Verschiebung? – ausgeschlossen, nicht verhandelbar

Mit insgesamt 5 Personen rückten die Kollegen aus der Firmenzentrale Dienstag an, um mit uns die sogenannten End-to-End-Tests durchzuführen. Davon waren 2 Personen allerdings Externe – die gehörten zu der Softwarefirma aus DK, von der wir das Programm erworben haben.

Wir hatten vereinbart, das die 5 sich in unserem großen Meetingraum niederlassen und wir 3 Controller die Tests in unseren eigenen Büros durchführen. Büros und Meetingraum liegen dicht beieinander.

Wenn man mal von einer normalen Firma ausgeht, bedeuten End-to-End-Tests, das wir auf einem FERTIG vorbereiteten Testsystems mit einigen unser eigenen Firmen, die dort als Testfirma eingerichtet wurden, alle unsere Prozesse testen, um zu sehen ob wir als End-Nutzer auch alles abbilden können, was wir benötigen.

Soweit so normal…nur bei uns ist gar nichts normal. Das Testsystem war nicht mal ansatzweise auf solche Tests vorbereitet. Fast JEDE Aktion unsererseits, führte zu einem Fehler, weil etwas nicht oder nicht richtig eingestellt war. Wir hatten im Vorfeld auch keine Unterlagen bekommen, um zu sehen, ob die von er Zentrale aus eingestellten Restriktionen mit unserer Buchungswirklichkeit kompatibel sind. Waren sie natürlich nicht…und manches kam wirklich nur durch Zufall zu tage.

Ich habe mich müheselig durch Listen gewühlt um zu sehen welche Waren-/Servicenummern für welche Art von Firma genutzt werden dürfen, wenn sie bestimmte Leistungen an andere Firmen berechnen müssen und auf welche Sachkonten das dann verbucht wird. Einfacher wäre gewesen, man hätte uns im Vorfeld gefragt: was berechnet ihr eigentlich bei welcher Gesellschaft an wen. Aber so eine vorausschauende Vorbereitung kann man scheinbar nicht bei uns erwarten.

Die Leute waren nett und wir hatten echt lustige und wirklich nette Tage mit ALLEN. Aber das war ja nicht der Sinn…und das wir am Ende hinter den meisten Anforderungen der Tests ein: „erfolgreich absolviert“ gesetzt haben und nur wenige als „mit Fehlern beendet“, entspricht eigentlich nur der halben Wahrheit. Den die erfolgreich absolvierten Tests waren nur deshalb erfolgreich, weil ständig im Hintergrund noch etwas angepasst wurde oder auf eine Liste gesetzt wurde, damit das später noch geändert wird.

Ich habe meine Bedenken zu dieser Art von „erfolgreich absolviert“ auch laut mitgeteilt und auch später der Dänischen Finanzchefin und dem Teamleiter aus DK, die uns gefragt haben, wie es denn läuft noch einmal laut gesagt. Beide haben das aber nicht gelten lassen….und meinten ob es für den Start der Umstellung als kritisch anzusehen ist oder nicht…naja, für den Start ist es nicht kritisch, aber Arbeiten können wir so trotzdem nicht.

Meine Kollegen sind zwar derselben Meinung wie ich, haben sich aber bei dem Thema rausgehalten und nichts gesagt. Erst nach dem Gespräch am Freitag meinten sie: gut das Du es gesagt hast. Ja danke – aber warum habt ihr mich nicht unterstützt. Ihr hättet wenigstens mit Nicken meine Aussage bekräftigen können. So ist sie einfach verhallt.

Wenn ich auf den Kalender schaue wird mir inzwischen schlecht….heute in 4 Wochen ist quasi das Jahr vorbei…dann ist Weihnachten und damit 90 % aller Mitarbeiter im Urlaub. Bis dahin kommen noch END-END-Tests. und wir müssen noch weitere Listen für die Umstellung ausfüllen, und die laufenden Arbeit muss auch gemacht werden und die Vorbereitungen auf die Jahresabschlüsse und und und… ich habe immer noch 10 Urlaubstage für dieses Jahr.

Dabei hieß es vorher, wenn wir diese End-to-End-Tests fertig haben, dann sind wir vorbereitet…ich könnte fast hysterisch auflachen…guter Witz. Eine Verschiebung der Umstellung ist ausgeschlossen – nicht verhandelbar.