Büro-Regeln

Auch der gestrige Tag im Büro war zwar schön – aber auch sehr unruhig.

Ein Kollege war auch schon ziemlich genervt, wegen der Umzugs-Aktion, die quasi direkt vor seiner Bürotür stattfand…..schlimmer fand ich mal wieder das 2-Stunden Teams-Meeting.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr sich andere Abteilungen im klein-klein von Regeln verheddern und sich selber limitieren, indem sie alles bis ins Kleinste versuchen festzulegen. Meistens funktioniert das so nicht.

Das sind größtenteils junge und studierte Menschen, die sich zum Ersten Mal in ihrem Berufsleben mit Digitalisierung und einheitlich zu gestaltenden Regeln zum Speichern der unterschiedlichsten Dateien beschäftigen.

Aus meiner Erfahrung sollte man sich erst einmal die Grundstruktur überlegen und ein paar Unterklassifizierungen….dann fängt man einfach damit an alles entsprechend umzuspeichern und dann ergeben sich daraus die nächsten Schritte. Alles im Trockenen bis auf die 5. oder 6. Unterkategorie festlegen zu wollen, führt meistens nur zu Verwirrung.

Meine Abteilung ist dabei außenvor….es gibt aus der Zentrale klare Richtlinien für viele wichtige Unterlagen, die auch dort benötigt werden ..und für alles andere, hab ich die Grundstruktur des Controllers übernommen….Untergliederungen hatte er nur vereinzelt .

Also habe ich nun für die Gesellschaften die ich betreue, eigene Untergliederungen nach Sachthemen eingeführt, eben so, wie ich es schon seit vielen Jahren mache und wie es sich aus dem normalen Arbeitsablauf unserer Abteilung ergibt. Ich speichere dabei auch wesentlich mehr Daten, so bin ich inzwischen relativ unabhängig von den physischen Ordnern im Büro…das erleichtert die Homeoffice-Arbeit ganz entscheidend.

Also war ein großer Teil des Meetings für mich wieder einmal uninteressant….und ich hab dabei weiter gearbeitet.

Dann wollte der GF wissen, wie und ob die aktuell geltenden Corona-Regeln bei uns noch Zustimmung finden und wie wir ab jetzt im Büro arbeiten wollen…Es haben sich nur wenige Kollegen zu Wort gemeldet, aber das waren die eher vorsichtigen Stimmen (mich mit eingeschlossen) und so wurde jetzt festgelegt:

Solange die Inzidenz in Hamburg über 50 liegt, bleibt es bei der Regelung: 1-Person pro Büro / Maske auf den Fluren / physische Meeting nur mit zeitlicher Begrenzung und mit 3-4 Personen im großen Raum (der ist für 12 Personen gedacht)….

Sobald die Inzidenz unter 50 sinkt, dürfen 2 Personen die vollständig geimpft und beide damit einverstanden sind wieder zu zweit in gleichen Büro arbeiten, ohne Maske. Maske auf den Fluren bleibt.

Ja damit bin ich einverstanden…..noch würde ich mich unwohl fühlen bei den steigenden Werten wieder den gesamten Tag zu Zweit im Büro zu sein….trotz Impfung

Und das Thema Firmen-Event in der Zentrale im Norden Dänemarks fand natürlich auch großes Interesse, vor allem die Einreise-und Rückreise-Regeln zwischen DK und DE. Es wurde aber überhaupt nicht klar, wer sich denn überhaupt für oder gegen das Event entschieden hat…..Ich weiß nur von insgesamt 3 Personen (mich auch mit hier eingeschlossen).

Die Meisten sind noch unschlüssig und wie uns mitgeteilt wurde, handeln die Dänen inzwischen wieder so, wie vor Corona…es gibt keine Maskenpflicht mehr und auch keine sonstigen Einschränkungen….Einzig Test bei der Einreise (seit gestern auch wieder für Einreisen aus Deutschland)

Da gehe ich an dem Tag lieber ins Büro und arbeite….und noch vor Ende des Jahres fahre ich gerne noch einmal mit dem Controller nach DK um unsere Themen mit den verschiedenen Chefs und Kollegen zu besprechen…..dann sind wir nur zu zweit im Auto und jeder hat ein eigenes Hotelzimmer….und es laufen nicht gleichzeitig 200 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern dort herum…..hahaha

Wer ist mein Chef?

Da meine Arbeitswoche nur von Mittwoch bis Freitag ging, gab es genügend Arbeit die erledigt werden musste …es lief eigentlich auch alles ganz geschmeidig…hab meine Themen gut erledigt bekommen…..und trotzdem blieb es irgendwie komisch.

Ein weiterer technischer Kollege hat gekündigt…also irgendetwas läuft da schief…sehr schade.

Der GF hat mich nun endlich gefragt, bei welchem Chef ich mein jährliches Personalgespräch haben möchte….da sich keiner der Chefs sicher ist, wer denn nun eigentlich als mein DIREKTER Vorgesetzter gilt, auch die Dänen haben es diskutiert und sind sich da nicht so sicher, soll ich selber aussuchen, wer mir genehm ist.

Also so etwas hab ich bisher auch noch nicht erlebt, aber da man mir die Wahl gelassen hat, hab ich mich für einen der dänischen Chefs entschieden. Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich glaube ich hab eine gewisse Erleichterung bei dem GF hervorblitzen sehen…hahaha…immerhin haben wir keinerlei berufliche Berührungspunkte und ich kann auch nicht behaupten, das wir schon einmal ein lockeres Gespräch hatten….oder er mit mir mal geplaudert hätte.

Ich hab also gestern den von mir bevorzugten Chef angeschrieben, ob er damit einverstanden wäre diesen Part zu übernehmen ….und heute in einem unser immer wiederkehrenden Teams-Meeting, hat er sich dazu bereit erklärt.

Da bei uns auch noch andere organisatorische Änderungen bevor stehen, wird es weiterhin unruhig bleiben…der Controller möchte seine Projektgesellschaften abgeben und sich nur noch um die Hauptgesellschaft kümmern……und ich wurde schon gefragt was davon ich noch übernehmen könnte….in den nächsten Monaten werden wir dann für mehr als 100 Einzel-Gesellschaften neue Bankverbindungen benötigen mit all dem Rattenschwanz der damit verbunden ist und noch wurde nicht entschieden zu welcher Bank gewechselt wird. Es kommen weitere neue Kollegen, unser Standort wird erweitert, ein zusätzlicher Standort in der Mitte Deutschlands wird eröffnet, auch 2 weitere dänische Kollegen aus unserer Abteilung sind weg gegangen….auch da kommen neue Kollegen und alles steht auf Wachstum und Veränderung. Viele Organisations-Strukturen werden kurzfristig weiter zentralisiert und standardisiert.

Diese Phasen eines schnell wachsenden Konzerns hab ich ja schon öfter mit gemacht und weiß, das die Leichtigkeit des Arbeitens in gleichem Maße abnimmt, wie eine zentralisierte Arbeitsstruktur aufgebaut wird. Das ist die schmerzhafte Phase in dem jeder erkennt, das ein MEHR an Organisation und Digitalisierung andere Abläufe bedeutet, was meistens am Anfang mehr Zeit in Anspruch nimmt….und das man kontrollierbarer wird, wenn man standardisiert arbeitet. Das geht auch zu Lasten der Flexibilität und auch die Unbeschwertheit der ersten Jahre geht schnell verloren.

Mich schreckt es nicht, weil genau so arbeite ich ohnehin schon….nur das ich dabei meine eigene digitale Struktur in unserem System aufgebaut habe….mal sehen wohin die neuen Wege uns führen…..