Hamburg – Treppenviertel – 3.Teil

Nach dem ereignisreichen Tag hab ich super geschlafen….im Wohnzimmer auf meiner Couch. Da wir ja alle 3 Frühaufsteher sind, bin ich Sonntagmorgen bereits um kurz nach 6 Uhr aufgestanden, hab aus dem Dinkel-Roggenvollkorn-Teig ein kleines Brot gebacken (das dauert nur etwas mehr als 1/2 Stunde), die restlichen Burger-Buns von gestern mit aufgebacken, Eier, Kaffe und Tee gekocht, hab den Orangensaft, Quark, Marmelade, Honig, Wurst, Käse, Räucherlachs und Nordseekrabben adrett angerichtet und den Tisch gedeckt…während Schwester+Schwager sich im Bad fertig machten.

Angenehm für mich war, Beide waren noch relativ still..normalerweise sprudeln die Worte nur so heraus….aber inzwischen sehen wir uns scheinbar oft genug (momentan alle 2 Wochen)….und so war es bis zum Treffen am Frühstückstisch angenehm ruhig.

Das Wetter sollte besser werden, als am Vortag….und für den heutigen Tag hatten wir eine weitere touristische Attraktion geplant: Das Treppenviertel von Hamburg.

Mit dem Auto ging es nach Blankenese und von dort aus kreuz und quer durch die schmalen Gassen und Wege, treppauf und treppab gelaufen. Die Sonne schien, der Himmel war blau und immer wieder gab es wunderbare Ausblicke auf die Elbe,.

Wir hatten keinen Plan wo und wie wir laufen wollten….und haben bei jeder Möglichkeit abzubiegen, neu entschieden…bei einer Abzweigung saß ein älterer Herr vor seinem Haus und fragte uns, wo wir denn hin wollen…ohh wir haben kein direktes Ziel…wollen uns das Viertel anschauen. Da holte er aus dem Haus einen DIN A4-Bogen mit einer Skizze des Treppenviertels und malte einen Weg auf, der die schönsten Wege des Treppenviertels beinhaltete, bevor es zum Elbufer runter ging.

Das fanden wir super nett, haben uns vielmals bedankt und ihm noch einen schönen Sonntag gewünscht. Wir haben uns dann aber nicht genau an den Plan gehalten…so eine große Tour wollten wir dann doch nicht machen..aber ich werde den Weg ein anderes Mal anhand des Planes erkunden.

Irgendwann waren wir dann am Elbufer und sind dort entlang, Richtung Stadt gelaufen.

..leider gab es auf dem Weg kein Cafe das geöffnet hatte…also ging es über den Elbhöhen-Weg wieder zurück in Richtung Blankenese.

Mein Fuß machte Probleme, die Hüfte des Schwagers machte Probleme und auch meine Schwester fühlte sich irgendwann nicht mehr so gut….es wurde also Zeit für eine Pause.

Die gab es dann in einem italienischen Eiscafe in Blankenese bei Spaghetti-Eis und Kaffee – immerhin war schon Mittagszeit.

Hier im Eiscafe war der allgemeine Personalmangel deutlich sichtbar. Obwohl es einen großen Außenbereich und einen großen Innenbereich gibt, waren nur 3 Personen hinter der Theke und blieben auch dort. Bestellt wurde an der Theke, dort musste man auch warten bis alles fertig war, es wurde dort sofort bezahlt, Eis und Getränke entgegen genommen und dann ging es zurück an den Tisch. Fort ist die schöne Gemütlichkeit sich zu setzen und die Bedienung kommt an den Tisch. Aber okay – das ist jammern auf hohem Niveau. Die Alternative wäre ja das der Außenbereich geschlossen wird oder das die Eisdiele aufgibt…das wäre für alle wesentlich schlechter.

Mit dem Eis und dem Kaffee am Tisch, konnten wir die Pause dann auch richtig geniessen…es war warm und sonnig, das Eis lecker und dort zu sitzen war gemütlich…und zu unserer Verblüffung war das Auto sogar nur ein paar 100m entfernt. Prima.

Am frühen Nachmittag sind die Beiden dann wieder in Richtung Heimat gefahren und ich hab den Rest des Nachmittags entspannt mit Aufräumen und relaxen verbracht….achja und ein wenig Schlaf hab ich auch noch nachgeholt.

In 2 Wochen treffen wir uns ja schon wieder…beim 3. Anlauf für die Ballonfahrt….

Endlich wieder am Wasser

Endlich wieder am Wasser

Nach Feierabend ging es endlich mal wieder an die Elbe….

Bei beginnendem Sonnenuntergang und klarer, kalter Luft war es ein herrlicher Spaziergang…erst oberhalb von Blankenese über den Elbhöhenweg und später dann direkt am Wasser entlang…

Heute ging es nicht um sportliches Walken, sondern um entspanntes Schlendern ….meine Gedanken blieben an den Wolken hängen und an den Wellen…

Es waren auch nur etwas mehr als 4km….dafür vollkommen entspannt.

Sternenklar

Sternenklar

Was für ein schöner Abend…..zum Glück hab ich es doch noch geschafft, mich heute Abend zu einer Abend-Walking-Runde aufzuraffen….das erste Mal seit ein paar Tagen…okay, auch ohne diese Extra-Runden hab ich mich eigentlich ausreichend bewegt…trotzdem fühlte ich mich nicht zufrieden damit.

Die 20 Uhr Nachrichten hab ich dann im Auto gehört, während ich in Richtung Blankenese gefahren bin….Irgendwo oberhalb des Hirschparks hab ich das Auto abgestellt und bin erst einmal bis runter zur Elbe gelaufen…und dann immer in Richtung Teufelsbrück….

Dieses Teilstück ist zum größten Teil in Dunkelheit gehüllt….es gibt nur vereinzelt Lampen entlang des Weges…aber wie immer hab ich meine „Postionsleuchten“ für die Jacke und die kleine Taschenlampe für den Weg dabei.

Das Schönste an dieser Dunkelheit heute, ist der schöne Blick in den sternenklaren Himmel… viele viele Sterne waren zu sehen…..es war eine entspannte Atmosphäre…nicht gerade still, durch die fahrenden Schiffe auf der Elbe…aber friedlich und schön…..dazu diese leicht kühle und klare trockene Luft….

Leider bin ich nicht so weit gekommen….aber das wusste ich schon vorher…hab Schmerzen im Schienbein….wodurch auch immer, ist nichts dramatisches…aber es schmerzt bei jedem Schritt…und so war klar, das es keine ganz so große Runde wird. Wichtig war mir nur, überhaupt gestartet zu sein….nicht das sich die eingeschlichene Faulheit am Abend festigt…das geht gar nicht….

An meinen Homeoffice-Tagen hab ich zum Glück überhaupt kein Problem mich direkt nach dem Aufstehen für ca. 1 Stunde draußen laufen zu motivieren….also morgen früh wieder…bin gespannt…

Stein ist härter

Was gibt es Schöneres als einen Samstag NICHT einkaufen gehen zu müssen?… nicht einkaufen und bei dem trüben Wetter überhaupt nicht vor die Tür gehen zu müssen.

Es war also bisher ein ruhiger, gemütlicher Samstag Zuhause im Warmen…hab gekocht, aufgeräumt, gewaschen und was man sonst so macht und erst als es Draussen dunkel wurde, wurde ich unruhig…ich wollte doch noch zu einer Walking-Runde raus an die frische Luft.

Also flugs umgezogen, die Lichter geschnappt und los ging es. Erst einmal ins Auto und bis zum Elbufer in der Nähe von Blankenese gefahren. Das letzte Mal was es so schön, spät am Abend und bei Nebel…jetzt wollte ich dort noch einmal laufen…dieses Mal ohne Nebel….

Und es war auch zuerst ein toller Ausflug….dunkel aber ohne Nebel konnte ich die Lichter und Industrieanlagen auf der anderen Seite der Elbe viel besser erkennen:

Ich bin ein ganzes Stück weiter gelaufen, als beim letzten Mal..

.und irgendwann kam ich auf die TOLLE Idee, auf dem Rückweg eine Weile direkt am Elbstrand zu laufen…..hmmmm….direkt an der Wasserlinie war eine Art Betonsteg und auch ohne die Taschenlampe hatte ich genügend Licht….

….aber dann war der Betonsteg zu Ende und ich musste auf dem Sand weiter laufen. Was ich leider in der Dunkelheit nicht sehen konnte, direkt unter dem Sand waren große unebene Steine…und bereits mit dem 2. Schritt stolperte ich über einen…konnte mich noch auffangen und stolperte sofort über den Nächsten….

soooo und dann musste ich unbedingt mit meinem Rechten Knie auf einen weiteren Stein prallen und schon lag ich im Sand …..Der Aufprall mit dem Knie war heftig….und ich brauchte eine kurze Weile um mich überhaupt aufzusetzen zu können. Ich jammerte laut vor Schmerzen, wusste aber noch nicht, wo genau der Schmerz eigentlich herkam…und mein 1. Gedanke, als ich wieder denken konnte, war: und ich muss noch ca. 4,5km zurück zum Auto laufen.

Aber noch lag ich im Sand….zum Glück auf der Seite…denn erst so nach und nach merkte ich das meine Hose am Bein zerrissen war und ich eine offene Wunde hatte, die blutete. Nun gut, also bin ich langsam aufgestanden, humpelte jammernd zu einer Treppe in der Nähe, setzte mich hin und hab erst einmal meine Wunde mithilfe der Taschenlampe, die ich immer noch in der Hand hatte, begutachtet.

Alles halb so wild…die Wunde war zum Glück unterhalb der Kniescheibe und ich hab bereits bei den wenigen Schritten bemerkt, das ich beim Laufen das Knie normal beugen kann….es ist nichts gebrochen und scheinbar gibt es auch keinen sonstigen gravierenden Schaden rund um das Knie.

Na ,mit offenen Schürfwunden kenne ich mich ja inzwischen ganz gut aus. Doch jetzt war es schade, das ich dieses Mal nicht meinen Rucksack dabei hatte und damit hatte ich also weder Wasser, noch mein kleines Notfallpack dabei. Konnte die Wunde also weder säubern, noch irgendwie abdecken.

Und immer noch lagen ca. 4,5 Km zwischen mir und meinem Auto. Nun ist der Museumshafen von Hamburg nicht in der Einöde oder in der Wildnis. Ich hätte also ohne weiteres in einen Bus steigen, oder mir ein Taxi nehmen können (zumindest hatte ich etwas Geld dabei)…aber das war für mich überhaupt keine Option, solange ich überhaupt noch laufen kann.

Also bin ich, ohne Wundversorgung, einfach wieder auf die Promenade gegangen und hab einen Fuß vor den Anderen gesetzt und schon nach einer kurzen Weile hatte ich wieder meinen üblichen Rhythmus und bin tatsächlich bis zum Auto zurück gelaufen.

Erst Zuhause hab ich die Wunde dann von Sand und Blut gereinigt und mir einen Verband anlegt…mir ging es ja soweit gut, also hab ich nicht einmal eine Schmerztablette genommen. Die Nacht war allerdings so gar nicht erholsam….als Seitenschläfer wusste ich nicht, wie ich mich positionieren sollte…und das Bein tat einfach mit jeder Bewegung weh….na das kann ja heiter werden.

Bei Morgengrauen hab ich endlich Schmerztabletten genommen und seitdem geht es besser….Später hab ich den blutgetränkten Verband abgemacht, die Wunde noch einmal gesäubert, Wund-und Heilsalbe vorsichtig darüber verteilt und neu verbunden.

Und jetzt? Jetzt geht es mir wieder gut. Kann das Bein beugen und strecken, kann liegen und laufen und habe fast keine Schmerzen mehr. Ich hatte mir schon kurzzeitig Sorgen gemacht.

Na immerhin waren es an diesem Tag insgesamt knappe 11,5km die ich gelaufen bin.

Nachts an der Elbe

Nachts an der Elbe

Wenn man in Hamburg einmal in Ruhe an der Elbe entlang spazieren möchte, dann geht das nur spät am Abend.

Ich bin also gestern, nach meinem sehr späten Einkauf, nach Blankenese gefahren. Warm angezogen und mit genügend Licht ausgetattet bin ich von Blankenese, über Teufelsbrück bis kurz vor Övelgönne gelaufen….Immer auf der Promenade an der Elbe entlang….

Dabei war es nicht nur kalt und trübe, sondern es wurde auf dem Wasser immer nebeliger und nebeliger, während aber der Mond über mir klar strahlte…was die Stimmung durch die spärliche Beleuchtung an der Promenade noch einmal verstärkte…

….dafür war es nahezu menschenleer.

Kurz vor Övelgönne bin ich dann von der Promenade direkt über den Elbstrand bis ans Wasser gegangen (dort wo es möglich war, ohne sich gleich alle Gräten zu brechen…und die Dunkelheit und der Nebel auf der Elbe waren sehr dicht….die Wellen rauschten an den Strand und aus dem Nebel hörte man die Maschinen der vorbeifahrenden Schiffe …von denen sah man nur die Lichter…mehr nicht.

Genau in diesem Moment musste ich an die alten Edgar Wallace Filme denken ,mit dem Londoner Nebel über der Themse…hahaha…fühlte mich aber NICHT unwohl dabei.

Es war ein schönes Gefühl von Leben und von Freiheit.

Ausflug nach Blankenese

Ausflug nach Blankenese

Mit so einer Aussicht kann der Tag ja nur gut sein – oder?

Ich jedenfalls liebe den Blick aufs Wasser und den Sonne-/Wolkenmix….dabei ist es fast windstill…

Was meine Freude eher ein wenig trübt sind die Horden die am Elbuferweg entlang flanieren. Je exponierter das Ausflugszug, um so mehr Menschen sind dort…es ist wie überall.

Ich hatte Blankenese als Ausgangsort für meine Radtour gewählt, weil allein der Name Kindheitserinnerungen wach gerufen hat…Wenn wir unsere Oma mütterlicherseits in Hamburg besucht haben und das Wetter schön war (meistens waren wir eh in den Sommerferien dort) ging es entweder in die Lüneburger Heide oder nach Blankenese an die Elbe.

Es war aber nur noch der Klang des Namens der vertraut war….Ich habe NICHTS wieder erkannt…Meine Oma war ein Snob und sehr egoistisch…und ich habe auch nur sehr wenige positive Erinnerungen an diese Oma…aber ich weiß das ich als Kind die Ausflüge an die Elbe mochte….und so ist es heute immer noch….ich liebe Wasser- aber noch mehr liebe ich Wasser in Verbindung mit Ruhe und wenn ich das Ganze mit nur wenigen Menschen teilen muss.

Die Radtour führte mich dann in Richtung Wedel…damit wurden auch die Menschen-Massen weniger…aber so richtig ruhig wurde es erst auf der Rückfahrt durch den Wald. Was ich allerdings nicht bedacht habe…ziemlich Schluss musste ich ja wieder zur Elbchaussee …und da ich nicht noch einmal durch das Flanier-Volk fahren wollte, bin ich einfach vorher vom Wasser abgebogen…es ging steil bergauf…mit vielen TREPPEN…lach..

Prima – also für heute hab ich dann auch das Krafttraining gleich mit erledigt..