Mit Medikamenten leben

Aber trotz all der vielen Arbeit, mache ich natürlich auch schöne Dinge. Jetzt wo der Rücken wieder mit macht, laufe ich wieder meine Walkingrunden entweder morgens oder abends…aktuell komme ich so auf 4-5x pro Woche zwischen 3,5 bis 5,0 km.

Wie in jedem Jahr macht mir aber auch die Zeitumstellung zu schaffen…trotzdem bin ich immer früh wach und bin diszipliniert genug früh aufzustehen, um meine aktuell langen Arbeitstage so früh wie möglich zu beginnen. Meine Herzfrequenz ist momentan viel zu hoch …aber wie bereits geschrieben, sollte sich das in 1,5 Wochen so langsam wieder normalisieren.

Was ich sehr erfreulich finde, ist mein LDL-Cholesterinwert. Der neue Hausarzt hat mir gleich Blut abgezapft, um die 1/4jährliche Bestimmung dieses Wertes noch für das 1.Quartal zu bestimmen…und ENDLICH komme ich dem Zielwert meines Kardiologe nahe.

Beim letzten Mal stand der LDL-Wert bei 78…dieses Mal ist er bei 67. Der angestrebte Zielwert ist 55. So ein niedriger Wert ist ohne die Einnahme von Statine nicht zu erreichen…und auch jetzt wurde die Dosis meines Cholesterin-Senkers ein kleines bisschen erhöht und zusammen mit meiner relativ gesunden Lebensweise ist das ein schönes Ergebnis.

Jaaa okay – also die Arteriosklerose (Arterienverkalkung der Blutgefäße) lässt sich damit nicht zurückdrehen – aber eben verlangsamen…und je weniger Ablagerungen sich in meinen Blutgefäßen ansammeln, umso länger komme ich um eine OP herum. Eine minimalinvasive OP mit Stents wird es dann wohl auch eher nicht werden…dafür sind die betroffenen Stellen zu ungünstig. Also heißt es immer schön brav alle Medikamente nehmen, sich gut ernähren, viel bewegen, wenig Stress an mich heran lassen und das Leben geniessen.

Ich bin froh und dankbar das es diese Medikamente gibt. Mit 5 unterschiedlichen Tabletten aus den Chemielaboren der Pharmaindustrie wird Tag für Tag mein Körper versorgt, um diese Krankheit im Schach zu halten: Blutdrucksenker 2 verschiedene, Cholesterinsenker, Blutverdünner und einen Pulsverlangsamer (auch Beta-Blocker genannt).

Das ist schon krass was heute alles möglich ist und je länger ich ohne OP auskomme, umso weiter ist auch die Entwicklung von schonenderen Operationsmethoden. Auch meine defekte Herzklappe kann heute minimalinvasiv ausgetauscht werden. Auch wenn es bei mir noch nicht notwendig ist, so ich finde das schon mal sehr beruhigend.

Also in diesem Sinne passt gut auf Euch auf 😉und genießt das Leben, wo immer es geht ….

Showdown in Sicht

ACHTUNG – nur langweiliges Arbeitszeugs !!! –

Seit Oktober letzten Jahres, also seit sage und schreibe 6 Monaten, arbeiten wir auf diesen Moment hin. Der große Schowdown ist damit endlich in Sicht….und der findet in der kommenden Woche statt, bzw. in den nächsten 1,5 Wochen. Denn es ist nicht ein einzelner Tag, sondern eine Zeitspanne und wenn ich einen Tag festlegen müsste, dann ist es der 15.04.2025.

Was bei dem großen Showdown passiert? Also eigentlich nicht etwas wirklich Großes…und es empfindet, außer Mir, auch keiner diesen Moment als einen tatsächlichen Showdown.

Der hausgemachte Dreiecks-Stress in unserem Konzern läuft auf seinen Höhepunkt zu. Bestehend aus den normalen Änderungen der vielen Jahresabschlüsse 2024, der Daten-Migration für alle meine Gesellschaften auf das neue System UND dem 1.Quartalsabschluss 2025 für viele dieser Gesellschaften. Eines geht ohne das andere nicht.

Denn die Jahresabschlüsse müssen erst einmal noch im Alt-System geändert werden.

Diese Änderungen müssen wir dann im neuen System für jede Einzelgesellschaft nachholen (weil bereits die vorläufigen Daten auf das neue System übertragen wurden).

Und im neuen System müssen wir diese nachgeholten Daten aber auf Konzernebene wieder eliminieren

Und dann erst können wir auf Einzelgesellschafts-Ebene die Quartalsabschlüsse im neuen System erzeugen und müssen diese dann noch zusätzlich in ein Konsolidierung-Tool hochladen…dort kann es aber nur „ready“ gesetzt werden, wenn alle Querverbindungen zu den anderen Konzerngesellschaften stimmen.

Das sind gleich mehrere Probleme auf einmal.

Immerhin ist das ein komplett neues System und da passen so gar keine Buchungs-oder Prüfroutinen mehr…also ALLES ist neu und die Reports laufen auch nicht stabil…und ich muss mir alles zusammen suchen….das hat eine Weile gedauert, aber so langsam finde ich neue Routinen, finde entsprechende Reports…frage bei Kollegen, frage bei den Teamleitern wie macht ihr das, welcher Report macht Sinn= bekomme nur wenig Hilfreiches an die Hand und suche selber durch das System.

So langsam finde ich mich zurecht…aber das ist natürlich noch alles gaaaaanz langsam…jede Buchung wird zur Herausforderung, weil ich immer noch nach den entsprechenden Konten suchen muss, vor allem die nicht so oft Genutzten…ich habe also ständig mehrere Excel-Tabellen als Hilfsdateien geöffnet: das Kontenmapping auf die neuen Konten, die neuen Steuerschlüssel, das Handling zu einzelnen Reports, jeden Tag lerne ich Neues und finde meine Fehler aus den ersten Tagen.

Ohne klare Anleitungen macht man erst einmal das, was man für logisch hält…doch nun erkenne ich wo meine eigene Logik nicht mit dem System übereinstimmt… blöd – aber nicht zu ändern…aber jetzt mit den ersten Erfahrungen aus Fehlern, kann ich sie beim nächsten Mal vermeiden. Korrigieren muss ich sie trotzdem und auch das kostet Zeit.

Aber wie gesagt…so langsam verdichtet es sich.

Nach einiger Verzweiflung Ende letzter Woche, weil die Daten in den Reports so GAR NICHT stimmten und natürlich dachte ich, es liegt an mir…machte sich dann kurzfristig riesige Freude in mir breit…weil das Problem nicht bei mir lag, sondern es gab Fehler im System – aber gesagt hat uns das Niemand.

Dann der Moment in dem ich die ersten Reports hochladen und auf „ready“ setzen konnte. Was für ein Höhenflug – zumindest für ein paar Stunden. Aber das waren ja „nur“ die kleinen und leichten Firmen.

Schon ging es wieder ins Tal der Verzweiflung, denn noch sind ja nicht alle Firmen komplett migriert und wir haben zwischen DE und DK ein neues Zinsproblem, dessen Lösungssuche von allen Beteiligten auf „NACH dem Quartalsreporting“ verschoben wurden…und auch zeitlich hab ich es noch nicht geschafft in allen Gesellschaften die Anpassungsbuchungen im neuen System nachzuholen…auch hier die Anweisung…mach das erst „NACH dem Quartalsreporting“.

Das führt jetzt aber dazu, das ich einige der Gesellschaften eben nicht ready setzen kann…für eines der Probleme habe ich mich schon mit dem Konzernkontrolling in der Zentrale ausgetauscht…die machen das glatt…das rettet die nächsten 3 Gesellschaften, die muss ich nämlich MORGEN fertig haben. So komme ich insgesamt schon auf 11 abgeschlossene Gesellschaften (das sind die, die ich komplett alleine bearbeite).

Damit bleiben mir noch weitere 6 die ich möglichst bis spätestens Mitte nächste Woche fertig haben sollte….und hier wird es jetzt richtig schräg, weil hier jetzt noch die 2.Controller aus DK mit arbeiten. Denn jeder Windpark mit dänischen Investoren besteht aus einer deutschen und einer dänischen Gesellschaft und bisher haben die DK Controller am Ende beide Gesellschaften zu einer zusammengeführt. Das geht jetzt im neuen System nicht mehr…jetzt müssen beide Gesellschaften getrennt hochgeladen werden….aber die Anpassungen zwischen DK und DE müssen trotzdem gemacht werden und wir müssen uns abstimmen.

Seit sage und schreibe 4 Wochen frage ich danach, WIE soll das laufen…wer macht wann, was? Auf alles wird geantwortet, aber nicht darauf…GESTERN !! Samstagmorgen habe ich endlich eine klare Anweisung bekommen, aber erst nachdem ich eine Mail mit einer Art Multiple Choice – Fragebogen an die beiden Teamleiter gesendet habe. Sie brauchten dann nur noch sagen welche der Lösungen die Gewünschte ist hahahahha …es hat gewirkt – nun weiß ich es…

Und bin prompt beim testweisen Erzeugen im Reportingtool auf einen Fehler gestoßen, an den so sicher noch keiner gedacht hat…und so wird aus „Gut gedacht“ ein „schlecht gemacht“….auf die Lösung bin ich dann mal gespannt….hahahahaa. Wirke ich leicht hysterisch? Jaa….ich fühle mich gerade so.

Der „gewollte Bruch“ das beide Abschreibungsebenen nur in EINER Gesellschaft stattfinden (natürlich in meiner), führt nun dazu, das im Reportingtool die Prüfroutinen auf einen Fehler laufen. Nach deutschen Recht ist die Abschreibung bereits erledigt (16 Jahre Nutzungsdauer)…nach dänischem Recht läuft die Abschreibung aber noch (30 Jahre Nutzungsdauer).

Das Reportingtool sagt mir nun aber…ich kann keine Abschreibung mehr haben, wenn meine Anlage bereits abgeschrieben ist. Tja – dumm gelaufen. Hier vermischen sich jetzt die 3 Ebenen: Deutsche Einzelgesellschaft, Dänische Einzelgesellschaft, Dänische Konzerngesellschaft.

Trotz all dem hausgemachten Abschluss-Orgien-Stress darf man aber nicht außer Acht lassen, das es ja noch das normale Tagesgeschäft gibt…Lieferanten möchten ihr Geld, Kunden ihre Rechnungen, Landeigentümer ihre Abrechnungen, das Finanzamt möchte die UST-Voranmeldungen, das Statistische Bundesamt die monatlichen Pflicht-Statistiken, Kollegen möchten Unterstützung im Rechnungsprogramm. Kollegen aus der Zentrale möchten alles mögliche an Auskünften und Unterlagen, Banken möchte die fertigen Jahresabschlüsse (fertig? JETZT hahaha), Wirtschaftsprüfer möchten Rückmeldungen und Unterschriften von Gesellschaftern….usw. usw.

Ich möchte auch etwas…ich möchte mich jetzt bis zum 15.April aufrecht halten…dann begrüße ich noch meinen neuen deutschen Teamleiter, mit dem ich (vorläufig !) mein Büro werde teilen müssen und dann bin ich ab 17.April erst einmal für 1 ganze Woche in Urlaub.

Danach werde ich meine Arbeitszeiten drastisch reduzieren, also wieder normalisieren…weg von dem ganzen Chaos und Stress und dem Dauerarbeiten….das ist mein Ziel….also noch gute 1,5 Wochen…dann ist der Höhepunkt erreicht und überschritten…dann wird hoffentlich alles gut – naja – zumindest aber besser. Besser als das letzte 1/2 Jahr.

Arzt-Desaster

Ich hatte vor 2 Wochen eine ganze Woche Zwangspause mit heftigen Rückenschmerzen oberhalb vom Steißbein, konnte nicht wirklich sitzen, mich kaum Bewegen.

Bei meinem bisherigen Arzt in Pinneberg hab ich in der Praxis vor dem Arzt gestanden und er hat aus 3m Entfernung seine „Diagnose“ gestellt und mich mit Krankschreibung und der Empfehlung Schmerzmittel zu nehmen und ansonsten RUHE zu halten, wieder nach Hause geschickt.

Seine Meinung: Weniger ist mehr: nein Wärme ist Blödsinn, bloss keinen Sport, nein auch nicht Dehnen…ahaha- im Endeffekt konnte ich mich anschließend 2 Tage fast gar nicht mehr bewegen, weil sich die Muskulatur noch mehr verkrampft hatte…na danke auch. Ich hatte dann selbständig angefangen mich ganz vorsichtig zu dehnen und ohne meine Moorkompressen hätte ich den Schmerz nicht wirklich aushalten können….bis ich dann diesen Donnerstag beim neuen Arzt hier in Quickborn vorstellig werden konnte.

Endlich hatte ich es geschafft den Hausarzt zu wechseln. Seit Corona war hier im Ort überall Aufnahmestopp. Aber jetzt ging es. Nun sind die Schmerzen seit ein paar Tagen fast weg. Der neue Arzt ist super.

Ein Allgemein-Mediziner und auch Kardiologe (!!) der zuhört, erklärt und mich sogar untersucht hat…jawohl. Und vor allem meine Herzgeschichten haben ihn auch interessiert. Nach seiner Untersuchung meinte er: Die Wirbelsäule ist in Ordnung, die Bandscheiben sind okay…es ist eine Verkrampfung der Muskulatur: nichts schlimmes – nur schmerzhaft. Bewegen, Dehnen, stärkere Schmerzmittel die er mir verschrieben hat (anstelle des Rezeptfreien Medikaments das mir der bisherige Hausarzt empfohlen hat) und gerne Wärme drauflegen, um die Muskulatur zu entkrampfen.

Kaum war ich nach der Untersuchung im Auto, musste ich mal wieder eine Runde heulen…vor Erleichterung endlich einen vernünftigen Hausarzt zu haben…nach 5 Jahren mit dem Bisherigen der mich ja immer nur ausgelacht hat und alles was ich sagte in Zweifel zog…achja und der nie auch nur einen Hauch von Interesse an meinen kardiologischen Befunden gezeigt hatte….dem war ich eigentlich nur lästig.

Software-Logik und das Wochenende

Die Software mit der man arbeitet, ist immer nur so gut, wie der Mensch der davor sitzt.

Obwohl – das gilt heute ja oft nicht mehr. Denn in den meisten Programme werden Regeln/Prüfroutinen einbaut, die verhindern, das man bei ganz bestimmten (Falsch-) Eingabe-Konstellationen mit den falschen Daten weiter arbeitet…das nennt man i.d.R.: benutzerfreundlich.

Buchhaltungsprogramme haben i.d.R. dutzende Regeln verankert..denn unsere Arbeit unterliegt extrem vielen Regeln und man kann sonst sehr schnell viel falsch machen. Und wenn solche Programme alle gängigen Regelungen abbilden können, dann kann so eine Software auch zertifiziert werden…d.h. der Hersteller der Software lässt sich von einem unabhängigen Zertifizierer bestätigen, das seine Software z.B. alle deutschen Rechnungslegungsvorschriften berücksichtigt – es gilt als Qualitätsmerkmal.

Ich musste heute feststellen, was immer unser Buchhaltungsprogramm (ein amerikanisches Produkt) auch sonst noch kann, es hat keinerlei Prüfroutinen, um den Nutzer vor etwaigen Fehlern zu warnen oder gar zu schützen. Ich habe am heutigen Sonntag sage und schreibe 2,5 Stunden damit zugebracht, herauszufinden, wie ich damit meinen Quartalsabschluss vorbereiten und überprüfen kann…und bin dabei auf einige Merkwürdigkeiten gestoßen.

Hier ein Beispiel: Eine der Regeln in Deutschland laut:

  • Umsatzsteuer kann nur auf Aufwands- und Erlöskonten berechnet bzw. gezogen werden, Ausnahmen sind noch Anlagekonten und evtl. direkte Buchungen über Bestandskonten je nachdem, nach welchem Prinzip in die Vorräte gebucht wird.

Ich hatte also einen Beleg erzeugt: Verbindlichkeiten (Soll) an Aufwandskonto mit Vorsteuer (Haben) um eine Buchung zurück zu drehen und habe mich anschließend bei der Abstimmung gewundert, warum die Verbindlichkeiten und das Aufwandskonto falsche Zahlen aufwiesen, bis ich es kapiert habe.

Die allgemein gültige Regel für Buchungen lautet: wir buchen Soll an Haben. Mit einem modernen System kann man diese Regeln auch anders herum eingeben, also Haben an Soll, muss dann aber das Vorzeichen entsprechend anpassen…aber ich liebe nun mal diese ganz klassische Buchungsweise…mein altes Programm aus 2009 hatte dafür sogar extra Spalten um die Umsatzsteuer auf den Habenseiten zu berechnen.

Nicht jedoch das Neue Programm. Das hat mal ganz locker von der Buchung aus dem Verbindlichkeitenkonto 19% Vorsteuer rausgerechnet und mir dafür auf dem Aufwandskonto den Bruttobetrag gebucht…also genau verkehrt herum.

Mit anderen Worten die Regel lautet hier nicht mehr: Soll an Haben sondern :

Buche unbedingt das Konto von dem Umsatzsteuer/Vorsteuer gezogen wird, auf der Sollseite und passe dann lieber das Vorzeichen entsprechend an, sonst hast du falsche Werte auf den Konten.

Warum gibt da hierfür keine Sperre im System…ich kenne KEINEN Vorgang bei dem aus einer Verbindlichkeit die Vorsteuer abgezogen wird…wie gesagt, das geht nur bei Aufwandskonten. Seufz. Nun gut, inzwischen habe ich auch gelernt, wie man Buchungen storniert…grummel…aber schön ist das alles nicht.

Lustigerweise gibt es auch Niemanden, der uns die Buchungslogik unseres Systems erklären kann…also: „Learning by doing“ durch „Trial and Error“.

Zum Glück habe ich mir eine kleine Firma zum „Üben“ genommen…und als ich dann noch die neue Software für den Upload in den Konzernabschluss testen wollte, habe ich gemerkt, die Daten aktualisieren sich nicht so regelmässig….hahahah – von wegen jede 1/2 Stunde – am Wochenende passiert da gar nichts – dann eben nicht.

Dann mache ich jetzt Mittag und laufe noch eine Walkingrunde…jetzt wo ich mich wieder bewegen kann…

Besuch im Büro

Mittwochmorgen um 6.45 Uhr …ich war zu dem Zeitpunkt bereits seit fast 30 Minuten im Büro, bekam ich über unseren internen Chat eine Nachricht von unserer Finanzchefin aus der Zentrale (meine Interims-Chefin), ob ich bereits im Büro bin…. Ja prima – sie frühstückt gerade im Hotel und wäre dann in ein paar Minuten da.

Ja super – also ich war extra früh gekommen, damit ich noch in Ruhe einiges fertig bekomme, bevor sie bei uns ankommt. Das war ihr ersten Besuch bei uns am Standort Hamburg. Ich hab ihr also unsere Büros gezeigt, immerhin bekommen wir ja bald einen eigenen Teamleiter für Hamburg und es ging um die Frage WO der denn wohl platziert werden könnte. Langsam wird es ja voll auf allen Etagen.

Einen Chef der ständig in Online-Meetings ist und dauernd telefoniert : also das geht so gar nicht für mich…obwohl ja bei mir ein Platz frei ist. Ich hatte schon beim letzten Besuch in der Zentrale gesagt, das ich so nicht arbeiten könne…und die Chefin hat es sich gemerkt und gefragt: mit wem ich denn zusammen sitzen möchte, wenn ich die Wahl hätte: eindeutig Katrin.

Na schauen wir mal, wie es letztendlich gelöst wird.

Aus dem ruhigen Arbeiten wurde erst einmal nichts bei mir. Wir haben uns fast eine Stunde lang unterhalten: über die aktuelle Situation im Büro (ohne GF) und im Team (ohne Teamleiter – den wir ja noch nie hatten), über die Sitzplatz-Situation auf unserer Etage und die extrem schlechte Akustik und den Hall in unseren Büros, über die Migration auf das neue System und die Probleme damit, über meine geänderten Firmen und über meine Gesundheit. Es war ein sachliches und gutes Gespräch…sie hört zumindest zu. Lösungen hat sie aktuell keine.

Das mit der schlechten Akustik hatte ich schon immer bemängelt, aber es hat kaum Jemanden interessiert…nun endlich ist da mal eine Führungskraft, die es ebenso bemerkt und bemängelt wie ich…und später hab ich erfahren, es sollen nun bald wenigstens für alle Räume noch Schallschutz-Segel an den Decken angebracht werden…das ist immer ja schon mal etwas. Nur wenige Büros sind damit bisher ausgestattet worden.

Später hat sich die Chefin dann noch mit den anderen Beiden aus unserem Team unterhalten und Mittags hatte sie uns auswärts zum Essen eingeladen. Dabei haben wir auch erfahren, das es so langsam in die Endrunde bei den Bewerbungen um den Teamleiter-Posten geht. Bin mal gespannt wen wir da bekommen werden.

Da bei uns ja alles auf English läuft und die Finanzchefin auch kein Deutsch spricht, war schon mal klar…was immer der zukünftige Teamleiter kann oder nicht kann…Englisch wird er in jedem Fall können…denn sie war bei jedem Bewerbungsgespräch federführend dabei.

Für Karin und der Controller haben auch einen Erfolg gehabt: sie bekommen eine Aushilfe über die Zeitarbeit, die bei der Umstellung und Aufarbeitung der Reisekosten hilft. Der Teil der Umstellung war ein kompletter Reinfall. Gereist wird gerade in der Projektentwicklung ja sehr viel, dementprechend stapeln sich die Abrechnungen…und das Externe Reisekostensystem ist extrem kompliziert und saumässig an die neue Software angeschlossen. Ab jetzt muss noch viiiel mehr manuell nachgearbeitet werden….hahaha sage noch einer unser Beruf würde demnächst von der KI übernommen…keine Chance – nicht bei solchen miserablen Softwarelösungen.

Wenn sich gute Tage schlecht anfühlen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Man sollte doch eigentlich meinen, das nach mehr als 2 Monaten mit dem neuen System, so etwas wie Normalität in meine Arbeitstage kommen – also ansatzweise kann man es erahnen, wie diese Normalität aussehen könnte, wenn denn mal alles laufen würde – Das tut es aber leider noch nicht.

Aber wir machen Fortschritte….kleine Schritte zwar – aber immerhin. An manchen Tagen brauche ich nicht mal die IT oder unser Change-Team….Meistens dann, wenn ich die Probleme mal für EINEN Tag einfach ignoriere hahaha.

Ich schaffe es immer wieder mich an den kleinen Fortschritten zu erfreuen…habe aber auch noch andere Baustellen im Tagesgeschäft, die gerade größer werden…da sind z.B. die beiden neuen Firmen, die ich übernommen habe und so langsam merke ich, warum es den dänischen Kollegen so wichtig war, das diese von Deutschland aus betreut werden.

Na danke liebe Kollegen, jetzt darf ich mich mit einigen Landeigentümern auseinandersetzen, die seit 2 Jahren darauf warten, das sie ordentliche Abrechnungen und entsprechende Nachweise erhalten. Das darf ich jetzt natürlich rückwirkend erledigen. Die Kollegen hatten sich hinter der Sprachbarriere verschanzt, haben die Gelder ausbezahlt und sich ansonsten quasi tot gestellt.

Mit einem der Landeigentümer hatte ich gestern ein erstes Telefonat und ich habe ihn gebeten noch ein wenig Geduld zu haben, denn in die Aufschlüsselungen der alten Jahre muss ich mich erst einmal selber reinfuchsen…aber dafür fehlt mir jetzt einfach die Zeit.

Ich habe es aber hinbekommen die Abrechnungen für das letzte Jahr fertig zu stellen, so das ich wenigstens schon mal die offenen Beträge auszahlen kann – die Abrechnungen sind raus (das Formular war so unmöglich dargestellt, das musste ich komplett neu aufbauen. Die Nachweise werde ich später nachliefern. So wie ich die Daten überflogen habe, wird es schwierig werden…hoffentlich stimmen wenigstens die errechneten Zahlen, auf die muss ich mich nun erst einmal verlassen.

Und so sind meine Tage mal gut und mal schlecht…mal geht es aufwärts, dann wieder rapide abwärts…die reinste Achterbahn.

Und dann gibt es eben diese Tage, die doch eigentlich gut waren, sich aber so gar nicht danach anfühlen, weil ich am Ende des Tages zwar einige Aufgaben/Probleme lösen und abarbeiten konnte, dafür aber mehr Neue hinzugekommen sind….

Aber auch diese Aufgaben werde ich lösen…eine nach der Anderen…und irgendwann kommen auch wieder besser Zeiten…

Kurz vorm Durchdrehen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Ich habe tatsächlich letzte Woche von Donnerstagmittag bis Sonntagabend nicht gearbeitet…ja das tat gut….auch wenn ich genau wusste: das wird mich wieder einholen…die Arbeit macht sich ja nicht von alleine.

Und genau so war es auch: von Montag bis Mittwoch war ich im Homeoffice und habe einen Abschluss nach dem nächsten durch das alte System gejagt….sooooo nun sind 25 von 27 Gesellschaften bei den Wirtschaftsprüfern…für einen Moment konnte ich durchschnaufen, bevor ich dann nach und nach die Rückmeldungen mit Fragen und mit den Abschlussberichten bekommen werde und dann auch noch die aller letzten Umbuchen im Altsystem machen muss, um das Jahr endgültig abzuschließen.

Ich dachte, das mit den Rückmeldungen dauert noch eine Weile, denn auch unsere Wirtschaftsprüfer ächzen unter der Last der vielen Gesellschaften…aber Pustekuchen…bereits bis Ende meiner Arbeitswoche am Donnerstag (Freitag hatte ich schon den nächsten Urlaubstag) hatte ich schon 5 Rückmeldungen bekommen…seufz.

Dabei wollte ich mich endlich auf die Migrationsdaten konzentrieren, die ersten Kontrollen hatten gezeigt, das da noch einiges nicht stimmt…aber wie immer, gab es Schwierigkeiten beim Anpassen…ich hatte also ein kleines Meeting mit unserer Kollegin aus dem Change Team, um die offenen Fragen zu klären…und bei der Suche im neuen System, nach einer Lösung für diese Schwierigkeiten, bin ich tatsächlich auf die Lösung für ein anderes Problem gestoßen.

Das war so absurd, das ich ausgerechnet in dem Programmteil die Lösung gefunden habe…wo ich es nie vermutet hätte. Auf meine Frage schon vor Wochen, ob man bei gebuchten Posten evtl. den Buchungstext ändern kann, hieß es von der Herstellerfirma und auch von unserem Change-Team immer …man wisse gar nicht, ab das gehen würde. Dabei ist ein Buchungstext kein „sensibles Feld“. Soll heißen es dürfte kein Problem sein, den Text zu ändern…solange man alles andere nicht ändern kann.

Ich wollte mich zwar nicht damit zufrieden geben, wusste aber auch nicht, wo ich das suchen sollte und bin durch Zufall darauf gestoßen. In einem Untermenü eines Untermenü-Punktes stand dann auf einmal „Change Text Voucher“. Nanu- genau so etwas suche ich doch. Ich hab den Programmpunkt aufgerufen, hab ein bisschen herumexperimentiert und juuup: ist zwar nicht wirklich logisch, funktioniert aber – und jede Änderung wird protokolliert, aber darin sehe ich kein Problem, ganz im Gegenteil.

Sooo also hab ich schnell eine Kurzanleitung geschrieben und meinen beiden Kollegen zur Verfügung gestellt.

Ich überlege allerdings noch, ob ich es dem Change-Team überhaupt mitteile…nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus der Erkenntnis vieler Jahre hinaus, das manches war (systemseitig) möglich, aber (intern) nicht wirklich gewollt ist…evtl. sollten wir die Funktion gar nicht finden und wenn ich das jetzt herausposaune, könnte es passieren, das dieser Programmpunkt für uns gesperrt wird – hahaha – hab ich alles schon erlebt.

Manchmal ist es besser, einfach das Wissen nicht hinauszuposaunen. Mal sehen ob die Kollegin aus dem Change-Team das Thema noch einmal aufgreift, bisher haben meine mehrmaligen Nachfragen zu keiner Lösung geführt…deshalb bin ich jetzt skeptisch.

Donnerstag war ich im Büro und das war seit längerem mal wieder ein Tag in dem ich durchzudrehen drohte Es prasselte so viel auf mich ein, das ich minutenlang vor dem Computer saß und nicht wusste, was MACHE ich jetzt als NÄCHSTES…vor allem für die beiden neuen Gesellschaften, die ich übernommen habe, gab es viel Anfragen von allen möglichen Kollegen, dazu viele allgemeine Meetings, wo man merkt, die anderen Abteilungen haben gerade so gar keinen Stress…und ich wurde nervöser und nervöser, habe mich, wie ein Terrier, in einige Aufgaben verbissen die aber zu Fehlern im System führten und kam in einen negativen Strudel aus Sorgen und Verzweiflung, weil einfach nichts funktionieren wollte.

STOP und tief durch atmen…so geht das nicht. Ich habe mich dann selber aus der Schusslinie genommen, hab mir kleine Auszeiten genommen…mit Kollegen gequatscht, länger Mittagspause gemacht….hab ein paar einfache Nebensächlichkeiten abgearbeitet, bevor ich mich dann wieder an die eiligen und wichtigen Sachen gemacht habe. Da ist zwar auch nicht wirklich logisch, aber ich brauchte das…dann müssen die Anderen eben warten…muss ich ja auch oft genug. Mehr als arbeiten geht nicht.

kleine Veränderungen

Letzten Sonntag war ich dann wieder einmal früh morgens im Himmelmoor unterwegs…allerdings nicht ganz sooo früh…es schon nach 7 Uhr. Dafür waren -6 Grad, kaum Wind und kein Regen.

Der Moorsee und die Moorbecken warenteilweise zugefroren…das sah sehr schön aus…und ich bin wie immer meine Runde gegangen

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist…der sonst als Nebenweg ausgeschilderte Weg, direkt neben den Moorbecken, ist nur noch auf einem kleinen Stück begehbar…der größte Teil wurde dauerhaft für den Durchgang geschlossen.

Seit das Himmelmoor 2022 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, gab es so nach und nach kleine Änderungen., das jetzt ist für mich nicht so schön….ja klar bin ich für Naturschutz….keine Frage…trotzdem finde ich es sehr schade, das ausgerechnet dieser Weg gesperrt wurde.

Der Weg tat meinem Fuß immer gut und meiner Seele sowieso…ich gehe nun mal nicht gerne dort, wo alle Anderen gehen, halte mich gerne abseits der Hauptpfade…nun gehe ich auf dem geschotterten Hauptweg und kann den Menschen an der Stelle nicht mehr ausweichen. Na klar halte ich mich an die Regeln…ich kann ja auch andere Wege abseits der Moorbecken nehmen.

Bei mir ist es nur, das ich eben gerne meine gewohnten Wege gehe…seit der Corona-Pandemie und meinem Umzug in diesen Ort hier, hat sich mein Aktions-Radius auf einige liebgewonnene Strecken reduziert…ich fahre nicht mehr für jede Walking-Runde irgendwo hin…bleibe gerne im Nahbereich…und brauche für mein Wohlbefinden, eben diese liebgewonnenen Strecken. Das gibt mir Ruhe und ist auch eine Form von Sicherheit für mich.

Weihnachtsgans im Februar

Ich war froh, das ich die Nacht dann doch zuhause geschlafen habe…so hatte ich den Samstagvormittag noch Zeit für mich, bevor ich mich dann wieder ins Auto setzen musste…Auf ging es wieder mal nach Flensburg.

Wir hatten uns auf diesen Termin geeinigt, um dann endlich das Weihnachtsessen nach zu holen. Meine Schwester war ja über Weihnachten in der Reha und so blieb die Gans im Gefrierschrank und jetzt endlich sollte es dieses Festmahl geben.

Wie immer beim Weihnachts-Essen waren wir zu Viert, denn natürlich durfte auch deren bester Freund nicht fehlen…und so war es wie immer: eine super leckere knusprige Gans mit Rotkohl und Klößen, später Eis zum Nachtisch, viel Unterhaltung und viel Gelächter.

Ich fand es mega lecker…meine Schwester war nicht ganz zufrieden. Sie war eher ein Nervenbündel…das was ihr sonst so leicht und locker von der Hand geht, war nun eine anstrengende Hürde für sie…das war neu und hat mich erschreckt. Hmmm – das müssen wir im Auge behalten.

Später hat sie sich auch entspannen können, als sie merkte das es uns Allen richtig gut schmeckt…und wir hatten einen schönen Nachmittag mit dem obligatorischen Spaziergang runter zur Solitüde, am Strand entlang und im großen Bogen zurück zu den Beiden nach Hause.

So war es dann noch lustig und schön…am Abend ging es dann wieder auf die Autobahn bis nach Quickborn. Das war jetzt aber auch genug Fahrerei in den letzten Tagen.

Endlich mal GUTE Nachrichten

Nach nunmehr 5 Monaten bekam mein Schwager nur endlich das Schreiben von der Rentenversicherung. Solange hatten die sich Zeit gelassen, um über den Widerspruch zu entscheiden, nachdem sie die Umschulung zum Busfahrer abgelehnt hatten.

Den Widerspruch hatte ich für die Beiden ausführlich ausformuliert, mein Schwager hatte es per Einschreiben weg geschickt und dann passierte, genau : nichts…mein Schwager blieb arbeitslos und ihm wurde auch geraten nicht einfach irgendeinen Job anzunehmen, da sonst die Rentenversicherung der Meinung sein könnte, er bräuchte diese Umschulung ja gar nicht.

Nun…aber die Zeit wurde jetzt knapp und immer knapper. Sein Arbeitslosengeld endet jetzt Mitte März und wir hatten schon überlegt wie es ohne weiter gehen soll. Erste Maßnahme: meine Schwester hat beantragt, das mein Schwager über sie krankenversichert sein wird…ganz wichtig.

Dann haben sie versucht einen Antrag auf Bürgergeld zu stellen, das ging aber nicht…dafür bekommt meine Schwester dann doch etwas zu viel (die bekommt, ebenfalls von der Rentenversicherung, Wiedereingliederungeld, weil sie momentan ja nach Hamburger Modell nur 3 Stunden täglich arbeitet und das wird wohl auch eine Weile so bleiben). Aber sie haben wohl Anspruch auf Wohngeld oder besser gesagt auf einen Zuschuss zu den Nebenkosten. Beide haben schon ihre Finanzen durch geschaut, wo sie noch sparen können und ich habe angeboten meine monatliche Unterstützung wieder aufleben zu lassen und etwas zu erhöhen.

Und jetzt endlich kam der Bescheid im besten Beamtendeutsch, das sie seine Möglichkeit einen Job als Berufskraftfahrer zu bekommen, neu bewerten und „dem erhobenen Widerspruch wird daher abgeholfen“ in dem der Ablehnungsbescheid aufgehoben wird. Meinem Schwager stehen damit „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ zu.

Mit anderen Worten es wird sich jetzt Jemand mit ihm in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, ob es jetzt tastsächlich die Umschulung sein wird und wenn ja wie das Aussehen kann. Zum Schluss hat sich die Rentenversicherung noch für die lange Bearbeitungszeit entschuldigt.

JAAA – also das ist doch mal eine gute Nachricht und bedeutet endlich wieder eine Perspektive für meinen Schwager und vor allem auch eine seelische Erleichterung für uns alle Drei…wir sind eben die „Kernfamilie“ und ich hänge ja auch finanziell mit dran. Kann die Beiden ja nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.