Das Ende einer schwierigen Beziehung …

Manchmal passiert unerwartet etwas Unaufgeregtes, Kleines ….und hat doch große Auswirkungen.

Gestern Abend ist mir so etwas passiert. In einem Film, dem ich eigentlich nur beiläufig Aufmerksamkeit geschenkt habe, hat am Ende eines Krimis, ein Mann seine Freundin um Verzeihung gebeten, weil er sie jahrelang angelogen hat, weil er als Polizist undercover gearbeitet hat…eigentlich eine total kitschige, über-romantisierte Situation..

….aber plötzlich war der Film weit weg und mir kamen die Tränen, als ich auf einmal feststellte, das ich zum 1. Mal seit 7 Jahren nach der Trennung von meinem Freund, Frieden mit ihm schließen konnte.

Wir waren mehr als 8 Jahre zusammen und er hat mich von Anfang an in allem belogen, über seine Familie, seine Ausbildung, seine Arbeit, über sein Beziehungsstatus als wir uns kennen lernten, sogar über sein Alter…und er hat wirklich NICHTS von alleine klar gestellt…aber ich habe eine Antenne für Lügen von Menschen die mir nahe stehen und ich merke es, wenn die Erzählungen nach und nach abweichen….also ich WUSSTE das vieles einfach nicht stimmen kann und habe (auch mit nicht ganz fairen Mitteln) vieles herausgefunden und erst wenn ich es ihm auf den Kopf zugesagt habe, hat er es zugegeben.

Das Ur-Vertrauen in ihn war schon ganz früh weg….aber er hatte auch diese andere Seite, liebevoll und aufmerksam…tja und ich kam einfach nicht von ihm weg…auch wenn es nie leicht zwischen uns war.

Dann führten wir  fast 2 Jahre eine Fernbeziehung (er München – ich Hessen)..weil er sondt keonem job gefunden hat..dashat es dann für eine Weile leichter gemacht und ich lernte ihm zu vertrauen…aber nie so ganz – denn das Lügen hat er nicht abgelegt. Aber im Laufe der Jahre konnte ich alle Lügen entwirren.

Auch wenn er es immer noch schaffte sich selbst ganz locker in Schwierigkeiten zu bringen…ich habe ihm bei allem geholfen, sein Leben auf die Reihe zu bekommen…egal ob es um die Arbeit / Arbeitssuche ging, um die Versicherungen, Steuererklärungen, Bankkredite usw. Ich stand ihm bei, als es um die Krebserkrankung ging, seine wiederkehrende  Arbeitslosigkeit, als es mit der Wohnung heikel wurde. Als ich mich entschloss ihn endgültig zu verlassen, war sein Leben geregelt und der Krebs war gerade mal wieder kein Thema mehr.

Seit der Trennung, die er nicht akzeptieren wollte, fühlte ich mich beobachtet und verfolgt (was er mir auch in Whatsapps bestätigte) und auch der Umzug von Hessen nach Schleswig-Holstein milderte das Gefühl nicht.

Ich wurde übervorsichtig mit meiner Wohnadresse, habe mich – soweit es mir möglich war, öffentlich unsichtbar gemacht…und es hat tatsächlich ein paar Vorfälle hier im Norden gegeben, so das ich bei meinem 2. Umzug innerhalb von Schleswig-Holstein wirklich Niemandem aus der alten Heimat, meine Adresse gegeben habe (mit 2 Ausnahmen denen ich absolut vertraue). Und seit dem 2. Umzug steht mein Auto auch nicht mehr vor der Tür, sondern in der Tiefgarage…genau wie an meinem Arbeitsplatz. Außerdem war ich froh, das das Haus in dem ich jetzt wohne, nicht von der Straße aus einsehbar ist, sondern innerhalb der Wohnanlage 100m entfernt vom Parkplatz…und schön geschützt durch Bäume. Diese Übervorsicht oder auch leichte Paranoia, ließ erst im Laufe der Jahre nach.

Als ich mich trennte, fühlte ich mich die ersten ca. 2 Jahre wie ein Rekonvalezent…ich musste mich von der Beziehung und meinem jahrelangen Stressjob erholen und das hat gedauert…ich musste mich erst einmal wiederfinden. Während dieser Zeit, habe ich mir mein Leben neu aufgebaut und fühlte mich sofort wohl, wieder alleine zu sein.

Aber um das Ende der Beziehung habe ich nie wirklich getrauert, ich war eher erleichtert, das ich den Absprung endlich geschafft hatte ..es gab für mich keinen Grund zu trauern…ja, ich habe es bedauert das es kein glückliches Ende für uns gab. Aber Trauer nein.

Vor 1,5 Jahren ist mein Ex-Freund dann gestorben, an einem Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod – so ganz weiß ich es nicht. Das kam sehr plötzlich und hat mich sehr getroffen. Ja klar wusste ich das er keine gute Prognose hatte, weil der schwarze Hautkrebs seine inneren Organe befallen hatte , das hatte ich über seinen besten Freund erfahren. Die „neue“ Therapie hatte bei ihm gut angeschlagen, seine Prognose lag bei ca. 4 Jahren… aber an einen Herzinfarkt o.ä. hatte ich nie einen Gedanken verschwendet. An seinem Tod hatte ich schon eine Weile zu knabbern, fühlte mich schuldig. Ach ich hätte ihm einfach gewünscht er hätte noch ein paar schöne und erfüllte Jahre leben können.

Ich habe um ihn getrauert…aber immer noch nicht um unsere Beziehung. Warum auch – es waren anstrengende Jahre…aber immerhin habe ich den Mann trotz allem mal sehr geliebt…keine Ahnung warum…wie gesagt, er hatte 2 Seiten an sich.

Aber gestern nun fühlte ich eine kurze Trauer – ach was hätte aus dieser Liebe werden können….wenn, ja wenn…..und dann habe ich tatsächlich meinen Frieden mit ihm geschlossen.

Heute nun habe ich mich mit meinem Fotos auf dem Handy beschäftigt…und ich wollte schon seit längerer Zeit die Sicherungen in der Google-Cloud löschen. Alle Fotos sind auf externen Festplatten gespeichert…also habe ich mir im Internet rausgesucht, wie ich die Google-Fotos löschen kann.

Also habe ich über die Browser-Version die Fotos ausgewählt und gelöscht und natürlich waren da auch noch Fotos meines Ex-Freundes und ich musste über ein paar der Fotos und über die damaligen Situationen, wie die Fotos entstanden sind, schmunzeln und ja – heute kann ich es wieder zulassen zu sagen, es gab auch schöne Zeiten mit ihm.

Er hat sich übrigens nie bei mir entschuldigt….aber heute ist das auch nicht mehr wichtig.

Sonntagsgefühl – perfekt

Sonntagsgefühl – perfekt

Heute hab ich das perfekte Sonntagsgefühl. JA – heute ist auch Sonntag und sogar der 3.Advent…aber es geht mir um das Gefühl eines perfekt entspannten Sonntags.

Durch das bisher vollbepackte Wochenende mit wenig Schlaf und viel Unterhaltung hab ich heute bis fast 9 Uhr geschlafen und bin dann sogar noch eine Weile liegen geblieben.

Anschließend hab ich mich im Bad nur rudimentär fertig gemacht, einen kuscheligen Hoodie und Schlabberjeans drüber geworfen und mich anschließend mit einem dampfendem Becher Kaffee, den selbstgebackenen Keksen meiner Schwester und den Resten Hähnchenflügel und Mini-Frikadellen auf die Couch verzogen.

Während nun auch die 3.Kerze auf dem Adventskranz brennt und ich mich entspannt meinem – ähm – alternativen Frühstück widme, habe ich das Gefühl eines perfekten Sonntags.

Keine Verpflichtungen, keine Verabredungen, nichts was ich muss, manches was ich gerne machen möchte….und aktuell ist das einfach nur hier zu sitzen und diesen Vormittag so zu genießen, wie er sich mir gerade bietet.

Manchmal muss ich mir mein Glück, so leben zu können, bewusst vor Augen führen…und dann bin ich sehr dankbar dafür.

Gestern im Gespräch mit meiner Schwester haben wir über gescheiterte Beziehungen und den Tod gesprochen und über das alleine Leben z.B. das es für meinen Schwager eine unüberwindliche Katastrophe wäre, wenn meine Schwester eher sterben würde und er alleine zurück bleiben müsste. Wir reden öfter über solche Themen, die man sonst eigentlich nicht so gerne hat.

In dem Gespräch hab ich auch mal wieder ausgesprochen, das ich inzwischen weiß, das ich lieber alleine bleiben möchte und überhaupt nicht mehr bereit bin, für eine Beziehung Kompromisse einzugehen. Und jede Beziehung funktioniert nur mit Kompromissen….und da rede ich noch lange nicht vom Verbiegen oder verstecken von Eigenheiten….sondern von alltäglichen Kompromissen die man in einer Beziehung bewusst und auch unbewusst täglich eingeht.

Ich bin mir bewusst, das so eine Aussage auf Ablehnung stoßen kann, aber wie immer gilt bei mir: es ist meine Meinung und mein Leben und ich spreche nur das aus, was für mich aktuell richtig ist….Jeder muss seinen eigenen Weg finden und gehen.

Und hier schließt sich wieder der Kreis zu meinem perfekten Sonntags-Gefühl….haaach ist es herrlich hier einfach still sitzen und genießen zu können.

Ich wünsch Euch Allen einen perfekten 3. Adventssonntag!

Aus der Vergangenheit – Erkenntnisse für Heute

Vor 2 Tagen hab ich endlich mal wieder ein komplettes Backup meines Computers durchgeführt…dazu habe ich 2 externe Festplatten…..und nach der 1. Sicherung bin ich durch Zufall, auf die Sicherung meines uralten-Laptop gestoßen mit den privaten Tagebüchern bis 2009.

Zuerst bin ich nicht einmal an die Daten gekommen…..weil ich mich nicht mehr an das Password erinnern konnte….oder DOCH …eigentlich schon….nur sind seitdem die Password-Kombinationen (erweitert um Zahlen und Sonderzeichen) inzwischen ja viel komplexer und erst nach einiger Zeit fiel mir wieder ein, das es zwar das richtige Wort ist….aber eben ohne Groß-und Kleinschreibung und Sonderzeichen…..hahahaha

Und mit dem Lesen der Ereignisse aus den alten Tagen, kam dann eine neue Erkenntnis für mein jetziges Leben:

2009 war ein emotional schwieriges Jahr für mich….weil ich damals auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit war und nur auf Männer gestoßen bin, die „etwas Lockeres“ wollten oder sich nicht offen zu mir bekennen wollten….und ich gleichzeitig im Job auf meine 1.Burnout-Krise zusteuerte.

Jetzt, 12 Jahre später, bin ich leicht entsetzt wie sehr ich damals unglücklich verliebt war und gelitten habe….ich wurde gleich mehrfach hintereinander enttäuscht.

Zusammen mit der von Anfang an schwierigen 8,5jährigen Geschichte ab 2010 mit dem Banker-Schnösel, verstehe ich nun wesentlich besser, warum ich jetzt und hier überhaupt keine Lust auf eine neue Beziehung habe und warum ich so gar nicht auf der Suche bin.

Und dieses nicht mehr auf der Suche sein, führt zu meiner inneren Zufriedenheit und dem mich Wohlfühlen in meinem Leben – OHNE Beziehung.

Gleichzeitig bot mir meine Clique damals auch viel Halt und Freude….wir hatten lustige Chats, schöne Themenabende und immer wieder tolle Tanz-Aktionen….es war immer etwas los und das tat mir sehr gut.

Also hab ich gestern den 1. Schritt für Plan B getan…. es ist nur ein kleiner Schritt…aber ich fange ja gerade erst an.

Diskussions-Endlosschleife

Gestern haben wir diskutiert….stundenlang….Das 1. Mal seit  Samstag das wir wirklich miteinander gesprochen haben. Mein Selbstschutz hat ein paar Tage angehalten…und dann kamen auch die Emotionen wieder.

Aber geredet haben wir erst gestern….und es ist nicht wieder alles gut….

Unsere Standpunkte sind auch in diesem Fall sehr weit auseinander….während er es als kleine Meinungsverschiedenheit sieht, sehe ich das Ganze  Beziehungspaket im wanken…ich hab versucht  zu erklären wie ich es sehe.

Wenn er wenigstens einmal anerkennen würde, das es bei uns eben schwierig ist… aber nein, alles gut ….bis auf meine ständigen Nörgeleien.

Also ich fasse mal zusammen: Es kann alles so bleiben, ich sollte nur entspannter sein, ihn machen lassen, ihn akzeptieren, mehr lachen und wach sein wenn es spät am Abend ist.

3 Stunden Diskussion und nichts  von dem was ich gesagt habe ist irgendwie angekommen ….was soll ich dazu noch sagen….

Schutzmechnismus ist aktiviert

Ich verfüge  über eine Art Schutzmechanismus….Dadurch das ich im emotionalen Bereich nicht ganz so reagiere, wie es der Durchschnittsbürger tun würde, weiß ich nicht, inwieweit es normal ist so einen Schutzmechanismus zu haben.

Ich habe diesen Selbstschutz…immer wenn es mir emotional zu viel wird…also so richtig zu viel und ich es emotional kaum mehr ertragen kann, wird dieser Mechanismus ausgelöst….Es ist eine Art Schutzwand um mein Herz…ich ziehe mich hinter diese Schutzwand zurück…ein Teil der  Emotionen werden dabei komplett zurück gefahren ….ich funktioniere normal, kann normal arbeiten, mich unterhalten, klare Entscheidungen treffen.

Der Bereich der mich überfordert wird jedoch (fast) komplett ausgeblendet…Ich ziehe mich dabei nicht nur innerlich zurück, sondern auch physisch suche ich den Abstand. Diese Auszeit für mein Herz und meine Seele hilft, mich wieder zu stabilisieren.

Seit unserem Streit am Samstagnachmittag  hab ich das Wochenende allein verbracht und das tat gut. Als ich heute nach der Arbeit direkt zum Sport gefahren bin, hab ich dort  meinen Freund angetroffen. Ich habe nur kurz Hallo gesagt und dann saßen wir quasi nebeneinander auf dem Rad….ich hab ihn nicht angeschaut, nicht mit ihm geredet …..ich hab mich nur geärgert, dass er um diese Uhr Zeit da war, ansonsten war ich ohne weitere Emotion.

Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich nicht weiß ob ich so weiter machen möchte… wir streiten uns nach mehr als 6 Jahren wieder über die gleichen Dinge …und wie ich im Laufe dieser Zeit schon öfter festgestellt haben:

  • Wir sind extrem unterschiedlich in unseren Lebensweisen, in unseren Ansichten und im Denken
  • Liebe allein hilft nicht über alle Schwierigkeiten hinweg
  • Damit das mit uns funktioniert benötigen BEIDE Seiten eine Menge Toleranz und die haben wir BEIDE nur bedingt
  • Wir müssen uns Beide schon sehr verbiegen, damit es einigermaßen reibungslos funktioniert …und dabei kommt einer immer zu kurz…und das wirft er dann dem Anderen vor….

Ich sag ja nicht, das es seine Schuld allein ist….Ein großer Teil liegt ja auch an mir, dass es nicht läuft…aber die Frage ist ja: in wieweit können wir uns auf Dauer verbiegen, das es funktioniert….und will ich das überhaupt….mich weiter verbiegen?

Mein Schutzmechanismus wird noch ein paar Tage aktiviert sein….und dann nach und nach verschwinden…das kann ich nicht bewusst beeinflussen (ich hab mal gelesen die Seele mutet einem nur so viel zu, wie man ertragen kann ohne zu zerbrechen…vielleicht ist damit auch so ein Schutzmechanismus gemeint)…und erst dann kann ich entscheiden ob eine längere Auszeit sinnvoll ist….oder ob ich es weiter versuchen möchte…oder ob eine Trennung besser ist….

Vom rein Logischen wäre eine Trennung der richtige Schritt…

Resümee einer Fernbeziehung

Also jetzt mal ehrlich…es sind jetzt genau 1,5 Jahre in der wir aus unserer Beziehung eine Fernbeziehung machen mussten…Mein Süßer kommt jeden Freitagabend nach Hause und fährt Sonntagabend wieder zurück. 400km eine Strecke….also nicht mal quasi „um-die-Ecke“…

Das Handy ist unsere Nabelschnur…unsere Verbindung…was wäre es nur ohne Whatsapp, Telefon und Mail? Ich hatte von Anfang an gesagt, maximal 1 Jahr…und jetzt werden es insgesamt 2 Jahre…und ich bin es auch langsam leid.

ABER….und jetzt kommt die ehrliche Antwort aus den Tiefen meiner Seele….sie hat uns auch gut getan, diese Fernbeziehung…auch wenn ich es nur zähneknirschend eingestehen kann…sie kam zum richtigen Zeitpunkt.

Wir haben turbulente Jahre zusammen gehabt, die „Umstände“ waren teilweise grotesk und ich hatte ein Vertrauensproblem…ausgelöst durch Unwahrheiten, komischen Begebenheiten, merkwürdigen Situationen und daraus resultierendem Misstrauen…eine Abwärts-Spirale die zu durchbrechen echt schwer ist…aber ich hab an mir hart gearbeitet und mein Süßer ebenfalls …also an sich.

Diese Fernbeziehung konnte also nur soweit gutgehen, wie ich wieder vertrauen konnte…und durch die Entfernung sind wir Beide innerhalb der Woche  endlich mal zur Ruhe gekommen….und haben uns an den Wochenenden auf uns konzentriert…und je besser das klappte, umso mehr konnte ich vertrauen und umso entspannter wurde mein Schatz…und das ist jetzt die Spirale nach oben…

Unser Kommunikationsverhalten zueinander ist um Lichtjahre besser geworden und sogar Absprachen funktionieren, …jaja…

Also: Eine Weile in einer Fernbeziehung zu leben kann gut und sogar hilfreich sein, aber irgendwann muss es auch wieder vorbei sein mit der Ferne…. Bei mir dauert es noch ½ Jahr