Es gibt auch etwas zu Feiern

Letzte Woche Samstag war ich mal wieder in Flensburg bei Schwester+Schwager. Es gab etwas zu Feiern.

Die Beiden sind ja finanziell nicht so auf Rosen gebettet, sie ist aktuell immer noch krank geschrieben (und kann jetzt Anfang Dezember in Reha gehen) und er ist immer noch arbeitslos (wartet immer noch auf die Entscheidung der RV zur Umschulung).

In diesem Jahr ist der Vater meines Schwagers verstorben und entgegen aller Vermutungen, haben er und seine Geschwister doch noch etwas geerbt…jetzt keine Reichtümer…also kein Haus oder so etwas. Aufgeteilt auf alle Geschwister, hatte mein Schwager doch soviel bekommen, das sie damit einen ihrer schon sehr lange laufenden Rest-Bankkredite zu 2/3 abbezahlen konnten.

Das hatten sie mir freudig mitgeteilt, als ich gerade auf Dienstreise in DK war.

Und ich habe Ihnen sofort dann das Angebot gemacht, das letzte Drittel für den Kredit dazuzugeben…als Schenkung. Dann wären sie diese Schulden endlich los und hätten wieder monatlich ein Batzen mehr Geld zur Verfügung und ich würde dann, im nächsten Jahr, meine monatliche Unterstützung einstellen.

Da bei diesem Kredit eine vorzeitige Ablösung jederzeit möglich war, haben sie so auch noch die Zinsen für die nächsten Jahre gespart, das hieß die Ablösesumme sank so noch einmal ganz gut.

Die Freude über das Erbe und mein Angebot war riesig und dann dämmerte es den Beiden, das sie somit bald komplett schuldenfrei sein werden. Nach über 20 Jahren, die sie sich für ihre Eigentumswohnung geknechtet haben…immer wieder in finanziellen Nöten steckten, vor allem auch durch unbedachte Ausgaben in, für sie, wirtschaftlich schwierigen Zeiten… wird das Ganze damit bis Ende des Jahres erledigt sein.

So fuhr ich Mittags also wieder einmal die 140km gen Norden. Ich durfte mir im Vorfeld aussuchen, welcher Kuchen auf den Tisch kommt (Zwetschgenkuchen hmmm lecker) …..wir hatten einen lustig entspannten Nachmittag, bevor es gegen Abend in Richtung Restaurant ging….wir haben uns zu fuß auf den Weg gemacht, erst einmal eine große Runde laufen runter zur Förde und am Strand entlang bis zum Restaurant

In dem kleinen Restaurant waren wir bisher nur einmal, es gibt leckeres Essen zu vernünftigen Preisen.

Dafür war die Speisekarte erfreulich klein (meistens ein Zeichen dafür, das noch selber gekocht wird und nicht alles Convenience-Food ist) Ich hatte mich für Scholle Büsumer Art (mit Speck) entschieden….und es gab ein paar Venusmuscheln dazu.

Angestoßen hatten wir zuhause schon mit alkoholfreiem Sekt und im Restaurant noch einmal, jeder mit einem leckerem Cocktail…meiner war ein alkoholfreier „Martini Wildberry“…super lecker.

Wir haben uns lange im Restaurant aufgehalten und den Abend genossen, bevor wir uns später auf den Fußmarsch zurück machten…es war spät als ich mich auf den Rückweg nach Hause gemacht habe. zum Glück war in dieser Nacht ja die Zeitumstellung, so hatte ich eine extra-Stunde zum Schlafen.

Grillabend mit Flammen und Sekt

Der Gasgrill auf dem Balkon war dann doch etwas zu groß um gemütlich noch zu Dritt dort sitzen zu können…also saßen wir drinnen, während der Grill draußen vor sich hin…ähmmm brannte….trotz Aluschale hatte sich das Fett entzündet. Es lag zum Glück nicht so viel drauf und wurde ruhig und zügig vom schwesterlichen Grillmeister zum Erlöschen gebracht (Gas abgedreht und Grillschale runter genommen), bevor der darüber gespannte Sonnenschirm Schaden nehmen konnte…der war extra aufgespannt um den Grill vor dem Regen zu schützen.

Witzigerweise hatte ich als kleines Geschenk eine Brandschutz-Decke mitgebracht….schon seit einiger Zeit hab ich mir eine für die Küche zugelegt und gleich noch eine mehr mitgenommen. Denn wer hat heute noch eine Pferdedecke zuhause…meistens sind die Decken heute aus einem Polyester-Irgendwas-Gemisch oder wie bei mir aus reiner Baumwolle…alles nicht wirklich geeignet.

Dieser kleine Zwischenfall brachte unsere entspannte Runde aber nicht aus dem Konzept und auch das Grillergebnis war tadellos….bis auf eine kleine Ecke des Bauchfleischs das mehr Kohle, als Fleisch war. das kleine Stück wanderte dann auch in den Müll.

Es gab selbstgebackenes Zwiebelbrot (nicht von mir, sondern meiner Schwester) mit selbstgemachter Knoblauch-Kräuterbutter (von mir), vom Grill: Backkartoffeln, Maiskolben, ganze Zwiebeln, Würstchen, Hähnchenbrust-Filet, Grillrippe und Bauchfleisch (das gesamte Fleisch hatte meine Schwester selber gewürzt und mariniert und das schmeckte man einfach…LECKER)….ach ja und Grillkäse: Camembert, der war allerdings etwas fad und trocken.

Und als wir dann alle satt und zufrieden waren, gab es am Abend noch einen schönen Spaziergang direkt bis zum Strand an der Flensburger Förde ….Das Wetter war inzwischen wieder beim Sonnenschein angekommen und das bei absoluter Windstille…

Anschließend saßen wir noch bis weit nach 1 Uhr Nachts auf dem Balkon um mit einem Glas Sekt auf die erste wirklich große Gehaltserhöhung meiner Schwester anzustoßen. Da die Erhöhung sich um ca. 1/3 des Gehalts bewegte, reichte ein Glas natürlich nicht und so wurden es mehrere.

Der Chef hat nach dem Drama des letzten Jahres endlich begriffen, das er sich um seine Pflegekräfte kümmern muss, wenn er den Pflegdienst nicht wegen Personalmangels schließen möchte….und das bedeutet auch, das langjährige examinierte Mitarbeiter eben eine entsprechende Entlohnung benötigen und es so auch für die neueren Mitarbeiter ein Anreiz ist, längerfristig dort zu bleiben.

Sooo und als wir dann beschlossen ins Bett zu gehen, standen da tatsächlich 3 leere Sektflaschen…und ich wollte es kaum glauben, das die tatsächlich leer waren…Zum Glück blieb dieser Ausflug in die verschiedenen Sektsorten auch am nächsten Tag ohne Kopfschmerzen.