem auch noch einen Blumenkohl…doch den wollte ich nicht für die Brühe.

Für das Abendessen habe ich einen Blumenkohl-Kartoffelauflauf mit Bechamelsoße und Käsekruste in den Backofen geschoben, während gleichzeitig in der Heißluftfriteuse eine ganze Hähnchenbrust mit Haut brutzelte.

Und weil ich auch noch einen Stapel Äpfel hatte, gab es noch eine Apfeltarte mit Mandelboden….der Boden war aber jetzt bereits das 2.mal nicht so gelungen und so hab ich die Tarte eher als Apfel-Mandelmus aus der Backform kratzen müssen. Okay – ich muss mir wohl doch noch einmal ein Rezept aus dem Netz ziehen…meine intuitive rezeptlose Backweise hat mich hier im Stich gelassen. Aber die Äpfel mit ein bisschen Teig zusammen, waren doch ganz lecker. Den Rest des Teiges hab ich dann..ähmm entsorgt und lieber auch kein Bild gemacht.

Den Rest des Tages (also nach der Walkingrunde) hab ich dann damit zugebracht meine Küche auf Vordermann zu bringen….endlich mal wieder alle Geräte zur Seite zu schieben und auch da zu putzen, wo man sonst nicht so leicht hinkommt…und auch die Schränke…aber selbst das fand ich ganz angenehm.

Meine Haferkekse habe ich dann erst Sonntagvormittag gebacken…wie immer nach dem gleichen Prinzip und in der Variation: Haferflocken und Mandeln…das ist meine Lieblingsvariante und es schmeckt schon ein wenig nach Winter…was ganz bestimmt am Zimt liegt…ich liebe Zimt.

Die Rezeptmenge habe ich, wie immer, verdoppelt, so das ich insgesamt 4 Bleche auf Vorrat gebacken habe. Sie sind wieder schön dünn und knusprig geworden. Damit habe ich jetzt auch wieder etwas zum Naschen. Mir kommt es dabei nicht auf die Schönheit der Kekse an. Sie sind grob und schräg – ich mag das

Schönes Herbstgefühl

Mein Körper hat mal wieder eine Weile gebraucht, um von „Sommer“ auf „Winter“ umzustellen….das hab ich eigentlich in jedem Jahr…sprich, am Anfang des Herbst ist mir immer unglaublich kalt…aber mein innerer Wärmeschalter hat sich jetzt endlich wieder eingepegelt.

Dabei hatte ich schon befürchtet, das ich durch die Gewichtsabnahme, dauerhaft eine Frostbeule sein könnte. Zum Glück nicht…und so empfinde ich es wieder als sehr angenehm, das es draußen kühl bis kalt ist…und ich es in der Wohnung, auch ohne Heizung, immer noch schön warm habe bei durchschnittlich 19-20 Grad.

Heute Morgen bin ich bei einer Außentemperatur von +1 Grad ins Himmelmoor gefahren. Meine Walkingrunde startete im Trüben und Nebel versperrte die Sicht in die Ferne.

Der Boden war ganz leicht gefroren, aber dann klarte sich der Himmel doch sehr schnell auf, die Sonne kam heraus und der Himmel war wolkenlos. Die Luft war herrlich klar und es war sehr still, bis auf die Gänse, die sich immer wieder über meinem Kopf sammelten und sich anschließend in der hintersten Ecke der Moorseen niederliessen:

Mit einem kleinen Schlenker durch ein Waldstück war ich dann am Ende länger unterwegs, als sonst hier.

Nach einer etwas größeren Runde als üblich, bin ich zufrieden und herrlich entspannt, wieder am Auto angekommen.

Es gibt auch etwas zu Feiern

Letzte Woche Samstag war ich mal wieder in Flensburg bei Schwester+Schwager. Es gab etwas zu Feiern.

Die Beiden sind ja finanziell nicht so auf Rosen gebettet, sie ist aktuell immer noch krank geschrieben (und kann jetzt Anfang Dezember in Reha gehen) und er ist immer noch arbeitslos (wartet immer noch auf die Entscheidung der RV zur Umschulung).

In diesem Jahr ist der Vater meines Schwagers verstorben und entgegen aller Vermutungen, haben er und seine Geschwister doch noch etwas geerbt…jetzt keine Reichtümer…also kein Haus oder so etwas. Aufgeteilt auf alle Geschwister, hatte mein Schwager doch soviel bekommen, das sie damit einen ihrer schon sehr lange laufenden Rest-Bankkredite zu 2/3 abbezahlen konnten.

Das hatten sie mir freudig mitgeteilt, als ich gerade auf Dienstreise in DK war.

Und ich habe Ihnen sofort dann das Angebot gemacht, das letzte Drittel für den Kredit dazuzugeben…als Schenkung. Dann wären sie diese Schulden endlich los und hätten wieder monatlich ein Batzen mehr Geld zur Verfügung und ich würde dann, im nächsten Jahr, meine monatliche Unterstützung einstellen.

Da bei diesem Kredit eine vorzeitige Ablösung jederzeit möglich war, haben sie so auch noch die Zinsen für die nächsten Jahre gespart, das hieß die Ablösesumme sank so noch einmal ganz gut.

Die Freude über das Erbe und mein Angebot war riesig und dann dämmerte es den Beiden, das sie somit bald komplett schuldenfrei sein werden. Nach über 20 Jahren, die sie sich für ihre Eigentumswohnung geknechtet haben…immer wieder in finanziellen Nöten steckten, vor allem auch durch unbedachte Ausgaben in, für sie, wirtschaftlich schwierigen Zeiten… wird das Ganze damit bis Ende des Jahres erledigt sein.

So fuhr ich Mittags also wieder einmal die 140km gen Norden. Ich durfte mir im Vorfeld aussuchen, welcher Kuchen auf den Tisch kommt (Zwetschgenkuchen hmmm lecker) …..wir hatten einen lustig entspannten Nachmittag, bevor es gegen Abend in Richtung Restaurant ging….wir haben uns zu fuß auf den Weg gemacht, erst einmal eine große Runde laufen runter zur Förde und am Strand entlang bis zum Restaurant

In dem kleinen Restaurant waren wir bisher nur einmal, es gibt leckeres Essen zu vernünftigen Preisen.

Dafür war die Speisekarte erfreulich klein (meistens ein Zeichen dafür, das noch selber gekocht wird und nicht alles Convenience-Food ist) Ich hatte mich für Scholle Büsumer Art (mit Speck) entschieden….und es gab ein paar Venusmuscheln dazu.

Angestoßen hatten wir zuhause schon mit alkoholfreiem Sekt und im Restaurant noch einmal, jeder mit einem leckerem Cocktail…meiner war ein alkoholfreier „Martini Wildberry“…super lecker.

Wir haben uns lange im Restaurant aufgehalten und den Abend genossen, bevor wir uns später auf den Fußmarsch zurück machten…es war spät als ich mich auf den Rückweg nach Hause gemacht habe. zum Glück war in dieser Nacht ja die Zeitumstellung, so hatte ich eine extra-Stunde zum Schlafen.

Feiertag im Norden und Selbstfürsorge bei mir

Im Norden unserer Republik ist heute ein Feiertag: Reformationstag und ich bin dankbar für die heutige Auszeit. Morgen müssen wir dafür wieder Arbeiten, wenn in anderen Bundesländern „Allerheiligen“ gefeiert wird. Viele nehmen sich bei uns Freitag einen Tag Urlaub, um mit diesem Brückentag ein langes Wochenende zu bekommen.

Ich werde Morgen zwar arbeiten, bleibe aber im Homeoffice. Dafür hab ich mir Montag einen Tag Urlaub genommen und bekomme auf diese Art eben auch ein etwas längeres Wochenende.

Der Stresspegel in unserer Abteilung nimmt gerade rapide zu…und das färbt auch immer mehr auf mich ab, werde ich doch mit Themen konfrontiert, die eigentlich nicht meine sind. Aber sobald der Controller und der Schweigsame mir davon erzählen, werde ich noch nervöser…es tut mir auch nicht gut, das ich neuerdings bei all ihren Themen per Mail auch immer in cc gesetzt werde.

ich habe schon versucht es den Beiden abzugewöhnen…aber es funktioniert nicht…also versuche ich solche Mails zu ignorieren…klappt nur nicht so richtig bei mir.

Ja der Schweigsame ist tatsächlich seit Montag wieder im Büro und „arbeitet“. Ich hatte ihn während eines 2er Teams-Meeting auf seine unentschuldigte Abwesenheit angesprochen….angeblich wäre alles ein Missverständnis zwischen dem Controller um ihm. Der hat mir das auch später so gesagt. Na gut – wenn ihr meint…ich finde es trotzdem mehr als seltsam.

Seitdem ich ihn auf sein Kommunikationsverhalten angesprochen hatte, spricht er tatsächlich etwas mehr mit mir. Er hat mich sogar einen Tag per Chat-Nachricht darüber informiert, das er gerade Probleme mit dem Schienenersatzverkehr hat und etwas späterins Büro kommt…und fragt mich mittlerweile sogar in ganzen Sätzen, ob ich ihm kurz helfen kann oder ob wir mal etwas testen können. Ich bin erstaunt, bleibe aber skeptisch.

Mein Entgegenkommen auf die Kommunikations-Offensive seinerseits, ist, das ich ihm helfe, wenn er fragt, ihn aber ansonsten nicht weiter anspreche. Ich muss aber gestehen, das ich weiterhin der Meinung bin, das er nicht die richtige Person für diesen Job ist.

Er ist bestimmt ein guter und zuverlässiger Buchhalter, wenn er klar definierte und gut strukturierte Firmen mit standardisierten Abläufen betreut. Aber für diese chaotische Übernahme von neuen Firmen, die noch im Aufbau sind, wo externe Kooperationspartner mit an Bord sind, die in alles involviert werden wollen, wo nichts Standard ist, wo die Fehler aus der Anfangszeit erst noch behoben werden müssen, wo die neue Software noch nicht immer gut funktioniert und das in einem Unternehmensumfeld, welches er noch gar nicht kennt…er sich also vieles selber erarbeiten muss….das ist nichts für ihn. Das tut weder ihm, noch unserer Firma gut.

Dafür ist er zu defensiv und fragt nicht an den richtigen Stellen (Zentrale in DK) obwohl es ihm von dort immer wieder angeboten wurde, sich bei Fragen zu melden. Er hat tatsächlich nicht ein einziges Mal den Kontakt zu der Kollegin gesucht, die ihm das (sogar in unserem Beisein) mehrfach angeboten hat.

Als ich in der Firma anfing und sofort einen ganzen Schwung bestehender Firmen übernommen habe und dazu noch einen Stapel gerade dazu gekaufter Firmen implementieren sollte, hatte der Controller auch keine Zeit mir alles einzeln zu erklären…also hab ich eine rudimentäre Einweisung bekommen und dann stand ich da…hab mir alles mit Hilfe von Logik und vielen Fragen an die unterschiedlichsten Stellen selber erarbeitet…hab alle Kollegen (auch den Controller) mit Fragen gelöchert, wo es notwendig war und hab mir die Strukturen, wie ich mit so vielen Firmen gleichzeitig umgehen kann, ohne etwas aus zu den Augen zu verlieren, selber geschaffen. Musste mir ja sogar die Logik (oder auch Unlogik) unserer Buchhaltungssoftware immer wieder durch Fragen erklären lassen. Mal vom Controller, mal von den dänischen Kollegen.

Na klar sind mir im Laufe der ersten Jahre einige Fehler unterlaufen, weil ich Dinge fehlinterpretiert und erst mit der Zeit verstanden habe, wie das Geschäftsmodell bis in die letzte Ecke funktioniert. Hab dann Stunde und Stunde meine eigenen Fehler ausgemerzt, mich tierisch darüber geärgert…und bin dadurch in der Lage heute meine Firmen vollumfänglich zu betreuen, auch wen sich etwas ändert, weil ich es komplett überblicke.

Beim Schweigsamen scheitert es aber nicht nur an der Kommunikation, sondern er behält auch nur wenig von dem, was ihm erklärt wird. Er macht dadurch immer wieder die gleichen Fehler…weil er sich auch nichts aufschreibt. Der Lerneffekt bleibt daher klein und überschaubar…aber so kommen wir nur extrem langsam voran…während der Berg vor ihm immer größer wird. Nächste Woche kommt der GF zurück…bin mal gespannt, ob es dann zu einer Entscheidung kommt.

Der Controller hat mir mitgeteilt, das er Kontakt zu einem Personalvermittler aufgenommen hat…nicht um einen neuen Buchhalter zu finden…sondern um für sich selbst einen anderen Job zu suchen. Ja super – noch eine Sorge mehr, die meinen Schlaf stört und meinen Blutdruck in die Höhe treibt.

Innerhalb der letzten Wochen ist meine Ruhepuls um 10 Schläge die Minute hochgegangen…mein Herz pocht so unangenehm, das es mir fast weh tut und meine Schlafqualität nimmt immer weiter ab.

Deshalb bin ich froh über den freien Tag heute….hab mir heute Vormittag eine Meditationsstunde verordnet…letztlich waren es nur 50 Minuten die ich mit leisen und ruhigen Klängen, auf meinem Kissen am Boden sitzend, meine Aufmerksamkeit nur auf Atmung, Herzschlag und den sanften Tönen der Musik fokussiert habe.

Da ich das länger nicht gemacht habe, hat es eine Weile gedauert, aber so konnte ich zumindest nach einiger Zeit meinen Herzschlag wieder beruhigen.

Jetzt schreibe ich einfach mal wieder darauf los und merke, das ich das Thema mal wieder verselbständigt hat…was mir immer gut tut, wenn ich aufschreibe, was mich gerade umtreibt. Dann verliert es seine Bedrohlichkeit und ich fühle mich besser – im wahrsten Sinne des Wortes: entlastet.

Manchmal merke ich aber erst beim Schreiben, was mich wirklich umtreibt, wenn es aus meinen Fingern fließt und die Worte ihren Weg auf die Tastatur finden.

Wie sagt Trude immer so schön: mein Blog – meine Regeln 😉 Ich schreibe einfach das auf, was mir gerade im Kopf herumgeistert.

Ich habe dabei immer noch die Kopfhörer auf und sanfte Klänge begleiten mich beim Schreiben…Der Fernseher bleibt heute aus, ebenso die Nachrichten Apps…Das Wetter draussen ist windig und trübe bei 11 Grad, später werde ich noch eine Walkingrunde machen und evtl. gehe ich später noch Schwimmen…denn Bewegung und Sport ist, neben dem Schreiben, das was mir immer gut tut.

Ich wünche Euch einen schönen Feiertag (für alle Norddeutschen) oder zumindest einen schönen Donnerstag (für alle die heute keinen Feiertag haben) .

Kollege -abgetaucht?

Diese berufliche Woche war irgendwie merkwürdig. Der Schweigsame hatte wohl relativ spontan (per Telefon) einen Tag Urlaub genommen….es aber weder in seinen Kalender eingetragen, keinen automatische Rückmeldung in den Mails eingetragen und auch nicht den Urlaubstag offiziell über unser HR-System genehmigen lassen. Aber na gut…sind je die meisten in Urlaub.

Für einen spontanen Tag geht so ein Verhalten…da sind bei uns alle entspannt. Ich war Mo + Di wie immer im Homeoffice und mir war es erst einmal egal.

Aber er kam auch nicht am Dienstag…und auch nicht am Mittwoch…und auch nicht am Donnerstag. Der Controller hat versucht ihn über sein Firmenhandy anzurufen…nichts…keiner wusste wo er ist, bei Keinem hat er sich gemeldet.

Und so sah ich mich gezwungen, einige Mails die an ihn (und mich in cc) gingen zu bearbeiten, damit nicht noch mehr schief läuft. Der Controller tat es ebenso…wir haben also stillschweigend Verantwortung für Firmen übernommen, die uns normerweise nichts angehen.

Irgendwann hört ich am Donnerstag, wieder einmal das irgendwo in der Nähe ein Handy läutet…aber es waren nicht meine und auch nicht nebenan…ich ging dem Geräusch nach. Tatsächlich kam das Klingeln aus der Schreibtisch-Schublade des Schweigsamen. Ich öffnete die Schublade und dort lag sein Laptop und auch sein Firmenhandy (fein säuberlich in der Orignalverpackung).

Hab dem Controller geschrieben, das er sich weitere Anrufe sparen kann, das Handy liegt im Büro….er hat dann unsere Vorgesetzten darüber informiert, das es nunmehr sehr merkwürdig ist, das der Kollege sich seit TAGEN nicht gemeldet hat, nicht zur Arbeit erschienen ist.

Später am Nachmittag erhielt ich einen Anruf aus DK von dem Teamleiter (mit dem ich letzte Woche das Gespräch hatte) ob ich eine Möglichkeit habe an die Nummer des Notfallkontakts des Schweigsamen zu kommen. Leider waren bei uns ALLE die das können in den Herbstferien. Aber über die Zentrale HR-Abteilung hat er es dann doch geschafft und ihm eine Nachricht auf sein Privathandy geschickt, er möge sich umgehend melden.

Später am Abend erhielt ich noch die Nachricht, er hat sich gemeldet und kommt Montag wieder zur Arbeit…er hätte familiäre Angelegenheiten zu klären.

Ich habe ihm in dezenten Worten gesagt, was ich von dieser Art der NICHT-Kommunikation halte und er stimmt mit mir überein, das so ein Verhalten überhaupt nicht geht…er wird sich mit der Finanzchefin besprechen. Das wäre bei normal strukturierten Firmen ein Grund zur Abmahnung…bei uns wird über vieles hinweg gesehen und im nachhinein akzeptiert.

Freitag habe ich dann mit dem Controller darüber gesprochen und wir sind uns einig, das so ein Verhalten keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bietet und noch ist der Schweigsame in der Probezeit.

Ich hatte angeboten, das ich meinen Aufgaben-Schwerpunkt auf die Gesellschaften in Bau verlegen könnte (also das was der Schweigsame gerade lernen soll), wenn man mir gleichzeitig meine operativen Gesellschaften abnimmt. Das würde gleich mehrere Probleme auf einmal lösen u.a. auch meine Zerrissenheit zu welcher Abteilung ich eigentlich gehöre…und ich würde dann zukünftig ohne „2.Controller“ arbeiten können, hätte also mehr zeitliche Flexibilität bei den Abschlüssen…..er wird es in der kommenden Woche mit dem GF besprechen.

Diese Gedanken die operativen Windparks an die dänischen Controller abzugeben, hatte ich in der letzten Zeit schon öfter…die Zentrale hate eine große Controlling-Abteilung dafür, da kommt es auf meine „paar“ Gesellschaften mehr oder weniger nicht an…ich hätte dann nur noch Konzern-Gesellschaften und wäre damit nur noch für 2 unterschiedliche Arten von Firmen zuständig, wo es oft darauf ankommt, mit Deutschen Vertragspartnern buchhalterische Belange zu klären.

Wir wissen aber auch, das der GF von dem Schweigsamen bei dem Bewerbungsgespräch begeistert war….ich befürchte daher, das das Gespräch mit dem Controller nicht den gewünschten Effekt haben wird….seufz…bei uns sind immer alle viel zu „lieb“….Aber „Personal zu führen“ heißt nicht, das man alles durch gehen lassen darf. Ich setze da meine Hoffnung eher auf die Teamleitung in Dänemark.

Es bleibt also weiterhin nervig, weil man immer nicht weiß, um was kümmert sich der Schweigsame und was lässt er liegen, weil er nicht weiß, was er machen solle…wann kommt er…also so richtig engagiert ist er nicht und er lernt nur sehr langsam.

Im Wohldorfer Wald

Nach der Rückkehr von der Dienstreise Donnerstagabend, war ich Freitag im Homeoffice…wie zu erwarten, ging es mir danach nicht so gut…und ich brauchte das Wochenende um mich davon zu erholen…um es mal klar zu sagen, so richtig gut ging es mir erst wieder gegen Ende dieser Woche…also 1 Woche nach der Rückkehr….was aber auch zum Teil an einigen beruflichen Ereignissen, in dieser Woche lag.

Aber den Sonntag hab ich mich dann wenigstens aufgerafft und bin für einen Ausflug in den Wohldorfer Wald gefahren…das Naturschutzgebiet liegt in Hamburg und ich war bereits kurz vor 8 Uhr Morgens dort.

Es war noch kühl, die Sonne war gerade aufgegangen und es lag noch ein leichter Nebelschleier über den Feldern und Wiesen….bevor dann später noch richtig die Sonne raus kam.

Für gute 2 Stunden bin ich anschließend in absolut friedlicher Stille durch den Wald gewandert. Wunderschön war das. Die Vögel zwitscherten und die Blätter raschelten schon unter meinen Füßen…ich liebe den Herbst und hier war ich tatsächlich schon eine Weile nicht mehr.

Lustig dieser kleine Pilz, der auf einem Stück Baumrinde wächst..

Wieder zuhause hab ich tatsächlich nichts anderes gemacht, als mich zu entspannen…

So eine nette Begegnung

Am letzten Morgen der Dienstreise war ich dann schon beim Aufstehen irgendwie in einer Art innerem Kampfmodus…Kampf mit mir selbst, immer noch mit den Kollegen so enge zusammen sein zu müssen und Kampf um mich, trotz der räumlichen Nähe, innerlich etwas abzugrenzen.

Also hab ich mich der Frühstückszeit verweigert (esse ja durch mein 16:8 Intervallfasten normwalerweise nichts vor 11 Uhr) und war stattdessen kurz vor Sonnenaufgang noch einmal unten am Fjord.

Die kühle Morgenluft einatmen und noch einmal die Stille geniessen, bevor wir aus dem Hotel auschecken, zur Firma fahren und noch 1/2 Tag Schulung erhalten.

Und manchmal gibt es so wunderbare kleine Begegnungen…und genau so eine, hatte ich an dem Morgen.

Ich lief am Fjord entlang, der Weg lag noch leicht im Dunklen, da stand ein älterer zerbrechlich wirkender Mann, so Ende 60, Anfang 70 würde ich schätze. Da er so unsicher schaute, wurde ich langsamer und mit einigem Abstand lächelte ich ihn an und wünschte ihm ein „Godmorgen“ .

Sofort entspannten sich seine Gesichtszüge, er lächelte kam auf mich zu und entgegnete mir etwas in einem Schwall dänischer Sätze, die ich nicht verstand. Also wechselte ich ins Englische, das ich nur wenig Dänisch kann und er meinte er würde kaum Englisch sprechen.

Er fragte mich woher ich komme und als ich „Tyskland“ sagte, meinte er in einem Kauderwelsch aus Dänisch/Englisch , seine Frau wäre mit ihm in Deutschland gewesen…dabei strahlte er über das ganze Gesicht.

Auf seine weiteren Fragen meinte ich, ich arbeite für ein dänisches Unternehmen in der Nähe und das ich hier schon ein paar Mal zu Besuch war…und ich den Fjord liebe…und das ich mich jetzt leider auch verabschieden muss, weil ich zurück zum Hotel muss.

Er streckte mir seine Hand entgegen sagte mir seinen Vornamen und wünsche mir einen schönen Tag….ich nahm seine Hand und musste lachen, mein Vorname ist die weibliche Form, seines Vornamens …das hat ihn so gefreut, das er mich spontan ganz kurz in den Arm nahm…und ich liess es zu.

Noch ein kurz Wink und ein freundliches Lächeln und wir gingen beider unseres Weges.

Ich bin nicht naiv und immer auf der Hut, wenn ich irgendwo Menschen im Nirgendwo begegne, aber der alte Mann wirkte so unbekümmert und freundlich…und irgendwie hatte er etwas fast Kindliches an sich, so etwas hatte ich schon mal bei einem Menschen mit beginnender Demenz erlebt.

Die gesamte Situation hatte überhaupt nichts Bedrohliches an sich….und ich hab mich über diese kleine Begegnung so gefreut, das auch ich mich noch entspannt in den Frühstücksraum zu der Kollegin gesetzt habe um eine Tasse Kaffee zu trinken.

Burger mit Brauner Soße

Für den 3. Abend auf der Dienstreise hatte ich im örtlichen Brauhaus einen Tisch für 4 Personen reserviert…und das war auch gut so, es war recht voll. Die kleine Brauerei ist in einem alten Gebäude mit einem tollen Innenhof, der im Sommer sicher viele Gäste zum Verweilen einlädt.

Drinnen war es klein und gemütlich und die Speisekarte war eindeutig nichts für Menschen die sich fleischlos/fleischarm oder gar gesund ernähren wollen….also hab ich es auch gar nicht erst versucht und mir einen Burger mit Pommes bestellt

und was dann kam, war DAS hier:

Die Pommes kamen dann noch in einer extra Schüssel.

Das Alles war mega lecker…vor allem die Granatapfelkerne in der brauen Soße…also die Kombi fand ich sehr ungewöhnlich, aber LECKER. Die „braune Soße“ ist so ein dänischer Klassiker, die gibt es sehr oft und meistens zu Frikadellen oder eben zu Burgern.

Die Braune Soße wird gemacht aus einem Bratenansatz (also das heiße Fett nach dem Anbraten von Fleisch), das mit Mehl abgebunden und mit Gemüsebrühe, Kochwasser der Kartoffeln und Sahne zu einer dicken Soße verarbeitet wird und dann mit Senf, Tomatenmark, Ketchup, Salz, Pfeffer und Zucker abgeschmeckt wird. Optional kommt noch die „Englische Soße“ mit dazu, bei uns bekannt als „Worcestershiresauce „

Also den Burger hab ich so knapp bis zur Hälfte aufgegessen…danach war ich pappsatt.

Ich hatte mir dazu ein Alkoholfreies Bier bestellt…das war auch süffig und passte zum Burger.

Von Gespenstern und der Wolfsstunde

Natürlich hatte ich während unserer Dienstreise aber auch wieder diese kleinen Feierabend-Urlaubsgefühle, diese kleinen Momente wo es sich für kurze Zeit fast wie Urlaub anfühlt.

Am 2. Abend sind Katrin und ich vom Hotel, am Fjord entlang bis in den Ort gelaufen, das sind so gute 3,5 km…aber bei dem Wetter und der Aussicht…ich liebe diesen Weg: auf der einen Seite des Weges ist Wald, auf der Anderen das Wasser. Wir sind gemächlich gegangen, weil sie Probleme mit einem operierten Fuß hat.

Im Ort angekommen, hatten wir immer noch eine gute Stunde, bis wir uns mit den anderen Beiden zum Abendessen verabredet hatten…also haben wir noch einen Rundgang durch die kleine Stadt gemacht.

Der Abend zu Viert im Restaurant war dann auch ganz okay…das Essen war, wie immer dort, lecker (leider hatten die aber keine Muscheln mehr auf der Karte….aber ich habe auch so etwas gefunden).

Es war erst 20.30 Uhr als wir uns auf den Rückweg machten…die 3 Kollegen sind mit dem Auto gefahren…ich hatte beschlossen, den Rückweg alleine zu bewältigen…nämlich wieder zu Fuß und am Fjord entlang…dafür hatte ich auch extra meine Taschenlampe mitgenommen…denn der Weg ist nur zum Teil beleuchtet.

Und das war dann so richtig mein Moment….endlich alleine, die dunkle Nacht mit vielen Sternen am Himmel…der Fjord wo man das Wasser leise hörte, wie es sich bewegte…die in der Ferne beleuchteten Häuser auf der anderen Seite des Fjord….es war sooo ruhig, so still…genau das, was ich mag.

Lustig war dann auch der kleine Kerl hier, der am Wegesrand stand:

Es ist mir schon aufgefallen, das bereits in diesen Wochen vor Halloween in dem dänischen Ort überall ausgiebig gespenstisch dekoriert wird.

Der Weg wurde sogar gut vom nahezu komplett vollen Mond zusätzlich etwas ausgeleuchtet…aber gerade bei den Stellen durch den Wald, war ich zufrieden die Taschenlampe zur Hand zu haben.

Leider war es trotzdem keine erholsame Nacht, denn ich habe nicht wirklich viel schlafen können…laut meinem Fitness-Tracker waren es nur etwas mehr als 3 Stunden. Ich bin zwar schnell eingeschlafen, aber dann mitten in der Nacht aufgewacht und habe nachgedacht, gegrübelt und mir Sorgen wegen der Umstellung gemacht…die Wolfsstunde lässt grüßen.

Und ich hab alles versucht um wieder einzuschlafen…nichts half…also hab ich erst mein Hörbuch gehört, dann gelesen und später den Fernseher eingeschaltet…bis es Zeit wurde aufzustehen. Das war kein guter Start in den 2.Tag der Schulung.

Den Begriff „Wolfsstunde“ gibt es tatsächlich:

https://www.ptaheute.de/wissen-am-hv/wissen-am-hv-schlafstoerungen/wolfsstunde-wieso-wir-nachts-aufwachen

„Viele Menschen wachen immer wieder zwischen 03:00 Uhr und 04:00 Uhr morgens auf. Mediziner nennen das die „Wolfsstunde“ und das Aufwachen hat einen Grund.

Etwa 25 Prozent der Deutschen leiden irgendwann in ihrem Leben unter Schlafstörungen. Die einen schlafen schlecht ein, andere wachen nachts häufig auf und finden dann nicht wieder zurück in den Schlaf. Die Ausprägungen von Schlafproblemen sind vielfältig. Es gibt aber Phänomene, die Schlafmediziner häufiger beobachten als andere, unter anderem die sogenannte „Wolfsstunde“.

Dahinter, dass manche Menschen in der Nacht zwischen 03:00 Uhr und 04:00 Uhr aufwachen, verbirgt sich ein medizinisches Phänomen. Das Aufwachen in dieser Zeit hängt mit dem Hormonspiegel zusammen, genauer gesagt mit dem Zusammenspiel aus Melatonin, Serotonin und Cortisol.“

Eigenheiten – Eigene und Andere

(Achtung nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Dann hab ich auch unsere neue Finanzchefin kennen gelernt und an anderer Stelle auf mein Vorgesetzten-Problem aufmerksam gemacht. Den Teamleiter (unterhalb der Finanzchefin) mit dem ich seit dem Weggang meines bisherigen dänischen Chefs öfter zu tun habe, hab ich dann auch am Ende gefragt, ob er mich wohl als Mitarbeiter „übernehmen“ würde, damit ich nicht mehr so in der Luft hänge. Auf meine Mail an den GF habe ich nämlich bisher überhaupt keine Reaktion erhalten.

Er war sehr erfreut über meine Anfrage und meinte auch gleich, das er das mit seiner Chefin bespricht…er mag meine offene Art der Kommunikation und schätzt meine Meinung insbesondere zu unseren deutschen Besonderheiten und wäre erfreut, wenn ich organisatorisch zu seinem Team kommen würde. Aber es gibt da wohl noch die Überlegung, das für unser Hamburger Team evtl. bald Vorort ein eigener Teamleiter gesucht werden soll…denn unsere Abteilung soll in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden. Also mal sehen wie es damit weiter geht.

Alles in Allem war es also durchaus positiv….aber meine Teamkollegen gingen mir im Laufe der nächsten Tage gehörig auf die Nerven….jeder hat ja seine Eigenheiten und solche Systemschulungen sind ja auch nicht gerade Tagesgeschäft. Jeder hat dabei seine eigene Art mit den Veränderungen umzugehen. Manche lassen es stumm über sich ergehen (egal ob sie etwas verstanden haben oder nicht), manche schalten zwischendrin einfach geistig ab und machen andere Dinge.

Ich bin da ganz anders: Ich bin über Stunden hochkonzentriert und lausche genau auf das, was dort gesagt wird, schreibe teilweise mit und vor allem stelle ich Fragen…ich möchte wissen, wie das, was mir da gezeigt wird, in meinen Arbeitsalltag passt und ich möchte die Zusammenhänge wissen.

Z.B. bei der Aussage: Die Daten werden anschließend in das System übertragen und dann könnt ihr die Rechnungen verbuchen. Diese Aussage reicht MIR nicht. Ich muss dann fragen: WANN werden die Rechnungen übertragen? In welchen zeitlichen Intervallen? Können wir bei eiligen Rechnungen die Übertragung manuell anstoßen? Wir haben den ganzen Tag mit Rechnungen zu tun und wenn die durch den Freigabeprozess durchgelaufen sind, sind sie meistens schon ziemlich dringend….es reicht mir also nicht, wenn nur einmal am Tag die Daten synchronisiert werden. Das sind daher wichtige Informationen, die meinen Arbeitsalltag bestimmen.

Und auf meine Fragen bekomme ich auch Antworten. Die Daten werden alle 30 Minuten übertragen und ja man kann das auch manuell machen, falls es eilig ist. Und schon bin auch ich zufrieden. Damit kann ich arbeiten.

Ich nerve meine deutschen Kollegen aber auch, weil ich immer wieder Fragen stelle. Aber was kann ich dafür, wenn die Anderen es nicht machen. Je mehr ich über das Programm weiß, umso besser kann ich später damit umgehen.

Während meiner ganzen bisherigen beruflichen Laufbahn, wurde ich (bis auf wenige Ausnahmen) immer dazu angehalten selbständig zu denken, FÜR die gesamte Firma zu denken, dabei selbständig Probleme zu lösen wenn irgendwie möglich und auf etwaig größere Probleme für die Firma hinzuweisen….das heißt ich denke immer in größeren Zusammenhängen (abteilungsübergreifend) und versuche aber gleichzeitig bei Systemänderungen mein Tagesgeschäft im Kleinen wiederzufinden.

Mir reichen so zusammenhanglos gezeigte einzelne Schritte nicht, wenn ich nicht weiß wie die Daten vorher reinkommen und wie sie nach der Bearbeitung weiter verarbeitet werden. Ich benötige den Überblick.

Wir werden von einer Kollegin geschult, die seit vielen Jahren im Unternehmen eine Teamleiterfunktion ausübt und viele Bereiche im Controlling aus eigener Erfahrung kennt…sie macht die Schulung richtig gut und hat mir auch gesagt, es freut sie sehr, das ich die richtigen Fragen stellen würde…das würde ihr die Arbeit auch erleichtern.

Der Controller hatte am 1. Tag dann auch irgendwann die Lust an der Schulung verloren und sich mental ausgeklinkt. Er meinte später er hätte es „langweilig“ gefunden…dabei ging es zu dem Zeitpunkt darum ein paar praktische Übungen zu machen, um das vorher Gelernte anzuwenden.

Ich könnte jetzt schon Wetten abschließen das er sich später nicht mehr erinnert, wie er von A nach B kommt….aber das ist dann sein Problem und nicht meines. Und ich höre jetzt schon in meinem Kopf, wie er sich dann darüber beschwert, das uns das gar nicht richtig beigebracht wurde.

Der Schweigsame hatte es sogar vorgezogen am ersten Schulungstag komplett zu fehlen…er hatte sich nur ganz kurz beim Frühstück im Hotel abgemeldet: es ginge im nicht gut und er würde lieber im Hotel bleiben. Nein, er bräuchte nichts. Am Abend war er dann aber mit zum Abendessen im Restaurant und irgendwie später bekam ich dann mit, er selber hatte gar nichts Körperliches, was ihn vom Arbeiten abhielt…er hatte wohl etwas mit seinen Eltern zu tun.

Katrin war dann auch eher genervt an den Schulungs-Tagen weil sie oft nicht verstanden hat, wofür das Gezeigte denn benötigt wird…was ich sogar verstehen kann, sie hatte mit vielen Dingen noch keine Berührungspunkte, da sie noch keine eigenen Firmen betreut. Ich hab ihr dann geraten, das einfach als Englisch-Übungsstunden zu betrachten. Sie benötigt da noch einiges an Fachbegriffen.

jaaa und so waren dann die 2,5 Schulungs-Tage zähflüssig und anstrengend…aber letztlich kann ich für mich ein Resümee ziehen: so langsam bekomme ich eine Vorstellung, wie das Programm funktioniert.

Es ist nicht intuitiv oder selbsterklärend in der Handhabung…man muss sehr genau wissen, warum was wie vor eingestellt wurde, um es fehlerfrei bedienen zu können. Aber so langsam verliert es ein wenig seinen Schrecken für mich, weil viele Programmteile die ich benötige, um die Daten gewissenhaft zu verarbeiten, dann doch im neuen Programm irgendwie wiederzufinden sind. Nicht so, wie ich es mir wünschen würde…aber Hauptsache die Funktionen sind irgendwo vorhanden. Komfortable und einfache Bedienoberfläche wäre ja schön…aber man wird ja genügsam.

Klar ist aber auch, vieles funktioniert noch nicht reibungslos (und das lag nicht an unserem Test-Szenario)…es wird noch an vielen Stellen nach besseren Lösungen gesucht und die Umstellung wird uns noch vor so manch unfassbares Problem stellen und uns verzweifeln lassen…die nächsten Monate werden hart werden.