Das Kartenspiel der Symptome

Erfahrungen sind das, was am Ende des Tages übrig bleiben….wieder mal, kommt mir dieser Spruch in den Sinn. Diese Woche war voll von Erkenntnissen: Alten und Neuen…und ich weiß nicht, ob ich alle gut finde.

In den letzten 2 Jahrzehnten kann ich mich nicht erinnern, jemals wegen der richtigen GRIPPE krank gewesen zu sein…ja klar, mal einen grippalen Infekt hier und da, mal 2 Tage, auch mal 3-4 Tage….aber nie, das ich wirklich eine Woche wegen Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen ausgefallen bin und schon gar nicht, das ich mich nach 5 Tagen akuten Krankseins immer noch so elendig krank fühle.

Ich habe mir auch nie die Grippeschutz-Impfung abgeholt, die in meiner alten Firma sogar in der Firma für alle ganz unkompliziert angeboten wurde….meine Abwehrkräfte haben alles immer auch ohne die Impfung gut weg gesteckt. Ich bin absolut FÜR Impfungen….hatte aber immer mehr Angst vor der Nadel bei der Impfung – als vor der Grippe (Habe aber ansonsten ALLE empfohlenen und notwendigen Impfungen seit der Kindheit und immer bei Bedarf im Laufe des Lebens aufgefrischt.)

Und auch wenn jetzt alle Antigen-Tests in dieser Woche immer noch negativ ausfallen, während ich gleichzeitig alle Symptome des Corona-Virus habe….bin ich unendlich dankbar, das ich mich rechtzeitig mit allen 3 Schutzimpfungen gegen Covid19 habe impfen lassen. Inzwischen ist meine Furcht vor Nadeln merklich kleiner geworden (hier hat das Blutspenden tatsächlich geholfen die Angst abzubauen).

Ich spiele gerade das Spiel: ziehe maximal 5 Symptom-Karten pro Tag:

1.Tag: starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit,

2.Tag: Halsschmerzen, starke Schluckbeschwerden, Atemprobleme, Kopfschmerzen, starke Müdigkeit

3.Tag: leichte Halsschmerzen, leichte Schluckbeschwerden, Atemprobleme, Schnupfen, Müdigkeit

4.Tag: Atemprobleme, starker Schnupfen, starke Kopfschmerzen, leichter Husten,

5.Tag: immer noch Atemprobleme, starker Schnupfen, starker Husten

Ich mag es mir nicht ausmalen, wie diese Tage ohne die Covid19 Impfungen gewesen wären. Das ist eine gute Erkenntnis.

Eine positive Erkenntnis ist auch, das meine restliche Kern-Familie (Schwester+Schwager) sich jetzt wirklich täglich erkundigt, wie es mir geht….

Eigentlich wollte ich jetzt noch über die weniger guten Erkenntnisse scheiben…aber das mache ich doch lieber zu einem anderen Zeitpunkt…wahrscheinlich bin ich gerade nicht objektiv genug…meine angeschlagene physische Situation macht mich empfindlich.

Erfahrungen

… sind das, was am Ende des Tages übrig bleibt.

In unserer modernen Zeit ist es doch inzwischen ganz einfach in Kontakt zu bleiben…es gibt so viele Möglichkeiten…ich denke noch mit Schrecken an die Zeit, als es NUR per Telefon möglich war…für mich ein absoluter Graus.

Aber per Mail, SMS, Whatsapp oder eben Telefon ist es heute doch leicht Kontakt zu halten…eine kurze Nachricht, wenn es ins eigene Zeit-Konzept passt…niemand muss Adhoc schreiben. Umso auffälliger ist es, wenn es dann doch irgendwie nie ins Konzept passt.

Da fehlt es dann nicht an Möglichkeiten, sondern doch eher am Willen. Noch einmal hab ich die verschiedenen Whatsapp- Kommunikationen in den letzten Tagen mit den ehemaligen Kollegen Revue passieren lassen…

Wie haben sie mit mir kommuniziert und wie hab ich mich dabei gefühlt?

Wenn ich nicht ein kleine Nachricht sende, passiert erst einmal nicht so viel….und manchmal bekomme ich eine Rückmeldung…manchmal jedoch auch nicht….manchmal mit 1-2 Wochen Verzögerung, manchmal kommt nur eines diese Bildchen mit nettem Spruch, die man einfach weiterleitet…ohne Anrede, ohne sonstige Mitteilung.

Ich bemühe mich jeden, den ich anschreibe, mit Namen anzusprechen, und immer eine individuelle Nachricht zu schicken…meistens mit Bildern die ich selber fotografiert habe…ich mag es auch eine Grussformel ans Ende zu setzen…ich bin da so hoffnungslos altmodisch, das ich sogar meinen Namen drunter setze…

….und dann auf einmal passt es bei den Kollegen wieder und es sprudelt Nachrichten…und ich bekomme überschwängliche Mitteilungen: „Schön von Dir zu hören….“ / „ich wollte mich auch schon melden…“

Ich merke mehr und mehr, das ich nicht mehr auf Antworten warte und mich auch nicht mehr so auf eine Antwort und diesen Überschwang in den Nachrichten freue….ich werde gleichgültiger. Das betrifft hauptsächlich mein altes Team.

Natürlich gibt es auch Kollegen, mit denen ich auch nach 1 Jahr immer noch in regelmäßigem Kontakt bin…und da läuft die Kommunikation auch anders….also wesentlich besser ….auf Gegenseitigkeit…auf Augenhöhe?