Eltern – KEINE Besuche

Der letzte Besuch bei meinem Vater hat mich sehr aufgebracht und ich habe mich – entgegen meines Versprechens zu seinem Geburtstag zu kommen (Eltern – mir reichts jetzt)– tatsächlich entschieden meinen Vater NICHT an diesem Tag zu besuchen.

Dafür hab ich ihm bereits in der letzten Woche eine Geburtstagskarte und einen mehrseitigen Brief geschrieben.

Jawohl – ich hab ihm geschrieben, das ich nicht komme und warum ich nicht komme und das ich in der nächsten Zeit auch keinen weiteren Besuch plane. Ehrlicherweise hab ich das schmerzhafteste Thema jedoch nicht angesprochen, aber das ich seine Lügengeschichten eben nicht mehr ertrage usw.

Am Geburtstag meines Vaters hab ich eine Whatsapp-Nachricht von meiner Schwester bekommen, ob bei mir alles in Ordnung sei…..Ich hab ihr von dem Brief erzählt…Wahrscheinlich hat mein Vater sich bei ihr beschwert das ich ihn hängen lasse, das macht er ganz gern. Bei mir beschwert er sich über meine Schwester und umgekehrt.

Sie meint: es sei schon hart von mir – aber sie könne mich verstehen.

Nun gut! Wie immer war es eine meine „einsamen“ Entscheidungen….ICH habe für mich die Entscheidung getroffen und so bleibt es jetzt erst einmal, bis ich mich wieder anders entscheide.

Das muss ganz allein ICH vor MIR selbst rechtfertigen. Ja Eltern haben es verdient das wir uns um sie kümmern, wenn sie alt werden….sie haben sich ja auch um uns gekümmert, als wir klein waren. Aber das stimmt eben nicht immer so wie in den Bilderbuchfamilien.

Ich bin kein typischer Familienmensch…das ist vielleicht etwas, was ich von meiner Mutter geerbt habe….Sie hat sich in den letzten 36 Jahren nicht um uns gekümmert und um unseren Vater mussten wir uns schon in frühen Jahren kümmern.

Und unser Vater hat uns versorgt, das es uns körperlich an nichts fehlte….Er ging arbeiten, hat das Geld verdient um uns zu versorgen. Aber um Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung haben wir uns gekümmert. Meine Schwester hat gewaschen und gebügelt, ich hab die Küche sauber gemacht und das Treppenhaus geputzt. Wir haben uns um unsere Zimmer selber gekümmert und um die Hausaufgaben. Unser Vater hat sich um das Wohnzimmer und ums Kochen gekümmert.

Wir waren gut strukturiert und organisiert….aber seelisch war es nicht so dolle….es waren sorgenvolle Jahre….und immer die Angst unser Vater verliert ganz den Halt. Als Beamter hatte er zum Glück eine gesicherte Stelle….trotzdem war es teilweise nicht einfach für mich als Jüngste die Sorgen zu verdrängen, um mich auf die Schule zu konzentrieren….dazu kam dann noch das Fehlverhalten unseres Vaters …naja, es ist wie es ist.

 

Eltern – mir reichts jetzt

Also ich hab mal wieder so echt die „Schnauze voll“ als 49jährige Tochter eines egozentrischen  Vaters fremdbestimmt zu werden.

Ja,ja ich weiß, wir Kinder sollen dankbar sein, unsere Eltern ehren und respektieren und uns freuen das wir sie noch haben.

Also eigentlich sollte ich mich freuen und es kaum erwarten können, wenn ich also zu meinem Vater fahre….was zugegebenermaßen nicht sehr oft vorkommt. In diesem Jahr ist es sogar erst das 1. Mal das wir gefahren sind….Die ersten 3-4 Monaten gehen wegen meines Jobs nicht, danach bin ich die nächsten 2-Monate etwas schwermütig gewesen, dann erst fing ich  im Sommerurlaub an mich zu erholen und jetzt ist Ende August und wir waren da….

Nein, ich hab mich nicht gefreut meinen Vater zu besuchen, es ist ein Pflichtgefühl welches mich dahin treibt, kein eigenes Bedürfnis. Nein ich respektiere meinen Vater schon lange nicht mehr. Er ist ein Gewohnheitstrinker (also Alkoholiker)  und notorischer Lügner. Und dieses Mal hat er sogar meinen Schatz auf die Palme gebracht mit diesen so offensichtlichen falschen Geschichten.

Und dann hat mein Vater auch noch eine Erinnerung herauf beschworen, die ICH zumindest lieber vergessen möchte….und sich auch noch über die Urlaubserinnerung gefreut, die mich als Kind/Teenager in seelische Nöte gebracht hat. Na danke auch.

Ich meine es ist schon schlimm genug, wenn Eltern ihren Kindern Dinge zumuten , die Kindern nicht zugemutet werden sollten….wahrscheinlich kann er sich schon gar nicht mehr daran erinnern, es war genau die den Jahren nachdem meine Mutter abgehauen ist und er zum Trinker wurde….mein Vater hat da komplett den Boden unter den Füßen verloren….ich war damals fast auf mich gestellt….da mir weder mein Vater, noch meine ältere Schwester geholfen haben mit 13 damit fertig zu werden….es war eher anders herum, meine Schwester brauchte meinen Halt.

Eigentlich hatte ich ihm gesagt, das ich im nächsten Monat zu seinem 78. Geburtstag wieder kommen  wollte….aber das möchte ich jetzt nicht mehr….nicht nachdem er wieder so sentimental in Reiseerinnerungen schwelgt und mir dabei nur der Kamm schwillt.

Danke – ich möchte jetzt selber bestimmen,  wie ich meine Freizeit verbringe und möchte jetzt gerade nicht,  mehr als 500km an einem Tag fahren, nur um an unangenehme Zeiten erinnert zu werden. Ich weiß das nicht alles schlecht war in meiner Kindheit….aber manchmal überwiegen die schlechten Erinnerungen.

Wenn nur dieses blödes Verantwortungsbewusstsein nicht wäre…dann würde ich überhaupt nicht mehr hinfahren….