wiederkehrende Abläufe der beruflichen Jahreszeiten

Wie sollte es auch anders sein…nach der Weihnachtsfeier, ist vor dem grippalen Infekt.

So wachte ich am Morgen nach der Firmen-Weihnachtsfeier, gleich mal mit Halsschmerzen auf…und seitdem versucht mein Immunsystem gegen alles zu kämpfen, was da gerade so in mir ist…nein kein Corona, die Tests sind alle negativ…aber über eine triefende Nase, etwas erhöhte Temperatur ging es weiter zu leichten Schwindelanfällen und schmerzenden Gelenken, immer noch begleitet von einem penetranten Schnupfen .

Alles nicht schlimm…nur lästig und etwas einschränkend…meine 3 Urlaubstage in dieser Woche hab ich trotzdem genommen….aber sie fühlten sich mehr wie „Genesung“ denn wie „Urlaub“ an….hätte aber auch keinen Sinn gemacht, mir die Urlaubstage über eine Krankschreibung wieder zu holen, ich nehme schon so zu Viele mit ins neue Jahr. Das ist also okay, so wie es ist.

Laut der Webseite meines Arztes bekomme ich aktuell keine weitere Corona-Schutzimpfung, wenn die letzte Corona-Infektion noch keine 12 Monate her ist…jede Corona-Infektion hat den gleichen Effekt, wie eine Impfung und ein „mehr-an-Impfungen“ bringt kein „mehr-an-Schutz“. Das klingt für mich plausibel und nachvollziehbar…so komprimiert, hat mir das vorher noch keiner erzählt.

Mein Chef hat mich am Montag in einem Meeting gefragt, ob ich meine zeitlichen Vorgaben für die Jahresabschlüsse, werde einhalten können…oder ob etwas dagegen spricht….da hab ich ihn gleich noch einmal um Unterstützung bei der Klärung der Vorgehensweise für die Übertragung der Genehmigungen gebeten…er hat mein Problem und auch das zeitliche Dilemma so kurz vor Weihnachten verstanden und sich des Themas angenommen. Wenn das geklärt ist, ist der Rest eher Masse, als Klasse…also das sollte ich hinbekommen…immerhin konnten wir diese Vorgehensweisen bei den letzten Quartalsabschlüssen schon testen…und bei mir hat es klappt….ganz knapp zwar…aber immerhin.

Eine meiner ungeklärten Fragen zum Thema „Nachbuchungen“, hat sich in dem Meeting dann zum Glück in Wohlgefallen aufgelöst und damit auch das nächtliche Grübeln, wie ich das Problem bloß gelöst bekomme, als der Chef meinte, solange wir noch diese uralte Software benutzen, kann er ja nicht verlangen, das wir so arbeiten, wie die Kollegen, die bereits die neue Software zur Verfügung haben….es bleibt für mich also genau so, wie im letzten Jahr…ach ja und das neue ERP-System kommt bei uns wohl erst Mitte des nächsten Jahres…das soll mir Recht sein.

Somit habe ich nun 11 Werktage für alle Vorab-Abschlüsse, die in den dänischen 4.Quartals– Konzernabschluss gehören, um dann anschließend ALLE 27 Abschlüsse mit den finalen Daten bis Ende Januar fertig zu bekommen…denn früher erhalten wir gar nicht die Abrechnungen der Direktvermarkter.

Also buche ich eilig ab 2.Januar erst einmal alles mit geschätzten Netto-Produktionsdaten und geschätzten Marktpreisen, schätze damit auch die produktionsabhängigen Aufwendungen…nur um das im Laufe des Monats alles wieder zu stornieren und mit den tatsächlichen Daten und Preisen zu buchen, um damit dann erst, einen prüffähigen deutschen Handelsrechtlichen Jahresabschluss zu bekommen.

Es ist idiotisch…aber so funktioniert die Globalisierung im Rechnungswesen…schnell, schneller und damit ungenauer, für die internationale Ebene, aber für rein Deutsche Zwecke kommt bei der Bilanzierung und Erstellung der Gewinn-und Verlustrechnung, der vielzitierte „vorsichtige Kaufmann“ zum Tragen.

Es werden also wieder vollgepackte Tage bis zum Jahresende, um soviel Vorzubereiten, wie nur möglich, dann kommen die stressigen Tage in den ersten 2 Januar-Wochen, bis die Quartalsabschlüsse für den Konzernabschluss fertig sind. Anschließend folgen noch einmal 2 intensive Wochen, um aus den Quartalsabschlüssen, die endgültigen Jahresabschlüsse zu erstellen und die Daten für die Wirtschaftsprüfer zusammenzustellen…Dann starten im Februar so langsam die Rückmeldungen der Wirtschaftsprüfer mit den Nachbuchungen und den vorläufigen Berichten.

Buchhaltungen haben daher ihre ganz eigenen Jahreszeiten…mit immer wiederkehrenden Abfolgen des immer Gleichen…und doch ist es jedes mal aufregend, denn es ist auch immer irgendwie anders….es gleicht sich zwar, ist aber nicht deckungsgleich.

Ach was war das schön, als unser Unternehmen noch nicht als Konzern galt….das ist gerade mal so ca. 1,5 Jahre her….

Um die Ecke denken

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs 😉)

Die Woche war, wie erwartet, herausfordernd….also anstrengend. 6 der 7 Abschlüsse hab ich tatsächlich rechtzeitig bis heute Mittag fertig bekommen…mit dem Nachzügler bin ich auch fast fertig…dafür hab ich ja die Verlängerung bis Montagmorgen erhalten. Das schaffe ich.

Bei ein paar Gesellschaften stand ich, durch die vielen veränderten Abrechnungsmodalitäten, vor echten Schwierigkeiten die Umsätze zu Berechnen, bzw. darzustellen und auch noch soo abzustimmen, das alle Checks passen)…denn unsere Excel-Listen sind nicht adäquat mit den Änderungen mit gewachsen und die Formeln werden dadurch immer verschachtelter und länger und es gibt nur wenig Platz für die vielen variablen Berechnungen.

Vorbei sind die Zeiten, wo man mit festen Formeln durch ein gesamtes Jahr rechnen konnte…jetzt ändern sich Monat für Monat einige Bezugspunkte, manche sind %ual vom Erlös, manche berechnen sich mit einem festen Satz je Netto-Produktionswert und lustig sind die, bei denen es eine Kombination gibt…dazu kommt dann ein Teil der Erlöse aus der Direktvermarktung und ein Teil aus der Marktprämie…die jedoch oft erst verspätet bei uns eintrifft. Bei beiden werden Handlungskosten in unterschiedlichen Höhen berechnet und abgezogen und am Ende soll alles ein großes und nachvollziehbar abgestimmtes Ergebnis geben und zwar bis auf die 2.Nachkommastelle. Da unsere Liste aber nur die gegengerechneten Werte (netting) enthält, die Berechnung aber getrennt nach Bruttoerlös und Handlungskosten unterschiedliche Variablen enthält, ist und bleibt es ein ständiges Um-die-Ecke-Denken, wenn zu diesem Zeitpunkt weder Netto-Produktionswert noch die Monatsmarktwerte bekannt sind. Und ich wünschte, ich könnte noch viele Zeilen in die Excelliste einbauen…stattdessen quetsche ich die unterschiedlichen Berechnungsformeln in wenige Zeilen und verschachtelte mich immer weiter…bis ich merke wie ich drohe, mich dabei zu verlaufen….okay, also noch einmal von Vorne. Ich mag es eben gern übersichtlich.

Eine Kollegin hatte mir in einer unserer gemeinsamen Listen eine interessante Abstimmungshilfe eingebaut, ja super – das hilft mir für einen Teil der Berechnungen richtig gut und die hab ich gleich mal für andere Gesellschaften übernommen. Mit so einer ungeplanten Hilfestellung hatte ich nicht gerechnet. Die Kollegin hatte sich also auch schon Gedanken gemacht, wie man das berechnen und darstellen könnte und zusammen mit meiner Variante haben wir also Check und Gegen-Check…denn ich komme mit meiner Methode auf die gleichen Zahlen. Das ist schon mal ein Wort…wir sind uns einig.

Und auch die in den letzten Tagen eingetrudelten Kosten-Nachberechnungen für das letzte Jahr, ließen mich gehörig ins Schwitzen kommen…die index-basierten Nachberechnungen für Servicekosten brachten große Abweichungen zu den gebildeten Rückstellungen des Vorjahres…denn die Regeln, nach denen wir unsere Rückstellungen Ende 2022 berechnen mussten, deckten das gar nicht ab. Durch unsere schnelleren Abschlüsse im Januar standen uns noch keine aktualisierten Preis-Indizes für das abgelaufene Jahre zur Verfügung.

Dieses ständige um-die-Ecke-denken, mag ich eigentlich nicht – schon gar nicht unter Zeitdruck…trotzdem war es spannend zu sehen, wie sich am Ende des Tages, aus dem ganzen Wust, alles ganz harmonisch zusammenfügen und erklären lässt. Ärgerlich bleibt es allemal – aber immerhin kann ich der Logik der Rechnungen und Verträge folgen.

Für die ersten beiden Abschlüsse hab ich auch schon vom 2.Controller das okay bekommen: Ohne Beanstandungen genehmigt.

Ich finde das war ein guter Moment um Feierabend zu machen…ist seit 15 Uhr eh keiner mehr aus der Abteilung da, nur ich saß noch in meinem Homeoffice…Okay dann also Feierabend und Wochenende mit einem guten Gefühl.

Willkommen in der modernen Arbeitswelt

Kommunikation und Organisation ist nicht die Stärke unserer Muttergesellschaft im Hohen Norden Dänemarks…so kam die Einladung für die Controller zu einem Präsenzmeeting in der Zentrale auch eher kurzfristig und die Tagesordnung enthielt gleich 3-4 zeitliche Fehler, wie mein Chef dann auch in seiner Einführung zugeben musste.

Aber von Vorne….vor wenigen Wochen wurden die Einladungen zu dem Meeting versendet und wir deutschen Controller haben gleich beschlossen: die Anfahrt findet schon am Mittwoch statt, Donnerstag den ganzen Tag dann das Meeting und die Rückfahrt Freitag direkt nach dem Frühstück…also 2 Übernachtungen im Hotel. So wollten wir den Mittwoch noch nutzen, um mit den Kollegen Vorort einige Themen zu klären, wenn wir dann schon mal da sind…und das war auch eine sehr gute Entscheidung.

Immerhin sind es 400km Anfahrt, da muss man einfach die Zeit effektiv nutzen. Die Controller aus den anderen Ländern hatten zum Teil wesentlich weitere Strecken zurückzulegen…die polnischen Kollegen z.B. waren mehr als 13 Stunden unterwegs und sind tatsächlich noch Donnerstag, direkt nach dem Meeting wieder zurückgefahren. So konnten sie dann auch nicht an dem gemeinsamen Abendessen teilnehmen, welches auch Teil des Meeting-Tages sein sollte. Wir Deutschen, wollten uns so einen Stress nicht antun.

Noch nie waren alle Controller auf einem gemeinsamen Meeting….aber es ging darum, wie wir unsere Abschlüsse organisieren, damit wir zukünftig öfter und sogenannte „Fast close“-Abschlüsse erstellen können.

DA ist das wichtigste Konzern-Attribut in der Verwaltung: Fast Close. Und jetzt – in diesem Moment – weiß wirklich jeder, wir sind in der Welt der Konzerne und Groß-Unternehmen angekommen. Die Abkehr vom mittelständischen Unternehmen, mit entspannter „hygge“-Mentalität, hin zu dem Druck und Stress eines Konzerns, dass „gelistet“ wird und seine Reporting-Pflichten zeitlich nah erfüllen muss. Das Ganze natürlich nicht, mit den bisherigen Bestandsunternehmen allein, sondern in einem extrem schnell wachsenden Segment…also immer mehr Firmen, die in immer kürzerer Zeit fertig gestellt sein müssen und das auch öfter als bisher. Willkommen im Finanzbereich des 21.Jahrhunderts.

Das Meeting war für uns alle ein mittelschwerer Schock und was nützt es da, das eine der Big-Four Wirtschaftsprüfungs-gesellschaften das Meeting und die Arbeitsgruppen moderierte und begleitete… Die sprechen eine ganz andere Sprache und damit meine ich nicht das Englisch – das sprechen wir ja alle mehr oder weniger – ich meine die Inhalte.

Das klang alles so hochtrabend, glatt und sauber. In dieser Welt gibt es keine externen Verzögerungen, keine unzuverlässigen Lieferanten, kein Warten auf Daten…da läuft alles so reibungslos, wie ein scharfes Messer, durch weiche Butter. Für diese Berater ist die „Datenbasis“, eine Fußnote, auf die sie ihr ganzes Reporting aufbauen können. Auswertung ist wichtig – die Datenbasis, na ja die muss halt da sein. WIR aber sind die, die die Daten überhaupt erst einmal beschaffen müssen, und da fangen die Probleme an…denn diese kommen oft erst erst wesentlich später. Egal – dann macht doch mal eben eine Schätzung…fertig und weiter gehts…Easy, clean and fast – dont stay behind – get ready to start – get work done!

War ich nicht genau aus diesem Grund in meinem alten Stress-Job ausgestiegen, weil mir dieses schnell, schnell und noch schneller, einfach zu viel wurde? Ich bin echt gespannt, was davon jetzt wie umgesetzt werden wird…das Ziel soll sein: ALLE Gesellschaften sollen innerhalb von 10 Tagen fertig sein. Ich habe aktuell 26 Abschlüsse zu machen.

Witzigerweise hatte ich ein paar Tage vor dem Meeting in DK, die ARTE-Dokumentation „Arbeit ohne Sinn“ gesehen….die kann ich jedem Büromenschen nur empfehlen….60% aller Umstrukturierungsmaßnahmen führen nicht zu höherer Produktivität, ist z.B. eine Aussage und die Sprache der Unternehmensberater sind oft nur Worthülsen, die kaum jemand versteht, aber es klingt wichtig und alle Führungsebenen übernehmen diese Art zu reden. Zurück bleiben frustrierte Mitarbeiter.

Was mich an diesem Tag aber wirklich ärgerte, war der Unternehmensberater, der da vor uns stand, in einem großen Raum, mit 30-40 Menschen gefüllt, ohne Mikrofon und er sprach schnell, sehr schnell und nuschelte, verschluckte Silben und Wörter und raste durch seinen Vortrag, drehte sich beim Reden auch immer wieder zur Präsentation, also weg von den Zuhörenden…die Power-Point-Präsentation, die uns gleichzeitig vorne angezeigt wurde, war so klein, das keiner etwas lesen konnte…das war also auch keine Hilfe.

Schon nach seiner ersten kurzen Einleitung, bin ich in der entstehenden Pause, nach vorne gegangen und habe ihn gebeten doch etwas langsamer zu reden, wir kommen alle von überall her und müssen ja erst einmal die Worte richtig hören, bevor wir sie verstehen konnten….aber schon beim nächsten Block war ab dem 2.Satz wieder alles rasend schnell genuschelt….und auch jede weitere Bitte von anderen Kollegen doch etwas langsamer oder deutlicher zu sprechen, blieb nur von kurzer Dauer – maximal einen Satz lang.

Aber trotzdem verstanden wir alle genug, um zu wissen, die „lustigen“ Zeiten sind vorbei…wir sollten unsere „Pain-Points“ benennen, die uns beim Arbeiten am Meisten hindern, effektiv zu sein….und in allen 5 Arbeitsgruppen, in denen wir das Ausarbeiten sollten, kam ähnliches heraus: fehlende oder mangelhafte Kommunikation und als Zweites: zu viele Firmen die gleichzeitig fertig sein müssen….also zu wenig Personal für all das was da noch kommen soll.

Was mich am Meisten gefreut hat in diesem Tagen, das ich einige Dinge mit Kollegen durch direkte Gespräche klären konnte. Es ergaben sich zufällige kleine Begegnungen und prompt kommt eine Erklärung und eine Lösung von ganz unerwarteter Seite.

Allein für diese unkomplizierten Gespräche, Erklärungen und Gedankenaustausche mit den dänischen Kollegen hat sich die Reise schon gelohnt und all das, was da Neu kommen soll, versuche ich erst einmal zur Seite zu schieben. Jetzt löse ich das eine Problem, helfe bei anderen mit, dann folgen die Jahresabschlüsse und dann schauen wir mal, wie es weiter geht.

Nur nicht hetzten lassen…eines nach dem Anderen. Kein Job der Welt ist es wert, sich kaputt zu machen…ich hab die Kommunikation mit vielen bisherigen und auch neuen Kollegen in diesen Tagen sehr genossen…wir haben viel geredet und gelacht und es kam trotz der Ankündigungen, eine Art neues „Wir“-Gefühl auf.

Marschrichtung: In Schwung bringen

Mit leichtem Entsetzen stelle ich nun fest, das die mehr als entspannte Arbeitsweise der dänischen Muttergesellschaft gerade dabei ist, der Realität eines international operierenden Konzern zu weichen…mehr und schneller als ich dachte.

In einem Online-Meeting zu Dritt wurden wir heute auf kommende Änderungen und Überlegungen hingewiesen.

Während für meine letzte Gesellschaft immer noch kein OK für den Jahresabschluss 2020 existiert, wurden wir gefragt, wie schnell wir es schaffen würden, die kommenden 1/2-Jahres-Abschlüsse per 30.06. fertig zu bekommen.

Pause – ähmm….also im letzten Jahr gab es von einer der anderen Chefs einen Plan in dem die verschiedenen Abgabetermine für jede Gesellschaft aufgelistet wurde…da hatte ich für alle meine Gesellschaften 2,5 Monate Zeit. Die Zeitspanne war sehr großzügig bemessen…aber auch sehr willkommen, da es für mich ja erstmalige Abschlüsse in dieser Firma waren und ich 11 Gesellschaften gerade neu implementiert hatte.

Meine Frage: Wann SOLLEN wir denn in diesem Jahr fertig werden.

Gegenfrage des Chefs: Wie schnell KÖNNT Ihr denn fertig sein

Aber dann hat er uns gesagt das er die Daten gerne bis Ende Juli hätte….maximal – also allerspätestens bis 06.08….Alles wegen des Konzernabschlusses.

Ja, also bei mir wird das schon klappen…ich hab inzwischen nach den letzten beiden Abschluss-Sessions meine Abläufe im Blick, vieles ist schon prozess-optimiert, ich weiß wie die Programme funktionieren und worauf besonderen Wert gelegt wird…..und in diesem Jahr gibt es zum Glück keine weitere MWST-Änderung, die mich im letzten Jahr viel Zeit gekostet hat.

Wenn also nichts weiter dazwischen kommt, sollte das kein Problem sein…ich hab ja erst im August Urlaub und mit einem straffen Zeit-Management und ein paar Extra-Stunden werde ich das auch hinbekommen.

Allerdings soll in den nächsten Wochen noch eine Freigabe-Software ausgetauscht werden…eine komplett andere Software und an der Implementierung sind wir in HH nicht beteiligt….müssen dann also mit dem Arbeiten, was uns die Dänen zur Verfügung stellen und ob das mit der Schnittstelle zur Buchhaltungs-Software dann auch funktioniert….na da bin ich ja gespannt….In meiner alten Firma war ich in solche Änderungen immer mit einbezogen um zu Testen hahahaha -so konnte ich selber mit entscheiden.

Die Wirtschaftsprüfer mit denen wir zusammen arbeiten haben meinem Chef außerdem vorgeschlagen doch für alle Gesellschaften eine geändertes Geschäftsjahr einzuführen…was den Prüfern etwas mehr Zeit verschaffen würde, uns jedoch genau zu dem Prinzip des FAST-Close zwingen würde, dem ich gerade erleichtert entkommen bin. Das wäre purer Stress und bringt unseren Firmen keine Vorteile…Ich hab sofort interveniert und meine Bedenken zu dem Thema mitgeteilt.

UND durch die Ambitionen der Gesellschaft sich weiter international auszubreiten, drohen uns in den nächsten 1-2 Jahren außerdem die internationalen Rechnungslegungs-Vorschriften. Wer in vielen Ländern aktiv und erfolgreich sein möchte kann sich auf Dauer den einheitlichen Standards der IFRS-Regeln nicht entziehen…und schon gar nicht, wenn man sogar mit einem Gang an die Börse liebäugelt…..da müssen dann jedes Quartal Zahlen nach US-GAAP oder IFRS präsentiert werden….und dafür müssen alle Einzelgesellschaften Daten zur Verfügung stellen….Anstatt wie jetzt 2x im Jahr.

Noch ist das alles Zukunftsmusik – aber die Marschrichtung zeichnet sich klar ab in Richtung: Big-Player ….und die Ausläufer davon bekommen wir gerade schon zu spüren.

Und so ganz nebenbei fällt dem Chef ein, das mein fehlender letzter Jahresabschluss für 2020 bereits vor 2 Wochen das OK bekommen hat …er es aber versäumt hatte, mir Bescheid zu geben….(Während das Jahr 2019 allerdings immer noch nicht abschließend geklärt ist….seufz).

Somit war ich die letzten beiden Tage mehr als ausreichend damit beschäftigt die letzte Änderung einzupflegen und danach zügig alle Daten für die Prüfer vorzubereiten…..na immerhin geht es jetzt endlich weiter….Stück für Stück….

Und ab Morgen werde ich mit den ersten Abschluss-Vorbereitungen für das 1/2 Jahr beginnen…..bei 25 Gesellschaften ist es vernünftig sich einen Zeit-Puffer zu erarbeiten….wer weiß, was sonst noch so kommen wird…

Nein, das versetzt mich jetzt noch nicht in Stress oder Hektik….aber ich bin jetzt in einem höheren Aktivitäts-Modus…hab das Ziel fokussiert und versuche alle Arbeiten darauf auszurichten…was hat Priorität, was kann warten, woher – wer – was – wann – wohin – wie…. hahahha es bringt mich in Schwung….

Saison-Finale – im Büro

So langsam nähert sich die jährliche Abschluss-Saison dem Ende…das große Finale steht bevor….hahaha ich muss noch EINE einzige Gesellschaft für die Wirtschaftsprüfer vorbereiten und hab dafür noch eine ganze Woche Zeit….ich liege super in der Zeit.

Die Rückmeldungen der Wirtschaftsprüfer für die bereits fertigen Gesellschaften, trudeln auch nach und nach ein ….und so langsam kapiere ich durch das „try and error“-Prinzip auch die restlichen Besonderheiten unser Software bei den Jahresend-Buchungen…(ich glaub ich hab schon mehrfach erwähnt, das ich SAP doch seeeeehr vermisse).

Die anfänglichen Herausforderungen in dieser Firma gehen mir inzwischen routiniert von der Hand…so das ich zeitlich nicht hinterher hinke…

Ich hab auch meinen Prozess-Ablaufplan rechtzeitig ausgearbeitet, in dieser Woche die verschiedensten Themen per Telefon und Teams-Meetings geklärt, mit der Zentrale in DK einige Themen (freundlich) ausgefochten …und ich hab meine restlichen Urlaubstage aus 2020 verplant und beantragt….jetzt warte ich noch auf die Genehmigung.

Sooo wenn jetzt alles gut geht, ist mein Saison-Finale der 30.03. ….danach hab ich Oster-Urlaub.

Wenn ich jetzt mal die Abschluss-Methodik vergleiche zwischen meinem „alten“ und dem jetzigen Job ,dann ist das schon ein gewaltiger Unterschied.

Die Fast-Close-Methode in Hessen hat mich jedes Jahr an den Rand des Zumutbaren getrieben, wenn am 7.oder 8. Werktag im Januar bereits die Wirtschaftsprüfer meine Gesellschaften prüfen wollten, während ich gleichzeitig noch an den Daten gebastelt habe, ich bereits im November mit Überstunden begonnen habe, um für diese 4 sehr komplexen großen Kapital-Gesellschaften anständige und korrekte Zahlen in der richtigen Form zu liefern. Das ging nur, weil ich an Feiertagen und Wochenenden auch arbeiten war. Und das alles nur, weil die Konzernzentrale kein Pardon kannte. Am 6. Werktag MUSSTEN die fertigen Zahlen gemeldet werden. Ein jährlich wiederkehrendes Wettrennen, welches ich jedes Jahr zwar gemeistert habe….aber mich selber hab ich dabei langsam kaputt gemacht.

Die normale Methode, also der zeitlich nachgelagerte Abschluss (i.d.R. innerhalb der ersten 4 Monate des Folgejahres) ist dagegen wesentlich entspannter.

Hier ist die einzige große Herausforderung keine der aktuell 25 Gesellschaften zu vergessen….hahaha und natürlich zu wissen, wie die Software funktioniert….und da jede Gesellschaft, für sich genommen, eher klein ist und dann auch noch Personenhandels-Gesellschaften sind, ist es von den Sachthemen her wesentlich simpler und daher schneller zu bearbeiten.

Also der zeitlich nachgelagerte Abschluss lässt mich weiterhin Mensch-sein….und genau DAS war mein Ziel mit dem Arbeitgeber-Wechsel….Ich bin sehr zufrieden und freue mich jetzt aufs Wochenende…

Nachtrag: Ehrlichweise muss ich aber auch sagen, das ein Teil der Entspannung auch dadurch kommt, das ich jetzt keine Personalverantwortung mehr habe und nicht mehr für alles selber eine Lösung suchen muss…wenn ich einen Zweifelsfall habe, gibt es jetzt höher-gestellte Abteilungen, die die Antworten geben müssen….grins….