Auf Sicht fahren

Die Tage vom 30.Dezember bis Jetzt zum Ende der 1.Woche im Neuen Jahr, waren für mich zum Glück von Außen ziemlich ruhig…so das ich an allen Tagen (das meine ich übrigens wörtlich) ganz in Ruhe arbeiten konnte.

Ich arbeite aktuell vor allem daran, nicht in Hektik und Stress zu geraten…und es gelingt mir alles Wegzudrücken und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren…d.h. ich arbeite an den Abschlüssen für das 4.Quartal bzw. an den Jahresabschlüssen und habe schon einige fertig melden können.

Die erste große Deadline für die Abschüsse ist der 08.01. und bis Morgen sollte ich es endlich geschafft haben, meinen Rückstand in der Vorbereitung, aufgeholt zu haben, um dann mit den Umsatzschätzungen für Dezember und den daraus resultierenden Aufwandsrückstellungen auch die nächsten Gesellschaften fertig zu bekommen, das ich diese Firmen den 2. Controllern in DK übergeben kann.

Das Wegdrücken und Ignorieren von allen weiteren Problemen und Sorgen wegen der System-Umstellung und der fehlenden Vorbereitungszeit, gelingt mir gerade ziemlich gut. Das heißt ich fühle mich nicht gestresst oder gehetzt…aber es gibt dabei einen Haken: Das Ausblenden kostet mich eine Menge Kraft…was mir so gar nicht bewusst war.

Das führt dazu, das ich Abends früh müde werde, oft bereits um 20 Uhr auf der Couch einschlaf. Wenn ich dann wieder wach werde, tapse ich nur noch ins Bett – egal wie spät es ist …aber immerhin schlafe ich dann doch meistens durch. Wenn ich doch mal nachts wach werde, schaffe ich es schnell wieder einzuschlafen und komme nicht mehr ins Grübeln.

Ich arbeite ruhig und höchstmöglich gelassen eine Gesellschaft nach der anderen ab….versuche jede Art von Störung zu vermeiden…und vor allem vermeide ich das Vorausdenken.

Und verzichte damit auf eine meiner wichtigsten positiven Eigenschaften: Vorausdenken und Vorplanen. Das ist eine Eigenschaft, die mir sonst immer hilft alles im Blick zu behalten und mich vor unliebsamen Überraschungen zu wappnen….eigentlich hilft sie mir auch. mich vor plötzlich auftretendem Stress zu schützen (weil ich eben dadurch nichts vergesse, was dringend oder extrem wichtig ist).

Aber in der jetzigen Phase von kurzfristigen Deadlines für Jahresabschlüsse, Tagesarbeit und kompletter Systemumstellung, würde mich jede Form von Vorausplanung nur unnötig stressen. Weil alles was nach dem 13.01. passiert, für uns komplett ungewiss ist.

Der 13.01. ist der Tag, wo unser vorgelagertes Rechnungsprogramm vom alten Buchhaltungssystem abgekoppelt und an das neue System angeschlossen wird. Und einen Tag später kommen dann bereits die Kollegen aus DK, um uns bei der Umsetzung auf das Neue System zu unterstützen.

Dabei sind immer noch nicht alle Prozesse im neuen System abbildbar und wir fühlen uns alle 3 nicht fähig mit dem neuen System zu arbeiten. Gleichzeitig wird ja auch unser Daten-Managementsystem am 09.01. migriert und wir bekommen nicht einmal eine Online-Schulung, sondern sollen uns das selber mittels hauseigener Tutorials selber beibringen….hahahaha WANN soll ich das denn bitte auch noch machen.

Aus dem Grund habe ich ja beschlossen, ich lasse mich nicht mehr davon beherrschen…sondern ich arbeite „auf Sicht“. Eines nach dem Anderen…und konzentriere mich immer nur noch auf das, was gerade nötig ist, um die nächste Firma fertig zu bekommen.

Alles andere muss warten…und wenn ich nicht fertig werde, dann ist das eben so. Auch wenn es mir schwer fällt…