Sonntags Job

Was für ein schöner Sonntag….zumindest meiner Haut ist der ungeplant schläfrige Tag gestern gut bekommen, vor allem die Tablette hat seine geplante Wirkung erzielt und meine Haut ist heute fast beschwerdefrei und das heißt auch: ich bin wieder munter und voller Tatendrang.

Ich hab bereits 3 Stunden für die Firma gearbeitet. Das hatte ich eigentlich für gestern geplant…diese Stunden waren notwendig, da sich die Datenübernahme für die 11. und größte Gesellschaft, (die vorherigen 10 waren klein und übersichtlich) doch aufwändiger gestaltet, als gedacht und bis Ende nächster Woche muss ich unbedingt damit fertig werden. Freitag war ja durch das Team-Frühstück für viele Stunden eher quatschen, als arbeiten angesagt….und so macht es mir nichts aus, das jetzt am Wochenende nach zu holen.

Hier merke ich ganz stark den Unterschied zu der Firma für die ich das letzte 1/2 Jahr gearbeitet habe. Hier bin ich jetzt selber dafür verantwortlich, das alles reibungslos läuft, auch wenn es keine Chefs gibt die einen dabei kontrollieren oder gar „anleiten“ wollen.

Auch ohne Team-Verantwortung, übernehme ich auf natürliche Art einfach die Verantwortung für meine Arbeit…so kenne ich das eben auch von früher ..und mein Kollege übernimmt die Verantwortung für seinen Bereich und wir teilen uns die Arbeit so ein, das es eben passt….ohne das uns ständig dabei auf die Finger gesehen wird. Das ist im Endeffekt sogar produktiver…glaub ich zumindest.

Die Arbeit macht  Spaß und ist durch die gesellschaftlichen Verflechtungen spannend….aber na klar muss es eben auch so schnell wie möglich fertig werden, damit gegen Monatsende auch der Steuerberater die Daten dann von mir übernehmen kann….

In der kommenden Woche werde ich wahrscheinlich genügend  Zeit haben, um die ersten 4 Monate nachbuchen zu können…dazu muss ich aber erst einmal die Voraussetzungen schaffen und die Vorjahreswerte übernehmen:

Montag ist mein Kollege im Homeoffice, Dienstag sind wir Beide im Büro, Mittwoch bin ICH  im Homeoffice, Donnerstag ist Feiertag und Freitag arbeite ich alleine im Büro (der Kollege hat dann einen Tag Urlaub). Das könnte also gut klappen mit meinem Vorhaben  bis Ende nächster Woche fertig sein zu wollen.

Aber jetzt ist der Rest des Sonntags für mich…und ich fahre heute noch an den westlichsten Punkt der Ostsee = Flensburg. Der  Schwager hat Geburtstag.

 

 

 

Rechtzeitiger Umschwung – 2.Teil

Ja so langsam komme ich in eine Phase wo das Arbeiten schon  fast Spaß macht.

Bis – ja bis mich mal wieder so eine unlogische komplizierte Handlungs-Kette für einen eigentlich einfachen Sachverhalt umhaut…weil ich es nicht verstehe warum das so sein soll. Dann stehe ich erst einmal sprachlos da…und auch nach dem 3. Durchlauf der Erklärung erkenne ich den Sinn dahinter nicht. Letztlich weiß ich: aus Sox-Compliance-Gründen muss alles was in den Computer-Systemen ist:

  • ausgedruckt werden
  • derjenige der es gemacht hat muss es unterschreiben
  • der unterschriebene Beleg muss von einem anderen Kollegen geprüft und ebenfalls unterschrieben werden
  • und später wird dann noch einmal die Prüfung des 2. Kollegen überprüft, ob er richtig geprüft hat

Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und ich bekomme eine Liste aller Rechnungen aus einem externen Warenwirtschaftssystem AUSGEDRUCKT auf den Tisch und muss  tatsächlich HÄNDISCH mit einer ausgedruckten Liste aus dem Buchhaltungssystem prüfen ob die in beiden Systemen erfassten Rechnungen auch tatsächlich überein stimmen….da fehlen mir die Worte.

Aber das sind nur die kleinen Dinge die mich sprachlos machen.

In den letzten Tagen hab ich eine meiner direkten Kolleginnen gefragt ob ich ihr etwas abnehmen kann, da sie aktuell sehr unter Druck steht, aber sie hat nur sehr abweisend darauf reagiert. Heute nun hat sie mich gefragt ob ich Zeit für 1-2 Aufgaben hätte…ja, noch habe ich die Zeit dazu – also hab ich es mir kurz erklären lassen und es gemacht.

Und später hat mich die Chefin noch mit in ein kleineres Projekt einbezogen, welches eine junge Kollegin als Zusatzaufgabe bekommen hat…ich werde in dem Projekt  jetzt die Kollegin unterstützen, da ich diese organisatorische Thematik schon mehr als einmal in meinem Berufsleben umsetzen musste…das macht mir Spaß.

Die Frustration der letzte Woche ist überwunden…und kommt hoffentlich auch so schnell nicht zurück.

 

Es gibt sie überall

Überall, in jeder Firma, gibt es ganz spezielle Kollegen und überall gibt es das gleiche Tratschen, lästern, sich über den Chef ärgern… Kollegen die einen links liegen lassen oder neugierig versuchen einen  auszufragen.

Die gesamte Bandbreite der menschenlichen Egos  findet man auch in diesem Micro-Kosmos „Job“…..lach…und auch wenn der Personalvermittler meinte: jeder ist in dieser Firma glücklich und zufrieden-..so kann ich nach 3 Wochen sagen: nein- ganz und gar nicht.

  • da sind mindestens 3 Kolleginnen die so absolut unzufrieden sind…womit? Natürlich mit allem: Arbeit ist heute blöde / früher war alles besser / zuviel Arbeit / zuwenig Verantwortung / zu eintönig /ständig Veränderungen. Jede Aktion die nicht rund läuft, wird gleich auf sie persönlich bezogen…na klar: die Chefin hat eine Transaktion entzogen und das führte zu Problemen…jetzt wurde es zurück gedreht…und prompt war jemand der Meinung so eine blöde Chefin, das hätte sie doch wissen müssen…
  •  Dann sind da 2-3 Kolleginnen die ständig  über andere lästern…nicht nur über andere Kollegen, sondern überhaupt. Jede noch so alltägliche Situation wird seziert und über alles wird gehässig hergezogen.
  •  Dann sind da insgesamt 3-4  Kollegen die immer und ständig labern…und bei dem einen frage ich mich, wann schafft er es eigentlich noch dazwischen zu arbeiten…Er hat zu allem und jedem Thema etwas zu sagen und er wechselt die Themen so schnell, da schlackern mir die Ohren…also geistig fit scheint er zu sein…
  •  Dann sind da mehrere Kolleginnen die ständig mit einander flüstern, was bei einem 15köpfigen Team in vier ineinander-übergehenden (also halb-offenen) Räumen auch sehr unauffällig ist
  • Dann sind da die 2-4 Kollegen die nie Lust auf die Arbeit haben, immer müde sind und schon Morgens um 9 Uhr lautstark die Stunden bis zur Pause und bis zum  Feierabend zählen…
  •  Dann ist da die Kollegin die sich unterlegen fühlt und versucht es mit einer leicht überheblichen Art zu überspielen …und dann kommt wieder so ein merkwürdiger Seitenblick: hoffentlich merkt keiner das ich es nicht weiß
  • Dann sind da auch die Spaßmacher…die sich gegenseitig mit dem Blödsinn anstacheln und das auf Kosten der Anderen.

Und dann gibt es in dem ganzen Gewusel tatsächlich noch ein paar wenige Kollegen  die gerne ihre Arbeit machen, die Verantwortung übernehmen, die sich kümmern und die einfach nett und normal sind…mit denen man sich auch ganz normal unterhalten kann.

Wer genau mit gezählt hat wird feststellen das manche Kollegen mehrere der oben genannten Attribute auf sich vereinen…

Die meisten Kollegen gehen auch zusammen zum Frühstück und auch zum Mittagessen…und viele sitzen dann nur stumm vor ihren Handys…und die anderen unterhalten sich…ich kann den meisten Unterhaltungen nicht folgen, denn es sind oft keine ganzen Sätze, sondern oft nur Bruchstücke die sich auf vorherige Unterhaltungen beziehen, die ich nicht mit bekommen habe…lach…das ist nicht schlimm…allerdings ist es für mich nicht so der Hit den Unterhaltungen zu folgen. Aber ich beteilige mich an normalen Unterhaltungen, höre zu…mache Scherze, …erzähle auch von mir,  wenn mich  jemand fragt…frage auch die Kollegen…mit anderen Worten ich unterhalte mich ungezwungen.

Diese gemeinsamen Frühstück- und Mittagessen sind eigentlich nicht mein Fall…aber natürlich ist es gerade in der Anfangsphase nicht gut, sich gleich abzukapseln…also werde ich auf jeden Fall noch ein paar Wochen bei diesen gemeinsamen Essen mit machen… Allerdings würde ich auch gerne wieder mittags spazieren gehen….aber das muss eben bis zum Feierabend warten.

Wenn ich mich selber frage, wie ich mich fühle, muss ich sagen…ich fühle mich gut – denn ich hab echt Glück gehabt mit meinen beiden Schreibtisch-Kolleginnen…

Wenn ich tief in mich hinein lausche fühle ich mich wohl in der Firma, aber eben nicht freundschaftlich verbunden…dafür ist es definitiv viel zu früh… gerade bei mir dauert das sowieso sehr lange. Es überwiegt also eine Art  wohliges Gefühl des Alleine-Seins…aber eben NICHT im negativen Sinne…sondern positiv. Ich hab auch beim Arbeiten eine gewisse Ruhe …man lässt mir meine Ruhe…

Und wenn der Feierabend da ist, dann gehe ich ruhig und entspannt und freue mich auf meine freie Zeit…ich bin auch immer irgendwie beschäftigt….Langeweile hab ich noch keine gespürt.

 

 

 

 

meine Arbeit – mag ich /mag ich nicht

Und auch diese Woche ist vorbei….haha und langsam spüre ich Veränderungen die auf mich zukommen…

–        Ich spüre eine Tendenz der Chefs mich nicht mehr mit  neuen Themen zu betrauen … nicht um mich zu schützen oder um es mir leichter zu machen…sondern aus der Notwendigkeit heraus, das ich auch in den letzten knappen 2 Monaten meinen Job mache und meinen Nachfolger noch einarbeite. Irgendwie fürchtet meine Chefin ich könnte jetzt noch mal krank werden oder mich krankschreiben lassen um dem Druck zu entgehen.

Anders kann ich es mir nicht erklären, das mir mal so nebenbei mitgeteilt wird, das wir aus Energiesteuer-Gründen jetzt für eine der vier Gesellschaften  NOCH einen Jahresabschluss machen müssen für einen gewillkürten Zeitraum von 9 Monaten. Rückwirkend per 30.06.  Ich aber aus dem Abschluss „weitest gehend“ herausgehalten werden soll, wenn jetzt die Wirtschaftsprüfer kommen um den zu prüfen.  Naja…außer wenn es um ein paar Rechnungen geht…oder um evtl. Saldenbestätigungen. AHA !  Na da bin ich aber gespannt.

–        Immer öfter bekomme ich  von Andern zu hören…das braucht Dich ja nicht zu interessieren oder „Wenn ich Du wäre – würde ich mich jetzt nicht mehr anstrengen“.   AHA  – aber meine Arbeit muss ich ja trotzdem machen…also ganz so einfach funktioniert das dann doch nicht…

–        Aber natürlich denke ich bei manchen Themen inzwischen: Prima – ich brauche den nächsten Quartalsabschluss nicht mehr zu reporten ….und damit gibt es ein paar Aufgaben die ich so NIE wieder machen muss…und das freut mich.

Eigentlich mag ich alle meine Aufgaben, ob sie nun zu meinem Kerngebiet gehören oder nicht…ich mag auch die langweiligsten und blödesten Aufgaben….Es gibt aber genau EINE Aufgabe die ich ABSOLUT NICHT mag und ich habe auch nur wenige Male versucht diese Aufgabe/Datei tatsächlich zu verstehen, aber es konnte mir keiner wirklich erklären…NEIN – ich finde es absolut unlogisch und überhaupt nicht nachvollziehbar…aber jedes Quartal quäle ich mich durch diese Datei und „bastel“ so lange daran rum, das alle Quer-Checks aufgehen. Es ist das „Package“ das für IFRS Zwecke 3 verschiedene Bilanz-Arten in  2 Spalten gegenüberstellt und daraus Steuern errechnet, die wir dann doch nicht buchen sollen, weil am Ende wieder alles auf Null gestellt wird.

Hier rufe ich laut HURRA – per 30.06. hab ich es wieder so hin bekommen, das alle Checks auf OK stehen…. Und das war jetzt das letzte Mal.

–        Andererseits werde ich jetzt gepuscht um noch 2 der großen  noch nicht abgeschlossenen Projekte die uns die Konzernmutter aufgebürdet hat,  jetzt endgültig umzusetzen…. Nun für eines der Projekte hab ich in dieser Woche erst die letzten Anweisungen und Daten für das neue Programm erhalten und habe mich in den letzten Tagen mit den Anleitungen dazu und den Nachfolge-Auswertungen beschäftigt…Montag muss ich zum Rapport  um zu berichten ob alles noch in diesem  Monat live gehen kann (für interessierte Leser oder Kenner der Materie: IFRS16 Bilanzierung von Leasingverhältnissen). Der Programm-Hersteller der für uns eine Lösung programmiert hat,  ist bereits ½ Jahr im Rückstand  und  vorgestern hab ich erst meine Zugangsdaten erhalten…Die Vorarbeiten zum Ermitteln der Grunddaten sind jetzt fast 2 Jahre her und war bis gestern eher eine „Black-Box“.

Na aber immerhin hab ich kapiert was wir brauchen um das Programm zu füttern, wie wir das Programm jetzt benutzen sollen und wie wir das Ergebnis dann in SAP verbuchen müssen…Eigentlich solle es einen automatischen Upload geben…hahaha- das haben die aber nicht geschafft.

Aber ich bin zufrieden ins Wochenende gegangen….ich hab anhand einer meiner Gesellschaften das komplette Prozedere einmal durch gespielt und verstanden…und ich kann den Chefs mitteilen: die Umsetzung wird bis Ende Juli fertig sein…im nächsten Monat werde ich das dann gleich meinem Nachfolger vermitteln.

Für das letzte (oder auch das LETZTE) Projekt innerhalb des Konzernumbaus kommen nur bruchstückhaft die Anweisungen per Mail…aber immer noch fehlen die Daten dazu…Bis Ende September muss alles fertig sein…na da bin ich ja mal gespannt ob ich das noch mitbekomme….GRINS…

Aktueller Countdown:

Verbleibende reguläre Arbeitstage: 40 ./. 2 = 38 Tage

Eigenes Ego und die Suche nach einem Nachfolger

Die Suche nach meinem Nachfolger erweist sich dagegen als schwieriger als die Chefs sich das gedacht hatten….
Und irgendwie finde ich das auch beruhigend. Nach der Aussage meiner lieben Kollegin aus dem HR es wäre ja soo vieel einfacher einen Nachfolger für mich zu finden die hätten soo viele tolle Bewerbungen erhalten….war ich irritiert. Hmmm, meint sie das im Ernst das es leichter ist, mich zu ersetzen, als meine Mitarbeiter? Diese Aussage hat mich etwas gekränkt.
Nur leider stellt sich dann bei den Bewerbungsgesprächen heraus, das sind immer nur wirkliche „Team-Leiter“…d.h. die leiten nur, haben aber nur selten die Kenntnisse um wirklich aktiv die Arbeiten auch durchführen zu können.
Ich bin nicht bei der Auswahl und bei den Gesprächen dabei, aber ein Kollege informiert mich über die Einzelheiten und ist entsetzt über das fachliche Nicht-Wissen. Also um Personal zu führen und das Team zu leiten sind die Personen geeignet, aber sobald es um das tatsächliche Fachwissen geht, hapert es.
Ich hab inzwischen geraten, doch lieber keinen Teamleiter zu suchen, sondern eine Fachkraft mit (zusätzlicher) Teamleitungs-Funktion. Das beschreibt es auch viel besser was ich da mache. Es nutzt ja nichts, wenn jemand schreibt er leitet den z.B. den „Anlagen-Buchhalter“ hat aber noch nie selber in SAP Anlagen aktiviert…und wenn ein Kandidat dann noch nicht einmal die Grundregeln der Bewertung kennt, dann sieht es eng aus.
Irgendwie beruhigt es mich…. und schmeichelt mir auch (bin ja auch nur ein Mensch) wenn ich jetzt inzwischen aus verschiedenen Richtungen innerhalb des Konzern und vor allem auch von meiner noch Chefin höre, das ich ja so ein geballtes Fachwissen habe und es schwer ist/wird so Jemanden wieder zu finden, der das ebenso hat und dann auch noch in der Lage ist ein Team zu führen, bei dem sich alle Teammitglieder wirklich als Team begreifen.
Das mit meinem Team war nicht immer so …und hat auch ein paar Jahre viel (meiner) Zeit in Anspruch genommen, damit sich alle Teammitglieder untereinander verstehen, respektieren und auch gerne miteinander arbeiten. Unser letzter (männlicher) Zugang ist auch bereits nach 4 Monaten voll integriert und alle sind mit Spaß dabei.
So langsam wird es Zeit, das ein Nachfolger für mich gefunden wird, es sind nur noch knapp 3,5 Monate die ich zum Einarbeiten für meinen Nachfolger habe.
Das Gute ist, ich kann viele Dinge bereits unserem „Neuzugang“ zeigen und habe auch schon Teile meiner Arbeit übergeben, so wird es auch meinem Nachfolger leichter gemacht…Der/Die muss dann nicht mehr alles selber können….

zu früh gefreut

Gestern war ich rundum zufrieden. Mit mir selbst, dem Wetter, einem wichtigen Meeting und mit dem Stand meiner Arbeit…aber so in der hintersten Ecke meines Kopfes hämmerte ein kleiner Vogel: zu früh….zu früh…das ging zu einfach…zu früh…zu früh…

Trotzdem war gestern der Tag wo ich innerlich aufatmen konnte…JETZT ist es fast geschafft…noch ein paar Kleinigkeiten und dann ist der Stress vorbei…diesen kleinen Vogel in meinem Kopf hab ich Beiseite geschoben.

Und was soll ich sagen –genau so war es: Zu früh gefreut – wäre ja auch zu einfach gewesen.

Erst einmal lief es heute eh schon nicht gut….alles war irgendwie zäh: Ich war müde, meine Chefin genervt, der Computer langsam und der Wille zu Arbeiten hat sich versteckt…

Und so hat es mich heute echt auf dem falschen Fuß erwischt als klar wurde das es einen „subsequent event“ gibt, der meinen gerade fertigen Abschluss in Frage stellt und das unmittelbar, also wirklich nur ein paar  Minuten nachdem ich die gerade ALLES fertig hatte. Da möchte mich doch jemand veräppeln.

Ich war nicht mehr gewillt das heute noch näher zu diskutieren oder in irgendeiner Form darauf zu reagieren und hab beschlossen – ich mache heute mal regulär Feierabend. Dieser Kram da, ist Morgen auch noch da – nur ich bin dann hoffentlich wieder aus geschlafen , der Computer läuft schneller und meinen Willen zu Arbeiten hab ich dann wieder gefunden.

Stress, Zeitdruck – und KO

Bereits am 8. Januar hatte ich eine nervliche Krise, nach Wochen im Dauerstress hat eine Abteilungsleiterin versucht ihre Verantwortung auf mich abzuschieben, weil unsere Chefin es mal ganz lapidar uns überlassen hat….was eigentlich ihre Aufgabe war…

Diese Abteilungsleiterin hat meine Nervenkrise nicht verursacht – aber sie war der Auslöser:

Nachdem Sie mehrmals versucht hat mich mit einer Aufgabe zu betreuen die ich nicht machen kann die auch gar nicht in meine Verantwortung fällt  hab ich mich zurück in mein Büro verzogen – Tür zu um endlich- an dem für mich wichtigsten  „Hauptkampftag“ eines Jahresabschlusses um mich um die  Bilanz und Kostenseite des Abschlusses zu kümmern (meine Aufgaben) – kam sie doch tatsächlich hinterher…nachdem ich nicht ans Telefon ging…um noch einmal zu betonen das  ich mich um die Abstimmung der Umsätze kümmern soll…und da wurde ich laut: NEIN – NEIN – es ist mir egal in welche Listen sie  etwas einträgt und ich habe nicht einmal Zugriff auf das zusätzliche Programm- es ist nicht meine Aufgabe…und ich will es auch nicht….ich bin wie gesagt für die Aufwandsseite und die Bilanz zuständig….

Hab meine Jacke geschnappt und noch gesagt das ich nicht mehr kann und jetzt erst einmal einen Spaziergang machen werde bevor ich gänzlich platze…ich war laut um sie zu übertönen und so blieb es nicht aus, das sie mir im Flur weiter hinterher lief um mich dazu zu bewegen das ich „vernünftig“ werde und ich eben laut dagegen geredet habe…fast hysterisch.

Ich bin dann also raus und bin bestimmt 30-40 Minuten durch den Ort gelaufen. Hab versucht meine Nerven und meinen Blutdruck zu beruhigen…mein Herz  raste und schlug mir bis zum Hals und zwar so, dass es mir weh tat….ich war vollkommen ausser mir …ich kann wirklich viel Arbeit ab  – aber DAS jetzt hätte mich zusätzlich viele Stunden gekostet  um überhaupt zu verstehen wo und wie ich das abstimmen soll, und die brauchte ich doch schon dringend um überhaupt meinen eigene Arbeit zu erledigen…

Als ich zurück kam, ging bei mir gar nichts mehr….vor lauter dringender Arbeit wusste ich nicht mehr ein noch aus…saß einfach nur wie erstarrt vor meinem Computer und konnte NICHTS machen…NICHTS.

Also hab ich mich entschlossen die Reißleine zu ziehen und hab eine E-Mail geschrieben, an meine Chefin, unsere HR-Referentin und diese Abteilungsleiterin: das ich JETZT nach Hause gehe, da ich Herzrasen habe – mich nicht mehr konzentrieren kann und Ich versuche den kleinen und großen Aufgaben gerecht zu werden, aber mich dem  dem Druck  gerade nicht mehr gewachsen fühle. Und damit ich nicht länger ausfalle oder mein Herz nicht weiter schädige gehe ich um mich heute zu erholen.

Und dann bin ich einfach gegangen…obwohl am nächsten Tag der 1. Teil des Jahresabschluss abgegeben werden musste und ich eigentlich noch mindestens 8-10  Stunden zusätzliche Zeit benötigen würde um meine Daten zusammen zu gekommen…ich bin einfach gegangen und ich war mir nicht sicher ob ich es tatsächlich am nächsten Tagen wieder zur Arbeit schaffe.

Ja – am nächsten Tag war ich bereits wieder um 6 Uhr morgens im Büro und um 10 Uhr hab ich Daten geliefert….nicht in der Qualität wie gewohnt…ich hab schlichtweg einiges weg gelassen, einiges einfach ignoriert und eines sogar echt vergessen….aber was soll`s …mir war es zwar nicht wirklich egal….aber die Konsequenzen daraus sind mir sowas von egal…ich muss nicht unbedingt dort arbeiten….

Und die Qualität meiner Arbeit leidet bereits seit einigen Monaten aufgrund der Überlastung….bitter-auflach…da kommt es DARAUF nun auch nicht mehr an…

Inzwischen gebe ich Widerworte oder etwas patzige Bemerkungen…das ist nicht nett, ich weiß…auf der anderen Seite mag ich es auch nicht mehr klaglos hinnehmen: Gerade vor 2 Tagen meinte meine Chefin zum Abschluss per 31.08. : ja da hätte man noch sooo buchen können, und das noch  anders machen können…und meine Antwort: jaaa da hätte man mir auch etwas mehr Zeit geben können….dann wäre das auch möglich gewesen.

Nun gut – also am 9.1. haben wir vorläufige Zahlen gemeldet, am 10.1. kamen bereits die Wirtschaftsprüfer mit 5 Mann, obwohl wir noch keine  endgültigen Zahlen hatten,  am 15.01. mussten die endgültigen Zahlen stehen und am 18.12. das endgültige Reporting für den Konzern,  und gestern am 21.01. sollten die Wirtschaftsprüfer ihre Arbeit beenden…das war gestern…und genau gestern innerhalb einer Stunde am Morgen ging es mir schlecht: erhöhte Temperatur, Kopfschmerz, Watte im Kopf, Gelenk-und Muskelschmerzen… Bin am Vormittag zum Arzt und nun bis Ende der Woche krank geschrieben….

Und alles nur wegen Trump

Ich hätte niemals geglaubt, das ich mal sage der Amerikanische Präsident hat einen unmittelbaren Einfluss auf meine Arbeit….tztztz

Aber leider ist es so…durch das Verhalten von Trump ist es nun leider sehr wahrscheinlich geworden, das ich (in einem Deutschen Unternehmen in Deutschland) einen zusätzlichen Jahresabschluss machen muss….das wäre dann schon der 3. Jahresabschluss innerhalb von 7 Monaten…

Ich war bislang noch nie gut auf Trump zu sprechen, aber sein Verhalten im Haushaltsstreit und dem längsten Shutdown in der US-Geschichte schlägt dem Fass nun endgültig den Boden aus….und jetzt kommt`s:

Durch den anhaltenden Shutdown verzögert sich das gesamte Projekt mit den USA weil notwendige Genehmigungen NICHT rechtzeitig erteilt wurden….und so verzögert sich weiterhin die Umstrukturierung unseres Konzern. Zuerst haben die amerikanischen Kartellbehörden sich unendlich viel Zeit gelassen, so das der Finanzabschluss zum 31.08. schon vergeblich war…der Abschluss zum 31.12. ist auch noch nicht ganz überstanden und schon heißt es Ääääätsch….auch vergeblich.

Also ALLE Aktionen seit Juli 2018, mit 2x Jahresabschluss, mit einer Kaufpreis-Bewertung, einer Offenlegung stiller Reserven, mit Restriktionen in Cash-Ausgaben und mit hastigen Ausgaben für kleinere Investitionen um noch alles zu sichern, mit jede Menge Daten die wir zur Verfügung stellen mussten, Fragen beantworten, Meetings mit Wirtschaftsprüfern und das alles zusätzlich zur normalen Arbeit, war vergeblich und nun waren wir FAST am Ziel…Ende Januar war der nun anvisierte endgültige Termin…nun wurde WIEDER alles nach hinten verschoben…und wieder geht alles von vorne los.

Also vielen Dank in die USA…ich lebe nicht mehr, sondern arbeite permanent 12-14 Stunden am Tag…und habe das Gefühl in einer Parallel-Welt zu existieren…also normal ist das nicht und Spaß macht es schon lange keinen mehr.

Eine Ärztin in der Kardiologie hat mich dann auch gefragt: „MÜSSEN Sie da arbeiten?“ -ja gute Frage

Das Jahr 2018 ist echter Mist

Was ist das eigentlich für ein Jahr? Nach fast 7 Monaten im Jahr 2018 bin ich dafür, mich auszuklinken und erst im Jahr 2019 wieder hervorzukriechen.

Es ist nicht zu fassen….aber ich bin am Anschlag angekommen..

Anfang des Jahres das übliche Übel des  frühen Jahresabschlusses…kaum war das überstanden ist mein Vater gestorben und gleichzeitig auch noch mein Quasischwiegervater….Gleichzeitig sind im Job aus dem geplanten einem  Großprojekt, 3 Großprojekte geworden und  gleichzeitig musste dafür auch noch sehr schnell und kurzfristig eine neue Gesellschaft aus dem Boden gestampft werden…und das wo ich durch den Nachlass meines Vaters nur wenig Überstunden machen konnte…Die ganze Zeit schwang noch ein paar Monate eine Arbeitsplatzverlagerung  über uns…und als ich  Juni 2 Wochen Urlaub hatte, hat es gerade mal gereicht mich körperlich wieder etwas zu erholen.

Nur seelisch war ich überhaupt nicht erholt und kurz vor Ende unseres Urlaubs hab ich Zuhause gesessen und mich um meine Bewerbungsunterlagen gekümmert…ich hatte beschlossen: so geht es nicht weiter.

Am 1. Tag nach meinem Urlaub hat meine Chefin mich gefragt wie es mir geht und es brach alles aus mir heraus….wenn sich nichts ändert, dann bin ich bald weg….und auf einmal geht es …ich hab die Genehmigung eine weitere Vollzeitstelle zu schaffen und zu besetzen…bereits einen Tag später fingen wir an zu suchen. Dazu immer wieder neue  komplizierte  Verträge, Sachen die wir noch nie hatten,  Arbeitsabläufe werden zwischen den Gesellschaften verschoben….ganze Abteilungen müssen jetzt anders arbeiten, dann der fast zur Normalität gewordene Wahnsinn bei Reihen-und Dreiecksgeschäften mit dem Ausland  die richtigen steuerlichen Konsequenzen aufzuzeigen.

Dann kam die Nachricht – HURRA die Arbeitsplatzverlagerung ist Geschichte….aber noch sind wir nicht ganz raus….und  in letzten Woche ist klar geworden, der Konzern wird umstrukturiert….wir bleiben erhalten – ABER wir werden in einen neuen Konzernteil verschoben…mit jede Menger Konsequenzen…wir müssen  vieles in den Strukturen ändern…und dazu auch noch einen vorgezogen Jahresabschluss per 31.08. machen…die Nachricht bekam ich von meiner Chefin persönlich…so zwischen 2 Bewerbungsgesprächen die ich gerade mit potentiellen neuen Kollegen führe.

Ach ja und im August muss ich 3 Wochen Urlaubsvertretung für eine Kollegin machen, immerhin ist Sommer …da bleibt schon keine Zeit um überhaupt meine normale Arbeit zu bewältigen…

Ich drehe bald durch….Es ist Sommer – und das Leben geht fast an mir vorbei

Arbeit und die Folgen

Und kaum KÖNNTE ich mal wieder durchatmen, mal wieder normale Stunden am Tag arbeiten, um alles für das Jahr 2018 vorzubereiten (Der Januar ist ja schon fast vorbei und bisher hab ich ausschließlich für den Jahresabschluss 2017 gearbeitet) – da macht mir die Grippewelle einen Strich durch die Rechnung…und nicht nur die.

Montagmorgen – Mein Viererteam:

1 in Urlaub / 1 krank / 1 Kind krank / ICH bin da…..und so bleibt es bis Mittwoch

1 Kollegin wollte noch länger Urlaub – musste ich leider ablehnen / 1 krank / 1 krank mit Kind / ICH bin da….und so bleibt es noch den Rest der Woche…

Dumm nur das ich ja eigentlich Donnerstag und Freitag frei machen wollte, um mich endlich mal wieder zu erholen.

Ich bin wütend – nicht auf die kranken Kolleginnen – sondern auf die Tatsache dass ich einfach keine normalen Arbeitszeiten in diesem Laden hin bekomme. IMMER ist irgendetwas. Und so wird es auch in den nächsten Jahren bleiben.

Inzwischen ist klar das in diesem Jahr noch 2 Großprojekte starten werden – und wir dazu voraussichtlich noch eine weitere Tochtergesellschaften gründen….na super – ich schaffe das jetzt schon nicht mehr mit 3 Gesellschaften – wie immer wird davon gesprochen :

1. Es wird alles gaaanz klein und simpel gehalten / das wird nicht viel Arbeit sein

2. Es wird schon für Abhilfe gesorgt werden

Na toll – noch eine Teilzeitkraft mehr – immer nur ½ Sachen und keine wirkliche Entlastung…denn das würde ja echt teuer werden – gute Leute kosten eben Geld.

Ich wollte bewusst in dieser Firma NICHT in eine Führungsposition….bin aber letztendlich trotzdem dort gelandet– weil es sich organisatorisch sonst sehr schwer gestaltet hätte…und nun hab ich das Dilemma…inzwischen sind es 3 Mitarbeiter….und das sind schon mehr als ich wollte. Wir wachsen und mein zeitlicher Einsatz ist wieder auf einem Level den ich nie wieder erreichen wollte….okay okay es macht ja auch Spaß und ich verdiene gutes Geld….und ICH hab eben ja gesagt….also ist es mein selbst gewähltes Schicksal….

Und hier wieder raus zu kommen, müsste ich wieder einmal mein Leben radikal auf den Kopf stellen. Ich müsste kündigen – mir einen Job als Alleinbuchhalter suchen oder eben einen Job ganz ohne Verantwortung…und damit auch mit wesentlich weniger Geld ….. aber Ich ziehe Verantwortung an – weil es in meiner Natur liegt mich verantwortlich zu fühlen….und würde woanders eben auch Verantwortung übernehmen – auch wenn ich das dann nicht vergütet bekäme….

Also mein Dilemma heißt: Akzeptiere ich endlich die ständige Verantwortung die ich in meinem Job quasi natürlich übernehme – immer mit der Gefahr das es mehr und mehr wird und ich immer weiter hineingezogen werde …. Oder steige ich komplett aus diesem Hamsterrad aus?

Wahrscheinlich würde ich jetzt mit fast 50 tatsächlich noch einmal das Hamsterrad anhalten und aussteigen …. WENN ….. wenn ich noch alleine wäre…bin ich aber nicht….ich trage ja auch Verantwortung in und für meine Beziehung…und mein Job ist eben ein sicherer Hafen.

Meine Chefin ist auch überlastet und krank und hat kleine Kinder und wohnt auch noch gut 100km entfernt vom Büro – pendelt also mehrmals die Woche – und ist auf der Karriereleiter ziemlich weit oben…..und damit immer im Fokus der männlichen Führungsriege….immer im Kampfmodus……aber sie ist 36 Jahre und sie hat sich dieses Leben ausgesucht…. ihre Mitarbeiter bekommen ihre Unzufriedenheit sehr oft zu spüren…das macht es mir auch nicht gerade leichter.

Mein einziger aktueller Vorteil ist eine erstaunliche Gelassenheit …lach….na sagen wir mal es ist eher ein innerer Schutz nicht durchzudrehen das ich denke: mehr geht eben nicht – und jetzt eines nach dem Anderen – ich versuche mich gerade nicht aufzuregen und auch nicht hektisch zu werden….und es gelingt mir….dann bleibt die Arbeit eben liegen…ach ja …und ich hab mir trotzdem Freitag und Montag frei genommen…dann bleiben die Plätze eben unbesetzt…auch wenn ich davon ausgehen muss, das am Montag der Krankenstand immer noch genauso hoch ist, wie heute…dann ist das eben so…ist nicht zu ändern.

Nach 9 Stunden Arbeit ist aktuell auch Schluss bei mir…der Rest muss eben warten. Ich arbeite nach dem Ordnungs-Prinzip: „Vom Dringenstens zum Wichtigsten“. Es nutzt ja keinem etwas, wenn ich jetzt hektisch werde oder gar Durchdrehe…also nehme ich mir meine Auszeit und dann schaue ich mal weiter….