Endlich – die Entscheidung

Und dann endlich hab ich mit dem Controller über Teams sprechen können. Er wirkte ganz ruhig, aber leicht angespannt…

…nun er hat jetzt den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben und wird bei uns kündigen.

So – nun ist es endlich raus. Diese Unsicherheit, wie es weiter geht, hat nun endlich ein Ende. Er wird noch bis Mitte Juli arbeiten und dann mit Überstunden und Urlaub zusammen offiziell Ende August aus der Firma ausscheiden.

Ich war nicht überrascht….immerhin setze ich mich mit dem Thema schon seit vielen Wochen/Monaten auseinander und bin nur erleichtert, das wir jetzt wissen, woran wir sind. Es hat mich schon so viele Nerven gekostet, das ich jetzt weder wirklich traurig oder tief betroffen bin. Ich bin auch nicht froh das er geht. Erst einmal nur erleichtert, das es eine Entscheidung gibt.

Ich glaube es hat ihn etwas getroffen, das ich so gefasst auf seine Neuigkeit reagiert habe. Ich bin ja nah am Wasser gebaut – mir kommen immer so leicht die Tränen, wenn mich etwas seelisch berührt. Hab ihm auch alles Gute gewünscht für seinen neuen Job und ihm auch gesagt, das ich ihn verstehe und er dann endlich diese strukturelle Unzufriedenheit hinter sich lassen kann….ich es aber schade finde, immerhin haben wir uns meistens wirklich gut verstanden und auch gut zusammengearbeitet…er war ja auch bei meinem Bewerbungsgespräch „damals“ mit dabei. Und abseits von Firmenthemen, haben wir uns immer sehr gut miteinander unterhalten können. Unsere Fahrten zur Firmenzentrale waren auch immer sehr angenehm.

Das sich seine Unzufriedenheit in den letzten 1,5 – 2 Jahren immer weiter gesteigert hat und er uns mit seiner Lustlosigkeit und teilweise merkwürdigen Aktionen und Äußerungen, das Leben oft schwerer als notwendig gemacht hat, heißt ja nicht , das er nicht auch ein lieber Kerl ist. Also ich wünsche ihm wirklich alles Gute.

Ich finde das ist jetzt die richtige Entscheidung, für ihn und uns, das er geht. Er kann woanders noch einmal neu Anfangen (und ich weiß aus eigener Erfahrung wie gut das sein kann) und wir können versuchen langfristig etwas mehr Ruhe in die Firma zu bringen. Aber erst einmal kommt eine weitere unruhige Zeit auf uns zu….ich hoffe unser neuer Teamleiter schmeißt jetzt nicht hin….DANN wird es kritisch.

Kollegin Katrin hat auf die Nachricht des Controllers fast panisch reagiert, weil sie vermutet, das jetzt alles an ihr hängen bleibt….aber Fakt ist, der neue Teamleiter ist jetzt gefragt, muss jetzt kurzfristig alles vom Controller lernen und übernehmen, was dieser an Aufgaben hat….während er gleichzeitig einen neuen Controller suchen muss. Alle anderen geplanten Aufgaben für den Teamleiter müssen jetzt erst einmal warten. Ich hab auch sofort die eine Firma wieder zurück genommen, die ich ihm erst letzte Woche übergeben habe – er wird keine Zeit dafür haben. Er war etwas zerknirscht und wohl auch ein bisschen erleichtert über mein Angebot.

Ich hatte mit dem Teamleiter auch eine Unterredung wegen Katrin, denn ihr geht es momentan nicht so gut mit der Entscheidung des Controllers und habe unseren Chef vorsichtig gebeten, sie doch etwas zu bestärken, das sie nicht mehr belastet sein wird. Er hat es verstanden und sieht es genauso wie ich auch…sie braucht jetzt etwas emotionale Unterstützung.

Als erste Maßnahme haben wir am Mittwoch zu Dritt (ohne den Controller) beschlossen, das Kollegin Katrin zu mir ins Büro kommt.

Damit ist sie aus der Schusslinie – denn sie reagiert jetzt auf Äußerungen des Controllers zunehmend emotional, fühlt sich schnell angegriffen und von ihm provoziert.

Was ich verstehen kann, denn der Controller neigt gerade dazu, sich fast gehässig lässig zurück zu lehnen und sagt dann solche Sachen wie: damit habe ich ab jetzt NICHTS mehr mit zu tun, das ist euer Problem und grinst dazu noch breit. Mit solchen Äußerungen bringt er natürlich alle gegen sich auf.

Und es stimmt ja auch nicht, noch arbeitet er hier und noch muss er auch seine Arbeit selbst verantworten. Der Teamleiter wechselt damit zum Controller ins Büro…das ergibt in dieser Situation sowieso mehr Sinn. Hier muss die Lernkurve unseres Teamleiters jetzt steil nach oben gehen.

Hoffentlich geht das gut.

…kleben am Fliegenfänger…

…wir warten immer noch.

Jetzt sind inzwischen schon 2 Wochen vergangen und der Controller hat sich immer noch nicht entschieden ob er bleibt oder geht.

Das nervt, weil wir im Moment mit unserem neuen Teamleiter KEINE wirklichen Entscheidungen, über unsere zukünftige Aufgabenverteilung innerhalb des Teams, treffen können.

Wir werden quasi ausgebremst – gelähmt. Hier ein Beispiel: Soll ich dem Teamleiter jetzt wirklich eine meiner Firmen komplett übergeben – also ganz offiziell, mit allen Änderungen, die dann vorgenommen werden müssen?….Hmmm nein, also lieber nur „halb“. Er übernimmt die Firma jetzt, aber unter meinem Namen…quasi wie eine Vertretung. Zumindest vorläufig. Das ist für uns Beide nicht befriedigend – aber notwendig.

Denn wenn der Controller geht – dann wird der Teamleiter keine Zeit mehr dafür haben…weil dann haben wir ganz andere Probleme und ich müsste die Firma dann wieder zurück nehmen usw. usw.

Inzwischen ist wohl herausgekommen, das der Controller (zumindest bis Anfang dieser Woche) noch gar keinen neuen Abeitsvertrag vorliegen hatte…da verzögert sich wohl etwas. Eine andere Variante wäre: er hat einfach versucht mehr Geld von unserem Arbeitgeber zu bekommen….Keine Ahnung – ist natürlich alles Spekulation. Angeblich will er sich jetzt DIESES Wochenende entscheiden.

Nun es gibt da ein Indiz, das sich da eine Entscheidung anbahnt….aber nur ein ganz kleines.

Der Controller hat nur ein einziges Smartphone, welches er beruflich und privat nutzt. Das war früher in der Firma so üblich, wird mittlerweile aber nicht mehr so gerne gesehen…die meisten von uns besitzen also 2 Mobiltelefone: ein Privates und ein Berufliches. Der Controller ist bei dem Einen geblieben.

Mit meinem Privathandy hab ich über Whatsapp Kontakt zum Controller, genauso wie zu anderen Kollegen. Soweit nichts besonderes.

Aber Whatsapp hat mich heute Morgen informiert, das der Controller eine neue Handynummer hat, ob ich die Nummer speichern möchte. Das war eher zufällig, das ich das gesehen habe.

Ich weiß, das sich seine berufliche Mobilfunk-Nummer nicht geändert hat, also hat er jetzt mit der zweiten Nummer auch ein privates Smartphone.

Warum die Änderung gerade jetzt? Nun – das ist dieses kleine Indiz – kein Beweis – aber ein Indiz, das er tatsächlich gewillt sein könnte, die Firma zu wechseln. Denn dann würde diese kleine Änderung einen Sinn ergeben.

Es kann natürlich auch ganz anders sein….es ist und bleibt Spekulation…ich hoffe, das wir bald endlich wissen, woran wir sind..

Egal ob gehen oder bleiben: wir brauchen die Entscheidung, damit nicht jede Diskussion wie Fliegen am Fliegenfänger kleben bleibt und dort verendet. So kommen wir keinen Schritt voran.

Warten auf die Entscheidung

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Und schon seit Wochen traktiert uns der Controller wieder mit seinen Abwanderungsplänen…er hatte also ein 1.Gespräch, ein 2.Gespräch und die letzten Einzelheiten wurden lt. seiner Aussage auch geklärt, der Vertrag liegt vor und anstatt jetzt (endlich) einfach zu unterschreiben und bei uns zu kündigen, hüllt er sich in eine Art komatöses Schweigen.

Einzig unseren neuen Teamleiter hat er auf den gleichen Stand gebracht…also ob er nun kündigt oder nicht und das er sich jetzt entscheiden will.

Letzten Freitag, nachdem alle gegangen waren, hatte ich noch ein Gespräch mit dem Controller…er solle sich gut überlegen was er nun macht, ob er die Sicherheit hier, gegen etwas Neues dort eintauschen möchte. Er möchte einen Neuanfang…denn kann er aber bei uns nicht auf die Weise bekommen, wie er es gerne hätte. Er wollte am Wochenende gründlich darüber nachdenken und sich entscheiden.

Montag war er dann kurzfristig im Homeoffice und keiner hat etwas zu dem Thema von ihm gehört…Dienstag war er mit den anderen Beiden im Büro = und wieder nichts.

Mittwoch nun hatten wir ein Teammeeting Vorort….also jetzt muss er doch mal mit einer Entscheidung kommen…aber nein – wir saßen fast 2 Stunden zu Viert im Meetingraum und er hat NICHTS dazu gesagt.

Das ist unfair uns allen Gegenüber…dann hätte er auch im Vorfeld die Klappe halten können, so hat er uns alle in Aufruhr gebracht…nun warten da zwei Kollegen und ein Teamleiter auf seine Entscheidung….und er sagt einfach nichts.

Katrin und ich hatten schon am Montag beschlossen: also WIR fragen ihn jetzt nicht danach…da muss er schon auf uns zukommen.

Mittwochnachmittag ist mir dann allerdings der Kragen geplatzt und ich hab unseren Teamleiter direkt angesprochen, ob sich der Controller jetzt mal bei Ihm festgelegt hat, so von wegen Kündigung oder nicht.

Unser Teamleiter war ehrlich entsetzt, das auch ICH schon im Vorfeld davon wusste…und hat anschließend auch so ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert, was er mit der Firmenzentrale so zu dem Thema gehört, bzw. besprochen hat….das geht mich ja eigentlich nichts an…aber Fakt ist: auch ihm Gegenüber hat sich der Controller noch nicht erklärt.

Eine Aussage war dann aber auch, finanziell wird sich die Firma „nicht erpressen“ lassen, dafür hat sich der Controller bei einigen Leuten in den letzten Monaten zu unbeliebt gemacht…und beim letzten Mal als er ja auch einen unterschriebenen Vertrag vorgelegt hat, hat man ihm mit einem Zuschlag beim Gehalt, halten können.

Das ist dieses Mal gar nicht mehr das Ziel, in zu halten. Wenn er gehen will, dann soll er gehen. Das wäre evtl. für alle Seiten das Beste, auch wenn die Firma dadurch eine Menge Spezialwissen verlieren würde…es gibt bestimmte, sehr spezielle Regelungen in unser deutschen Hauptfirma, mit denen ich nie etwas zu tun hatte…das ist schon ein sehr spezielles Geschäftsmodell, das mit der Zentrale in DK stark verwoben und eher undurchsichtig erscheint.

Da könnte ich also gar nicht helfen. Ich habe dafür mir dafür, durch meinen Firmen, anderes Sonderwissen angeeignet und ich kenne von uns Vieren die neue Buchhaltungs-Software aus dem Tagesgeschäft am Besten. Hier könnte ich ebenso helfen, wie bei organisatorischen Dingen…und Katrin hat ja auch einen großen Teil schon bei der Migrationsarbeit übernommen, was eigentlich der Controller hätte machen sollen. Sie hat schon mal einen 3/4 Überblick über die Hauptfirma – bis auf diese interne Verrechnungslogiken.

Wir sitzen also wie auf heißen Kohlen. Denn bei unseren kurzen Kündigungsfristen muss dann natürlich schnell für einen Ersatz gesorgt werden…und der Teamleiter ist auch schon mit dem HR dabei eine Stellenanzeige online zu stellen. Für gute Leute muss man eben frühzeitig suchen oder eben evtl. lange auf Jemanden warten…also wird schon mal vorsorglich mit der Suche gestartet. Absagen kann man dann das Ganze immer noch.

Inzwischen ist das bereits das 3x das der Controller auf dem Absprung ist…ich hoffe für ihn (und uns) das er es dieses Mal schafft.

Ich habe das bisher nur einmal gemacht…und ich habe mich dann, sogar noch vor der Zusage, gegen einen Firmenwechsel entschieden. Die Zusage kam dann einen Tag später…aber da hatte ich mich ja bereits entschieden: ich bleibe wo ich bin. Das heißt aber auch, ich muss mich mit den Gegebenheiten abfinden und ich lerne tatsächlich täglich mehr, damit umzugehen.

Mein Stresslevel sinkt trotz allem weiter…in dieser Woche habe ich mit dem Chance-Team, die Migrations-Daten für das letzte Modul interhalb der Software fertiggestellt…die Daten stehen zum Testen bereit…nur ich komme nicht auf unser Testsystem…seufz….jaja es läuft immer noch nicht alles rund. Jeden Tag ist irgendetwas was nicht oder nicht mehr funktioniert…die reinste Wundertüte.

Außerdem habe ich jetzt angefangen für die letzten Gesellschaften die „Adjustments“ im neuen System nachzubuchen…und in den nächsten Tagen gebe ich eine Gesellschaft an den Teamleiter ab, damit er auch diesen Teil der Arbeit in der Praxis erlernen kann. Bei mir geht es also in die richtige Richtung.

Aber ich habe genügend andere Sorgen, denn die beiden Gesellschaften, die ich von den dänischen Kolleginnen übernehmen musste, die machen viel Arbeit und noch mehr Sorgen…da werde ich noch Monate brauchen, um den alten Kram aufzuarbeiten und diese Firmen auf ordentliche Füße zu stellen.

Und zwei meiner bisherigen Gesellschaften, die bisher ohne nennenswerten Geschäftszweck, so vor sich hin dümpelten, wurden nunmehr neue Projekte zugewiesen…d.h. hier ist jetzt auf einmal auch mehr zu tun, weil z.B. ein Projekt eingekauft wurde.

Also muss wieder alles angepasst werden….wieder rennt man hinter Firmenänderungen, neuen Bankkonten, Unterschriften und Verantwortlichen her und hofft immer, das alles irgendwie doch gut geht – wie bisher auch hahaha…so läuft das bei uns: einfach mal machen und dann sehen wir, wie weit wir damit kommen.

Verlasse Dich nicht auf andere…mach einfach selbst. Das ist zwar eigentlich gar nicht meine Arbeit…aber als „Project-Controller“ bleibt einem nichts anderes übrig. Wir alle wissen, das ist genau der Bereich in dem es immer noch keinen funktionierenden Workflow gibt…es gibt zu viele Abteilungen und zu wenig Kommunikation und wir Controller sind da die einzige Schnittstelle, wo ja alles zusammenlaufen muss.

Also bleibt uns gar nichts anderes übrig, als selbst aktiv zu werden um einiges ans Laufen zu bekommen…denn bald schon schreien die ersten Projektplaner nach der Bezahlung erster Rechnungen.

Vom Legal hab ich bereits eine Rechnung über einen sehr hohen Betrag erhalten….dafür müssen aber erst einmal die Voraussetzungen in unserem System geschaffen werden…und all das, was da nötig ist darf ich gar nicht mehr selber anlegen, sondern das machen verschiedene Abteilungen in der Zentrale. Ein Hoch auf die Dezentralisierung einzelner Arbeitsschritte (eine der Kröten die ich schlucken musste).

Und das war ich tatsächlich anlegen dürfte…das kann ich gar nicht…das hat man mir vor 8 Monaten in der Schulung am Ersten Tag einmal gezeigt….das weiß ich doch jetzt nicht mehr….hihihi…aber die Kollegin aus der Zentrale, hat es mir auf die Schnelle eingerichtet ….puh – eine Sorge weniger.

Vom Buchhalter zum dressierten Affen

Einen Geschäftsführer zu verlieren, mitten in einer Systemumstellung ist jetzt doch gar nicht so einfach. Der Controller und Katrin, waren gerade dabei mit dem GF ein paar Themen angehen zu wollen, um mit der Systemumstellung auch ein paar Prozesse zum Positiven zu verändern.

Jetzt kann es Monate dauern, bis es einen neuen GF gibt. Jaaa interimsmässig werden 2 der Mitglieder aus der dänischen Geschäftsführung, auch für Deutschland zuständig sein…aber die kümmern sich dann eher um die großen Themen, nicht ums Controlling.

Wieder einmal fällt das deutsche Controlling hinten runter. ABER dafür wollen jetzt die Finanzchefin und der dänische Teamleiter (dem ich schon vor 1 Monat mein Leid geklagt hatte, das der deutsche GF mich nicht als Mitarbeiter haben möchte) etwas mehr Führung übernehmen.

Offiziell wird jetzt auch nach einem deutschen „Finanzchef“ gesucht…wir bekommen also demnächst einen Teamleiter – wogegen ich gar nichts habe…das ist überfällig und gut…solange dieser auch selber mit arbeitet und nicht nur delegiert.

In unserem Online-Meeting am Freitag haben uns die Beiden aber auch ihre Vision für die nächsten Jahre noch einmal klar und deutlich aufgezeigt. Wo ich in der letzten Woche noch meine Bedenken zu ein paar Änderungen sagen durfte, wurde uns nun mitgeteilt, was alles geändert wird.

Sie warben quasi um Zustimmung für ihre Zukunfts-Ideen, die ich nicht geben wollte…es dann aber mit leichten Einschränkungen doch tat, damit dieses ständige (freundlich verpackte) Nachbohren und auf mich Einreden endlich aufhört, aber in der Gewissheit: das war es jetzt für mich. Der Controller und Kirstin waren dabei eher ruhig…ich bin scheinbar die Einzige, die ihre Meinung klar äußert.

Ja es ist ein modernes, KI-gestütztes ERP-System, das tolle Möglichkeit bietet…wenn es denn mal läuft und soweit war ich auch bereit mit zugehen…trotz der Restriktionen, die von der Zentrale aus für uns ausländische Gesellschaften vor eingestellt wurden.

Wir können also nichts mehr selbst entscheiden…jeder Handgriff, jede Buchung wird exakt vorgegeben. das hätte ich als Kröte gerade noch schlucken können, solange ich noch die für mich wichtigen Infos mit z.b. einem aussagekräftigen Buchungstext doch noch bekommen kann.

Aber im nächsten Schritt werden uns auch diese Möglichkeiten genommen, denn die Lieferanten-Rechnungen sollen nicht mehr von Deutschland aus vor kontiert werden…sondern von Dänemark…wo die Kollegen dort schon heute  Probleme haben, den Inhalt einer deutschen Rechnung überhaupt zu verstehen.

Na klar Standard-Rechnungen sind kein Problem, aber bei unseren großen Firmen ist vieles eben nicht Standard. Wenn der Inhalt nicht verstanden wird, kann man auch nicht das richtige Buchungskonto oder den richtigen Text eintragen. Und ohne HGB-Kenntnisse kann man eine Anlage-Rechnung auch nicht richtig kontieren. Wir müssen uns in Deutschland beim Verbuchen von Sachverhalten an das Handelsgesetzbuch (HGB), GmbH-Gesetz, AG-Gesetz, Umsatzsteuer-Gesetz, die Abgabenordnung, an die GOBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) , an die Datenschutzgrundverordnung und noch an viele weitere Verordnungen und Gesetze usw. halten….ich meine nicht umsonst gilt Deutschland als kompliziert.

Wir sollen uns nicht mehr um diese Sachen kümmern müssen, damit wir mehr „controllen“ können. Ja sorry, wenn die Basisdaten nicht korrekt erfasst sind, verbringt man mehr Zeit damit alles zu korrigieren und wenn keine vernünftigen Texte erfasst wurden, weiß man nicht einmal ob es falsch oder richtig verbucht wurde.

Meinen Vorschlag doch wenigstens in HH einen Kreditorenbuchhalter zu haben, damit wir überhaupt noch Einfluss auf die Kontierung nehmen können, wurde uns nur für den Übergang gewährt…aber mittelfristig geht das alles nach Dänemark.

D.h.: wir dürfen weder Kreditoren- und Debitoren-Stammdaten selber anlegen, dürfen keine Sachkonten anlegen, dürfen keine Kreditoren-Rechnungen erfassen und müssen uns bei Debitoren-Rechnungen mit den Einschränkungen herumärgern, weil wir nicht mehr selber die Verbuchung beeinflussen können. Einzig Sachkonten-Buchungen dürfen wir noch selber machen…NOCH…weil auch hier vieles automatisiert werden soll.

Wir sollen uns auf die wichtigen Dinge, wie dann zukünftig monatliche Abschlüsse konzentrieren (bis jetzt machen wir nur per Quartal Abschlüsse), die dann auch noch schneller fertig sein sollen….ach ja und dann sollen wir auch noch die internationalen Buchungsstandards (IFRS-Regeln) in einem zusätzlichen Ledger verbuchen.

Ne danke – das ist genau die Art von Buchhalter, die ich nicht sein möchte.

Ich möchte kein dressierter Affe sein, wie es meine frühere Chefin mal genannt hat.

Ich habe nichts gegen Regeln…wir haben da gesetzlich eine ganze Menge davon. Aber den Gestaltungsspielraum, den uns das Gesetz und normalerweise die Geschäftsleitung gibt, möchte ich behalten und sinnvoll einsetzen….aber das hier bietet nur noch eon ganz eng geschnürtes Korsett.

Entscheidung – kein Weg zurück

Ich war am Karfreitag noch einmal im Büro….hab noch bis mittags gearbeitet um überhaupt ein paar Tage freimachen zu können.

An dem Tag hab ich meine Kündigung geschrieben, gedruckt und unterschrieben.  Die Entscheidung hatte ich bereits Gründonnerstag getroffen…es war eine Aktion die von  meinem zukünftigen neuen Chef ausging…und da wusste ich es einfach: das war`s.  Dieses brisante Schreiben hab ich dann in meine Schublade gelegt, die Schublade abgeschlossen und bin in den Urlaub gefahren.

Am ersten Tag nach meinem Urlaub war meine Chefin leider im Homeoffice und so hab ich Kontakt mit unserer Personalreferentin aufgenommen. Eine wirklich liebe Kollegin und ich hab sie informiert und um Unterstützung gebeten, denn bei dem anstehenden Gespräch mit meiner Chefin möchte ich sie gerne dabei haben.

Morgen früh 8 Uhr ist der Termin….lach und ich hab etwas Angst davor. Nicht vor der Tatsache das ich kündigen will, sondern vor ihrer Reaktion….

Mit meinem Team hatte ich schon vorher bei unserem wöchentlichen Meeting  ein langes Gespräch über meine Entscheidung. Sie sind schockiert, aber es kommt für sie nicht unerwartet und sie verstehen meine Entscheidung.

Soooo – die Würfel sind  gefallen, ich gehe also…ich weiß zwar noch nicht wohin – aber ich gehe.

In der Woche vor meinem Urlaub hab ich nicht nur die Kündigung bereits geschrieben, sondern ich hab mich auch bei einem Personalvermittler gemeldet und ein langes und nettes Gespräch gehabt…die übernehmen für mich die Suche nach einem neuen Arbeitgeber – jetzt aber im hohen Norden unserer Republik. Bei meinem Lebenslauf und mit meinen Erfahrungen und mit ERST 51 Jahren sollte das kein Problem sein…sagt der Vermittler.   Na so ganz bin ich davon noch nicht überzeugt – aber ich hab jetzt 5 Monate Zeit…

Ich bin auf das Gespräch morgen sehr gespannt….