Endlich …

…ich hab schön öfter mal angedeutet,  das es da ein paar Themen aus unserer Kindheit gibt, die ich mit meiner Schwester eigentlich mal klären müsste…aber ich hab es irgendwie nie geschafft, diese Themen auf den Tisch zu bringen…ich wusste einfach nicht wie…und wann…und überhaupt wer stellt sich schon gerne unangenehmen Themen.

Als unser Vater starb und ich es mit ihm nicht mehr klären konnte, hab ich beschlossen es auch in Richtung meiner Schwester endlich zu begraben,  um inneren Frieden für mich zu finden.  Fertig – Ende – abgeschlossen – verjährt – irrelevant für heute.

Wir hatten nach fast 9 Jahren Funkstille erst wieder durch den Tod unseres Vaters Kontakt…und das war am Anfang auch eher holperig und ich fand es auch nicht lustig ich war immer wieder innerlich wütend auf sie (von wegen irrelevant und so) ….erst jetzt wo ich hier oben im Norden wohne, ist de Kontakt intensiver geworden und hat sich inzwischen gut stabilisiert…

und gestern nun haben wir von 20 Uhr Abends bis ca. 4.30 Uhr morgens  geredet. Ich kann mich nicht wirklich an die Uhrzeit erinnern, aber mein Tracker sagt ich hab 3 Stunden geschlafen…also MUSS es so ca. 4.30  Uhr gewesen sein.

Wir haben 3 Flaschen guten Wein geleert, haben ein großes  Fladenbrot mit verschiedenen Käsecremes, Oliven, usw. vertilgt) 1 Packung Taschentücher verbraucht und haben die ca. 39 Jahre unseres Lebens, seitdem unsere Mutter abgehauen ist, aufgearbeitet… mit einem alkoholkranken und über-griffigen und  später frühpensionierten Vater, unsere Ungleichbehandlung durch ihn und beide Familienseiten, die Folgen für unsere Entwicklung, unsere gescheiterten Ehen, unser Verhältnis zueinander…früher , später und heute…

Es brauchte dazu den Alkohol…lach…auch wenn es uns in der Nacht dann nicht mehr ganz so gut ging….aber endlich war es möglich, das wir mal Ehrlich alles auf den Tisch gebracht haben…jeder aus seiner Sicht.

Komisch, kaum hab ich nach so vielen Jahren meinen Frieden damit geschlossen, ist das Gespräch möglich…wir haben uns immer wieder weinend in den Armen gelegen, aber wir haben auch gelacht, über einzelne Situationen damals und wir haben gemeinsam die Augen gerollt  bei „Weißt Du noch wie …..“

Nun ist wirklich endlich alles zwischen uns geklärt… Puh….endlich

 

 

 

Eltern – KEINE Besuche

Der letzte Besuch bei meinem Vater hat mich sehr aufgebracht und ich habe mich – entgegen meines Versprechens zu seinem Geburtstag zu kommen (Eltern – mir reichts jetzt)– tatsächlich entschieden meinen Vater NICHT an diesem Tag zu besuchen.

Dafür hab ich ihm bereits in der letzten Woche eine Geburtstagskarte und einen mehrseitigen Brief geschrieben.

Jawohl – ich hab ihm geschrieben, das ich nicht komme und warum ich nicht komme und das ich in der nächsten Zeit auch keinen weiteren Besuch plane. Ehrlicherweise hab ich das schmerzhafteste Thema jedoch nicht angesprochen, aber das ich seine Lügengeschichten eben nicht mehr ertrage usw.

Am Geburtstag meines Vaters hab ich eine Whatsapp-Nachricht von meiner Schwester bekommen, ob bei mir alles in Ordnung sei…..Ich hab ihr von dem Brief erzählt…Wahrscheinlich hat mein Vater sich bei ihr beschwert das ich ihn hängen lasse, das macht er ganz gern. Bei mir beschwert er sich über meine Schwester und umgekehrt.

Sie meint: es sei schon hart von mir – aber sie könne mich verstehen.

Nun gut! Wie immer war es eine meine „einsamen“ Entscheidungen….ICH habe für mich die Entscheidung getroffen und so bleibt es jetzt erst einmal, bis ich mich wieder anders entscheide.

Das muss ganz allein ICH vor MIR selbst rechtfertigen. Ja Eltern haben es verdient das wir uns um sie kümmern, wenn sie alt werden….sie haben sich ja auch um uns gekümmert, als wir klein waren. Aber das stimmt eben nicht immer so wie in den Bilderbuchfamilien.

Ich bin kein typischer Familienmensch…das ist vielleicht etwas, was ich von meiner Mutter geerbt habe….Sie hat sich in den letzten 36 Jahren nicht um uns gekümmert und um unseren Vater mussten wir uns schon in frühen Jahren kümmern.

Und unser Vater hat uns versorgt, das es uns körperlich an nichts fehlte….Er ging arbeiten, hat das Geld verdient um uns zu versorgen. Aber um Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung haben wir uns gekümmert. Meine Schwester hat gewaschen und gebügelt, ich hab die Küche sauber gemacht und das Treppenhaus geputzt. Wir haben uns um unsere Zimmer selber gekümmert und um die Hausaufgaben. Unser Vater hat sich um das Wohnzimmer und ums Kochen gekümmert.

Wir waren gut strukturiert und organisiert….aber seelisch war es nicht so dolle….es waren sorgenvolle Jahre….und immer die Angst unser Vater verliert ganz den Halt. Als Beamter hatte er zum Glück eine gesicherte Stelle….trotzdem war es teilweise nicht einfach für mich als Jüngste die Sorgen zu verdrängen, um mich auf die Schule zu konzentrieren….dazu kam dann noch das Fehlverhalten unseres Vaters …naja, es ist wie es ist.

 

Eltern – mir reichts jetzt

Also ich hab mal wieder so echt die „Schnauze voll“ als 49jährige Tochter eines egozentrischen  Vaters fremdbestimmt zu werden.

Ja,ja ich weiß, wir Kinder sollen dankbar sein, unsere Eltern ehren und respektieren und uns freuen das wir sie noch haben.

Also eigentlich sollte ich mich freuen und es kaum erwarten können, wenn ich also zu meinem Vater fahre….was zugegebenermaßen nicht sehr oft vorkommt. In diesem Jahr ist es sogar erst das 1. Mal das wir gefahren sind….Die ersten 3-4 Monaten gehen wegen meines Jobs nicht, danach bin ich die nächsten 2-Monate etwas schwermütig gewesen, dann erst fing ich  im Sommerurlaub an mich zu erholen und jetzt ist Ende August und wir waren da….

Nein, ich hab mich nicht gefreut meinen Vater zu besuchen, es ist ein Pflichtgefühl welches mich dahin treibt, kein eigenes Bedürfnis. Nein ich respektiere meinen Vater schon lange nicht mehr. Er ist ein Gewohnheitstrinker (also Alkoholiker)  und notorischer Lügner. Und dieses Mal hat er sogar meinen Schatz auf die Palme gebracht mit diesen so offensichtlichen falschen Geschichten.

Und dann hat mein Vater auch noch eine Erinnerung herauf beschworen, die ICH zumindest lieber vergessen möchte….und sich auch noch über die Urlaubserinnerung gefreut, die mich als Kind/Teenager in seelische Nöte gebracht hat. Na danke auch.

Ich meine es ist schon schlimm genug, wenn Eltern ihren Kindern Dinge zumuten , die Kindern nicht zugemutet werden sollten….wahrscheinlich kann er sich schon gar nicht mehr daran erinnern, es war genau die den Jahren nachdem meine Mutter abgehauen ist und er zum Trinker wurde….mein Vater hat da komplett den Boden unter den Füßen verloren….ich war damals fast auf mich gestellt….da mir weder mein Vater, noch meine ältere Schwester geholfen haben mit 13 damit fertig zu werden….es war eher anders herum, meine Schwester brauchte meinen Halt.

Eigentlich hatte ich ihm gesagt, das ich im nächsten Monat zu seinem 78. Geburtstag wieder kommen  wollte….aber das möchte ich jetzt nicht mehr….nicht nachdem er wieder so sentimental in Reiseerinnerungen schwelgt und mir dabei nur der Kamm schwillt.

Danke – ich möchte jetzt selber bestimmen,  wie ich meine Freizeit verbringe und möchte jetzt gerade nicht,  mehr als 500km an einem Tag fahren, nur um an unangenehme Zeiten erinnert zu werden. Ich weiß das nicht alles schlecht war in meiner Kindheit….aber manchmal überwiegen die schlechten Erinnerungen.

Wenn nur dieses blödes Verantwortungsbewusstsein nicht wäre…dann würde ich überhaupt nicht mehr hinfahren….

Lob ins Krankenhaus

Jetzt muss ich endlich auch mal loben. Also die Ärzte im Krankenhaus.

Ich musste zwar warten, weil die Termine Morgens um 7.30 Uhr scheinbar mehrfach vergeben wurden, aber die Wartezeit für mich war ziemlich normal.

Die Ärztin mit der ich es heute zu tun hatte, hat sich echt Zeit genommen…war ruhig, echt nett, hat alles erklärt und sich sehr akribisch durch die Ultraschall-Anzeigen meiner inneren Organe gewühlt. Ungeachtet der vielen Menschen im Warteraum, schien ICH für diesen Zeitraum in Ihrem Kosmos die Einzige zu sein. Ich bin sehr überrascht und auch beeindruckt.

Da zeigt es sich mal wieder, man muss nur die richtigen Ärzte finden…und das ist meistens gar nicht so einfach.

Und nun mal für´s Protokoll: Der Zustand meiner Nieren ist der, einer viel jüngeren Person…von wegen 47. Lach – Am Anfang hatte mein Freund mal die Befürchtung ich wäre Alkoholiker …nur weil ich gerne mal zum Essen oder auch nur so ein Glas Wein getrunken habe. Vor allem nachdem ich ihm gesagt habe, das mein Vater ein Gewohnheitstrinker ist. Und Gewohnheitstrinker sind eben abhängige Alkoholiker.

Mein Süßer hat seine Aussage zwar später revidiert – aber getroffen hat mich dieser „Verdacht“ schon.