kurze Meldung aus alten Zeiten

Mit einem Anflug von Sentimentalität hat eines der Mädels aus meinem ehemaligen Team, den Bildschirm-Abdruck eines Status-Reports aus SAP per Whatsapp geschickt, mit der Aussage: „Du bist noch da“…..mitten hinein in mein gähnend uninteressantes Meeting am Freitag.

Ich musste lachen, als ich die Daten hinter meinem Namenskürzel sah: die von 2008 bis 2018 variierten… JA klar 2008 hatten wir auf die diese Version umgestellt und sooo schnell werden die Daten auch nicht aus dem System verschwinden…..diesen Report hab ich bis 2018 selber bearbeitet und ihn dann erst ans Team übertragen…..

Vermisse ich diese Arbeit und mein Team? Ganz ehrlich – Nein. Die Arbeit hab ich wirklich geliebt, aber machen möchte ich das nicht mehr…viel zu stressig und aufreibend…ich vermisse das IT-System ja, aber nicht die Arbeit.

Und das Team vermisse ich auch nicht mehr….das hat schon eine ganze Weile gedauert, sie nicht mehr zu vermissen…mich nicht mehr verantwortlich zu fühlen. Manchmal fehlt mir die ausgelassene private Seite der ehemaligen Kollegen…aber auch das nimmt weiter ab.

Ich lebe sehr bewusst im Hier-und-Jetzt und gehöre nicht zu den Menschen die rückwärtsgewandt durchs Leben gehen. Aber natürlich finde ich so eine kleine Nachricht aus der Vergangenheit sehr schön und wir haben dann auch ein paar Minuten Nachrichten getauscht….

Kommunikations-Fluss

Nach 6 freien Tagen (incl. Feiertage und Wochenende) …und einem Homeoffice-Tag gestern, war ich heute heilfroh wieder ins Büro zu dürfen….zumindest für einen 1/2 Tag.

Wie bereits beschrieben, war Ostern für mich nur halbwegs entspannt…aber trotzdem schön…aber den Rest vom Osterfest hab ich mich zuhause verkrochen…naja, bei dem Wetter war es auch nicht so schwer. Aber ich hatte mich auch seelisch ein wenig eingeigelt….und wollte eigentlich nichts von Außen an mich heran lassen….aber das geht ja nicht so einfach.

Ich habe natürlich so einige ausführliche Nachrichten bekommen und auch geschrieben….aber ich war erst am Montag Abend wieder bereit zu reden….da hatte ich nämlich eine Telefon-Verabredung mit meinem Rentner-Kollegen aus Hessen…und das war wie immer: lustig, unterhaltsam und ein reger Gedankenaustausch und das tat mir sehr gut…der ehemalige Kollege ist inzwischen zu einer festen Größe in meinem privaten Umfeld geworden….wir telefonieren spätestens alle 2 Wochen miteinander und tauschen uns auch zwischendurch über Whatsapp aus….und auch mit anderen ehemaligen Kollegen stehe ich immer noch in leicht unregelmäßigem Kontakt, aber das beständig..

Die Kommunikation zu meinem alten Team hat dagegen weiter nachgelassen. Da hab ich mich tatsächlich mal einen Monat überhaupt nicht gemeldet und wollte mal sehen, wer Ostern von sich aus eine Nachricht schickt….und tatsächlich hab ich von allen eine Whatsapp bekommen…hahaha wenn auch von Zweien nur diese kleinen Videos kamen, die man erhält und einfach weiterleitet…so ohne Anrede und ohne persönliche Nachricht…und Beide haben dasselbe Video geschickt….sehr kreativ….aber egal.

Dienstag im Homeoffice hab ich dann einen Video-Anruf eines Kollegen aus Berlin bekommen…und wir haben uns länger unterhalten, dazu haben wir i.d.R. nur selten Gelegenheit…aber wir hatten gerade eine einschneidende Nachricht erhalten….per Email hat der bisherige „Chef“ unserer Hamburger Dependance seinen sehr kurzfristigen Austritt aus der Firma bekannt gegeben….Seit Anfang des Jahres gibt es ja noch zusätzlich einen GF Vorort….und eigentlich sollten sich die Beiden die Aufgaben teilen…so hatte ich es zumindest verstanden…und jetzt geht der langjährige Mitarbeiter….und das hat nicht nur mich umgehauen….sondern ALLE….ich glaube auch den neuen GF.

Sein letzter Arbeitstag ist bereits diesen Freitag….wie soll man bitteschön alle Prozesse innerhalb von 3 Tagen so ändern, das der bis dahin Verantwortliche durch wen auch immer, ersetzt werden kann….so schnell bekommt man weder die IT-Prozesse umgestellt, noch die Bankvollmachten geändert….na zum Glück betrifft das zum größten Teil den Controller…und mich nur am Rande…aber trotzdem….das ist schon der Hammer.

Heute im Büro herrschte deshalb eine seltsame Stimmung….es waren kaum Kollegen da. Bei denen die da waren, blieben die Türen erst einmal geschlossen….da ich erst am späteren Vormittag ins Büro kam, hab ich nur durch die Glastüren gewunken….Am späteren Nachmittag kamen nach nach und nach die wenigen Kollegen zum quatschen zu mir ins Büro….Thema: Ostern, der Wintereinbruch und natürlich wie geht es jetzt weiter, wenn der Kollege geht.

Erst heute im Büro, in der mir inzwischen sehr vertrauten Umgebung, fühle ich mich wieder im Kommunikations-Gleichgewicht…und das Präsenz-Arbeiten hat mir mehr Vergnügen bereitet, als weiter im Homeoffice zu sein.