Doch arbeiten…

Sooo heute muss ich dann doch wieder arbeiten, Urlaub/Krankschreibung ist vorbei ….na gut – ist ja nur noch 1 Woche, dann ist diese Firma Geschichte für mich. Und ich werde dieser Firma definitiv NICHT nachtrauern.

Dann werde ich also heute zum 1. Mal in meinem Berufsleben in den Schichtdienst gehen…schon merkwürdig erst Mittags zur Arbeit fahren zu müssen. Ich bin von Natur aus Frühaufsteher und fange i.d.R. schon zwischen 6.30 und 7.30 Uhr an zu arbeiten.

Durch das Coronavirus hat die Firma uns allerdings in 2 Schichten eingeteilt….und nicht nur das: Ich muss jetzt auch in einem anderen Stockwerk arbeiten, mit anderen Kollegen….lach, damit sich die 1. und 2. Schicht nicht begegnen, nicht die gleichen Tische, Küche und Toiletten benutzen. So braucht die Firma, wenn in einer Schicht einen Corona-Fall gibt, nur die Schicht nach Hause schicken und die andere Hälfte kann weiter arbeiten. Hmmm – zugegebenermaßen eigentlich ganz gut gedacht.Natürlich gibt es nur wenige Befindlichkeiten, die bei der Auswahl, wer in welche Schicht kommt, berücksichtigt werden…und so ist es nicht verwunderlich das ich da gelandet bin…wo ich aktuell bin…in der 2. Schicht.

Wenn also heute nichts aussergewöhnliches mehr passiert, hab ich jedoch die Möglichkeit mit meinem Laptop ins Homeoffice zu wechseln…ob das klappt erfahre ich erst heute Mittag…denn dafür muss die IT mir erst einmal einen externen Zugang ermöglichen….und da die IT auch nach dem neuen Schichtprinzip arbeitet, weiß ich nicht, wie schnell das jetzt funktioniert.

Letztlich bleiben dann nur noch 3,5 Tage im Homeoffice und dann gebe ich am Freitag ja den Laptop und sonstiges Arbeitsmaterial zurück, d.h. dann muss ich sowieso wieder ins Büro fahren…. Ab nächste Woche hab ich dann bis Ende März noch ein paar Urlaubstage.

Arbeiten für Umsonst und gute Worte

Da sitze ich nun hier und überlege was ich eigentlich schreiben möchte….zu schreiben gäbe es eigentlich genügend…aber über einige Themen möchte ich mir einfach keine Gedanken machen…

…ich bin heute früh am Nachmittag in den Feierabend gegangen….trotz meiner 130 Überstunden der letzten Monate (nicht mit gerechnet die mehreren Hundert die ich im Laufe der letzten Jahre gemacht habe und nie auch nur ansatzweise abfeiern konnte) hatte ich mal wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich früh gegangen bin.

Warum eigentlich?

Vertrauensarbeitszeit ist selten zum Vorteil der Arbeitnehmer, auch wenn es erst einmal gut klingt zu sagen: es gibt keine Zeiterfassung. Und obwohl ich genügend Arbeit habe, gehe ich heute früher als die Anderen, denn die Zeit kann ich mir ja selber einteilen, wann ich das erledige, Hauptsache die ist fertig, wenn sie fertig sein muss.

Schon muss ich mich wieder rechtfertigen warum ich neue Projekte ablehne oder nicht noch andere Aufgaben übernehme….ich muss ja Zeit haben, sonst würde ich nicht früher gehen. Das ich aber i.d.R.  täglich mehr Stunden arbeite, als ich eigentlich muss und dazu noch zusätzliche Überstunden während der Abschlüsse mache, das sieht kaum einer….

Das ist doch ein blödes Gefühl sich immer schuldig zu fühlen….so ganz ohne Grund…na klar kann ich mir alles selber einteilen, aber die Blicke und so manche Äußerung der Kollegen zeigen ein anderes Bild…Und es macht ja überhaupt keinen Sinn ständig bei den Kollegen zu sagen: ich habe genügend Überstunden…lach….

Und dann meine eigenen Gedanken: also eigentlich könntest Du Dich jetzt damit und damit und damit beschäftigen…aber das reicht auch bis Ende der Woche,  Ende nächster Woche oder Ende des Monats…also nichts ist dringend…..aber alles ist wichtig.

Meine Chefin hat erst letzte Woche gefragt ob ich noch ein Projekt zusätzlich in diesem Jahr übernehmen kann…. NEIN – kann ich nicht….und dann der kritische Blick wenn ich sage ich gehe früher…. Lach….da wäre mir eine überprüfbare Zeiterfassung, die jederzeit von den Chefs eingesehen werden kann, fast lieber….denn dann würden Überstunden auch mal  sichtbar und vor allem auch ausbezahlt werden können…so arbeite ich quasi für „umsonst und gute Worte“.