Endlich mal GUTE Nachrichten

Nach nunmehr 5 Monaten bekam mein Schwager nur endlich das Schreiben von der Rentenversicherung. Solange hatten die sich Zeit gelassen, um über den Widerspruch zu entscheiden, nachdem sie die Umschulung zum Busfahrer abgelehnt hatten.

Den Widerspruch hatte ich für die Beiden ausführlich ausformuliert, mein Schwager hatte es per Einschreiben weg geschickt und dann passierte, genau : nichts…mein Schwager blieb arbeitslos und ihm wurde auch geraten nicht einfach irgendeinen Job anzunehmen, da sonst die Rentenversicherung der Meinung sein könnte, er bräuchte diese Umschulung ja gar nicht.

Nun…aber die Zeit wurde jetzt knapp und immer knapper. Sein Arbeitslosengeld endet jetzt Mitte März und wir hatten schon überlegt wie es ohne weiter gehen soll. Erste Maßnahme: meine Schwester hat beantragt, das mein Schwager über sie krankenversichert sein wird…ganz wichtig.

Dann haben sie versucht einen Antrag auf Bürgergeld zu stellen, das ging aber nicht…dafür bekommt meine Schwester dann doch etwas zu viel (die bekommt, ebenfalls von der Rentenversicherung, Wiedereingliederungeld, weil sie momentan ja nach Hamburger Modell nur 3 Stunden täglich arbeitet und das wird wohl auch eine Weile so bleiben). Aber sie haben wohl Anspruch auf Wohngeld oder besser gesagt auf einen Zuschuss zu den Nebenkosten. Beide haben schon ihre Finanzen durch geschaut, wo sie noch sparen können und ich habe angeboten meine monatliche Unterstützung wieder aufleben zu lassen und etwas zu erhöhen.

Und jetzt endlich kam der Bescheid im besten Beamtendeutsch, das sie seine Möglichkeit einen Job als Berufskraftfahrer zu bekommen, neu bewerten und „dem erhobenen Widerspruch wird daher abgeholfen“ in dem der Ablehnungsbescheid aufgehoben wird. Meinem Schwager stehen damit „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ zu.

Mit anderen Worten es wird sich jetzt Jemand mit ihm in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, ob es jetzt tastsächlich die Umschulung sein wird und wenn ja wie das Aussehen kann. Zum Schluss hat sich die Rentenversicherung noch für die lange Bearbeitungszeit entschuldigt.

JAAA – also das ist doch mal eine gute Nachricht und bedeutet endlich wieder eine Perspektive für meinen Schwager und vor allem auch eine seelische Erleichterung für uns alle Drei…wir sind eben die „Kernfamilie“ und ich hänge ja auch finanziell mit dran. Kann die Beiden ja nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.

Wieder ein Rückschlag – Umschulung abgelehnt

Meinem Schwager wurde die Umschulung zum Busfahrer von der Rentenversicherung nicht genehmigt. Mit seinen beiden künstlichen Hüften könne er immer noch seinen Beruf als Berufskraftfahrer OHNE Be-und Entladen ausüben. Seine Erwerbstätigkeit sei damit nicht erheblich gefährdet oder gemindert.

AHA!! – Leider geht diese Beurteilung an seiner Lebenswirklichkeit komplett vorbei. Denn fast alle Jobs beinhalten auch das Be- und Entladen der LKWs und oftmals auch das Verbringen der Waren in Lager, die nicht immer ebenerdig, sondern oft in Kellern ohne Aufzüge liegen. Eine gute körperliche Belastbarkeit ist deshalb Einstellungsvoraussetzung. Bei seinem letzten Job war genau das Fehlen dieser Belastbarkeit der Grund, warum man ihm in der Probezeit gekündigt hat.

Nun gut, ich habe den Widerspruch heute formuliert…da ich so etwas auch nicht alle Tage mache, hab ich mich im Internet schlau gemacht, wie man das am Besten schreibt und die Widerspruchs-Begründung ging mir dann doch flüssig von der Hand.

Das Jobcenter war hierbei nicht hilfreich…die haben ihm auch nur geraten Widerspruch einzulegen, aber helfen könnten sie nicht. Nachher telefoniere ich noch mit Schwester+Schwager und ich werde ihnen auch raten, sich zusätzlich an eine Beratungsstelle des DRV zu wenden.

Bin mal gespannt, wie es hier weiter geht….ohh man, so langsam wäre mal wieder eine positive Nachricht für die Beiden vonnöten….

Weißkittel-Effekt

Wie kann man mich, als eingefleischten Autofahrer, davon überzeugen auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? – Also so – jedenfalls nicht.

Freitagmorgen musste ich von Quickborn nach Norderstedt (Mitte)…das sind per ca. 14km und dauert mit dem Auto ca. 15-20 Minuten je nach Verkehrslage. Es wurde jedoch abgeraten nach dem Herz-CT selber mit dem Auto zu fahren, weil ich für die Computertomographie einen Beta-Blocker bekomme, um den Herzschlag zu verlangsamen, evtl. noch ein Beruhigungsmittel, falls der Beta-Blocker nicht ausreicht und dann auch noch ein Kontrastmittel gespritzt bekommen werde, auf das man evtl. allergisch reagieren kann.

Also hatte ich mich für die Fahrt mit den Öffentlichen entschieden. Die AKN fährt ja aktuell nicht, wegen des Umbaus von Diesel auf Elektroantrieb…und so blieb nur der „Schienenersatzverkehr“…also der Bus. Die Hinfahrt war mit knappen 30 Minuten Fahrzeit noch richtig akzeptabel und unkompliziert…JA prima – also das ging ja besser als erwartet.

Jaaaa, bis ich dann mittags wieder nachhause wollte. Das ich 20 Minuten auf den Bus warten musste – okay geschenkt…aber das die reine Fahrtzeit auf dem Rückweg dann fast 1 Stunde dauerte…also das hat mich nun wirklich nicht überzeugt…auf dem Hinweg gab es nur wenige Haltestellen…auf dem Rückweg wurde eine Schleife nach der anderen gefahren und gehalten wurde gefühlt „an jeder Milchkanne“…ja also, das mag zwar eine optimale Anbindung der kleineren Ortschaften drumherum gewesen sein…aber keine optimale Streckenführung, um mich vom Bus zu überzeugen. Aber sobald die AKN/bzw. dann die S-Bahn bald wieder fahren sollte, dann würde ich für diese Strecke tatsächlich die Bahn bevorzugen.

Der Termin in der Kardiologischen Klinik war ganz okay…aber ein komisches Zeitmanagement haben die dort schon….ich war 1 von 3 die zur gleichen Zeit einen Termin für die gleiche CT-Untersuchung hatten, bei nur einem Gerät. Mein Vorteil war nur, das ich als 1. dort ankam und somit auch als Erste dran…bei mir hat der Termin insgesamt mehr als 2 Stunden gedauert…und als ich endlich gehen konnte, saß die 3. Patientin immer noch und wartete…inzwischen schon ziemlich genervt.

Die reine Prozedur im CT hat dabei nur knappe 20 Minuten gedauert. Mehr als 1 Stunde ging dafür drauf, meinen Ruhepuls auf unter 65 Schläge zu reduzieren…Als ich dem Arzt gegenübersaß lag mein Puls noch bei 110 Schlägen…und auch der 1.Betablocker brachte den Puls nicht wirklich runter. Ich hab den sogenannten „Weißkittel-Effekt“…IMMER wenn ich beim Arzt bin, schnellen Puls und Blutdruck in ziemliche Höhen und bleiben dort auch die ganze Zeit über. Also hab ich nach einer 3/4 Stunde noch eine weitere Tablette mit dem Beta-Blocker bekommen…und sollte das nicht ausreichen, wäre noch ein Beruhigungsmittel möglich. Aber bei mir half die 2. Tablette dann relativ schnell…ich wurde extrem müde und hab von selber auf mich aufmerksam gemacht…jetzt wäre es wohl soweit…und tatsächlich lag mein Puls auf einmal bei 64 Schlägen…bei meinem Fitness-Tracker sah der Abfall des Pulses auch ziemlich drastisch aus….hahaha…aber endlich konnte es losgehen.

Da das CT eigentlich keine Röhre ist, sondern eher einem überdimensionalen Donut gleicht, war die Untersuchung für mich unproblematisch…ich lag nur mit dem Brutbereich im CT und alle anderen Körperteile waren außerhalb…also gab es kein Problem mit meiner Klaustrophobie.

Erst kurz vor Ende der CT-Aufnahmen, wurde das Kontrastmittel gespritzt…und in Sekundenschnelle breitete sich diese merkwürdige Wärme in meinem Körper aus….krass wie schnell das durch die Venen lief….und dann war auch schon alles vorbei.

Nur ich hab in dem Raum gefroren, da das Gerät eine Art Kühlung laufen hatte..aber die Schwestern haben zumindest ein Handtuch über meinen freien Oberkörper gelegt….aber für den Rest des Tages war mir danach richtig kalt.

Mit dem Herz-CT werden vom ruhig schlagenden Herzen Bilder in vielen Schichten hintereinander aufgenommen, um so die Funktion des Herzens und den Zustand der Herzkranzgefäße sichtbar zu machen. So sieht man eventuelle Verkalkungen in den Gefäßen und auch Verengungen und auch, ob es Probleme bei der Funktion des Herzens gibt. Um aber überhaupt etwas mit dem CT sehen zu können, darf das Herz nicht zu schnell schlagen…deshalb muss der Puls bei den meisten Menschen verlangsamt werden…sonst ist die Untersuchung nutzlos.

Das Ergebnis erhalte ich aber erst später von meinem Kardiologen….wenn er selber die Auswertung aus der Klinik erhalten hat.

Was ist eine Weißkittelhypertonie?

Der eigene Blutdruck ist kein starrer Wert, sondern unterliegt natürlichen Schwankungen. Auch bestimmte Ereignisse, wie der Besuch beim Arzt können den Blutdruck steigen lassen. Von Weißkittelhypertonie oder auch Weißkitteleffekt oder maskierter Hypertonie spricht man, wenn zuhause ein normaler Blutdruck besteht, der in einer Klinik oder Arztpraxis aber höher ausfällt, nur weil er vom Arzt ermittelt wird. Weil manche Menschen bei einem Arztbesuch nervös sind und dies als Stresssituation empfinden, kann der Blutdruck ansteigen.

Die Differenz zwischen den beim Arzt und zuhause gemessenen Blutdruckwerten liegt oft bei etwa 20 mmHg oder mehr beim systolischen Wert. Bei einem normalen Blutdruck von 120/80 mmHg ist ein um 20 mmHg erhöhter Wert enorm. Man spricht also vom Weißkittelsyndrom.

https://www.visomat.de/weisskittelhypertonie/

Busfahrer in der Krise

Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal in Kontakt zu meiner ehemaligen HR-Kollegin aus Hessen….wir schreiben uns noch regelmässig, telefonieren aber seltener…sie hat immer viel zu tun.

Ihre jüngste Tochter hat gerade ihren Realschulabschluss gemacht und die Große schreibt die Bachelor-Arbeit ..sie selbst ist durch die personellen Veränderungen beruflich sehr unter Druck und arbeitet ja schon eine ganze Weile wieder Vollzeit…und das ich auch gut….immerhin zahlt der Konzern ordentliche Gehälter.

Ihr Mann arbeitet als Reise-Busfahrer….eine Berufsgruppe die es in Pandemiezeiten ja sehr schwer hatte. Es gab keine Reisen mehr….auch nicht innerhalb Deutschlands und selbst als es nach dem ersten Lockdown wieder möglich war, blieben die Menschen zurückhaltend bei Reisen…und so ist ihr Mann seit letzten Jahr in Kurzarbeit….

Tja und dann hatte ich gelesen, das in dem Ort ein Busunternehmen seinen Betrieb einstellt…und tatsächlich ist es genau das Unternehmen bei dem er angestellt ist. 200 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Über das Unternehmen wird geschrieben, das es dem Preis-Wettbewerb bei Ausschreibungen nicht mehr standhalten konnte…der Preisdruck wurde zu groß, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können….es hat sich schon vor längerem abgezeichnet ,das das Marktumfeld für kleine Bus-Unternehmen immer schwieriger wird….tja und Ende des Jahres ist nun Schluss.

Da die Sorgen um den Arbeitsplatz schon seit mehr als 1 Jahr bestehen, kam das Aus jetzt nicht überraschend….aber bitter ist es für die Familie schon. Wie und wo soll es denn jetzt einen neuen Job in dem Bereich finden, so mit Ende 50 in einem Beruf, der auch noch durch die Pandemie gebeutelt ist.

Umso besser, das die ehemalige Kollegin einen guten Job hat, der ist krisensicher und wird gut bezahlt…..also finanziell fallen sie nicht hinten-runter….trotzdem ist es keine leichte Situation….das nagt am Selbstbewusstsein und belastet das Familienleben….

Ich hab mich als „Ruhezone“ angeboten, falls sie mal eine kleine Auszeit für 1-2 Tage benötigt…