wieder richtig trainieren

Seit gefühlt einem Jahr war ich nicht mehr im Fitness-Studio und es kommt wohl so ungefähr auch hin…obwohl es schon eine ganze Weile wieder geöffnet hat…aber ich hatte schlichtweg keine Lust mich vor jedem Trianing erst testen zu lassen und dann bei jedem Gerät vorher und nachher zu desinfizieren…mich mit Maske durch den Raum zu bewegen und anderen Menschen dabei auszuweichen….neee irgendwie klang das alles so gar nicht verlockend.

Na, zumindest das mit dem Testen ist ja jetzt für mich vorbei…und ich konnte dann doch noch am Ende der Woche meinen Impfpass vom Hausarzt abholen und in der Apotheke nebenan dauerte es auch nur ein paar Minuten und ich hatte meinen digitalen Impfnachweis. Also hab ich den QR-Code gleich in die Corona-Warn-App und in die Luca-App hochgeladen.

Und trainieren kann ich ja auch zuhause mit wenig Aufwand….aber es gibt 2 Geräte, die ich schon seit einiger Zeit vermisse. Relativ spontan hab ich gestern Nachmittag meinen Sportrucksack gepackt, mein Fahrrad geschnappt und bin zum Fitness-Studio geradelt. Die haben mit einer neuen Software aufgerüstet und so brauchte ich jetzt nur einmal meinen Impfnachweis vorzeigen…dieser wird, mit meiner schriftlichen Einwilligung, jetzt in meinem User-Account gespeichert, so brauche ich bei jedem weiteren Besuch des Studios, den Nachweis nicht mehr vorzuzeigen…das finde ich mal praktisch.

Es war relativ leer und so hat es mir Spaß gebracht mal wieder „richtig“ zu trainieren….erst einmal ging es auf das Rudergerät…..endlich mal wieder Rudern…….und nach einigen Geräten für den gesamten Oberkörper (jaaaa – an jedem Gerät vorher und nachher desinfizieren gilt immer noch) kam ich dann zum 2. Highlight für mich: der Beinpresse…..Ich war neugierig wieviel Gewicht ich nach so langer Zeit noch schaffe….und nach 3 Sätzen konnte ich zufrieden feststellen….alles i.O …ich bin nur 2 Gewichtsplatten unterhalb meiner langjährigen Bestmarke….also mit meiner Beinkraft bin ich immer noch sehr zufrieden.

Zum Schluß ging es dann an die Bauch- und Rückenmuskulatur und auch hier klappte es besser, als erwartet….UND ….besser als zuhause, hier schaffe ich tatsächlich bei gleichen Übungen mehr Wiederholungen und mehr Durchgänge…hmmm, hier bin ich scheinbar bereit mich mehr zu quälten….Gut zu wissen.

Es hat so richtig Spaß gemacht und natürlich hab ich mehr gemacht, als ich nach dieser langen Zeit hätte machen sollen…also kein Wunder das ich heute, einen Tag später, eine gewisse Mattheit in den Muskeln spüre…spätestens morgen werde ich einen richtigen Muskelkater haben….das wollte ich eigentlich vermeiden.

Und in der Umkleide gab es noch einen lustigen Plausch mit ein paar Mädels….

Heute: Bagel

Sooooo, also aus dem restlichen Teig von gestern, hab ich heute tatsächlich das erste Mal Bagel gebacken.

Also kleine Teigkugeln formen und auf der bemehlten Arbeitsfläche mit dem Stiel eines ebenfalls bemehlten Holzkochlöffels ein Loch in den Teig bohren. Dann wird das Loch mit dem Kochlöffel weiter vergrößert, indem man einfach mit dem Stiel weiter in dem Loch rumrührt, so das sich die Teigkugel um den Löffelstiel bewegt, das Loch sollte klassischerweise bei ca.3 cm liegen.

Inzwischen wird ein Topf mit Wasser zum kochen gebracht und anschließend von der Herdplatte genommen. Die fertig vorbereiteten Teiglinge lässt man nun für ca. 30 Sekunden in das siedend-heiße Wasser… meinen ersten Teigling hab ich einfach mit dem Teigschaber von der Arbeitsfläche hoch genommen und ins heiße Wasser plumpsen lassen.

Da ich ha einen relativ schweren Teig hatte, sackte der Teigling sofort auf den Topfboden…..hab ihn dann mit dem Schöpflöffel vom Topfboden gelöst, bevor er dort anbacken konnte. Beim 2. Teigling hab ich den Schöpflöffel genommen um ihn in das Wasser zu lassen und ihn auch nicht rausgezogen…sondern nur etwas im Wasser bewegt…so schwamm der Teigling ohne gleich zu Boden zu sinken.

Als ich meine Teiglinge auf diese Art „blanchiert“ hatte, gab es noch etwas Eiweiß obendrauf und wieder Sesam….und dann ging es bei 200 Grad für ca. 20 Minuten in den Backofen.

Heute sind es tatsächlich Bagel….und keine Sesamkringel, wie gestern.

Und obwohl es der gleiche schwere Teig (550er Weizenmehl mit Weizenvollkornmehl 50/50, Hefe, Sauerteig, Salz, Olivenöl, Kümmel und Sesam) ist, schmecken beide Varianten unterschiedlich und das, obwohl sie sich nur in einem einzigen Punkt unterscheiden: dem Wasserbad .

Die Bagel sind tatsächlich außen noch knuspriger und innen saftiger. Wie immer stand im Rezept die Bagel erst vollständig auskühlen zu lassen….Scherzkekse….das schaffe ich NIE….ich liebe warme Brote und Brötchen…so hat der erste Bagel tatsächlich nicht lange überlebt….den hab ich gleich mal so aus der Hand heraus pur verputzt….hmmmmm echt lecker.

Morgen früh gibt es als Frühstück den 2. Bagel..

aber dann klassisch aufgeschnitten, schön mit Frischkäse bestrichen, eine Scheibe Gouda drauf, ein paar Scheiben Tomaten/Gurken und darauf ein Spiegelei…das ist dann im besten Sinne eine vollwertige Mahlzeit.

Also das kleine Wasserbad hat sich echt gelohnt. Bagel werde ich auf jeden Fall bald mal wieder backen und es ist wesentlich einfacher und ungefährlicher, als mit einer Lauge zu arbeiten….obwohl das jetzt auch mal auf dem Plan steht….ist schon 2 Jahre her, das ich Laugenbrötchen gemacht habe.

Sesam-Kringel oder Bagel

Sesam ist eine Saat, die ich normalerweise nicht zuhause habe, aber beim letzten Auffüllen meiner Mehlvorräte, wo ich von italienischem Weizenmehl 00, 550er, 1020 und Vollkorn, auch noch Roggenmehl und Roggen-Vollkornmehl gekauft habe, landete tatsächlich eine Tüte Bio-Sesam im Einkaufswagen.

Sesam-Kringel kenne ich bisher nur vom türkischen Händler und in der letzten Zeit finde ich den Geschmack von Sesam echt lecker.

Also hab ich heute mal selber einen Sesam-Kringel gebacken…allerdings nicht in der klassischen türkischen Variante, bei dem der Teig extrem fluffig ist.

Dafür hab ich es mit einem Gemisch aus 550er und Weizen-Vollkornmehl, mit Hefe UND Roggen-Sauerteig gemacht….gewürzt mit Salz, Kümmel, Olivenöl und Sesam.

Nach entsprechender Ruhezeit hab ich aus einem Teil der abenteuerlich klingendem Teigmischung einen Ring geformt, mit Wasser bestrichen und mit weiteren Sesam-Körnern berieselt (ein nasser Backpinsel ist hier echt hilfreich)….dann für ca. 20 Minutenbei 210 Grad Umluft im Ofen gebacken.

Und wie schmeckt jetzt meine Eigen-Kreation: SUPER….außen knusprig….innen ist der Teig schön locker trotz des Vollkorn-Mehl-Anteils von 50%… Kümmel schmeckt man nur ganz leicht, den Sesam dafür richtig gut…..

Okay- die Oberfläche sieht jetzt nicht so glänzend aus, weil ich nur Wasser zum bestreichen genommen habe….im Ursprungs-Rezept stand natürlich das man dafür ein Ei nehmen soll.

Es ist ein Kringel – kein Bagel. Wo der Unterschied liegt?

  • das Loch ist bei meinem Kringel wesentlich größer, als bei einem Bagel
  • Ein Bagel wird vor dem Backen kurz gekocht

Also das klingt spannend und mit dem restlichen teig, werde ich morgen früh mal Bagel ausprobieren…..

Mittags im Cafè

Mit dem Einhalten meiner beruflichen Abgabetermine und der massiven Flucht in den Urlaub in der dänischen Zentrale, ist in den letzten Tagen auch bei mir wieder mehr Ruhe eingekehrt. Ab jetzt kann man wirklich für ein paar Wochen NICHTS mehr klären und keine Arbeit wirklich abschließen (weil immer an einer Stelle eine Kollege ,den man benötigt, gerade im Urlaub ist)

Nur mein dänischer Chef schreibt aus dem Urlaub eMails….NACHTS, wenn alle schlafen… dann bekomme ich die notwendigen Freigaben. Er ist aber wirklich die Ausnahme.

Und mit der einkehrenden Ruhe, komme auch ich wieder in geordnetes ruhiges Fahrwasser…es fehlen jetzt noch bis Monatsende 6 Halbjahresabschüsse….den Rest hab ich bereits erledigt. Und so hab ich überhaupt kein schlechtes Gewissen meine Mehrstunden gleich mal wieder zu reduzieren.

An den noch sehr schwülen Tagen bis Donnerstag hab ich immer früh Feierabend gemacht….und Freitag Mittag hab ich mich mit der jungen Kollegin aus NRW auf einen Kaffee verabredet. Sie wohnt in Ottensen und war im Homeoffice, ich im Büro in Bahrenfeld…..Also haben wir uns auf dem Marktplatz zur Mittagszeit verabredet und haben uns im Aussenbereich des Café „Liebes Bisschen“ niedergelassen.

Das Kuriose ist, sie hat in NRW in der Stadt gearbeitet, in der ich groß geworden bin und ist in der Stadt geboren, in der ich viele Jahre gearbeitet habe….nur ist sie noch in ihren Zwanzigern und ich bin schon fast 20 Jahr dort weg. Sie ist nicht bei uns fest angestellt, aber es gibt eine Kooperation mit Ihrer Firma….und so fühlt sie sich immer ein wenig als Außenseiter….und Corona macht es auch nicht leichter für sie.

Sie hatte mich gefragt, ob wir uns nicht Mittags treffen wollen….hab mich sehr darüber gefreut.

Ich bin also um 12 Uhr in die Mittagspause gegangen….hab zuerst einen schönen Schlenderspaziergang bis zum Marktplatz gemacht, auf dem gerade noch statt findenden Wochenmarkt hab ich mich gleich mal fürs Wochenende mit Obst eingedeckt und dann saßen wir über eine Stunde gemütlich zusammen und haben uns angeregt unterhalten.

Dadurch ,das es seit Freitag endlich keine schwüle Hitze mehr gibt, sondern nur normales schönes Sommerwetter, fühlte ich mich auch richtig wohl….wir sind dann zusammen noch ein ganzes Stück wieder in Richtung Büro gelaufen, bevor sie sich wieder auf ihr Fahrrad schwang und zurück ins Homeoffice fuhr…..während ich noch im Büro eine Weile weiter gearbeitet habe.

Wir waren heute nur zu Viert auf unserer Etage und bis auf den GF hatten die anderen beiden Anwesenden auch Zeit für etwas Plausch….und trotzdem war es ein wirklich erfolgreicher Tag….ich bin sehr zufrieden mit dem Erreichten.

Nach Feierabend war ich sogar noch im Großhandel um uns wieder mit fehlendem Büromaterial, Masken und dem was laut unserer Einkaufs-Tafel sonst noch so fehlte einzudecken…immerhin hab ich nicht nur die entsprechende Einkaufsberechtigung, sondern hab auch ein Auto, das ich jetzt für die nächsten Tage sogar in der Tiefgarage unseres Bürogebäudes parken kann.

Was mir besonders bei dem Cafè-Besuch auffiel, war meine komplette Gelassenheit…..normalerweise bin ich ja immer aufgeregt, wenn ich mich mit Menschen treffe….aber das hier….das passte so schön mit der Kollegin…und zeigt mir auch, das ich mich aktuell wieder mehr daran gewöhne….

Und noch etwas war sehr auffällig: Auf dem Wochenmarkt trugen nur wenige Menschen einen Mund-Nase-Schutz und Abstand war ein absolutes Fremdwort….es war so voll, wie man es von „früher“ her kennt…..Nein -der Mensch wird sich nicht ändern….und wenn, dann nicht freiwillig.

Linsen – rund und stimmig

Gestern hab ich früh Feierabend gemacht….die Hitze, diese anhaltende feuchte-schwüle Luft, kein Wind….das hat mir doch ganz schön zugesetzt…..mir war schwindelig und mein Magen wollte auch nicht so richtig.

Also schnell nach Hause, erneut unter die Dusche und ab auf die Couch…..später wurde mir noch schwindeliger und so richtig schlecht…und den Weg zur Toilette bin ich an dem Tag noch sehr oft gegangen.

Soooo und irgendwann war der Magen auch wieder leer und auch der Darm hat sich nach und nach beruhigt…..ebenso mein Kreislauf….Ich lag dann erst einmal auf der Couch und hab halbwegs geschlafen.

Gleichzeitig hab ich eine Dokumentation über „Linsen“ mehr gehört, als gesehen….also über das Gemüse: Linsen……und so nach und nach kam auch mein Appetit wieder….

Und irgendwann, noch während die Doku lief, bin ich aufgestanden und hab so nebenbei einen vegetarischen Sommer-Linseneintopf gekocht…..Linsen hab ich immer in verschiedenen Varianten in meiner Vorratskammer…..und Möhren, Porree, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten gibt es bei mir auch fast immer im Kühlschrank….

Und weil es eben kein deftiger Winter-Eintopf werden sollte, hab ich noch einen Fladenbrot-Teig zusammen geknetet, eines ohne Hefe, in kleine Kugeln geformt, ausgerollt und in der Bratpfanne gebacken.

Gegessen hab ich von Beiden aber nur eine kleine Probier-Portion. Aber für heute Mittag war das eine komplette Mahlzeit im Büro…und den Rest des Linsen-Eintopf hab ich schnell portioniert und einen Teil eingefroren…..und war auch gerade noch mein Abendessen:

Was ich nie wirklich glauben konnte und deshalb diesem Gemüse für sehr lange Zeit eher ablehnend gegenüberstand, ist das Linsen wirklich gut schmecken, wenn man einen Schuss Essig dazu gibt. Ich hab es früher immer ohne gemacht, der Geschmack hat mich aber nie überzeugt….hahaha.

Jetzt kommt bei Gerichten mit Linsen immer etwas Sherry-Essig hinzu und auf einmal ist der Geschmack für mich rund und stimmig.

es läuft nicht – geht noch weiter

Heute hat eine meiner dänischen Kollegen angerufen und gemeint in einer meiner Firmen wäre großes Durcheinander und ich solle mir das mal anschauen und ihr erklären….ich hab nach geschaut und hab es ihr erklärt., nämlich das es kein Durcheinander gibt und alles i.O. aussieht……aber sie hat es nicht verstanden, weil bei ihr ganz andere Zahlen angekommen sind…

Nun gut….wir schauen zur gleichen Zeit in die GLEICHE Excel-Datei….aber ich vergleiche diese natürlich mit den Werten aus meinen Deutschen Buchhaltungssystem….sie dagegen überträgt diese Werte in ihr Dänisches System (jaaa – das ist nicht effektiv, aber bisher hat es immer funktioniert)…aber sie meinte meine Daten wären falsch.

Ich habe vorgeschlagen, das ich es mir noch einmal in Ruhe anschaue und es ihr dann per Mail erkläre, da neben der Sprachbarriere ja auch noch Ihre Aufregung hinzukam und ich überhaupt nicht verstanden habe, wo ihr Problem liegt. Normalerweise lässt sie einen immer zappeln, wenn man etwas von ihr möchte…..jetzt hatte sie es eilig und ich hab versprochen, es sofort zu machen…also habe ich ca. 25 Minuten lang Daten verglichen, rauskopiert und ihr erklärt wo bei mir die Daten herkommen und hingehen, hatte mir aber bereits Sorgen gemacht, weil sie das eigentlich aus der Datei alles ablesen kann und es trotzdem nicht verstanden hat…also etwas ist faul im Staate Dänemark (😂 ähmm sorry für den Shakespeare-Klassiker…das konnte ich mir nicht verkneifen: also irgendwas läuft auf jeden Fall schief).

Dann kam eine E-Mail: STOP – sie hat die Fehler in ihrem System gefunden. Danach war Stille…Ich brauchte jedoch eine Weile um das abzuschütteln und um mich wieder auf meine eigentliche Arbeit zu konzentrieren….

……….

Heute nach Feierabend wollte ich endlich meinen Impfpass vom Arzt abholen….ab 16 Uhr ist dienstags geöffnet…und ich hatte mich schon gewundert das es draussen so leer war…..kein Wunder – die sind jetzt in Urlaub….hahahaha

voll genervt

Manchmal läuft es einfach….und manchmal eben nicht….ich befinde mich gerade in so einer Nicht-Lauf-Phase…

Dabei sind es gar nicht mal die großen Dinge…sondern eher die Kleinen….aber lästig sind diese schon.

Letzten Woche Mittwoch hab ich ja den Arbeitsplatz meiner Kollegin schnell wieder geräumt, hab alle meine Sachen in die Arbeitstasche verfrachtet (darunter nicht zur Laptop und Arbeitspapiere, sondern auch so jede Menge Kleingedöns…eben alles, was ich an dem Platz zuvor ausgepackt hatte). Zuhause dann hab ich den ganzen Krams wieder auf meinem Esszimmertisch aufgebaut und hab die nächsten Tage von dort gearbeitet…soweit – so gut.

MONTAG Morgen nun, stand ich um 6:45 Uhr vor der Bürotür und kam nicht rein….Ich konnte meine Zutrittskarte nicht finden. Das Auto stand natürlich wieder ziemlich weit weg….zum Glück bin ich aber schon mal ins Treppenhaus gekommen….

Da hab ich mich dann in unserem Stockwerk auf die Betontreppe gesetzt und erst einmal in aller Ruhe die gesamte Firmentasche und meine Handtasche ausgepackt…die muss ja irgendwo sein, diese blöde Karte….und hab gesucht…

Okay, also nachdem ich quasi jedes Papier einzeln hochgehoben hatte, musste ich einsehen: Also entweder sie liegt irgendwo im Büro oder Zuhause….Montag Morgen kurz vor 7 Uhr….meine Kollegen kommen garantiert nicht vor 8 Uhr….hmmmm? Und nu? – wieder zurück zum Auto laufen….Neeeeee.

Ich hab es mir im Treppenhaus etwas gemütlicher gemacht und das Laptop angeworfen…und tatsächlich kam ich hier über das WLAN eine Verbindung zu unseren Servern…..so hab ich eben schon mal das gearbeitet, was ich so machen konnte….und schon mal so einiges an den Drucker geschickt….

Um kurz nach 8 Uhr kam dann der GF und ich konnte endlich hinein….aber meine Karte hab ich auch dort nicht gefunden….nun gut….Das Auto hatte ich Sonntag komplett von Innen gereinigt, also da liegt sie definitiv auch nicht….

Nun ist der Controller der Einzige der an Schlüssel (also diese altmodischen Dinger, die man noch analog ins Schloss stecken muss) oder Ersatz-Zutrittskarten kommen kann, aber der ist ja bereits auf einer der Nordsee-Inseln….na das können ja heitere 2 Wochen werden.

….Später am Abend hab ich Zutrittskarte tatsächlich wieder gefunden….Zuhause, auf meinem Esszimmertisch….unter dem Schreibblock…..puh – Glück gehabt.

………

DIENSTAG Abend fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen….das was ich brauchte, passte alles in den Rucksack…und da vor kurzem meine Ersatzluftpumpe kaputt gegangen ist (die hat sich während des Pumpvorgangs in ihre Einzelteile zerlegt) hab ich mir bei dieser Gelegenheit mal eine von diesen größeren Luftpumpen gekauft…stand extra drauf: für Auto-Ventile…Prima – hab ich.

Nach dem Einkauf war es noch so schwül, das ich eine größere Runde mit Rad und Rucksack gedreht habe….und irgendwo, mitten in der Pampa, kam ich auf die glorreiche Idee, mit der neuen Luftpumpe den Luftdruck am Hinterrad etwas zu erhöhen…kann ja nicht schaden.

Also Schutzkappe ab, Luftpumpe angelegt, arretiert und los-gepumpt…..nach 3 oder 4 Pumpstößen war mein Reifen: PLATT. Nanu? …. was soll das denn….Also noch einmal von vorne: Luftpumpe erneut angelegt, arretiert und los-gepumpt…..aber es wollte keine Luft in den Reifen hinein.

Inzwischen war ich durch die Schwüle und die ganze Aktion in Schweiß gebadet….der Himmel zog sich zu und es fing leicht an zu regnen….na gut….dann schiebe ich das Rad eben nach Hause….allerdings lagen fast 6km vor mir und ich hatte Schuhe an, die zwar zum Radfahren gut funktionieren, aber nicht zum Laufen.

Zum Glück blieb es bei nur ein paar Regentropfen…und so bin ich dann nach Hause gehumpelt, hab das Rad geschoben…..aber es hat eine Weile gedauert….und ich hatte echt den Kaffee-auf….mein Gesicht war hochrot, mein Fuß tat weh, ich hatte Durst und ich wollte nur noch unter die Dusche und ab auf die Couch….

Ich hab das Rad tatsächlich einfach mit plattem Reifen zuhause abgestellt…erst heute morgen hab ich es mit meiner normalen Mini-Luftpumpe versucht: Luftpumpe angelegt, arretiert und gepumpt….und innerhalb kürzester Zeit war der Reifen wieder aufgepumpt.

Na diese tolle Luftpumpe werde ich zurück geben….eine die nur Luft raus-,nicht aber rein-pumpt, kann ich nun wirklich nicht gebrauchen…Heute kann ich drüber lachen…aber gestern Abend war ich voll genervt…

…..

Helgoland – 4.Teil – Fun Facts

Natürlich sind wir dann noch durch das, auf halber Höhe liegende, Einkaufsgebiet geschlendert…

Und jetzt noch zwei Besonderheiten, wenn es um Helgoland geht:

Wenn jemand fragt, wo liegt der höchste Berg von Pinneberg, dann lautet die Antwort: Auf Helgoland….und das ist kein Scherz….Wenn man sich auf Helgoland aufhält, befindet man sich im Kreis Pinneberg…JAWOHL….und das obwohl Büsum zum Kreis Dithmarschen gehört….und die Insel ca. 70km vom Festland entfernt liegt.

Nachdem Helgoland mal zu Dänemark, dann zu Schleswig, wieder Dänemark, dann zu Großbritannien gehörte, dann wieder zum Deutschen Reich, dann gehörte sie zum Kreis Süder-Dithmarschen, danach war sie Kreisfrei und wurde letztlich wegen der guten Verkehrsanbindung über Hamburg 1932 dem Kreis Pinneberg zu geordnet.

Das zweite Besonderheit ist, das die Insel zwar zu Deutschland gehört, aber eben nicht zum Inland und auch nicht zum europäischen Gemeinschaftsgebiet zählt….sondern zum sogenannten „Drittland“ und das ist der Grund warum es auf Helgoland keine Umsatzsteuer gibt und dazu zollfreies Einkaufen möglich macht.

Alkohol, Zigaretten, Parfum und Süßigkeiten gibt es deshalb in sehr vielen Geschäften in großen Mengen zu kaufen….Aber Vorsicht, bei Einfuhr nach Deutschland kann es zu Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer führen, wenn man sich nicht an die zollfreien Einfuhrmengen hält. Natürlich kann man mehr kaufen, das muss dann aber beim Zoll angegeben werden.

Helgoland – 3.Teil – gewaltiger Ausblick

Wenn man nun oben, angekommen, auf dem unebenen Plateau, den schmalen Wegen entlang der Klee-Wiesen folgt kommt man unweigerlich auf die andere Seite der Insel…und dann kommen diese WOW-Momente:

Da steht man oben und schaut fast gerade die Steilküste hinunter

Und läuft man dann weiter, hat man dieses grandiose Panorama:

Ich war nahezu überwältigt von der rauen Schönheit der Felsen, von der unfassbaren Höhe, die ich nur Minuten zuvor mir an dieser Stelle so gar nicht vorstellen konnte…..und ich verzichte an dieser Stelle auf die weiteren Bilder, die man sonst immer von Helgoland zu sehen bekommt….die Felsen mit den vielen Vögeln, die sich zu Hunderten an den Felsen schmiegen und laut Ihr Dasein kundtun und die „Lange Anna“, der Felsen der scheinbar losgelöst vor dem Rest der Insel hinauf ragt.

Mein Gänsehaut-Moment war einfach dieses Bild oben…..und die Erklärungen meines Schwagers, wie die Insel immer mehr Felsen verliert….wie weit er als Kind mit seinen Eltern an die Lange Anna heran kam, wo jetzt nur noch Vögel sein können, weil der Weg dorthin so schmal geworden ist…der Rest ist schon weggebrochen….

Wir waren als Kinder nie auf dieser Insel…dabei war unser Weg genauso weit, meine Schwester genauso alt wie mein heutigere Schwager…er war ja damals der Nachbarjunge. Na egal – das ist ein anderes Thema.

Wir sind auf jeden Fall rundherum gelaufen….haben jeden Ausblick genossen…und später haben wir uns für längere Zeit in einem Cafè niedergelassen….Es gab Eis mit belgischen Waffeln und Karamellsoße, Kaffee und Latte Macchiato, für meine Schwester: Friesentee mit Kluntje-Kandies und Sahne…..wir haben mit einem Glas Sekt meine gute Beurteilung gefeiert…..wir haben es uns einfach gut gehen lassen.

Es fühlte sich einfach nach Urlaub an….

Helgoland – 2.Teil – Ankunft

Wie bereits vorher geschrieben, ist der Mensch ein Herdentier.

Kurz vor Ankunft des Schiffes auf Helgoland, kommt die Ansage: Bitte bleiben Sie auf Ihren Plätzen, bis Sie AUFGEFORDERT werden, zum Ausgang zu gehen.

Und was passiert….Noch bevor das Schiff angelegt hat, geben 2 Passagiere in Richtung Ausgang…und immer mehr Menschen stehen auf und folgen den Beiden.

Wir 5 Personen an unserem Tisch schauen uns nur ungläubig an und schütteln die Köpfe. Der für uns zuständige Steward gebietet dem Herden-Auftrieb ein Ende und komplimentiert die Menschen zurück auf ihre Plätze. Es gibt eine Einbahnstraßen-Regelung….und eine Reihenfolge für die verschiedenen Ebenen….Und keine Angst jeder wird das Schiff verlassen können…und unser Aufenthalt auf der Insel beträgt ja nicht 4 Stunden, wie ich gelesen hatte….sondern 5,5 Stunden…also lange genug.

Ach ja wer schon mal auf Helgoland war, wird sich nun vielleicht fragen und was ist mit den „Börtebooten“? Denn normalerweise fahren die Schiffe eben nicht bis in den Hafen hinein, sondern man wird vorher auf kleinere ca. 50 Personen fassenden Holzschiffe „ausgebootet“, die einen dann an Land bringen. Diese Tradition ist jetzt erst einmal der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen….weil man hier den Menschen beim Umsteigen auf das kleinere Schiff helfen muss…was bedeutet, es kommen sich noch mehr Menschen viel zu nahe.

Wir kamen also direkt vom Fährschiff im Hafen an Land…und von dieser Seite sieht die Insel erst einmal klein aus. Mit einer kleinen Inselbahn auf Rädern konnte man direkt von der Fähre in den Ort fahren….es gibt auch mindestens 1 E-Taxi.

Wir sind aber natürlich zu Fuß gelaufen….es wirkte wie ein kleines Fischerdorf und in den kleinen bunten Häuschen waren kleine Geschäfte und Imbisse.

und so hab ich gar nicht vermutet, das es dahinter hoch zur „Innenstadt“ geht und noch weiter rauf auf die andere Seite der Insel mit, der so oft gepriesenen rauen Felsklippen-Seite. Hier wirkte es erst einmal beschaulich und fast niedlich.

Es war jetzt kurz nach 12 Uhr Mittags….und das Frühstück an Bord bestand aus 2 Brötchen-Hälften mit 1x Käse und 1x Salami, dazu eine Tasse Kaffee….also jetzt kein kulinarisches Highlight, das ich auch nicht aufgegessen habe.

Und hier gab es jetzt jede Menge Fischbrötchen, Krabbenbrötchen und Hummerbrötchen. Helgoland steht kulinarisch für Knieper (Taschenkrebse) und Hummer.

Hummer gehört nicht zu meinem Speiseplan, weil er einfach zu teuer ist (So ein 1/2 Hummer im Restaurant hier kostete als Gericht 39,50 EUR.), aber mal ein Brötchen mit frischem Hummerfleisch war gerade noch „bezahlbar“…..Also haben wir uns Drei, jeder mit einem Hummerbrötchen und dem Hinweis auf die Möwen acht zu geben, am Kai nieder gelassen, man war das lecker und auch frisch.

Was mich auch gereizt hätte, wäre ein Mittagessen mit Taschenkrebsen, die lagen so mit 15-19 EUR im für mich normalen Rahmen…..aber wir haben uns später für den Besuch eines Cafés entschieden…..immerhin gab es für uns noch das vorbestellte Abendessen auf der Fähre.

Da wir uns bereits einig sind, das wir auf jeden Fall noch ein weiteres Mal auf diese Insel kommen, steht der Ablaufplan bereits: Besuch der Bunkeranlagen, Rundfahrt um die Insel herum UND Mittagessen mit Taschenkrebsen, dafür kein Essen an Bord.

Also nach der Stärkung mit dem leckeren Hummerbrötchen sind wir weiter entlang geschlendert, haben den Bereich der Innenstadt erst einmal gemieden und haben auf einer schönen schmalen Strecke ein Viertel der Insel umrundet….dabei ging es immer höher hinauf bis zum Leuchtturm.

Oben angekommen hatte man einen schönen Ausblick über die kleebedeckten Wiesen…und immer noch wirkte es nicht so, als ob es hier eine raue Naturschönheit zu entdecken gibt. die Wege führten durch die Wiesen herum und es gab schöne Fernsicht ….aber grandiose Klippen hätte ich hier immer noch nicht vermutet….