Sonne – da ist sie wieder

Sonntagmittag konnte ich dem Sonnenschein nicht widerstehen….ENDLICH mal wieder Sonne…gefühlt waren es 2-3 Wochen ganz ohne: nur bedeckter Himmel, viel Schnee und manchmal Regen. Die Sonne täuschte aber auch tatsächlich etwas Wärme vor….hahaha es war weiterhin lausig kalt…aber immerhin hellten die Sonnenstrahlen meine Laune auf.

Ich bin nach Brunsbüttel gefahren, zum Nordostseekanal. Das Auto habe ich in der Stadt abgestellt und bin zu den Schleusen gelaufen, dann daran entlang….es war ein ruhiger Nachmittag, was ganz klar am eisigen Wind lag. Nur wenige Menschen waren unterwegs.

Aber es war sooo schön mal wieder in die Weite schauen zu können, das Gesicht in die Sonne zu halten und ganz tief die eisige Luft einzuatmen. In diesem Winter hat mich bisher kein grippaler Infekt oder Schlimmeres getroffen….ich nehme an, das liegt auch an meinen Walkingrunden bei Eis und Schnee und schlechtem Wetter.

Im großen Bogen, bin ich dann auch am Schöpfwerk vorbei gelaufen….Es ging dabei nicht um Geschwindigkeit, sondern um das bewusste Geniessen der kalten Luft und der Sonnenstrahlen…

Nach guten 8,5 km bin ich dann wieder zum Auto, hatte noch kurz zuvor in einem kleinen italienischen Eiscafe Halt gemacht.

Der Aufenthalt dort war eher skurril, als entspannend. Die ältere Bedienung stand am Tresen wie eine Staue und musste erst vom Mann hinter dem Tresen aufgefordert werden, sich zu mir zu wenden, anschließend stand sie wieder minutenlang bewegungslos als Statue. Ich wartete darauf, das sie einfach umkippt…tat sie natürlich nicht hihi.

Die andere junge Bedienung schmisss das abgetrockneten Besteckteile einzeln mit Wucht in die Behälter…und das minutenlang,…auf einem Stuhl mitten im Raum stapelten sich die Jacken der Bedienungen und auf Tisch lagen deren andere Utensilien.

Der Gastraum war klein und all das zusammen störte mein Wohlgefühl….aber naja ich musste mal dringend auf die Toilette und habe dann noch einen Kaffee dort getrunken.

Wieder zuhause angekommen, habe ich mir einen gemütlichen Abend gemacht….incl. Wäscheberge zusammenfalten und in die Schränke räumen.

Wo geht es zu den Eisbergen?

Eisberge in Deutschland klingt erst einmal absurd. Aber bereits seit letzten Freitag kam es in den Nachrichten, das bei Geesthacht (unterhalb von Hamburg, an der Elbe) tatsächlich Eisberge auf der Elbe treiben und sich zu einem Besuchermagnet entwickelt haben.

Nun ist Geesthacht tatsächlich nur 60km von meinem Zuhause entfernt…aber wenn man den direkten Weg nehmen möchte, fährt Mitten durch Hamburg hindurch (das kostet viel Zeit) oder man fährt großräumig um Hamburg herum (das kostest dann viele Extra-Km und viel Zeit). Zusammen mit der Aussicht dort auf viele Menschen zu treffen, war es dann doch nicht mein erklärtes Ausflugsziel. Aber es reizte mich schon.

Gut das ich Frühaufsteher bin. Für Sonntagmorgen hatte ich mir den Wecker auf 5 Uhr gestellt und um 6 Uhr bin ich losgefahren. Bei -5 Grad und heftigem/eisigem Wind…aber die Straßen waren frei.

An einem Sonntag kurz nach 6 Uhr morgens mitten durch Hamburg zu fahren (um zur A25 zu kommen), hatte schon fast etwas Surreales. Kaum Verkehr und viele Grüne Ampeln. Also soooo flüssig bin ich noch nie hierdurch gefahren. hahahhaa…Und nach ca. 1 Stunde war ich in Geesthacht. Habe mein Auto mitten in einem Industriegebiet abgestellt und bin dann auf vereisten Gehwegen bis zur Schleuse gelaufen.

Die Schleuse wird aufgrund der Wetterbedingungen gerade nicht genutzt….bei den vielen Eisschollen .

Okay das sind Eisschollen….aber keine Berge. Wo sind also die Eisberge?

Ich bin über die Schleuse bis auf die Elbinsel gelaufen und bin dort auf der verschneiten Insel gute 1,5 Stunden durch den vereisten Schnee gelaufen…das war sooo schön ruhig und so entspannend. Hier lief es sich auch prima.

Als ich wieder auf der Brücke ankam kam mir eine junge Frau entgegen und fragte mich: „Wo geht es denn zu den Eisbergen?“ Ich musste ehrlich antworten: ich weiß es nicht, aber ich vermute, die sind auf der anderen Seite der Brücke …also in ihre Laufrichtung, während ich mich davon entfernte.

Ich bin derweil wieder in Richtung meines Autos gelaufen und als ich dort ankam, hatte ich knappe 9,5km hinter mir und war völlig durchgefroren….der eisige Wind machte aus den -5 Grad gefühlte -10 Grad. Gut das ich heißen Kaffee und ein paar Butterbrote dabei hatte. Danach ging es wieder.

Inzwischen waren auch tatsächlich schon viele Menschen in Richtung des Stauwehrs unterwegs…also bin ich mit dem Auto nochmals in die Richtung gefahren,….und komplett über die Brücke….und tatsächlich auf der Brücke konnte ich sie bereits sehen. Auf der anderen Seite der Brücke war ein kleiner Parkplatz und ich sah, das es noch genau 1 freien Platz gab…okay – das verstand ich dann als Einladung mir die Eisberge doch noch aus der Nähe anzuschauen.

Auto abgestellt und wieder auf die Brücke…..Mütze tief ins Gesicht, Kapuze drüber und festgezurrt, um dem Wind zu trotzen

Diese Eisberge sind entstanden weil die Eisbrecher, die auf der Elbe eingesetzt werden, das Eis aufbrechen und zur Seite schieben. Dadurch türmen sie sich auf.

Inzwischen gibt es solche „Berge“ nicht nur in Geesthacht, sondern an vielen Stellen, vor allem an den Küsten.

Ich blieb nur ca 1/2 Stunde dort und dann hatte ich auch genug und bin wieder nach Hause gefahren….gelohnt hat sich der Ausflug all….und es war noch nicht einmal Mittag. Zuhause ging es dann erst einmal unter die heiße Dusche und anschließend mit einem heißen Tee auf die Couch.

Neuigkeiten aus Flensburg

Ich bin also letzte Woche Freitagmittag nach Flensburg gefahren. Mit einem schönen Blumenstrauß habe ich meiner Schwester zum „3.Geburtstag“ seit den Herz-OPs, gratuliert. Es war so bitterlich kalt, was vor allem an dem Ostwind lag, der durch die Stadt fegte….aber na klar haben wir das gemacht, was wir immer machen:

Wir sind in die Innenstadt gefahren, sind durch die Straßen gebummelt (ohne in Geschäfte zu gehen) und haben in einem kleinen Fischbrötchen-Laden (mehr gibt es dort tatsächlich nicht – dafür aber in „sehr lecker“) ein Fischbrötchen gegessen…anschließend ging es weiter die Fußgängerzone bis zum Ende, dann runter zur Förde und sind dann das neu aufgebaute Teilstück an der Förde entlang gelaufen.

Nach der starken Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023, mussten und werden immer noch Teile der Kaianlagen und des Hafens wieder hergestellt und dieses zuletzt fertig gestellte Teilstück, kannte ich noch gar nicht. Nein, es war nicht gerade der beste Tag um bei starkem Ostwind an der Kai-Linie entlang zu schlendern…wir mussten gegen den Wind ankämpfen…aber die Eisschollen auf der Förde hab ich vorher auch noch sooo nicht gesehen…zumindest nicht als Erwachsene.

Am Rand war das Eis noch kompakt und weiss…aber der Rest bestand aus fast durchsichtigem Eis und es bewegte sich permanent…man muss also schon ganz genau hinschauen, um zu sehen, das es sich um Eis handelt…

Man haben wir gefroren und am Anfang hatte ich bei dem eisigen Wind auch nicht sonderlich Lust dort entlang zu laufen….aber dann war es doch toll…irgendwann wurde uns endlich wärmer. Mütze auf, Kapuze drüber und festgezurrt, mit Thermohose, Winterjacke und dicken Handschuhen sind wir dort entlang gestapft und konnten es dann auch geniessen.

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück zur Wohnung von Schwester+Schwager…haben uns dort aufgewärmt und sind anschließend zu Dritt in ein italienisches Restaurant gefahren, welches ich im Internet gefunden hatte. Das „Ristorante I Leonie“ kannten die Beiden auch noch nicht…das gibt es so auch erst seit ca. 9 Monaten, wurde uns dort erzählt.

Und wir haben alle Drei genau das gegessen, was mich im Internet so beeindruckt hatte: Pizza und die war mega. Ich liebe es, wenn der Teig am Rand wulstig und knusprig ist, während der Boden gaaanz dünn ist…und genau das gab es hier. Meine war vegetarisch mit Artischocken, Pilzen und Zwiebeln:

Wir hatten einen schönen Abend und eventuell gibt es auch bald gute Neuigkeiten für meinen Schwager….es keimt die Hoffnung auf, das er bald eine neue Arbeitsstelle haben könnte…bisher gibt es nur eine mündliche Zusage….also noch ist nichts schriftlich fixiert. Er hat über die Maßnahme der Rentenversicherung, in der er sich seit fast 1 Jahr befindet, im Dezember ein Praktikum bei dem potentiellen Arbeitgeber gemacht.

Momentan liegt der Ball jedoch beim Träger der Maßnahme, der mit dem Arbeitgeber verhandelt, wann und wie es jetzt mit meinem Schwager weiter geht.

Meiner Schwester und mir geht das gehörig auf die Nerven: Vertrag her und fertig…was gibt es da noch zu verhandeln: Schwager+ Arbeitgeber waren sich doch einig….grrrr.

Wie immer geht es um Geld und der Träger möchte diesen Arbeitgeber nicht als Praktikums-Platzgeber für Andere verlieren….unfassbar…die sollen meinem Schwager doch dabei helfen, eine neue Festanstellung zu bekommen. Ich befürchte mal wieder das Schlimmste und hoffe gleichzeitig, das ich mich irre.

Ruhe im Moor und eine Begegnung

Auf die Fahrt ins Pietzmoor hab ich mich echt gefreut.

Er dauert mit dem Auto nur ca. 1 Stunde und der Weg durch den Elbtunnel am Mittag war trotz des vielen Verkehrs unkompliziert.

Bei dem schlechten Wetter (bedeckt, leicht windig und eisig kalt) war der große Parkplatz am Schäferhof leer.

Ich hab mich im Auto erst einmal wetterfest umgezogen…und mit den letzten Vorbereitungen kam ein weiteres Auto auf den Parkplatz, fuhr ein paar Meter an mir vorbei und ein Mann – so Ende 50 – stieg aus.

Ich hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen, meinen Rucksack geschultert und machte mich auf den Weg. Der Mann blieb an seinem Wagen stehen, sah zu mir. Ich grüßte mit einem Moin und ging an ihm vorbei…höflich, wie ich nun einmal bin.

Er richtete das Wort an mich: Ich käme wohl aus Hamburg um hier im Moor meinem Stress zu entfliehen.

Eine merkwürdige Art ein Gespräch anzufangen…ich schaute ihn kurz an und entgegnete: So in etwa – möchte nur einen schönen Nachmittag hier verbringen…und lief weiter…so langsam kam ich dann auch in meinen Lauf-Rhythmus und eigentlich wollte ich mich nicht weiter unterhalten.

Aber der Mann war, trotz meines schnellen Schrittes, nicht weit hinter mir und als ich für ein Foto stehen bliebe holte er mich ein….und richtete wieder das Wort an mich….über das Eis auf dem Moorsee – welches ich gerade versuchte im Bild einzufangen:

hmmm…neee so hatte ich mir meinen Nachmittag hier nicht vorgestellt…ich versuchte es mit längerem wegdrehen und Stehenbleiben, um weitere Motive auszuloten….aber der Mann ging nur ein paar Schritte weiter…stellte sich dann an ein Geländer und sah auf den Moorsee und schien nicht die Absicht zu haben, weiter zu gehen.

Neee – also so wird das nichts mit meiner Ruhe hier …ich hab also den Turbo eingelegt und bin noch schnelleren Schrittes wieder an ihm vorbei gegangen…und den schnellen Schritt behielt ich für die nächsten 1-2 km bei… ich blieb nicht mehr stehen und schaute mich auch nicht um.

Ich hab lange Beine und kann große Schritte machen….irgendwann hatte ich das Gefühl, wieder alleine zu sein…und so war es auch…ich hab also meine Schrittgeschwindigkeit wieder auf Normalmaß verlangsamt und nun endlich konnte ich den Weg, die langsam aufklarende Aussicht und vor allem die Ruhe und kalte Luft so richtig geniessen…warm war mir inzwischen auch.

Nach der ersten Runde mit knappen 5 Km, kam ich wieder am Parkplatz an….der war wieder leer…also bis auf mein eigenes Auto. Prima – der Mann von vorhin hat also irgendwann kehrt gemacht und ist dann wohl weiter gefahren.

Irgendwie hat es mich erleichtert, der Mann wirkte zwar nicht unsympathisch…aber ich wollte eben keine Unterhaltung führen…ich war bei dem Wetter hierhin gekommen, um meine Ruhe zu haben…und mit Ruhe, meine ich wirklich Ruhe….ich wollte mich nicht unterhalten…ich wollte keine Gesellschaft.

Leider wird manchmal meine im allgemeinen freundliche Art zu anderen Menschen, mit echtem Interesse verwechselt.

In der Gewissheit nun wirklich alleine meinen Weg weiter gehen zu können, hab ich mich für eine zweite, kleinere Runde entschieden….und hab, wie immer, die vereinzelten Menschen, die mir dann doch begegneten, freundlich im Vorbeigehen gegrüßt – wie man das eben so macht, wenn man sich im Wald oder im Moor begegnet…das habe ich schon als kleines Kind gelernt. Man geht nicht wortlos aneinander vorbei.

Nach insgesamt knappen 8km kam ich dann wieder an meinem Auto an…jaaa das hatte gut getan…die Lüneburger Heide macht auch bei schlechtem Wetter Spaß…ich liebe die Landschaft, diese Ruhe und Weite….wenig Menschen….soooo fängt Erholung für mich an.

Wieder an meinem Auto angekommen, steckte am Türgriff auf der Fahrerseite ein großer Zweig mit zarten Blütenknospen von einem Strauch in der Nähe…da hat mir wohl der Unbekannte einen kleinen Gruß dagelassen.

Meine Fahrt ging dann weiter zu meinem 2. Zielort: Soltau….das war nur noch ein paar Km entfernt.