Wechselhaft: Wetter und Stimmung

Der Tag gestern war wechselhaft.

Gut gelaunt gestartet bin ich bei leichtem Regen erst einmal in den Ort: Waren gefahren…habe dort in einer Bäckerei gefrühstückt. Nach dem Thema mit 3-Gänge-Menü wollte ich das Frühstück im Hotel dann doch nicht dazu buchen.

Aus dem leichten Regen wurde am Vormittag dann so ein richtig lang anhaltender…aber die Luft war noch angenehm…also hab ich noch eine kleine Shoppingtour gemacht.

Der Regen blieb, die Luft wurde zunehmend wärmer und damit schwül…in Waren wurde es erstaunlich voll….und meine Laune sank ganz allmählich.

Nach dem vergeblichen Versuch zum Mittagessen am Hafen oder in de Innenstadt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen (die Kellner blickten nicht einmal auf, wenn sie einem mürrisch ihr NEIN entgegen brachten….nach so langen Wochen im Shutdown muss man das freundlich sein wahrscheinlich erst wieder lernen.), blieb es bei einem Fischbrötchen auf dem Wochenmarkt.

Aber Hallo der Backfisch kam heiß und frisch und sehr freundlich über die Ladentheke und war einfach lecker…..ich hab mir einen Unterstand gesucht um in Ruhe essen zu können.

Familien mit quengelnden Kindern (ich will nicht ins Museum, Ich hab keinen Hunger, ich will ein Eis)…und genervten Eltern (Vater mit dem Versuch zu beschwichtigen: Du brauchst Dir ja nichts anzuschauen, wir gehen nur durch. Mutter motzend zu den 4 Kindern: Es ist Mittag – JETZT wird etwas gegessen) machten es mir nicht leicht den Abstand einzuhalten. Und ältere Menschen die ihre Regenschirme wie Waffen einsetzen machten es mir auch nicht leicht, freundlich zu bleiben.

In einem Eiscafé am Hafen dann endlich ein Platz um sich nieder zu lassen und mit einem großen Erdbeerbecher war ich wieder mit der Welt versöhnt.

Doch der Gang durch die Innenstadt, selbst bei diesem Regen, war ein Spießrutenlaufen…In einem Geschäft war ich gerade in einer Umkleidekabine und eine Verkäuferin davor beschwerte sich bitterlich bei der anderen über die Kunden…das ging mehrere Minutenlang so, sie beschwerte sich lautstark wie wenig sich die Kunden erziehen lassen, das sie Sachen falsch zurück hängen usw…..

Ja ich kann ihren Ärger ja verstehen….würde mich auch nerven., das Wetter, die Kunden, das Leben….aber mir machte es dann überhaupt keinen Spaß mehr noch weiter in dem Laden zu stöbern…und das, was ich mir schon ausgesucht hatte, hab ich wieder zurück gelegt. Der Verkäuferin hab ich es auch gesagt, das ich es nicht gut finde, das sie sich so über die Kunden beschwert, denn ich bin ja auch Kunde und habe jetzt die Lust verloren hier überhaupt etwas zu kaufen. Sie hat mich etwas verdattert angeschaut, blieb aber stumm.

…und ich hatte jetzt wirklich keine Lust mehr auf diesen Ort, diese Menschenmassen. Selbst ohne Corona mag ich es nicht von so vielen Menschen umgeben zu sein….ich bin in den Naturschutzpark gefahren, habe mir mein Rad geschnappt und mich in den Wald verzogen….hahahaha

…..endlich Ruhe und Erholung…trotz des Dauerregens..jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Regel touristische Orte meide…

Wisst Ihr wie schön es klingt, wenn der Regen auf die Blätter im Wald fällt und auf den Moorsee…..ganz sanft….zaghaft und leise….

Am späten Nachmittag war der Regen vorbei, ich war vollkommen verschwitzt durch die Schwüle, den Regen und das Radfahren…im Hotel bin ich dann noch einmal unter die Dusche und danach bin ich in eine Art Schockstarre gefallen…

….in so ein schwarzes Loch. Ich wollte mich nicht mehr bewegen…konnte mich nicht aufraffen irgendetwas zu tun…ich dachte sogar darüber nach abzureisen…aber dafür hätte ich mich ja entscheiden müssen…mich bewegen müssen…ich hab einfach dagesessen und vor mich hingestarrt.

Ich muss zugeben, das kam nicht ganz unerwartet…schon seit letzter Woche merke ich zunehmend, das ich mal wieder in so eine Stille drifte. Ich hab versucht es abzufedern, zu umschiffen. Aber alles ist anstrengender geworden: das Bewegen, das Aufraffen…die Diskussionen (auch hier im Blog). Ich bin sehr schnell mental erschöpft…ich bewege mich in Summe weniger, das bekommt mir auch nicht so gut.

Also gestern Abend hab ich dann irgendwann angefangen mich doch wieder zu bewegen, langsam und unkoordiniert hab ich einige Klamotten zusammen gesucht und diese in die Reisetasche gepackt….was ich so nicht mehr brauche, habe die noch vorhandenen Reste meines Reiseproviants gegessen und mich langsam aber zunehmend aus meiner Starre gelöst. Okay – also ich bleibe noch bis Morgen…dann schaue ich mal weiter.

Heute Morgen ist diese innere Starre weg und das schwarze Loch ebenfalls…aber ich lechze weiter nach Ruhe…ich werde es heute also vermeiden in die größeren Orte zu fahren…. Also weiter geht es mit dem Urlaub

Bittere Erkenntnis

Die bittere Erkenntnis meines Urlaubs ist….auch ICH funktioniere wie alle anderen Menschen auch…und muss mir eingestehen das alle Experten Recht haben, die sagen das Menschen die sich von sozialen Kontakten komplett zurückziehen, depressiv werden können.

Wobei Ursache und Wirkung hier für mich nicht eindeutig zu unterscheiden sind…ziehe ich mich aufgrund einer  depressiven Verstimmung noch mehr von den Menschen zurück, ….oder bekomme ich eine depressive Verstimmung weil ich mich aufgrund meiner natürlichen Veranlagung ohnehin von Menschen fern halte?

Fakt ist durch meine berufliche Überlastung hab ich mich immer weiter zurück gezogen und der Wunsch GANZ allein zu sein wurde dabei sehr stark….und im Urlaub war ich das dann auch so ziemlich…das ist mir aber nur ein paar Tage richtig gut bekommen ….und danach  ging bei mir fast 2 Tage lang GAR NICHTS mehr….wollte mich nicht bewegen und hab quasi 2 Tage auf der Couch verbracht….ich habe wirklich NICHTS gemacht….hab geschlafen, fern geschaut und in die Gegend gestiert….und mich dabei mies gefühlt….ich konnte mich einfach der normalen Realität meines Lebens nicht stellen und hab in Stockstarre versucht mich unsichtbar zu machen…immer mit der  Gewissheit ich schaffe das alles eh nicht…und ich will es auch nicht….ich will nichts sehen und nichts hören.

Gut das ich Montag und Dienstag noch frei hatte….ich hab erst Montagnachmittag wieder angefangen mich zu bewegen, ich hab mich dazu gezwungen….und es ging wieder Stück für Stück. Der 1. Tag nach dem Urlaub im Büro war dann auch schrecklich…und erst gegen Ende des Tages war ich wieder einigermaßen im seelischen Gleichgewicht und heute war schon fast alles wieder im Lot.

Ich war ja immer der Meinung das Alleine-sein tut mir gut….tut es ja auch – ich bin ja gerne allein und kann (eigentlich) immer etwas mit mir anfangen. Aber im Urlaub so ganz ohne meine gewohnte Struktur und dann noch alleine – das funktioniert nur wenige Tage.

Das ist eine neue Erkenntnis die mich zwingt in manchen Dingen entgegen meiner eigenen Ansichten zu handeln und eben NICHT auf der Couch zu bleiben um mich auszuruhen – sondern mich zu bewegen und  mich eben NICHT zu verkriechen  – sondern wieder auf Menschen zuzugehen. 

Keine dunklen Wolken mehr – Mir geht es gut….

Mir geht es gerade richtig gut. Endlich fühle ich mich wieder unbeschwert und befreit… meine  dunklen Wolken, die mich in den letzten Wochen immer noch latent begleitet haben, sind verschwunden. Puh – ein Glück.

Ich hab so einige Parameter in meinem Leben neu justiert…

  1. Angefangen mit dem Frühstück: wesentlich weniger Zucker durch die täglich frisch gemixte Milch mit Himbeeren usw.
  2. Ich versuche in der Woche mindestens 6 Stunden ungestörten Schlaf  pro Nacht zu bekommen: Dazu schlafe ich fast immer alleine in meiner Wohnung….mein Schatz ist eine Nachteule UND schnarcht sehr laut….dadurch bin ich im besten Fall mindestens 3-4x in Nacht wach und im schlimmsten Fall, kann ich dann gar nicht mehr schlafen. Ich hab einen sehr leichten Schlaf.
  3. viel mehr Sport : Ausdauer- und Krafttraining zwischen 2-3x in der Woche im Fitnessstudio und auf dem Rad draußen – nicht so lasch und langsam, sondern mit hoher Intensität
  4. Ich versuche Mittags und gegen Abend immer noch genügend Sonne zu erhaschen um meinen Vitamin D-Haushalt wieder aufzubauen, dazu muss die Sonne auf die ungeschützte Haut treffen, 15 Minuten am Tag reichen da normalerweise schon aus.
  5. Insgesamt durch den Sport und die Wärme esse ich weniger Fettes und kaum noch Süßigkeiten, ich habe kaum noch Heißhunger. Dadurch muss ich auf nichts verzichten. Ich esse worauf ich Lust habe
  6. Ich achte sehr stark auf mein Sättigungsgefühl, versuche nicht aus reiner Lust einfach weiter zu essen…und dann bleibt auch schon mal etwas auf dem Teller liegen
  7. Und zu guter Letzt: Ich hab meinen Cola (Pepsi light)- Konsum von bis zu 3 Litern täglich gegen 0 gefahren….und trinke jetzt viel Wasser und ungesüßte Früchte-Tees.  Meine ständigen Magenprobleme sind  schon verschwunden…

Ich fühle mich fit und wach und ausgeglichen…das lässt mich auch den Stress im Job besser weg stecken…und aktuell freue ich mich jedes Mal auf den Sport.

Ich kann Lachen und habe Lust auf das Leben….Probleme türmen sich nicht schon am Anfang zu einer unübewindbaren Mauer auf, so das ich diese normal ab arbeiten und lösen kann.

Es wäre schön wenn dieser Zustand eine Weile anhalten würde – seufz

depressive Verstimmung

In den letzten zwei Wochen hab ich mich bewusst gegen das Bloggen entschieden.

Nachdem ich nun endlich auch vor mir selber eingestehen konnte, das mein extremes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein, zusammen mit meinem immer schlechter werdenden Sozialverhalten und auch der Rückzug meinem Freund gegenüber, mehr waren als nur die Auswüchse meiner Wechseljahre, hab ich bewusst eine Kehrtwende eingelegt.

Ich leide schon seit Jahren im Winter unter dem Lichtmangel, aber in diesem Jahr  hab ich zum ersten Mal realisiert, das hier ist eine länger anhaltende depressive Verstimmung…und ganz ehrlich,  mit dieser Erkenntnis war ich einerseits erschrocken und andererseits erleichtert, das nun zu erkennen.

Nur was ich realisiere, kann ich auch ändern…..und seit der Erkenntnis geht es wieder aufwärts….mein Sozialverhalten ist wesentlich besser geworden, mit meinem Schatz ist auch endlich mal wieder so etwas wie Friede eingekehrt…die Sonne scheint, ich kann wieder raus und bin endlich wieder in der Lage Dinge anzugehen.

Ich kann endlich wieder lachen, auch mal albern und ausgelassen sein….ich bin wieder emphatisch und kann mich an den Dingen erfreuen. Erst jetzt wo das wieder da ist, bemerke ich das diese Dinge vorher nicht mehr dagewesen sind… das ist gruselig – weil ich es nicht bemerkt habe.

Also ich habe schon bemerkt das ich immer wieder „schlecht drauf“ war ….aber ich habe das Ausmaß nicht realisiert….

Jetzt bin ich erleichtert und in den letzten 14 Tagen  habe ich viel getan um aus meinem Schneckenhaus heraus zu kommen….verbringe wieder mehr Zeit mit meinem Schatz, wir waren letzte Woche mehr als 2 Stunden im Wald….und so langsam macht die Arbeit auch wieder Spaß.

Puhhh….Glück gehabt   – ich hoffe das „Gespenst Winterdepression“ kommt so schnell nicht wieder….