Das erste Mal im Watt

Das erste Mal im Watt

Die Wattführungen richten sich natürlich nach den Gezeiten….in der Regel starten die Führungen ungefähr 2-3 Stunden vor Erreichen des Niedrigwassers. Ebbe und Flut finden 4x am Tag statt und dauern je zwischen 6-7 Stunden…je nach Windstärke und MondPhase.

Doch von all diesen Infos hab ich aber erst später – während der Wattführungen – erfahren. Als ich ankam wusste ich nur, an diesem Donnerstag ging es um 17.30 uhr los. Die Parkplatzsuche gestaltete sich bei diesem tollen Wetter und den dadurch ins Watt strömenden Menschenmassen, als ziemlich schwierig….Aber bereits am nächsten Tag wusste ich, wo ich am Besten kostenfrei und sogar im Schatten parken konnte…für den ersten Abend kostete es mich dafür 8 EUR Parkgebühren….aber okay – hinterher ist man immer schlauer.

So war ich aber immerhin pünktlich am Treffpunkt und es war eine große Gruppe von ca. 50 Personen inclusive vieler Kinder….die staatlich geprüfte Wattführerin war sehr nett und mitteilsam…so das wir viel über die tierischen Bewohner des Watts gelernt haben, dabei aber nicht einmal die Hälfte der vorher angekündigten 4 km weit gelaufen sind….es ging immer nur ein paar Meter vorwärts….dann blieben wieder stehen und es gab die nächste tierische Exkursion.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer bei Cuxhaven ist riesig und man kann kilometerweit ohne Probleme laufen….also könnte….ich blieb natürlich auch stehen, wenn alle stehen blieben…. aber langes Stehen mag ich nicht und kann ich nicht so gut, ich blieb also meistens in leichter Bewegung, wähend ich aus dem Hintergrund den ausführlichen Erläuterungen der Wattführerin lauschte.

So hatte ich es mir allerdings nicht vorgestellt…aber okay …gelernt hab ich eine Menge über den Artenreichtum im Boden des Meeres. Die für mich spannenderen Infos, worauf man im Watt achten muss, wo und wie man gefahrlos laufen kann…wie weit die Fahrrinne entfernt ist, wo die Priele anfangen usw. das hab ich zum Teil erst bei der 2. Wattführung am Samstag mit bekommen….denn da gab es die wesentlich spannendere Führung „mit der Flut zum Strand“ …und die Tour war wirklich aufregend und aufschlußreich zugleich.

Aber jetzt hab ich erst einmal nur die Grundlagen über das Watt mitbekommen….es ist schon beeindruckend wenn man hört, das sich das Wasserr hier bei Cuxhaven bis zu 25km zurückzieht ( es gibt andere Teile des Watt wo es 40km sind)….und man kann hier gefahrlos 3,5 km geradewegs in Richtung Wasser laufen, bevor man überhaupt zur ersten Priele kommt….

und die Schiffe, die man in weiter Ferne trotz Ebbe vorbei fahren sieht,sehen kann, sind mindestens 10km entfernt….und die Insel Neuwerk ist ca.13km entfernt, kann also auf keinen Fall auf dem direkten Weg durch das Watt angesteuert werden…dafür gibt es ausgewiesene Wege die bei Ebbe durch die sogenannten Pricken (Priggen) gekennzeichnet werden. Das sind Baumzweige die gebündelt in regelmässigen Abständen im Wattboden stecken und zeigen, wo man gefahrlos durch das Watt laufen kann…am Ende solcher Wege gibt es auch Rettungsbaken.

Ich bin fasziniert vom Wasser und als Kind hab ich mich nicht um Ebbe / Flut gekümmert…aber hier und jetzt, war ich begeistert. Jaaaaa auch die Tiere im Watt sind interessant, aber sorry, aber ich finde die Kraft des Wassers und die Kraft von Erde und Mond wesentlich spannender….und Laufen auf dem Meeresboden…barfuß ….einfach klasse….

…nach Abschluss der 2stündigen Tour bin ich noch dort geblieben und bin noch etwas weiter gelaufen…und für den nächsten frühen Morgen hab ich gleich mal den Gezeiten-Kalender geprüft….ja um 6.30 Uhr passt es prima um mit einer richtigen Wanderung durch das Watt zu starten…

Weite und Wind: St.Peter-Ording

Weite und Wind: St.Peter-Ording

Meinen Geburtstag hab ich in diesem Jahr ruhiger verbracht, als im Vorjahr….ich hatte auch gar nicht vor jetzt in jedem Jahr ein schneller, höher, weiter daraus zu machen….und immerhin startet ja bereits einen Tag später doch ein neues Abenteuer: der Schnupperkurs im Kajak-Verein.

Aber Samstag war jetzt erst einmal ein Familien-Treffen in St.Peter-Ordning. Mein Schwager war dort vor ein paar Jahren für 2 Monate in einer Reha-Klinik und kannte einen tollen kostenfreien Parkplatz.

Ich war noch nie in dieEm so bekannten Ort…kenne ihn nur aus Erzählungen Anderer und auch ein wenig aus der Serie in den 90er Jahren „Gegen den Wind“…aber Surfen war jetzt nie ein Thema für mich.

Der erste Blick auf den riesigen Strand war echt beeindruckend….und auch der 2. und 3. und überhaupt…diese Weite….unfassbar….TOLL.

Allerdings ist z.Z. Ostwind…und so ganz ohne Häuser und Bäume pfiff der Wind ganz gewaltig….so das wir obenherum eher nach Winter aussahen: dicke Jacken, Schal und Mützen….aber untenherum die Hosen hochgekrempelt und Schuhe und Socken ausgezogen und liefen mit den Füßen im flachen Wasser …brrrrr….kalt ist es …aber nach einiger Zeit was es einfach nur herrlich…..während sich mein Schwager eher am Rand hielt, konnte uns Mädels jetzt nichts mehr aufhalten und wir sind durch den Schlick gelaufen und haben uns halb schlapp gelacht vor lauter Vergnügen (wir sind uns da sehr ähnlich).

Stundenlang sind wir an der Wasserlinie entlang gelaufen….mal mit dem Wind, mal dagegen. Trotz vieler Menschen verlief es sich auf dem riesigen Strandgelände…später im Ort hat es sich dann schon etwas geballlt.

In der Strandbar 54 haben wir mit einem Glas Sekt angestoßen…später waren wir in einem Eiscafè und am Abend gab es in einem Gartenrestaurant leckere Galloway-Rindfleisch-Burger….jaaa es war immer noch kalt durch den Wind …aber mit der Sonne war es dann doch gut auszuhalten…

und nach dem Essen haben wir dann noch einmal eine kleinere Wanderung durch den Kiefernwald und die Umgebung gemacht:

Ich glaube im Sommer würde ich hier nicht hinkommen wollen, weil es einfach ein ausschließlich touristischer Ort ist, der zu den Hoch-Zeiten absolut überlaufen ist…aber jetzt im Frühling hat es richtig Spaß gemacht….und ist mit 130km auch nicht weiter weg, als meine sonstigen Ausflugsziele.

Am Ende des Tages zeigte mein Fitness-Tracker mehr als 19km an….das kommt mir zwar sehr viel vor…aber über den gesamten Tag verteilt, mit den Pausen zwischendurch kann das doch gut hinkommen bei immerhin fast 29.000 Schritten…und das krasse ist, durch das lange barfuß laufen am Strand hat mein Fuß überhaupt keine Probleme bereitet…ansonsten wäre eine solche Strecke auch überhaupt nicht möglich gewesen.