Fahrradtour im Dreck

SO – ich hatte einen PLAN für gestern….jawohl – und ich mag es nicht – wenn mir etwas dazwischen kommt und ich den Plan ändern muss.

Mein Schatz war mit einem Freund zu einem „Männer-Dings“ verabredet. Die Beiden wollten 170km mit dem Auto fahren um eine Probefahrt mit einem anderen Auto durchzuführen…und ich hatte mir vorgenommen bei dem angekündigten Sonnenschein mich diesem auszusetzen – mit dem Fahrrad.

Jawohl ich wollte bei 4Grad Plus und strahlendem Sonnenschein mein „Draussen“-Sport  in diesem Jahr so früh wie noch nie beginnen. 

Der Morgen war drübe….na gut das klart bestimmt auf…es war ja stahlender Sonnenschein für diesen Teil der Republik angesagt….na hoffentlich klappt das… Der Vormittag war dann seeeehr trübe und es wurde immer diesiger…  Naaa? Wo bleibt der Sonnenschein?

Dann sagte mein Schatz  sein Freund hätte ihm eine Nachricht geschickt …NAAA? Der wird doch wohl nicht schon wieder absagen?….Nein – nur zeitlich etwas verschieben…okay.

Ich hab inzwischen ein paar Dinge erledigt und als ich wieder nach Hause kam – waren die Beiden auch tatsächlich schon unterwegs….ich wollte so um 15 Uhr los fahren….aber das  Wetter klarte NICHT auf….

Nun gut – dann hab ich mich eben mit Thermohose, Mütze, Regenjacke und Handschuhen ausgestattet,  die Reifen am Rad aufgepumpt bin tatsächlich bei diesem trüben Wetter los gefahren.. Pah – ich lass mich doch davon nicht aufhalten.

Wie immer ging es zuerst etwas bergauf – dann ab auf einen Feldweg – bergab…und als ich an der nächsten Querstraße ankam  war ich von oben bis unten geprenkelt….jaaa der Feldweg stand nicht nur unter Wasser …sondern war auch mit allerlei Dreck der Bauern bedeckt und ich bin mit fast 30kmh dadurch gefahren und hab nur gedacht  – jetzt bloß nicht anhalten und bloß nicht ausrutschen.

Ich war also dreckig und nass und trotz Thermohose war mir etwas kalt…aber aufgeben? ICH? – nö also bin ich weiter gefahren und mir wurde warm und es hat so tierisch Spaß gemacht und weil auch Kraft und Ausdauer mitspielten fiel es mir auch leicht und ich fand es gar nicht anstrengend immer wieder bergauf fahren zu müssen und ich war zufrieden und fast glücklich….auch wenn sich  am Himmel  IMMER noch keine Sonne zeigte und die Sicht sowieso nur bei ca.150m lag.

Nach knapp 9km hab ich noch an einem Supermarkt angehalten um noch Fleisch für Sonntag einzukaufen. Nun zuerst war ich nicht sicher ob ich soooo überhaupt den Laden betreten wollte. Das passte so gar nicht zu „Schnöselhausen“, wo die Frauen auch im Supermarkt immer adrett und gepflegt gekleidet  sind. Lach – egal. Dann noch den letzten Anstieg und ich war wieder daheim.

Es war vielleicht nicht meine längste Tour, nicht die wärmste, die sonnigste schon mal gar nicht – aber es war definitiv die früheste in einem Jahr und die befreienste Tour ever.

11. Urlaubstag So 25.06. – Bienenstich

Endlich bin ich heute wieder entspannt. Es ist schon erstaunlich wie es eine einzelne Motte schaffte, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.  Aber bisher sind die Mottenfallen ohne Ergebnis…zum Glück.

Aber eines ist klar…DAS Erlebnis hat Auswirkungen auf meinen Umgang mit Lebensmitteln. Es wird NICHTS mehr ohne Abdeckung in den Kühlschrank gestellt. Jeder Aufschnitt/Käse wird zusätzlich noch in einen Gefrierbeutel getan und  Mehl/Zucker hab ich eh in Tupperdosen…Aber auch Haferflocken, Reis usw. erhalten ab sofort eine fest verschließbare Plastikdose (ich bin seit  bestimmt 25Jahren ein Fan der „Ovalen Eidgenossen“ von Tupper).

Ich habe heute so lange geschlafen, wie schon lange nicht mehr…bis 10 Uhr (okay also um 6.30 bin ich einmal aufgestanden um Vögel und Eichhörnchen zu füttern und dann gleich wieder ins Bett gestiegen)…Nun fühle ich mich entspannt,  ich hab „meine Periode“ oder das, was davon noch da ist…lach, also ich bin nicht  ganz so relaxt, wie ich sein könnte…und ich bin eben sehr liebebedürftig.

Wir haben den Tag ganz ruhig zuhause verbracht…und vorhin ist der Stiefsohn meines Schatzes noch gekommen…und ich hatte Lust einen Kuchen zu backen. Also hab ich mich am Nachmittag in die Küche gestellt und zum ersten Mal in meinem Leben einen Bienenstich gebacken…aber nicht mit Hefeteig, sondern mit einem Rührteig. Mein Schatz mag keinen Hefekuchen…schade auch.

Und anstatt einer Sahnecreme hab ich eine Puddingcreme gemacht…..Also der Kuchen ist lecker, sieht aber ein wenig düster und unspektakulär aus. Ich hatte die Mandelblätter in Butter angeröstet und dann auf den Kuchen gegeben und mit Zucker bestreut…doch durch das Backen sind die Mandeln doch ein wenig zu dunkel geworden…na gut…trotzdem ist der Kuchen locker und lecker…Auf den Bildern sieht der Kuchen nicht fotogen aus, eher wie ein Hackauflauf ….lach…deshalb lass ich das Bild lieber weg….

Ich musste heute auch unbedingt meine Riesentomaten umtopfen…beim Umzug aus dem Vertikalbeet in einen normalen Blumentopf sind leider ein paar der zu schweren Triebe abgeknickt…aber so einiges konnte ich doch retten.

Insgesamt war der Tag nicht aufregend…wir haben nichts weiter gemacht als den Tag zu vertrödeln, na heute Morgen war es auch eher windig und kühl…aber Morgen geht der aktive Urlaub weiter. Ich weiß noch nicht genau…ich glaube zuerst fahre ich ins Fitness Studio und danach dann mit dem Auto nach Bad Nauheim….oder ich fahre mit der Bahn direkt nach Bad Nauheim und nehme mein Fahrrad mit. Dann kann ich mich ganz unabhängig bewegen.. ich bin mir noch nicht sicher.

Warum Bad Nauheim? Ich hab dort mal vor mehr als 12 Jahren eine kleine Weile gewohnt und mich dort sehr intensiv mit dem Fahrrad bewegt. Ich mag die Gegend und die Wege dort. Und durch die S-Bahn-Strecke bis nach Frankfurt kann ich jederzeit wieder mit der Bahn die Reststrecke zurück legen, je nach Kraft und Lust.

Es ist ja meine letzte Urlaubswoche und das Wetter soll nicht mehr ganz so heiß und trocken werden, wie in den letzten Tagen.

8. Urlaubstag Do. 22.06. – Besuch

Ich sitze geschützt unter 2 riesigen Kastanien-Bäumen in einem Wald….dabei ist Wald nicht mal richtig. Es ist ein „Arboretum“ ein riesiges Areal von Bäumen und Büschen aus allen Teilen der Erde…es ist eine Art Lernpark.

DSC_0006

Hier darf man Zufuss, mit dem Rad oder auf dem Pferd die Natur erkunden. Ich bin im Arboretum Eschborn….76ha groß (=180 Fußballfelder) und was gibt es Schöneres bei dieser Hitze draußen zu sein und doch die leichte Kühle der Bäume zu spüren.

Wie in den Tagen zuvor bin ich früh aufgestanden, habe ein paar Sachen gebügelt, mich um Blumen, Kraute und Gemüsepflanzen gekümmert….mein Frühstück genossen und bin dann mit dem Fahrrad  gestartet. Mein Ziel für heute lautet: Eschborn. Ganz locker. Es geht heute nicht um Geschwindigkeit und nicht um km….es geh um lockeres Fahren und viel Erholung. Alles andere wäre beiden avisierten 37 Grad auch mörderisch.

Nun  gerade während der Mittagshitze war ich auf dem Rückweg…und nach 27km war ich derartig platt…..war ich froh wieder zuhause zu sein. Ab unter die Dusche und dann auf die Couch… erst einmal erholen….

Mit meinem Vater hab ich auch noch telefoniert….wir werden ihm wohl in den nächsten Tagen besuchen….das zumindest war geplant…mal sehen….ach ja und kaum find es an zu gewittern, hab ich meinen Balkon abgespritzt…lach….nur mit Unterhose und einen T-Shirt hab ich mal wieder so richtig klar Schiff gemacht…mit dem Gartenschlauch….herrlich bei dem Gewitter kommt es auf etwas mehr Wasser nun auch nicht mehr an….

Heute Abend bin ich dann auch noch mit einer Bekannten verabredet. Unsere für Febr/März  getroffene Verabredung hatte ich ja bereits 2x abgesagt. Wenn wir uns heute nicht treffen, dann kommt es gar nicht mehr zustande.

Ja so ganz glücklich bin ich nicht…aber ich habe mich lange nicht mit Freunden getroffen….es wird also mal wieder Zeit. Ich habe mich in den letzten Monaten ja eher verkrochen. Eigentlich versuche nicht die Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern meinen eigenen Bedürfnissen zu folgen, ….aber es wird mal wieder Zeit mein Sozialverhalten  zu verbessern, sonst werde ich noch ganz schrullig.

 

5. Urlaubstag Mo 19.06. – Fahrradtour

Ich bin tatsächlich ziemlich locker um 7.00 Uhr aus dem Bett gekommen und hab mich bereits um kurz vor 9 Uhr auf mein Fahrrad geschwungen.

Gestern hatte ich kurzfristig beschlossen eine Fahrrad-Tour in Richtung Wetterau zu unternehmen… und so bin ich dann einfach aufgebrochen…auf meine bewährte Art – Ohne direkten  Plan und mit einem eventuellen Ziel (Bad Nauheim oder Friedberg)…

Nun mitten während der Fahrt aus dem Taunus raus, hat sich mein Plan gefestigt nicht erst nach FFM und dann an der Nidda entlang fahren, sondern von Schnöselhausen schräg an Frankfurt vorbei auf die Nidda zu treffen….in Bad Vilbel.

Meine Fahrt führte mich dann von Oberursel, Bad Homburg, durch kleinere Ortschaften wie Ober-Erlenbach und Niedererlenbach und ca. 30 km (29,78) und knapp 1Std. 40Min. später sitze ich tatsächlich in Bad Vilbel direkt an der Nidda in einem kleinen Restaurant  – unter freiem Himmel,, aber im Schatten…und esse Rührei mit Speck und Brot mit Butter…dazu einen frischen Minztee.

Die knappen 30km gingen für meine Beine und die Kondition locker und leicht…obwohl es an manchen Stellen schon etwas steiler bergauf ging…Einzig meine spitzen Knochen im Hintern merke ich ….aber noch geht es.

Nach der Pause hier werde ich gleich noch entscheiden in welche Richtung ich dem Fluss nun weiter folgen werde. Also entweder weiter in Richtung Friedberg (also weiter WEG von Zuhause) oder in Richtung Frankfurt.

Der Himmel ist wolkenlos blau, es geht ein leichter Wind bei ca. 25-28 Grad…es ist so ein schöner Sommertag und das Ganze hier könnte auch irgendwo am Bodensee oder in Frankreich sein. Urlaub zuhause  ist auch schön….

Man muss nur den vollen Wäschekorb und die nicht mehr funktionierende Aussenjalousie im Wohnzimmer einfach mal vergessen…lach…das ist zwar nicht so einfach….aber aktuell macht es mir fast gar nichts mehr aus. (Heute Morgen ging auf einmal  eine Jalousie nicht mehr hoch, d.h. ich  komme aktuell nicht mehr ohne Akrobatik auf meinen kleinen Balkon zum Wäsche-Abhängen und Blumen gießen…es bleiben noch ca. 50cm durch die ich mich auf allen Vieren kriechend durchzwängen kann….nun ja …gut das ich noch gelenkig bin. Meinen Vermieter hab ich gleich informiert.

Okay…also hab ich mich dann doch entschieden wieder in Richtung FFM zu fahren….an  Bonames und dem alten Flugplatz vorbei, am Eschersheimer Freibad  bis nach Praunheim…Dort hab ich die Nidda dann verlassen um in Richtung Eschborn  und dann weiter in den Taunus zu fahren.

Nach fast 49 Tageskilometer hab ich mich dann doch entschlossen mich die letzten 5-6km doch von der S-Bahn fahren zu lassen….aber immerhin war ich da schon im richtigen Tarifgebiet und die 2,60 EUR waren mir mein Hintern doch Wert von Eschborn bis nach Schnöselhausen.

Und was soll ich sagen, außer  Kopfschmerzen ging es mir super…war Duschen, später bin ich noch Einkaufen gefahren, habe eine Lasagne gemacht, meinen Kleiderschrank sortiert und sitze nun auf dem Balkon…. Nun werde ich müde und gehe gleich mal schlafen.

Anmerkung: mein Schatz hat heute Abend Besuch von seinem Stiefsohn (deshalb die Lasagne – der junge Mann hat einfach  immer Hunger)….und mein Schatz wollte heute MEINEN Balkon nutzen….sorry, aber heute hätte ich gerne  meine Ruhe hier…..ich kam mir zwar auch wie ein Verräter vor….aber er hat oben ja auch einen Balkon…der ist nur nicht so schön und so groß…..