ich MUSS reisen

Die Betonung liegt auf: MUSS.

In der kommenden Woche werde ich mit meinem Kollegen in die Firmenzentrale fahren, um endlich die Kollegen und Chefs Vorort kennen zu lernen. Drei Tage Dänemark.

Ich glaube ich hab es schon öfter mal erwähnt: ich mag keine Meetings und ich mag keine Geschäftsreisen…schon gar nicht mit Übernachtung.

Okay – schon bei dem Bewerbungsgespräch wurde klar kommuniziert, das regelmäßige Fahrten in die Zentrale anstehen….hahaha …ich kann also nicht einmal behaupten ich hätte von nichts gewusst.

Nun gut… durch Corona hatte es sich schon verzögert…jetzt aber ist es soweit…und eigentlich freue ich mich auch, ein paar der Kollegen mit denen ich viel zu tun habe, nun endlich auch mal persönlich kennen zu lernen.

Mein Kollege ist über die Reise auch nicht begeistert…immerhin gehen uns 3 Arbeitstage verloren und wir haben es fast geschafft, den kompletten Rückstand aufzuarbeiten…gerade noch rechtzeitig vor dem Halbjahresabschluss.

Außerdem sind es  ungefähr 4 Stunden Fahrt bis in die Kleinstadt ziemlich weit  oben, im Norden des Landes. Ich hoffe ich kann den Kollegen davon überzeugen, das wir uns die Fahrerei teilen…ich bin ein wahnsinnig schlechter Beifahrer  hahaha

Wirbelwind muss reisen…will aber nicht…

 

 

durch das enge Hamburg

durch das enge Hamburg

…bereits am Montag hatte ich mich, aus beruflichen Gründen, auf den Weg zu einer Fotografin gemacht. Entfernung vom Büro: 2,7 km …also nicht wirklich eine große Strecke….

Aus Termingründen hab ich jedoch das Auto genommen…und es gleich darauf bereut…. Ottensen: eine Kleinstadt in der Großstadt….mit engen Straßen, noch engeren Gassen, Einbahnstraßen, vielen Baustellen, vielen Menschen, wenig Platz und noch weniger Parkplätzen …. hahhaha

Jaaa mit dem Fahrrad wäre das kein Problem gewesen…aber mit dem Auto war es…..schwierig….als ich endlich einen Parkplatz gefunden habe, OHNE dabei Menschen, Radfahrer oder Autos zu streifen, war ich heilfroh und musste trotzdem noch eine Weile laufen… Beim Fotografen lief alles ruhig und nett ab….und das Ergebnis kann sich auf unserer Firmen-Webseite auch sehen lassen…also ich bin zufrieden.

Anekdote am Rande: Noch vor einiger Zeit war es üblich, sich unmittelbar vor dem Gang ins Fadenkreuz der Fotografen, noch einmal zu kämmen, zu pudern und die Klamotten zurecht zu zubbeln…. HEUTE ist das nicht mehr notwendig…das macht dann alles Photoshop…hahaha… sogar kleinste Fusseln auf einem schwarzen Blazer werden einfach weg gezaubert….wie? die Ärmelraffung ist ungleichmäßig? – das passen wir an.…. selbst die nette Fotografin meinte: traue keinem Foto…alles gefaked.

Ich hab aber von Anfang an klar gesagt , das sie NICHS in meinem Gesicht glatt ziehen soll…alle Fältchen sollen genau so bleiben…ich möchte mich hinterher nicht wie gebügelt fühlen…und da ich die gesamte Zeit der Nachbearbeitung dabei war, haben wir zusammen entschieden, wo was wie korrigiert wird.. z.B. mein Kinn war doch etwas zu glänzend…. das hat mit der jungen und unkomplizierten Fotografin super geklappt… in dem Foto erkenne mich so, wie ich eben bin.

Auf dem Rückweg zum Auto (kleine Schnitzeljagd inclusive – wo genau stand noch mal mein Auto?) bin ich durch die Straßen gelaufen und hab mehrere nette kleine Cafès gefunden…da muss ich unbedingt noch einmal in meiner Freizeit hin – musste ja leider zurück ins Büro.

Heute nun nach Feierabend hab ich es noch einmal gewagt dort hinzufahren, hab den engen Bereich der kleinen Gassen gemieden, einen schönen Parkplatz auf einer belebten Straße gefunden und hab einen Schlender-Spaziergang bis zu einem der kleinen Cafès gemacht.

Das Cafè, für das ich mich entschieden hatte, hat einen größeren Aussenbereich und es war sogar noch genügend freier Platz….bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfelkuchen (leider Industrieware…aber trotzdem okay) hab ich draußen gesessen und hatte seit langem mal wieder das Gefühl, einfach sitzen bleiben zu können…es wartete Niemand auf einen freien Tisch.

Ausgerechnet heute hatte ich meinem kleinen Mini-Laptop zum Schreiben nicht dabei…grrrr und das Cafè bot auch keine Zeitungen an….egal…Hauptsache in entspannter Gelassenheit dort zu sitzen, einen Kaffee zu geniessen und ein wenig dem Treiben drumherum zuzuschauen hat mir gut getan.

Ich wünsche Allen einen schönen Start in Wochenende….

Fahrrad-Tour #5 – ungeplant

Nach einem ruhigen und erfolgreichen Tag im Homeoffice…und einer ziemlich guten Strategie gegen die aufsteigende Hitze Zuhause…hab ich am späten Nachmittag mein Fahrrad genommen und bin „für eine kleine Runde“ los geradelt…

…und erst nach 41km kam ich wieder zuhause an…Über den Klövensteen, nach Wedel, in Richtung Holm, nach Moorege. Okay also Moorege war ein Versehen, denn eigentlich wollte ich durch das Tävsmoor…aber irgendwie sind mir die militärischen Sperrgebiete in den Weg gesprungen…hahaha… Okay, also dann von Moorege doch noch ins Tävsmoor und dann nach Appen…. In Appen hab ich eine Abendessen-Pause bei einem Italiener eingelegt.

Der Italiener bot „Original Wiener Schnitzel“ – da konnte ich nicht widerstehen und war …..ein wenig enttäuscht. Also es war tatsächlich Kalbfleisch…von daher war es tatsächlich echt….aber leider hat sich nicht die Panade locker und leicht gewölbt…sondern das Schnitzel selber….Die Panade saß bombenfest….das Fleisch war gekrümmt und ein wenig zäh….Schade.

Wenn man die Panade nicht zu doll an das Fleisch presst, sondern locker paniert…und mit viel Fett brät, die Pfanne dabei immer wieder schwenkt dann souffliert es…die Panade löst sich leicht vom Fleisch und bildet eine lockere goldgelbe Kruste. Na okay – also das nächste Mal doch lieber etwas typisch italienisches…

Na trotzdem war es nett dort draußen zu sitzen…dazu ein Glas Chardonney…und die letzten Kilometer nach Hause war ich dann tatsächlich langsamer als zuvor. Nein – es lag nicht am Wein…eher daran das mein Magen voll und ich mega entspannt war….das wollten die Muskeln nicht mehr in den Sport-Modus wechseln….

Ausflug ins trübe Wetter

Ausflug ins trübe Wetter

Das der heutige Sonntag kein sonniger sein würde, war ja eigentlich klar…der Wetterbericht hat es vorhergesagt…aktuell sagt meine Wetter-App aber immer noch, es gibt heute noch 5 Sonnenstunden…hmmmm…ECHT?

Also unabhängig vom Wetter war ich bereits um 8 Uhr zu  einem Ausflug in die weitere Umgebung aufgebrochen….ab durch den Elbtunnel – auf nach Finkenwerder.

Ausgangspunkt für  meinen Sonntags-Ausflug zu Fuß  war der Rüschpark….und als ich nach einer Weile am Fähranleger ankam, war mir klar…also beim nächsten Mal spare ich mir die Anreise  über die A7  mit dem Auto und fahre einfach zur Elbchaussee / Teufelsbrücker Platz und nehme für 1,70 EUR die Fähre….das macht bestimmt mehr Spaß und  geht eindeutig schneller…

Aber Schnelligkeit war ja heute auch gar nicht mein Ziel….es ging um einen ruhigen Ausflug am Morgen …und genau das war es …

Vom Rüschpark-Anleger hatte die diesige, trübe Sicht  auf  Hamburg sogar  etwas faszinierend Entrücktes …und mit dem sanften Wind empfand ich die  leichte  Schwüle in der Luft nicht einmal als unangenehm…obwohl ich mit meiner Kleidung auf kühle frische Luft gesetzt hatte.

Insgesamt blieb mein Wander-Ausflug  ohne große Höhepunkte…an den Yachthäfen vorbei, an Airbus vorbei, am Gorch Fock-Haus vorbei….durch alte Industrieanlagen….durch hübsche Schrebergärten…über nette Wege am Westerdeichgraben mit Pause in der Nähe einer riesigen Trauerweide….

Gut das ich immer auch einen Blick auf die Wege habe die ich entlang laufe, denn einer der vielen unbefestigten Wege war wohl eine Autobahn für Schnecken…zumindest war der Weg voll mit den kleinen Kriechern…sieht doch niedlich aus:

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Mit knappen 7 km war es auch kaum mehr als ein Spaziergang, denn einer Wanderung ….aber immerhin hatte ich noch nicht gefrühstückt….hahaha und so zog es mich dann doch schon wieder nach Hause…

Schlendern – bummeln

Das Bummeln im Einkaufszentrum war herrlich entspannend…es waren gar nicht so viele Menschen dort, wie befürchtet…aber für mich waren es eindeutig genügend …mehr müssten es gar nicht sein.

Im entspannten Schlendergang, eine für mich meistens untypische Gangart – bin ich kreuz und quer durch das Elbe-Einkaufszentrum geschlendert….mal hier schauen, mal dort schauen…hab auch ein paar Sachen anprobiert…aber nöööö….

Ich hab gar nichts Großartiges gekauft…ein bisschen Deko, ein paar Buxen für drunter, einen hübschen Nasen-Mundschutz…dann hab ich mich in einem italienischen Restaurant, mit Blick auf die untere Ebene, niedergelassen.

Die Spaghetti Aglio e olio waren lecker, dazu ein Glas Pino Grigio. Ich musste unwillkürlich an meinen Urlaub am Gardasee im letzten Jahr denken. Hach-ja.

So entspannt gestärkt , hab ich bewusst auf die Menschen im Einkaufszentrum geachtet.

Fast auffällig fand ich, das es sehr ruhig war…kein Geschrei, keine Hektik,  keinen Streit von Paaren (wie sonst oft zu beobachten)… alles schien friedlich und fröhlich….zumindest an der Oberfläche….und wirklich ALLE die ich gesehen habe, trugen  einen Mund-Naseschutz, mit einer einzigen Ausnahme…und der Typ sah sehr verbissen aus: so herausfordernd…nach dem Motto…na komm schon – sag was…

Ich bin ein wenig länger sitzen geblieben…doch als ich gemerkt habe, es warten wieder Menschen darauf, das ein Tisch frei wird, hab ich bezahlt und bin weiter geschlendert…

 

 

Einkaufs-Tempel

Seit wirklich langer Zeit und das 1. Mal seit Beginn der Corona-Epidemie hab ich Lust mich mal wieder in einen  der großen Konsum-Tempel zu stürzen…. Bisher dachte ich mit Mundschutz macht das bestimmt überhaupt keine Freude. Inzwischen ist die Maske jedoch ein Teil unseres Alltags geworden und stört mich eigentlich nicht mehr.

Also werde ich heute mal nach Hamburg in das Elbe-Kaufhaus fahren, nicht weil ich unbedingt etwas einkaufen muss, sondern einfach um mal wieder unter Leute zu gehen….nur mal so umschauen, etwas zu Mittag essen,  in einem Café nieder lassen zum Kaffee trinken, Menschen beobachten und eventuell ein wenig schreiben.

Dreimal war ich inzwischen im Café/ Eis-Café…aber durch die wenigen Tische hatte ich einfach nicht die Unverfrorenheit länger als nötig dort sitzen zu bleiben, immerhin müssen die Café-Betreiber jetzt mit wesentlich weniger Tischen versuchen genügend Einnahmen zu generieren.

Mit anderen Worten mir fehlte die innere Gelassenheit ,die ich brauche, um mich zum Schreiben niederzulassen, wenn andere Menschen in der Nähe stehen und darauf warten, das ein Tisch frei wird….

 

Ritterlichkeit …

Die düsteren Gedanken der letzten Woche haben sich wieder verflüchtigt…und gestern Abend konnte ich wieder unbeschwert eine Walking-Runde laufen…

Es war bereits nach 22 Uhr als ich mich dafür  fertig gemacht habe …und meine inzwischen normale Strecke liegt bei ca. 6 km….

Es war so friedlich und ruhig, menschenleer und dazu noch angenehm bei leichtem Wind und einer Temperatur  bei ca. 15 Grad….

Schon ein paar Mal bin ich auf meinem Runden an diesem Wasserturm vorbei gekommen…das hat immer etwas Verwunschenes :

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Ich fühle mich wieder leicht und lebendig  und unendlich dankbar für mein Leben, das ich so leben kann, wie ich es möchte.  Ja, auch wenn es meinem Ex-Freund schlecht geht…ich bin dankbar für mein Leben.

Natürlich kreisen meine Gedanken jetzt wieder wesentlich öfter auch um das Thema der Trennung und um die Themen: Krankheit und Tod….aber es belastet mich jetzt nicht mehr so, wie in den letzten Tagen.

Eine kleine Anekdote am Rande:

Auf dem Rückweg liefen an einer schmalen Stelle, gesäumt von Bäumen, 3 Männer vor mir. Zwei davon waren jung und hatten offensichtlich ausländische Wurzeln…der Dritte war weit über 40 und pöbelte laut vor sich hin…scheinbar hat er sich heftig mit seiner Freundin/Frau gestritten…die beiden jungen Männer haben den offensichtlich Betrunkenen überholt…und  dann war ich nahe genug, um  ihn auch schnellen Schrittes  zu überholen…

Die Situation war nicht bedrohlich, aber ich bin in solchen Situationen immer in Alarmbereitschaft und sehr aufmerksam… Aber auch für die jungen Männer ware es wohl  ein ungutes Gefühl, denn sie drehten sich zu mir  um und einer meinte sehr freundlich: „kommen Sie vor uns…, wir passen auf, das nichts passiert“…. ich hab mich über soviel Ritterlichkeit echt gefreut und mich lächelnd und mit ein paar netten Worten bei den Beiden bedankt….

Ja – es gibt sie tatsächlich noch…oder wieder? Das Menschen auf andere Menschen achten…egal vorher sie kommen…egal ob man sich kennt…einfach weil wir Menschen sind….

 

 

Etwas mehr im Gleichgewicht

So langsam kommt mein Seelenleben wieder ins Gleichgewicht…

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Wie immer hilft die Routine meines eigenen Lebens dabei. Nicht das es das Leid eines anderen Menschen schmälert oder meine Anteilnahme verschwunden ist…das nicht, aber ich kann jetzt wieder besser damit umgehen.

Ich kann nicht helfen – außer meine Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen…und das hab ich getan. Mehr kann ich aktuell nicht tun. Auf meine WhatsApp hab ich keine Antwort bekommen…aber ich erwarte hier auch gar keine. Gegen den Krebs muss er selber ankämpfen…seine eigenen Kräfte mobilisieren und unterstützen können die Menschen, die ihm jetzt nahe sind…. Ich bin es nicht mehr.

Das ich zuerst ein schlechtes Gewissen hatte, ist im nachhinein auch für mich komisch und mit jetzt wieder klarem Verstand weiß ich, das ich mich nicht schuldig fühlen muss (DANKE an dieser Stelle für die lieben Kommentare)….das Mitgefühl ist bei mir weiterhin da- und das ist gut so.

Wie immer bringen mich solche Nachrichten dazu, auch auf mein eigenes Leben zu blicken und zu hinterfragen….und ich fühle eine Dankbarkeit, das ich mein Leben bislang so gesund leben darf.

Denn wenn ich etwas aus den letzten Monaten an Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es, das es in vielen Fällen einfach Glück ist ob man krank wird oder nicht,,,und man die Gesundheit zwar ein wenig mit Fitness und gesunder Ernährung beeinflussen kann…aber das sich z.B. eine Mutation von Zellen eben NICHT damit generell ausschließen lässt…es ist immer auch ein stückweit Glück.

Das ist schrecklich, weil es zeigt wie wenig Einfluss wir im Einzelfall tatsächlich auf unser Leben haben….

Seelische Auszeit

Immer wenn etwas droht mich seelisch zu überfordern, dann springt mein Selbstschutz an…so auch dieses Mal.

Den gestrigen Tag hab ich versucht mich abzulenken…hab die Wohnung geputzt, aufgeräumt, bin rausgegangen…aber mein Kopf kam einfach nicht zur Ruhe…Gedanken in Dauerschleife.. Körperlich fühlt es sich bei mir an wie paralysiert…Ich hab miserabel geschlafen…

Immer die gleichen Gedankengänge…was wenn er tatsächlich stirbt ohne vorher noch einmal glücklich gewesen zu sein…? JDas hat er nicht verdient…das hat Niemand verdient, ja es ist nicht meine Schuld das der Krebs wieder da ist, aber der Gedanke das er nun auch noch körperlich leidet…das es ihm schlecht geht…das tut mir so leid…und ich hab ihm mit der Trennung ja schon weh getan….ich wünschte er könnte unbeschwert weiter leben….was wenn er stirbt? Mit 52 Jahren sollte das doch noch kein Thema sein…

…ich merke sehr schnell das ich hier drohe in einen negativen Strudel zu geraten, aber zum Glück  ist da mein Selbstschutz der sich sehr schnell aktiviert hat…schneller als ich es sonst wahrnehme.

Ich weiß immer noch nicht wie das funktioniert, aber irgendwie schaffe ich es in solchen Momenten meine Seele abzuschirmen…die Gefühle gelangen nur noch gefiltert in mein Innerstes….es ist ein temporärer Schutz… und ich merke, dieses Mal ist er auch nicht ganz so stark….in manchen Momenten scheine ich trotzdem von meinen Gefühlen verschlungen zu werden….und dann geht es wieder…ich brauche etwas Zeit um damit umgehen zu können… und wenn ich merke ich schaffe es, dann verschwindet dieser Schutz wieder von ganz allein….

 

unerwarteter Anruf und düstere Aussichten

Da hab ich heute Vormittag einen unerwarteten Anruf erhalten….

und jetzt…jetzt hab ich meine unbekümmerte Freude für den Moment etwas verloren.

Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich angerufen…und wir haben NIE miteinander telefoniert oder Kontakt gehalten….und nach ein paar Minuten Smalltalk hab ich nach dem Grund seines Anrufs gefragt…

Meinem Exfreund geht es nicht gut….um nicht zu sagen, es geht ihm  schlecht. Der Krebs ist zurück…vor 10 Tagen wurde er erneut operiert und seine Chancen stehen 50/50…. so zumindest die Aussage des Freundes….es ist bereits das 4. Mal das der schwarze Hautkrebs angreift…und dieses Mal hat der Krebs  wohl auch gestreut.

Der Freund meint, er ist schmal geworden und er ist wohl auch ruhig geworden…was überhaupt nicht seinem Naturell entspricht. Seine Mutter hat ihn zu sich geholt, so ist er  jetzt nach der OP und während der weiteren Therapie nicht alleine…Autofahren darf er wohl auch nicht mehr….aber warum nicht, das konnte er mir nicht sagen.

Die OP war dieses Mal wohl am Bauch…aber so richtig wusste der Freund auch das nicht…aber er wollte ,das ich das wenigstens weiss das es ihm nicht gut geht… dafür bin ich ihm auch dankbar.

Ich hab eine Weile gebraucht, um die Info zu begreifen….und  jetzt kreisen meine Gedanken ständig im Kopf und ich muss überlegen, wie ich damit umgehe.

…und immer wieder sage ich mir, es ist nicht meine Schuld das der Krebs wieder da ist…als ich mich getrennt habe, hatte er einen festen Job, war seit einiger Zeit gesund, hat Sport gemacht…seine sonstigen organisatorischen Probleme waren soweit gelöst….ich hab ihn also nicht hängen lassen, als es ihm schlecht ging….sondern bin gegangen, als es ihm gut ging…

… und trotzdem regt sich mein tief verwurzeltes Verantwortungsbewusstsein und verbreitet in meinem Innersten eine Art Schuldgefühl…ich versuche das Gefühl klar zu erkennen und umzuwandeln in noch mehr Mitgefühl und Anteilnahme…denn ich wünsche ihm ja nichts Schlechtes.

Im Gegenteil, ich wünschte es ginge ihm gut und er könnte mit seiner oft übersprudelnden jungenhaften Unbekümmertheit seinem Leben nach unserer Trennung eine positive Wendung geben…einen Neuanfang starten….eine neue Liebe finden …und es bekümmert mich – nein es schockiert mich, das es ihm jetzt schlecht geht…

… … … ich hoffe er findet die Kraft weiter gegen den Krebs anzukämpfen und bin froh, das seine Mutter und sein bester Freund für ihn da sind…

Ich hab ihm dann erst einmal eine WhatsApp geschrieben ….