Vom Stau zum herbstlichen Sturm (im Hochsommer)

Für meinen letzten Tag in Hessen hatte ich eigentlich noch einiges vorgehabt…aber daraus ist dann doch nichts geworden…und auf die eigentlich geplanten Zwischenstopps habe ich dann auch verzichtet. Im Radio wurde vor langen Staus in den Norden gewarnt und ich wusste ja auch, das am Abend mal wieder die A7 komplett gesperrt werden sollte….neee danke…dann fahre ich doch lieber direkt nach Hause.

Im Stau habe ich dann trotzdem noch mehrfach gestanden, bis ich dann endlich wieder zuhause war. Meinen einzigen echten Pausen-Stopp habe ich in Kassel gemacht. Einmal das Auto vollgetankt und im „Cafè del Sol“ zu Mittag gegessen und schon ging es weiter….von Stau zu Stau…aber irgendwie hat es mich nicht gestresst….war zwar nervig, aber eben nicht zu ändern und ich war dann auch froh, als ich gegen Abend endlich wieder zuhause war.

Gemacht habe ich dann die nächsten Tage nicht viel…ich brauchte ein paar Tage um mich von der Fahrt und der vielen Kommunikation zu erholen…ich war also stumm und komplett lustlos mit irgendjemandem in Kontakt zu treten. Gut, das ich noch eine ganze Woche Urlaub hatte.

Dieser Zustand hielt ein paar Tage an, ich blieb erst einmal einfach zuhause….und das war ja auch nicht so schwer, denn urplötzlich hatten wir hier in Quickborn Herbstwetter. Erst regnete fast ununterbrochen, war dabei aber schwülwarm. – sehr unangehem.

Dann wurde es mit dem einsetzenden Starkregen, Mitte der Woche, schlagartig kühl und stürmisch. Manchmal musste ich rausschauen um zu sehen ob das starke Rauschen vom Regen, dem Wind in den Bäumen oder von Beidem kam. Das war echt krass….die Bäume vor meinem Wohnzimmer-Fenstern bogen sich im Sturm, während es heftigst regnete. Wir haben hier eine Windschneise.

Als ich Mittwoch von einem Ausflug in den Volkspark Hamburg zurück gefahren bin, war auf der Landstraße alles über 35kmH ein hohes Risiko…das Wasser stand hoch auf den Straßen…zuhause bin ich sofort in den Keller gestürmt um nachzuschauen, ob der Regen sich wieder einen Weg in unsere Keller gebahnt hatte…zum Glück: nein.

In die Keller war kein Wasser eingedrungen, nur die Tiefgarage kann man aktuell nicht trockenen Fußes über die Einfahrt betreten oder verlassen. Dort staut sich das Wasser einige cm hoch und läuft nicht ab….mit dem Auto kann man noch durchfahren und auch in der Tiefgarage selbst ist es trocken. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite noch eine Treppe in die Tiefgarage.

Notfalls wäre es auch über die Kellerzugänge der Hauseingänge möglich, die Garage trockenen Fußes direkt zu betreten…aber das sind unzählige Türen und ständig einige Stufen rauf und einige Stufen wieder runter, gefühlt um 100 Ecken herum, kleine Nischen mit Türen, die in andere Gänge führen, immer wieder einige Stufen hoch und dann um das nächste Eck wieder runter… einige Türen führen nur zu Kellerabteilen, andere in die nächsten Gänge…manche Türen muss man mit dem Schlüssel öffnen, andere gehen so auf – das reinste Labyrinth hahaha….da habe ich mich am Anfang mehr als einmal verlaufen…die Türen sind nicht beschriftet und die Abzweig-Möglichkeiten vielfältig. Alle Häuser sind über die Keller miteinander verbunden. Seitdem gehe ich lieber ein paar Schritte im Regen vom Garagenaufgang zur Haustür, als mich durch das Kellerlabyrinth zu manövrieren. Das geht eindeutig schneller.

Seit 5 Tagen warte ich auch darauf, das meine Wäsche im Trocken-Keller auch mal trocken wird…aber die Luftfeuchtigkeit ist viel zu hoch….alles ist klamm….okay, habe sie mit in die Wohnung genommen.

Ich bin ein Freund von Kühle und auch Regen muss sein…aber so langsam könnte es, auch für meinen Geschmack, mal wieder ein paar Tage trocken bleiben und etwas Sonne wäre jetzt auch nicht verkehrt.

…und jetzt auch noch: unter Wasser

Tja was soll ich sagen, das Unwetter welches am Sonntagabend durch Quickborn zog, hat dann tatsächlich einen Teil unserer Keller überflutet – und wir hatten dabei sogar noch Glück…denn nicht weit von uns, lief sogar eine Tiefgarage bis fast unter die Decke voll und Menschen mussten gerettet werden.

In unserer Tiefgarage gab es zwar einen großen See und das Wasser floss auch lange nicht ab, aber die Autos waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Ich war seit dem Mittag in Flensburg, hab meine Schwester im Krankenhaus besucht. Auf dem Rückweg am späten Nachmittag hatte ich seit Neumünster auf der A7 ständig mit Starkregen zu tun…es ging also nur sehr langsam vorwärts, weil man einfach vor lauter Wasser nichts mehr sehen konnte…und mit kleinen Unterbrechungen blieb es auch bei den starken Regenfällen und mit dem Wasser auf der Straße.

Erst als in Zuhause ankam, bin noch durch den See der Tiefgarage auf meinen Parkplatz gefahren, hab ich begriffen, das es auch MEIN Kellerabteil getroffen hat…denn mein Kellerabteil gehört zu denen, die im etwas tiefergelegenen Teil der Wohnanlage liegen. Die 3 Häuser, die nebeneinander liegen und einen Häuserblock bilden, haben zwar getrennte Eingänge, aber sind über die Keller miteinander verbunden…und der linke Teil liegt eben tiefer, als die anderen….deshalb gibt es im Kellergang auch immer wieder einige Treppenstufen.

Sooo und mein Keller liegt nun im tiefsten Teil…ich hörte schon beim Aufschließen der Haustür, das im Keller einiges los war. Ich war mit weißen Shorts und Turnschuhen bekleidet und als ich an den ersten Treppenstufen ankam, stand da das Wasser ca. 20cm hoch.

Also Schuhe aus und bin dann barfuß erst einmal durch das Wasser zu meinen Nachbarn gewatet, die teils fassungslos in ihren Kellerabteilen standen. Wir haben uns kurz unterhalten….die hauseigenen Pumpen hatten inzwischen schon versagt und jetzt warteten alle auf die Feuerwehr (die kam aber erst weit nach 23 Uhr).

Also versuchten erst einmal alle Anwesenden ein paar Dinge zu retten, bevor das Wasser sie komplett zerstörte…ich bin nun auch in mein Kellerabteil.

Meine allererste Maßnahme: den Stecker der Verlängerungsschnur für meinen Gefrierschranks aus der Steckdose direkt neben der Tür ziehen. Die Steckverbindung zwischen Verlängerungsschnur und Gefrierschrankstecker schwebte bereits nur noch wenige cm über der Wasserlinie. Eigentlich sollte die sehr lange Schnur auf einem Teil der Plastikboxen, am Regal entlang, liegen. Aber einige der halbleeren/leeren Plastikboxen schwammen durch das Wasser und die Schnur war damit runter abgerutscht.

Der Motor des Gefrierschranks stand aber sowieso bereits unter Wasser, obwohl die beiden Geräte extra erhöht standen….aber das Wasser war eben doch höher. Aber die Gefahr war jetzt erst einmal gebannt.

Dann fing ich an, einige Kisten aus den „Fluten“ zu retten und am Boden liegende Teile in die verschiedenen Regale zu packen (die 3 großen Regale sieht man auf dem Foto nicht)….aber so richtig konnte ich hier ja noch nichts machen.

Hab dann erst einmal mit einem Besen meinen Nachbarn im etwas erhöhten Teil des Kellergangs geholfen, ihren nur leicht gefluteten Keller vom Waser zu befreien…indem wir das Wasser in den richtig überschwemmten Teil runter „fegten“…eine andere Lösung gab es nicht, da die vorhanden Abflüsse kein Wasser mehr aufnahmen.

Inzwischen hatte ein Nachbar tatsächlich eine private Wasserpumpe installiert und so schon mal etwas geholfen, das das Wasser nicht noch weiter anstieg…Die Feuerwehr kam dann erst spät am Abend, um mit leistungsfähigen Pumpen das Wasser abzupumpen. Meine Nachbarn haben mir dann erzählt, das es bis 2 Uhr nachts gedauert hat das meiste Wasser aus dem Keller zu pumpen.

Ich hatte mich nach Ankunft der Feuerwehr zurück gezogen und bin dann auch eingeschlafen…denn der Tag war für mich auch so schon anstrengend genug und helfen konnte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht wirklich.

Was ich da aber noch NICHT bewusst wahrgenommen hatte, war das die Seite, auf der auch MEIN Kellerabteil liegt, etwas abschüssiger ist, als der Kellermittelgang ..und sich damit in diesen Kellerabteilen das Wasser weiter sammelte.

Als ich am nächsten Morgen früh um 6.45 Uhr wieder in den Keller ging, stand in meinem Kellerabteil das Wasser immer noch mehrere cm hoch. Ohhh nein ….

SOOO hatte ich mir meine letzten Urlaubstage nicht vorgestellt