doch vorzeitig abgereist

Am 2. Urlaubstag fühlte ich mich dann nicht entspannt und auch nicht wirklich froh….das änderte sich dann mit meinem Massage-Termin…obwohl es sich erst gar nicht so anfühlte.

Gleichzeitig mit mir kam auch eine sehr alte Dame bei der Thai-Massage an…aber während ich mich nach ein paar kurzen Sätzen zu Beginn, stumm der wohligen Atmosphäre und in die Hände der Mitarbeiterin begab, redete und redete die alte Dame in einer Lautstärke über Krankheiten und Therapien, von denen ich lieber nichts hören wollte und ich konnte mich nicht wirklich entspannen. Normalerweise wird man aufgefordert (manchmal steht es auch auf einem Schild) das man leise sprechen und sich ruhig verhalten soll, um die anderen Gäste nicht zu stören.

Auf meine Frage ob die Dame jetzt etwas die GANZE Zeit über reden wollte, ging die Mitarbeiterin zu ihrer Kollegen und kurz darauf war die alte Dame dann auch leiser und später war sie sogar mal ein paar Minuten ruhig…zum Glück blieb sie auch insgesamt nur 1/2 Stunde.

und dann hatte ich so ziemlich die beste Thai-Massage die ich jemals erhalten habe…okay, ich war schon fast 1 Jahr bei keiner mehr….aber früher hab ich das ja sehr regelmässig gemacht…in Frankfurt war ich zeitweilig 1x in der Woche, und in schwierigen Zeiten sogar teilweise sogar 2x. Aber das hier in Soltau war Extraklasse.

Es folgte ein ziemlich enttäuschendes Mittagessen in einem italienischen Restaurant. Das Restaurant was ich eigentlich angepeilt hatte (das war beim letzten Mal so toll dort) öffnete erst am Abend.

Aber direkt daneben gab es dieses italienische Restaurant mit großem Außenbereich. Draussen auf den Schildern standen lauter leckere Sachen, aber die gab es gar nicht zu Bestellen (von dem Einen war nicht mehr genügend da, dann waren die Muscheln schlecht geworden, der Fisch war nicht geliefert worden) der Tisch war dreckig, die Inhaber laut, im Waschbecken auf der Toilette stand das Wasser und mit dem Toilettensitz bin ich komplett weggerutscht, weil dieser lose war. Von außen sah es gemütlich aus … aber die scheinen ihre besten Tage hinter sich zu haben…es kümmert sich scheinbar niemand wirklich darum. Alles hier schrie: uns geht es finanziell schlecht.

Das dachte ich auch von der Pizza, die zwar groß war, aber bei der man irgendwie „vergessen“ hatte, die Zutaten (Tomatensoße, Thunfisch und Zwiebeln) in akzeptabler Menge auf die Pizza zu legen…alles war nur in Mikrospuren vorhanden…dafür jede Menge Käse und wie kann eine so dünne Pizza so labberig sein…haben die vergessen den Ofen richtig heiß zu machen?…und auf einer Thunfisch-Pizza, sollten auch mehr als ein paar Krümmel Thunfisch sein.

Ich war aber überhaupt nicht in Beschwerde-Laune, hab mir 3/4 der Pizza einpacken lassen und bin wieder gegangen….Nach einem ausführlichen Spaziergang durch die Stadt und die Umgebung, hab ich dann tatsächlich meine Reisetasche wieder gepackt, hab alles ordentlich in der Ferienwohnung hinterlassen und mich auf den Rückweg gemacht.

Ich hab noch einen Stopp in Winsen(Luhe) eingelegt….hatte aber irgendwie keine Lust mehr auf Sightseeing, obwohl es ein schöner Ort ist…ich werde wieder kommen – für einen Tagesausflug

Später zuhause ging es mir wieder richtig gut…ich war gut gelaunt und entspannt…hab die Pizza mit Thunfisch und Zwiebeln aufgepimpt und stückchenweise in der Heißluftfritteusse knuspig aufgebacken…so geht das.

Geschlafen hab ich in dieser Nacht prima.

Dem Impuls widerstehen

Nach meinem Ausflug ins Pietzmoor bin ich dann weiter nach Soltau gefahren…habe mich erst einmal in einem Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt, bevor ich weiter zur Ferienwohnung gefahren bin.

Die Ferienwohnung war über eine schmale Metall-Wendeltreppe von der Gartenseite des Hauses zu erreichen. Den Schlüssel bekam ich aus einer verschließbaren Box. Das war alles sehr unkompliziert. Nur die Treppe war derartig schmal, da passte ich gerade eben so durch, aber schon mit der Reisetasche wurde es so eng, das ich sie nur eng am Körper vor mir hertragen konnte.

Als es dann am Abend auch noch mit dem Schnee anfing, musste ich jeden Schritt auf der Treppe genau abwägen…es war glatt und die Vermieterin hatte mich per Whatsapp auch schon vorab darauf aufmerksam gemacht.

Diese kleine Wohnung mit einem großen Wohn-Schlafraum, einem großen Bad und einer Mini-Pantry-Küche in einer dunklen Ecke im Flur (es gab aber unglaublich viele Lampen) war schön…sie hatte sogar einen verglasten Balkon, überhaupt gab es sehr viele Fenster, die viel Licht hineinliessen, mit einem schönen Blick in die Gärten drumherum. Bei Minusgraden ist das mit den vielen Fenstern nicht unbedingt von Vorteil und so gab es für alle Fenster auch Thermo-Vorhänge.

Leider hatte die Pantryküche keine Herdplatte, dafür Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine…nun gut…damit entfielen mein geplantes Abendessen und auch das Mittagessen am nächsten Tag. Was auch fehlte war ein kleines Spülbecken zum Abwaschen des benutzen Geschirrs…dafür gab es aber eine Waschschüssel – das Wasser musste man sich dann eben aus dem Bad holen – haha das war jetzt nicht komfortabel, aber auch kein Problem. Also die „Pantry-Küche“ war nichts weiter als ein Einbauschrank im Flur, der mit Elektrogeräten und Küchenutensilien ausgestattet war.

Ansonsten war alles da, was man brauchte…sogar ein kleiner Willkommensgruß in Form einer großen Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten neben einem Willkommensschild. Es gab auch Teebeutel, Filtertüten und Kaffeepulver (hab ich aber nicht genommen)….auch Shampoo, Duschgel und andere Toiletten-Artikel wurden zur Verfügung gestellt. Da ich in solchen Dingen eigen bin, hab ich natürlich meine mitgebrachten Sachen genutzt…fand es aber trotzdem nett.

Und obwohl alles so richtig nett und gemütlich war, wollte ich was? Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist ja keine bewusste Entscheidung, sondern einfach das Gefühl, das ich jetzt doch viel lieber wieder Zuhause wäre..in meinem eigenen Zuhause.

Und hätte ich nicht bereits für den nächsten Vormittag einen Massagetermin vereinbart, ich wäre wahrscheinlich sogar wieder gefahren. So konnte ich dem inneren Impuls widerstehen. Das war gar nicht so leicht und mein Verstand musste mich erst einmal überzeugen.

Das hier ist ein schöner Ort, ich habe für 2 Nächte bezahlt, ich hatte einen schönen Ausflug heute und morgen kommt noch eine Massage. In die Therme wollte ich eigentlich auch, wenn ich denn auch die gepackte Sporttasche mit genommen hätte – hab ich aber nicht. Aber okay, es gibt anderes was ich machen kann. Okay ich bleibe heute hier…morgen kann ich immer noch nach Hause fahren…ich muss ja nicht beide Nächte hier verbringen. Aber eine Nacht sollte ich hier bleiben.

Ich hab mich dann erst einmal auf die Couch gelegt und für die nächsten Stunden tief und fest geschlafen und als ich später am Abend aus dem Fenster schaute, hatte es geschneit…es lagen so ca. 2-3 cm Schnee. Ohhhh – wie schön…also wieder Wanderschuhe an und ab nach Draussen….herrlich wie der Schnee bei jedem Schritt knirschte…alles war ruhig und friedlich und menschenleer…und jeder Schritt fühlte sich federleicht an…

Mal sehen, wie es Morgen weiter geht.

Wochenende ist da und Urlaub voraus

(diesen beitrag hatte ich schon veröffentlicht )In den letzten Wochen habe ich auf Sparflamme gelebt. Durch die viele Arbeit blieb kaum Zeit für mehr als meine abendlichen Walkingrunden…und den Rest der Zeit hab ich mich nur mit dem Nötigsten versorgt, hab mich wieder etwas vermehrt um Schwester+Schwager gekümmert (telefonisch) und bin früh schlafen gegangen und sonst? Naja da war nicht ganz so viel.

Den Samstagvormittag hab ich erst mal wieder konzentriert gearbeitet und hab einen weiteren wichtigen allgemeinen Abgabetermin einhalten können…das was jetzt in den nächsten Tagen zu erledigen ist, ist eher Masse, statt Klasse…reine Fleißarbeit mit nur wenig Herausforderung. Das sollte mir locker von der Hand gehen.

Es war eine gute Idee mir den Friseurtermin für heute Mittag geben zu lassen…so bin ich dann mal wieder richtig zum Erledigen privater Dinge gekommen.

Mit der Friseurin komme ich echt super zurecht…inzwischen vertraue ich ihr, so das ich jetzt tatsächlich alle 4-5 Wochen regelmäßig einen Termin bei ihr habe…seitdem fühle ich mich nicht mehr wie ein Bobtail – sie schneidet mir die Haare richtig gut und wir können uns prima unterhalten. Die Chemie stimmt. Sie ist über 60 Jahre und Friseurmeisterin – so eine Frau, die im Leben steht und viel erlebt und durch gemacht hat.

Anschließend war ich noch Lebensmittel einkaufen….hab anschließend mein Auto durch die Waschstraße gejagt und dann auch noch von Innen gereinigt. Bin dann in Pinneberg in die Innenstadt gefahren, und durch ein paar Geschäfte gebummelt.

Anschließend hab ich mich in einem Eiscafè mit einem Cappuccino und 2 Kugel Eis im Becher, in dem fast leeren Gastraum nieder gelassen, direkt am Fenster. Das war so schön…endlich mal in Ruhe hier sitzen…und die Leute draußen beobachten…dazu noch ein paar Whatsapp`s mit ein paar meiner Kontakte austauschen….wie schön gemütlich und entspannt.

Später bin ich noch weiter durch die Stadt und den angrenzenden Stadtwald gelaufen, bevor es wieder nach Hause ging. Einkäufe verstauen, Wäsche waschen und aufhängen, Spülmaschine starten, Staub wischen und die Küche aufräumen, gleichzeitig das Abendessen zubereiten.

Ich fühle mich ruhig und entspannt…auch wenn mein Ruhepuls immer noch zu hoch ist…mental fühle ich mich ruhiger als gedacht.

Anfang der Woche wurden wir im Job aufgefordert unseren Resturlaub nun endlich bis zum 31.03. zu nehmen…wir sollen sofort die Anträge stellen. Wie soll ich denn bitte im größten Stress noch 8 Urlaubstage unterbringen? Die Alternative wäre, sie verfallen zu lassen – denn es wurde schon vorher klar gestellt, eine Verlängerung gibt es nicht.

Ich habe also bis Freitag gewartet und dann meine Urlaubstage beantragt: 3×2 Tage, 2×1 Tag über die nächsten 1,5 Monate verteilt…und kaum hatte ich die Anträge genehmigt bekommen, kam eine Mail vom Controller. Seit Mittwoch gibt es von unser Interims-Chefin (der Finanzchefin aus der Zentrale) die Genehmigung an das Accounting-Team, das wir die Tage bis in den April hinein nehmen können. Die Mail ist aber nur beim Controller angekommen und er hat sie nicht weiter gegeben…bzw. er hat es Katrin gegenüber erwähnt- mich aber nicht informiert…sehr kollegial.

Okay ich hab dann einen Kompromiss für mich gefunden. 2 Tage hab ich im März wieder storniert und neu im April beantragt. Die restlichen 6 Tage nehme ich jetzt, wie geplant.

Und im Cafè sitzend hatte ich auf einmal Lust für die 2 ersten Urlaubstage, Ende nächster Woche, auch wirklich weg zu fahren.

Wer mich kennt weiß ja, das ich nicht so gerne verreise und so ist es auch gar keine weit entferntes Ziel…ich fahre für 2 Tage in die Lüneburger Heide…noch im Café hab ich mir eine Ferienwohnung in der Nähe von Soltau rausgesucht und reserviert. 108 EUR für 2 Übernachtungen – ist ja gerade keine Saison. Die Bewertungen haben die Sauberkeit und Ruhe dort in den höchsten Tönen gelobt und da ich ja ohnehin nicht frühstücke, brauche ich auch kein Hotelzimmer mit Frühstück…deshalb versuche ich es jetzt mal mit einer Ferienwohnung.

Ich hatte mich mit Kollegin Katrin im Laufe der Woche darüber unterhalten und sie meinte, es wäre evtl. besser wenn ich doch wegfahren würde, damit ich eben nicht im Urlaub auf die Idee komme zu arbeiten. So einfach ist das aber nicht – denn die Arbeit verschwindet ja nicht so einfach.

So hab ich den Kompromiss mit mir selber geschlossen, ich arbeite Donnerstag früh noch etwas (falls nötig) und fahre am Vormittag los, dann bin ich in etwas mehr als einer Stunde am Ziel und habe dann fast genau 2 Tage Zeit Vorort…das wird mir für die Erholung reichen.

Samstagmittag fahre ich dann direkt aus der Lüneburger Heide, an meinem Zuhause vorbei, nach Flensburg…denn am kommenden Samstag holen wir unser verschobenes Weihnachtsessen nach…so mit Weihnachtsgans, Rotkohl und Klößen. Das Wetter ist geradezu ideal dafür.

Sooo und bis zum Urlaub nächsten Donnerstag muss ich noch einiges fertig bekommen….das heißt viel Arbeiten und wenig quatschen – ich bleibe also die nächsten Tage wieder einmal im Homeoffice. Aktuell dürfen wir sooft und solange wie wir wollen remote arbeiten – wenn es uns hilft durch die Migration und die Abschlüsse zu kommen – und diese Regelung haben wir alle Drei in der letzten Woche auch intensiv genutzt.

Nun werde ich mir gleich noch meine Wanderschuhe anziehen und auch noch eine kleine Walkingrunde laufen…obwohl ich heute bereits viel Bewegung hatte. Aber ich glaube ich brauche das jetzt einfach.

Ruhe im Moor und eine Begegnung

Auf die Fahrt ins Pietzmoor hab ich mich echt gefreut.

Er dauert mit dem Auto nur ca. 1 Stunde und der Weg durch den Elbtunnel am Mittag war trotz des vielen Verkehrs unkompliziert.

Bei dem schlechten Wetter (bedeckt, leicht windig und eisig kalt) war der große Parkplatz am Schäferhof leer.

Ich hab mich im Auto erst einmal wetterfest umgezogen…und mit den letzten Vorbereitungen kam ein weiteres Auto auf den Parkplatz, fuhr ein paar Meter an mir vorbei und ein Mann – so Ende 50 – stieg aus.

Ich hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen, meinen Rucksack geschultert und machte mich auf den Weg. Der Mann blieb an seinem Wagen stehen, sah zu mir. Ich grüßte mit einem Moin und ging an ihm vorbei…höflich, wie ich nun einmal bin.

Er richtete das Wort an mich: Ich käme wohl aus Hamburg um hier im Moor meinem Stress zu entfliehen.

Eine merkwürdige Art ein Gespräch anzufangen…ich schaute ihn kurz an und entgegnete: So in etwa – möchte nur einen schönen Nachmittag hier verbringen…und lief weiter…so langsam kam ich dann auch in meinen Lauf-Rhythmus und eigentlich wollte ich mich nicht weiter unterhalten.

Aber der Mann war, trotz meines schnellen Schrittes, nicht weit hinter mir und als ich für ein Foto stehen bliebe holte er mich ein….und richtete wieder das Wort an mich….über das Eis auf dem Moorsee – welches ich gerade versuchte im Bild einzufangen:

hmmm…neee so hatte ich mir meinen Nachmittag hier nicht vorgestellt…ich versuchte es mit längerem wegdrehen und Stehenbleiben, um weitere Motive auszuloten….aber der Mann ging nur ein paar Schritte weiter…stellte sich dann an ein Geländer und sah auf den Moorsee und schien nicht die Absicht zu haben, weiter zu gehen.

Neee – also so wird das nichts mit meiner Ruhe hier …ich hab also den Turbo eingelegt und bin noch schnelleren Schrittes wieder an ihm vorbei gegangen…und den schnellen Schritt behielt ich für die nächsten 1-2 km bei… ich blieb nicht mehr stehen und schaute mich auch nicht um.

Ich hab lange Beine und kann große Schritte machen….irgendwann hatte ich das Gefühl, wieder alleine zu sein…und so war es auch…ich hab also meine Schrittgeschwindigkeit wieder auf Normalmaß verlangsamt und nun endlich konnte ich den Weg, die langsam aufklarende Aussicht und vor allem die Ruhe und kalte Luft so richtig geniessen…warm war mir inzwischen auch.

Nach der ersten Runde mit knappen 5 Km, kam ich wieder am Parkplatz an….der war wieder leer…also bis auf mein eigenes Auto. Prima – der Mann von vorhin hat also irgendwann kehrt gemacht und ist dann wohl weiter gefahren.

Irgendwie hat es mich erleichtert, der Mann wirkte zwar nicht unsympathisch…aber ich wollte eben keine Unterhaltung führen…ich war bei dem Wetter hierhin gekommen, um meine Ruhe zu haben…und mit Ruhe, meine ich wirklich Ruhe….ich wollte mich nicht unterhalten…ich wollte keine Gesellschaft.

Leider wird manchmal meine im allgemeinen freundliche Art zu anderen Menschen, mit echtem Interesse verwechselt.

In der Gewissheit nun wirklich alleine meinen Weg weiter gehen zu können, hab ich mich für eine zweite, kleinere Runde entschieden….und hab, wie immer, die vereinzelten Menschen, die mir dann doch begegneten, freundlich im Vorbeigehen gegrüßt – wie man das eben so macht, wenn man sich im Wald oder im Moor begegnet…das habe ich schon als kleines Kind gelernt. Man geht nicht wortlos aneinander vorbei.

Nach insgesamt knappen 8km kam ich dann wieder an meinem Auto an…jaaa das hatte gut getan…die Lüneburger Heide macht auch bei schlechtem Wetter Spaß…ich liebe die Landschaft, diese Ruhe und Weite….wenig Menschen….soooo fängt Erholung für mich an.

Wieder an meinem Auto angekommen, steckte am Türgriff auf der Fahrerseite ein großer Zweig mit zarten Blütenknospen von einem Strauch in der Nähe…da hat mir wohl der Unbekannte einen kleinen Gruß dagelassen.

Meine Fahrt ging dann weiter zu meinem 2. Zielort: Soltau….das war nur noch ein paar Km entfernt.

zäher Start in den Kurzurlaub

Der Weg bis zum tatsächlichen Urlaubsstart am Donnerstag, war dann noch zäh.

Kaum hatte ich das Gefühl, das es mal wieder im Job besser läuft, gab es Rückschläge…keine Großen, dafür viele Kleine.

Donnerstagmorgen wollte ich dann noch ein paar Dinge erledigen – so für ein besseres Gefühl von „ich kann jetzt getrost mal ein paar Tage aufhören mit Arbeiten“….

…doch es kamen jede Menge neue Dinge rein, die alle „mal eben“ hätten erledigt werden sollen

Und mit jedem neuen Ding wurde ich unruhiger und kam gar nicht so richtig in einen Arbeitsflow…

In dem Moment hab ich den Computer runtergefahren…das muss jetzt einfach mal warten. Immerhin ist heute bereits mein 1.Urlaubstag.

Den restlichen Vormittag hab ich also meine Reisetasche gepackt, die Wohnung etwas aufgeräumt und noch die Reste aus dem Kühlschrank in ein Mittagessen verwandet.

Immer noch total aufgedreht von der Arbeit, bin ich dann losgefahren: 1. Ziel das Pietzmoor bei Schneverdingen für eine schöne Wanderung durch das Moor.

Auf der Suche nach Ruhe und Erholung.

Gewicht eingependelt

Gestern Abend war es bereits kurz vor 22 Uhr und so hab ich mich für eine etwas kleinere Walkingrunde entschieden…es waren nur 3,6 km. Die Luft war herrlich kalt und alles war friedlich und ruhig.

Mir ging durch den Kopf, wie gut es mir doch (trotz des beruflichen Stresses) geht und wie wohl ich mich in meiner Haut fühle.

Seit mittlerweile 9 Monaten mache ich das Interfallfasten nach der Methode 16:8 und es ist Teil meines normalen Lebens geworden. Das fiel mir von Anfang an relativ leicht. Nachdem ich insgesamt 9 kg abgenommen hatte, hat sich mein Körper so nach und nach auf ein konstantes Gewicht eingependelt, was auch daran lag, das ich wieder mehr Lebensmittel zugelassen habe, wie zum Beispiel Nudeln oder auch ein paar Süßigkeiten.

Von den ursprünglichen 9kg Gewichtsverlust, sind 8kg dauerhaft verschwunden…ich schwanke immer so um 1kg, was ganz Normal ist.

Auch über die Weihnachtszeit und den Stress im Job, bin ich bei meinen neuen Essgewohnheiten geblieben, aber es gibt eben auch Ausnahmen. Wenn ich mal viel zu lange gearbeitet habe und mein „Zeitfenster“ für das Abendessen bereits geschlossen ist, na dann esse ich eben trotzdem noch…dann starte ich mit dem Essen am nächsten Tag eben etwas später.

Ich nehme es als Richtschnur, nicht als Gebot- das ich zwingend einhalten muss. Es bringt mich nicht um, wenn es eben mal keine 16 Stunden sind, sondern nur z.B. 14,5 Stunden.

Weiterhin bleibe ich dabei nicht zu frühstücken und esse ansonsten das, worauf ich Lust habe und was angeboten wird…gerade auf Dienstreisen: dann esse ich eben auch mal ein Steak oder einen Burger mit hausgemachter brauner Soße (also Soßen können die Dänen echt super lecker -und auch Fisch und Fleisch zubereiten).

Rotes Fleisch soll ich ja, wenn möglich, meiden…also kein Totalverzicht …und so esse ich solche Sachen eben genau dann, wenn ich ihnen sowieso nicht aus dem Weg gehen kann oder möchte.

Hauptzutat bei meinen Mahlzeiten bleibt weiterhin das Gemüse….Kartoffeln, Nudeln und Reis bleiben als Beilage dezent im Hintergrund. Dazu kommen regelmäßig Fisch und 1-2x in der Woche Geflügel auf den Tisch.

Und ich habe super viel Spaß daran neue Gerichte auszuprobieren, wie zum Beispiel: Burger aus Champignons und Zwiebeln oder Frikadellen aus Wirsingkohl und Kichererbsenmehl…das bin ich schon ganz gespannt drauf.

Der Rezeptvorschlag kam letzte Woche von einem Kollegen, der bei einem vegetarischen Kochkurs war und ihm hat die Wirsingkohl-Variante sehr gut geschmeckt. Genau nach solchen Rezepten suche ich, um einfach mal Gemüse „anders“ zu verarbeiten.

Ich habe inzwischen wieder ein entspanntes Verhältnis zum Essen, das finde ich schön. Also wichtig für mich ist: ich halte mein Gewicht jetzt schon seit ein paar Monaten und fühle mich super damit.

Kleine Zimtschnecken am Morgen

Kurz nach dem Aufstehen heute Morgen…es ist ja Sonntag, wollte ich mich mit dem Kaffee ganz entspannt ins Wohnzimmer setzen und erst einmal gar nichts tun.

Das hat definitiv nicht geklappt, bereits im Flur – mit dem Kaffeebecher in der Hand – habe ich kehrt gemacht…ach ich könnte ja mal eben den Hefeteig ansetzen…dann hab ich am späten Vormittag schon meine kleinen Zimtschnecken fertig.

Im Internet ist mir ein Rezept für „Zimtschnecken vom Blech“ zugelaufen (also wurde mir angezeigt). Das Rezept war sehr einfach – und ich hab es dann noch einmal etwas abgewandelt, weil ich diese Zimtschnecken eben nicht groß und nicht so hyper fluffig wollte…sondern eher Kleinere und das ist mir tatsächlich gelungen, auf dem Bild täuscht die Größe etwas..ich habe auch nur die Hälfte des Teigs genommen:

Das Besondere an meinen Zimtschnecken ist, das die Füllung eben nicht zu gleichen Teilen aus Butter, und Zucker, sowie Zimt besteht, sondern aus viel weniger Butter, dafür mehr Dattelsirup und viel Zimt und sie sind super lecker geworden..

Beim Aufstreichen der Füllung war ich jedoch nicht so exakt und so haben einige Schneckchen weniger Füllung und bei anderen ist die Menge einfach perfekt. Und auch für das Schneiden der gefüllten Teigrolle hatte ich nicht das optimale Messer genommen…so habe ich eher den Teig gedrückt, als geschnitten…die Form der einzelnen Schnecken ist daher nicht wirklich rund – aber dafür sind sie hausgemacht.

Und während die Schneckchen noch im Backofen waren, habe ich aus 2 übrig gebliebenen Bananen mal wieder ein Bananenbrot gebacken…das ist jetzt noch im Backofen.

Ich habe es jetzt bis ins Wohnzimmer geschafft und freue mich bei einem weiteren Kaffee und lauwarmen Zimtschneckchen auf einen entspannten Sonntag.

Auf Dienstreise – es hat sich etwas verändert

Unsere Woche in der Firmenzentrale war dieses Mal sehr merkwürdig. Im Laufe der Jahre war ich ja schon öfter dort. Meistens zusammen mit dem Controller, dann einmal zu Viert (noch mit dem Schweigsamen), die letzten Male wieder zu Dritt (der Controller, Katrin und ich).

So auch dieses Mal. Montagmittag ging es los…ich hatte wieder einmal das Glück das ich von Zuhause abgeholt wurde. Das Fahren hat dieses Mal Kollegin Katrin übernommen. (in der Woche zuvor war ich ein paar Tage ausgefallen wegen eines grippalen Infekts und hatte mich nur langsam erholt, war deshalb die ganze Woche nicht im Büro und hab es sehr genossen mal hinten im Auto zu sitzen und nichts machen zu müssen).

Am Abend waren wir dann noch zu Dritt zusammen im Hotel-Restaurant. Aber der Controller fühlte sich schon seit dem Wochenende nicht ganz wohl (er war am Wochenende in der Elbphilharmonie – ich hab also nichts mit seiner Erkältung zu tun…wir haben uns mehr als 1 Woche nicht gesehen) und für den Rest unseres Aufenthalts haben wir ihn dann nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Er hat sich nämlich am nächsten Morgen krank gemeldet und blieb bis zu unserer Rückfahrt Freitagmorgen in seinem Hotelzimmer. Er wollte auch nicht mit uns Essen und unsere Angebote ihm etwas aus der Apotheke zu besorgen, hat er unbeantwortet gelassen. Stattdessen hat er unsere Finanzchefin gebeten ihm etwas zu besorgen (das fanden wir alle sehr merkwürdig, also das er uns nicht gefragt hat…immerhin wohnen wir im gleichen Hotel – aber gut – seine Entscheidung). Muss ich erwähnen das auch die Chefin mehr als irritiert war?

Katrin und ich haben uns also an den folgenden 3 Tagen abends auf den Weg in die Stadt gemacht, um ein Restaurant fürs Abendessen zu finden…unsere sonst üblichen Ziele waren wegen Renovierungen und Geschäftsaufgabe nicht verfügbar…also haben wir Neue Wege beschritten und wurden nicht enttäuscht.

Alle 3 besuchten Restaurants waren gemütlich und hatten tolles Essen…es waren schöne Restaurantbesuche und mir ging es auch gut damit, mit der Kollegin die Abende zu teilen. Tagsüber saßen wir auf verschiedenen Stockwerken (jeder bei einer anderen Gruppe von Controllern – unseren Jobs entsprechend). Mittags haben wir uns nur kurz beim gemeinsamen Mittagessen gesehen und bei einem Meeting mit der Finanzchefin.

Nach Feierabend hab ich ihr dann gerne den Firmenwagen überlassen und bin jeden Abend von der Firma zum Hotel gelaufen…so hatte ich genügend inneren Abstand und die Ruhe die ich brauchte, um dann mit der Kollegen angenehme Abende verbringen zu können, ohne das es mir zu viel wurde.

Also das Fazit dieser Woche in Dänemark: Dem Controller hat es überhaupt nichts gebracht…er war ja krank. Die Kollegin Katrin hatte viele Meetings und übernimmt mehr und mehr die deutsche Hauptfirma, um die sich der Controller bei der Datenmigration so gar nicht kümmern möchte. Sie findet das überhaupt nicht schön…übernimmt aber stillschweigend viel Verantwortung und kümmert sich um das, was getan werden muss (und hat damit meinen vollen Respekt).

Das Meiste was ich in dieser Woche gelernt habe, wäre auch über Teams gegangen. Und auch wenn mich die Kollegen nicht wirklich unterstützen konnten, weil sie vieles selber noch gar nicht wissen…so bin ich doch jetzt mehr Teil des Teams…hatte viele nette Unterhaltungen…werde auch in so kleine allgemeine Lästereien mit einbezogen oder auch mal um meine Meinung bei bestimmten Sachverhalten gefragt.

Trotzdem war diese Dienstreise wichtig für mich: habe ja 3 Firmen an 2 Kollegen abgegeben und 2 Firmen von Anderen übernommen…allein das hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Na klar gibt es überall Besonderheiten und über die muss man ja informieren und vor allem auch: wer macht jetzt noch was.

Sogar das Teammeeting wurde extra auf Englisch abgehalten, damit ich teilnehmen konnte ….es ist für viele inzwischen fast normal, das ich da bin – und kann dort trotzdem ganz in Ruhe arbeiten. Inzwischen kenne ich auch viele Kollegen aus anderen Abteilungen und die Kollegin vom Empfang freut sich jedes Mal riesig wenn ich komme und empfängt mich immer mit einer herzlichen Umarmung.

Demnächst wird diese Teil-Abteilung wohl auch in eines der neuen Gebäudeteile umziehen, ich hab schon mal vorsorglich darum gebeten, doch den „Ersatz-Arbeitsplatz“ an den ich jetzt und schon die Male zuvor platziert wurde, genau so mit zu übernehmen…also mit der „alten“ Ausstattung…denn die ist auf meinen Laptop-Typ abgestimmt…und das ist eben noch die alte Version.

Während die Kollegen inzwischen bereits mit einer neuen Generation von Laptops und Dockingstation arbeiten. Die Teamleiterin hat versprochen daran zu denken oder ich solle mir doch ebenfalls eine neue Ausstattung geben lassen. Ja gerne – aber nicht gerade jetzt…noch mehr Veränderungen vertrage ich gerade nicht. Sie musste lachen, als sie mein erschrockenes Gesicht dabei sah, als ich das sagte.

Etwas hat sich also verändert bei diesem Besuch: ich fühle mich als Teil dieses Controlling Team, Katrin hat sich aus dem Schatten des Controllers befreit und lernt wie wichtig sie bereits für die Firma ist und der Controller fällt mit seinem merkwürdigen Kommunikationsverhalten auch beim Change-Team und unser aktuellen Vorgesetzen auf. Es wurde bereits in unserem Beisein angemerkt, das er nicht wirklich bei der Migration mitarbeitet, nicht nach Lösungen sucht und desinteressiert erscheint.

Ich glaube das haben wir alle Drei so nicht erwartet, wie sich die Woche entwickelt hat. Ich bin gespannt, wie es mit uns weiter geht…vor allem wann wir tatsächlich einen deutschen Teamleiter bekommen und was sich dann ändern wird.

Es bleibt alles chaotisch und fast unmerklich entwickelt es sich für mich zu einem spannenden Feldversuch in Sachen sozialer Interaktion innerhalb einer Gruppe, die sich nicht aus dem Weg gehen kann. Die Rollen innerhalb der Gruppe verschieben sich und damit auch das Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder zueinander und zu Dritten.

Die Neue Anonymität

Hallo Ihr Lieben…da bin ich auch mal wieder. Die Tage und Wochen verfliegen und meine Arbeitstage sind lang und vollgestopft mit Problemen und dem ständigen Versuch wieder so etwas wie Normalität hinein zu bekommen. Leider vergeblich.

In Sachen Daten-Migration auf das neue System hinken wir ca. 2 Wochen hinterher…während ich gleichzeitig versuche meine Jahresabschlüsse fertig zu bekommen, den Arbeitsalltag im neuen System zu entdecken und ich gleichzeitig 3 Gesellschaften versuche endgültig abzugeben und gleichzeitig 2 neue Gesellschaften zu „lernen“. Es ist gar nicht so leicht in so einem Umbruchsprozess ein paar Gesellschaften loszulassen…weil ja noch so vieles ungeklärt ist. Für die Übergabe letzte Woche hatte ich alles so gut wie möglich vorbereitet…leider funktioniert aber vieles im neuen System noch nicht und da noch keine Vorjahreswerte drin sind, kann die Kollegin vieles noch gar nicht sehen…also mache ich es dann doch noch.

Es ist chaotisch und ich versuche mich vom Eiligsten zum Dringendsten durchzuwühlen. Dabei habe ich die ganze Zeit ein diffus ungutes Gefühl, welches ich bisher nicht benennen konnte.

Heute nun WEIß ich endlich, was es ist, was mich an dem neuen Programm so richtig abschreckt.

Es ist unglaublich, aber das Programm ist dafür geschaffen, das ein Buchhalter nur noch anonymisiert arbeitet und sich nichts auf Anhieb abstimmen lässt. Das ist ein Umstand, den ein Vollblut-Buchhalter nur schwer akzeptieren kann, denn es ist das Wesen der Buchhaltung, das man eigentlich ständig damit beschäftigt ist, Daten abzustimmen…und sich selbst immer wieder zu kontrollieren…immerhin geht es um große Zahlen und damit um viel Geld.

Aber dieses Programm wurde tatsächlich so aufgebaut, das die Buchalter maximal im Unklaren bleiben:

-Zahlläufe werden erstellt, ohne die Gesamtsumme der Überweisungen zu sehen

-Kontoauszüge werden verbucht, ohne den Banksaldo zu erkennen

-Sachkontenbuchungen werden erstellt, ohne das man auf den entsprechenden Konten die Umsatzsteuer oder das Gegenkonto erkennen kann. Und man erkennt auch an den Belegnummer kaum noch, über welches Modul (Banken / Sachkonten / Debitoren- oder Kreditorenbuchhaltung ) die Buchung erfolgt ist. Wer jetzt keine guten Buchungstexte schreibt ist verloren.

-Man kann nicht einmal mehr anhand der Debitoren- oder Kreditoren-Nummern erkennen, was nun was ist…weil beide Arten mit derselben Zahl beginnen und auch die gleiche Länge haben. Bisher hatten Kreditorennummer am Anfang eine 7 und Debitoren eine 1….nun sieht alles gleich aus.

Ich habe heute angefangen meine beiden „neuen“ Firmen, die schon länger auf diesem System laufen, zu überblicken….offene Posten und Zahlläufe, Kontoauszüge usw.. Das hat ewig gedauert, sich da durch zu wühlen, weil eben nichts mehr offensichtlich ist.

Ja klar…man findet dann das Meiste irgendwie irgendwo…aber nicht mehr so schnell und unkompliziert, wie in all den anderen Systemen, mit denen ich vorher gearbeitet habe. Das ist irritierend und verunsichert mich zugleich…weil selbst so Kleinigkeiten, wie ein Sachkonto aus dem BuchhaltungsSystem ins Excel zu ziehen und es von dort aus aufzuschlüsseln, nun viele viele Mausklicks bedeutet…alles ist so umständlich. Es gibt auch keine Shortcuts und nach jedem Report suche ich noch Ewigkeiten.

Das System kann dafür 1000 Dinge, die man als Buchhalter nur selten braucht, aber so grundlegende Dinge wie eine Offene Postenliste Kreditoren ist dafür gut versteckt….ich hab sicher fast 20 Minuten gesucht, bis ich sie durch Zufall gefunden habe…jetzt habe ich es mir markiert und finde sie quasi blind…aber das alles ist trotzdem maximal umständlich.

Nach diesem Arbeitstag kann ich mir das nur so erklären: das Programm wurde geschaffen für maximales Aufgabensplitting, so das möglichst kein einzelner Mitarbeiter mehr einen Überblick über die gesamte Buchhaltung erhält.

Für wenn das toll sein soll, verstehe ich zwar überhaupt nicht…aber es erklärt, warum ich bei manchen Lieferanten anrufe und sie mir auf meine Fragen antworten: Sorry, aber das sehen wir hier nicht. Ich hab immer gedacht, die sind zu blöde mir z.B. zu sagen, über welches Bankkonto sie die Abbuchung initiiert haben…Nun- jetzt habe ich selber das Problem, nichts mehr erkennen zu können.

Aber es beruhigt mich, das ich es jetzt benennen kann…und ja klar, ich werde im Laufe der Zeit noch viel dazu lernen und vielleicht wird es noch besser werden, aber so richtig schön ist das nicht.

Wir waren ja in der letzten Woche in der Firmenzentrale im Hohen Norden Dänemarks, damit mir die Contoller-Kollegen helfen können, wenn ich fragen zum Handling habe. Irritierend war jedoch, das diese auf meine Fragen oft nur mit Unverständnis reagiert haben.

Häää – was willst Du machen? – eine manuelle Zahlung über das interne Bankenmodul. So etwas gibt es? Neee – nie gehört. Unsere Kollegin aus dem Change Team hatte es mir ein paar Tage zuvor gezeigt, ich hab aber irgendwie einen Schritt beim Aufschreiben vergessen und wusste nicht mehr, wie ich dahin komme…später hab ich es durch Zufall selber gefunden.

Wie kommt es, das die Kollegen, die schon viele Monate damit arbeiten, das nicht wissen und auch einige andere meiner Fragen liefen ins Leere…ich habe dann aufgegeben die Controller-Kollegen zu fragen und mich lieber direkt an das Change-Team gewendet.

Viele Programmteile funktionieren noch nicht, Vorjahreswerte haben wir noch nicht, das interne Bankmodul funktioniert noch nicht mit allen Banken…jede 3.Buchung, auch im Rechnungsprogramm läuft auf einen Fehler, weil etwas nicht eingerichtet oder falsch eingerichtet wurde…ein Haken vergessen wurde, die Firma für „solche Buchungen“ gar nicht vorgesehen ist (willkommen in der Realität wo nicht alles nur schwarz oder weiß ist, sondern viel Grauschattierungen aufweist) oder oder oder.

Oder auch nur das die neuen Sachkonten so entstellte Bezeichnungen haben, das ich maximal verunsichert bin, soll DAS jetzt das richtige Konto ein. Aus dem einfachen Konto „Zinserträge Bank“ wurde jetzt „Interest income project financing“…ja darauf muss man erst einmal kommen.

Immerhin finde ich mich im Bankenmodul schon einigermaßen zu recht…und auch manuelle Umbuchungen gehen mir schon fast flüssig von der Hand…für alles was darüber hinaus geht, hatte ich noch keine Zeit, da ich ja die meiste Zeit immer noch im Altsystem die Jahresabschlüsse für 2024 erzeuge und die Umsatzsteuervoranmeldungen usw. machen muss, die Daten für die Wirtschaftsprüfer zusammen stelle und die Jahresübersichten für Landeigentümer, Servicepartner und einige externer Betriebsführungs-Gesellschaften erstellen muss.

Es ist ja nicht so, als ob ich mich sonst zu dieser Jahreszeit entspannt zurück lehnen könnte…nun ist alles gleichzeitig und ich versuche weiterhin mich immer auf eine Aufgabe zu konzentrieren und alles Andere auszublenden, ansonsten würde ich durchdrehen.

Und tatsächlich geht es mir mental besser, als gedacht….meistens schaffe ich es einigermaßen ruhig zu bleiben und mich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren…die Arbeitstage sind lang aber ich bin guten Mutes…denn zumindest meine Jahresabschlüsse 2024 laufen bisher ganz gut..

Ich habe zwar immer noch einen ganzen Stapel Firmen vor mir, aber das sind dann die, die ich komplett allein bearbeite – das ist etwas einfacher.

Die kompliziertesten Firmen sind schon bei den Dänischen 2.Controllern, also meinen Teil hab ich erledigt…jetzt kommt noch der dänische Teil (für die dänischen Investoren). Und anschließend geht alles an die Wirtschaftsprüfer.

Die Abende gehören mir, meistens laufe ich noch meine Walking-Runde….nur heute nicht – heute sitze ich auf der Couch und schreibe mal wieder hier in WordPress.

Habt einen schönen Abend .

Spagat zwischen den Welten

Hallo und guten Morgen…die letzten 14Tage habe ich gar nichts geschrieben und nur wenig gelesen. Mir blieb einfach keine Kraft und Zeit und es fehlte mir die Ruhe dazu.

Das dänische Migrations-Team kam am 14.01. bei uns in Hamburg an. Die 3 Kollegen sollten uns bei der Übernahme der Daten vom alten Buchhaltungssystem auf das Neue unterstützen. Wir drei Buchhalter saßen also im Kick-Off-meeting voller Tatendrang und das erste was der Kollege sagte war: also wenn Ihr Fragen habt, dann fragt…..und das sagte er gleich mehrmals. und dann sagte er gar nichts mehr.

Fragen?? Moment einmal – soweit sind wir doch noch gar nicht. Denn wir wissen ja NICHTS. Ich habe also interveniert: IHR müsst UNS doch sagen, wie weit Ihr mit dem Konten-Mapping sein, was Ihr schon wie vorbereitet habt, was schon läuft und dann müsst Ihr uns sagen, was WIR jetzt machen sollen. Wo können wir schon Daten verifizieren, was können wir tun. Bitte fangt nicht mittendrin an, sondern redet mit uns.

Naja dann kam so ganz langsam raus…jaaa die Vorbereitungen für die Datenübernahme sind noch gar nicht alle geschaffen…vieles ist noch nicht fertig….soll aber heute, morgen oder demnächst laufen. Kleiner Spoiler: 14 Tage später läuft vieles immer noch nicht. Und ich rede nicht vom Arbeiten im neuen System, sondern nur von der Datenübernahme.

Es war genau so, wie ich es befürchtet hatte…letztlich haben wir zwar schon bei einigen Gesellschaften Bankdaten im System, bei den meisten jedoch nicht. Bei einigen gibt es schon Offene Postendaten für Debitoren und Kreditoren, bei einigen jedoch nicht. Bilanzwerte gibt es auch noch nicht, vom Anlagevermögen ganz zu schweigen und ach ja das Sachkonten-Mapping gibt es ….na ratet mal: Genau auch noch nicht in „fertig“.

Die Power-App läuft auch noch nicht (der Hersteller musste nach mehr als einem Jahr noch einmal ganz von Vorne anfangen zu programmieren, weil das Ergebnis inakzeptabel war…na gute Nacht) – dafür gibt es neue Excellisten, die man ausfüllen muss, wenn man einen neuen Lieferanten anlegen muss, um dann mehrere Tage zu warten, bis diese von einem ITler angelegt werden…und wenn ich einen neuen Kunden habe, muss ich das Change-Team anschreiben….Welches ich aber ab sofort (also nach den 14 Tagen) nicht mehr direkt anschreiben darf, sondern über das reguläre Ticket-Modul – mal sehen wie lange ich dann warten muss).

Unser Startschuss war also kein „Schuss“ eher ein kleines Plöpp, aber die dänische Kollegin, die schon die Controller in DK durch die Umstellung begleitet hat, ist wirklich Gold wert.

Sie war auch die Einzige, die tatsächlich die 2 Wochen bei uns blieb und die dann alles gemanagt hat…sie wusste immer was zu tun ist, wen wir fragen konnten und die mit ihrer ruhigen und freundlichen Art immer Lösungen gefunden hat…aber auch sie konnte keine Wunder vollbringen…immerhin hat auch sie nur einen Kopf und 2 Hände und musste ihre Aufmerksamkeit auch auf die polnischen Kollegen, die ja zeitgleich migriert werden, richten. Aber für uns war sie hauptsächlich da und das war auch notwendig und gut ist, sie spricht gutes Deutsch…was vor allem für Kollegin Katrin eine große Hilfe war.

Sie und Katrin haben sich durch hunderte G+V-Sachkonten gequält und das Konten-Mapping übernommen…diesen Schritt hatte die dänische Kollegin bereits Mitte letzten Jahres angefangen und dann aber aus den Augen verloren…das war natürlich nicht schön für uns…aber ich kann es ja sogar verstehen. Auch in der Zentrale gab es sehr viele Probleme und dort sitzen eben ca. 30 Controller…nicht 3, wie bei uns. Da lagen die Prioritäten ganz klar woanders.

Sooo ich kann jetzt zumindest im neuen System Kontoauszüge bearbeiten…wenn sie denn schon automatisch eingespielt werden. Wo das noch nicht funktioniert muss ich diese eben manuell buchen…okay das klappt. Ich kann schon Zahlungen machen, also dort, wo es mit den Banken funktioniert. Wenn es nicht geht, dann machen wir es eben wie bisher – direkt in den Online-Banking-Portalen.

Lieferantenrechnungen laufen jetzt auch schon ganz okay…auch wenn noch nicht alle Konten funktionieren. Hier ist für mich die größte Veränderung, das ich nicht mehr selber vorkontiere, sondern das ein Team in DK macht….und ja es funktioniert bei Standard-Rechnungen ….aber ansonsten kommen das lustige Dinge bei raus – auch das wie befürchtet.

Aber gut…ich arrangiere mich mit allem….vor allem, da ich ja nach den erfolgreich abgegebenen Quartalsabschlüssen, jetzt an den endgültigen Jahresabschlüssen 2024 arbeite…natürlich noch im alten System.

Nur, das man uns ja gleichzeitig auch unser bisheriges Archivierungs-System genommen hat, wo wir vieles automatisieren konnten…und wir jetzt ein komplett neues System lernen müssen – wo noch gar nichts automatisiert werden kann – und das wir uns „mal eben selber anhand von Tutorials beibringen sollten“…noch so nebenbei.

Da hab ich in einem Meeting mit allen Mitarbeitern aber meine Stimme erhoben und darum gebeten doch eine Online-Schulung zu bekommen, mir fehlt einfach die Zeit mich stundenlang durch Tutorials zu wühlen, nur um eine Datei wieder zu finden…und ich war nicht die Einzige die das so sieht und prompt bekamen wir sogar 2 Schulungen innerhalb der letzten 14 Tage. Na hoppla – geht doch.

Einmal wie man Dateien wieder findet (es ist chaotisch) und einmal wie wir selber Daten speichern können (man vergibt dabei keine Dateinamen mehr…sondern es wird nur über „Keywords“ geregelt, die man nicht einmal frei wählen kann…was es doch sehr einschränkt und mehr als unübersichtlich ist).

Natürlich ist das alles zusammen, viel zu viel und in der regulären Arbeitszeit nicht zu schaffen…aber ich versuche weiterhin ruhig zu bleiben – und es klappt sogar ganz gut damit…aber natürlich spüre ich den Druck schon und schlafe wieder schlechter….aber irgendwie geht es mir doch besser, als gedacht…weil ich mich nicht mehr verrückt mache.

Ich ziehe mich auf der Arbeit in mein Büro zurück…bin nicht mehr für alle Gespräche und Motzereien von Kollegen offen, lasse ein Telefonanruf von Kollegen auch schon mal ins Leere laufen wenn es so gar nicht hinein passt (können wir ja eine Mail schreiben) und konzentriere mich sehr stark immer auf die nächste Aufgabe…und dann auf die Nächste.

Und wenn mir danach ist, weil ich mal eine Pause brauche oder ich merke das meine liebsten Kollegen redebedarf haben…dann nehme ich mir die Zeit dafür…weil auch mir das auch gut tut.

Es nutzt ja nichts hektisch zu werden weil viele unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig fertig sein sollen…das geht eben nicht. Ich habe wirklich dazu gelernt…aber ich bin froh, wenn ich in 1-2 Wochen endlich alle 27 Jahresabschlüsse auf den Weg gebracht habe….dann kann ich mich auch auf unsere neuen Programme konzentrieren.

Aktuell ist es ein ständiger Spagat zwischen der alten und neuen IT-Welt und zwischen Resignation und Hoffnung das alles doch noch gut wird.

Und Montag fahren wir jetzt für 1 Woche in die Zentrale…..na mal sehen ob uns das viel weiter hilft