nicht jammern – funktionieren

…dieser Ausspruch stammt jetzt mal nicht von mir…sondern von einem Kollegen aus der alten Firma. Das war auch mein Spruch und ICH hab das viel zu lange mit gemacht…und der Kollege, Abteilungsleiter einer technischen Abteilung, macht es jetzt auch schon ein paar Jahre mit…

immer im Stress, immer unter Strom, immer zu wenig Mitarbeiter, diese Abteilung ist oft im Auto unterwegs – quer durch Deutschland…viel Verantwortung, kaum Privatleben – wenig Freizeit…

und jetzt hat er sich mal wieder per WhatsApp allen Frust von der Seele geschrieben u.a. eben auch auch das: nicht jammern…funktionieren….

Aber mal ehrlich: das ist doch viel zu wenig für das eigene Leben…nur zu funktionieren…Da geht bei mir sofort ein Signal im Körper an…und ich kann förmlich wieder spüren wie es mir ergangen ist…nur zu funktionieren:

…..und irgendwie ist es ja auch schön, und eigentlich macht man es ja auch gerne…wenn das und das nicht wäre, und das Leben ist eben nicht immer schön, und die Kollegen kann man ja auch nicht hängen lassen,…aber eigentlich sollte man so nicht arbeiten, aber anderswo verdient man ja weniger wegen der langen Zugehörigkeit und irgendwie haben wir hier doch immer noch ein tolles Klima und  überhaupt haben wir eigentlich viele Freiheiten….

Jaaaaa….diese endlos-Mantras kenne ich zur Genüge….Gedanken in der Endlos-Schleife.

Der Kollege ist in paar Jahre jünger als ich, Ingenieur und in einer gefragten Branche Spezialist und dazu noch eine Führungskraft….der würde bei jedem Konkurrenz-Unternehmen sofort einen Job bekommen….selbst innerhalb des Konzern hätte er kaum Schwierigkeiten zu wechseln…

Ich bin gespannt wie lange er das so noch weiter machen wird. Es wird über kurz oder lang noch einen weiteren gravierenden Wechsel geben….aber das ist nur eine Vermutung aufgrund der Erzählungen aus allen Richtungen: ich glaube mein Nachfolger ist schon dabei sich einen neuen Job zu suchen:

Er ist oft krank, kommt erst sehr spät ins Büro, geht früh, sagt nicht mal guten Morgen zum Team, spricht oft gar nichts am Tag mit den Kollegen in seiner Abteilung , kommuniziert überhaupt nicht mehr …. keine Abstimmung über die Arbeit … er lässt seine Mitarbeiter einfach im ungewissen….keine Anweisungen, keine Führung, er erfüllt seine Aufgaben nicht wie er soll…sagt aber nichts, fragt seine Kollegen nicht… ich glaube er ist überfordert…da er aber auch keine Initiative, kein Engagement zeigt glaube ich nicht, das er noch lange bleiben wird….

 

Weitere Entscheidungen stehen an

Heute Nacht ab 4 Uhr morgens  hab ich mich nun dem nächsten Entscheidungsblock gewidmet. Nicht, das ich das so geplant hatte. Nein – eigentlich wollte ich nur ausschlafen. Aber die Gedanken ließen sich nicht stoppen.

Fragenkatalog:

1.      Bleib ich bei meinem jetzigen Job?

2.      Wenn ja – was muss sich ändern?

3.      Wenn nein- was für eine Art Job möchte ich dann machen (in meinem Beruf gibt es verschiede Ausprägungen)?

4.      Und wo soll der Job dann sein? In welcher Stadt / In welchem Bundesland?

5.      Und wo möchte ich dann leben? In einer Stadt / Auf dem Land?

6.      Und wieviel Geld müsste ich verdienen, damit ich zufrieden bin?

Um 7 Uhr bin ich dann aufgestanden und hab den Computer angeworfen….hab mal die einschlägigen Job-Portale durch geschaut und mich mit dem Jobangebot in den von mir bevorzugten Regionen vertraut gemacht.

Damit hab ich gerechnet – so ein Wechsel, wie in meinem Fall, ist mit Einbußen beim Einkommen verbunden…hier im Rhein-Main-Gebiet sind die Gehälter um mindestens 1/3 höher als im Rest der Republik…dazu schlägt auch meine langjährige Firmen-Zugehörigkeit auf meinen Lohnzettel durch. Okay – aber dazu sind vor allem die Mieten hier auch echt happig.

Bevor ich aber das Thema Jobwechsel weiter verfolge muss ich noch etwas  Elementares klären…WANN kann ich eigentlich einen neuen Job antreten. Also her mit meinem Anstellungsvertrag und  siehe da – gar nicht so leicht zu durchschauen, da haben die ja einen schönen Mischmasch zwischen vertraglicher und gesetzlicher Kündigungsfrist gemacht.

Da ich das von mir errechnete Ergebnis von 5 Monaten Kündigungsfrist (ausgehend vom 30.04.) nicht so recht glauben wollte, hab ich mir  Hilfe bei einer Online-Rechtsberatung geholt…und siehe das der Anwalt für Arbeitsrecht hat mir auch schon geantwortet….5 Monate sind richtig. Nun gut –soweit war ich ja auch schon gekommen – aber jetzt hab ich es immerhin bestätigt bekommen und hab eine schriftliche Begründung…diese Sicherheit ist für mich gut investiertes Geld.

Bei einer Kündigungsfrist von aktuell 5 Monaten stellt sich die Frage nach der Reihenfolge der nun zu entscheidenden Handlungen nicht mehr wirklich. Ich muss erst meinen jetzigen Job kündigen, um dann einen neuen Job zu suchen.

Also die alles entscheidende Frage ist und bleibt: Kündige ich jetzt zum 30.04. bei meinem jetzigen Arbeitgeber?  Momentan wäre das die richtige Entscheidung für meine körperliche Gesundheit und mein Seelenleben)….aber ich werde es erst nach meinem Urlaub entscheiden.  Da ich unmmittelbar nach Ostern Geburtstag habe, werde ich für ein paar Tage mit dem Auto weg fahren…hab heute schon beim ADAC entsprechende Reisevorbereitungen getroffen…nur noch ein paar Tage arbeiten…dann ist endlich Ostern.