Zwangsgemeinschaft

Für die Fahrt in die Firmenzentrale (400km eine Strecke) im Norden Dänemarks; haben wir Controller uns also zusammen in ein Auto gesetzt…unsere kleinen Koffer, Laptop-Rucksäcke, Jacken und einen Karton voller Post passten gerade so in den Kofferraum des Firmenwagens…gut das es Außenspiegel gibt.

Nun sind wir seit knappen 2 Monaten zu Viert in der Abteilung und damit noch kein wirklich eingespieltes Team. Die diversen Fahrten in den letzten Jahren, nur mit dem Controller, waren bisher immer gut…wir waren, trotz mancher beruflich unterschiedlicher Auffassungen, immer ein gut funktionierendes Team.

Die organisatorischen Abstimmungen, auf so einer mehrtägigen Dienstreise, liefen bei uns meistens ohne großen Aufwand routiniert ab…wir haben uns gut verstanden, hatten meistens angenehme Gespräche während der Fahrt, konnten auch mal schweigen. Es war möglich seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend zu reisen. Diese Konstellation hat mir i.d.R. keinen oder nur ganz wenig Stress bereitet.

Jetzt in der Vierer-Konstellation war das natürlich nicht mehr so einfach. Es kann nämlich auch anstrengend sein, wenn nun KEINER mehr seine Bedürfnisse benennt, sondern alle aus lauter Rücksicht die Entscheidung der Gruppe überlässt.

Katrin hatte im Vorfeld die Befürchtung das die Fahrt „stumm“ abläuft, es also keine Gespräche geben wird und hat damit, ohne es zu wissen, bei mir ein über viele Jahre erlerntes Verhalten zu Tage gefördert, das ich so gar nicht mag…es aber trotzdem immer wieder mache.

Ich habe die Stille überbrückt und Gespräche angefacht oder aufrecht erhalten…sogar der Schweigsame war auf einmal dabei und hat mitgemacht: hat geredet und sogar auch gelacht. Die Fahrt nach Dänemark war damit locker und lustig und auf eine interessante Art unbeschwert.

Aber mir war bereits klar, das kann ich unmöglich für die nächsten 3,5 Tage auf diese Art durchhalten.

Aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt zu funktionieren…und meine eigenen Bedürfnisse für eine Weile zu ignorieren…wenn es sein muss. Geholfen hat mir dabei auch, das ich gerade noch in einer kommunikativeren Phase war und das der Vollmond sich in den nächsten Tagen seinem Höhepunkt näherte (da bin ich eh meistens aktiver- auch beim Sprechen).

Zusammen 400km im Auto, zusammen beim Abendessen im Hotel, zusammen beim Frühstück, zusammen bei den Schulungen usw. immer zusammen auf engstem Raum…jaaa es ging – aber es hat mich viel Kraft gekostet…und meine Nerven waren deshalb nicht nur wegen der neuen Software angespannt.

Aber ich habe versucht mir kleine Nischen zu suchen: bin mal zu meinen Controller-Kollegen gegangen für einen, kleinen Plausch, hab mit vielen anderen Kollegen aus der Zentrale kleine Unterhaltungen geführt, wir sehen uns ja nicht sooft.

Diese Art der Unterhaltung ist eine ganz andere, als  die innerhalb unserer kleinen Zwangsgemeinschaft

Voller Tatendrang

Nach dem Reifenwechsel hab ich mein Auto noch gewaschen, ausgesaugt und von innen gereinigt. Der Waschplatz war tatsächlich nicht so voll, wie erwartet.

Anschließend war ich immer noch voller Tatendrang und bin nach Henstedt-Ulzburg gefahren, um mir nun endlich 2 neue Jeans für den Winter zu kaufen…Nun in Größe 38, statt 42. Ein schönes Gefühl.

Wieder zuhause konnte ich immer noch nicht still sitzen, hab noch die restliche Wohnung (bis auf das Schlafzimmer, das hatte ich schon tags zuvor gemacht) geputzt, die neuen Vorhänge aufgebügelt und angebracht und mit der gerade gekauften weißen Farbe endlich mal ein paar Stellen in der Wohnung ausgebessert, die mir schon seit längerem immer wieder ins Auge fallen und jetzt hatte ich endlich die Motivation das zu erledigen.

Hab noch weitere Wäsche gebügelt, und meine Haare gefärbt…und vorher noch ein wenig die Haare an Hinterkopf und den Seiten ausgedünnt und dazu noch leicht angestuft, damit die Haare wieder schon ineinander überfließen.

Einen Friseurtermin hatte ich für diese Woche nicht mehr bekommen. Die Friseurin hat mir die Haar zwar gut geschnitten, aber sie war etwas zu zögerlich am Hinterkopf, die Haare dort hat sie länger gelassen, als ich wollte, aus Furcht vor meinem Wirbel. Doch ich weiß aus Erfahrung, wie kurz die Haare dort sein können, ohne das mein widerspenstiger Wirbel den Look ruiniert. Und jetzt fingen die Haare auch schon an sich zu kräuseln….also hab ich mit der Effilierschere selber wieder Hand angelegt…jetzt stimmt die Frisur wieder von allen Seiten.

Für den Nachmittag hab ich mir noch einmal einen kleinen Zwetschgen-Crumble gemacht ( hmmmmm lecker) und zum Abendessen gab es frisch gebratenes Viktoriabarsch-Filet und ein Stück Lachs mit zweierlei Gemüse und kleinen Ofenkaroffeln aus der Heißluftfriteuse (mit etwas zu viel geräuchertem Paprikapulver – deshalb sehen sie so dunkel aus 😉)

Dann erst hat meine Energie nach gelassen und ich hab mich für den Rest des Abends einfach auf die Couch gelegt. Das war ein toller Tag…auch wenn er mehr nach Arbeit klingt…aber ich fühle mich wohl damit…da war er wieder der Wirbelwind von früher…immer in Bewegung.

Sparaktionen

Samstag hatte ich bereits um 9 Uhr morgens einen Termin zum Reifenwechseln in Pinneberg, es ist ja bereits schon wieder Oktober und da die in der Werkstatt immer noch Personalprobleme habe, hab ich mich schon für einen sehr frühen Wechsel entschieden und so noch gleich mal ein paar Euro gespart (für Früh-Entschlossene hab es einen extra Rabatt).

Während ich also mein Auto den Profis überlassen habe, hab ich beim Fischhändler eingekauft, bin noch durch den Supermarkt geschlendert und habe mir anschließend eine Tasse Kaffee beim Bäcker gegönnt…die 1,5 Stunden waren dann auch schnell vorbei – so der Winter kann also kommen.

Normalerweise gehe ich sonst auch immer noch an so einem Tag zum Baumarkt nebenan…das hatte ich aber bereits gestern Abend gemacht…hahaha und das war mein Glück.

Ich hab einen kleinen Farbeimer gekauft, 2 Pflanzen für den Herbstbalkon und 2 neue Thermovorhänge für mein Arbeitszimmer zuhause – Farbe Pistaziengrün. Das passt viel besser zu meinen grauen und weißen Möbeln…mein Versuch mit Cappuccino-beige-braun war ein Flop – das war eher dunkles Schoko und nervt mich schon eine ganze Weile.

Alles zusammen hat mehr als 120 EUR gekostet…aber ich hatte noch ein paar Geldgutscheine vom letzten Jahr, die ich bei einer Rabattaktion viel günstiger bekommen habe. Ich musste also fast nichts mehr bezahlen und am Ende überreichte mir die Kassiererin einen Gutschein über 20 EUR und lachte über meine Verwunderung: OHHHH – warum das denn?

Da hatte ich doch tatsächlich mal nicht den Prospekt vorher angeschaut und somit die neue Aktion übersehen. Für jede 100 EUR Umsatz, bekam man nur noch am Freitag, einen Gutschein über 20 EUR. Natürlich nur, wenn man die Kundekarte des Baumarkts hat und die hab ich seit vielen Jahren und schon alleine durch die vielen Umzüge und meine Freude am Balkongärtnern, habe ich auf diese Art schon so manchen Euro sparen können.

Gestörtes Vertrauensverhältnis

Wie stark meine vorherige Vermieterin (der Hausdrachen aus Pinneberg) meine Lebensfreude beeinflusst hatte, hab ich Donnerstag nach Feierabend wieder einmal gemerkt. Das hallt immer noch in mir nach.

Seit 3 Jahren wohne ich jetzt bereits hier in Quickborn und meine aktuellen Vermieter (älteres Ehepaar) lassen mich echt in Ruhe…auch wenn sie nur wenige Kilometer entfernt wohnen.

Und bei meinen Anrufen wegen der Überflutung des Kellers und auch am Anfang, als es Probleme mit einem schlecht abgedichteten Fenster gab, war der Kontakt nett und freundlich. Ich hatte die Vermieterin ja auch zu Anfang einmal zum Kaffee trinken eingeladen und auch das war ganz nett.

Aber ansonsten hatte ich in den 3 Jahren keinen weiter gehenden Kontakt. Und dann kam am Donnerstag die Sprachnachricht auf mein Handy, in der die Vermieterin mich bittet, sie zurück zu rufen, sie würde gerne mit mir reden.

Sofort schoss mein Puls in die Höhe und leicht in Panik hab ich sofort abgecheckt, ob ich irgendetwas falsch gemacht haben könnte, ob sich ein Nachbar beschwert haben könnte (das hatte ich damals in Schnöselhausen, wo die Nachbarin mir das Wäschetrocknen auf dem Balkon verbieten wollte und das Vögel füttern)…da ich aber ganz guten Kontakt im Hause habe, konnte ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Immerhin bin ich leise, ordentlich und freundlich zu Allen.

Dann hatte ich sofort 4-Szenarien die sein könnten:

1. Sie wollen mir wegen Eigenbedarfs kündigen (die haben aber selber ein großes Haus und mindestens noch ein weiteres für die einzige Tochter)

2. Sie wollen diese Eigentumswohnung, in der ich zur Miete wohne, verkaufen

3. Es geht um eine Mieterhöhung oder die immer noch ausstehenden Nebenkostenabrechnungen

4. Ihnen wurde der Stellplatz in der Tiefgarage gekündigt, den sie mir untervermieten

Wie man unschwer daran erkennt, erwarte ich von Vermietern nicht wirklich etwas Gutes und reagiere leicht panisch. Na klar ist so eine Reaktion übertrieben und ich würde jedem Anderen raten doch erst einmal abzuwarten, was das Thema denn eigentlich ist.

Aber ich selber kann das nicht mehr. Der Hausdrachen hat mein Vertrauen nachhaltig gestört. Entsprechen angespannt war ich also, als ich meine jetzige Vermieterin anrief…habe aber Niemanden erreicht.

Später hat sie dann zurückgerufen und zum Glück war es keines der 4 Szenarien und es hat sich auch Niemand über mich beschwert. Sie haben für eine Finanzierung (für was auch immer) eine neue Bank und die Bank würde sich die Wohnung gerne einmal anschauen. Sie fragt ob das für mich okay wäre und wann es mir passen würde.

Puhhhh – okay, das klingt für mich erst einmal harmlos. Ich denke die Vermieter wollen die Wohnung als Sicherheit für einen Kredit angeben und es geht um den Wert den dieses Eigentum nun tatsächlich hat.

Na klar ist das okay für mich, nur bitte nicht in der kommenden Woche…da bin ich ein paar Tage auf Dienstreise…am Besten wären die Tage, die ich eh im Homeoffice bin, aber ich bin da auch flexibel….Wir haben uns also soweit abgestimmt und sie wird mit der Bank klären ob es in der übernächsten Woche möglich ist und sich wieder bei mir melden.

Obwohl ich also auch schon vor meinen jetzigen Vermietern, echt Nette dabei hatte…überwiegen doch die negativen Erfahrungen…mein Vertrauen zu Vermietern ist scheinbar nachhaltig gestört

Mit Plaudereien durch die Woche

Die Woche fing dann für mich im Homeoffice an…allerdings nur für einen Tag, die restlichen Arbeitstage war ich dann doch im Büro.

Es gab mal wieder Spannungen wegen des Postdienstes. Den machen wir ja nur noch, wenn es personelle Engpässe gibt…und genau so ein Engpass war entstanden, weil die Eine noch in Urlaub war und die Andere krank und ich hatte mich ja die gesamte vorherige Woche ins Homeoffice verzogen, hab also den Controller mit der Post alleine gelassen und war mir dessen gar nicht bewusst gewesen. Deshalb hatte ich den Dienstag im Homeoffice storniert.

Die Tage im Büro waren aber richtig gut….ähmm, was auch daran lag, das der Schweigsame sich am Dienstag krank gemeldet hat und bis einschließlich Donnerstag auch nicht zurück kam. So hatte ich also meinen alten Status Quo in dieser Woche wieder…hab quasi konzentriert und im Akkord die laufende Arbeit wieder aufgeholt, Umsatzsteuern und andere Pflichtmeldungen erledigt und mir auch mal wieder Zeit genommen, mit den Kollegen der anderen Abteilungen länger zu plauschen…das war richtig schön und tat gut.

Und mit Blick auf die jetzt kommenden Woche, wo wir bereits Montagnachmittag zu Viert für 3 Tage in die Zentrale fahren werden, habe ich es tatsächlich gewagt, Freitag einen Tag Urlaub zu nehmen. Einfach mal wieder ein schön langes Wochenende OHNE Computer und Arbeit haben.

Ich wollte mich körperlich und mental noch einmal stärken, bevor wir in der kommenden Woche mit den Schulungen für das neue System beginnen…wir erwarten, das es auch weiterhin ein gewisses Chaos geben wird, denn wir werden gleichzeitig mit den polnischen Kollegen geschult, die jetzt gerade mitten in der Umstellung stecken. Auf die Kollegen freue ich mich zwar…aber ob das so eine gute Idee ist, das wir mit unseren unterschiedlichen Anforderungen (ich weiß die Polen haben manchmal striktere und merkwürdige Regeln einzuhalten, die wir so nicht haben) zusammen lernen sollen…deren Fragen sind sicher nicht unsere…aber warten wir es mal ab.

Montag zu Viert in einem PKW fahren zu müssen, mit jeweils 4x Reisetaschen, 4x Laptops, Kartons mit Post und das mit einem Firmenwagen der zwar groß aussieht, aber hinten für mich nicht ausreichend Platz zum Luftholen bietet…naja…der Controller und ich werden uns die Fahrzeit wieder 50/50 teilen, und vorne ist für mein Enge-Problem ausreichend Platz, um mich nicht ganz so unwohl zu fühlen.

Für die nächste Fahrt (1 Woche im November) sind wir uns einig, das wir entweder mit 2 PKW nehmen oder mit einem großen Van..denn der Schweigsame muss bestimmt auch noch eine Menge Ordner auf dem Rückweg mitnehmen und das Hotel ist im November derartig ausgebucht, so das uns für 1 Person 2 Übernachtungsmöglichkeiten fehlen, es kann also sein, das einer von uns für 2 Tage woanders untergebracht werden muss.

Ich bin bis Donnerstag sehr gut durch die Woche gekommen. Hab auch länger gearbeitet, um die Plauderzeiten auszugleichen….und fühle mich inzwischen „vor der Arbeit“ – soll heißen ich hetze nicht mehr hinterher, sondern kann wieder wichtige Dinge vorbereiten, bevor sie eilig werden.

Perfekter Sonntag

Mit Superlativen sollte man ja vorsichtig umgehen…aber der letzte Sonntag war so ziemlich perfekt für mich.

Ich habe den Vormittag völlig entspannt zuhause verbracht und bin am Nachmittag nach Hamburg gefahren: Stadtteil Alsterdorf…hab dort das Auto abgestellt und bin bei schönsten Sonnenschein direkt am Alsterkanal entlang spaziert…natürlich in einem etwas flotteren Schritt, aber eben völlig entspannt.

Mit einigen Schlenkern ging es die meiste Zeit direkt am Kanal entlang…zeitweile hab ich mich auch auf eine Bank in der Sonne niedergelassen und hab genau das gemacht, was ich im Sommer nie freiwillig tun würde…ich hab mein Gesicht in die Sonne gehalten und mich über die warmen Strahlen gefreut.

Es waren eine ganze Menge Menschen unterwegs, aber irgendwie war es extrem ruhig, so als ob jeder den Nachmittag einfach nur geniessen wollte.

Später hab ich dann für eine Weile den Weg an der Alster verlassen und habe in einem kleinen Cafè einen Kaffee getrunken…bevor ich meinen Weg entlang des Kanals fortsetzte…bis Winterhude bin ich gegangen…und bin dann zurück Richtung Parkplatz gelaufen.

Hmmm warum habe ICH es eigentlich nicht geschafft, in diesem Jahr Kajak zu fahren? Jetzt wo ich mich endlich rundherum fit fühle, ist die Saison schon fast zu Ende…irgendwie hab ich mich gescheut es anzugehen …wie blöde 🙁…dabei hat es mir soviel Spaß gemacht.

Auf der Fahrt hierher bin ich wieder einmal durch Norderstedt gekommen und auch an dem Steakhouse vorbei, wo ich „früher“ gerne mal eingekehrt bin. Jetzt habe ich schon sooo lange kein Steak mehr gegessen (soll ja Schweine- und Rindfleisch meiden), aber jetzt wollte ich mal wieder.

Hab auf der Rückfahrt einen Stopp eingelegt, einen schönen Tisch bekommen und ein tolles Steak mit Salat und Ofenkartoffel….hmmm lecker. Ich sag ja es war ein nahezu perfekter Tag.

Durch die Woche

Diese ganze Woche hab ich mich ins Homeoffice verzogen….Donnerstag war ja auch noch der 3.Oktober und damit Feiertag. Meine Abgabetermine kommen aus Dänemark und die nehmen keine Rücksicht auf rein deutsche Feiertage.

Aber immerhin ist auch mein „interner“ Abgabetermin inzwischen gleich mit dem offiziellen Abgabetermin. (Für „meine“ Windparks muss ICH ja früher fertig werden, als alle Anderen, damit die dänischen 2.Controller noch ihren Part erledigen können…und die haben eine Woche Verlängerung bekommen) Somit muss ich am 07.10. alle Gesellschaften fertig haben.

Das Homeoffice hab ich auch dringend gebraucht, um mich endlich auf die Abschlüsse konzentrieren zu können…na klar hab ich trotzdem die telefonischen Fragen der Kollegen beantwortet…nur werden das inzwischen immer mehr und alle fangen sie gleich an: „Wir haben versucht den Controller zu erreichen, aber er geht nicht ans Telefon, deshalb dachte ich, ich frage mal ob Du mir helfen kannst….“.

Mit anderen Worten die Kollegen wissen, das ich nicht dafür zuständig bin, versuchen es aber trotzdem und ich kann sie verstehen…denn letztlich gehe ich ans Telefon weil ich denke, sie haben Probleme mit dem Rechnungsprogramm, das ja in meinen Kompetenzbereich fällt…also kann ich die Anrufe nicht ignorieren….und na klar versuche ich zu helfen…das kostet mich allerdings Zeit.

Inzwischen habe ich aber dazu gelernt und ignoriere zumindest die Mails des Controllers in denen er mit mir und anderen Kollegen versucht zu diskutieren. Also meistens ignoriere ich sie …manchmal schreibe ich eine kurze Erläuterung und verweise für weitere Erläuterungen auf die Firmenzentrale. Ich MACHE das nicht mehr mit mich in seine „Probleme“ hineinziehen zu lassen und habe es ihm am Freitag per Telefon auch gesagt. Das sind keine Handlingprobleme, sondern Grundsatzdebatten und für die bin ich nicht zuständig.

Sooo, im Homeoffice war ich dann endlich mal wieder Herrscher über meine Zeit…also meistens zumindest. Und jetzt endlich hab ich mich auch bei meiner Autoversicherung gemeldet…hatte tatsächlich bisher noch keine Zeit gefunden, wo es gepasst hätte, mich um den Steinschlag in der Windschutzscheibe zu kümmern.

Aber die KFZ-Versicherung wollte gar nicht mit mir telefonieren, sondern ich wurde auf deren Homepage verwiesen…dort konnte ich meinen Glasschaden melden, wurde gleich zu Carglas weitergeleitet, musste meinen Schaden mit Hilfe von entweder/oder Bildern gut beschreiben und es wurde Online beschlossen: der Schaden kann problemlos repariert werden ohne die Scheibe auszutauschen. So konnte ich mir eine Filiale in der Nähe aussuchen und die hatten sogar noch für den gleichen Vormittag einen einzigen Termin frei – den hab ich sofort gebucht.

Meine Mittagspause hab ich damit vorgezogen und auch verlängert, die Kollegen informiert und schon ging es auf nach Norderstedt…und tatsächlich wurde der Schaden mittels eines Spezialharzes innerhalb von 30-40 Minuten repariert. Das kostete mich NICHTS.

Allerdings bekam ich den Hinweis, das evtl. der TÜV nicht damit einverstanden sein könnte, weil der Steinschlag noch etwas sichtbar ist und es somit sein könnte, das die Windschutzscheibe später doch noch ausgetauscht werden müsste…das hängt tatsächlich vom TÜV-Prüfer ab, für wie sicher er die Reparatur hält.

Die Wartezeit hab ich dann genutzt, um ein wenig in der Gegend herum zu laufen…da sind schöne Wohngegenden in der Nähe. Ich bin inzwischen so oft in Norderstedt wegen Terminen (Ärzte, Krankenhaus, Brille)…da sollte ich mal die Augen offen halten, FALLS ich umziehen müsste (brrrrr – nicht das ich das möchte – nenene- nun wirklich nicht).

Den Rest der Woche hab ich abends relativ häufig mit verschiedenen Nachbarn geplauscht, die ich teilweise den ganzen Sommer nur selten gesehen habe…das war schön…ich fühle mich sehr wohl hier (zum Glück kommen die kreischenden Enkelkinder der Nachbarn unter mir, nicht mehr täglich).

Ansonsten habe ich viel gearbeitet (einschließlich 5 Std. am Feiertag), hab meine Walkingrunden abends gedreht, viel über Whatsapp/Threema kommuniziert und mich von den stressigen Tagen erholt.

Freitagabend war ich dann auch richtig zufrieden mit mir und meiner Arbeitswoche….so das ich dieses Wochenende keinen Handschlag arbeiten werde…die restlichen 3 Abschlüsse schaffe ich locker am Montag und damit werde ich es mal wieder geschafft haben, trotz aller Widrigkeiten, meine Termine einzuhalten.

Glücksstadt – Deiche gesperrt

Letzten Sonntag hatte ich mich am Nachmittag entschieden mal wieder an die Elbe zu fahren…ich hatte Lust auf einen Deichspaziergang…mein Ziel war Glückstadt. Das sind ca. 50km zu fahren.

Die Fahrt zog sich etwas, aber irgendwann war ich dann da, es war immer noch kalt und der Wind blies ganz ordentlich, aber die Sonne schien. Einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden, war nicht schwer und dann bin ich zum Deich gelaufen und – kam nicht drauf. Alle Tore auf den Deich waren verriegelt, mal mit Kabelbindern, mal mit Vorhängeschloss. Sogar die Fahrradwege unterhalb des Deichs waren geschlossen. NICHTS zu machen. Dafür hingen überall Schilder zu Erklärung.

Jaaa na klar hatte ich schon von der Blauzungenkrankheit gehört….aber das dafür jetzt bei Glückstadt alle Deiche geschlossen wurden, hatte ich nicht mitbekommen. Es ist eine Viruserkrankung für Wiederkäuer (Schafe, Rinder, Ziegen)…und auf den Deichen leben eben viele Schafe. Für den Menschen ist sie dagegen ungefährlich.

Nun war ich erst einmal leicht genervt, weil ich mich seit langem mal wieder auf einen Deichspaziergang gefreut hatte…aber nun gut….dann bin ich zum kleinen Hafen gelaufen und anschließend in einem größeren Bogen um die Innenstadt herum.

Das war nicht genau das, was ich wollte…aber immerhin hab ich mich ausreichend bewegt.

Auf dem Rückweg zum Auto hab ich noch kurz vor 18 Uhr bei einer italienischen Eisdiele ein kleines Eis essen wollen. Die wollten um 18 Uhr schließen und haben mir eine ungehörig große Kugel in die Waffel gespachtelt….aber nur 1 Kugel abgerechnet. Hmmm lecker war das und über die große Portion hab ich mich natürlich gefreut.

Ich habe sehr wenig Eis in diesem Sommer gegessen, aber wenn, dann jedes Mal mit großem Genuss und das jetzt hier, das war für mich die Verabschiedung des Sommers. Die Eissaison ist für mich damit beendet.

Die Rückfahrt verlief, wie die Hinfahrt: es lief etwas zäh…aber egal. Wenn es nur ums Laufen gegangen wäre, das hätte ich schneller und einfacher auch von zuhause aus machen können, anstatt dafür insgesamt 100km zu fahren.

Letztendlich wollte ich aber auch dem Geschrei und Gezanke unter mir entkommen…es gab mal wieder bei den Nachbarn etwas zu feiern, mit allen Kindern und den kreischenden Enkelkindern. Zum Glück waren die schon wieder weg, als ich nach Hause kam.

Zwetschgen-Crumble

Gestern habe ich nach Feierabend die Gemüse-und Obstabteilung in meinem Lieblingsladen geplündert….es ist einfach eine tolle Zeit um frische Produkte aus der Region (oder zumindest aus Deutschland) zu kaufen.

Die Blumenkohl-Köpfe sind riesig, die dicken Porreestangen könnte man auch zur Verteidigung einsetzen, die Auswahl an Gemüse ist groß und die Preise sind echt okay dafür. Es ist Herbst…es gibt schon wieder Rosenkohl und immer noch jede Menge Zwetschgen.

Also hab ich einen meiner Mehrfach-Büddel vollgefüllt…für heute gibt es einen Zwetschgen-Crumble…aber in einer etwas gesünderen Form.

Wie immer versuche ich dabei Weißmehl, Industriezucker und Butter zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren…und auch dieses Mal hat mir der Blick ins Internet geholfen…und mit ein paar Feinjustierungen ist mir eine schöne Variante gelungen

Eigentlich fehlte nur noch etwas geschlagene Sahne – aber die hatte ich beim Einkauf vergessen.

Mein angepasstes Rezept lautete dann :

100g gemahlene Mandeln 50g feine Haferflocken, 50g kernige Haferflocken, 90g Dattelsirup, 90g weiche Butter, Mark 1 Vanillesschote, etwas Zimt und etwas Salz. Dazu 300 g entsteinte Zwetschgen.

Die entsteinten Zwetschen in eine gefettete Auflaufform geben. Alle anderen Zutaten vermischen und mit den Händen zu Streuseln formen und über die Zwetschgen geben. für 25-30 Minuten im Backofen bei 160Grad Umluft backen und anschließend noch warm geniessen UND wer mag etwas geschlagene Sahne dazu geben.

Der Bio Mandelsirup, den ich genommen habe, hat auf 100g ca. 1/3 weniger Kalorien als Haushaltszucker und im Originalrezept standen auch 120g Zucker. Mit den 90g Mandelsirup hab ich also gleich 2 mal gespart und für mich war es trotzdem süß genug.

Beim nächsten Mal würde ich aber etwas mehr Butter nehmen, hier waren die 90g etwas zu wenig, um ein wirklich super knusprige Streuseln zu bekommen…aber geschmacklich hat es mich ich trotzdem überzeugt.

Hmmm im Winter kommen dann Äpfel unter die Crumble-Haube…so mit etwas Marzipan und einem Schuss Calvados dazu..

Herbst auf dem Balkon

Während der letzten Wochen hab ich meinen Balkon vernachlässigt…und so sah er dann auch aus.

Einerseits war ich einfach zu sehr mit Arbeiten beschäftigt…und dann kamen Regen, Sturm und sehr abrupt dann auch noch die Kälte. Da hab ich draußen nichts machen wollen und sitzen schon mal gar nicht. Heute ist endlich mal wieder so ein richtig perfekter Tag dafür.

Die Sonne strahlt, es sind ca. 15-16 Grad und nachdem ich einen Teil des 3.10. zum Arbeiten verwendet habe, gönne ich mir nun ein komplett freies Wochenende. Den Vormittag habe ich erst einmal damit verbracht meine Wohnung aufzuräumen…und seit dem Mittag bin ich am werkeln.

Und nun, ein paar Stunden später, sitze ich auf meinem frisch gesäuberten Balkon und muss mich sogar etwas vor der Sonne schützen…gleichzeitig hab ich einen Zwetschgen-Crumble im Backofen…der riecht schon richtig gut und ich freue mich gleich auf diesen Nachtisch.

Alles was in den Keller gehört, hab ich vom Balkon wieder in den Keller gebracht…den gut gefüllten Sack mit den Pflanzenabfällen hab ich zu den Mülltonnen geschleppt…alles ist gefegt, gesaugt und gewischt…Es sieht wieder aufgeräumt und sauber aus und ich fühle mich wohl und entspannt…nun kann ich mir überlegen, ob ich noch ein paar Herbstpflanzen aufstellen möchte und bald muss ich den Oleander und das Olivenbäumen schon für die Überwinterung vorbereiten….Vor 2 Nächten hatten wir nur noch 3 Grad hier.

Nach all den anstrengenden Tagen und mit der Deadline für die Abschlüsse im Nacken, ist das nun genau die Art von Entspannung, die ich benötige. Die Vögel kommen immer zahlreich in mein Futterhäuschen…gerade hat mich ein Rotkehlchen lange Zeit beäugt und sich am Rande des Balkons aufgehalten, bevor es für einen Happen ins Häuschen geflogen ist.

Um mich für die heutige dreck-versprechende Arbeit passend zu kleiden (ich liebe es mit den Händen in der Erde zu wühlen), habe ich mir heute Morgen einfach ein paar der „älteren“ Klamotten aus dem Schrank gefischt und musste lachen, als ich mich im Spiegel sah: die Jeans rutscht langsam ziemlich tief auf die Hüften und die Sweatjacke schlackert um meinen Körper. Oberteile hab ich ja in den letzten Jahren immer etwas größer gekauft, als notwendig – aber dieses hier, ist jetzt eindeutig viiiiel zu groß geworden….

Diese schöne Ruhe, nach getaner Säuberungsaktion, nutzte ich jetzt, um wieder Kraft zu sammeln…