Bremen und das Schnoorviertel

Montagmorgen musste ich erst einmal zum Arzt….da lief zum Glück alles schnell und unkompliziert und anschließend, bin ich auf die A7 in Richtung Bremen gefahren.

Jaaa an einem Montagvormittag durch den Hamburger Elbtunnel zu fahren, ist vielleicht keine so gute Idee…aber der Verkehr war moderat…nur der Wechsel der Autobahnen: A7/ A261/ A1 hat ein wenig gedauert.

Die Fahrt habe ich mir mit meinem aktuellen Hörbuch mental verkürzt, es ist „Game over – der Fall der Credit Suisse“. Eine Dokumentation über die Machenschaften der Schweizer Bank seit den 60er Jahren bis heute – also bis zur Zwangsfusion mit der UBS im Jahr 2023.

Dieses Mal habe ich mir in Bremen direkt ein Parkhaus in der Innenstadt gesucht (beim letzten Besuch hatte ich trotz eines ausgewiesenen Parkplatzes mit bezahltem Parkschein ein Knöllchen bekommen, weil ich zu der Tageszeit gar nicht in diese Straße hätte reinfahren dürfen – das große Schild mit dem Hinweis hatte ich zwar gesehen, aber den Inhalt nicht wirklich wahr genommen hahahaha).

Inzwischen war es später Vormittag und ich hatte Hunger, bin ins „Alex“ gegangen, mit einem großen schwarzen Kaffee und einer netten Auswahl vom „Frühstücks-Buffet“ habe ich mich gemütlich an einem kleinen Tisch in einer Ecke niedergelassen und habe das nur leicht verfrühte Mittagsessen genossen.

An einem Tisch vor mir saß eine Frau mit großer Reisetasche und als sie auf die Toilette wollte, fragte sie mich nach dem Weg dorthin und ob ich kurz auf ihre Tasche aufpassen könnte….na klar – kein Problem. Als sie wieder zurück kam, sind wir ins Plaudern gekommen, haben uns eine ganze Weile unterhalten.

Sie ist 45 Jahre alt, hat 2 fast erwachsene Kinder, war in Bremen zu Besuch bei Freunden, wollte jetzt zurück nach Wiesbaden und wartete auf die Abfahrt. Es war ein ungezwungene und lockere Unterhaltung über Alles Mögliche: über Wiesbaden, über Kinder die Erwachsen werden, über Lebensabschnitte die sich ändern und Umzüge in andere Bundesländer, über Ehemänner und das alleine Leben danach…es war ein geistreiche und trotzdem lustige Unterhaltung.

Irgendwann wurde es Zeit für mich, mit meinem Rundgang durch Bremen zu starten. Ich habe mich verabschiedet und ihr alles Gute gewünscht – vor allem eine gute Heimreise.

Dieses Mal wusste ich ja, wo ich hin wollte: in das Schnoor-Viertel….das Wetter war durchwachsen, aber es blieb dann doch trocken und teilweise wurde es ein schön sonniger Tag bei 18 Grad.

Schön war es in diesem Viertel mit den kleinen Gässchen und den liebevoll gestalteten Häusern…richtig malerisch und gemütlich mit vielen kleinen Geschäften und Cafe`s

Kreuz und quer bin ich dadurch gelaufen…habe alles auf mich wirken lassen…in einem Geschäft mit außergewöhnlich liebevoll gestalteten Postkarten für alle möglichen Gelegenheiten, habe ich mich gleich mal ausreichend eingedeckt. Jaaa nicht ganz günstig, dafür aber individuell.

Später bin ich an der Promenade der Weser entlanggeschlendert und noch später quer durch die historische Altstadt mit dem Bremer Rathaus und den Stadtmusikanten.

Irgendwann nach mehr als 23.000 Schritten und knappen 16km war ich genug gelaufen und hatte auch genügend gesehen….es war ein schöner Ausflug, den ich bestimmt bald mal wiederholen werde…

Für die Rückfahrt hatte ich mir in einem Asia-Laden eine Nudelbox gekauft….jetzt noch in ein Restaurant einzukehren dazu hatte ich keine Lust. Müde war ich nun und wollte einfach wieder nach Hause.

Die Rückfahrt war dann auch unkompliziert und kurzweilig…und geschlafen habe ich in der Nacht dann auch richtig gut

Urlaubsfeeling in Fachwerk – Celle

Nach dem schönen Nachmittag im Moor, ging es über die Landstrassen ganz entspannt nach Celle…Das Wetter war immer noch wunderbar sonnig und warm, ohne heiß zu sein.

Beim Einchecken im Hotel gab es dann für mich erst einmal eine Irritation: Es war geschlossen.

Nicht nur das die Türen zu waren, teilweise waren die Fenster auch von Innen abgeklebt…sieht nach Umbau aus. Auf der Rückseite war die Tür auch verschlossen…aber es gab ein Schild mit einem Hinweis auf einen „Nachteinlass 24/7“ und eine Telefonnummer. Hmmm es ist noch nicht einmal Abend? – Na gut, ich hab die Telefonnummer angerufen.

Per Telefon wurde ich dann zu einen geheimen Ort neben der Tür gelotst, wo die Kartenschlüssel der heute ankommenden Gäste bereit lagen: jede Karte mit einem Aufkleber welcher Name zu welchem Zimmer gehört. Der Mann am Telefon war freundlich und wies mir dann noch den Weg zum Gästehause nebenan… aber ich fand es trotzdem merkwürdig, das man mir bei der Buchung diese besondere Eincheck-Methode nicht vorher mitgeteilt hat.

Ich hab auch schon vor ein paar Jahren schon in einem Automaten-Motel übernachtet. Aber da war schon bei der Buchung klar, das es kein Personal Vorort geben wird. Den Zimmerschlüssel musste man sich an einem Eincheck-Automaten ziehen, mit einem Sicherheitscode, den ich bei der Buchung per Mail erhalten hatte. Das war mal eine neue Erfahrung.

Das Gästehaus war relativ neu und mein Zimmer ruhig und sauber…. mit Blick in einen Garten. Nach einer erfrischenden Dusche und einer kleinen Ruhepause auf dem Bett, ging es in die Altstadt.

Was für eine schöne Stadt…ich liebe Fachwerkhäuser (bin ja in NRW in einer kleinen Stadt mit viel Fachwerk groß geworden) und hier gibt es unzählige davon…na gut – also gezählt wurden sie schon. Laut dem Tourismusbüro sind es über 480 und man kann hier wirklich kreuz und quer laufen und überall findet man tolle Häuser…nicht nur Fachwerkhäuser, sondern auch andere Baustile mit viel Verzierungen und alles fügt sich harmonisch zusammen.

In keiner anderen Stadt Europas stehen so viele Fachwerkhäuser lückenlos zusammen wie in Celle. Rund 500 Gebäude bilden einen kompakten, in sich geschlossenen Altstadtkern – einmalig im internationalen Vergleich. Das belegt nun auch ein Gutachten.

https://www.db-bauzeitung.de/news/weltweit-dichtestes-fachwerk-ensemble-celle/

Selbst an unauffälligen Durchgängen, durch den ich nur durch Zufall geegangen bin, kommt man am Fachwerk nicht vorbei:

Und dann gibt es ja noch das alte Rathaus und das Schloss mit dem schönen kleinen Schlosspark drumherum.

Zum Abendessen ging es auf den Markplatz, noch war es warm genug zum draussen sitzen und anschließend noch durch den französischen Garten….ein richtig toller Urlaubstag war das heute.

Geschlafen hab ich anschließend super.