Nachbarn und Befindlichkeiten – Meinungsfreiheit

Mit dem Nachbars-Ehepaar aus dem 1.Teil hatte ich mich vor ein paar Wochen auch über die Abholzung vor unseren Balkonen unterhalten. Wir wohnen im gleichen Hauseingang, auf der gleichen Ebene….aber während ich all der Idylle, Ruhe und Abgeschiedenheit nachtrauere, freut sich die Nachbarin darüber.

Denn jetzt endlich wäre es in deren Wohnung nicht mehr so dunkel….endlich würde die Sonne früher in die Wohnung kommen und es wäre wärmer. Und sie hätte nicht gedacht, das Jemand das anders sehen könnte. Nun war es an mir erstaunt zu sein.

Natürlich habe unsere beiden Meinungen ihre Daseinsberechtigung….Jeder hat andere Bedürfnisse. Während ich schon seitdem ich hier wohne versuche zu verhindern, das zu viel Sonne (und damit Wärme) in die Wohnung kommt, wollten die Beiden gerne viel mehr Sonne. Die fehlende Idylle, das mehr an Lautstärke und Wind sind für die Beiden nicht so wichtig…sie wollen es hell und sonnig.

Ich bin aber skeptisch ob den Beiden wirklich bewusst ist, wie heiß es ohne die schützenden Bäume im Sommer tatsächlich werden wird…ich merke es jetzt schon…vor ein paar Tagen hatte ich schon in der Sonne 31 Grad auf dem Balkon….und im Wohnzimmer waren es damit schon 23 Grad…Seitdem ziehe ich bereits ab Mittags meine Thermovorhänge auf der gesamten 6m-Fensterfront zu und wenn ich ins Büro fahre, bleiben die Vorhänge den ganzen Tag geschlossen.

In Ländern in denen es traditional viel heißer ist, als bei uns, werden Häuser nicht mit so großen Fensterflächen gebaut…die Wände sind dicker, die Fenster kleiner, stattdessen gibt es öfter mal geschlossene Innenhöfe.

Wann haben wir eigentlich angefangen lichtdurchflutete Wohnungen und Häuser als Ideal zu betrachten. Im Internet steht, das es erst im 20.Jahrhundert begonnen hat. Sollten wir aber nicht langsam wieder umdenken….in Zeiten in denen es an vielen Orten im Winter oft viel kälter wird und die Sommer bei uns auch immer heißer werden, sollten wir da nicht eher darauf achten, das die hohen Temperaturen unseren Organismus nicht zu sehr belasten ?

Okay es ist nicht jeder so empfindlich wie ich, was Wärme angeht…aber während Städte darüber nachdenken, mehr Bäume auf großen Plätzen zu pflanzen, um die Bürger besser vor der Hitze zu schützen, wurden bei uns viele schützende Bäume einfach abgeholzt….jaaa ich weiß: es ist für den S-Bahn-Ausbau…aber trotzdem bezweifele ich die rein technische Notwendigkeit dabei so radikal vorzugehen.

Was ich aber aus der Unterhaltung mit den Nachbarn gelernt habe: es gibt immer mehr als eine Meinung…und jede hat ihre Berechtigung…egal ob mir die Meinung des anderen gefällt – oder nicht.

Der Balkon – jetzt ohne Schutz

Heute sitze ich zum ersten Mal, seit dem Kahlschlag vor meinem Wohnzimmerfenster, tatsächlich wieder auf meinem Balkon.

Noch habe ich mich fast gar nicht um die überwinterten Pflanzen gekümmert….ein paar haben den langen kalten Winter scheinbar nicht überlebt…doch den Meisten geht es schon wieder gut…und bei ein paar Anderen sehe ich, das sich, neben den abgestorbenen Teilen, ein paar neue feine Spitzen aus der Erde recken. Ohh wie schön…da freue ich mich.

Da es bei uns letzte Nacht noch frostig war und auch in den nächsten Tagen evtl. noch Bodenfrost geben soll, warte ich mit den weiteren Arbeiten auch noch etwas. Außerdem wird in der kommenden Woche auch noch unsere Wohneinheit für ein paar Wochen eingerüstet um Löcher im Dach und in der Regenrinne zu reparieren…da werde ich meine Pflanzkästen sowieso abnehmen müssen. Meiner Hausrats-Versicherung muss ich auch noch Bescheid geben…damit ich abgesichert bin, falls während dieser Zeit eingebrochen wird.

Also sitze ich jetzt erst einmal hier, habe mein Sonnendach aufgespannt, eine Jacke an und dazu eine Tasse heißen Tee neben mir. So hinter dem Sonnendach abgeschirmt, ist es immer noch schön…

Trotzdem: es ist sonnig, aber immer noch kalt und windig und Beides merke ich neuerdings sehr stark hier in meiner eigentlich geschützten Ecke. Gestern schien die Sonne ungebremst auf den Balkon und in der Sonne waren es schon (laut Thermometer) 31 Grad….hurra 😪das kann ja im Sommer so richtig „heiter“ werden….seufz.

Der Wind ist seit dem Kahlschlag permanent auf meinem Balkon und wirbelt die ganze Zeit meinen 3-geteilten Fliegen-/Insekten-Vorhang hin und her. das hatte ich bisher nur bei sehr starkem Sturm. Ja ich akzeptiere, das es so ist…aber ich kann mich immer noch nicht mit den Auswirkungen anfreunden…das geht nur ganz langsam.

Händischer Typ

Den 1. Mai habe ich dann in aller Gemütsruhe verbracht….es war ja warm – also mir viel zu warm mit über 25 Grad…und so habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr meinen Sonnenschirm aufgespannt.

Zum Glück hatte ich schon einen Tag zuvor, am Nachmittag, den Balkon angefangen sauber zu machen. Auf den Knien rutschend mit dem Staubsauger in der Hand, habe ich allen Dreck aus den Zwischenräumen der Holzfliesen aufgesaugt – vor allem die schmalen Blätter meiner beiden Bambus Pflanzen -aber auch all den anderen Dreck der sich über den Winter angesammelt hat und die Überreste von herunter gefallenem Vogelfutter.

Nach der Staubsauger-Runde folgte dann noch die 2. Runde mit dem nassen Lappen über die Fliesen wischend….ebenfalls auf den Knien rutschend. Anschließend noch das Abwischen der Balkonbrüstung. Damit war der 1. der Aktion erledigt.

Übrigens ich habe schon manch andere Methode versucht, aber ich komme immer wieder auf die ganz altmodische Art zurück. Die besten Ergebnisse erziele ich tatsächlich, wenn ich mich auf die Kniee begebe und es von Hand sauber mache. Ein Kniekissen hilft mir dabei sehr gut.

Allen technischen Errungenschaften zum Trotz, ich bin und war schon immer der händische Typ. Ich mache gerne etwas direkt mit den Händen, pur und direkt. Ich schäle gerne mein Gemüse von Hand, ich liebe es Teig selber zu kneten, beim Pflanzen und säubern von Beeten/Pflanzgefässen wühle ich gerne in der Erde und ich putze (wenn ich denn putzen muss) immer noch von Hand. Handschuhe kommen bei solchen Aktionen fast nie zum Einsatz.

Am 1. Mai dann hab ich mich mit den einzelnen Pflanzgefäßen beschäftigt, habe die Pflanzen begutachtet, Frostschäden entfernt, ein paar Pflanzen ausgedünnt, gekürzt, umgetopft und neu angeordnet…das macht ja nicht viel Lärm – war also eine gute Idee für den Feiertag.

Später hab ich mich dann auch auf den Balkon gesetzt und es genossen, das es wieder sauber ist. Wenn die kommenden kalten Tage (Eisheiligen) dann auch vorbei sein werden, dann kommt der letzte Teil: ein paar neue Pflanzen.

Ich brauche nicht mehr Viele, die meisten habe ich jetzt schon ein paar Jahre und sie gedeihen prächtig. Die Strategie auf viele Grüne und mehrjährige Pflanzen und wenig bunte Hingucker zu setzten, anstatt auf viele bunte (oft kurzfristige) Sommerblumen macht sich jetzt bezahlt.

So hat auch meine Clematis bereits jetzt schon 15 Blütenknospen und das ganz ohne das ich irgendetwas gemacht habe. Ich habe sie nicht einmal im Herbst geschnitten…aber scheinbar fühlt sie sich doch wohl bei mir.

Um die Knospen richtig erkenne zu können, muss man das Bild ran-zoomen 🙃 ich freue mich so richtig dolle über die Clematis.

Herbst auf dem Balkon

Während der letzten Wochen hab ich meinen Balkon vernachlässigt…und so sah er dann auch aus.

Einerseits war ich einfach zu sehr mit Arbeiten beschäftigt…und dann kamen Regen, Sturm und sehr abrupt dann auch noch die Kälte. Da hab ich draußen nichts machen wollen und sitzen schon mal gar nicht. Heute ist endlich mal wieder so ein richtig perfekter Tag dafür.

Die Sonne strahlt, es sind ca. 15-16 Grad und nachdem ich einen Teil des 3.10. zum Arbeiten verwendet habe, gönne ich mir nun ein komplett freies Wochenende. Den Vormittag habe ich erst einmal damit verbracht meine Wohnung aufzuräumen…und seit dem Mittag bin ich am werkeln.

Und nun, ein paar Stunden später, sitze ich auf meinem frisch gesäuberten Balkon und muss mich sogar etwas vor der Sonne schützen…gleichzeitig hab ich einen Zwetschgen-Crumble im Backofen…der riecht schon richtig gut und ich freue mich gleich auf diesen Nachtisch.

Alles was in den Keller gehört, hab ich vom Balkon wieder in den Keller gebracht…den gut gefüllten Sack mit den Pflanzenabfällen hab ich zu den Mülltonnen geschleppt…alles ist gefegt, gesaugt und gewischt…Es sieht wieder aufgeräumt und sauber aus und ich fühle mich wohl und entspannt…nun kann ich mir überlegen, ob ich noch ein paar Herbstpflanzen aufstellen möchte und bald muss ich den Oleander und das Olivenbäumen schon für die Überwinterung vorbereiten….Vor 2 Nächten hatten wir nur noch 3 Grad hier.

Nach all den anstrengenden Tagen und mit der Deadline für die Abschlüsse im Nacken, ist das nun genau die Art von Entspannung, die ich benötige. Die Vögel kommen immer zahlreich in mein Futterhäuschen…gerade hat mich ein Rotkehlchen lange Zeit beäugt und sich am Rande des Balkons aufgehalten, bevor es für einen Happen ins Häuschen geflogen ist.

Um mich für die heutige dreck-versprechende Arbeit passend zu kleiden (ich liebe es mit den Händen in der Erde zu wühlen), habe ich mir heute Morgen einfach ein paar der „älteren“ Klamotten aus dem Schrank gefischt und musste lachen, als ich mich im Spiegel sah: die Jeans rutscht langsam ziemlich tief auf die Hüften und die Sweatjacke schlackert um meinen Körper. Oberteile hab ich ja in den letzten Jahren immer etwas größer gekauft, als notwendig – aber dieses hier, ist jetzt eindeutig viiiiel zu groß geworden….

Diese schöne Ruhe, nach getaner Säuberungsaktion, nutzte ich jetzt, um wieder Kraft zu sammeln…

Mein kleines Balkon-Glück

Ich nutze momentan jede Gelegenheit um auf dem Balkon zu sitzen…das ist super – zur Zeit. Denn ohne meine Nachbarn unter mir, herrscht hier himmlische Ruhe.

Dabei sind wir insgesamt 9 Wohneinheiten in diesem Haus, 9 rechts daneben und links sind noch einmal 6. Und doch sind die unter mir die Einzigen die ständig irgendeine Unruhe verursachen. Seit ein paar Wochen sind diese Nachbarn scheints im Urlaub oder auf Kur…keine Ahnung – auf jeden Fall nicht da.

Jedes Mal wenn ich nach Hause komme, schaue ich auf ihre Fenster, um zu sehen ob die geöffnet sind und freue mich sie immer noch geschlossen vorzufinden.

Den Balkon habe ich inzwischen auch wieder für mich…soll heißen, alles was ich aus dem Keller zum Trocknen auf den Balkon gebracht habe, ist entweder jetzt entsorgt oder wieder in Kisten sortiert. Das ist gut, wird es doch langsam etwas eng hier mit all den Pflanzen hahaha.

Sogar das Olivenbäumchen fühlt sich richtig wohl, denn es produziert tatsächlich einige Oliven. Die meisten sind zwar nur ganz klein, aber ein paar haben inzwischen die Größe von Kapern erreicht.

Erst auf die Frage meiner Schwester, ob man die essen könne, hab ich mal nachgelesen: also reif werden die Oliven erst im Spätherbst (und damit ist bestimmt nicht der kalte Herbst in Deutschland gemeint)…aber selbst dann könnte man sie nicht direkt vom Baum essen, denn sie sind sehr bitter und müssen in Wasser gelegt werden, um zu entbittern. Anschließend kommen die Oliven dann in eine Salzlake und das kann mehrere Wochen dauern, bevor die Oliven dann essfertig sind und richtig mariniert werden können.

Es ist also eine Menge Aufwand…ich muss erst einmal sehen, ob meine überhaupt bis dahin kommen und ob sich der Aufwand dann für eine Handvoll Oliven lohnen würde, ist auch eher unwahrscheinlich und ob die dann überhaupt schmecken ist auch ungewiss.

Aber es geht mir mit dem Bäumchen ja auch nicht um eine üppige Olivenernte, sondern um einen netten Zierstrauch, an dem etwas wächst…das Olivenbäumchen macht mir viel Freude, genau wie der Oleander und die Clematis, die bereits zum 3x in diesem Jahr Blütenknospen trägt.

Ebenso stolz bin ich auf diese Hortensie, die ich erst seit dem letzten Jahr habe und die in diesem Jahr genau so prächtig blüht….sie steht sehr geschützt und scheint sich wirklich wohl zu fühlen…sie blüht bereits seit gut 2 Monaten.

Aber jetzt werde ich mich gleich vom Balkon losreißen und zu einem kleinen Ausflug aufbrechen.

Balkon als Magnet

Wie bereits geschrieben, konnte ich mich gestern kaum vom Balkon losreißen…ich saß noch draußen (in eine Jacke gehüllt und mit Decke) bis 22 Uhr…und eigentlich wollte ich dann auch recht früh schlafen gehen.

Doch ich war noch ziemlich wach und munter und bin dann doch noch zu einer kleinen Walkingrunde aufgebrochen…wie ich es immer gerne nenne: „einmal um den Block“…was bei mir dann immer gute 2 km sind. Das liegt an den Bahnschienen hinter dem Haus.

„Block“ bezieht sich hierbei nicht auf einen Häuserblock, sondern auf ein zusammenliegendes großes Gelände mit vielen Gebäuden und wenig Straßen, das durch die Bahnschienen getrennt wird…um es auf gangbaren Wegen zu umrunden, muss ich auf der einen Seite der Straße folgen, über eine Brücke, dann an der Hauptstraße entlang oder durch kleine inoffizielle Wege, über den Busbahnhof und dann über einen ebenerdigen Bahnübergang, weiter den Straßen folgend, bis ich wieder am Ausgangspunkt ankomme. Auf diesem Weg gibt es keine Abkürzungen….und wenn ich dann erst einmal draußen bin, dann laufe ich oft auch gerne weiter.

Gestern blieb es aber bei den knappen 2 km…dafür bin ich langsam gelaufen und habe alles bewusst auf mich wirken lassen…also die kühle Luft des Abends und die unerwartete Stille (normalerweise hört man immer irgendwo Musik oder hört Gruppen von Menschen die feiern und sich unterhatlen)…es gab keinen Mond, aber auch keinen Wind. Das war ein schöner kleiner Abschluss für den Freitag.

Und heute Morgen bin ich super aus dem Bett gekommen, war dann bereits lange auf dem Balkon für den ersten Kaffee am Morgen, hab dann eine online-Pilates-Stunde gebucht und auch wahrgenommen….und nun sitze ich wieder auf dem Balkon und frühstücke ganz gemütlich.

Die Trainerin beim Pilates ist echt klasse und ich fühle mich jetzt erfrischt, obwohl meine Muskel während des Trainings immer wieder vor Anstrengung anfingen zu zittern…und nun überlege ich ganz in Ruhe was ich mit meinem Tag anfangen werde….also gleich nach dem Frühstück….also sobald ich es schaffe mich vom Balkon wegzubewegen…also ähm…später

ich wünsche Euch einen schönen entspannten Samstag

Kostbare ruhige Momente

Da hatte ich doch tatsächlich diesen Feiertag heute (Christi Himmelfahrt) regelrecht vergessen…Dienstag fragte ich per Teams bei meiner brandenburgischen Kollegin, ob wir diesen Donnerstag mal wieder telefonieren wollen (sie arbeitet ja nur Di und Do für unsere Firma)….und da hat sie mich auf lustige Art daran erinnert, das das ein Feiertag ist… OHHH – ja…den hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm.

Ich hatte mir also für dieses (für mich) unerwartete Geschenk eines weiteren Feiertages, vorgenommen, mal wieder in Richtung Pietzmoor zu fahren…. das liegt bei Schneverdingen / Niedersachsen…aber ich wollte endlich mal auf der anderen Seite des Moores die Wege erkunden…die, die eher abseits liegen und wahrscheinlich nicht so von Menschenmassen belagert werden.

Noch im Bett liegend, es war noch lange keine 8 Uhr, hörte ich jedoch schon wieder das Gekreische und Weinen unter mir….bei meinen Nachbarn wurden also auch heute morgen schon ganz früh die 3 kleinen Enkelkinder geparkt…na super.

Aber bei den gerade mal 14 Grad draußen, hoffte ich auf ein paar ruhige Minuten auf dem Balkon….vorsichtshalber hab ich schon mal die Kopfhörer aufgesetzt….aber tatsächlich war es wenigstens 1/2 Stunde ruhig…dann musste einer der Hunde mal und die Kinder gingen mit raus…die Oma versucht lautstark den Hund zu erziehen, das kleinste Enkelkind (ca. 2 Jahre) weint und kreischt und beruhigt sich nur mal für eine Minute, bevor es wieder von vorne los geht…die beiden anderen Enkelkinder (ca. 4 Jahre) plappern laut und unermüdlich alleine, miteinander, mit der Oma und versuchen das Getöse ihrer weinenden Cousine zu überlagern….Es ist noch nicht einmal 9 Uhr und ich gebe entnervt auf und verziehe mich vom Balkon….das kann ja heiter werden – also plane ich meine „Flucht“.

Während ich mich also für einen Ausflug vorbereite, merke ich auf einmal, das es still draußen ist…..also super still und nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung unter mir. Ich nehme die Kopfhörer also wieder runter und sitze jetzt schon seit mehr als 1 Stunde auf dem Balkon….ohhhhhhhhh wie schön – das ist super entspannend ….denn überhaupt ist es, bis auf die normalen Geräusche die es immer mal wieder gibt, sehr ruhig….und jetzt – jetzt ist es wieder mein kleiner Kokon – mein Rückzugsgebiet.

Da ich nicht weiß, wie lange mir dieses „Glück“ heute gegönnt wird…hab ich mich spontan umentschieden und bleibe erst einmal auf dem Balkon. Ich muss die Zeit einfach nutzen…sie ist kurz – also kostbar.

Und während ich das hier schreibe, sind die Nachbarn + Enkelkinder + Hunde, auch schon wieder da….und schon wieder geht es sofort lautstark rund…und während die auf ihrer Terrasse ihr Mittagessen vorbereiten, beende ich meinen Beitrag und werde mich mal um mein Fahrrad kümmern…so eine kleine Radtour könnte mir jetzt gefallen.

Meinen eigentlich geplanten Ausflug nach Niedersachsen hab ich jetzt auf Sonntag verlegt….denn da droht ja weiteres Ungemach: Der jährlich wiederkehrende Muttertag! Ein Tag der mir ohnehin nicht liegt und ich kann mir gut vorstellen, was dann hier im Haus los sein wird.

Ruhig durch die Woche

Die Woche plätschert unauffällig vor sich hin…letzten Freitag hatte ich ein Online-Meeting mit meinem Chef und er hat versprochen, sich nun endlich um mein dringendstes Thema zu kümmern…das hatte er allerdings bereits im Dezember auch schon gesagt…und nichts ist passiert. Vor ein paar Wochen hatte ich noch einmal eine Mail an die noch höheren Entscheidungsträger und meinen Chef geschrieben und dringend um Klärung gebeten.

Denn nun wird die Zeit knapp…spätestens Ende Juni wird mein Chef das Unternehmen verlassen. Er hat mir erzählt, das es schulische Probleme mit einem seiner Söhne gibt…er hat 3 Kinder unter 10 Jahren…und um sich besser um Frau und Kinder zu kümmern und da dieser eine Sohn auch die Schule wechseln muss, haben sie sich jetzt entschieden, wieder nach Kopenhagen zu ziehen…und das ist nun einmal zu weit weg von der Firmenzentrale, denn in seiner Position muss er eben oft Vorort sein.

Ich verstehe seine Beweggründe und finde sie auch richtig….aber gefallen tut mir sein Weggang trotzdem nicht.

Nächste Woche fahre ich mit dem Controller für 2 Tage in die Zentrale….wir haben uns für die „kurze“ Variante mit nur einer Übernachtung entschieden. Also Dienstag ganz früh geht es los und Mittwoch kommen wir am Abend bereits zurück. Wenn man die Fahrtzeit abzieht, bleibt ca. 1 Arbeitstag übrig…aber das ist für mich ausreichend.

Mein Chef hat für das noch ausstehende (und letzte) jährliche Beurteilungsgespräch zugestimmt, das wir uns in der Zentrale treffen. Der Controller hat sein Gespräch „anders“ gelöst….er führt das bereits mit dem deutschen GF. Trotzdem kommt er mit…er möchte noch ein paar Kollegen sprechen.

Dieses ruhige und konzentrierte Arbeiten in dieser Woche, macht mich sehr zufrieden und gibt mir auch viel Freude.

Ich habe auch privat ungewohnt viel ungestörte Zeit, weil meine Schwester genau das gemacht hat, was ich mir schon gedacht habe…sie meldet sich jetzt gaaar nicht mehr. Sie kennt eben nur Extreme. ganz oder gar nicht – dazwischen scheint nichts anderes möglich zu sein. Ich hatte ihr per Whatsapp ein schönes Wochenende gewünscht und auch eine Rückmeldung bekommen….ansonsten herrscht Funkstille.

Auf der einen Seite macht mir das zwar ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, das es sie eigentlich etwas ganz anderes möchte und sich nun verletzt und angegriffen fühlt,…andererseits ist es für mich so entspannend und ich werde jetzt erst einmal nichts weiter unternehmen, sondern abwarten.

Ich mache das, was ich immer gerne mache: Ich genieße meine Zeit zuhause, walke fast täglich meine 4-5 km, jetzt wieder etwas später am Abend so gegen 21.30…dann ist es kühler und ruhiger draußen und manchmal gibt es schön Sonnenuntergänge zu beobachten:

Mit viel Elan hab ich mich in den letzten Wochen um meinen Balkon gekümmert….fast alle Pflanzen haben den Winter gutüberstanden und überall grünt es.

Mit 3 weiteren schlanken, aber höheren Grünpflanzen und Pflanzgitter arbeite ich weiter an meinem grünen Kokon auf dem Balkon…und sogar die Clematis blüht schon wieder…die steht aber auch gut geschützt und überdacht vor meinem Wohnzimmerfenster:

Hab gestern mit dem Rentner aus Hessen gesprochen. Wir telefonieren aktuell so im 2-Wochen Rhythmus und es war wieder einmal sehr lustig…den Beiden geht es gut und im Juni fahren sie für 10 Tage an die Ostsee….wir werden uns dann einen Tag treffen…ich hab Lübeck als Treffpunkt vorgeschlagen, dann brauchen die Beiden nur ca. 20 Minuten zu fahren und ich etwas mehr als 1 Stunde.

Immerhin ist er schon 70 und sie kurz davor….aber sie sind Beide so jung in ihrem Wesen, so agil, witzig und voller Tatendrang….so ganz ohne Jammern, und das trotz körperlicher Probleme.

Wir reden auch über Krankheiten, Zipperlein, Tod, Politik, Kinder, Sport, Soziologie, über seelische Wunden und über Früher…über neue Ängste und übers Wandern, über ehemalige Kollegen und über Buchhaltung. Er war – genau wie ich es ja noch bin, mit viel Leidenschaft Bilanzbuchhalter…er versteht wovon ich spreche, versteht meine beruflichen Probleme und mein ungläubiges Kopfschütteln über gewisse Vorgehensweisen und Aktionen in der Firma…wir denken in Vielen Dingen ganz ähnlich.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Feiertag heute

Oktober – doch noch etwas „Gold“

Jetzt -gegen Ende des Oktober – wird er tatsächlich doch noch zum Goldenen Oktober.

Sonntagnachmittag war ich im Himmelmoor…und es sah genauso aus, wie man sich eine herbstliche Landschaft vorstellt. Die Moorbecken, auf der anderen Seite sind inzwischen auch wieder gut gefüllt…naja – kein Wunder nach dem vielen Regen der letzten Wochen.

Der schwarze Moorboden ist weich und ja matschig ist er auch…aber herrlich zu laufen….und bei 12Grad und Windstille war es sehr schön.

Am Vormittag hatte ich mich mit Gartenschere, kleiner Schaufel und Müllsack auf meinem Balkon daran gemacht, einige der einjährigen Sommerblumen aus den Balkonkästen zu entfernen und die mehrjährigen Pflanzen zurück zu schneiden….außer bei den Hortensien und der Clematis, die alle immer noch schöne Blüten haben. Aber es ist jetzt deutlich luftiger auf dem Balkon geworden.

Meine Zwerg-Seidenkiefer, die ich jetzt schon fast 2 Jahre habe, hatte diesen Sommer leider nicht mehr überlebt….schade – die sah echt schön aus…die Überreste hab ich nun also auch entsorgt…keine Ahnung warum mir die eingegangen ist…eigentlich gilt sie als pflegeleicht und Balkongeeignet. Es gibt wie immer mehrere Möglichkeiten…meine 2 Hauptverdächtigen: entweder sie hat zu viel oder zu wenig Wasser bekommen….

Draußen – auf dem Balkon

Wie herrlich jetzt wieder öfter morgens auf dem Balkon sitzen zu können, wie jetzt…mit einem heißen Kaffee (wenn auch erst einmal entkoffeiniert), einer warmen Jacke, Schal und einer Wolldecke…aber eben draußen.

Heute Morgen ist es windstill und der Himmel ist blau….die Vögel zwitschern und noch ist es drumherum still….eine wunderbare Stille. In dieser Woche war es gar nicht so einfach, ruhige Zeiten auf dem Balkon zu ergattern…und so weiche ich gerne auf die Zeiten auf, die für Andere nicht attraktiv sind: früh am Morgen bei relativer Kälter (12 Grad) oder Abends spät.

Gestern hab ich bereits schon sehr früh Feierabend gemacht. SO -jetzt hab ich tatsächlich ein paar Tage Urlaub…bis einschließlich nächsten Donnerstag (Christi-Himmelfahrt)…das sind insgesamt 6 freie Tage PLUS den Nachmittag gestern. Das hab ich einfach gemacht. Basta…alles Wichtige war erledigt und jetzt will ich in den nächsten Tagen nichts mehr von der Firma hören.

Es war also erst 14.30 als ich zuhause ankam…die Nachbarn unter mir waren gerade auf dem Weg aus dem Haus…..prima – also bin ich sofort auf den Balkon gegangen und hab es mir bei dem schönen Wetter (21 Grad) bequem gemacht….einfach himmlisch.

Seit der männliche Teil der Nachbarn unter mir, so krank ist, bleiben die fast ununterbrochen zuhause und nutzen auch ihre Terrasse viel öfter und bekommen so auch mehr Besuch. Die haben ihre Terrasse im letzten Jahr etwas verbreitert, so das sie jetzt quasi nicht mehr direkt unter mir sitzen, sondern schon leicht neben meinem Balkon, so das jedes Wort und jede Bewegung unmittelbar bei mir oben ankommt. Wenn die Beiden alleine sind, dann geht das, dann unterhalten sie sich ruhig und unaufgeregt….sobald jemand anderer Dabei ist, wird es lebendig und laut.

Da helfen mir auch meine Kopfhörer nicht und ich räume dann freiwillig meinen Platz….und nutze dann andere Zeiten. In den ersten Tagen fiel es mir wieder einmal schwer zu akzeptieren, das natürlich auch andere Nachbarn ihre Balkone und Terrassen nutzen. Inzwischen hab ich mich wieder daran gewöhnt und meine Wohlfühl-Formel lautet jetzt wieder:

Also EINMAL am Tag möchte ich wenigstens für 30 bis 60 Minuten meine Ruhe auf dem Balkon haben…DANN bleibe ich entspannt und ausgeglichen. Da ich so eine Ruhezeit nicht aktiv einfordern kann (nicht mal in der Mittagszeit)….muss ich mir diese eben bewusst suchen…natürlich sitze ich oft länger hier…aber dann muss ich akzeptieren, das hier auch Leben herrscht mit Kindergeschrei, lauten Unterhaltungen und telefonierenden Menschen. Leben eben.

Und dann kommt wieder der Wunsch irgendwo in der Einöde zu leben…direkt am Waldrand, möglichst ohne Nachbarn…oder außerhalb eines Dorfes…umgeben von viel Grün…hab früher in NRW für ein paar Jahre am Rande eines Dorfes gewohnt….am Ende eines Weges nur mit wenigen Nachbarn und einer Straße die ansonsten nur von den Bauern drumherum genutzt wurde…jaaaa das hatte etwas.

Okay, es war natürlich nicht nur schön,…..die Bauern kamen mit ihren Landmaschinen oft schon vorbei gerasselt, wenn andere noch schlafen wollten und die Maschinen liefen auch an den Wochenenden, manchmal bis spät am Abend…und wenn das Feld dahinter mit Gülle besprüht wurde, war das schon sehr unangenehm…nicht nur durch den Geruch, sondern auch durch die vielen Insekten, die dann kamen….bis ich die Fliegenschutzgitter anbrachte. Zu unserer Wohnung gehörte auch eine schöne geschützte Loggia und mein damaliger Mann hatte kein Interesse am diesem „Zimmer draußen“…also war es meine eigene kleine Oase.

Genau wie heute noch. Wenn ich einen Balkon oder eine Loggia habe, dann nutze ich diese auch gerne.