Von Pflastern, Verbänden und robusten Schwestern

Mein kleiner Unfall beschäftigt mich mehr, als ich gedacht hätte…ein Teil der Wunde ist etwas tiefer, als zuerst vermutet …und da es direkt unterhalb des Knies ist, wird bei jeder Bewegung auch die Wunde mit bewegt…keine ganz optimalen Voraussetzungen, damit sie sich schnell schließt.

Aber es geht voran….auch wenn ich überrascht bin, wie wenig Apotheken auf eine direkte Wundversorgung vorbereitet sind. Auf Anraten meiner Schwester wollte ich mir sogenannte Hydrokolloid-Pflaster besorgen…die auf eine „feuchte Wundheilung“ abzielen…das verhindert die Schorfbildung, soll zu schnellerer Gewebeerholung und weniger Narbenbildung führen….und verbindet sich NICHT mit der Wunde.

Aber jede Apotheke, die ich angefahren habe, sagte dasselbe: Haben wir nicht vorrätig – müssen wir bestellen….ja danke…also das hätte ich auch gekonnt. Also schimpf einer noch über den Online-Handel. Also habe ich eine andere Alternative für sofort gewählt (Wundsalbe, Wundauflagen sensitiv + leichtem Verband) und dann noch im Internet diese speziellen Pflaster bestellt, um für einen möglichen !! nächsten Unfall dieser Art dann vorgesorgt zu haben…bei mir weiß man ja nie.

Die vorsichtige Frage meiner Schwester doch mal einen Arzt draufschauen zu lassen, hab ich erst einmal abgelehnt…allein der Gedanke das es geklammert oder genäht werden müsste, lässt mich panisch werden…reicht schon, das ich ja in dieser Woche auch noch 2 Termine beim Zahnarzt habe…und solange ich die Wunde sauber und geschützt halte, so das sich nichts entzündet…das Bein dabei so ruhig wie möglich halte…sollte es auch so gehen. Ja das ist vielleicht unvernünftig…aber meine Schwester stimmt mir zu, das es auch so gehen kann …dauert aber etwas länger.

Krass ist , wie unterschiedlich wir auf solche Vorfälle reagieren….meine Schwester, als examinierte Krankenschwester und in der Altenpflege tätig…geht immer sofort und für ALLES zum Arzt…erträgt jede Nadel, jede OP, jede Therapie, lässt alles klaglos über sich ergehen … ist aber auch schon immer oft krank oder verletzt gewesen. Ich dagegen meide Ärzte so gut ich kann, gehe nur selten, habe Angst vor Spritzen, vor Schmerzen….mag keine Situationen in denen andere über mich bestimmen….war aber in meinem Leben auch nur selten richtig krank, war ganze 3x im Krankenhaus (Blinddarm und 2x wegen der Mandeln). Wir beide sind robust…aber auf sehr unterschiedliche Art….

Ich war also brav zuhause….also am Sonntag hab ich das Haus gar nicht verlassen und hab fast nur geschlafen…Montag hab ich nach Feierabend nur die Apotheken per Auto abgeklappert…Gut das es ein Homeoffice-Tag war, so konnte ich tagsüber die Vorzüge einer Schlafanzughose mit weiten Hosenbeinen ausnutzen…was eindeutig ein angenehmeres Tragegefühl war, als später die Jeans .

Nun gut…heute nun musste ich nach Hamburg zum Zahnarzt und danach ins Büro….Der Zahnarzt ist wirklich gut und es herrscht dort eine sehr freundliche lustige Atmosphäre….und jawohl ich hab eine Spritze bekommen und es wurde gebohrt um eine Füllung zu erneuern….hat alles gut geklappt und hat auch gar nicht weh getan….puhhhh ein Termin weniger….